Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 37: Da ist was (oder auch nicht)

Aus „Ich bin’s, Ihr Pferd“ von Tania Konnerth
– zum ersten Kapitel geht es hier.

 

Wegen des aktuellen Sauwetters habe ich Monty zum überdachten Teil des Putzplatzes geführt. Während Monty beim Putzen sonst gerne döst, ist er heute ein Nervenwrack. Er kann kaum ruhig stehen, sondern will immer rausschauen. Ich versuche, das zu ignorieren und selbst Ruhe auszustrahlen, was nicht gerade einfach ist, wenn man ständig aufpassen muss, nicht über den Haufen gerannt zu werden.

„Monty, geh bitte mal einen Schritt zur Seite.“

Mein Pferd ist taub. 

„Mooonty.“, rufe ich laut und er schreckt zusammen.

„Ja, oh, was denn?“

„Mach mal ein bisschen Platz bitte, du quetschst mich total ein. Was gibt es denn da so Wichtiges zu sehen, dass du unbedingt immer hinaus starren musst?“

„Ich … ich weiß auch nicht.“

„Heute ist also mal wieder einer dieser Tage, vielleicht sollten wir lieber nichts machen?“

„Was? Nein, geht schon, kein Problem.“

Wieder schießt er unerwartet herum.

„Ey!“, brülle ich und ich buffe ihn reflexartig in die Seite.

„Na, na – Sie müssen nicht grob werden.“, sagt er etwas irritiert.

„Doch, denn du stehst auf meinem Fuß!“

„Oh!“ Er hebt den Huf und macht einen Schritt von mir weg „Entschuldigen Sie, das wollte ich nicht.“ Doch noch während er spricht, ist er mit seiner Aufmerksamkeit schon wieder draußen.

Ich reibe meinen Fuß und versuche, meine Wut in den Griff zu bekommen. An solchen Tagen ist es echt nicht einfach mit diesem Riesentier. Da wird mein sonst so höfliches Pferd zum Rabauken und ich könnte glatt meine eigenen Manieren und guten Vorsätze vergessen.

„Monty … MONTY!“ Ich muss wieder laut werden, damit er mich überhaupt wahrnimmt. „Kann ich irgendetwas tun? Da draußen ist nichts, es ist nur windig, sonst nichts.“

Er schaut mich fast mitleidsvoll an, mich Ahnungslose, denn aus seiner Sicht bin ich einfach mal wieder zu doof, etwas mitzubekommen.

„Da ist was.“

„Was soll denn da sein, Monty? Da ist nichts. Es ist alles in bester Ordnung, glaub mir doch bitte.“

Aber mein Pferd steht weiterhin wie ein Flitzebogen im Anschlag da und hört mich wieder nicht. Ich atme durch, einmal, zweimal. Eigentlich denke ich immer, dass er mir doch langsam mal vertrauen müsste, aber in solchen Momenten macht es offenbar keinen Unterschied, ob ich da bin oder nicht. Und das tut weh. Das ist schlimmer, als gesiezt zu werden.

Einen Moment lang tue ich mir furchtbar leid, weil mir mein Pferd nicht vertraut, aber dann wird mir klar, dass sich Monty wirklich Sorgen macht und dass ich ihm in diesen Moment einfach nicht das geben kann, was er braucht. Und es hilft auch nicht, wenn ich mich damit fertig mache, das macht es nur noch schlimmer.

Ich gehe einmal um ihn herum auf die andere Seite, so dass er mich sieht, und sagte: „Pass auf, Monty, ich bringe dich jetzt zurück zu den anderen. Ich glaube, die sind gerade besser für dich, als ich es bin. Aber du musst dann schon auf mich aufpassen auf dem Weg, ja? Nicht losreißen und mich nicht über den Haufen rennen. Dafür passe ich gut auf dich auf. Dir wird nichts passieren, okay?“

Obwohl Monty wirklich unter Strom steht, schaffen wir es heil zur Weide. Kaum dass ich das Halfter abgezogen habe, rast er los, mein sonst so ruhiges und gelassenes Pferd …

Pferde, denke ich, … Pferde. Manches versteht man selbst dann nichts, wenn das eigene Pferd sprechen kann. Aber ich bin ein bisschen stolz auf meine Entscheidung, ihn zurückzubringen. Langsam lerne ich wenigstens, mit meinem Nichtverstehen besser umzugehen. Das ist doch auch schon was. 

 

–> Fortsetzung folgt

 

 

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Tania Konnerth

Wer erzählt Montys Geschichten?

Die Geschichten von Monty schreibt Tania Konnerth. Sie hat seit über 40 Jahren mit Pferden zu tun und hat – unter uns gesagt – inzwischen immer öfter das Gefühl, dass Pferde tatsächlich sprechen können.

Tania arbeitet als Schriftstellerin und Autorin in Bleckede. Mehr von ihr gibt es unter www.tania-konnerth.de.

17. Januar 2022 von Tania Konnerth • Kategorie: Geschichten von einem sprechenden Pferd, Sonstiges Kommentare deaktiviert für Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 37: Da ist was (oder auch nicht)

Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 36: Ich bekomme ein Lob

Aus „Ich bin’s, Ihr Pferd“ von Tania Konnerth
– zum ersten Kapitel geht es hier.

Montys Wunde ist fast verheilt, aber ich will ihn noch nicht reiten. Also gehen wir gerade viel spazieren, so wie auch heute. Wir sind im kleinen Wäldchen unterwegs und ich gehe so meinen eigenen Gedanken nach, als Monty plötzlich stehen bleibt und den Kopf zu mir dreht.

„Alles klar, Monty?“, frage ich etwas erstaunt, denn normalerweise bin ich es, die ein Gespräch beginnt, nicht er.

„Wissen Sie, ich würde Ihnen gerne etwas sagen.“

„Na klar, Monty, raus damit.“, sagte ich und versuche, nicht so unsicher zu klingen, wie ich mich gerade fühle. Wer weiß schon, was jetzt kommt.

„Es ist viel angenehmer mit Ihnen geworden ohne den Stress.“

„Oh, das freut mich zu hören, Dankeschön.“, sage ich und werde sogar ein bisschen rot. „Was genau meinst du denn mit Stress?“, hake ich nach, weil ich die Kritik darin natürlich auch höre.

„Ach, früher musste oft alles sehr zackig und schnell gehen. Wissen Sie, Menschen sind immer so hektisch. Alles folgt Schlag auf Schlag.“ Dann fügt schnell hinzu: „Aber, das meine ich bei Ihnen jetzt natürlich nicht wörtlich.“, sagt er und lacht über seinen eigenen Witz.

Im ersten Moment will ich mich verteidigen, denn ich hatte oft gedacht, dass ich Monty geradezu endlos viel Zeit lassen würde. Seine Tendenz zum Herumtrödeln hatte mich oft gereizt, aber ich war eigentlich ganz stolz auf mich gewesen, dass es mir immer besser gelungen war, ihm Zeit zu lassen, und jetzt sagte er mir, ich sei immer so zackig gewesen? Ich hielt mich aber zurück und ließ seine Worte erst einmal in mir nachklingen.

„Tja, ich glaube, du hast Recht, Monty. Ich bin oft viel zu hektisch, das fällt mir jetzt selbst auf. Eigentlich ist das hier doch meine Freizeit, die ich genießen sollte, und ich dachte auch, ich wäre entspannt, wenn ich herkomme. Aber es ist oft nicht so einfach, aus dem Stress herauszukommen, den man so mitbringt, von der Arbeit und dem Leben draußen.“

Ich denke weiter nach.

„Du hast tatsächlich ein ganz anderes Tempo als ich. Jedenfalls wenn du nicht gerade eilig zu deinen Kumpels willst oder wenn nicht gerade ein Grasbüschel vollkommen unwiderstehlich ist, nicht wahr?“, lache ich.

„Na, das ist etwas ganz anderes.“, sagt Monty.

„Schon klar.“ Ich zwinkere ihm zu. „Aber, im Ernst: Bevor du gesprochen hast, habe ich dich sicherlich viel zu oft überrumpelt, das tut mir leid. Da habe ich viel mehr automatisch gemacht, ohne über alles nachzudenken. Manches sollte einfach zacki-zacki funktionieren, weil ich mir das in den Kopf gesetzt hatte. Und das geht jetzt nicht mehr, zumindest nicht mehr so leicht. Siehst du, und das meinte ich am Anfang, als ich sagte, dass nun alles anders ist. Für mich ist tatsächlich vieles anders geworden. Aber ich weiß, hektisch bin ich manchmal trotzdem noch. Das kannst du mir dann ruhig sagen, ich versuche, es zu ändern, ja?“

Wir stehen noch für ein Weilchen mitten auf dem Weg in dem kleinen Wäldchen und atmen tief ein und aus. Die Vögel zwitschern in den Bäumen über uns und das Herbstlaub riecht feucht und erdig.

„Schön ist das.“, sage ich. „Wie gut es tut, auch einfach mal nur dazustehen.“

Statt einer Antwort schnaubt Monty zufrieden ab und wir gehen ganz gemütlich zurück.

 

–> Fortsetzung Kapitel 37

 

 

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Tania Konnerth

Wer erzählt Montys Geschichten?

Die Geschichten von Monty schreibt Tania Konnerth. Sie hat seit über 40 Jahren mit Pferden zu tun und hat – unter uns gesagt – inzwischen immer öfter das Gefühl, dass Pferde tatsächlich sprechen können.

Tania arbeitet als Schriftstellerin und Autorin in Bleckede. Mehr von ihr gibt es unter www.tania-konnerth.de.

6. Dezember 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Geschichten von einem sprechenden Pferd, Sonstiges Kommentare deaktiviert für Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 36: Ich bekomme ein Lob

Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 35: Der Verbandwechsel

Aus „Ich bin’s, Ihr Pferd“ von Tania Konnerth
– zum ersten Kapitel geht es hier.

Ich gebe es zu, mir graut davor, dass ich heute Montys Verband wechseln muss. Am liebsten hätte ich ja einfach den Tierarzt dafür gerufen, aber Montys Reaktion war erst ein „Das ist nicht nötig.“ und als ich betonte, dass das aber sehr wichtig sei und auf jeden Fall gemacht werden müsste und ich es mir eigentlich nicht zutraue, kam ein klares „Auf keinen Fall der Tierarzt!“ von ihm. Bei dem Theater, das er vor zwei Tagen gemacht hat, nehme ich das sehr ernst. Also werde ich es nun erst einmal selbst versuchen. Er musste mir allerdings versprechen, dass er mitarbeitet, sonst würde ich sofort den Tierarzt rufen, ohne Wenn und Aber, schauen wir mal, ob er sich daran hält. 

„Na, Monty.“, begrüße ich mein Pferd. „Was macht dein Fuß?“

„Alles bestens, danke.“, antwortet Monty und er läuft tatsächlich etwas besser.

„Du weißt, was heute ansteht?“, frage ich vorsichtig. 

„Natürlich.“, sagt er.

 „Und du erinnerst dich noch an unsere Abmachung, ja?“ 

„Selbstverständlich.“ 

„Gut, dann wollen wir mal.“, sage ich zuversichtlicher, als ich mich fühle und führe ihn zum Anbinder. 

„Monty, gibt es irgendwas, womit ich uns die ganze Sache leichter machen kann? Brauchst du etwas? Soll ich erklären, was ich tue? Sonst irgendwas?“

„Na, nun machen Sie sich mal keine Sorgen.“

„Leicht gesagt, Monty. So wie du dich beim Tierarzt aufgeführt hast, traue ich mich ja kaum, an dein Bein zu fassen.“

„Sie übertreiben mal wieder maßlos.“, sagt Monty ziemlich von oben herab. 

Ich hole Luft, aber entscheide mich dann, nicht in diese Diskussion zu gehen, sondern mich einfach auf das zu konzentrieren, was ich nun zu tun habe, nämlich den Verband abzumachen. 

„Also, ich löse jetzt erstmal den äußeren Verband. Dafür schneide ich eine Schicht davon mit der Schere ab, ja? Das dürftest du kaum merken, in Ordnung?“ 

„In Ordnung.“, sagt Monty. 

Als ich sein Bein berühre, springt er zur Seite und ich erschrecke mich furchtbar. „Mensch, Monty!“, rufe ich laut und hüpfe selbst ein Stück zurück. „Das kann doch nicht wahr sein, dass du schon zickst, bevor ich anfange.“, schimpfe ich und schaue ihn böse an. 

Mein Pferd steht da und grinst. „Kleiner Scherz.“, sagt er und kichert ein bisschen. Mein Pferd kann kichern.

„Sehr witzig, wirklich witzig.“, fauche ich und finde es kein bisschen witzig. Jetzt bin ich nicht nur nervös, sondern habe auch noch weiche Knie. Nichts anmerken lassen, sage ich zu mir, nichts anmerken lassen. 

Beim nächsten Versuch, sein Bein zu berühren, ruft er ein kurzes „Buh!“ direkt in mein Ohr und wieder erschrecke ich heftig. „Monty, hör auf damit. Heb dir deinen blöden Humor für später auf, ja? Ich will die Sache jetzt hinter uns bringen.“ Mein Ton ist scharf.

„Na, na, Sie sind wohl etwas angespannt, was?“, schmunzelt er und scheint sich prächtig zu amüsieren.

„Ja, Monty, ich bin angespannt, verdammt angespannt sogar. Und es wäre wirklich toll, wenn du jetzt einfach nur still hältst, damit ich den Verband abmachen kann. Geht das? Bitte?“, zische ich mit zusammengebissenen Zähnen.

„Selbstverständlich.“, sagt Monty. 

Ein paar Minuten später habe ich es tatsächlich geschafft, den Verband abzumachen. Ich bin schweißgebadet. Aber wenigstens sieht die Wunde gut aus. 

„Sehr schön, das ist doch schon prima geheilt, Monty. Da brauchen wir nicht mal einen kompletten Hufverband zu machen. Es reicht, nochmal die Salbe draufzumachen und das leicht zu verbinden. Ist ja auch nicht matschig im Moment.“ Ich schaue mein Pferd an. „Schaffen wir das?“ 

„Selbstverständlich.“ 

Ich lege mir alles zurecht, was ich brauche, und bitte Monty um seinen Huf. Den gibt er mir und ich lege los. Eine Miteinstellerin kommt vorbei und sagt: „Wow, hast du ein braves Pferd! Meiner spielt immer komplett verrückt, wenn er behandelt werden muss. Ich wünschte, meiner wäre auch so cool.“ 

„Tja.“, höre ich mein Pferd sagen und ich schaffe es tatsächlich, den Verband anzulegen. 

„Na, das ging ja doch einfacher als gedacht, Monty.“ 

„Haben Sie etwa an mir gezweifelt?“ 

„Na ja, … ich denke nur an vor drei Tagen … “ 

„Sie sind aber nachtragend. Wollen Sie mir das jetzt für den Rest meines Lebens vorwerfen? Sie haben doch gehört, andere wünschten, ihr Pferd wäre so wie ich. So cool.“ Er lässt das Wort auf seiner Zunge schmelzen wie ein Stück Schokolade. „Sie dürfen es ruhig zugeben: Ich bin ein cooles Pferd. Cool, cool, cool.“, singt er vor sich her.

Und da muss ich dann selbst grinsen. „Ja, Mr. Cool, dann können wir ja demnächst den Tierarzt zum Impfen holen, nicht wahr?“ 

Monty tut, als hätte er das nicht gehört. 

–> Fortsetzung Kapitel 36

 

Monty Wege zum Pferd

 

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Tania Konnerth

Wer erzählt Montys Geschichten?

Die Geschichten von Monty schreibt Tania Konnerth. Sie hat seit über 40 Jahren mit Pferden zu tun und hat – unter uns gesagt – inzwischen immer öfter das Gefühl, dass Pferde tatsächlich sprechen können.

Tania arbeitet als Schriftstellerin und Autorin in Bleckede. Mehr von ihr gibt es unter www.tania-konnerth.de.

9. November 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Geschichten von einem sprechenden Pferd, Sonstiges Kommentare deaktiviert für Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 35: Der Verbandwechsel

Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 34: Nur ein Verband

Aus „Ich bin’s, Ihr Pferd“ von Tania Konnerth
– zum ersten Kapitel geht es hier.

Es ist immer wieder spannend, wie sehr man sich doch in seinem eigenen Pferd täuschen kann, spannend und manchmal erschreckend. Ich hätte schwören können, dass mein höflicher, gut erzogener und alles in allem ziemlich cooler Monty beim Tierarzt keine Probleme machen würde.

Weit gefehlt.

Sehr weit gefehlt.

So weit gefehlt, dass ich jetzt darauf warten darf, dass die Narkose nachlässt, denn Monty musste sediert werden. Wofür? Für eine Kolik-Operation? Für eine Zahnbehandlung? Nein, nur für einen dämlichen Verband am Huf. Ich kann es immer noch nicht fassen.

„Was ist nur in dich gefahren?“, frage ich mein schlafendes Pferd. „Nie hätte ich für möglich gehalten, dass du dich so aufführen kannst.“

Als Antwort schnarcht er leise.

Ich könnte heulen. Heute hat sich mehr als deutlich gezeigt, dass Monty mir nicht vertraut. Es geht um viel mehr als um das doofe „Sie“ oder um Freundschaft, es geht darum, dass ich meinem Pferd genug Sicherheit geben möchte, damit er mir glaubt, wenn ich ihm versichere, dass nichts Schlimmes passieren wird. Und das kann ich nicht. 

Ich hatte ihm doch genau erklärt, warum ich den Tierarzt rufen musste und was der machen würde, aber es hatte nichts genützt. Von dem Moment an, als der Tierarzt auftauchte, war es, als würde mein Pferd kein einziges Wort mehr verstehen, mehr noch, als wäre ich überhaupt nicht sein Mensch. Dass ich dabei war, half ihm gar nicht, letztlich war ich genauso Feind wie der Tierarzt. Und das tut richtig weh.

Ja, zugegeben, ich steigere mich da gerade ein bisschen hinein. Aber wenn man sein sonst so braves Pferd erlebt, wie es nach dem Tierarzt schlägt und das Halfter sprengt, weil es sich losreißen will, dann darf man schon schockiert sein. Aber es hatte doch sein müssen! Der Ballentritt war wirklich tief gewesen und die Wunde hatte sich tatsächlich schon leicht entzündet.

Warum konnte ich Monty so gar nicht mehr erreichen? Und warum, verdammt noch mal, nutzt es einem oft gar nichts, dass man mit seinem Pferd sprechen kann?

„Wollen wir es mit einer Nasenbremse probieren oder gleich sedieren?“, fragte mich der Arzt. 

„Sedieren.“, seufzte ich. Wenigstens die Nasenbremsenfolter wollte ich ihm ersparen.

Allein die Spritze zu setzen war dann schon Herausforderung genug. Da ich Monty noch nicht so lange habe, musste ich ihn bisher auch noch nicht impfen lassen, wusste also nicht, wie er überhaupt beim Tierarzt ist. Ich hätte nie gedacht, dass es so schlimm werden würde. Mit Leckerlis ließ er sich keinen Moment lang ablenken. Ich dachte schon, er beißt mir in die Hand. Wir hielten ihn dann zu dritt fest und ich redete mit Engelszungen auf ihn ein, sodass es dem Tierarzt gelang, die Spritze zu geben.

Dann ging alles ganz schnell. Montys Hals sank tiefer, die Augenlider wurden schwer und die Gegenwehr ließ nach. Er stand nur noch leicht schwankend da. Der Tierarzt konnte die Wunde in Ruhe säubern, entfernte gleich noch etwas loses Fleisch und legte einen Hufverband an. Ich ließ ihn bei der Gelegenheit noch ins Maul schauen und er fand einen Haken hinten rechts, denn er abschliff. Wenigstens dafür war die Sedierung gut, so muss ich über den Zahnarzt erstmal nicht nachdenken. Aber trotzdem, ich fühle mich mies. Saumäßig mies. Mein Pferd vertraut mir nicht.

„Wie kann ich nur dein Vertrauen gewinnen?“, frage ich mein schlafendes Pferd und erhalte natürlich keine Antwort.

Als er eine Stunde später wieder halbwegs wach ist, schaut er sich seinen Huf mit dem Verband an. Vorsichtig testet er, ob er damit laufen kann, und sieht dabei aus wie ein Storch im Salat. Unwillkürlich muss ich grinsen.

„Na, wird’s denn gehen, Monty?“

„Muss ja.“, sagt er.

„Du hast ja eine ganz schöne Show gemacht, vorhin.“ Ich kann mir einen Kommentar nicht verkneifen.

„Ich weiß gar nicht, was Sie meinen.“, erwidert er und betrachtet weiter seinen eingepackten Huf.

„Schon klar, Monty. Aber du weißt, dass wir das jetzt üben werden, das mit den Verbänden und den Spritzen und dem Tierarzt und so?“

Monty zieht es vor, einige Schritte von mir wegzugehen und in den Sand zu pinkeln.

„Ich weiß, dass du gehört hast, was ich gesagt habe, und glaub mir, ich meine das ernst.“

Mein Pferd gibt mal wieder eines seiner verächtlichen „Pfffts“ von sich, aber das wird ihm nicht helfen.

„Na komm, ich bring dich zurück, für heute war das mehr als genug.“ Und wir gehen schweigend zusammen zur Weide.

 

–> Fortsetzung Kapitel 35

 

Monty – Wege zum Pferd

 

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Tania Konnerth

Wer erzählt Montys Geschichten?

Die Geschichten von Monty schreibt Tania Konnerth. Sie hat seit über 40 Jahren mit Pferden zu tun und hat – unter uns gesagt – inzwischen immer öfter das Gefühl, dass Pferde tatsächlich sprechen können.

Tania arbeitet als Schriftstellerin und Autorin in Bleckede. Mehr von ihr gibt es unter www.tania-konnerth.de.

12. Oktober 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Geschichten von einem sprechenden Pferd, Sonstiges Kommentare deaktiviert für Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 34: Nur ein Verband

Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 33: Wir brauchen einen Tierarzt

Aus „Ich bin’s, Ihr Pferd“ von Tania Konnerth
– zum ersten Kapitel geht es hier.

Als Monty mir heute entgegenkommt, sehe ich sofort, dass er leicht lahmt. Vorne rechts tritt er nicht richtig auf.

„Hey, Monty, was ist los? Was hast du mit deinem Bein gemacht?“

„Ach, das ist nichts.“

„Du lahmst aber.“

„Gar nicht.“

„Doch, ich hab’s ja gesehen. Lass mich mal schauen.“

Er weicht mir aus und tritt zur Seite, damit ich sein Bein nicht anschauen kann.

„Da ist nichts.“, ruft er mit einer höheren Stimme als sonst.

„Bleib mal ganz cool, Monty, ich will dein Bein ja nicht abhacken. Aber ich muss mir das mal anschauen. Ich fass nichts an, nur angucken, ja?“

Er ziert sich noch ein bisschen, lässt mich dann aber schauen.

„Hui, du hast einen Ballentritt, das blutet sogar. Da bist du dir aber ordentlich reingelatscht.“

„Gar nicht.“, sagt Monty.

„Na, lass uns erstmal runtergehen, dann versorge ich das. Wird schon wieder.“ Wirklich beruhigt wirkt Monty nicht und er humpelt neben mir zum Stall. Am Putzplatz binde ich mein Pferd an und bitte ihn, mir den Huf zu geben.

„Ich würde es bevorzugen, Ihnen meinen Huf jetzt nicht zu geben.“, sagt Monty widerstrebend.

„Tja, da kann ich aber leider keine Rücksicht drauf nehmen, ich möchte deinen Huf. Ich muss die Wunde versorgen. Wenn sich das entzündet, muss der Tierarzt kommen.“

Nach einigem Hin und Her gibt er mir den Huf. Leider sieht der Ballentritt nicht gut aus. Die Wunde ist ganz schön tief und ich traue mir nicht zu, das selbst zu versorgen.

„Tja, Monty, ich fürchte, da müssen wir den Tierarzt rufen.“

„Aber ich habe Ihnen meinen Huf doch gegeben! Das ist nicht fair. Sie haben mich betrogen.“

„Nun mach mal nicht so viel Wind, Monty. Die Wunde ist zu tief. Wenn das oberflächlich wäre, würde ich es ja einfach verbinden, aber so ist mir das zu heikel. Sorry, Monty, ich ruf da gleich mal an.“

Ich gehe raus auf den Vorplatz, wo ich Handy-Empfang habe, und komme nach zwei Minuten wieder zurück.

„Wir haben Glück, Monty, denn der Tierarzt ist in der Nähe und kommt gleich vorbei.“, sage ich zu meinem Pferd.

„Glück? Sie scherzen!“, ruft er und reißt die Augen auf.

„Du wirst sehen, das ist keine große Sache. Er wird das desinfizieren und vernünftig verbinden, dann ist das in einigen Tagen alles abgeheilt.“

„Das heilt auch so.“

„Vielleicht würde es auch so heilen, kann sein, vielleicht aber würde es einen Einschuss geben und so eine Entzündung dauert viel länger. Lieber einmal zu viel den Tierarzt gerufen, als einmal zu wenig.“

„Da stimme ich Ihnen nicht zu.“ 

„Hilft aber nichts.“

„Werden wir ja sehen.“, sagt mein Pferd und es ist gut, dass ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß, was genau er damit meint …

 

–> Weiter mit Kapitel 34

 

 

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Tania Konnerth

Wer erzählt Montys Geschichten?

Die Geschichten von Monty schreibt Tania Konnerth. Sie hat seit über 40 Jahren mit Pferden zu tun und hat – unter uns gesagt – inzwischen immer öfter das Gefühl, dass Pferde tatsächlich sprechen können.

Tania arbeitet als Schriftstellerin und Autorin in Bleckede. Mehr von ihr gibt es unter www.tania-konnerth.de.

14. September 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Geschichten von einem sprechenden Pferd, Sonstiges Kommentare deaktiviert für Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 33: Wir brauchen einen Tierarzt

Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 32: Eine Zumutung namens Waage

Aus „Ich bin’s, Ihr Pferd“ von Tania Konnerth
– zum ersten Kapitel geht es hier.

Das Thema „Gewicht“ ist mir noch weiter durch den Kopf gegangen. Irgendwie ist es ja schon gemein, dass wir Menschen so einfach für unsere Pferde entscheiden können, was, wann und wie viel sie zu fressen bekommen, und die Menge eben auch empfindlich einschränken, auch wenn wir das aus guten Gründen tun. Es ist schon eine große Verantwortung, die man so als Pferdebesitzer hat, und es gibt viel zu bedenken. Oft bin ich selbst unsicher und halte mich für zu streng, aber dann habe ich auch wieder Sorgen, dass er mir doch krank wird, wenn ich zu großzügig füttere. Vielleicht, so denke ich, wird es für mich leichter zu entscheiden und für ihn etwas leichter einzusehen, wenn wir eine neutrale Einschätzung über sein Gewicht bekommen.

Deshalb sage ich am nächsten Tag zu ihm: „Du, Monty, ich habe mir etwas überlegt.“

Er schaut mich mit seinem typischen Und-was-kommt-jetzt-wieder-Blick an, sagt aber höflich: „Ich höre.“

„Wir hatten doch gestern über dein Gewicht gesprochen.“

„Pffffft.“, macht mein Pferd und dreht den Kopf weg. „SIE hatten darüber gesprochen, mir würde nicht im Traum einfallen, das Thema einfach so zu wählen. Ich spreche ja auch nicht IHR Gewicht an.“

Die kleine Spitze ignoriere ich.

„Ja, stimmt, ich hatte darüber gesprochen, weil DU es bist, der gerne mehr zu fressen hätte. Und da du meine Einschätzung anzweifelst, habe ich gedacht, dass wir dich doch einfach mal wiegen können, dann werden wir sehen, wer recht hat.“

Sein Kopf schießt zu mir, die Augen sind weit aufgerissen und für einen Moment verschwindet seine Reserviertheit und wird ersetzt durch Empörung.

„Wie meinen Sie das? Wiegen? Mich?“

„Keine Sorge, das ist alles ganz easy. Es gibt mobile Pferdewaagen …“

„Das ist nicht Ihr Ernst.“

„… die kommen dann in den Stall und man kann sein Pferd wiegen lassen. Ist doch eine prima Sache, dann brauchen wir nicht weiter über die Futtermenge zu streiten.“

„Das ist wirklich erniedrigend. Da macht man einmal einen kleinen Vorschlag und dann kommt so etwas. Ich werde nie wieder einen Wunsch äußern, das können Sie glauben.“, schimpft mein Pferd.

„Aber wieso erniedrigend? Es geht doch um deine Gesundheit, Monty. Ich stelle mich auch auf eine Waage. Mir ist sehr bewusst, dass auch ich auf mein Gewicht achten muss!“

Der Blick, mit dem er mich von oben nach unten mustert, spricht Bände. Mein sonst so höfliches Pferd kann schon auch echt gemein sein und trifft mich natürlich wieder einmal mitten in dem wunden Punkt meiner Schuldgefühle.

„Ja, auch mein Gewicht ist ein Thema, ich weiß. Ich verspreche, ich werde weiter an mir arbeiten, denn schließlich musst du mich tragen. Aber tatsächlich geht es jetzt gerade nicht um mich, sondern um dich. Die Pferdewaage ist bestellt und dann sehen wir weiter.“

Mein Pferd schweigt.

„Du wirst sehen, das geht alles ganz leicht und schnell. Du bist auch nicht der Einzige, fünf andere hier im Stall werden auch gewogen.“

„Fünf andere Pferde? Die werden mit dabei sein?“ Wieder sind seine Augen weit aufgerissen. 

„Ja, ab fünf Pferden ist es billiger.“

„Sie haben keine Ahnung, was Sie mir damit antun.“, zischt Monty.

Diesmal ist es an mir zu schweigen.

„Das ist mehr als erniedrigend.“

„Du wirst es überleben.“, sage ich und hoffe, dass er den Humor aufgreift. Aber Humor ist nicht gerade eine Stärke meines Pferdes, wenn er beleidigt ist.

Und für diesen Tag spricht mein Pferd kein einziges Wort mehr mit mir.

Monty hat den Wiegetermin einige Tage später übrigens tatsächlich überlebt. Er hat zwar vorher kein Wort mehr mit mir gesprochen, ist aber, um allen zu beweisen, wie souverän er ist, als Erster vollkommen entspannt auf die Waage gegangen und bekam dafür prompt Leckerlis von der Waage-Frau („Sehr nett, die Frau.“, flüsterte er mir zu. Immerhin sprach er von da an wieder mit mir). 

Dann bescheinigte sie ihm „ganz gut beieinander zu sein“ und sagte, dass er nicht mehr auf den Rippen haben sollte („Manche, die zuerst nett wirken, erweisen sich erst später als fies.“, war sein Kommentar). 

Ich lag also nicht falsch mit meiner Einschätzung und damit ist das Thema erstmal vom Tisch.

 

–> Weiter mit Kapitel 33

 

 

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Tania Konnerth

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17. August 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Geschichten von einem sprechenden Pferd, Sonstiges Kommentare deaktiviert für Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 32: Eine Zumutung namens Waage

Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 31: Mehr ist wirklich nicht drin

Aus „Ich bin’s, Ihr Pferd“ von Tania Konnerth
– zum ersten Kapitel geht es hier.

Wir sind am Futterplatz und ich befülle gerade Montys Schüssel mit aufgeweichten Heucobs und einer Handvoll Hafer.

„Ähm …“, sagt mein Pferd.

„Ja, Monty?“

„Sie sagen ja immer, dass ich sagen soll, was ich so denke.“

„Klar, Monty, raus damit!“

„Also, ich würde gerne einmal die Futtersituation besprechen.“

„Okay.“

„Vielleicht könnte es etwas, wie soll ich sagen, etwas mehr und etwas leckerer sein?“

„Oh, bisher hatte ich nicht den Eindruck, dass du dein Futter nicht magst. Es ist jedenfalls immer sehr schnell weg.“, sage ich mit einem Augenzwinkern.

Monty ignoriert die kleine Spitze.

„Na ja, sehr groß sind die Portionen ja nicht gerade. Und, wissen Sie, ein bisschen mehr Hafer wäre schön. Bananen mag ich auch gern und Sie haben da öfter diese kleinen Kekse, die so laut krachen, wenn man sie kaut, von denen könnten gerne auch welche drin sein … und …“

„Moooment, Moment, Monty. Das glaub ich dir sofort, dass du von all dem gerne mehr hättest, aber ich fürchte, das geht nicht. Über ein bisschen mehr Hafer können wir reden, aber nur, wenn du davon nicht zu wild wirst.“ Ich zwinkere ihm noch einmal zu. „Aber sehr viel mehr ist leider nicht drin. Ich will doch nicht, dass du krank wirst.“

„Krank?“, fragt er mich.

„Tja, Monty, du bist nicht gerade der Schlankste.“

„Pffft.“, macht mein Pferd und zieht den Bauch ein. „Ich und dick?“

„Ich habe nicht gesagt, dass du dick bist, aber ich möchte verhindern, dass du es wirst.“ Ich fahre mit meinen Fingern über seine Rippen, die sich beim besten Willen nicht ertasten lassen.

Er weicht zur Seite. „Bitte lassen Sie das, das ist unangenehm.“

„Tut mir leid, aber eigentlich soll man die Rippen bei einem Pferd gut ertasten können. Deine finde ich nicht mal, wenn ich bohre.“

„Sie sind ganz schön gemein heute.“

„Tut mir leid, Monty, aber das mit dem Futter ist eben schwierig. Ich würde es dir ja gönnen, aber es gehört zu meinem Job, dafür zu sorgen, dass du gesund bleibst.“

„Wissen Sie was, vergessen Sie es. Ich habe ja nur mal gefragt. Da sagen Sie immer, ich soll was sagen, doch wenn ich es tue, bringt das nichts außer Fiesheiten.“ Er dreht den Kopf weg von mir. 

„Ach, Monty, jetzt sei nicht beleidigt. Schau, ich mach ein bisschen mehr Hafer rein, ja?“, und greife eine zweite Handvoll.

Er schaut zu mir, hebt eine Augenbraue und ich komme mir furchtbar kleinlich und geizig vor.

„Monty, das ist nicht fair. Zu viel ist nicht gut für dich.“

Die Augenbraue bleibt oben. Wie lange kann ein Pferd eigentlich eine Augenbraue anheben? Ich fasse nochmal in den Hafersack und streue noch einige Körner mehr über die Heucobs. Die Augenbraue bleibt unverändert oben.

„Sorry, aber da bleibe ich jetzt eisern. Mehr gibt es nicht. Voilá, es ist angerichtet.“, sage ich und stelle ihm die Futterschüssel hin.

Er schaut mich noch für einen Moment länger an, den Kopf hoch, die Augenbraue noch höher, und ich frage mich, ob er jetzt das Futter verweigert. Aber dann höre ich nur ein kurzes „Pffft“ und seine Nase verschwindet in der Schüssel.

„Du magst doch Möhren, oder?“, fragte ich, während er frisst. „Davon kann ich ja ein paar mehr mitbringen. Was hältst du davon?“

„Ja, das wäre nett.“, sagt er mit vollem Maul und die Stimmung ist gleich wieder besser.

 

–> Weiter mit Kapitel 32

 

Monty – Wege zum Pferd

 

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Tania Konnerth

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Die Geschichten von Monty schreibt Tania Konnerth. Sie hat seit über 40 Jahren mit Pferden zu tun und hat – unter uns gesagt – inzwischen immer öfter das Gefühl, dass Pferde tatsächlich sprechen können.

Tania arbeitet als Schriftstellerin und Autorin in Bleckede. Mehr von ihr gibt es unter www.tania-konnerth.de.

29. Juni 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Geschichten von einem sprechenden Pferd, Sonstiges Kommentare deaktiviert für Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 31: Mehr ist wirklich nicht drin

Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 30: Wir könnten die Welt verändern!

Aus „Ich bin’s, Ihr Pferd“ von Tania Konnerth
– zum ersten Kapitel geht es hier.

Ganz ehrlich, manchmal würde ich lieber keine Reiterin sein.

Ich habe gestern Bilder von einem internationalen Turnier gesehen, so ein richtig Großes und Bekanntes, und wünschte, das hätte ich mir erspart. Da thronen die Sieger strahlend auf Tieren, die ihre Erschöpfung, ihre Schmerzen, ihre Verwirrung und ihre Angst nicht deutlicher zeigen könnten, und ich frage mich wirklich, wie diese Leute stolz auf das sein können, was sie da tun und auch noch Preise und Medaillen dafür bekommen.

Eine Freundin bei Facebook hatte einen Bericht geteilt und da waren sie, die Bilder, die ich normalerweise meide, weil ich den Profisport kritisch sehe, Turniere eh nicht mag und davon überzeugt bin, dass das alles mit mir nichts zu tun hat.

Hat es aber doch.

Ob ich will oder nicht, ich bin als Reiterin Teil des Systems. Vor einer Weile hatte ich mein Pferd gefragt, warum nicht alle Pferde sprechen, weil die Welt dann doch auf jeden Fall eine bessere werden würde. Als ich die Bilder sah, liefen mir die Tränen, weil mir sehr klar wurde, wie Recht Monty mit seinen Zweifeln daran hat.

Was würde wohl passieren, wenn sich Pferde tatsächlich beschweren würden, wenn sie protestieren und anklagen würden? Würden wir Menschen ihre Mäuler dann nicht noch fester verschnüren oder sie für wahre Worte genauso verprügeln wie für Verweigerungen?

Manchmal frage ich mich wirklich, warum wir Pferden, die wir doch lieben, so viel Schlimmes antun? Warum werden sie zu Sklaven gemacht, misshandelt und ausgenutzt? Wie können so viele vor sich selbst rechtfertigen, was sie da tun? 

Aber wer bin ich, dass ich über die Profis urteilen will? Viele werfen uns Laien Neid und Missgunst vor. Wir würden den Erfolgreichen nur nicht gönnen, dass sie besser sind als wir. Laien, wie ich, die nicht mal einen starken Trab aussitzen können und bei jedem Sprung über einen halben Meter kneifen, dürfen wir denn überhaupt mitreden, wenn es um den großen Sport geht?

Falsche Frage! Die richtige lautet: Darf ich denn überhaupt NICHT mitreden? Darf ich mich ausruhen darauf, dass ich ja selbst keine Turniere reite? Darf ich die anderen machen lassen, weil es immer schon so gemacht wurde und weil sie alle viel besser reiten als ich? Nein, darf ich nicht. Ich müsste laut brüllend über Turnierplätze rennen, anklagend und aufrüttelnd. Ich müsste Initiativen gründen, die Presse mobilisieren, für Strafen und Verbote sorgen. Ich müsste mich engagieren.

Müsste ich – aber mache es nicht. Ich kann reden. Ich habe eine Stimme. Und … tue nichts.

„Was ist denn mit Ihnen los?“, fragt mich Monty, als ich etwas später bei ihm bin. Offenbar sieht er mir an, dass es mir gerade gar nicht gut geht.

„Ach, ich fühle mich mies.“

Monty schaut mich fragend an.

„Wegen euch.“

„Wegen uns?“

„Ja, wegen euch Pferden. Weil alles so maßlos falsch läuft, weil wir Menschen so viel Mist mit euch machen und es auch noch gut finden.“, bricht es aus mir heraus.

„Na, na.“, sagt Monty.

„Weißt du, ich habe diese schrecklichen Bilder von den Siegerehrungen auf einem großen Turnier gesehen, und die Pferde taten mir so leid, weil es falsch ist, was mit ihnen gemacht wird, nur um Preise zu gewinnen und Geld zu verdienen.  Manchmal schäme ich mich echt, ein Mensch zu sein.“

„Aber Sie machen das doch gar nicht.“

„Aber ich unternehme auch nichts dagegen.“

„Was wollen Sie denn dagegen unternehmen?“

„Ich weiß auch nicht, Leute mobilisieren, böse Briefe schreiben, Demos organisieren, was weiß ich, irgendwas halt.“

„Und das würde etwas ändern?“

„Hey, auf wessen Seite stehst du denn? Du als Pferd müsstest selbst auf die Barrikaden gehen!“

„Ich? Was hab ich denn damit zu tun? Ich mache nichts Schlimmes mit Pferden und mir geht es gut.“

„Na, das ist ja eine tolle Einstellung. Du bist doch ein Pferd und du kannst sprechen. Ja, das ist es – wir gehen in die Medien! Du wirst zum Fürsprecher aller Pferde, Monty, das könnte wirklich etwas bewegen.“ Ich bin echt begeistert von dieser Idee.

Mein Pferd schaut mich nur an.

„Wir könnten eine Webseite basteln, ein Buch schreiben, Artikel in Magazinen veröffentlichen und natürlich Interviews geben, am besten direkt auf den Veranstaltungen. Stell dir doch mal vor, wenn endlich ein Pferd der Menschheit sagen würde, was alles falsch läuft!“ Ich sehe es genau vor mir, wie Monty und ich die Welt verändern.

„Ein Pferd, das bestens versorgt ist und einen sehr leichten Job hat.“, gibt Monty zu bedenken.

„Na, du müsstest dich natürlich in die Pferde einfühlen, denen es schlecht geht und die geschunden werden und über die sprechen! Ist doch klar!“

„Warum sollte ich das tun? Nein danke, ich will nicht herumfahren, ich will vor niemanden sprechen. Ich bin zufrieden mit meinem Leben, so wie es ist.“

„Mensch, Monty, denk’ doch nicht nur an dich! Du könntest etwas für die gesamte Pferdewelt erreichen.“ Ich habe gerade meine Mission gefunden.

Mein Pferd zieht beide Augenbrauen hoch. „Tut mir leid, aber das ist wirklich nicht meine Aufgabe als Pferd.“ Und damit ist die Sache für ihn vom Tisch.

Mein schöner Enthusiasmus, der mich gerade so hoch hat fliegen lassen, verpufft und ich lande unsanft auf dem Boden der Tatsachen. Mein schlechtes Gewissen liegt mir wie ein  großer Stein im Magen. „Ich hatte uns beide Seite an Seite für eine bessere Welt kämpfen sehen, aber es stimmt schon, dass ist nicht deine Aufgabe. Wir Menschen sind es, die den Mist bauen, da können wir nicht auch noch von euch erwarten, dass ihr aktiv werdet …“ 

„Ähm, wäre es dann jetzt möglich, etwas zu essen zu bekommen?“, fragt mein Pferd.

„Ja, klar.“, sage ich und kann so wenigstens dafür sorgen, dass einer von uns ein gutes Gefühl im Bauch hat.

 

–> Fortsetzung  Kapitel 31

 

 

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Tania Konnerth

Wer erzählt Montys Geschichten?

Die Geschichten von Monty schreibt Tania Konnerth. Sie hat seit über 40 Jahren mit Pferden zu tun und hat – unter uns gesagt – inzwischen immer öfter das Gefühl, dass Pferde tatsächlich sprechen können.

Tania arbeitet als Schriftstellerin und Autorin in Bleckede. Mehr von ihr gibt es unter www.tania-konnerth.de.

8. Juni 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Geschichten von einem sprechenden Pferd, Sonstiges Kommentare deaktiviert für Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 30: Wir könnten die Welt verändern!

Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 29: Nun guck doch mal nett

Aus „Ich bin’s, Ihr Pferd“ von Tania Konnerth
– zum ersten Kapitel geht es hier.

 

Als ich Monty heute auf den Reitplatz führe, schaut er skeptisch auf das Stativ, das ich dort vorher aufgebaut habe.

„Na, was guckst du so?“, frage ich.

„Da steht was.“, sagt er.

„Das ist ein Stativ. Da kommt jetzt meine Kamera drauf und wir werden Fotos erst von dir und dann auch von uns zusammen machen, Monty.“

„Wie Sie wünschen.“, sagt mein Pferd und klingt nicht allzu begeistert.

„Das wird prima.“, ermuntere ich ihn und glaube zu diesem Zeitpunkt auch noch daran.

Etwas später bin ich dann allerdings ziemlich genervt.

„Mensch, Monty, mach doch bitte, bitte einmal die Ohren nach vorn, nur einmal gaaaanz kuuuurrrrrz.“ Ich gurre wie eine Taube, schnalze und gebe Töne von mir, als wäre ich eine Klingel oder Donald Duck. Nichts davon bewegt mein Pferd, seine Ohren zu mir zu richten.

„Du kleiner Scheißer.“, zische ich wütend.

„Entschuldigung, was haben Sie gerade gesagt? Ich habe Sie nicht verstanden?“, fragt Monty scheinheilig nach und spitzt die Ohren, denn natürlich bin jetzt gerade nicht bereit, ein Foto zu machen.

„Ich will doch gar nicht viel, Monty.“, maule ich. „Einfach nur ein paar nette Fotos. Du musst nichts weiter tun, als ein bisschen freundlich zu gucken, ist das echt zu viel verlangt?“

Ich weiß, dass ich mich gerade kindisch verhalte, aber irgendwie finde ich das einfach nur unfair von meinem Pferd. Gestern hatte ich mühsam die Objektive geputzt, gewissenhaft den Akku aufgeladen, das Stativ und den Selbstauslöser herausgekramt, um dann heute hochmotiviert zum Stall zu fahren. Ich habe Monty ausgiebig geputzt, ihm den Schweif gewaschen, die Mähne gebürstet und ihm das schöne Flechthalfter angezogen, dass ich mal für viel Geld auf einer Messe erworben und noch nie benutzt habe, weil es mir zu schade für den Alltag ist. Nun steht er also da, mein wunderschönes Pferd, und weigert sich strikt, seine Ohren nach vorne zu machen. Und so sieht er richtig schlecht gelaunt aus.

„Monty“, seufze ich, „kannst du mir verraten, warum du mir nicht diesen kleinen Gefallen tun magst? Ist das wirklich so viel verlangt, dass du für ein Foto einmal die Ohren nach vorne nimmst?“

„Ich weiß gar nicht, was Sie meinen.“

„Ich geb’s auf.“, fluche ich. „Dann probieren wir es halt mit mir drauf.“

Monty schaut mich interessiert, oder vielleicht eher belustigt, an. Ich glaube, er amüsiert sich köstlich mit mir. Ich befestige meine Kamera auf dem Stativ und krame den Fernauslöser aus meiner Tasche. Dann hole ich eine Bluse aus der Tasche und tausche sie gegen das Schmuddelshirt, das ich gerade trage. Zum Schluss wurschtele ich noch ein bisschen durch meine Haare. Monty pfeift anerkennend. Ich wusste nicht, dass Pferde sogar pfeifen können.

„Ja, mach dich nur lustig über mich. Manchmal kannst du schon echt fies sein.“

„Wie können Sie denn so etwas sagen?“, fragt er und zieht die Augenbrauen hoch.

„Ach, komm her jetzt, jetzt machen wir wenigstens noch ein paar Bilder von uns zusammen – und es ist mir übrigens egal, wie du guckst, Hauptsache ich seh’ gut aus. So, das hast du nun davon.“

Ich stelle mich neben Monty und lächele in allen möglichen Varianten, mal ganz zart, dann ganz breit, mal mit meinem Kopf an seinem Maul, mal zu ihm aufschauend, mal direkt in die Kamera. Monty schaut dabei die ganze Zeit starr in die Kamera und bewegt sich bei all dem keinen einzigen Millimeter. Dabei hat er ein Ohr nach vorne, eines nach hinten.

„Das ist wirklich toll, dass du so begeistert mitmachst, die Fotos werden der Hit!“ Mein Sarkasmus geht komplett an meinem Pferd vorbei, denn er antwortet: „Danke, das freut mich zu hören.“ Aber vielleicht pariert er damit auch nur wieder auf seine Art?

Okay, nun kommt mein letzter Trumpf: Ich greife nochmal in meine Tasche und ziehe eine knisternde Tüte hervor. Hui, da kann er aber plötzlich aufmerksam schauen, der Monty! Ich drücke fleißig auf den Fernauslöser. Mein Pferd ist so interessiert an den Keksen, die ich aus der Tüte zaubere, dass er nicht mal mitbekommt, dass ich derweilen weiter Fotos mache.

Am Abend bei der Sichtung stelle ich dann fast, dass ich in der Summe nun eine tolle Mischung von Bildern habe, die genau meinen Monty ausmachen: Solche, auf denen er verstockt, reserviert und wie ein über den Dingen stehender Spielverderber aussieht und die er sicher mit einem „Gut getroffen!“ kommentieren würde. Welche, in denen er auf Skeptiker macht, während ich ihn anhimmele, auch die würden ihm wohl gefallen. Und dann die, auf denen er mit gespitzter Schlabberschnauze nach Keksen bettelt, sie genüsslich mampft und sehr anhänglich ist und die ihm sicher peinlich wären.

Nur eines habe ich nicht: kein einziges normales Pferdebild, … aber wer will schon auch so etwas, nicht wahr?

 

–> Fortsetzung: Kapitel 30

 

 

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Tania Konnerth

Wer erzählt Montys Geschichten?

Die Geschichten von Monty schreibt Tania Konnerth. Sie hat seit über 40 Jahren mit Pferden zu tun und hat – unter uns gesagt – inzwischen immer öfter das Gefühl, dass Pferde tatsächlich sprechen können.

Tania arbeitet als Schriftstellerin und Autorin in Bleckede. Mehr von ihr gibt es unter www.tania-konnerth.de.

18. Mai 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Geschichten von einem sprechenden Pferd, Sonstiges Kommentare deaktiviert für Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 29: Nun guck doch mal nett

Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 28: Ein ganz normaler „Alles anders“-Tag

Aus „Ich bin’s, Ihr Pferd“ von Tania Konnerth
– zum ersten Kapitel geht es hier.

 

Monty ist ja ein ziemlich großes Pferd, schon allein deshalb steige ich immer nur von einer Aufstieghilfe aus auf. Immer. Das war auch schon in der Reitschule so. Monty kennt es also von mir nicht anders. Er lässt sich prima daneben parken und steht brav, bis ich in aller Ruhe aufgestiegen bin. Aber heute ist alles anders.

Ich habe Monty wie gewohnt zur Aufstieghilfe geführt, die Zügel liegen auf seinem Hals und ich bin gerade dabei, den Kinnriemen meiner Kappe zu schließen, als Monty vorwärts geht.

„Hey, Monty, wo willst du denn hin?“, frage ich.

Er reagiert nicht.

„Monty, hast du vielleicht was vergessen? Mich zum Beispiel?“, lache ich.

Nun bleibt er stehen, dreht sich um und sagt: „Oh, ja, Entschuldigung.“

Ich gehe zu ihm und zusammen gehen wir wieder zur Aufstieghilfe. Ich will ihn wie gewohnt einparken, aber er will nicht herantreten, geht einen Schritt rückwärts und drängelt dann nach vorn.

„Was ist das Problem, Monty?“

„Es gibt kein Problem.“

„Naja, irgendwie schon, denn ich würde gerne aufsteigen und dafür solltest du dich bitte neben die Aufstieghilfe stellen, so wie immer.“

„Selbstverständlich.“, sagt mein Pferd, tut es aber nicht. Er weicht weiter aus und bleibt dann in einem viel zu großen Abstand von der Aufstieghilfe stehen.

„Monty, schau mal, das ist doch viel zu weit weg, wie soll ich so denn in den Sattel kommen?“

„Entschuldigung.“, sagt mein Pferd, bleibt aber stehen.

„Sag mal, was ist eigentlich los? Das war doch bisher nie ein Problem mit der Aufstieghilfe, wieso kannst du jetzt nicht da rangehen? Hey, du, ich rede mit dir.“ Monty scheint gar nicht richtig da zu sein.

„Willst du heute nicht geritten werden? Das wäre vollkommen in Ordnung für mich, sag es nur.“

„Nein, doch, machen wir.“

„Dafür muss ich aber aufsteigen, was offenbar heute nicht geht. Macht dir etwas Angst? Sag mir doch einfach, was es ist, Monty, dann kann ich vielleicht helfen.“

„Es ist nichts, alles in Ordnung.“, erwidert mein Pferd und lässt sich keinen Zentimeter an die Aufstieghilfe stellen.

So langsam kenne ich das ja schon. Früher haben mich solche Momente echt wahnsinnig gemacht, weil ich einfach nicht begreifen konnte, was plötzlich los war und irgendwie dachte, mein Pferd will mich nur ärgern. Aber ich lerne immer besser, einfach zu akzeptieren, dass es so ist. Manchmal scheint für mein Pferd einfach alles anders zu sein und da hilft auch alles Reden nichts und Schimpfen erst recht nicht. Ich nenne solche Tage inzwischen „Alles-anders“-Tage und lebe immer besser mit ihnen. Sie gehören einfach zu Monty dazu. Und heute scheint also genau so ein Alles-anders-Tag zu sein.

Aber dann habe ich eine Idee.

„Hey Monty, wir probieren mal was anderes.“, sage ich und führe ihn erstmal eine Runde in der Halle herum und komme mit ihm dann von der anderen Seite an die Aufstieghilfe, so dass ich also nicht links, sondern rechts aufsteige. Und siehe da, das klappt. Monty schaut zwar etwas verwundert, bleibt aber anstandslos stehen.

Ich kommentiere das nicht, sondern steige auf und lobe ihn und ich verkneife es mir auch, später nochmal nachzufragen. Beim nächsten Mal ist dann wieder alles beim Alten, als wäre nie etwas gewesen.

 

–> Fortsetzung: Kapitel 29

 

Monty - Wege zum Pferd

 

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Tania Konnerth

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27. April 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Geschichten von einem sprechenden Pferd, Sonstiges Kommentare deaktiviert für Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 28: Ein ganz normaler „Alles anders“-Tag

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