Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 33: Wir brauchen einen Tierarzt

Aus „Ich bin’s, Ihr Pferd“ von Tania Konnerth
– zum ersten Kapitel geht es hier.

Als Monty mir heute entgegenkommt, sehe ich sofort, dass er leicht lahmt. Vorne rechts tritt er nicht richtig auf.

„Hey, Monty, was ist los? Was hast du mit deinem Bein gemacht?“

„Ach, das ist nichts.“

„Du lahmst aber.“

„Gar nicht.“

„Doch, ich hab’s ja gesehen. Lass mich mal schauen.“

Er weicht mir aus und tritt zur Seite, damit ich sein Bein nicht anschauen kann.

„Da ist nichts.“, ruft er mit einer höheren Stimme als sonst.

„Bleib mal ganz cool, Monty, ich will dein Bein ja nicht abhacken. Aber ich muss mir das mal anschauen. Ich fass nichts an, nur angucken, ja?“

Er ziert sich noch ein bisschen, lässt mich dann aber schauen.

„Hui, du hast einen Ballentritt, das blutet sogar. Da bist du dir aber ordentlich reingelatscht.“

„Gar nicht.“, sagt Monty.

„Na, lass uns erstmal runtergehen, dann versorge ich das. Wird schon wieder.“ Wirklich beruhigt wirkt Monty nicht und er humpelt neben mir zum Stall. Am Putzplatz binde ich mein Pferd an und bitte ihn, mir den Huf zu geben.

„Ich würde es bevorzugen, Ihnen meinen Huf jetzt nicht zu geben.“, sagt Monty widerstrebend.

„Tja, da kann ich aber leider keine Rücksicht drauf nehmen, ich möchte deinen Huf. Ich muss die Wunde versorgen. Wenn sich das entzündet, muss der Tierarzt kommen.“

Nach einigem Hin und Her gibt er mir den Huf. Leider sieht der Ballentritt nicht gut aus. Die Wunde ist ganz schön tief und ich traue mir nicht zu, das selbst zu versorgen.

„Tja, Monty, ich fürchte, da müssen wir den Tierarzt rufen.“

„Aber ich habe Ihnen meinen Huf doch gegeben! Das ist nicht fair. Sie haben mich betrogen.“

„Nun mach mal nicht so viel Wind, Monty. Die Wunde ist zu tief. Wenn das oberflächlich wäre, würde ich es ja einfach verbinden, aber so ist mir das zu heikel. Sorry, Monty, ich ruf da gleich mal an.“

Ich gehe raus auf den Vorplatz, wo ich Handy-Empfang habe, und komme nach zwei Minuten wieder zurück.

„Wir haben Glück, Monty, denn der Tierarzt ist in der Nähe und kommt gleich vorbei.“, sage ich zu meinem Pferd.

„Glück? Sie scherzen!“, ruft er und reißt die Augen auf.

„Du wirst sehen, das ist keine große Sache. Er wird das desinfizieren und vernünftig verbinden, dann ist das in einigen Tagen alles abgeheilt.“

„Das heilt auch so.“

„Vielleicht würde es auch so heilen, kann sein, vielleicht aber würde es einen Einschuss geben und so eine Entzündung dauert viel länger. Lieber einmal zu viel den Tierarzt gerufen, als einmal zu wenig.“

„Da stimme ich Ihnen nicht zu.“ 

„Hilft aber nichts.“

„Werden wir ja sehen.“, sagt mein Pferd und es ist gut, dass ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß, was genau er damit meint …

 

–> Fortsetzung folgt

 

 

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Tania Konnerth

Wer erzählt Montys Geschichten?

Die Geschichten von Monty schreibt Tania Konnerth. Sie hat seit über 40 Jahren mit Pferden zu tun und hat – unter uns gesagt – inzwischen immer öfter das Gefühl, dass Pferde tatsächlich sprechen können.

Tania arbeitet als Schriftstellerin und Autorin in Bleckede. Mehr von ihr gibt es unter www.tania-konnerth.de.

14. September 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Geschichten von einem sprechenden Pferd, Sonstiges Kommentare deaktiviert für Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 33: Wir brauchen einen Tierarzt

Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 32: Eine Zumutung namens Waage

Aus „Ich bin’s, Ihr Pferd“ von Tania Konnerth
– zum ersten Kapitel geht es hier.

Das Thema „Gewicht“ ist mir noch weiter durch den Kopf gegangen. Irgendwie ist es ja schon gemein, dass wir Menschen so einfach für unsere Pferde entscheiden können, was, wann und wie viel sie zu fressen bekommen, und die Menge eben auch empfindlich einschränken, auch wenn wir das aus guten Gründen tun. Es ist schon eine große Verantwortung, die man so als Pferdebesitzer hat, und es gibt viel zu bedenken. Oft bin ich selbst unsicher und halte mich für zu streng, aber dann habe ich auch wieder Sorgen, dass er mir doch krank wird, wenn ich zu großzügig füttere. Vielleicht, so denke ich, wird es für mich leichter zu entscheiden und für ihn etwas leichter einzusehen, wenn wir eine neutrale Einschätzung über sein Gewicht bekommen.

Deshalb sage ich am nächsten Tag zu ihm: „Du, Monty, ich habe mir etwas überlegt.“

Er schaut mich mit seinem typischen Und-was-kommt-jetzt-wieder-Blick an, sagt aber höflich: „Ich höre.“

„Wir hatten doch gestern über dein Gewicht gesprochen.“

„Pffffft.“, macht mein Pferd und dreht den Kopf weg. „SIE hatten darüber gesprochen, mir würde nicht im Traum einfallen, das Thema einfach so zu wählen. Ich spreche ja auch nicht IHR Gewicht an.“

Die kleine Spitze ignoriere ich.

„Ja, stimmt, ich hatte darüber gesprochen, weil DU es bist, der gerne mehr zu fressen hätte. Und da du meine Einschätzung anzweifelst, habe ich gedacht, dass wir dich doch einfach mal wiegen können, dann werden wir sehen, wer recht hat.“

Sein Kopf schießt zu mir, die Augen sind weit aufgerissen und für einen Moment verschwindet seine Reserviertheit und wird ersetzt durch Empörung.

„Wie meinen Sie das? Wiegen? Mich?“

„Keine Sorge, das ist alles ganz easy. Es gibt mobile Pferdewaagen …“

„Das ist nicht Ihr Ernst.“

„… die kommen dann in den Stall und man kann sein Pferd wiegen lassen. Ist doch eine prima Sache, dann brauchen wir nicht weiter über die Futtermenge zu streiten.“

„Das ist wirklich erniedrigend. Da macht man einmal einen kleinen Vorschlag und dann kommt so etwas. Ich werde nie wieder einen Wunsch äußern, das können Sie glauben.“, schimpft mein Pferd.

„Aber wieso erniedrigend? Es geht doch um deine Gesundheit, Monty. Ich stelle mich auch auf eine Waage. Mir ist sehr bewusst, dass auch ich auf mein Gewicht achten muss!“

Der Blick, mit dem er mich von oben nach unten mustert, spricht Bände. Mein sonst so höfliches Pferd kann schon auch echt gemein sein und trifft mich natürlich wieder einmal mitten in dem wunden Punkt meiner Schuldgefühle.

„Ja, auch mein Gewicht ist ein Thema, ich weiß. Ich verspreche, ich werde weiter an mir arbeiten, denn schließlich musst du mich tragen. Aber tatsächlich geht es jetzt gerade nicht um mich, sondern um dich. Die Pferdewaage ist bestellt und dann sehen wir weiter.“

Mein Pferd schweigt.

„Du wirst sehen, das geht alles ganz leicht und schnell. Du bist auch nicht der Einzige, fünf andere hier im Stall werden auch gewogen.“

„Fünf andere Pferde? Die werden mit dabei sein?“ Wieder sind seine Augen weit aufgerissen. 

„Ja, ab fünf Pferden ist es billiger.“

„Sie haben keine Ahnung, was Sie mir damit antun.“, zischt Monty.

Diesmal ist es an mir zu schweigen.

„Das ist mehr als erniedrigend.“

„Du wirst es überleben.“, sage ich und hoffe, dass er den Humor aufgreift. Aber Humor ist nicht gerade eine Stärke meines Pferdes, wenn er beleidigt ist.

Und für diesen Tag spricht mein Pferd kein einziges Wort mehr mit mir.

Monty hat den Wiegetermin einige Tage später übrigens tatsächlich überlebt. Er hat zwar vorher kein Wort mehr mit mir gesprochen, ist aber, um allen zu beweisen, wie souverän er ist, als Erster vollkommen entspannt auf die Waage gegangen und bekam dafür prompt Leckerlis von der Waage-Frau („Sehr nett, die Frau.“, flüsterte er mir zu. Immerhin sprach er von da an wieder mit mir). 

Dann bescheinigte sie ihm „ganz gut beieinander zu sein“ und sagte, dass er nicht mehr auf den Rippen haben sollte („Manche, die zuerst nett wirken, erweisen sich erst später als fies.“, war sein Kommentar). 

Ich lag also nicht falsch mit meiner Einschätzung und damit ist das Thema erstmal vom Tisch.

 

–> Weiter mit Kapitel 33

 

 

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Tania Konnerth

Wer erzählt Montys Geschichten?

Die Geschichten von Monty schreibt Tania Konnerth. Sie hat seit über 40 Jahren mit Pferden zu tun und hat – unter uns gesagt – inzwischen immer öfter das Gefühl, dass Pferde tatsächlich sprechen können.

Tania arbeitet als Schriftstellerin und Autorin in Bleckede. Mehr von ihr gibt es unter www.tania-konnerth.de.

17. August 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Geschichten von einem sprechenden Pferd, Sonstiges Kommentare deaktiviert für Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 32: Eine Zumutung namens Waage

Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 31: Mehr ist wirklich nicht drin

Aus „Ich bin’s, Ihr Pferd“ von Tania Konnerth
– zum ersten Kapitel geht es hier.

Wir sind am Futterplatz und ich befülle gerade Montys Schüssel mit aufgeweichten Heucobs und einer Handvoll Hafer.

„Ähm …“, sagt mein Pferd.

„Ja, Monty?“

„Sie sagen ja immer, dass ich sagen soll, was ich so denke.“

„Klar, Monty, raus damit!“

„Also, ich würde gerne einmal die Futtersituation besprechen.“

„Okay.“

„Vielleicht könnte es etwas, wie soll ich sagen, etwas mehr und etwas leckerer sein?“

„Oh, bisher hatte ich nicht den Eindruck, dass du dein Futter nicht magst. Es ist jedenfalls immer sehr schnell weg.“, sage ich mit einem Augenzwinkern.

Monty ignoriert die kleine Spitze.

„Na ja, sehr groß sind die Portionen ja nicht gerade. Und, wissen Sie, ein bisschen mehr Hafer wäre schön. Bananen mag ich auch gern und Sie haben da öfter diese kleinen Kekse, die so laut krachen, wenn man sie kaut, von denen könnten gerne auch welche drin sein … und …“

„Moooment, Moment, Monty. Das glaub ich dir sofort, dass du von all dem gerne mehr hättest, aber ich fürchte, das geht nicht. Über ein bisschen mehr Hafer können wir reden, aber nur, wenn du davon nicht zu wild wirst.“ Ich zwinkere ihm noch einmal zu. „Aber sehr viel mehr ist leider nicht drin. Ich will doch nicht, dass du krank wirst.“

„Krank?“, fragt er mich.

„Tja, Monty, du bist nicht gerade der Schlankste.“

„Pffft.“, macht mein Pferd und zieht den Bauch ein. „Ich und dick?“

„Ich habe nicht gesagt, dass du dick bist, aber ich möchte verhindern, dass du es wirst.“ Ich fahre mit meinen Fingern über seine Rippen, die sich beim besten Willen nicht ertasten lassen.

Er weicht zur Seite. „Bitte lassen Sie das, das ist unangenehm.“

„Tut mir leid, aber eigentlich soll man die Rippen bei einem Pferd gut ertasten können. Deine finde ich nicht mal, wenn ich bohre.“

„Sie sind ganz schön gemein heute.“

„Tut mir leid, Monty, aber das mit dem Futter ist eben schwierig. Ich würde es dir ja gönnen, aber es gehört zu meinem Job, dafür zu sorgen, dass du gesund bleibst.“

„Wissen Sie was, vergessen Sie es. Ich habe ja nur mal gefragt. Da sagen Sie immer, ich soll was sagen, doch wenn ich es tue, bringt das nichts außer Fiesheiten.“ Er dreht den Kopf weg von mir. 

„Ach, Monty, jetzt sei nicht beleidigt. Schau, ich mach ein bisschen mehr Hafer rein, ja?“, und greife eine zweite Handvoll.

Er schaut zu mir, hebt eine Augenbraue und ich komme mir furchtbar kleinlich und geizig vor.

„Monty, das ist nicht fair. Zu viel ist nicht gut für dich.“

Die Augenbraue bleibt oben. Wie lange kann ein Pferd eigentlich eine Augenbraue anheben? Ich fasse nochmal in den Hafersack und streue noch einige Körner mehr über die Heucobs. Die Augenbraue bleibt unverändert oben.

„Sorry, aber da bleibe ich jetzt eisern. Mehr gibt es nicht. Voilá, es ist angerichtet.“, sage ich und stelle ihm die Futterschüssel hin.

Er schaut mich noch für einen Moment länger an, den Kopf hoch, die Augenbraue noch höher, und ich frage mich, ob er jetzt das Futter verweigert. Aber dann höre ich nur ein kurzes „Pffft“ und seine Nase verschwindet in der Schüssel.

„Du magst doch Möhren, oder?“, fragte ich, während er frisst. „Davon kann ich ja ein paar mehr mitbringen. Was hältst du davon?“

„Ja, das wäre nett.“, sagt er mit vollem Maul und die Stimmung ist gleich wieder besser.

 

–> Weiter mit Kapitel 32

 

Monty – Wege zum Pferd

 

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Tania Konnerth

Wer erzählt Montys Geschichten?

Die Geschichten von Monty schreibt Tania Konnerth. Sie hat seit über 40 Jahren mit Pferden zu tun und hat – unter uns gesagt – inzwischen immer öfter das Gefühl, dass Pferde tatsächlich sprechen können.

Tania arbeitet als Schriftstellerin und Autorin in Bleckede. Mehr von ihr gibt es unter www.tania-konnerth.de.

29. Juni 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Geschichten von einem sprechenden Pferd, Sonstiges Kommentare deaktiviert für Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 31: Mehr ist wirklich nicht drin

Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 30: Wir könnten die Welt verändern!

Aus „Ich bin’s, Ihr Pferd“ von Tania Konnerth
– zum ersten Kapitel geht es hier.

Ganz ehrlich, manchmal würde ich lieber keine Reiterin sein.

Ich habe gestern Bilder von einem internationalen Turnier gesehen, so ein richtig Großes und Bekanntes, und wünschte, das hätte ich mir erspart. Da thronen die Sieger strahlend auf Tieren, die ihre Erschöpfung, ihre Schmerzen, ihre Verwirrung und ihre Angst nicht deutlicher zeigen könnten, und ich frage mich wirklich, wie diese Leute stolz auf das sein können, was sie da tun und auch noch Preise und Medaillen dafür bekommen.

Eine Freundin bei Facebook hatte einen Bericht geteilt und da waren sie, die Bilder, die ich normalerweise meide, weil ich den Profisport kritisch sehe, Turniere eh nicht mag und davon überzeugt bin, dass das alles mit mir nichts zu tun hat.

Hat es aber doch.

Ob ich will oder nicht, ich bin als Reiterin Teil des Systems. Vor einer Weile hatte ich mein Pferd gefragt, warum nicht alle Pferde sprechen, weil die Welt dann doch auf jeden Fall eine bessere werden würde. Als ich die Bilder sah, liefen mir die Tränen, weil mir sehr klar wurde, wie Recht Monty mit seinen Zweifeln daran hat.

Was würde wohl passieren, wenn sich Pferde tatsächlich beschweren würden, wenn sie protestieren und anklagen würden? Würden wir Menschen ihre Mäuler dann nicht noch fester verschnüren oder sie für wahre Worte genauso verprügeln wie für Verweigerungen?

Manchmal frage ich mich wirklich, warum wir Pferden, die wir doch lieben, so viel Schlimmes antun? Warum werden sie zu Sklaven gemacht, misshandelt und ausgenutzt? Wie können so viele vor sich selbst rechtfertigen, was sie da tun? 

Aber wer bin ich, dass ich über die Profis urteilen will? Viele werfen uns Laien Neid und Missgunst vor. Wir würden den Erfolgreichen nur nicht gönnen, dass sie besser sind als wir. Laien, wie ich, die nicht mal einen starken Trab aussitzen können und bei jedem Sprung über einen halben Meter kneifen, dürfen wir denn überhaupt mitreden, wenn es um den großen Sport geht?

Falsche Frage! Die richtige lautet: Darf ich denn überhaupt NICHT mitreden? Darf ich mich ausruhen darauf, dass ich ja selbst keine Turniere reite? Darf ich die anderen machen lassen, weil es immer schon so gemacht wurde und weil sie alle viel besser reiten als ich? Nein, darf ich nicht. Ich müsste laut brüllend über Turnierplätze rennen, anklagend und aufrüttelnd. Ich müsste Initiativen gründen, die Presse mobilisieren, für Strafen und Verbote sorgen. Ich müsste mich engagieren.

Müsste ich – aber mache es nicht. Ich kann reden. Ich habe eine Stimme. Und … tue nichts.

„Was ist denn mit Ihnen los?“, fragt mich Monty, als ich etwas später bei ihm bin. Offenbar sieht er mir an, dass es mir gerade gar nicht gut geht.

„Ach, ich fühle mich mies.“

Monty schaut mich fragend an.

„Wegen euch.“

„Wegen uns?“

„Ja, wegen euch Pferden. Weil alles so maßlos falsch läuft, weil wir Menschen so viel Mist mit euch machen und es auch noch gut finden.“, bricht es aus mir heraus.

„Na, na.“, sagt Monty.

„Weißt du, ich habe diese schrecklichen Bilder von den Siegerehrungen auf einem großen Turnier gesehen, und die Pferde taten mir so leid, weil es falsch ist, was mit ihnen gemacht wird, nur um Preise zu gewinnen und Geld zu verdienen.  Manchmal schäme ich mich echt, ein Mensch zu sein.“

„Aber Sie machen das doch gar nicht.“

„Aber ich unternehme auch nichts dagegen.“

„Was wollen Sie denn dagegen unternehmen?“

„Ich weiß auch nicht, Leute mobilisieren, böse Briefe schreiben, Demos organisieren, was weiß ich, irgendwas halt.“

„Und das würde etwas ändern?“

„Hey, auf wessen Seite stehst du denn? Du als Pferd müsstest selbst auf die Barrikaden gehen!“

„Ich? Was hab ich denn damit zu tun? Ich mache nichts Schlimmes mit Pferden und mir geht es gut.“

„Na, das ist ja eine tolle Einstellung. Du bist doch ein Pferd und du kannst sprechen. Ja, das ist es – wir gehen in die Medien! Du wirst zum Fürsprecher aller Pferde, Monty, das könnte wirklich etwas bewegen.“ Ich bin echt begeistert von dieser Idee.

Mein Pferd schaut mich nur an.

„Wir könnten eine Webseite basteln, ein Buch schreiben, Artikel in Magazinen veröffentlichen und natürlich Interviews geben, am besten direkt auf den Veranstaltungen. Stell dir doch mal vor, wenn endlich ein Pferd der Menschheit sagen würde, was alles falsch läuft!“ Ich sehe es genau vor mir, wie Monty und ich die Welt verändern.

„Ein Pferd, das bestens versorgt ist und einen sehr leichten Job hat.“, gibt Monty zu bedenken.

„Na, du müsstest dich natürlich in die Pferde einfühlen, denen es schlecht geht und die geschunden werden und über die sprechen! Ist doch klar!“

„Warum sollte ich das tun? Nein danke, ich will nicht herumfahren, ich will vor niemanden sprechen. Ich bin zufrieden mit meinem Leben, so wie es ist.“

„Mensch, Monty, denk’ doch nicht nur an dich! Du könntest etwas für die gesamte Pferdewelt erreichen.“ Ich habe gerade meine Mission gefunden.

Mein Pferd zieht beide Augenbrauen hoch. „Tut mir leid, aber das ist wirklich nicht meine Aufgabe als Pferd.“ Und damit ist die Sache für ihn vom Tisch.

Mein schöner Enthusiasmus, der mich gerade so hoch hat fliegen lassen, verpufft und ich lande unsanft auf dem Boden der Tatsachen. Mein schlechtes Gewissen liegt mir wie ein  großer Stein im Magen. „Ich hatte uns beide Seite an Seite für eine bessere Welt kämpfen sehen, aber es stimmt schon, dass ist nicht deine Aufgabe. Wir Menschen sind es, die den Mist bauen, da können wir nicht auch noch von euch erwarten, dass ihr aktiv werdet …“ 

„Ähm, wäre es dann jetzt möglich, etwas zu essen zu bekommen?“, fragt mein Pferd.

„Ja, klar.“, sage ich und kann so wenigstens dafür sorgen, dass einer von uns ein gutes Gefühl im Bauch hat.

 

–> Fortsetzung  Kapitel 31

 

 

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Tania Konnerth

Wer erzählt Montys Geschichten?

Die Geschichten von Monty schreibt Tania Konnerth. Sie hat seit über 40 Jahren mit Pferden zu tun und hat – unter uns gesagt – inzwischen immer öfter das Gefühl, dass Pferde tatsächlich sprechen können.

Tania arbeitet als Schriftstellerin und Autorin in Bleckede. Mehr von ihr gibt es unter www.tania-konnerth.de.

8. Juni 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Geschichten von einem sprechenden Pferd, Sonstiges Kommentare deaktiviert für Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 30: Wir könnten die Welt verändern!

Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 29: Nun guck doch mal nett

Aus „Ich bin’s, Ihr Pferd“ von Tania Konnerth
– zum ersten Kapitel geht es hier.

 

Als ich Monty heute auf den Reitplatz führe, schaut er skeptisch auf das Stativ, das ich dort vorher aufgebaut habe.

„Na, was guckst du so?“, frage ich.

„Da steht was.“, sagt er.

„Das ist ein Stativ. Da kommt jetzt meine Kamera drauf und wir werden Fotos erst von dir und dann auch von uns zusammen machen, Monty.“

„Wie Sie wünschen.“, sagt mein Pferd und klingt nicht allzu begeistert.

„Das wird prima.“, ermuntere ich ihn und glaube zu diesem Zeitpunkt auch noch daran.

Etwas später bin ich dann allerdings ziemlich genervt.

„Mensch, Monty, mach doch bitte, bitte einmal die Ohren nach vorn, nur einmal gaaaanz kuuuurrrrrz.“ Ich gurre wie eine Taube, schnalze und gebe Töne von mir, als wäre ich eine Klingel oder Donald Duck. Nichts davon bewegt mein Pferd, seine Ohren zu mir zu richten.

„Du kleiner Scheißer.“, zische ich wütend.

„Entschuldigung, was haben Sie gerade gesagt? Ich habe Sie nicht verstanden?“, fragt Monty scheinheilig nach und spitzt die Ohren, denn natürlich bin jetzt gerade nicht bereit, ein Foto zu machen.

„Ich will doch gar nicht viel, Monty.“, maule ich. „Einfach nur ein paar nette Fotos. Du musst nichts weiter tun, als ein bisschen freundlich zu gucken, ist das echt zu viel verlangt?“

Ich weiß, dass ich mich gerade kindisch verhalte, aber irgendwie finde ich das einfach nur unfair von meinem Pferd. Gestern hatte ich mühsam die Objektive geputzt, gewissenhaft den Akku aufgeladen, das Stativ und den Selbstauslöser herausgekramt, um dann heute hochmotiviert zum Stall zu fahren. Ich habe Monty ausgiebig geputzt, ihm den Schweif gewaschen, die Mähne gebürstet und ihm das schöne Flechthalfter angezogen, dass ich mal für viel Geld auf einer Messe erworben und noch nie benutzt habe, weil es mir zu schade für den Alltag ist. Nun steht er also da, mein wunderschönes Pferd, und weigert sich strikt, seine Ohren nach vorne zu machen. Und so sieht er richtig schlecht gelaunt aus.

„Monty“, seufze ich, „kannst du mir verraten, warum du mir nicht diesen kleinen Gefallen tun magst? Ist das wirklich so viel verlangt, dass du für ein Foto einmal die Ohren nach vorne nimmst?“

„Ich weiß gar nicht, was Sie meinen.“

„Ich geb’s auf.“, fluche ich. „Dann probieren wir es halt mit mir drauf.“

Monty schaut mich interessiert, oder vielleicht eher belustigt, an. Ich glaube, er amüsiert sich köstlich mit mir. Ich befestige meine Kamera auf dem Stativ und krame den Fernauslöser aus meiner Tasche. Dann hole ich eine Bluse aus der Tasche und tausche sie gegen das Schmuddelshirt, das ich gerade trage. Zum Schluss wurschtele ich noch ein bisschen durch meine Haare. Monty pfeift anerkennend. Ich wusste nicht, dass Pferde sogar pfeifen können.

„Ja, mach dich nur lustig über mich. Manchmal kannst du schon echt fies sein.“

„Wie können Sie denn so etwas sagen?“, fragt er und zieht die Augenbrauen hoch.

„Ach, komm her jetzt, jetzt machen wir wenigstens noch ein paar Bilder von uns zusammen – und es ist mir übrigens egal, wie du guckst, Hauptsache ich seh’ gut aus. So, das hast du nun davon.“

Ich stelle mich neben Monty und lächele in allen möglichen Varianten, mal ganz zart, dann ganz breit, mal mit meinem Kopf an seinem Maul, mal zu ihm aufschauend, mal direkt in die Kamera. Monty schaut dabei die ganze Zeit starr in die Kamera und bewegt sich bei all dem keinen einzigen Millimeter. Dabei hat er ein Ohr nach vorne, eines nach hinten.

„Das ist wirklich toll, dass du so begeistert mitmachst, die Fotos werden der Hit!“ Mein Sarkasmus geht komplett an meinem Pferd vorbei, denn er antwortet: „Danke, das freut mich zu hören.“ Aber vielleicht pariert er damit auch nur wieder auf seine Art?

Okay, nun kommt mein letzter Trumpf: Ich greife nochmal in meine Tasche und ziehe eine knisternde Tüte hervor. Hui, da kann er aber plötzlich aufmerksam schauen, der Monty! Ich drücke fleißig auf den Fernauslöser. Mein Pferd ist so interessiert an den Keksen, die ich aus der Tüte zaubere, dass er nicht mal mitbekommt, dass ich derweilen weiter Fotos mache.

Am Abend bei der Sichtung stelle ich dann fast, dass ich in der Summe nun eine tolle Mischung von Bildern habe, die genau meinen Monty ausmachen: Solche, auf denen er verstockt, reserviert und wie ein über den Dingen stehender Spielverderber aussieht und die er sicher mit einem „Gut getroffen!“ kommentieren würde. Welche, in denen er auf Skeptiker macht, während ich ihn anhimmele, auch die würden ihm wohl gefallen. Und dann die, auf denen er mit gespitzter Schlabberschnauze nach Keksen bettelt, sie genüsslich mampft und sehr anhänglich ist und die ihm sicher peinlich wären.

Nur eines habe ich nicht: kein einziges normales Pferdebild, … aber wer will schon auch so etwas, nicht wahr?

 

–> Fortsetzung: Kapitel 30

 

 

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Tania Konnerth

Wer erzählt Montys Geschichten?

Die Geschichten von Monty schreibt Tania Konnerth. Sie hat seit über 40 Jahren mit Pferden zu tun und hat – unter uns gesagt – inzwischen immer öfter das Gefühl, dass Pferde tatsächlich sprechen können.

Tania arbeitet als Schriftstellerin und Autorin in Bleckede. Mehr von ihr gibt es unter www.tania-konnerth.de.

18. Mai 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Geschichten von einem sprechenden Pferd, Sonstiges Kommentare deaktiviert für Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 29: Nun guck doch mal nett

Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 28: Ein ganz normaler „Alles anders“-Tag

Aus „Ich bin’s, Ihr Pferd“ von Tania Konnerth
– zum ersten Kapitel geht es hier.

 

Monty ist ja ein ziemlich großes Pferd, schon allein deshalb steige ich immer nur von einer Aufstieghilfe aus auf. Immer. Das war auch schon in der Reitschule so. Monty kennt es also von mir nicht anders. Er lässt sich prima daneben parken und steht brav, bis ich in aller Ruhe aufgestiegen bin. Aber heute ist alles anders.

Ich habe Monty wie gewohnt zur Aufstieghilfe geführt, die Zügel liegen auf seinem Hals und ich bin gerade dabei, den Kinnriemen meiner Kappe zu schließen, als Monty vorwärts geht.

„Hey, Monty, wo willst du denn hin?“, frage ich.

Er reagiert nicht.

„Monty, hast du vielleicht was vergessen? Mich zum Beispiel?“, lache ich.

Nun bleibt er stehen, dreht sich um und sagt: „Oh, ja, Entschuldigung.“

Ich gehe zu ihm und zusammen gehen wir wieder zur Aufstieghilfe. Ich will ihn wie gewohnt einparken, aber er will nicht herantreten, geht einen Schritt rückwärts und drängelt dann nach vorn.

„Was ist das Problem, Monty?“

„Es gibt kein Problem.“

„Naja, irgendwie schon, denn ich würde gerne aufsteigen und dafür solltest du dich bitte neben die Aufstieghilfe stellen, so wie immer.“

„Selbstverständlich.“, sagt mein Pferd, tut es aber nicht. Er weicht weiter aus und bleibt dann in einem viel zu großen Abstand von der Aufstieghilfe stehen.

„Monty, schau mal, das ist doch viel zu weit weg, wie soll ich so denn in den Sattel kommen?“

„Entschuldigung.“, sagt mein Pferd, bleibt aber stehen.

„Sag mal, was ist eigentlich los? Das war doch bisher nie ein Problem mit der Aufstieghilfe, wieso kannst du jetzt nicht da rangehen? Hey, du, ich rede mit dir.“ Monty scheint gar nicht richtig da zu sein.

„Willst du heute nicht geritten werden? Das wäre vollkommen in Ordnung für mich, sag es nur.“

„Nein, doch, machen wir.“

„Dafür muss ich aber aufsteigen, was offenbar heute nicht geht. Macht dir etwas Angst? Sag mir doch einfach, was es ist, Monty, dann kann ich vielleicht helfen.“

„Es ist nichts, alles in Ordnung.“, erwidert mein Pferd und lässt sich keinen Zentimeter an die Aufstieghilfe stellen.

So langsam kenne ich das ja schon. Früher haben mich solche Momente echt wahnsinnig gemacht, weil ich einfach nicht begreifen konnte, was plötzlich los war und irgendwie dachte, mein Pferd will mich nur ärgern. Aber ich lerne immer besser, einfach zu akzeptieren, dass es so ist. Manchmal scheint für mein Pferd einfach alles anders zu sein und da hilft auch alles Reden nichts und Schimpfen erst recht nicht. Ich nenne solche Tage inzwischen „Alles-anders“-Tage und lebe immer besser mit ihnen. Sie gehören einfach zu Monty dazu. Und heute scheint also genau so ein Alles-anders-Tag zu sein.

Aber dann habe ich eine Idee.

„Hey Monty, wir probieren mal was anderes.“, sage ich und führe ihn erstmal eine Runde in der Halle herum und komme mit ihm dann von der anderen Seite an die Aufstieghilfe, so dass ich also nicht links, sondern rechts aufsteige. Und siehe da, das klappt. Monty schaut zwar etwas verwundert, bleibt aber anstandslos stehen.

Ich kommentiere das nicht, sondern steige auf und lobe ihn und ich verkneife es mir auch, später nochmal nachzufragen. Beim nächsten Mal ist dann wieder alles beim Alten, als wäre nie etwas gewesen.

 

–> Fortsetzung: Kapitel 29

 

Monty - Wege zum Pferd

 

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Tania Konnerth

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Die Geschichten von Monty schreibt Tania Konnerth. Sie hat seit über 40 Jahren mit Pferden zu tun und hat – unter uns gesagt – inzwischen immer öfter das Gefühl, dass Pferde tatsächlich sprechen können.

Tania arbeitet als Schriftstellerin und Autorin in Bleckede. Mehr von ihr gibt es unter www.tania-konnerth.de.

27. April 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Geschichten von einem sprechenden Pferd, Sonstiges Kommentare deaktiviert für Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 28: Ein ganz normaler „Alles anders“-Tag

Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 27: Ziemlich beste Freunde

Aus „Ich bin’s, Ihr Pferd“ von Tania Konnerth
– zum ersten Kapitel geht es hier.

 

Heute erfolgt die Eingliederung von Cooper, Teil zwei. Ich nehme dieses Mal Monty vorher aus der Herde, wofür er wenig Verständnis hat.

„Das ist einfach lächerlich.“, sagt er.

„Nein, das ist vernünftig.“

„Ich habe gar nichts Schlimmes gemacht.“

„Das ist Ansichtssache.“

Wir schauen uns an, wie Cooper wieder umringt wird. Es folgt das übliche Quietschen und alle rennen ein bisschen herum, bis es wieder ruhiger wird. Dann geht Aaron, der Herdenchef, zu Cooper und wir halten alle den Atem an.

Beide stehen Nüster an Nüster. Aaron ist deutlich größer als Cooper, der zwar für einen Tinker nicht klein ist, aber neben dem schweren Warmblut fast zierlich wirkt. Dann legt Aaron einmal die Ohren an und Cooper dreht ab.

„So macht man das.“, sage ich.

Mein Pferd ignoriert die Bemerkung.

„Kann ich dich denn nun dazu stellen, ohne dass du auf Cooper losgehst?“

„Selbstverständlich.“, sagt mein Pferd.

„Ja, ja, dein ‚selbstverständlich‘ kenne ich langsam … Na gut, wagen wir es. Aber Monty, ich schwöre dir, wenn du wieder so eine Show abziehst, weiß ich nicht, was ich tue.“

„Na, na, kein Grund zu drohen.“

„Oh doch, das ist einer, glaub mir.“

Ich führe Monty zum Tor, öffne es und lasse mein Pferd auf den Auslauf.

„Ich warne dich wirklich, benimm dich bloß.“, sage ich noch mal zu ihm. Dann schauen wir alle etwas angespannt, was passiert. Diesmal bin eindeutig ich die Nervöseste.

Cooper steht abseits und tut so, als würde er Monty nicht sehen. Monty hebt den Kopf und sieht riesig aus. Er schaut rüber zu Cooper.

Bitte nicht, bitte, bitte nicht, denke ich, doch Monty nimmt Kurs auf Cooper.

„Das kann doch nicht wahr sein!“, rufe ich und mach’ mich bereit, wieder loszusprinten.

„Warte mal.“, hält mich Inge zurück, denn Aaron setzt sich ebenfalls in Bewegung und schneidet Monty den Weg ab. Schützt er den Neuen?

Monty tut so, als wollte er eh zur Tränke gehen, und weicht seinem Chef nach links aus.

Puh, denke ich.

Wir schauen dann noch eine ganze Weile zu, aber es passiert nichts Aufregendes. Cooper hält einen sehr höflichen Abstand zu allen. Hin und wieder geht mal jemand zu ihm hin, aber es gibt keine Auseinandersetzungen. Nach einer Stunde sagt Inge, dass sie ihn jetzt erstmal drin lässt und zur Nacht noch mal auf den Paddock stellt.

Und was mache ich nun? Kann ich auch gehen? Schließlich bin ich ja schon verantwortlich für Monty… Ich beschließe, erstmal zum Stall runterzulaufen und aufs Klo zu gehen.

Als ich wieder zum Auslauf komme, ist alles friedlich. Ich gehe zu Monty.

„Kann ich denn jetzt auch heimfahren?“, frage ich mein Pferd.

„Warum sollten Sie nicht heimfahren können?“, fragt er.

„Na, wirst du dich jetzt anständig benehmen?“

„Selbstverständlich.“

Ruhig bleiben, ganz ruhig bleiben, Isa, sage ich zu mir.

„Gut, ich verlass mich darauf. Ich komme dann nachher noch mal.“

Nach rund drei Stunden bin ich wieder am Auslauf und kann meinen Augen kaum trauen: Da stehen Monty und Cooper zusammen und machen Fellpflege, als wären sie schon immer beste Freunde gewesen.

Inge ist auch schon da und sagt: „Ich glaube, ich kann ihn doch über Nacht drin lassen, oder was meinst du? Sieht aus, als hätte Monty einen neuen Freund.“

Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Verstehe einer die Pferde, verstehe einer meines …

–> Fortsetzung: Kapitel 28

 

 

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Tania Konnerth

Wer erzählt Montys Geschichten?

Die Geschichten von Monty schreibt Tania Konnerth. Sie hat seit über 40 Jahren mit Pferden zu tun und hat – unter uns gesagt – inzwischen immer öfter das Gefühl, dass Pferde tatsächlich sprechen können.

Tania arbeitet als Schriftstellerin und Autorin in Bleckede. Mehr von ihr gibt es unter www.tania-konnerth.de.

16. März 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Geschichten von einem sprechenden Pferd, Sonstiges Kommentare deaktiviert für Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 27: Ziemlich beste Freunde

Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 26: Der Neue, oder: Ich kenne mein Pferd nicht

Aus „Ich bin’s, Ihr Pferd“ von Tania Konnerth
– zum ersten Kapitel geht es hier.

 

Als ich Monty heute zurück zur Weide bringe, sage ich zu ihm: „Monty, du hast ja sicher gesehen, dass da seit ein paar Tagen ein Neuer auf dem Paddock neben euch steht.“

„Ach ja? Ist mir gar nicht aufgefallen.“, sagt Monty.

„Schon klar. Na, jedenfalls wollen wir ihn morgen mal zu euch tun. Wäre toll, wenn du ein bisschen auf ihn aufpasst, wenn die anderen ihn zu sehr angehen, okay?“

„Wie Sie wünschen.“, sagt mein Pferd.

Am nächsten Tag stehen wir an der Weide. Wir haben den Pferden die Halfter angezogen und haben vorsichtshalber auch ein paar Peitschen da, so dass wir im Notfall eingreifen können. Wir haben einige Rabauken dabei und alle sind ein bisschen nervös. So eine Eingliederung ist ja nicht ohne. Am lockersten bin ich und freue mich mal wieder darüber, ein so besonnenes und ruhiges Pferd zu haben.

Inge, die Besitzerin des Neuankömmlings, ist natürlich am meisten aufgeregt. „Macht dir keine Sorgen, Monty wird das schon richten.“, sage ich zu ihr. Und das glaube ich zu diesem Zeitpunkt tatsächlich noch selbst, bis, ja, bis ich mal wieder feststellen muss, dass ich mein Pferd lange nicht so gut kenne, wie ich meine …

Inge führt Cooper von seinem Paddock zu den anderen und macht den Strick ab. Wir haben uns am Zaun entlang verteilt und schauen, was nun passiert. Natürlich kommen gleich einige aus der Herde zu dem Neuen gelaufen. Er wird beschnuppert, es gibt lautes Quietschen und einiges an Gerenne. Der Herdenchef und Monty haben sich bisher rausgehalten, doch dann geht alles ganz schnell. Monty geht, nein, besser gesagt, er rast mit aufgerissenem Maul auf den Neuen zu und beißt ihn in den Rücken.

„Monty, spinnst du?“, brülle ich entsetzt. „Hör sofort auf damit!“

Der Neue ist weit nach hinten gerannt. Monty nimmt mich nicht mal wahr, sondern setzt ihm nach. Er treibt ihn einige Runden herum und dann gezielt in die Ecke. Dort dreht er sich um und droht Cooper. Ich kann es nicht fassen.

Ich schlüpfe durch den Zaun, renne fuchtelnd mit der Peitsche los und brülle aus Leibeskräften mein Pferd an, damit er nicht tatsächlich auch noch zu schlagen beginnt. Wirklich Angst vor mir hat Monty ja nicht mal mit einer Peitsche in der Hand, aber zumindest schaut er zu mir. Cooper nutzt den Moment und flitzt an Monty vorbei. Ich bekomme mein Pferd am Halfter zu fassen, mache den Strick ran und ziehe Monty hinter mir her zum Ausgang, weit weg von den anderen.

„Kannst du mir bitte mal verraten, was das soll?“, frage ich mein Pferd. Ich bin sehr, sehr wütend.

„Was denn?“, fragt Monty vollkommen unschuldig.

„Was denn? Du benimmst dich wie ein echter Bulli! Warum gehst du auf den Neuen los?“

„Der gehört nicht zu uns.“

„Ich habe dir gesagt, dass er in eure Herde kommt und er stand jetzt schon über eine Woche neben euch.“

„Er gehört trotzdem nicht zu uns.“

„Monty, du weißt genau, dass manchmal neue Pferde in eure Herde kommen, ebenso wie manchmal welche gehen. Ihr könnt euch das leider nicht wirklich aussuchen, was sicher nicht so toll ist, aber gerade von dir hätte ich nun wirklich nicht erwartet, dass du so aggressiv bist!“

„Bin ich ja gar nicht.“

„Ach, und warum hast du den armen Kerl gebissen? Und ihn in die Ecke gestellt? Das sah aus, als würdest du ihn zusammentreten wollen.“

„Ach was, ich hab ihm nur ein bisschen gezeigt, dass er nicht zu uns gehört.“

„Na, das dürfte ihm sehr klar geworden sein. Ich bin echt enttäuscht von dir.“

„Aber warum denn?“, fragt Monty und ich bekomme den Eindruck, dass er wirklich nicht weiß, worum es mir geht.

„Manchmal frage ich mich echt, was das ganze Reden soll, wenn es doch nichts nützt. Ich hatte dir erklärt, was passieren würde und dich gebeten, sich seiner anzunehmen.“

„Aber warum hätte ich das denn tun sollen?“

„Na, weil es nett ist und weil man das so macht! Man ist nett zu Neuen und geht nicht auf sie los.“

„Als Pferd schon.“

„Ihr seid doch keine Bestien.“

„Na, Sie als Mensch sollten das verstehen.“

„Wie meinst du das denn bitteschön? Es geht doch gerade gar nicht um mich und nicht um Menschen, sondern es geht um dich und dein Verhalten. Der ist doch einer von euch, verdammt noch mal.“

„Nein, ist er nicht.“, stellt Monty noch einmal klar.

„Wird er aber werden.“

„Das kann sein, jetzt gehört er jedenfalls nicht zu uns.“

„Weißt du was? Es kann ganz schnell passieren, dass bald DU nicht mehr dazu gehörst. Wenn du dich so benimmst, bekommen ja alle Angst um ihre Pferde. Echt, Monty, das ist richtiger Mist, den du da baust.“

„Sie übertreiben maßlos.“

Wir schauen rüber zur Herde, wo der Neue zuerst noch einige Male ein kleines Stück vom Herdenchef gescheucht wird. Die Stimmung hat sich aber schon ganz gut beruhigt. Einige fressen bereits am Heu. Cooper hält sich dann etwas abseits und die größte Aufregung ist vorbei.

„Und was mache ich jetzt bitte mit dir?“

„Wie meinen Sie das?“

„Na, kann ich dich wieder in die Herde stellen?“

„Was sonst?“

„Und was machst du dann?“

„Da lege ich mich nicht fest.“

„Sehr hilfreich, Monty. Jetzt mal im Ernst: Du gehst nicht wieder so auf ihn los, oder?“

Inzwischen hat Inge aber Cooper erstmal wieder aus der Herde genommen und zurück in den Eingliederungspaddock gebracht.

Ich bringe Monty zurück und gehe danach zu Inge. Mir ist das furchtbar peinlich. „Das tut mir sehr leid, ich weiß wirklich nicht, was in ihn gefahren ist. So ist er wirklich sonst nie, frag die anderen.“

„Na, das sind halt Pferde. Ist ja nichts passiert, wird schon werden. Wir probieren es morgen noch mal.“, antwortet Inge.

„Vielleicht am besten erstmal ohne Monty.“, schlage ich vor.

„Ja, das klingt gut.“, sagt Inge und ich schäme mich richtig ein bisschen für mein Pferd.

–> Fortsetzung: Kapitel 27

 

 

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Tania Konnerth

Wer erzählt Montys Geschichten?

Die Geschichten von Monty schreibt Tania Konnerth. Sie hat seit über 40 Jahren mit Pferden zu tun und hat – unter uns gesagt – inzwischen immer öfter das Gefühl, dass Pferde tatsächlich sprechen können.

Tania arbeitet als Schriftstellerin und Autorin in Bleckede. Mehr von ihr gibt es unter www.tania-konnerth.de.

23. Februar 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Geschichten von einem sprechenden Pferd, Sonstiges Kommentare deaktiviert für Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 26: Der Neue, oder: Ich kenne mein Pferd nicht

Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 25: Der böse Stein

Aus „Ich bin’s, Ihr Pferd“ von Tania Konnerth
– zum ersten Kapitel geht es hier.

Wir haben hier am Stall ein wirklich schönes Ausreitgelände: Es gibt eine kleine Runde, von welcher man auf einige längere Strecken kommt, und eine mittellange in die andere Richtung, von der aus auch wieder weitere Runden möglich sind. Am liebsten mag ich die mittellange Runde, … wenn es da nicht ein Problem gäbe: Dort liegt nämlich der böse Stein.

Der böse Stein ist ein großer Findling, der an einer Wegkreuzung am Rand liegt und Monty findet ihn einfach nur gruselig. Jedes Mal, wenn wir daran vorbei müssen, beginnt er schon von Weitem zu glotzen, sein Hals wird immer steifer und der Kopf geht immer höher. Mindestens fünfmal stoppt Monty abrupt davor und es fühlt sich an, als würde er ernsthaft überlegen, umzudrehen. Wenn ich ihn dann zum Weitergehen auffordern möchte, muss ich das mit Nachdruck tun. Monty tänzelt dann in einen größtmöglichen Bogen um den Stein herum, so dass ich fast im Gebüsch hängenbleibe, und lässt ihn nicht aus den Augen. Sind wir auf Höhe des Findlings, macht er einen riesigen Satz nach vorne und trabt einige schnelle Schritte los. Dann fällt er wieder in den Schritt und tut als sei nichts gewesen.

Heute möchte ich mal wieder diese Runde machen, zum ersten Mal, seitdem Monty mit mir spricht. Ich bin guten Mutes, dass wir die Sache mit dem bösen Stein nun aufgelöst bekommen.  Jetzt kann ich ihm ja genau erklären, was es damit auf sich hat, und dass es wirklich keinerlei Grund gibt, davor solche Angst zu haben.

Theoretisch. Praktisch sieht die Sache nämlich ganz anders aus.

„Hallo Monty“, sage ich gut gelaunt zu meinem Pferd. „Heute machen wir mal wieder eine schöne Runde ins Gelände, ja?“

„Wie Sie wünschen.“

„Darfst dich ruhig ein bisschen freuen, ich sag’s auch keinem.“

„Wenn Sie darauf bestehen.“, sagt er und verzieht keine Miene.

Manchmal frage ich mich, ob Monty tatsächlich so humorlos ist, wie er oft wirkt oder, im Gegenteil, vielleicht viel mehr Humor hat, als ich erkenne … In solchen Momenten bin ich mir da nicht sicher.

Also ignoriere ich seine Bemerkung und hole den Sattel und das Zaumzeug. Wenig später sitze ich auf meinem Pferd und ab geht’s ins Gelände, Richtung mittellange Runde. Wir bummeln gemütlich am langen Zügel den Weg entlang. Ich schaue über die Felder, höre den Vögeln zu und bin rundum happy, bis zu dem Moment, in dem ich fast vom Pferd fliege, weil Monty abrupt stehenbleibt. Da hatte ich doch glatt den bösen Stein vergessen. Gut, nun nur nicht ungehalten reagieren, sondern die Sache ein für alle Mal klären, wir können doch jetzt vernünftig miteinander reden.

„Monty, das ist doch nur wieder der Stein. Erinnerst du dich? Wir sind hier schon viele Male lang gegangen und dieser Stein liegt da einfach nur herum. Du brauchst keine Angst vor ihm zu haben, wirklich nicht.“, sage ich so liebevoll, wie es mir möglich ist, während ich mich wieder im Sattel zurechtruckele.

„Da ist was.“, presst Monty mit zusammengebissenen Zähnen hervor.

„Ja, ich weiß. Das ist der besagte Stein. Ein großer Findling, vollkommen harmlos. Lass uns doch einmal rangehen, dann wirst du das sehen.“

„Unmöglich, da ist was.“

„Monty, hör mir doch bitte einmal zu: Es ist ein Stein, nichts weiter als ein Stein. Der ist zwar groß, aber der tut nichts. Ganz, ganz sicher nicht, ich verspreche es dir.“

Mein Pferd steht wie eine Statue und starrt den Stein an.

„Monty, bitte, geh weiter. Vertrau mir.“

Ich treibe ihn etwas an. Keine Reaktion. Ich treibe etwas doller. Keine Reaktion.

„Das kann doch nicht wahr sein, Monty. Ich meine, jetzt, da wir reden können, muss es doch möglich sein, dass du mir zuhörst und vor allem, dass du mir glaubst, wenn ich sage, dass da keine Gefahr ist.“

„Da ist was.“, flüstert mein Pferd und geht tatsächlich rückwärts statt vorwärts.

Ich bin ehrlich entsetzt und erinnere mich nun wieder, warum ich hier bei den letzten Malen doch etwas unwirsch mit meinem Pferd wurde, so leid es mir auch hinterher tat. Aber gut, das löse ich jetzt anders.

„Pass auf, Monty, ich steige ab, und wir schauen uns das zusammen an. Dafür musst du aber bitte mal für einen Augenblick stillhalten.“, sage ich und springe bei der ersten Chance ab.

Monty hat sich wieder hoch aufgerichtet und wirkt so riesig neben mir, dass ich ins Grübeln komme, ob das mit dem Absteigen wirklich eine so gute Idee war.

„Monty, kannst du mir bitte einen Moment deine Aufmerksamkeit schenken? Haaallooo Monty!“ Ich muss tatsächlich lauter werden, damit er mich überhaupt wahrnimmt, und ich merke, dass sich in meine Stimme etwas Unsicherheit mischt.

„Was denn?“, fragt er kurz, ohne den Stein aus den Augen zu lassen.

„Hörst du mir jetzt bitte mal zu? Was dir da Angst macht, ist nichts weiter als ein Stein – kein Wolf, kein Monster, nur ein Stein. Du weißt doch, was ein Stein ist, oder? Ein Stein ist etwas Unbelebtes. Es gibt sie in klein und in groß. Steine liegen einfach nur herum und tun niemanden etwas, auch Pferden nicht. Jeder kann gefahrlos an ihnen vorbeigehen.“

„Natürlich weiß ich, was ein Stein ist.“, sagt Monty pikiert.

„Wunderbar, dann lass uns doch bitte diesen Stein da vorne anschauen, ja?“

„Wenn Sie darauf bestehen …“

Während wir uns gemeinsam dem Stein nähern, wird Monty noch nervöser. Er zögert und hadert und tänzelt und ich rede mit Engelszungen auf ihn ein. Dann kommen wir so nahe an den Stein, dass er ihn tatsächlich gut sehen kann, und plötzlich ist alles ganz einfach. Ich ermuntere ihn, noch näher heranzugehen und den Stein mit der Nase zu berühren, um sich davon zu überzeugen, dass da nichts weiter ist. Monty tut so, als wäre das nichts Besonderes. Dafür gebe ich ihm sogar ein Leckerli und lobe ihn für seinen großartigen Mut. Dann steige ich wieder auf und wir gehen weiter.

„Aber da war was.“, sagt Monty, während ich tief durchatme und mich mal wieder in buddhistischer Gelassenheit übe.

–> Fortsetzung: Kapitel 26

 

 

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Tania Konnerth

Wer erzählt Montys Geschichten?

Die Geschichten von Monty schreibt Tania Konnerth. Sie hat seit über 40 Jahren mit Pferden zu tun und hat – unter uns gesagt – inzwischen immer öfter das Gefühl, dass Pferde tatsächlich sprechen können.

Tania arbeitet als Schriftstellerin und Autorin in Bleckede. Mehr von ihr gibt es unter www.tania-konnerth.de.

2. Februar 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Geschichten von einem sprechenden Pferd, Sonstiges Kommentare deaktiviert für Ich bin’s, Ihr Pferd – Kapitel 25: Der böse Stein

Ich bin’s, Ihr Pferd – Wo bleibt denn das Buch?

Ein Zusatzkapitel zur Bucherscheinung von „Ich bin’s, Ihr Pferd“ von Tania Konnerth – zum ersten Kapitel geht es hier.

„Sagen Sie mal, wo bleibt denn eigentlich das Buch?“, fragt mein Pferd und schaut mich erwartungsvoll an.

„Was für ein Buch?“, frage ich unschuldig zurück.

Monty zieht beide Augenbrauen hoch, natürlich durchschaut er mich.

„Okay, okay.“, antworte ich schnell und werde rot. „Das ist noch nicht da.“

„Und wo ist es?“

„Keine Ahnung, es ist einfach noch nicht geliefert worden.“

„Aber Sie hatten es mir doch schon versprochen!“

„Ja, nicht nur dir, Monty. Es gibt inzwischen eine ganze Menge Leute, die darauf warten … Das ist eine echt blöde Sache und ich bin ganz schön sauer. Ich habe ja bisher nicht einmal selbst ein Exemplar.“

„So, so, da waren Sie wohl etwas vorschnell, nicht wahr? Ein bisschen zu ungeduldig, richtig?“ Er scheint es irgendwie zu genießen, mir das unter die Nase zu reiben.

„Ja, das war ich wohl.“, räume ich ein.

„Na, eine Möhre könnte mir über die Enttäuschung hinweghelfen.“, sagt mein Pferd großzügig.

Da muss ich lachen. Ich reiche ihm eine Möhre und seufze: „Leider kann nicht einfach auch allen anderen, die auf das Buch warten, eine Möhre geben.“

„Wissen Sie, das macht gar nichts, dann geben Sie die Möhren eben alle mir.“, grinst Monty.

„Und das hilft?“, frage ich.

„Ganz sicher!“, sagt mein Pferd.

 

Monty - Wege zum Pferd

 

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Tania Konnerth

Wer erzählt Montys Geschichten?

Die Geschichten von Monty schreibt Tania Konnerth. Sie hat seit über 40 Jahren mit Pferden zu tun und hat – unter uns gesagt – inzwischen immer öfter das Gefühl, dass Pferde tatsächlich sprechen können.

Tania arbeitet als Schriftstellerin und Autorin in Lüneburg und gibt zusammen mit Babette Teschen den Online-Ratgeber „Wege zum Pferd“ heraus. Mehr von ihr gibt es unter www.tania-konnerth.de

7. Januar 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Geschichten von einem sprechenden Pferd, Sonstiges Kommentare deaktiviert für Ich bin’s, Ihr Pferd – Wo bleibt denn das Buch?

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