Fragen zum Longenkurs – Probleme beim Führen in Stellung

Heute mal wieder eine häufig gestellte Frage zum Longenkurs und meine Antwort mit Lösungsideen zu dem Problem:

Frage: Was mache ich, wenn das Führen in Stellung nur mit der Hand auf der Nase nicht aber mit Abstand klappt?

Ich arbeite seit einiger Zeit nach dem Longenkurs an Führen in Stellung. Soweit scheint es ganz gut zu gehen. Aber sobald ich versuche, etwas Abstand zu meiner Stute zu nehmen, fällt sie aus der Stellung heraus, also immer dann, wenn ich den Kontakt zum Kappzaum verliere. Sollte ich es erst mal dabei lassen und weiter am Kappzaum führen? Wie lange sollte man innerhalb einer Einheit machen? Das Führen in Stellung ist ja die Grundlage von allen weiterführenden Übungen, kann ich, auch wenn das noch nicht gut klappt, dennoch andere Übungen machen?  Allerdings können wir ja auch nicht eine halbe Stunde nur Führen in Stellung machen, oder? Die Stresspunkte habe ich auch schon massiert. Die hohle Seite geht natürlich besser als die händige Seite.
Wie soll ich weiter vorgehen. Was sollte ich ändern?

Meine Antwort:

Das Führen in Stellung ist eine Übung, die folgende Frage an das Pferd stellt: „Kannst Du Dich auf einen leichten, lockenden Impuls am Kappzaum im Genick stellen?“ Wir möchten mit ihr dem Pferd die Hilfe der Longe erklären und überprüfen, ob das Pferd im Genick locker ist und sich stellen kann. Dann versuchen wir die gleiche Frage auf Distanz zu stellen, indem wir an der Longe sanft lockende Impulse geben und beobachten, ob unser Pferd im Genick ebenfalls richtig reagiert. Bekommen wir auf Distanz noch keine Antwort wissen wir, dass das Pferd die „Brücke“ noch nicht verstanden hat. Wir müssen diese Erklärung für das Pferd noch mal wiederholen, was aber nicht in derselben Einheit passieren muss! 

Eine wichtige Grundregel bei meiner Arbeit mit dem Pferd lautet immer:

„Arbeite Dein Pferd so, dass es motiviert und
 im „Ja“ bleibt und durch das, was Du mit ihm tust,
nicht genervt und unleidlich werden muss.“

Aus dieser Grundregel folgt, dass man keine Übung zu lange und ausschließlich machen darf. Und nein, keine Übung muss erst perfekt sein, bevor ich andere Übungen mache. Die gute Laufmanier setzt sich ja aus verschiedenen Bausteinen zusammen. Stellung und Biegung ist ein wichtiger Baustein, aber ebenso wichtig sind Takt, eine aktive Hinterhand, Balance usw.

In der Regel mache ich das Führen in Stellung auf jeder Hand für ein, zwei Zirkel und wechsele dann in eine der vielen anderen Übungen, die wir im Longenkurs beschreiben, auch wenn das Führen in Stellung noch nicht perfekt ist. So würde ich als nächstes vielleicht das Pferd etwas in der Quadratvolte longieren und dabei üben, den Zirkel zu vergrößern (also das Pferd hinter die Quadratvolte zu dirigieren und nach zwei, drei Runden den Zirkel zu verkleinern und mein Pferd wieder in die Quadratvolte zurückzuholen) oder ich gehe mit dem Pferd ganze Bahn und achte dabei auf fleißige, raumgreifende Bewegungen in einem gleichmäßigen Takt.  Oder ich longiere den Slalom, um an unserer gemeinsamen Kommunikation über die Körpersprache zu arbeiten. Auch würde ich mit dem Pferd schon das langsame Antraben in entspannter Haltung üben (das so genannte Anschraten) und schauen, ob mein Pferd schon ein paar Schritte Konterschulterherein gehen kann. 

Jede Übung dauert bei meiner Arbeit immer nur einige, wenige Minuten und jede Übung legt den Schwerpunkt auf einen anderen Baustein der Laufmanier, in der Hoffnung, dass sich das Puzzle „Gutes Laufen auf einer Kreisbahn“ immer weiter zusammensetzt.

Wichtig ist, dabei immer die Psyche des Pferdes, im Blick zu behalten und zu schauen, was dem Pferd leicht fällt, was ihm Spaß macht, um den Hauptteil der Zeit in diesem positiven Bereich zu arbeiten. Von da aus arbeiten wir uns immer mal kurz an die Themen heran, die noch schwierig sind und bei denen das Pferd noch Probleme zeigt. 

Es geht also nie darum, erst einmal nur bei der Übung „Führen in Stellung“ zu bleiben, sondern das Pferd soll abwechslungsreich und vor allem flexibel gearbeitet werden, damit es nach und nach mit Freude und Spaß an der Sache alle Hilfen und die Körpersprache sowie die korrekten Bausteine der guten Laufmanier erlernt.

27. Februar 2018 von Babette Teschen • Kategorie: Arbeit an der Hand, Longieren 2 Kommentare »

Das Lot für die Aufrichtung am Boden und im Sattel

Von Carla Bauchmüller

Heute habe ich eine Übung für Sie, die Sie sowohl beim Führen und der Handarbeit als auch beim Reiten nutzen können: 

Hinweis: Beginnen Sie mit der Übung bitte immer zuerst am Boden und nicht gleich im Sattel, auch wenn Sie sie vor allem zum Reiten einsetzen möchten, es hilft sehr dabei, sich die inneren Bilder wirkungsvoll erarbeiten.

Stellen Sie sich also zunächst ohne Pferd aufrecht hin, Ihre Füße stehen stabil auf dem Boden, die Knie sind entspannt. Stellen Sie sich nun eine vertikale Linie vor, also ein Lot, das über Ihrem Kopf beginnt und bis zu dem Bereich zwischen Ihren Füßen fällt. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, dieses Lot zu erspüren.
 Haben Sie es? Dann stellen Sie sich bitte ein ebensolches Lot etwa einen Meter vor sich vor.

Wenn Sie nun losgehen, bringen Sie gedanklich das Lot in Ihnen und das Lot vor Ihnen in Deckung. Der Clou dabei: Das Lot vor Ihnen bewegt sich von Ihnen weg, wenn Sie auf es zugehen! Es bleibt also immer etwa einen Meter vor Ihnen. Sie bleiben mit Ihrer Aufmerksamkeit bei dem Lot in Ihnen und bringen dieses Lot immer wieder mit dem Lot vor Ihnen in Deckung. Gehen Sie auf diese Weise verschiedene Wendungen und gerade Linien immer mit der Vorstellung des Lotes. Atmen Sie gleichmäßig weiter.

Sie werden feststellen, dass Ihnen das Lot Stabilität vermittelt. Es erzeugt eine gute Spannkraft ohne Verspannung. Arme und Beine können frei schwingen. Wenn Sie das Bild vom Lot verinnerlicht haben, können Sie es auch zusammen mit dem Pferd nutzen, also z.B. bei der Hand- oder Longenarbeit und damit erreichen, dass Sie gut in Ihrer eigenen Spur laufen und nicht „in Ihr Pferd fallen“. 

Im Sattel geht diese Übung ganz ähnlich: Auf Pferd sitzend stellen Sie sich ebenso das Lot vor, das durch Sie durch und weiter durch Ihr Pferd bis zum Boden geht. Das andere Lot ist wieder ungefähr einen Meter vor Ihnen.

Wenn Sie jetzt losreiten, bringen Sie wieder gedanklich das Lot in Ihnen mit dem vor Ihnen in Deckung, während aber das Lot vor Ihnen immer im Abstand von einem Meter entfernt bleibt.

Diese Übung dient dazu, senkrecht zu bleiben und auch in Wendungen nicht in der Hüfte einzuknicken. Sie finden durch die kleine Visualisierung eine gute Stabilität, Ihre Schultern und Arme bleiben entspannt. Dadurch, dass Sie dem Lot folgen, schauen Sie automatisch geradeaus und folgen einer klaren Absicht, die das Pferd wahrnimmt und sehr zu schätzen weiß.

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28. Juni 2016 von Gastautor • Kategorie: Allgemein, Arbeit an der Hand, Aus dem Reitunterricht und Coaching, Reiten, Übungen 0 Kommentare »

DVD-Tipp: „Die Arbeit am Langen Zügel“ von Saskia Gunzer

„Die Arbeit am Langen Zügel“ von Saskia Gunzer
Langwedel-Völkersen: Thomas Vogel pferdia tv
ASIN: 3954990075
ca. 35,- EUR (Laufzeit 98 min.)

Es handelt sich hier um eine Lehr-DVD für die Arbeit am Langen Zügel. Begonnen wird mit der Ausrüstung und den allerersten Schritten. Dabei wird auch immer wieder sehr sachlich auf die möglichen Gefahren dieser Arbeit hingewiesen und wie sie sich vermeiden lassen. Den von Saskia Gunzer verwendeten Sperrriemen empfinde ich als überflüssig, zumal sie sogar selbst ausdrücklich darauf hinweist, dass ein Pferd über das offene Maul kommuniziert und man sich in diesem Fall in der Arbeit selbst hinterfragen muss – warum also nicht gleich weglassen? Aber das ist nur eine Kleinigkeit im durchweg positiven Gesamteindruck dieser DVD.

Auch wenn es dann mit dem allerersten Antreten beginnt, sollte man sich nicht täuschen: Die DVD richtet sich eindeutig an fortgeschrittene Pferdeleute, deren Pferde bereits recht weit in der Ausbildung sind. Mit einem Jungpferd können Sie allenfalls die ersten Lektionen nacharbeiten, also die Vorbereitung an der Hand, das Antreten im Schritt und das Antraben. Die DVD geht aber in den Lektionen noch viel weiter: Seitengänge, Traversalen, Galopparbeit, Piaffe, Passage, Pirouetten.

Nicht nur die Hilfengebung wird ausführlich erklärt, sondern auch die Feinheiten in der Position des Führers und was zu tun ist, wenn sich Fehler einschleichen oder das Pferd die Hilfen nicht versteht. Alle Lektionen werden an Saskia Gunzers eigenem Pferd Dimitri demonstriert, einem echten Profi am Langen Zügel. Darüber hinaus können wir auch Pferde sehen, die noch Anfänger in dieser Disziplin sind und erfahren so sehr anschaulich, sie man sich die einzelnen Schritte erarbeitet.

Entdeckt hatte ich Saskia Gunzer bei youtube mit ihrer Freiarbeit. Mir gefiel, wie locker sie mit den Pferden arbeitete und „Fehler“ der Pferde einfach weglachte. Da war ich gespannt auf ihre DVD. Auch wenn es auf der Lehr-DVD konzentrierter und ernster zugeht, so ist sehr viel von dem, was ich bei der Freiarbeit gesehen hatte, auch auf der DVD wiederzufinden, was mich sehr gefreut hat: eine entspannte Grundhaltung, unerschöpfliche Geduld, viel Lob und auch das Lachen bei der Arbeit ist hin und wieder zu sehen. Die Pferde machen auf mich durchgehend einen guten Eindruck, wann immer es zu etwas Stress kommt, werden Pausen eingelegt oder das Pferd wird durch begeistertes Stimmlob ermutigt und gestärkt. Das ist vorbildlich. Das starke Klopfen als Lob ist mir persönlich etwas heftig, aber die Pferde scheint es nicht zu stören und entscheidend ist für mich die Freude, die Saskia Gunzer ihre Pferde spüren lässt – die spiegelt sich nämlich wunderschön in den wachen und freudigen Augen der Pferde.

Die DVD ist sehr gut dazu geeignet, allen die am Langen Zügel interessiert sind, das nötige Grundhandwerk zu vermitteln, um sich gemeinsam mit dem Pferd diese schöne Trainingsmöglichkeit zu erarbeiten. Dabei wird Saskia Gunzer nicht müde darauf hinzuweisen, dass viel Geduld, Lob und Verständnis für das Pferd nötig sind. Der schönste Satz auf der DVD ist für mich dieser: „Bleiben Sie geduldig – Zeit darf bei der Pferdeausbildung keine Rolle spielen.“
Wenn sich dieser Gedanke doch nur endlich durchsetzen würde in der Pferdewelt!

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(mit Ausschnitten aus der DVD)

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8. September 2015 von Tania Konnerth • Kategorie: Arbeit an der Hand, Buchtipps 0 Kommentare »

Buch-Tipp: „Am Langen Zügel“ von Saskia Gunzer und Nicole Künzel

„Am Langen Zügel“ von Saskia Gunzer und Nicole Künzel
Stuttgart: Kosmos, 2011. – 200 S.
ISBN-10: 3930953692
ca. 29,- EUR (gebunden, durchgehend farbig illustriert)

Dieses Buch möchte ich als Ergänzung zu der auch von mir vorgestellten DVD von Saskia Gunzer besprechen. Hier wird sowohl auf die Geschichte dieser Arbeit eingegangen als auch ausführlich auf die nötige Ausrüstung. Es wird erklärt, welche Voraussetzungen für diese Arbeit gegeben sein müssen, wie man das Pferd dann an der Hand vorbereiten kann und wie sich die verschiedensten Lektionen am Langen Zügel erarbeiten lassen und das vom ersten Antreten bis hin zu den Lektionen der Hohen Schule. Das großformatige Buch ist reich mit Fotos und Zeichnungen illustriert.

Zu den Fotos habe ich einige Kritikpunkte. So wird z.B. gesagt, dass nur ein korrekt verschnallter Kappzaum optimal wirken kann, gezeigt wird aber einer, der viel zu tief liegt, so dass er bereits auf dem weichen Teil der Pferdenase liegt. Auf sehr vielen Fotos verhindert ein z.T. leider sichtbar eng verschnallter Sperrriemen, dass die Pferde ihr Maul öffnen können (auf der DVD betont Saskia Gunzer, wie wichtig es ist, dem Pferd diese Möglichkeit nicht zu nehmen!). Und ob Ausbinder bei der Arbeit an der Hand nötig sind, könnte man zumindest diskutieren.

Das Fazit für dieses Buch fällt für mich deshalb gemischt aus. Es ist ein schön aufgemachtes Werk, das viele Seiten der Arbeit am Langen Zügel beleuchtet, aber eben auch ein paar „Schönheitsfehler“ hat. Mir persönlich gefällt die DVD besser, denn im Film lässt sich die konkrete Arbeit besser vermitteln.

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8. September 2015 von Tania Konnerth • Kategorie: Arbeit an der Hand, Buchtipps 3 Kommentare »

Doppellonge mal anders: das Fahren vom Boden

Auf unseren Beitrag zum Thema Bodenarbeit mit Pferden haben wir einen Beitrag von Gesine bekommen, der sicher eine schöne Inspiration für viele ist, die mal Lust darauf haben, am Boden etwas Neues auszuprobieren. Wir selbst kennen das unter „Langzügelarbeit“ bzw „Fahren vom Boden“ und stellen das ausführlich in unserem Aufbaukurs zum Longenkurs vor. Diese Arbeit ist grundsätzlich eine wirklich nette Ergänzung zu den bereits bekannteren Bodenarbeitsweisen und eignet sich hervorragend dazu, (auch, aber nicht nur nicht-reitbare) Pferde fit zu halten.

fabHier also nun Gesines Text:

Die Arbeit an der Doppellonge kennt man ja; hier in Norwegen bin ich aber einer ein bisschen anderen Art der Doppellongen-Arbeit begegnet, die hier für viele, besonders Jungpferde in der Ausbildung, egal ob zum Reit- oder Fahrpferd, angewandt wird. Genannt wird das tømmekjøring, ”Fahren mit Leinen”, oder besser:  Fahren ohne Wagen. Natürlich wird das erstmal in der Bahn geübt, das Pferd an die Leinen gewöhnt, an die Führposition hinter dem Pferd und grundlegende Kommandos. Manche hören da auch schon wieder auf, aber dann, finde ich, wird es erst spannend. Dann geht es nämlich raus, auf die Wege, rauf und runter, rechts und links.

  • Vorteile gegenüber dem Führen: Das Pferd hat mehr Platz um sich herum, man kann schmale Wege entlang balancieren, es macht nichts, wenn das Pferd mal zur Seite hüpft; es bekommt dann nicht automatisch einen Ruck am Strick oder hüpft einen selbst über den Haufen, es kann seinen Weg in unebenem Gelände selber suchen. Auf offenen Flächen kann man auch gerne mal eine Runde oder zwei um Trab doppel-longieren, wenn man denn möchte.
  • Vorteile gegenüber dem Fahren: Man braucht keinen Wagen 🙂 Man kann alle möglichen Wege und Pfade entlanggehen, man kann im Wald klettern, ohne das Pferd zu behindern, ein paar unkontrollierte Bewegungen des Pferdes bringen einen nicht gleich in Lebensgefahr. Man kann Steigungen zum Intervall-Training nutzen, ohne dass das Pferd Gewicht ziehen muss. Dabei kann man das Pferd quasi nicht physisch überfordern, denn man läuft ja selber jeden Meter mit, und normalerweise haben unsere Pferde uns ja einiges voraus in Sachen Kondition 😉
  • Vorteile gegenüber dem Reiten: Das Pferd kann sich ohne Gewicht bewegen, man ist auf minimale Hilfengebung angewiesen, das Pferd lernt, selbständig Gefahrensituationen einzuschätzen. Reiter, die nicht hundertprozentig ausbalanciert sitzen, können so trotzdem Natur und Landschaft gemeinsam mit ihrem Pferd genießen. Man selbst lernt, sehr kleinschrittig zu trainieren, denn sollte man das Pferd mental überfordern – wird es z.B. nicht an Autos gewöhnt, bevor man an die Landstraße geht o.ä. – ja, dann geht man alleine nach Hause. Aus meiner Erfahrung ist es nicht möglich, ein Pferd an den Leinen zu behalten, wenn es das nicht will, weder mit Halfter, Sidepull noch mit Trense. (Die Verwendung von schärferen Gebissen oder Zäumungen schließt sich eh aus.) Also empfehle ich, mit einem leichten Zaum ohne Gebiss zu arbeiten, damit, wenn das Pferd mal tatsächlich auf dem Hacken kehrt macht und nach Hause rennt, es nicht zu Verletzungen im Maul kommt, sollte das Pferd auf die Leinen treten.

Herzlichen Dank an Gesine und nun die Frage in die Runde: Wer hat damit schon Erfahrungen gemacht und mag berichten? Gibt es Tipps oder weitere Anregungen? Wir sind gespannt!

14. April 2015 von Tania Konnerth • Kategorie: Arbeit an der Hand, Jungpferdausbildung, Longieren 12 Kommentare »

Beginne nie mit dem Zielbild

„Beginne nie mit dem Zielbild!“ – So lautet ein Leitsatz aus dem Clickertraining. Tatsächlich aber ist dieser Leitsatz nicht nur für das Clickertraining wichtig, sondern für die gesamte Pferdeausbildung. Leider wird er viel zu häufig vernachlässigt…

Beginne nie mit dem Zielbild!

Was ist mit diesem Satz gemeint?

Natürlich haben wir alle, wenn wir eine Lektion mit einem Pferd erarbeiten wollen, ihre korrekte Ausführung im Kopf. Wir denken also z.B. an ein perfektes Angaloppieren, an einen perfekten Zirkel im Trab oder an ein korrektes Schulterherein. Eine klare Vorstellung von dem zu haben, was wir uns erarbeiten wollen, ist gut, denn unsere inneren Bilder geben uns die Richtung vor. Aber eben nur die Richtung. Wir können ein Ziel anstreben, aber nicht mit diesem Ziel beginnen.

Ein guter Trainer oder Pferdemensch unterteilt deshalb jede Übung in möglichst viele Teilschritte und geht dann ganz kleinschrittig an eine Übung heran. Erst wenn ein Teilschritt vom Pferd verstanden wurde, geht er einen Schritt weiter. Manchmal muss man sogar wieder einige schon erreichte Teilschritte zurückgehen, denn Lernen ist kein geradliniger Vorgang, sondern findet in Wellen statt.

Dieses Vorgehen erspart vieles an so genannten Widersetzlichkeiten, die entstehen wenn ein Pferd eine Aufgabe nicht versteht oder überfordert ist. Es verhindert, dass das Pferd Fehler macht und dadurch demotiviert wird. Und es ermöglicht ein schönes Miteinander von Mensch und Pferd, da sich der Mensch auf diese Weise dem Lern- und Versteh-Tempo des Pferdes anpasst.

Ein Beispiel

Schauen wir uns einmal in der Praxis an, wie ein solch kleinschrittiges Vorgehen aussieht. Es eignet sich nicht nur dazu, dem Pferd etwas ganz Neues beizubringen, sondern auch bereits Bekanntes neu aufzubauen, z.B. um einem Pferd eine eher ungeliebte Lektion schmackhaft zu machen. Als Beispiel nehmen wir das Rückwärtsrichten, das von vielen Pferden ungern ausgeführt wird.

Wollen Sie Ihrem Pferd z.B. das Rückwärtsrichten beibringen, so erwarten Sie nicht gleich zu Beginn, dass Ihr Pferd sofort einige Schritte rückwärts macht! Und das eben bitte auch dann nicht, wenn es diese Lektion eigentlich schon beherrscht. Gehen Sie zunächst von Null aus und setzen Sie sich als ersten Teilschritt, dass Ihr Pferd seinen Körperschwerpunkt nach hinten umlagert. Mehr nicht!

Loben Sie es dafür und üben Sie diese Gewichtsverlagerung mehrere Male.

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13. November 2012 von Babette Teschen • Kategorie: Arbeit an der Hand, Aus dem Reitunterricht und Coaching, Aus der Bereiterpraxis, Clickertraining, Jungpferdausbildung, Longieren, Reiten, Umgang 6 Kommentare »

Buchtipp: Gymnastizierende Arbeit an der Hand“ von Oliver Hilberger

Gymnastizierende Arbeit an der Hand: Schritt für Schritt zu Losgelassenheit und Selbstvertrauen von Oliver Hilberger
Brunsbek: Cadmos Verlag, 2008. – 160 S.
ISBN 38618274493
ca. 20,- EUR (durchgehend farbig illustr.)

Die Arbeit an der Hand bietet nicht nur eine schöne Abwechslung zum Reiten, sondern darüber hinaus kann man mit ihr auf sanfte und wirkungsvolle Weise Lektionen vom einfachen Antreten bis hin zur hohen Schule erarbeiten. Davon kann man dann wiederum vom Sattel profitieren. Darüber hinaus ist die Arbeit an der Hand oft auch eine gute Alternative für Pferde, die nicht mehr voll belastet werden können und kann auch sehr gut in der Jungpferdausbildung eingesetzt werden.

Das vorliegende Buch bietet eine exzellente Einführung in die Arbeit an der Hand. Die reichlichen Foto-Illustrationen leiten die einzelnen Schritte anschaulich an, so dass dieses Buch eine gute Basis für das Selbststudium bietet.

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30. Oktober 2011 von Tania Konnerth • Kategorie: Arbeit an der Hand, Buchtipps, Jungpferdausbildung 0 Kommentare »

Buchtipp: „Bea Borelles Pferdetraining“ von Bea Borelle

„Bea Borelles Pferdetraining“ von Bea Borelle
Stuttgart: Kosmos, 2002. – 213 S.
ISBN 3-440-08903-7
ca- 25,- EUR (gebunden, farbig illustriert)

Für alle, die die Bodenarbeit weiter vertiefen möchten.Hier geht es sowohl um Grunderziehung, wie um die Vorbereitung für das Leben unter dem Sattel, als auch um Spiel, Scheutraining u.v.m.

Mich begeistert Bea Borelles positive, verspielte und liebevolle Art!

 

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20. April 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Arbeit an der Hand, Buchtipps, Jungpferdausbildung, Reiten, Spiele & Co 0 Kommentare »

Eine interessante Übungsreihe für mehr Schulterkontrolle

Ich arbeite mit meinen Jungs auch gerne an der Hand. Vom Boden aus lässt sich vieles leichter vermitteln und man kann dann beim Reiten erheblich von der bereits vorhandenen Basis profitieren.

Vor einigen Tagen entwickelte ich eine sehr schöne Übungsreihe, die exzellent dazu geeignet ist, Schulterkontrolle zu erlangen und das Pferd von der Vohand wegzubekommen. Voraussetzung ist, dass das Pferd bereits entspannt an der Hand läuft und sich in Volten biegen und stellen lässt ohne eilig zu werden. Später kann man die Übung dann auch gut reiten.
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18. Juli 2008 von Tania Konnerth • Kategorie: Arbeit an der Hand 9 Kommentare »

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    Alles zum Thema Longieren finden Sie hier und unsere Beiträge zum Clickertraining hier. Eine Übersicht über unsere Kurse, E-Books und Bücher finden Sie hier.

    Und wer sind wir? Wir sind Babette Teschen und Tania Konnerth, Betreiberinnen dieser Seite seit 2008 – einen Artikel zu unserem 10-jährigen Bestehen gibt es hier. Wir teilen in diesem Blog unsere persönlichen Erfahrungen und unser Wissen mit Ihnen und Euch und freuen uns auf Kommentare und Rückmeldungen.

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