Wie sinnvoll sind Methoden in der Pferdewelt?

Ausbildungs-, Reit- oder Erziehungsmethoden faszinieren und begeistern viele von uns, denn Methoden versprechen, dass wir nur Das-und-das machen müssen, damit wir Dieses-und-jenes erreichen. Methoden erscheinen oft sehr logisch und vermitteln uns das Gefühl, dass wir durch sie wissen, was das „Richtige“ ist.

Genau damit sind wir aber auch schon mitten im Problem, denn Methoden können leider nie allgemein, sondern immer nur punktuell „richtig“ sein, da sie zwangsläufig auf einer Vereinfachung von sehr komplexen Prozessen basieren. Und so ist es leider eine oft schmerzliche Illusion, dass uns eine Methode zuverlässig zu dem bringen kann, was wir uns wünschen – und das gilt für alle Bereiche unseres Lebens, aber eben vor allem auch in der Pferdewelt. Hier haben wir es ja nicht nur mit uns selbst zu tun, sondern mit einem anderen, komplexen Wesen und darüber hinaus mit einer noch komplexeren Wechselwirkung (auch Beziehung genannt).

Für mich gilt:

Methoden können uns wichtige Bausteine liefern,
aber nie den ganzen Weg bereiten.

Und das hat einen ganz simplen Grund: Jeder Weg ist anders und muss es auch sein, denn jedes Pferd ist anders, jeder Mensch und natürlich auch jede Kombination von Pferd und Mensch. Hinzu kommen dann noch jeweils verschiedene Lebensphasen, die Tagesform, Stimmungen, Einflüsse von außen und anderes mehr. Es liegt auf der Hand, dass jede Methode naturgemäß zu kurz greifen muss, denn kein noch so ausgefeiltes System kann all das berücksichtigen. Meiner Erfahrung nach entsteht aus der Vorstellung, dass wir nur dem folgen müssen, was uns ein „Experte“ rät, was wir in einem Buch gelesen oder auf einem Seminar gehört haben, und dass wir nur ganz bestimmte Dinge vielleicht noch in einer bestimmten Reihenfolge tun müssen, damit etwas mit dem Pferd funktioniert oder es ihm besser geht, viel Not, einfach deshalb, weil das, wenn überhaupt, nur teilweise klappen kann. Oft wird aber eine Methode um jeden Preis weitergeführt, sei es, weil man sich selbst nicht traut, sie abzuwandeln oder weil alle anderen es doch auch so machen oder weil man vielleicht schon einiges an Geld und Zeit investiert hat. 

Der Ausweg aus dem Dilemma ist, Methoden viel, viel mehr als Anregungen zu sehen und als Quellen von Ideen und Möglichkeiten, aber eben nicht als Weg an sich. Denn in dem Moment, in dem wir den Mut finden, uns von allgemeinen Vorgaben, Ratschlägen und Methoden zu lösen, wird überhaupt erst der eigene Weg möglich. Denn dann stellen wir uns Fragen, wie:

  • Was habe ich denn eigentlich wirklich für ein Pferd? – statt: Was würde ich gerne für eines haben?
  • Was kann ich wirklich geben und leisten? – statt: Wozu bringe ich mich, weil ich denke, ich muss?
  • Was braucht mein Pferd und was brauche ich?  – statt: Was sagen andere, dass mein Pferd und ich brauchen?
  • Worum geht es uns wirklich? – statt: Was geben mir andere vor, worum es gehen soll?

Und das sind Fragen, die wirklich weiterbringen. 

Tipp: In der neuen Pferde-Community Dein Weg zum Pferd geht es genau darum, den Mut und die Kraft für den eigenen Weg zu finden – schaut mal vorbei.

Methoden in der Pferdewelt

14. Dezember 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Erkenntnisse, Longieren, Reiten, Umgang, Verhalten 1 Kommentar »

Natürlich positiv – Longieren mit positiver Verstärkung: Die Laufmanier

Hier kommt ein weiterer Teil dieser kleinen Serie, die sich damit befasst, wie sich das Longieren nach unserem Longenkurs auch nur mit positiver Verstärkung umsetzen lässt (das Grundwissen über das Clickertraining vermittelt unser Clickerkurs). Im ersten Teil ging es um die Grundlagen – hier nachzulesen und im zweiten Teil habe ich gezeigt, sie sich eine der Basislektionen, nämlich das Führen in Stellung rein mit positiver Verstärkung erarbeiten lässt. Bevor ich weiter einzelne Lektionen vorstelle, möchte ich in diesem Teil ein grundsätzliches Problem beleuchten, das nicht nur, aber eben auch vor allem, wenn man mittels positiver Verstärkung vorgeht, schnell auftritt. 

Das Ganze ist mehr als seine Teile

Etwas, das durch das Lesen eines Selbstlernkurses oder auch einer solchen Serie, wie dieser hier, ganz leicht passiert, ist, dass man sich zu sehr auf einzelne Übungen und Lektionen oder Körperhaltungen konzentriert und dabei das große Ganze aus den Augen verliert. Wer sich zum Beispiel mit seinem Pferd gerade das „Führen in Stellung“ erarbeitet, neigt dazu, nur die Kopfhaltung im Blick zu haben und darüber den Rest des Pferdes zu vergessen. Allein die korrekte Stellung hilft uns beziehungsweise dem Pferd ja aber nur bedingt weiter, denn sie ist ja nur ein Baustein im Gesamtbild „Gute Laufmanier“. 

Das Prinzip der positiven Verstärkung macht das Problem meist noch etwas deutlicher: Da man ja ganz konzentriert den richtigen Moment für den Click sucht, schaut man mit einem sehr engen Fokus auf sein Pferd. Damit das Pferd verstehen kann, welche Genickbewegung im Sinne einer korrekten Stellung die Richtige ist, braucht man eben genau diese kleine Bewegung, um das dann zu clickern. Gleichzeitig aber kann das Pferd dabei vielleicht gerade den Rücken wegdrücken, sich verspannen, den Takt verloren haben und anderes mehr – und doch erhält es die Botschaft: Das, was Du jetzt machst, ist richtig. Und dieser Tücke sollten wir uns immer gut bewusst sein!

Merke: Bewegung ist immer eine Kombination
aus vielen Einzelelementen. Fokussieren wir zu sehr
auf eine einzelne Sache, vernachlässigen wir andere
und
verhindern damit ein harmonisches Ganzes. 

Ziel unserer Trainingsarbeit mit dem Pferd ist eine gute und gesunde Laufmanier – und das sollte immer hinter allem stehen, was wir gerade tun. Es sind viele kleine Details, die unser Pferd dorthin bringen, aber nur, wenn sie alle harmonisch ineinandergreifen, kann das Pferd wirklich in eine gute Laufmanier finden. 

Gute Bewegungen positiv verstärken

Um zu verhindern, dass wir zu stark auf Einzelheiten fokussieren und damit auch ein Stück weit zu verbissen an einem Detail arbeiten und unser Pferd damit frustrieren, ist es wichtig, im Training nicht nur von der Detail-Seite her zu kommen, sondern immer auch von der Bewegung, so wie sie ist. Wir müssen das Pferd also auch einfach mal selbst machen lassen!

Ganz praktisch lasse ich Pferde in einer Trainingseinheit immer auch einfach laufen, auch solche, bei denen die Laufmanier noch nicht gut ist. Ich arbeite hier am liebsten frei mit dem Pferd, denn so kann ich gut sehen, was schon da ist und wo es noch hakt. Im freien Laufen zeigt fast jedes Pferd auch schon Details, die wir suchen, manche mehr, manche weniger. Aber wenn wir diese positiv verstärken, können wir auf diese Weise schon manches etablieren, ohne es aktiv (und manchmal doch eher mühsam) über Lektionen zu erarbeiten. 

Hier seht Ihr einige Aufnahmen von Anthony im freien Laufen an einem guten Tag – überlegt, mal welche Elemente einer guten Laufmanier hier schon positiv verstärkt werden könnten: 

Freiarbeit

Na, habt Ihr welche entdeckt? Da sind zum Beispiel:

  • eine gute Halshaltung,
  • die Nase leicht vor der Senkrechten
  • ein Treten des Hinterbeins Richtung Schwerpunkt, 
  • ein Aufwärtsgalopp mit weit Richtung Schwerpunkt greifendem Hinterbein
  • ein Abwenden, ohne nach innen zu kippen, 
  • mehr Aufrichtung und eine Rahmenverkürzung,
  • eine Schwebephase im Trab. 

Ich habe Euch diese Elemente hier mal mit Linien und Pfeilen markiert, um das zu verdeutlichen (eine ausführliche Blickschulung gibt es in unserem Kurs „Sehen lernen„):

Gute Laufmanier

Wechsele immer wieder zwischen Detailarbeit und Gesamtbild

Ich empfehle sehr, die Feinarbeit an den Details und das Feilen an einzelnen Lektionen immer gut und häufig mit dem freien Laufen und der Bewegung als Ganzes abzuwechseln. Wenn ein Pferd beim freien Laufen eine gute Haltung einnimmt und wir das positiv verstärken, bekommt es sehr viel schneller und besser eine Idee dafür, was wir eigentlich genau erreichen möchten. Darüber hinaus verstärkt es die guten Bewegungen dann sogar ein Stück weit selbst positiv, denn eine gute Laufmanier ist für das Pferd etwas Angenehmes – sie schenkt ihm Kraft, Geschmeidigkeit, Energie und Lust am Laufen. Faktoren, die leider, wenn wir uns zu sehr auf einzelne Details konzentrieren, schnell verloren gehen.

Pferde sind Lauftiere, sich zu bewegen liegt in ihrer Natur und macht ihnen Freude. Vor lauter Kleinigkeiten, auf die wir zu achten lernen, sollten wir ihm diese Freude am Laufen nie nehmen oder verderben, sondern im Gegenteil, sie immer wieder einladen, fördern und uns an ihr freuen! Gibt es etwas Schöneres, als ein Pferd zu erleben, das sich selbst in seinem Bewegungsmöglichkeiten ausprobiert und über sich hinauswächst?

Freiarbeit

16. November 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Clickertraining, Freiarbeit, Gesundheit, Jungpferdausbildung, Longieren, Reiten 0 Kommentare »

Natürlich positiv – Longieren mit positiver Verstärkung: Das Wangentarget

Dies ist der zweite Teil der kleinen Serie, in der ich zeigen möchte, wie sich das Longieren nach unserem Longenkurs auch nur mit positiver Verstärkung umsetzen lässt. Im ersten Teil ging es um die Grundlagen – hier nachzulesen. In diesem Teil soll es nun darum gehen, wie sich das Stellen erarbeiten lässt. Das grundsätzliche Wissen über das Clickertraining gibt es in unserem Clickerkurs

Die korrekte Stellung oder die Übung „Das Führen in Stellung“

Eine Schlüsselübung des Longenkurses ist die Übung „Führen in Stellung“. Mit ihr vermitteln wir dem Pferd, wie es in korrekter Stellung im Schritt antreten soll. Die korrekte Stellung ist der erste Baustein der guten Laufmanier, denn es gilt: „Ohne Stellung keine Biegung“.

Im Longenkurs gehen wir dafür so vor, dass wir unsere Hand direkt auf das Kappzaum-Eisen legen und das Pferd sanft dabei unterstützen, sich korrekt im Genick zu stellen. Für uns geht dieses Vorgehen nicht gegen unseren Wunsch, mit positiver Verstärkung zu arbeiten, da hier kein Zwang ausgeübt werden soll, sondern es vielmehr dem gleicht, was man im Yoga „Adjustment“ nennt oder was zum Beispiel auch gute Reit- oder Tanzlehrer machen: durch Berührung und sanfter Führung Impulse für die richtigen Bewegungen und Haltungen zu geben. 

Wollen wir uns aber das nur über die positive Verstärkung erarbeiten, bietet sich dafür das sogenannte Wangentarget an.

Das Wangentarget

Beim normalen Targettraining berührt das Pferd das Target mit der Nase. Genauso gut kann ein Pferd aber auch lernen, ein Ziel mit anderen Körperteilen zu berühren. Beim Wangentarget lernt es, das Ziel, also meist die Hand, mit seiner Wange zu berühren.

Nico lernt hier gerade, seine Wange ruhig gegen Petras Hand zu legen:

Wangentarget

Wenn das Pferd verstanden hat, dass es darum geht, dass es mit seiner Wange die Hand berühren soll, kann man diese nun etwas von der Wange weghalten, so dass es den Kopf leicht wenden muss, um die Hand mit der Wange zu berühren. 

Wangentarget

Wir können damit erreichen, dass das Pferd im Genick den Kopf leicht zu uns hindreht, ohne gleich den ganzen Hals mitzunehmen.

Wenn das Pferd erst einmal nicht versteht, was es tun soll, kann man ihm mit dem gewohnten Target helfen. Auf den folgenden Fotos ist zu sehen, dass Anthony auf der rechten Seite nicht wirklich weiß, was er tun soll. Ich halte ihm das gewohnte Target hin, das er sonst mit der Nase berührt, damit er auf die richtige Idee kommt. Ich clicke dann genau in dem Moment, in dem er den Kopf korrekt zu mir stellt. 

Achtung: Hier muss man wachsam und schnell mit dem Click sein, damit die Nase nicht zu weit rumkommt, denn die korrekte Stellung besteht nur in einer sehr kleinen Bewegung im Genick (nicht schon im Hals), die korrekt ausgeführt werden sollte. Auch wenn es nicht um Perfektion geht,solltet Ihr doch gut darauf achten, dass sich das Pferd wirklich korrekt stellt und Ihr auch nur das clickt, damit es sich nicht etwas angewöhnt, was nachher nur schwer zu korrigieren ist.

Die korrekte Stellung ist keine Biegung des Halses, sondern nur eine kleine seitliche Bewegung im Genick. Auf diesen beiden Bildern ist zu sehen, wie es nicht aussehen soll. Auf dem ersten Bild ist die Abstellung zu stark und auf dem zweiten Foto verwirft Anthony sich:

Das Verwerfen ist ein häufiger Fehler sowohl beim Longieren als auch beim Reiten. Dabei kippt das Pferd den Kopf nur, stellt sich aber nicht. Die Ohren müssen auf gleicher Höhe bleiben, so wie hier zu sehen: 

Wangentarget

So sieht das schon ganz gut aus:

Wenn das Wangentarget  im Stand gut klappt, lässt sich das mit dem Signal zum Antreten im Schritt verbinden, und zwar auf einem eher kleinen Kreis. Auf einem großen Kreis ist weniger Stellung nötig als auf einer kleinen Volte und um dem Pferd deutlich zu machen, worum es geht, ist der kleine Kreis hilfreicher als ein großer Zirkel. Hier könnt Ihr sehen, wie ich Anthony mit dem bekannten Target den Weg weise und ihn mit dem Wangentarget an die Stellung erinnere. Auf dem dritten und vierten Bild verliert er die Stellung, auf dem fünften ist er wieder gut gestellt.

Wichtig: Geht immer weit genug vorne auf Kopfhöhe mit! Wenn Ihr zu weit nach hinten kommt, wird sich das Pferd zu stark im Hals biegen. 

Tipp: Wenn Euer Pferd das Wangentarget verstanden hat, ist es sehr nützlich dafür ein gesprochenes Signal einzuführen, also zum Beispiel „Stell dich“. Dann könnt Ihr Euer Pferd ohne Handzeichen an die Stellung erinnern.

Später kann man das Wangentarget dann auch in höheren Gangarten nutzen, um an der Stellung zu arbeiten – mit dem Handzeichen oder eben mit dem akustischen Signal: 

Aber das ist dann schon wieder eine andere Übung. 🙂 
Weiter mit Teil 3: Die Laufmanier.

28. September 2021 von Tania Konnerth • Tags: , , • Kategorie: Clickertraining, Jungpferdausbildung, Longieren 0 Kommentare »

Natürlich positiv – Longieren mit positiver Verstärkung: Basisbausteine

Hier im Blog von „Wege zum Pferd“ und in unseren Kursen findet Ihr immer wieder den Begriff „positive Verstärkung“, denn wir arbeiten schon lange mit diesem sehr pferdefreundlichen Trainingsprinzip (siehe auch unseren Clickerkurs und unsere Blogbeiträge).

Die positive Verstärkung

Was genau ist eigentlich mit „positiver Verstärkung“ gemeint?

Positive Verstärkung bedeutet, dass statt
aktiv Hilfen zu geben, um ein Verhalten zu erreichen,
gewünschtes Verhalten konsequent belohnt wird,
damit das Pferd motiviert wird, genau das
von sich aus weiter oder öfter zu tun.

Der entscheidende Punkt ist also der,

  • dass wir nicht mehr mittels mehr oder weniger subtiler Hilfen vorgeben, was das Pferd tun soll, und entsprechend deutlicher werden oder gar strafen, wenn das Pferd nicht tut, was wir wollen,
  • sondern dass das Pferd lernt, die Dinge selbstständig und aus einer eigenen Motivation heraus zu tun (siehe dazu auch hier).

Und das ändert das Miteinander mit dem Pferd ganz entscheidend. Wir empfinden eine Kombination aus positiver Verstärkung und einer sanften, freundlichen Hilfengebung als einen wundervollen Weg, mit Pferden zu kommunizieren und mit ihnen zu arbeiten. 

Nun kommen immer häufiger Anfragen dazu, ob es unseren Longenkurs auch mit Anleitung für eine rein positive Verstärkung gibt. Was für eine tolle Entwicklung, denn das wäre vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen. Das freut uns sehr! Natürlich möchten wir das Thema deshalb hier auch aufgreifen und hier im Blog mal ganz praktisch zu zeigen, wie sich die Elemente des Longenkurses auch allein mittels positiver Verstärkung erarbeiten lassen.  

Die Grundbausteine für das Longieren mit positiver Verstärkung

Wenn wir ein Pferd über die positive Verstärkung nach dem Longenkurs arbeiten wollen, brauchen wir zunächst die Grundbausteine für die positive Verstärkung – in diesem Fall:

  • die Konditionierung auf den Click oder ein Lobwort (siehe dazu auch hier) und
  • das Targetraining als Möglichkeit, ein Pferd ohne negative Verstärkung in die Bewegung zu bekommen (siehe dazu auch hier).

Wer von Euch schon mit der positiven Verstärkung arbeitet, kennt diese Grundbausteine bereits. Aber für diejenigen, die hier neugierig auf diesen Weg geworden sind, möchte ich sie kurz vorstellen. Bitte beachten: Ich gehe hier nur auf die Basiselemente in Hinblick auf das Longieren ein, natürlich gibt es im Rahmen der Ausbildung eines Pferdes nach den Prinzipien der positiven Verstärkung viele weitere tolle und spannende Lernaufgaben und auch viele weitere Dinge zu beachten – dazu findet Ihr mehr in unserem Clickerkurs

Nehmt Euch bitte Zeit, die Basisbausteine in aller Ruhe (also in mehreren kleinen Einheiten) und mit viel Entspannung zu erarbeiten. Ein häufiges Problem, das oft dazu führt, dass das Clickertraining wieder aufgeben wird, ist dass die Pferde zu hibbelig und drängelnd werden. Das aber liegt ganz oft daran, dass der Mensch zu schnell vorgeht und nicht auf eine entspannte Grundatmosphäre achtet. Hier könnt Ihr dazu einen Blogbeitrag lesen.

Das Grundprinzip: Click = super!

Die positive Verstärkung basiert darauf, dass wir einem Pferd (oder einem anderen Tier) mit einem bestimmten Geräusch oder einem Lobwort punktgenau sagen können: „Das, was Du jetzt gerade gemacht hast, ist toll.“ Auf dieses Geräusch oder das Lobwort hin erhält das Pferd klassischerweise ein Futterlob. Bei Pferden, die es lieben, gekratzt zu werden, kann auch das Kratzen der Lieblingsstelle als Belohnung genutzt werden. Entscheidend ist, dass wir eine Belohnung wählen, die das Pferd als so attraktiv empfindet, dass es davon gerne mehr möchte. Es reicht nicht, dass wir Menschen das Lob toll finden, es muss wirklich vom Pferd als eine erstrebenswerte Sache erlebt werden, damit es motiviert ist, darauf zu achten, welches Verhalten den Click auslöst und es damit eine Belohnung verdienen kann. Das Zauberhafte an diesem kleinen Prinzip ist, dass wir damit die Basis für sehr komplexe Kommunikationsmöglichkeiten schaffen. Denn auch wenn die Belohnung an sich für das Pferd natürlich ein Anreiz ist, so verstehen die meisten Pferde sehr schnell, dass sie durch die Arbeit mit dem Click sehr viel schneller erkennen können, was genau von ihnen gewünscht ist, statt wie im herkömmlichen Umgang mittels Versuch und Irrtum (der leider oft Strafen nach sich zieht), erraten zu müssen, was der Mensch will. Und das motiviert viele Pferde sehr.

Das Geräusch wird häufig mit einem so genannten Knack-Frosch erzeugt, also mit diesem Kinderspielzeug, das das typische „Click-Geräusch“ macht (daher kommt auch die Bezeichnung Clicker-Training).  Ich persönlich nutze lieber den so genannten „Zungen-Click“, da mir der Knack-Frosch zu laut ist und ich ihn auch nicht in der Hand halten möchte. Ich mache also mit der  Zunge einen Click-Laut, der sich aber deutlich von meinem Schnalzen unterscheidet. Grundsätzlich geht jedes Geräusch, das wir wiederholt und ohne Schwierigkeiten erzeugen können, das wir ausschließlich für diesen Zweck nutzen und das dem Pferd natürlich nicht unangenehm sein darf. Man kann auch ein Lobwort nehmen, nur habe ich festgestellt, dass es kaum einem Menschen möglich ist, ein Wort zuverlässig in jeder Situation gleich zu sprechen, also unabhängig von den eigenen Emotionen. Das aber ist wichtig.

Die Konditionierung auf den Click

Als Erstes müssen wir dem Pferd die Bedeutung des Clicks vermitteln. Dafür können wir gleich den zweiten Grundbaustein nutzen, nämlich das Targettraining. Hierfür soll ein Pferd ein Zielobjekt (= Target) mit der Nase berühren. Da die meisten Pferde Dinge naturgemäß gerne neugierig mit der Nase erforschen, braucht man meist nur das Target vor die Nase des Pferdes zu halten und ein bisschen zu warten.

Hier seht Ihr ein paar Fotos aus der allerersten Einheit, die ich mit dem zu diesem Zeitpunkt vierjährigen Norwegerwallach Mucki gemacht habe. Als Target nutze ich eine Fliegenklatsche. Zuerst hat Mucki noch keine Idee, was ich von ihm möchte und interessiert sich mehr für mich. Ich warte einfach, bis er – zufällig oder bewusst – zum Target schaut und mache bei dem ersten Ansatz  meinen Zungenclick und gebe ihm etwas Futter. Die meisten Pferde brauchen nicht lange, um zu verstehen, dass es um das Target geht. Je nach Persönlichkeit werden sie es neugierig berühren und das clicke ich natürlich sofort, worauf wieder die Belohnung folgt. Mucki hatte innerhalb kürzester Zeit verstanden, dass eine Berührung der Fliegenklatsche Click + Futter bedeutet. 

Positive Verstärkung

Noch eine kleine Extra-Erklärung: Auf dem Boden steht eine Futterschüssel, in die ich das Futter für Mucki werfe. Mucki hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht gelernt, Futter ruhig aus der Hand zu nehmen; im Eifer erwischte er deshalb auch mal die Hand. Um das Futter überhaupt erstmal ins Spiel zu bringen und um selbst gelassen zu bleiben, warf ich es nach dem Click einfach in die Futterschüssel. 

Wichtig: Da die meisten Pferde das Prinzip des Clickertrainings fast schneller verstehen als wir Menschen, berühren sie dann das Target immer wieder von sich aus, worauf der Mensch begeistert sein Click-Geräusch macht und das Pferd belohnt. Und damit clickert das Pferd dann Euch 🙂 Damit geht Ihr am besten um, indem Ihr ein Signal zum Berühren des Targets einführt. Ich benutze dafür das Wort „Touch“ (englisch für „Berühre“). Ich halte das Target hin und sage „Touch“ und clicke, wenn das Pferd es berührt. Berührt es das Target ohne mein Signal gibt es keinen Click (aber auch keine Strafe!). Das übe ich, bis es zuverlässig sitzt. Hier spricht man davon, ein Verhalten unter Signalkontrolle zu stellen. Damit kann man eher übereifrige Pferde sanft bremsen und dazu anhalten, aufmerksam zu sein. 

Kopf- und Halsposition beeinflussen

Mit dem Target habe ich nun schon tolle Möglichkeiten, mein Pferd aufzuwärmen und zu dehnen, denn ich kann das Target und damit auch den Pferdekopf und Hals in ganz unterschiedliche Positionen bringen. Das ist hier bei Anthony prima zu sehen: 

Positive Verstärkung

Der Clou ist, dass das Pferd alle Bewegungen von sich aus ausführt. 

In die Bewegung kommen 

Beim Longieren geht es ja aber nicht ums Stillstehen, sondern um Bewegung, also müssen wir uns nun noch das Vorwärtslaufen mit der positiven Verstärkung erarbeiten. Hierfür können wir ebenfalls bestens das Targetraining nutzen. 

Auf den folgenden Fotos könnt Ihr die dreijährige Haflingerstute Ally sehen, der ich da gerade das Antreten mit dem Target erkläre. Nachdem sie verstanden hatte, dass sie das Target berühren soll, fing ich an, das Target etwas weiter weg zu halten, bis sie den ersten Schritt vorwärts machte. Da folgte natürlich gleich ein Click und reichlich Lob. Und so war es ganz einfach, ihr zu vermitteln, dass es nun darum geht, dem Target zu folgen. Auch hier kann ich dann ein Stimmkomando einführen, wie z.B. ein Schnalzen oder ein „Und Scheritt“ oder Ähnliches.

Targettraining

Damit haben wir nun also ein Pferd, das wir nur durch positive Verstärkung im Schritt antreten und vorwärtsgehen lassen können und dessen Kopf- und Halshaltung wir beeinflussen können. Auf dem dritten Bild ist gut zu sehen, wie schön sich die noch vollkommen untrainierte und unausgebildete Jungstute bereits etwas stellt und biegt. Die ersten Schritte zum guten Laufen auf dem Kreis sind damit gemacht! 

Tipp: Gewöhnt Euch gleich an, auch mal in der Bewegung zu füttern, damit das Pferd bei einem Click nicht immer automatisch stehenbleibt. So habt Ihr die Möglichkeit, auch in der Bewegung weiterzuarbeiten.

Noch ein Hinweis: Für alle, die die positive Verstärkung noch gar nicht kennen: Es ist natürlich nicht so gedacht, dass man nun ständig nur clickt und füttert. Wenn ein Lernschritt sitzt, schleicht man das Clicken und Füttern dafür sanft aus, in dem man variabel clickt und ein Verlaufslob nutzt. Wenn ich mir zum Beispiel das Antreten im Schritt erarbeite, clicke ich nicht mehr das bloße Berühren des Targets, wie zu Beginn, sondern ich clicke erst nach ein oder zwei Schritten, dann nach drei oder vier Schritten usw. 

Weiter mit Teil 2: Das Wangentarget.

31. August 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Clickertraining, Jungpferdausbildung, Longieren, Übungen 0 Kommentare »

Was tun, wenn das Pferd schnappt?

Schnappende Pferde sind nicht gerade ein Vergnügen. Herkömmlicherweise wird ein schnappendes Pferd bestraft, entweder mit einer scharfen stimmlichen Ermahnung oder auch handfest mit einem Klaps oder Schlag. Aus unserer Sicht ist dieses Vorgehen kontraproduktiv und nicht zu empfehlen. Es ist vielmehr wichtig, zu verstehen, dass ein Pferd mit seinem Schnappen und auch Beißen etwas auszudrücken versucht – das kann Frust sein oder Stress, es kann damit Schmerzen ausdrücken oder Überforderung, es kann Ärger damit zeigen oder Übermut und vieles mehr. Allein diese kleine Aufzählung zeigt, wie entscheidend es ist, das Verhalten eines Pferdes zu verstehen. Denn nur so können wir zu guten Lösungen kommen. 

Bei der Arbeit nach unserem Longenkurs arbeiten wir zum Teil ja sehr nah am Pferd und gerade bei Übungen wie dem „Führen in Stellung“ oder dem „Übertreten lassen“ kann uns ein Pferd, das schnappt oder gar beißt, ganz schön die Laune verderben. Wir möchten Euch deshalb hier einen Audio-Track aus unserem Audio-Programm Der Longenkurs im Ohr zur Verfügung stellen, in dem Babette sehr ausführlich auf das Problem des Schnappens eingeht. Ihre Tipps helfen Euch ganz sicher auch beim normalen Führen oder im Umgangen ganz allgemein. Wir hoffen, dass möglichst viele mit diesen Anregungen, das Schnappen ihres Pferdes in Zukunft anders sehen und so auch andere Wege finden, damit umzugehen – denn es lässt sich tatsächlich in den allermeisten Fällen gut in den Griff bekommen, wenn WIR uns ändern und lernen, besser auf unser Pferd einzugehen. 

Den Audio-Track könnt Ihr hier herunterladen – viel Freude damit!

Hörprobe Audiokurs zum Longenkurs

23. März 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Jungpferdausbildung, Longieren, Umgang, Verhalten 0 Kommentare »

Frag‘ Babette – Wie kann ich die Arbeit an der Longe interessant und spannend machen?

In meinem heutigen „Frag Babette“-Video beantworte ich die Frage, wie man die Longenarbeit abwechslungsreich und interessant gestalten kann. 

Viel Spaß beim Anschauen! (Link führt zu YouTube)

9. März 2021 von Babette Teschen • Kategorie: Allgemein, Longieren 0 Kommentare »

Trainiere mit Lob, nicht mit Strafe! – Inspiration des Monats

Mit unserer  Rubrik Inspiration des Monats nehmen wir uns jeweils ein Schwerpunktthema vor, für das wir Euch kurz und knapp Denkanstöße und Anregungen geben möchten. Lange Texte gibt es bei uns genug, aber gerade bei Basis-Themen denken wir, ist es wichtig, sie immer wieder mit in den praktischen Pferde-Alltag zu nehmen, um für eine längere Zeit im Herzen bewegt zu werden. Und meist sind es Schlüsselsätze oder -erkenntnisse, die man wirklich bei sich behält. 

Unser Tipp: Zieht Euch jeweils unsere Inspiration des Monats auf Euer Handy, damit Ihr die Fragen und Denkanstöße  für eine Weile immer dabei habt – Ihr werdet vielleicht überrascht sein, wie unterschiedlich Eure Antworten und Gedanken dazu in verschiedenen Situationen ausfallen können. 

Thema des Monats:
Trainiere mit Lob, nicht mit Strafe!

Viele von uns möchten gerne pferdefreundlich mit ihren Pferden umgehen und sie ebenso pferdefreundlich trainieren. Leider stammen aber viele Elemente der herkömmlichen Pferdeausbildung noch aus Zeiten, in denen man sich über Pferdebedürfnisse oder Lernpsychologie noch nicht so viele Gedanken gemacht hatte. Heute wissen wir sehr viel mehr darüber, wie Pferde am besten lernen und können unser Training entsprechend deutlich pferdegerechter gestalten.

Der pferdefreundlichste Weg, den wir kennen, ist die positive Verstärkung. Nach diesem Prinzip wird richtiges und erwünschtes Verhalten durch Futter- oder Stimmlob, durch Kraulen oder Ähnliches bestätigt und damit konsequent positiv aufgeladen. „Falsches“ oder unerwünschtes Verhalten wird, soweit möglich, ignoriert oder gegebenenfalls sanft korrigiert. Um zu verstehen, warum dieser Weg pferdefreundlich ist, müssen wir uns klarmachen, dass jedes Lebewesen, etwas aus zwei Gründen tut:

  • weil es entweder etwas Negatives vermeiden will oder
  • weil es etwas Positives erhalten oder erleben möchte.

Herkömmlicherweise wird in der Ausbildung von Pferden vor allem mit Korrekturen und Strafen gearbeitet. Dabei bleibt einem Pferd nur übrig, durch Versuch und Irrtum (ein mehr oder weniger unangenehmes Erlebnis) herauszufinden, was der Mensch will. Bei der positiven Verstärkung hingegen wird das Pferd durch die vielen positiven Erlebnisse dazu motiviert, aktiv mitzumachen. Lernen erfolgt hier, weil das Pferd sich etwas Gutes von der Mitarbeit mit dem Menschen verspricht – und das ändert alles.

Überlege doch einmal, wie Du selbst am liebsten lernst: in einem Umfeld, in dem Du Strafen fürchten musst, wenn Du einen Fehler machst, oder in einem, in dem Du für alles Richtige bestätigt und ermutigt wirst? Für uns liegt auf der Hand, dass Lernen durch positive Verstärkung eine tolle Sache ist!

Probier es doch einfach einmal selbst aus und frage Dich gleich heute, wenn Du bei Deinem Pferd bist, wie Du es schaffen kannst, ihm nur durch Lob und positive Bestätigung etwas Neues beizubringen. Das Spannende dabei ist nämlich, dass Du Dir dafür erst einmal überlegen musst, wie Du erreichen kannst, dass Dein Pferd seine Sache richtig machen kann. Kleiner Tipp: immer in gaaaaanz kleinen Schritten denken! 

Konkrete Anregungen und Anleitungen zum Training mit positiver Verstärkung findest Du zum Beispiel in unserem Reitkurs, in unserem Clickerkurs oder in unserem Praxiskurs Bodenarbeit.

Loben statt strafen

16. Februar 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Arbeit an der Hand, Clickertraining, Erkenntnisse, Freiarbeit, Inspiration des Monats, Jungpferdausbildung, Longieren, Reiten, Umgang 2 Kommentare »

Frag‘ Babette – Reicht Training allein aus, um Verspannungen und Blockaden zu lösen?

Für mein heutiges „Frag Babette“-Video habe ich mir Unterstützung von Maike Knifka geholt. Maike ist osteopathische Physiotherapeutin für Pferde und leitet ein eigenes Ausbildungsinstitut für Osteopathie und physiotherapeutisches Training am Pferd. 

Mit ihr spreche ich über das Thema: „Kann Training allein das Pferd von Verspannungen und Blockaden befreien, oder ist zunächst immer eine Untersuchung und Behandlung von einem Tierarzt oder einem Physiotherapeuten notwendig?“

Viel Spaß beim Anschauen! (Link führt zu YouTube)

Reicht Training?

26. Januar 2021 von Babette Teschen • Kategorie: Allgemein, Gesundheit, Longieren 0 Kommentare »

Erfahrungsbericht zum Longenkurs von Ann-Sophie

Von Ann-Sophie

Paul ist ein 18-jähriger Haflingerwallach, der 2016 zu mir kam. Er war zu diesem Zeitpunkt kaum nennenswert ausgebildet und geriet zudem sehr schnell in Stress. Generell zeigte er sich ängstlich und skeptisch gegenüber den Menschen. 

Sowohl am Boden als auch aus dem Sattel konnten wir gemeinsam ein gute Basis finden. Vor allem durch die Seitengänge erlangte er Körperbewusstsein, Sicherheit und Selbstvertrauen, sodass sich seine stark ausgeprägte Schiefe langsam ausgleichen ließ und er Vertrauen in die Menschen generell, vor allem aber auch wieder in den Reiter fasste. 

Vor zwei Jahren ging die Leichtigkeit beim Reiten zurück und als den Ursachen auf den Grund gegangen wurde, stellte sich durch einen Röntgenbefund heraus, dass Paul eine leichte Arthrose im linken Fesselgelenk der Vorhand hat. Durch diesen Befund war für mich klar, dass ich ihn nicht mehr reiten möchte, da ich ihm eine zusätzliche Belastung durch mein Körpergewicht nicht zumuten möchte. Wir arbeiteten viel vom Boden aus, doch fehlte mir dabei die Möglichkeit, Paul darin zu unterstützen, seine Haltung zu verbessern. Ich recherchierte viel und stieß auf die YouTube-Videos von Babette. Begeistert von der tollen Laufmanier der Pferde in diesen Filmen war mir klar, dass ich diesen Weg auch mit meinem eignen Pferd gehen möchte.

Im August 2019 besuchte ich Babette auf einem Lehrgang, an welchem ich als Zuschauerin teilnahm. Hatte ich auch vorher schon am Kappzaum longiert, so konnte ich nach diesem Input mit Paul endlich so arbeiten, dass es dem Training vom Sattel aus gleichkam. Ich hatte durch Babette einen Weg gefunden, mit ihm alle Seitengänge auch vom Boden zu erarbeiten. Die Freude, die Paul zeigte, als wir die ersten Schritte Travers an der Longe erarbeiteten, war sehr rührend. Er hatte diese Lektion immer gern gezeigt, und so hatte ich so einen Weg gefunden, sie „auf den Boden“ zu bringen. Dafür bin ich dir, Babette, unendlich dankbar.

Im Oktober 2020 durften wir nun das erste Mal als aktive Teilnehmer am Longenkurs mitmachen und übten vor allem die Seitengänge auf Distanz. Das hat uns beiden großen Spaß gemacht!

Erfahrungsbericht Longenkurs

Erfahrungsbericht LongenkursDa Paul in Situationen, in denen er neue Inhalte kennen lernt, teilweise immer noch Anzeichen von Stress zeigt, fühlte ich mich mit Babette an meiner Seite sehr wohl. Sie forderte nie zu viel von uns/ihm, sondern fand genau jenes Maß an Forderung, das zur Förderung führte und das ich für mein Pferd als angemessen halte.

Erfahrungsbericht Longenkurs

Im kommenden Jahr haben wir das Glück, wieder an einem ihrer Kurse teilnehmen zu können. Darauf freue ich mich sehr. 

Und hier könnt Ihr Ann-Sophie und Paul in einem Film anschauen.

Erfahrungsbericht Longenkurs

 

12. Januar 2021 von Gastautor • Kategorie: Arbeit an der Hand, Erfahrungsberichte, Gesundheit, Longieren, Übungen 1 Kommentar »

Finde das richtige Maß! – Inspiration des Monats

Mit unserer  Rubrik Inspiration des Monats nehmen wir uns jeweils ein Schwerpunktthema vor, für das wir Euch kurz und knapp Denkanstöße und Anregungen geben möchten. Lange Texte gibt es bei uns genug, aber gerade bei Basis-Themen denken wir, ist es wichtig, sie immer wieder mit in den praktischen Pferde-Alltag zu nehmen, um für eine längere Zeit im Herzen bewegt zu werden. Und meist sind es Schlüsselsätze oder -erkenntnisse, die man wirklich bei sich behält. 

Unser Tipp: Zieht Euch jeweils unsere Inspiration des Monats auf Euer Handy, damit Ihr die Fragen und Denkanstöße  für eine Weile immer dabei habt – Ihr werdet vielleicht überrascht sein, wie unterschiedlich Eure Antworten und Gedanken dazu in verschiedenen Situationen ausfallen können. 

Thema des Monats:
Finde das richtige Maß!

Wir leben in einer Zeit, in der alles immer schneller, höher und weiter werden muss. Immer mehr Gewinn wird angestrebt und immer mehr Besitz. Die Ziele werden immer größer, die Erlebnisse sollen immer intensiver werden – und doch werden die meisten immer weniger satt. Dieses Phänomen ist gerade auch in der Pferdewelt deutlich zu spüren, denn viele sind vor allem eines: unzufrieden. 

Trägt uns das Pferd im Schritt, wollen wir traben. Trabt es, wollen wir galoppieren. Galoppiert es für uns, soll es springen. Und dass dann alles möglichst auf Knopfdruck unter jeder Bedingung und mit spektakulären Bewegungen und einer umwerfenden Ausstrahlung. Klappt es auf dem Platz, wollen wir ins Gelände. Und dann wollen wir Zirkuslektionen oder auf Turnieren Schleifen gewinnen und so weiter und so fort. Und selbst bei denen von uns, die nicht ganz so hoch zielen, schleicht sich oft unbemerkt eine permanente Unzufriedenheit und damit auch eine bohrende Unsicherheit ein: Läuft mein Pferd gut genug? Könnte es nicht noch mehr von hinten kommen? Trägt es den Kopf nicht zu hoch oder zu niedrig? Sollte es inzwischen nicht schon halbe Tritte zeigen? Richtig gut motiviert wirkt es eigentlich nicht, oder? Vertraut es mir auch genug? Müsste es dann nicht viel weniger scheuen? Fragen über Fragen, Ansprüche und Erwartungen, ständige Zweifel an dem, was ist  – damit zermürben wir uns selbst und auch unsere Pferde. 

Es gilt für so vieles: Wir müssen lernen, wieder zu einem gesunden Maß zu finden. Nicht jedes Pferd ist zum Dressur-Crack geboren und nicht jedes Pferd kann die vielfältigen Erwartungen moderner Freizeitreiter/innen erfüllen. Genauso kann nicht jeder zum Super-Reiter werden oder ist in der Lage, alle Sparten des Pferdetrainings mit Bravour zu meistern. Wir müssen die Ansprüche an unsere Pferde und uns selbst, die durch all das, was wir in den sozialen Medien oder auf Shows gezeigt bekommen, ins Unermessliche steigen (und von denen wir ja meist gar nicht wissen, auf welchen Wegen das Gezeigte überhaupt erreicht wurden) wieder auf ein gesundes Maß zurückschrauben. Denn das Wichtigste für ein gelungenes Miteinander ist beidseitige Zufriedenheit. Beginnen wir doch damit, uns zu erlauben, weniger zu wollen und dafür richtig stolz auf unser Pferd zu sein.  

 

Inspiration des Monats – Wege zum Pferd

 

 

10. November 2020 von Tania Konnerth • Kategorie: Erkenntnisse, Inspiration des Monats, Longieren, Reiten, Umgang 2 Kommentare »

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