10 Jahre Longenkurs oder: Neue Wege sind nicht immer leicht

Arbeit nach dem Longenkurs

Babettes Longenkurs gibt es jetzt seit 10 Jahren.

Zu diesem Jubiläum haben wir unsere Leserschaft nach Erfahrungsberichten zur Arbeit nach dem Longenkurs gefragt und dazu sind uns ganz wundervolle Texte und Fotos geschickt worden. Dafür ein dickes Dankeschön für alle Einsendungen und Gratulationen, wie beispielsweise die von Daniela und ihrer Stute links auf dem Foto 🙂 

Aus einigen Erfahrungsberichten werden wir noch extra Blogbeiträge machen, doch an dieser Stelle möchten wir schon mal ein paar Ausschnitte und Bilder mit Euch teilen. Wir hoffen, dass diese Euch Mut machen, wenn es mal nicht so gut vorangeht, oder auch neugierig, falls Ihr diese Arbeit selbst noch nicht kennt. 

Als erstes möchten wir Victorias Video mit Euch teilen. Ihre Geschichte hat uns sehr berührt und sie zeigt, was für ein wunderschöner Weg die Arbeit nach dem Longenkurs sein kann. Klickt hier oder direkt auf das folgende Bild, um Euch den kleinen Film bei Youtube anzuschauen:

Video 10 Jahre Longenkurs

Henrikje hat uns dann mit einer sehr berührenden Offenheit geschrieben, was sie mit dem Longenkurs verbindet: „Die Frage ist schwierig zu beantworten, tatsächlich würde ich sagen, der Longenkurs ist unbequem. Denn er ist für mich wirklich unbequem gewesen, diese Selbstreflexion, das ständige Hinterfragen und dann hat auf einmal auch das Pferd eine Meinung. Eiieiieii, ich sag euch, das war schockierend. Denn mein Training war bis dato schockierend … „ –  und damit trifft sie wohl einen der entscheidendsten Punkte: Der Longenkurs ist keine reine „Trainingsmethode“, sondern er ist eine Einladung und auch eine Aufforderung, unser eigenes Tun zu prüfen und zu hinterfragen. Er ist für die allermeisten ein neuer Weg.

Arbeit nach dem LongenkursAm einfachsten haben es sicher diejenigen, die schon in jungen Jahren eine „andere“ als die herkömmliche Herangehensweise im Umgang mit Pferden kennen lernen konnten und deshalb gleich neu- und weniger um-lernen mussten, wie zum Beispiel Carina, die unseren Longenkurs mit 15 entdeckte, hier rechts in der Anfangsphase zu sehen. 

Für diejenigen von uns, die in normalen Reitschulen groß geworden sind, ist der Weg oft schwieriger. Und das kann unter Umständen zu  Unsicherheit und Frust führen, denn rückwirkend zu erkennen, dass manches nicht so gut war, was man gemacht hat, kann auch lähmen. Die meisten treffen irgendwann auf die Frage, wie man denn nun damit umgehen soll, wenn ein Pferd nicht mitmachen will und man eben keine Gewalt anwenden will. Bisher schien die Antwort klar: man setzt sich durch, … aber genau das will man ja nicht mehr tun. Da fragt sich manch‘ einer möglicherweise sogar, ob man überhaupt noch etwas mit Pferden tun sollte und stellt für den Moment vielleicht alles in Frage. Ja, ein neuer Weg wirft immer auch viele Fragezeichen auf…

Unsere Antwort darauf war nie, Pferde einfach in Ruhe zu lassen, wenn sie nicht mitmachen wollen, sondern unsere Anregungen zielen konsequent darauf, ein freudvolles Miteinander von Mensch und Pferd zu erreichen, also ein Training, das beiden Spaß macht. Das ist und bleibt auch eines der Hauptziele der Arbeit nach dem Longenkurs. Denn: Es gibt sie, die schönen Wege, das echte Miteinander und die Freude am gemeinsamen Tun! Und wer Babette in ihren Kursen mit den Pferden erlebt, kann immer wieder sehen, wie sie auch solche Pferde wieder ins „aktive“ Leben holen kann, die eigentlich schon dicht gemacht haben. 

Also, ja, der Longenkurs kann anstrengend sein, für Körper, Geist und Seele – aber er ist bei weitem NICHT NUR anstrengend, sondern im Gegenteil: Diese Arbeit ist in der Folge dann eben auch gewinnbringend für Körper, Geist und Seele zusammen – und das bei Mensch und Pferd.

Ein neuer Weg kann zu viel Wundervollem führen, das man sonst nie erlebt hätte! 

Arbeit nach dem LongenkursFeedbacks, wie das von Beate: „Du mit deinem Training, Babette, damals noch auf deinem Hof, ganz für mich allein ;-), ganz intensiv und Tania mit ihren Gesprächen, Ihr habt mich im Laufe der Zeit völlig umgekrempelt.“ oder von Helen: „… Irgendwas fehlte da noch für die gute Laufmanier, ich wusste einfach nicht weiter, bis der Tag X kam, ich las einen Bericht von Babette (…), wie die Pferde gesund laufen lernen, an der Longe (…) Ich war sehr begeistert, verschlang buchstäblich alles von ihr und dann probierte ich es aus, und die Pferde liefen einfach viel schöner, auch gerade in der Volte (und nicht mehr auf der Vorhand wie ein Motorrad) konstanter an der Longe, es war kaum zu beschreiben.“ zeigen, dass sich das Umlernen und Dranbleiben wirklich lohnt. 

Claudia  geht noch auf einen weiteren Punkt ein: „Für mich tat sich eine neue Welt auf und ich begriff, wie viel Spaß es macht, mit dem Pferd gemeinsam vom Boden aus zu arbeiten.“ Tatsächlich liegt für viele der Fokus des Zusammenseins mit Pferden vor allem beim Reiten, aber nicht alle Pferde können oder wollen geritten werden, manchmal nur phasenweise nicht, manchmal auch dauerhaft. Und auch uns Menschen tut es oft gut, nicht nur auf das Reiten fixiert zu sein, vor allem dann, wenn wir immer mal wieder auch mit Ängsten zu tun haben oder merken, dass unser Ehrgeiz nicht immer kontrollierbar ist. Der Longenkurs bietet ein sinnvolles, gesundheitserhaltendes und fitness-förderndes Miteinander, das Freude macht – und führt letztlich durchaus oft auch wieder zurück zum Reiten und zwar auf eine für beide Seiten gute Art.

Ganz besonders freuen uns auch immer wieder die vielen Geschichten, in denen die Arbeit nach dem Longenkurs kranken Pferden helfen konnte. Stellvertretend dafür  ein Foto von Katharinas Aramis, bei dem kurz nach dem Kauf das Kissing-Spines-Syndrom diagnostiziert wurde. Heute schreibt sie: „Nicht nur Aramis, sondern auch mir hat unser anfangs oft steiniger Weg geholfen, da ich heute deutlich selbstbewusster und strukturierter an unser Training gehe und wir eine gute und abwechslungsreiche Mischung haben, unsere Zeit miteinander zu gestalten. Wir haben uns gemeinsam weiterentwickelt, sind zusammen durch Höhen und Tiefen gegangen und genießen heute endlich unbeschwert und ohne viele Gedanken an das KSS unsere gemeinsame Zeit.“

Arbeit nach dem Longenkurs

Und zum Abschluss haben wir noch ein tolles Gedicht, das uns Carolin geschickt hat: 

Als der Longenkurs 2008 erschien,
dachte ich sofort: “Das ist was für ihn!“

Ihr fragt euch, für wen? Wofür?
Na, für meinen Islandwallach Birtingür!

2002 lernte ich diese gute Seele kennen,
ab 2005 durfte ich ihn mein Eigen nennen.

Wir waren beide in den besten Jahren,
sind von Turnier zu Turnier und von Kurs zu Kurs gefahren.

Aber schon nach kurzer Zeit hab ich kapiert,
mein Pferd braucht etwas andres, damit es wieder fröhlich galoppiert!

Der arme Kerl war ganz tief in sich gekehrt,
hat sich schon bald gegen nichts mehr gewehrt.
Hat sich bei allem nur noch fest gemacht,
und Frauchen hat kaum noch gelacht.

Reiten war keine Freude mehr,
also musste eine Alternative her.

Der Longenkurs kam gerade zur rechten Zeit,
das damalige Forum dazu hat uns befreit!

Anfangs taten wir uns schwer,
wir kannten nichts Entspanntes mehr.
Doch als ich das Clickern noch begann,
war es für uns der Neuanfang!

Birtingur lernte sich zu freuen,
sagte endlich JA zu allem Neuen!
Konnte traben wie ein großer Held,
aus dem Kopf war der feste Tölt!

Auch neue Freunde traf ich beim LK,
die wohnten sogar ganz nah!

Aber nicht nur Birtingur durfte profitieren,
auch mein Jungpferd konnte ich inspirieren!
Mit dem Longenkurs begann er seine Karriere,
– ob er ohne ihn auch schon so weit wäre?!

Meine eigene Persönlichkeit hat sich ebenfalls sehr entfaltet,
die Arbeit mit dem Pferd habe ich vollkommen neu gestaltet.
Wir sagen sehr oft ja zueinander,
gehen alle Wege MITeinander.

Lieber Longenkurs, wir danken dir so sehr!
Das Leben gibt uns mit dir so viel mehr!

10 Jahre Longenkurs

In diesem Sinne: Auf die nächsten 10 Jahre Longenkurs! 

16. Oktober 2018 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Erkenntnisse, Jungpferdausbildung, Longieren 3 Kommentare »

Fragen zum Longenkurs: Wie lange und wie oft?

Heute gebe ich Antworten auf zwei Grundsatzfragen zum Longenkurs:

  • Wie lange soll eine Trainingseinheit dauern?
  • Wie oft sollte man an der Longe arbeiten?

Meine Antwort:

Die Dauer der Einheiten richtet sich nach verschiedenen Faktoren, wie zum Beispiel dem Alter und Trainingszustand des Pferdes. Bei einem jungen Pferd reichen 15 min. Bei einem Pferd, das erst langsam wieder ins Training genommen wird, arbeiten wir die meiste Zeit im Schritt und steigern das Training langsam.

30 Minuten sind eine grobe Richtlinie für ein Pferd, welches das 3. Lebensjahr erreicht hat oder älter ist. Dabei darf die Einheit an sich aber auch länger sein. Die 30 min sind dann die Arbeitszeit und was noch hinzuzurechnen ist, ist die Zeit, die wir uns nehmen sollten, um eventuell verspannte Muskeln zu massieren, passende Dehnübungen durchzuführen oder einfach nur mit dem Pferd zusammen zu sein und Qualitätszeit zu genießen, also z.B. in der Bahn zu stehen und das Pferd an seiner Lieblingsstelle zu kraulen oder einfach ohne Anforderung mit dem Pferd über den Platz zu spazieren. Diese Pausen sollte man regelmäßig in die Arbeit einstreuen.

Hier einmal ein Beispiel für die Gestaltung einer Longeneinheit:

  • 10-15 min wärmen wir das Pferd im ruhigen Tempo auf ( z.B. mit Führen in Stellung, Seitengängen, Anschraten, auf Distanz im Schritt und langsamen Trab auf kurzer Distanz von ca. 2-3 Metern Bahnfiguren wandern)
  • 5 Minuten Massage/Wellness/Dehnungen/Beziehungspflege
  • 5-10 Min. schwungvolles Vorwärts mit aktiver Hinterhand, Trab-Galoppübergänge, Zirkel verschieben, ganze Bahn mit großer Longendistanz, an der langen Seite zulegen lassen, Fokus auf Lauffreude, wach machen, gemeinsam Spaß haben.
  • 5 Minuten Massage/Wellness/Dehnungen/Beziehungspflege
  • 5-10 Minuten gymnastizierende Übungen an der Hand, alternativ für fortgeschrittene Pferde Seitengänge longiert im Wechsel mit Slalom, Volten –  Schwerpunkt auf Biegung und Lastaufnahme der Hinterhand.
  • 5 Minuten Aktivierung der Hinterhand, Galopp
  • 5-10 Minuten Cool-down-Phase im ruhigen Tempo, Dehnen, Massage

In diesem Beispiel wäre man mit dem Pferd 45-50 Minuten auf dem Platz, das Pferd würde aber „nur“ ca. 30-35 Min. arbeiten, davon max. 15 Minuten im höheren Tempo, der Rest in ruhiger Manier.

Zur Häufigkeit der Einheiten

Für mich gilt der Leitsatz: „Der Muskel wächst am Ruhetag“. Wir sollten also im Training die Anforderungen an das Pferd möglichst nicht an aufeinanderfolgenden Tagen gleich halten. Deswegen longiere ich die Pferde auch nicht täglich, abgesehen davon, dass dem Pferd dann sehr wahrscheinlich die Longenarbeit auch bald fad wird und es nicht mehr motiviert sein wird. Nehmen Sie Ihr Pferd also lieber maximal jeden 2. Tag an die Longe und nutzen Sie die Tage dazwischen, die Zeit mit Ihrem Pferd“anders“ zu verbringen, sei es mit einem schönen Ausritt oder Spaziergängen, mit Clickertraining, mit Bodenarbeit zur Verbesserung der Kommunikation, für ein bisschen Freispringen oder auch für das Training unter dem Sattel …

Hat Ihr Pferd an der Longe bereits eine gute Laufmanier entwickelt und steht es körperlich gut da, „muss“ man theoretisch nicht longieren. Ich empfehle das Longieren aber auch bei gut trainierten Pferden mindestens 1 x  die Woche, um den guten Zustand des Pferdes zu halten. Und ganz grundsätzlich kann das Training an der Longe für Abwechslung sorgen und das Pferd wieder lockern, sollte es nötig sein.

Ansonsten gilt: Sie können so oft an der Longe arbeiten, wie es Ihrem Pferd und Ihnen Spaß bereitet und es Ihrem Pferd gut tut.

27. März 2018 von Babette Teschen • Kategorie: Longieren 1 Kommentar »

Fragen zum Longenkurs – Probleme beim Führen in Stellung

Heute mal wieder eine häufig gestellte Frage zum Longenkurs und meine Antwort mit Lösungsideen zu dem Problem:

Frage: Was mache ich, wenn das Führen in Stellung nur mit der Hand auf der Nase nicht aber mit Abstand klappt?

Ich arbeite seit einiger Zeit nach dem Longenkurs an Führen in Stellung. Soweit scheint es ganz gut zu gehen. Aber sobald ich versuche, etwas Abstand zu meiner Stute zu nehmen, fällt sie aus der Stellung heraus, also immer dann, wenn ich den Kontakt zum Kappzaum verliere. Sollte ich es erst mal dabei lassen und weiter am Kappzaum führen? Wie lange sollte man innerhalb einer Einheit machen? Das Führen in Stellung ist ja die Grundlage von allen weiterführenden Übungen, kann ich, auch wenn das noch nicht gut klappt, dennoch andere Übungen machen?  Allerdings können wir ja auch nicht eine halbe Stunde nur Führen in Stellung machen, oder? Die Stresspunkte habe ich auch schon massiert. Die hohle Seite geht natürlich besser als die händige Seite.
Wie soll ich weiter vorgehen. Was sollte ich ändern?

Meine Antwort:

Das Führen in Stellung ist eine Übung, die folgende Frage an das Pferd stellt: „Kannst Du Dich auf einen leichten, lockenden Impuls am Kappzaum im Genick stellen?“ Wir möchten mit ihr dem Pferd die Hilfe der Longe erklären und überprüfen, ob das Pferd im Genick locker ist und sich stellen kann. Dann versuchen wir die gleiche Frage auf Distanz zu stellen, indem wir an der Longe sanft lockende Impulse geben und beobachten, ob unser Pferd im Genick ebenfalls richtig reagiert. Bekommen wir auf Distanz noch keine Antwort wissen wir, dass das Pferd die „Brücke“ noch nicht verstanden hat. Wir müssen diese Erklärung für das Pferd noch mal wiederholen, was aber nicht in derselben Einheit passieren muss! 

Eine wichtige Grundregel bei meiner Arbeit mit dem Pferd lautet immer:

„Arbeite Dein Pferd so, dass es motiviert und
 im „Ja“ bleibt und durch das, was Du mit ihm tust,
nicht genervt und unleidlich werden muss.“

Aus dieser Grundregel folgt, dass man keine Übung zu lange und ausschließlich machen darf. Und nein, keine Übung muss erst perfekt sein, bevor ich andere Übungen mache. Die gute Laufmanier setzt sich ja aus verschiedenen Bausteinen zusammen. Stellung und Biegung ist ein wichtiger Baustein, aber ebenso wichtig sind Takt, eine aktive Hinterhand, Balance usw.

In der Regel mache ich das Führen in Stellung auf jeder Hand für ein, zwei Zirkel und wechsele dann in eine der vielen anderen Übungen, die wir im Longenkurs beschreiben, auch wenn das Führen in Stellung noch nicht perfekt ist. So würde ich als nächstes vielleicht das Pferd etwas in der Quadratvolte longieren und dabei üben, den Zirkel zu vergrößern (also das Pferd hinter die Quadratvolte zu dirigieren und nach zwei, drei Runden den Zirkel zu verkleinern und mein Pferd wieder in die Quadratvolte zurückzuholen) oder ich gehe mit dem Pferd ganze Bahn und achte dabei auf fleißige, raumgreifende Bewegungen in einem gleichmäßigen Takt.  Oder ich longiere den Slalom, um an unserer gemeinsamen Kommunikation über die Körpersprache zu arbeiten. Auch würde ich mit dem Pferd schon das langsame Antraben in entspannter Haltung üben (das so genannte Anschraten) und schauen, ob mein Pferd schon ein paar Schritte Konterschulterherein gehen kann. 

Jede Übung dauert bei meiner Arbeit immer nur einige, wenige Minuten und jede Übung legt den Schwerpunkt auf einen anderen Baustein der Laufmanier, in der Hoffnung, dass sich das Puzzle „Gutes Laufen auf einer Kreisbahn“ immer weiter zusammensetzt.

Wichtig ist, dabei immer die Psyche des Pferdes, im Blick zu behalten und zu schauen, was dem Pferd leicht fällt, was ihm Spaß macht, um den Hauptteil der Zeit in diesem positiven Bereich zu arbeiten. Von da aus arbeiten wir uns immer mal kurz an die Themen heran, die noch schwierig sind und bei denen das Pferd noch Probleme zeigt. 

Es geht also nie darum, erst einmal nur bei der Übung „Führen in Stellung“ zu bleiben, sondern das Pferd soll abwechslungsreich und vor allem flexibel gearbeitet werden, damit es nach und nach mit Freude und Spaß an der Sache alle Hilfen und die Körpersprache sowie die korrekten Bausteine der guten Laufmanier erlernt.

27. Februar 2018 von Babette Teschen • Kategorie: Arbeit an der Hand, Longieren 2 Kommentare »

Eine fast magische Frage für das Training

Heute gibt es wieder mal ein kleines Geständnis von mir: Als wir uns an das Projekt Sehen lernen machten, hatte ich mich mit der ursprünglichen Idee zunächst etwas schwer getan, denn ich fürchtete, dass wir damit eigentlich das verstärken, was eh schon so verbreitet in der Pferdewelt ist: nämlich die Fehlerguckerei.

Skeptische oder auch besorgte Blicke, Dauerkritteleien oder Meckereien… – viele von uns gucken, bewusst oder unbewusst, leider oft vor allem negativ auf unser Pferd. Unsere Beweggründe dafür sind eigentlich fast immer gut, schließlich wollen wir das Beste für unser Pferd, doch die Wirkung ist oft gegenteilig, denn beim Pferd kommt in der Summe oft nur eines an: „Du bist falsch.“ 

Tja, und wie würde es wohl erst mit einem Kurs sein, der ausdrücklich als Lernziel hat, zu erkennen, ob eine Laufmanier gut oder eben nicht gut ist? 

Ein echter Perspektivwechsel

Nun wäre Babette nicht Babette, wenn ihre Art die Laufmanier eines Pferdes zu betrachten, nicht anders wäre! Von ihr habe ich gerade in diesem Projekt etwas gelernt, das ich mit Euch teilen möchte: Es geht darum, den Fokus nicht auf die „Fehler“ zu legen, sondern die Beurteilung der Laufmanier als Standortbestimmung in der Gesamtentwicklung zu sehen.

Und, wow, DAS ändert wirklich Grundlegendes! 

Spürt einmal nach, wie sich Euer Blick, Euer Denken und Eure Gefühle verändern, wenn Ihr Euer Pferd speziell beim Laufen (aber auch sonst) nicht mit der Frage „Was ist alles nicht gut?“ anschaut, sondern mit dieser fast schon ein bisschen magische Frage:

 „Sind wir auf einem guten Weg?

Die Frage nach der Entwicklung schafft ein Wir von Mensch und Pferd. Sie würdigt alles schon Erreichte und das, was schon gut ist. Sie verharrt nicht im Vorwurf und Hadern, sondern sie öffnet die Türen nach vorn. Damit schafft eine solche Frage eine positive, konstruktive Stimmung, die allen gut tut. 

Sind wir auf einem guten Weg?

6. Februar 2018 von Tania Konnerth • Kategorie: Aus dem Reitunterricht und Coaching, Erkenntnisse, Longieren, Reiten, Umgang 0 Kommentare »

Fragen zum Longenkurs: Mein Pferd wehrt sich gegen die Hand am Kappzaum

Einige Fragen zu meinem Longenkurs bekomme ich so häufig, dass ich mir überlegt habe, meine Antworten einfach einmal als  Blogbeiträge zu veröffentlichen. Auch über den Longenkurs hinaus können diese Antworten bestimmt einige hilfreiche Anregungen für den Umgang mit Problemen bieten. 

Frage: Was soll ich tun, wenn sich mein Pferd gegen die Hand am Kappzaum wehrt?

Mein Pferd akzeptiert die Hand am Kappzaum nicht.  Es reagiert widersetzlich,  fängt an zu schnappen und  mit dem Kopf zu schlagen.

Was soll ich tun?

Dass Pferde am Anfang gegen die Hand am Kappzaum angehen, ist ein weit verbreitetes Problem, denn tatsächlich mögen viele Pferde zunächst weder die Nähe des Menschen am Kopf, noch das Anfassen so nah an der Nase. 

Wichtig ist, dass wir immer in dem Rahmen arbeiten, der für das Pferd in Ordnung ist und von da aus dann das Pferd langsam sowohl an unsere Position am Kopf als auch an die Hand am Kappzaum gewöhnen. Man kann sich die Hand am Kappzaum sehr leicht „vergiften“ und damit negativ besetzen, so dass das Pferd immer angespannt und gestresst sein wird, sobald wir mit der Hand dicht an seinen Kopf gehen. Genau das soll nicht passieren und deshalb gilt es zunächst einfühlsam herauszufinden, wo für das Pferd die Grenze ist.

Ich gebe solchen Pferden zunächst die Distanz, in der sie loslassen können und keine Stresssignale senden, wie zum Beispiel

  • Falten über den Augen/Sorgenblick,
  • hochgezogene Nüstern,
  • verkniffenes Maul,
  • angespannte Gesichtsmuskulatur,
  • zurückgelegte Ohren
  • „Widersetzlichkeit“ zeigen, wie eben zu schnappen, mit dem Kopf zu schlagen,
  • und ähnliches.

All das sind Zeichen dafür, dass ich schon zu nah am Pferd bin. Erst wenn sich das Pferd wirklich entspannt und locker wirkt, habe ich den momentanen Wohlfühlabstand gefunden. Ich arbeite zunächst von dieser Distanz aus und übe dann behutsam von dort aus das kleinschrittige Annähern.

Immer nur schrittweise vorgehen

Nehmen wir an, ich brauche zwei Meter Distanz zum Pferd, damit es losgelassen und stressfrei laufen kann. Dann gehe ich zunächst nur für einige kurze Momente ohne Druck und Erwartungen 30 cm dichter an mein Pferd und entferne mich wieder. So arbeite ich mich heran, bis das Pferd keine Sorgen mehr bekommt, wenn ich dauerhaft in einem Abstand von 1.70 cm neben ihm gehe. Von da aus kann ich beim nächsten Mal vielleicht beginnen, mich auf 1.50 anzunähern und so weiter.

Konnte ich mich so bis an mein Pferd heranarbeiten und akzeptiert mein Pferd ohne Stress, dass ich direkt neben ihm gehe, fasse ich kurz locker auf das Kappzaumeisen, aber ohne etwas tun zu wollen (also noch ohne jede Einwirkung!). Hält mein Pferd still, nehme ich gleich die Hand wieder weg und lobe mein Pferd.

Sollte das Pferd versuchen, durch Kopfschlagen oder Schnappen die Hand wegzubekommen, versuche ich mit der Hand ganz sanft am Kappzaumeisen zu bleiben, ohne aber dabei das Pferd festhalten zu wollen oder auf das Schnappen mit Strafe zu reagieren. Ich bleibe einfach locker dran. Genau so, wie der Strick der vorne am Kappzaum hängt und nicht abgeht, so verhält sich nun meine Hand. In dem Moment, in dem das Pferd drei Sekunden ohne Fehler die Hand am Kappzaum akzeptiert, nehme ich die Hand sofort wieder weg und lobe.

Nimmt man die Hand weg, wenn das Pferd schnappt oder mit dem Kopf schlägt, kann das Pferd daraus den Schluss ziehen, dass es damit die Hand los wird. Wir wollen ihm ja aber vermitteln, dass die Hand auf der Nase gar nichts Schlimmes ist und da ruhig bleiben darf.

Reagiert man auf die Widersetzlichkeit des Pferdes mit Ärger, Strafen oder in einer anderen Art negativ, verbindet das Pferd immer mehr Stress mit der Hand am Kappzaum und das Verhalten wird sich verschlimmern.

Unerwünschtes Verhalten nicht strafen, sondern ignorieren

Meine Erfahrung zeigt, dass ein locker-entspanntes Ignorieren von Fehlverhalten mit geduldiger Gewöhnung am sichersten dazu führt, dass das Pferd kein widersetzliches Verhalten mehr zeigen muss. Es braucht dafür vor allem eines: Vertrauen. Das Pferd muss immer wieder die Erfahrung machen können, dass es vollkommen in Ordnung ist, wenn der Mensch auf Kopfhöhe mitgeht und seine Hand auf das Kappzaumeisen legt. 

Solange das Pferd die Nähe und die Hand am Kappzaum noch nicht akzeptieren kann, mache ich die Übungen an der Longe einfach aus der Distanz heraus, die für mein Pferd noch im grünen Bereich sind. Das Longieren in der Quadratvolte, den Slalom, ganze Bahn zu longieren, die Übung „Volten verschieben“ – all das kann ich wunderbar mit  Pferden aus der Distanz machen, wenn sie die Hand am Kappzaum noch nicht akzeptieren.

Oft hilft allein schon das eigene Loslassen des Anspruchs, das Pferd unbedingt direkt am Kappzaum stellen und führen zu wollen, denn häufig sind wir dabei unbewusst selbst angespannt und in einer Habacht-Stellung, die sich auf das Pferd überträgt. 

Extra-Tipp: Das Akzeptieren der Hand am Kappzaum kann man sich auch sehr gut über das Clickertraining erarbeiten.

Hand auf dem Kappzaum

30. Januar 2018 von Babette Teschen • Kategorie: Longieren 4 Kommentare »

Ein Projekt der besonderen Art: Sehen lernen!

Babette und ich haben ja schon einige große Projekte gestemmt, nun folgt die Präsentation eines weiteren – und zwar von einem, das es wirklich in sich hatte! Gerade weil dieses Projekt uns einiges gekostet hat, freue ich mich ganz besonders, Euch diesen Leckerbissen nun endlich präsentieren zu können, denn soviel kann ich versprechen: Hier gibt es geballtes Babette-Wissen für alle! 🙂

Eine Idee…

Die Idee zu diesem Kurs entstand im Sommer letzten Jahres: Wäre es nicht toll, wenn wir die Arbeit nach dem Longenkurs auch mal über eine längere Zeit dokumentieren könnten? Also zeigen, welche Entwicklungen stattfinden, wenn Leute mit Babettes Hilfe und Impulsen mit ihren Pferden nach dem Longenkurs arbeiten? Und … könnten wir anhand solcher Entwicklungen nicht auch gleich wunderbar ein ganz wichtiges Thema behandeln: nämlich sehen zu lernen?

Ich gebe offen zu, dass ich nie eine Expertin in Sachen Biomechanik und Laufmanier war und ich schätze mich sehr glücklich, dass ich Babette all die Jahre bei ihrer Arbeit beobachten durfte, ihren Unterricht genießen konnte und ihr immenses Wissen und ihre Erfahrungen immer wieder in Texte fließen ließ und mir auf diese Weise ganz vieles selbst aneignen konnte. Ich kann also sehr gut nachempfinden, wie schwer es oft fällt, wirklich zu erkennen, wann ein Pferd gut läuft und wann nicht – und, ganz wichtig, wann es auf dem richtigen Weg zu einer guten Laufmanier ist! Das Thema ist komplex und die Unwissenheit oft groß, denn wo erklärt denn mal wirklich jemand anhand von verschiedenen Pferden mit unterschiedlichen Trainingsständen und Herausforderungen in unterschiedlichen Gangarten und Übungen, worauf es wirklich zu achten gilt? Nicht nur in Schlagworten alá „Der Rücken muss schwingen“ oder „Die Hinterhand muss aktiv sein“, sondern wirklich anschaulich und verständlich, so dass ich überhaupt weiß, woran ich das jeweils erkenne und vor allem auch, wie ich es verändern kann, wenn es nicht optimal läuft? 

Hier schwebte mir schon lange etwas vor, mit dem wir Babettes umfassendes Wissen greif- und nutzbarer für alle machen konnten. 

Die Umsetzung… 

Zum Herbst hin wurde die Idee dann konkret: Wir suchten auf unserer Seite nach Mensch-Pferd-Paaren, die Lust darauf hatten, sich im Abstand von jeweils vier Wochen dreimal Unterricht von Babette geben zu lassen und die Unterrichtseinheiten würden gefilmt werden. Babette würde Hausarbeiten verteilen und bis zum nächsten Drehtermin sollte dann entsprechend trainiert werden. So würden wir hoffentlich viel Material über die Praxis des gesunderhaltenden Longierens bekommen und hoffentlich auch viel anschauliches Material zum Thema „Sehen lernen“. Wir suchten dafür sehr bewusst ganz unterschiedliche Pferde und Menschen mit und ohne Vorerfahrung mit dem Longenkurs. 

Gesagt, getan – wir drehten an jeweils einem Tag im Oktober, November und Dezember und zwar mit folgenden Teilnehmern: Melanie mit der 11-jährigen Islandstute Vik, Henning mit dem 6-jährigen Hannoveranerwallach Losti, Heike mit dem 15-jährigen Haflingerwallach Flensburger, Carmen mit der 9-jährigen Hannoveranerstute Dalia, Sabine mit dem 9-jährigen Quarter-Horse-Wallach Dunnit und Sabrina mit der 10-jährigen Westfalenstute River Dance. Gefilmt wurde auf dem Heidehof Wolfsgrund, die Aufnahmen stammen von Thomas Vogel.

Sehen lernen

Und das Ergebnis… 

Ursprünglich sollte aus dem Projekt eine DVD werden, was sich im Nachhinein aber als nicht praktikabel herausstellte, da das vorhandene Material den Rahmen sprengte. Wir entschieden uns also dazu, aus dem Material einen eigenen Kurs zu erstellen. Herausgekommen ist unser Kurs Sehen lernen mit über neun Stunden Videomaterial:

  • 14 Lehrfilme inklusive kompakt aufbereiteter Skripte und
  • 6 umfangreiche Zusammenstellungen des jeweiligen Unterrichts und der Entwicklungen der einzelnen Pferde, die am Projekt teilgenommen haben.

Etwas ganz Besonderes

Ich freue mich riesig darüber, dass wir mit dem Kurs Sehen lernen Euch das bieten, was ich mir für ganz viele gewünscht habe: Babette und ihre Arbeit in einer Intensität erleben zu können, die sonst nur in Live-Kursen möglich ist.

Wir haben hier nicht nur Babettes Fachwissen so aufbereitet, dass Ihr Euch in überschaubaren Einheiten das Wissen aneignen könnt, das nötig ist, um die Laufmanier eines Pferdes beurteilen und auch verbessern zu können, sondern Ihr könnt Babette bei ihrem Unterricht erleben. Ich kenne kaum jemanden, der mit so viel Ruhe, Einfühlungsvermögen und liebevoller Führung Unterricht gibt und der so kompetent nicht nur sieht, sondern dann auch genau weiß, welche Übungen in der jeweiligen Situation dem Pferd helfen können. Egal, ob Ihr nach dem Longenkurs arbeitet oder nicht, Ihr werdet ganz sicher ganz viel Umsetzbares für Euer eigenes Training finden.

Ich habe jedenfalls durch die Erstellung dieses Projekts wieder sooo viel dazu gelernt, dass ich an dieser Stelle vor allem eines sagen möchte: Von Herzen danke, Babette für Deine Arbeit, Dein Wirken und für alles, was Du für die Pferdewelt tust. 

Und hier geht es direkt zum Kurs.

14. November 2017 von Tania Konnerth • Kategorie: Gesundheit, Jungpferdausbildung, Longieren, Sonstiges 4 Kommentare »

Rückenprobleme – Reiten, ja oder nein?

Eigentlich sollte es diesen Blogbeitrag gar nicht geben müssen und es macht mich traurig, dass ich ihn dennoch schreiben muss… Auf meinen Kursen stellen sich bei vielen Pferden Rückenprobleme heraus und in diesem Zusammenhang kommt meist sofort die Frage nach der Reitbarkeit. Auch per Mail werden mir oft deutliche Symptome von Rückenbeschwerden beschrieben, oft verbunden mit der Frage, welcher Hilfszügel am besten hilft, damit das Pferd beim Reiten den Kopf nicht so hochreißt oder was man dagegen machen kann, wenn das Pferd unter dem Sattel buckelt. Deshalb hier also meine ganz klare Antwort auf die folgende Frage:

Kann ich ein Pferd mit Rückenproblemen reiten?

Nein! Ein Pferd mit Rückenschmerzen, oder auch nur mit dem Verdacht auf solche, darf meiner Ansicht nach genauso wenig geritten werden, wie ein Pferd, das lahmt.

Bei Rückenschmerzen tut Gerittenwerden weh

Eigentlich ist es so offensichtlich, dass man es nicht zu erklären braucht, aber da Pferde selbst mit heftigen Rückenproblemen tatsächlich geritten werden, ist es wohl doch nötig: Als Reiter sitzen wir mit unserem gesamten Gewicht (das oft nicht gerade wenig ist) GENAU auf der schmerzenden Stelle, nämlich dem Rücken. Da sollte es doch auf der Hand liegen, wie viel Leid das Reitergewicht für ein Pferd bedeutet, das Rückenschmerzen hat. 

Pferde mit Rückenproblemen haben, wenn sie geritten werden, Schmerzen, manchmal leichte, oft aber starke. Würden Pferde winseln, wimmern oder auch schreien können, könnten sie uns vielleicht deutlicher machen, was ihnen eine Qual ist. Die einzige Lautäußerung bei Schmerzen ist meist ein Stöhnen. Und wie reagieren viele Reiter/innen darauf, wenn ihr Pferd tatsächlich beim Reiten stöhnt? Sie lachen darüber und machen Witze alá „Ach, du Armer, du hast es aber auch schwer!“

Pferde haben keinen Schmerzlaut, sie äußern Schmerzen anders: Manche versuchen sich durch eine bestimmte Haltung Linderung zu verschaffen: nehmen also vielleicht den Kopf hoch und drücken den schmerzenden Rücken weg oder sie verkriechen sich hinter dem Zügel. Andere verweigern die Mitarbeit, indem sie immer langsamer werden oder auch stehen bleiben. Wieder andere zeigen das, was man so gerne als „Widersetzlichkeiten“ bezeichnet: Buckeln, Losstürmen oder auch Steigen. 

All diesen Reaktionen ist fast immer eines gemein: Sie sind Ausdruck von Not.

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Da Pferde still leiden, müssen wir die (leisen) Zeichen für Schmerzen erkennen lernen und diese genauso ernst nehmen wie eine Lautäußerung, wie z.B. ein Winseln. Wir dürfen nicht einfach über sie hinweggehen und weiter machen, wie bisher bzw. nach Hilfsmitteln suchen, damit wir weiter machen können.  Reißt ein Pferd den Kopf beim Reiten hoch, kann die Antwort nicht sein, den Kopf mit Hilfszügeln in die „richtige“ Position zu bringen, sondern es muss nach der Ursache gesucht werden. Dasselbe gilt für das Buckeln, Steigen, eine deutliche Trägheit und andere Anzeichen für Rückenschmerzen. 

Was tun bei Rückenschmerzen? 

Für mich sieht der pferdegerechte Weg bei Rückenproblemen so aus:

  • Beim Verdacht auf Rückenprobleme (s. diese Checkliste) sollte das Pferd als erstes gründlich von einem guten Tierarzt untersucht und eine sichere Diagnose gestellt werden (z.B. müssen Erkrankungen wie z.B. Kissing Spines ausgeschlossen werden). Zusätzlich rate ich zu Behandlungen von guten Physiotherapeuten/Osteopathen. 
  • Gibt es keine tierärztlichen Bedenken gegen das Training, sollte das Pferd durch gute, gymnastizierende Bodenarbeit (s. Longenkurs und Aufbaukurs) behutsam trainiert werden und das solange, bis das Pferd eine gute Laufmanier gelernt und eine gute, lockere Muskulatur entwickelt hat.
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  • Erst dann sollte sich nach einer ausreichend langen Lösephase an der Hand der Reiter für eine kurze Zeitspanne wieder auf das Pferd setzen (zu Beginn nicht länger als 10 Minuten!).
  • Wenn alles gut läuft, sieht das Ergebnis dann so aus, dass das Pferd unter dem Reiter am langen Zügel den Hals entspannt fallen lässt und locker losmarschiert. Erst von dieser Basis aus können dann langsam die Zügel aufgenommen und damit begonnen werden, dem Pferd auch unter dem Sattel eine gute Laufmanier zu vermitteln, die weiteren Rückenproblemen vorbeugt.

Leider wird das fast überall noch „anders“ gemacht. Mir ist bewusst, dass viele Menschen sich ein Pferd zum Reiten anschaffen und dass sich der Weg, den ich hier vorschlage, lang anhört. Für mich aber ist selbstverständlich, dass jeder, dem das Wohl seines Pferdes am Herzen liegt, bereit sein muss, bei Schmerzen auf das Reiten zu verzichten – und das gilt nicht nur, wenn das Pferd z.B. lahmt, sondern eben auch bei Schmerzen, die es nicht so klar zuordbar zeigen kann.

6. Juni 2017 von Babette Teschen • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Gesundheit, Longieren, Reiten 7 Kommentare »

Ein gelungenes Pferde-Event von „Pfernetzt“

Am vergangenen Wochenende fand in der Nähe von Fulda ein besonderes Pferde-Event statt: Pfernetzt hatte verschiedene Trainer eingeladen, ihre jeweiligen Methoden vorzustellen. Ich durfte dabei sein, um den Longenkurs zu präsentieren, worüber ich mich sehr gefreut habe! 🙂

Am Samstag war ich gleich als Erste dran und hatte 60 Minuten Zeit für eine Praxisvorführung zum Thema „Anatomisch korrektes und pferdefreundliches Longieren“.

Ich muss gestehen, ich war ganz schön nervös vor so vielen Menschen, … aber zum Glück stand mir ein wunderbarer vierbeiniger Partner zur Seite. Ganz herzlichen Dank an Hero Merkel, dass sie mir ihr Pferd Omen für die Vorführung anvertraut hat. 

pfernetzt_omen

pfernetzt

Einige kurze Ausschnitte meiner Vorführung habe ich Euch in einem Video zusammengestellt – das könnt Ihr Euch hier anschauen: 

pfernetzt_youtube

Den Rest des Tages hatte ich dann frei und habe die Zeit genutzt und mir noch einige der anderen interessanten Vorträge angeschaut. Mein persönliches Highlight war zum Abschluss des Tages ein Kinoabend mit dem Tierfilmer Marc Lubetzki, der uns mit in eine Wildpferdeherde genommen hat.  

Es war eine rundum gelungene Veranstaltung – ein großes Lob und meinen Dank an das Team von „Pfernetzt“!

8. Mai 2017 von Babette Teschen • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Longieren, Sonstiges 0 Kommentare »

Die Arbeit an der Longe – Fallbeispiel 3: Das Kleben an der äußeren Bande

Heute habe ich ein weiteres Fallbeispiel aus der praktischen Arbeit nach meinem Longenkurs für Sie (weitere Beispiele finden Sie hier und hier). 

Das Kleben an der äußeren Bande

Eine neunjährige Islandstute läuft auf dem Longierzirkel brav und lässt sich recht manierlich stellen und biegen. Sobald sie aber im Viereck longiert wird und keine äußere Begrenzung mehr hat, zieht sie heftig nach außen weg.

So gehe ich vor:

Viele Pferde neigen dazu, sich an Zäune oder Banden „anzulehnen“ und regelrecht daran zu kleben. Versucht man ein solches Pferd ohne äußere Begrenzung, also z.B. in der Mitte der Reitbahn zu longieren, zieht es sie entsprechend stark zur Wand. Das hat nichts mit Widersetzlichkeit oder Bockigkeit zu tun, sondern es handelt sich dabei schlicht und einfach um ein Balanceproblem, das sich durch gezieltes Training beheben lässt. 

Die Stute aus dem Beispiel würde ich zunächst für einige Einheiten in der Quadratvolte mit Dualgassen arbeiten. Diese geben dem Pferd zwar noch eine äußere Orientierung, sind aber schon eine deutliche Stufe weniger als die Bande. Wenn das Pferd diese Aufgabe gemeistert hat, versuche ich es für kurze Sequenzen ohne die Quadratvolte, kehre aber gleich wieder dorthin zurück, wenn das Pferd wieder nach außen driftet. Hier muss man genau die Zeit und Geduld investieren, die das Pferd braucht, um seine Schulterbalance von sich aus zu finden, bei dem einen geht es schneller, bei dem anderen dauert es länger.

Parallel dazu übe ich mit einem solchen Pferd intensiv, ruhig an der Hand anzutraben. Dazu führe ich das Pferd mit meiner Hand direkt am Kappzaum vom Schritt in einen langsamen Trab und dann in diesem langsamen Trab auf Volten und größere Kreise. Das mache ich so lange, bis ich merke, dass das Pferd nicht mehr nach außen zieht und ganz leicht an der Hand ist. Sobald ich das spüre, lasse ich langsam die Longe Stück für Stück länger werden und entferne mich vorsichtig vom Pferd. Bleibt das Pferd in guter Balance, kann ich mich auf Longendistanz entfernen und normal weiter longieren. Bleibt das Pferd leicht und im guten Gleichgewicht, versuche ich dann, das Pferd vorsichtig zum aktiven, schwungvollerem Laufen zu animieren.

Merke ich aber, dass wieder Zug auf die Longe kommt, gehe ich sofort dichter an das Pferd heran und nehme das Tempo wieder heraus. Wenn nötig gehe ich wieder so dicht an das Pferd heran, bis ich es erneut direkt am Kappzaum führen kann.

Mit solchen Pferden arbeite ich gerne auf sehr großen Plätzen, so dass ich immer viel Abstand zur Bande halten kann. So lernen die Pferde schneller ohne Wand zum Anlehnen zu laufen.

fallbeispiel3

Tipps: Wichtig ist auch zu wissen, dass viele Pferde dann nach außen ziehen, wenn der Mensch

  • zu früh viel Tempo fordert und damit das Pferd aus dem Gleichgewicht bringt oder
  • sich körpersprachlich falsch zum Pferd ausrichtet.

Viele drehen ihren Körper beim Longieren zum Pferd hin. Dadurch „drückt“ der Mensch das Pferd gleichsam nach außen. Gerade bei Pferden, die sowieso schon dazu neigen nach außen zu ziehen, müssen wir sehr darauf achten, unseren Körper in die Bewegungsrichtung auszurichten, also nach vorn und nicht zum Pferd hin. Die Schulter des Menschen sollte immer so gestellt sein, wie die Schulter des Pferdes (genau wie beim Reiten auch).

31. Mai 2016 von Babette Teschen • Kategorie: Allgemein, Longieren 5 Kommentare »

Das Abspulen erkennen, verstehen und auflösen

Mein letzter Beitrag über das Abspulen bei der Freiarbeit brachte viele Reaktionen und warf die Frage auf, wie man damit umgehen kann, wenn man ein solches Abspulen bei seinem Pferd bemerkt. Deshalb kommt hier nun ein weiterer Artikel, in dem ich das Thema vertiefen möchte. 

Das Abspulen erkennen

Zunächst müssen wir ein Abspulen überhaupt erst einmal erkennen. Für mich spult ein Pferd ab, wenn das Training kein Miteinander mehr ist, sondern eine mehr oder weniger einseitige Angelegenheit. Das Pferd tut Sachen, von denen es annimmt, dass es diese tun soll, ob der Mensch das nun angeregt hat oder nicht. Das kann sich in kleinen Dingen zeigen oder auch zu einem maschinenartigen Funktionieren führen, es kann momenteweise auftreten oder auch ganze Einheiten bestimmen.

Mein Aramis hatte schon immer eine Tendenz zum Abspulen: Er zeigt oft Sachen, von denen er glaubt, dass ich diese gerade möchte. Das können Seitengänge sein oder ein Angaloppieren oder ein spanischer Gruß und anderes mehr. Zu Beginn fand ich das natürlich oft toll, dass er plötzlich Travers geht, scheinbar „ganz leicht“ – … nur hatte ich gar keine Hilfe dazu gegeben. Oder er galoppierte an der Longe an, obwohl ich eigentlich nur den Trab verstärken wollte – hübsch, aber nicht das, worauf es mir in diesem Moment ankam und es war auch kein übermütiges Angaloppieren aus Freude, das ich gerne angenommen hätte, sondern es fühlte sich anders an. Und auch beim Clickern zeigte er dieses Verhalten und bot mir oft alles Mögliche an, ohne überhaupt noch auf mich zu achten. 

Seine Motivation dabei war unterschiedlich: Als ein Pferd, das möglichst alles richtig machen will (vor allem mir gegenüber), tat er vieles aus Nervosität und Stress heraus. Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass ich das eigentlich immer selbst mit meinen hohen Erwartungen an ihn ausgelöst habe. Manchmal aber spulte er auch Sachen ab, weil das eigentlich Gewünschte zu anstrengend oder schwierig war. Auch das musste ich erst lernen zu erkennen und zu akzeptieren (mir selbst erschien ja vieles gar nicht als sooo schwierig, aber genau darauf kommt es eben nicht an…) und dabei wieder an meinen Erwartungen und Ansprüchen arbeiten.

Sehr dabei geholfen hat mir die Freiarbeit, denn da wurde deutlich, dass ich jeden echten Kontakt zu Aramis verlor, wenn er abzuspulen begann. Zu Beginn lief er oft einfach um mich herum, und lief und lief und lief. Er ließ sich nicht verkleinern, nicht anhalten, reagierte auf nichts – ich konnte machen, was ich wollte. Sein Laufen hatte dabei wenig Freudvolles und ich fühlte mich hilflos und wurde traurig. Es tat mir leid, ihn so zu erleben, aber es machte mir klar, dass er auch in anderen Bereichen manchmal genauso reagierte, ohne dass ich verstanden hatte, was da geschah. Erst seitdem ich sein Spulen als Ausdruck von Überforderung erkenne (durch Ansprüche, die Stimmung oder auch konkrete Aufgaben), kann ich es auf eine gute Art für uns auflösen. 

Verstehen, warum ein Pferd abspult

Pferde sind Gewohnheitstiere, insofern kann das Abspulen schlicht und einfach übernommenes Verhalten sein, denn auch wir Menschen sind oft Gewohnheitstiere und machen unbewusst manches immer sehr gleich. Die meisten von uns dürften das kennen, dass das Pferd z.B. immer am selben Punkt angaloppiert, nach dem Anhalten an der langen Seite gleich rückwärts geht oder genau weiß, dass nach den anstrengenden Traversalen Schluss mit der Einheit ist. So zeigen sich schnell die Trainingspunkte, die wir besonders oft gemacht haben, und das lässt sich durch etwas mehr bewusster Abwechslung meist leicht auflösen. 

Das Abspulen ist aber eben häufig auch eine Vermeidungsstrategie des Pferdes, von der es sich erhofft, weniger Ärger zu bekommen. Und das kann, wie ich anhand von Aramis weiter oben aufgezeigt habe, ganz unterschiedliche Ursachen haben: Manche Pferde tun das aus Angst und Unsicherheit. Sie wollen auf keinen Fall Fehler machen, weil sie Strafen fürchten. Manche Pferde machen das auch aus Bequemlichkeit, weil es ihnen leichter erscheint, das anzubieten, was sie schon können, als etwas Neues zu erlernen. Und manche spulen das ab, was sie schon kennen, weil sie nicht verstehen, was der Mensch möchte. Es ist wichtig, die Motivation des Pferdes zum Abspulen zu erkennen, um auf eine hilfreiche Weise reagieren zu können. 

Achtung: Ein Abspulen hat eine ganz andere Energie als wenn das Pferd von sich aus eigene Vorschläge macht oder Ideen einbringt – das gilt es, gut zu unterscheiden!

Und so können wir auf das Abspulen reagieren

Das Allerwichtigste beim Abspulen ist  zu verstehen, dass es sich dabei nicht um eine Widersetzlichkeit handelt. Das Pferd ist nicht stur und nicht bockig. Sein Ziel ist eigentlich, es uns recht zu machen, nur wählt es dafür eben manchmal einen Weg, der wie das genaue Gegenteil wirkt.

Ein Pferd, das an der Longe nicht mehr zu traben aufhört, gilt bei vielen als „unerzogen“, „wild“ oder „widersetzlich“, dabei kann es schlicht und einfach unsicher sein und Angst haben, dass es Ärger gibt, wenn es langsamer wird. Gleiches gilt für Pferde, die z.B. nur noch Travers laufen oder bei der Bodenarbeit ständig spanischen Schritt anbieten. Sie sind so sehr davon überzeugt, das Richtige zu tun, dass sie gar nicht mehr zuhören. Zuhören ist aber wichtig, damit das Training wieder eine gemeinsame Angelegenheit werden kann. 

Schritt 1 lautet also: erkennen und vor allem würdigen, dass das Pferd mit seinem Abspulen etwas „Gutes“ tun will. Ich sage in solchen Momenten zu meinem Pferd: „Das ist lieb, dass Du das jetzt machst, dankeschön, aber eigentlich möchte ich was anderes.“

Damit wir das Pferd aus seinem inneren Film heraushohlen können, damit es wieder auf uns achtet und uns zuhört, ist es unerlässlich, die Situation zu entstressen. Selbst Pferde, die vollkommen cool wirken, können innerlich stark gestresst sein und deshalb ins Abspulen kommen. Das sind z.B. Pferde, die einem im Schritt durchgehen. Sie laufen einfach weiter und lassen sich nicht mehr anhalten. Die meisten dieser Pferde sind meiner Erfahrung nach nicht „stur“, sondern vor allem verunsichert und versuchen, etwas Richtiges zu tun.

Schritt 2  besteht deshalb darin, für Ruhe und Entspannung zu sorgen. Dafür gilt es, die eigenen Erwartungen und Ansprüche loszulassen und erst einmal nur dafür zu sorgen, dem Pferd zu vermitteln, dass alles ok ist. Hier lautet meine Botschaft an mein Pferd: „Wenn Du mir gerade nicht zuhören kannst, dann lass uns eine Pause machen.“

Achtung: Bei sehr nervösen und unsicheren Pferden ist allein das schon eine schwierige Aufgabe! Doch ohne ein Grundmaß an innerer Ruhe ist jedes Training Stress. Wer clickert, kann hier gezielt Ruhe und Entspannung clickern.

Habe ich das Abspulen auf diese Weise ruhig und liebevoll stoppen können, überlege ich, wie ich sinnvoll weitermachen kann:

  • Vielleicht ist es nötig, das Training ganz anders aufzubauen?
  • Brauchen wir mehr Freude und Spaßmomente?
  • Mehr Pausen?
  • Vielleicht überfordere ich mein Pferd mit dem, was ich will?
  • Arbeite ich mit zu viel Druck und zu wenig Lob?
  • Reagiere ich unbewusst unwirsch und streng auf Fehler?
  • Vielleicht habe ich ihm noch nicht verständlich machen können, worum es mir eigentlich geht?
  • Vielleicht kann es mir einfach auch nicht geben, was ich möchte und bietet mir deshalb etwas anderes an? 

Mit all diesen Fragen setze ich bei mir an, denn das Abspulen sehe ich als menschengemachtes Problem, das auch nur von der Menschenseite her gelöst werden kann. 

Schritt 3 beginnt mit Überlegungen, wie ich es meinem Pferd ganz praktisch leichter machen kann und wie ich es schaffe, das Training so zu gestalten, dass es nicht mehr in sein Abspulmuster fallen muss. Dazu gehören für mich diese Punkte: 

  • Fehler zu machen ist erlaubt! Sie werden nicht bestraft und nur wenn nötig, sanft korrigiert. 
  • Pausen sind mindestens so wichtig wie die Arbeit selbst, ich belohne also auch das gemeinsame Nichtstun. 
  • Ich freue mich über jede eigene Idee vom Pferd und sei sie noch so zaghaft. 
  • Ich versuche nichts zu erwarten und nichts vorauszusetzen, sondern schaue jeden Tag neu, wie die Stimmung ist.
  • Mein Ziel ist eine liebe- und freudevolle, humorvolle Grundstimmung, in der auch gelacht werden darf und das Pferd Faxen machen kann. 

Ich bin fest davon überzeugt: kein Pferd spult freiwillig ab. Das Abspulen ist für mich im besten Fall eine Verlegenheitslösung, in den meisten Fällen aber ein Ausdruck von innerer Unsicherheit und oft sogar Not. Und sehe es so, dass es in meiner Verantwortung liegt, dafür zu sorgen, kein Pferd überhaupt erst in eine Situation zu bringen, in der es glaubt, abspulen zu müssen.

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24. Mai 2016 von Tania Konnerth • Kategorie: Allgemein, Clickertraining, Freiarbeit, Longieren, Reiten, Umgang, Verhalten 2 Kommentare »

  • Herzlich willkommen im Themenbereich „Longieren“

    Vor allem Babette hat sich vor einigen Jahren auf das Thema Longieren spezialisiert. Gemeinsam haben wir den Longenkurs und den Aufbaukurs zum Longenkurs erstellt. In dieser Kategorie finden Sie unsere Artikel und Tipps zum Thema Longieren in chronologischer Reihenfolge.

    Die Termine zu Babettes Live-Kursen finden Sie hier.

    Und hier geht es zu unserem Buch bei Kosmos:

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