Setze Erkenntnisse auch um! – Inspiration des Monats

Mit unserer  Rubrik Inspiration des Monats nehmen wir uns jeweils ein Schwerpunktthema vor, für das wir Euch kurz und knapp Denkanstöße und Anregungen geben möchten. Lange Texte gibt es bei uns genug, aber gerade bei Basis-Themen denken wir, ist es wichtig, sie immer wieder mit in den praktischen Pferde-Alltag zu nehmen um für eine längere Zeit im Herzen bewegt zu werden. Und meist sind es Schlüsselsätze oder -erkenntnisse, die man wirklich bei sich behält. 

Unser Tipp: Zieht Euch jeweils unsere Inspiration des Monats auf Euer Handy, damit Ihr die Fragen und Denkanstöße  für eine Weile immer dabei habt – Ihr werdet vielleicht überrascht sein, wie unterschiedlich Eure Antworten und Gedanken dazu in verschiedenen Situationen ausfallen können. 

Thema des Monats:
Setze Erkenntnisse auch um!

Wie viele andere veröffentlichen ja auch wir häufig inspirierende Texte und Denkanstöße zum Miteinander von Mensch und Pferd. Und wir freuen uns jedes Mal sehr darüber, dass immer mehr davon geliked und geteilt werden, denn das zeigt uns, wie viele Pferdemenschen inzwischen schon auf anderen als den herkömmlichen Wegen unterwegs sind – toll! Noch wichtiger ist uns aber, dass die Erkenntnisse tatsächlich auch beim Pferd ankommen, also im Stall, im Umgang und beim Training. Denn das ist nötig, damit Pferde auch etwas von den schönen Sprüchen haben! 

Nun ist es natürlich oft gar nicht so einfach, Erkenntnisse in der Praxis umzusetzen, vor allem dann, wenn sie Veränderungen erfordern – Veränderungen im eigenen Tun und Denken. Aber nur, wenn wir genau dazu bereit sind, machen Inspirationen wirklich Sinn. Nur wenn sie zum Überdenken der eigenen Handlungen führen und eben auch dazu, dass wir wirklich etwas ändern, erfüllen sie ihren eigentlichen Zweck. Kluge Sprüche sollen ja nicht wie hübsche Bilder sein, die man sich nett an die Wand hängt, sondern sie sollen etwas bewirken.

Fragt Euch also deshalb immer dann, wenn Ihr etwas lest, dass Ihr wichtig und richtig findet, Folgendes:

  • Was bedeutet das für mich und mein Pferd — ganz konkret?
  • Wie kann ich das praktisch umsetzen?
  • Fällt mir spontan eine Situation ein, in der ich genau das leben könnte?
  • Was muss ich vielleicht ändern, damit ich dem, worum es in der jeweiligen Erkenntnis geht, näher komme?
  • Was brauche ich, um es umsetzen zu können?
  • Was hindert mich vielleicht daran und wie könnte ich wiederum das ändern?

 

Erkenntnisse umsetzen - Wege zum Pferd

11. August 2020 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Erkenntnisse, Inspiration des Monats, Umgang 0 Kommentare »

Anthony und das Schaf: So kann Vertrauen wachsen

Mein Anthony gehört zu den eher unsicheren Pferden. Ich habe ihn von Beginn an immer dazu ermutigt, sich Gruseliges anzuschauen, was ihn neugierig und auch etwas selbstbewusster gemacht hat (siehe dazu auch diesen Text), aber er neigt nach wie vor zu Angst und Angespanntheit, wenn er etwas gruselig findet. Das gehört einfach zu ihm. Seinen inneren Stress zeigt er fast gar nicht (siehe auch diesen Blogbeitrag zu den unterschiedlichen Stresstypen), so dass er von außen betrachtet auf viele ruhig und gelassen wirkt. Tatsächlich aber gleicht er einem Dampfkessel, in dem sich immer mehr Druck aufbaut, der sich, wenn man die Situation nicht entschärft, irgendwann unkontrollierbar entlädt – sprich: er flieht dann kopflos. 

Leider ist es in der Pferdewelt immer noch weit verbreitet, ängstlichen Pferde durch die so genannte Desensibilisierung „beibringen zu wollen“, dass sie keine Angst zu haben brauchen (Babette hat dazu schon vor vielen Jahren diesen Text geschrieben und siehe dazu auch diesen Blogbeitrag). Für mich ist das ein unsensibler, ja oft sogar grausamer Irrweg, denn weder eine hohe Sensibilität noch Angst lassen sich mit Druck verringern, im Gegenteil: Ein solches Vorgehen kann zu unvorhersehbaren Gegenreaktionen führen, die Unsicherheit des Pferdes noch erhöhen oder zu einer inneren Aufgabe und dem führen, was man erlernte Hilflosigkeit nennt. Ich möchte Euch hier einmal zeigen, wie Anthony und ich uns gruselige Sachen erarbeiten (wer darüber mehr wissen will, schaut am besten einmal in unseren Anti-Angst-Kurs). 

Anthony und das Schaf

Eine Miteinstellerin hatte ein geschorenes Schaffell mit zum Stall gebracht und es am Reitplatz über den Zaun gelegt. Mir war klar gewesen, dass das Anthony beunruhigen würde, aber ich hatte doch mal wieder unterschätzt, wie stark seine Angst werden kann. Ich hatte ursprünglich vorgehabt, ihn, wie ich es immer mache, behutsam zu dem Schaf zu führen, ihn die Sache beschnuppern und erkunden zu lassen und mit viel Lob ein gutes Erlebnis daraus zu machen. Tatsächlich aber konnte ich bei dem ersten Versuch eigentlich nur zusehen, dass ich nicht von ihm über den Haufen gerannt werde, denn er war kaum noch in der Lage, mich wahrzunehmen, geschweige denn auf mich zu hören, so besorgt war er. Jedes Schimpfen oder Strafen wäre in diesem Moment vollkommen kontraproduktiv und unangemessen gewesen, denn er war nicht „unartig“, er hatte Angst. Also nahm ich das zum Anlass, daraus ein kleines Projekt zu machen und einmal mein Vorgehen bei der Vertrauensarbeit mit Videos zu dokumentieren. Das Ergebnis sind die folgenden vier Videos aus insgesamt drei Einheiten, die Ihr Euch mit einem Klick auf die Fotos bei Youtube anschauen könnt: 

Einheit 1: Wir nähern uns dem Schaf

In dieser Einheit ging es mir allein darum, dass es Anthony möglich wird, sich in der Nähe des Schafs wenigstens ein bisschen zu entspannen. Man muss schon ziemlich genau hinschauen, um zu erkennen, wie stark seine Anspannung ist, als passiver Stresstyp wirkt er viel ruhiger als er es tatsächlich war. Ich hätte ihm am Ende der Einheit gerne noch etwas lockerer gehabt und wahrscheinlich hätte ich das früher auch mehr forcieren wollen. Heute aber weiß ich, dass Druck gar nichts bringt, sondern den Stress noch verstärkt. Es war an diesem Tag einfach so und genau so war es auch okay. Wir waren eine gute Viertelstunde mit dem Schaf beschäftigt, eine Verlängerung hätte nur dazu geführt, dass er irgendwann komplett überfordert gewesen wäre. In Sachen Angst ist weniger ganz oft mehr!

VertrauenstrainingHier geht es zum Video (Link führt zu youtube).

Einheit 2: Anthony findet Mut und hat sogar Spaß

Zur zweiten Einheit habe ich zwei Videos erstellt. Zunächst setze ich genau da an, wo die erste Einheit aufhörte. Ich ließ Anthony wieder alle Zeit, die er brauchte und nach und nach konnte er sich etwas besser entspannen – auch wenn es vielleicht nicht spektakulär aussieht, so empfand ich es als einen großen Erfolg! 

Vertrauenstraining

Hier geht es zum Video (Link führt zu youtube)

Aus dem Bauch heraus beschloss ich dann noch, das Schaf auf den Boden zu legen und von Anthony wegzubewegen. Daraus entwickelte sich eine ganz wundervoll verspielte Sequenz, in der Anthony das Schaf gar nicht mehr gruselig fand und immer gelöster wurde. Es war mir dann sogar möglich, ihn damit zu berühren, wobei ich sehr gut aufpasste, ihn damit nicht zu überfallen und zu überfordern. Ich holte mir seine Einwilligung darüber, dass ich ihn erst ein stationäres Target berühren ließ und das als Signal nahm, weitermachen zu können (mehr dazu hier und hier). 

VertrauenstrainingHier geht es zum Video (Link führt zu youtube)

Einheit 3: Wir reiten zum Schaf

Ich hatte keine konkreten Pläne für die dritte Einheit, wäre Anthony wieder ängstlich gewesen, hätten wir genauso weitergemacht, wie Ihr es in den ersten Videos sehen konntet. Da er aber dieses Mal beim Heranführen ein ganzes Stück gelassener und mutiger wirkte, probierte ich aus, ob wir vielleicht auch zum Schaf hin und vielleicht sogar am Schaf vorbereiten können würden. Hier könnt Ihr sehen, wie ich da vorging und wie Anthony diese Herausforderung meisterte:

Vertrauenstraining

Hier geht es zum Video (Link führt zu youtube)

Das Ziel für mich ist mehr (Selbst-)Vertrauen!

Abschließen möchte ich mit einem Foto, das Anthony als stolzes Pferd zeigt, als ein Pferd, der die Zeit bekommen hat, Mut aus sich heraus zu entwickeln und der gewachsen ist durch die Einheiten. Vergleicht seine Ausstrahlung einmal mit den Pferden, die mittels „Desensibilisierung“ dazu gebracht werden, neben einem angstauslösenden Gegenstand zu stehen …

Vertrauensförderung

27. Juli 2020 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Erkenntnisse, Jungpferdausbildung, Umgang, Verhalten 3 Kommentare »

Sieh Dein Pferd als Teampartner – Inspiration des Monats

Mit unserer  Rubrik Inspiration des Monats nehmen wir uns jeweils ein Schwerpunktthema vor, für das wir Euch kurz und knapp Denkanstöße und Anregungen geben möchten. Lange Texte gibt es bei uns genug, aber gerade bei Basis-Themen denken wir, ist es wichtig, sie immer wieder mit in den praktischen Pferde-Alltag zu nehmen um für eine längere Zeit im Herzen bewegt zu werden. Und meist sind es Schlüsselsätze oder -erkenntnisse, die man wirklich bei sich behält. 

Unser Tipp: Zieht Euch jeweils unsere Inspiration des Monats auf Euer Handy, damit Ihr die Fragen und Denkanstöße  für eine Weile immer dabei habt – Ihr werdet vielleicht überrascht sein, wie unterschiedlich Eure Antworten und Gedanken dazu in verschiedenen Situationen ausfallen können. 

Thema des Monats:
Sieh Dein Pferd als Teampartner!

Das Schönste an der Arbeit mit Pferden ist für uns immer wieder der Moment, in dem das Pferd beginnt, aktiv mitzumachen und nicht mehr nur auf Signale reagiert, die wir geben. Wenn es also Eigenmotivation entwickelt, Ideen hat und anfängt, Aufgaben oder Lektionen mitzugestalten. Aus unserer Sicht ist es schade, dass das noch immer in weiten Kreisen keineswegs erwünscht ist, sondern dass man dort Pferde möchte, die exakt und ausschließlich das tun, was man als Mensch vorgibt (… oder sollte man sagen „befiehlt“?).

Wir können zum Beispiel gerade bei der Arbeit nach unserem Longenkurs im Vergleich zum herkömmlichen Longieren immer wieder erleben, was für einen Unterschied ein Training auf Augenhöhe macht: Das herkömmliche Longieren besteht ja immer noch oft vor allem darin, dass das Pferd mehr oder weniger eintönig um den Menschen herumläuft, sodass das Longieren nur sehr bedingt eine wirklich gemeinsame Aktion ist. Dementsprechend wenig Freude haben viele Pferde daran und dementsprechend wenig wirkliche Entwicklung in Hinblick auf eine Verbesserung der Laufmanier ist zu erreichen. Der Zauber, den die Arbeit nach dem Longenkurs ermöglicht, ist dagegen das: Dadurch, dass die Pferde immer besser verstehen, was wir von ihnen möchten, merken sie, dass es gute Vorschläge sind, die wir machen, und gewinnen immer mehr Freude an der Arbeit. Sie spüren, dass sie sich immer besser bewegen können, erleben ein immer angenehmeres Körpergefühl und bewegen sich auch immer lieber. So verbessern sich Laufmanier und Muskulatur enorm. Das Pferd dann die Vielfalt der verschiedenen Übungen und Lektionen auch noch mitgestalten zu lassen, fordert unsere eigene Flexibilität, Offenheit und Sportlichkeit und macht das Longieren dann noch zusätzlich zu einer „gemeinsamen Sache“ mit unendlich vielen Möglichkeiten. Das Ergebnis besteht in Freude und Fitness von Pferd & Mensch.

Aber das Longieren ist ja nur ein Beispiel von vielen! Versucht doch ab sofort das, was Ihr alles mit Eurem Pferd macht, als „Team-Sport“ zu sehen und nicht so, dass Ihr Euer Pferd trainiert oder ihm etwas beibringt. Fragt Euch immer, was Ihr tun könnt, damit Euer Pferd wirklich verstehen kann, worum es geht, damit es auf Augenhöhe mit Euch zusammenarbeiten und erfahren kann, dass Ihr prima Ideen habt, und lasst zu, dass es etwas ausprobiert und Eigenes einbringt. Das verändert unglaublich viel!

Pferde, denen die Chance gegeben wird, wirklich zu verstehen und aktiv mitzugestalten, werden selbstbewusster und vertrauen in schwierigen Situationen ihrem Menschen deutlich mehr als solche, die nur wie Befehlsempfänger behandelt werden. Das ist zumindest unsere Erfahrung.

 

Teampartner Pferd

14. Juli 2020 von Tania Konnerth • Kategorie: Erkenntnisse, Inspiration des Monats, Longieren, Reiten, Umgang 1 Kommentar »

Sei dankbar – Inspiration des Monats

Mit unserer  Rubrik Inspiration des Monats nehmen wir uns jeweils ein Schwerpunktthema vor, für das wir Euch kurz und knapp Denkanstöße und Anregungen geben möchten. Lange Texte gibt es bei uns genug, aber gerade bei Basis-Themen denken wir, ist es wichtig, sie immer wieder mit in den praktischen Pferde-Alltag zu nehmen um für eine längere Zeit im Herzen bewegt zu werden. Und meist sind es Schlüsselsätze oder -erkenntnisse, die man wirklich bei sich behält. 

Unser Tipp: Zieht Euch jeweils unsere Inspiration des Monats auf Euer Handy, damit Ihr die Fragen und Denkanstöße  für eine Weile immer dabei habt – Ihr werdet vielleicht überrascht sein, wie unterschiedlich Eure Antworten und Gedanken dazu in verschiedenen Situationen ausfallen können. 

Thema des Monats:
Sei dankbar!

„Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“ – diese Zeilen stammen von Francis Bacon und sie benennen ein Phänomen, das sicher auch viele von Euch kennen: Solange etwas „einfach da“ ist, nehmen wir es schnell als selbstverständlich. Dabei ist Dankbarkeit eine nie enden wollende Quelle von purem Glück und tiefer Freude.

Stellt Euch doch mal vor, wie Euer Miteinander, wie die Grundstimmung zwischen Euch sein würde, wenn Ihr Euch viel öfter bewusst machen würdet,

  • wie viel Euer Pferd Euch schenkt,
  • wie viel Freude Ihr an und mit ihm habt
  • und dass etwas ganz Wundervolles und Kostbares ist, Zeit mit einem Pferd verbringen zu können! 

Bringt Euch immer wieder ganz bewusst mit einem echten Gefühl von Dankbarkeit Eurem Pferd oder auch Pferden ganz allgemein gegenüber in Kontakt und zeigt ihnen Eure Freude und Eure Liebe nicht nur, wenn Ihr eine Schleife gewonnen habt oder es etwas Besonderes geleistet hat, sondern vor allem auch für all die vielen kleinen Dinge im Alltag – und dafür, dass es da ist. Also: Wofür bist Du Deinem Pferd heute dankbar?

Sei dankbar – Wege zum Pferd

10. Juni 2020 von Tania Konnerth • Kategorie: Erkenntnisse, Inspiration des Monats, Jungpferdausbildung, Umgang 8 Kommentare »

Was wir als Pferdemenschen verstehen müssen

Zum Erscheinen der 500. Ausgabe unseres Newsletters hatten wir mal wieder zu einer Mitmach-Aktion eingeladen. Dafür hatten wir unseren Monty, das sprechende Pferd, als Anlass genommen, um Euch diese Frage zu stellen: 

„Wenn Pferde sprechen könnten,
welchen Satz sollten wir Menschen
– als Reiter/innen oder auch ganz allgemein –
am dringendsten von ihnen hören?“

Wir haben 200 Einsendungen erhalten, von denen uns viele sehr berührt haben. Es ist wundervoll, wie viele tief gehende und mitfühlende Gedanken Ihr Euch gemacht habt und wie oft wir nicken mussten, weil wir auch denken, dass uns genau das Pferde sagen wollen würden.

Wir haben hier eine kleine Auswahl als Video aufbereitet, von dem wir hoffen, dass es möglichst viele Pferdemenschen erreicht und vielleicht noch viel mehr Verständnis schaffen kann. In unserem Newsletter werden wir immer wieder noch weitere Sätze veröffentlichen.  Klickt auf das Bild, um das Video anschauen: 

Pferde verstehen

(Ein Klick auf das Bild führt zu unserem Youtube-Kanal.)

26. Mai 2020 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Erkenntnisse, Umgang, Verhalten 2 Kommentare »

Schau immer auf das Gute – Inspiration des Monats

Mit unserer  Rubrik Inspiration des Monats nehmen wir uns jeweils ein Schwerpunktthema vor, für das wir Euch kurz und knapp Denkanstöße und Anregungen geben möchten. Lange Texte gibt es bei uns genug, aber gerade bei Basis-Themen denken wir, ist es wichtig, sie immer wieder mit in den praktischen Pferde-Alltag zu nehmen um für eine längere Zeit im Herzen bewegt zu werden. Und meist sind es Schlüsselsätze oder -erkenntnisse, die man wirklich bei sich behält. 

Unser Tipp: Zieht Euch jeweils unsere Inspiration des Monats auf Euer Handy, damit Ihr die Fragen und Denkanstöße  für eine Weile immer dabei habt – Ihr werdet vielleicht überrascht sein, wie unterschiedlich Eure Antworten und Gedanken dazu in verschiedenen Situationen ausfallen können. 

Thema des Monats:
Schau auf das Gute!

Die meisten von uns sind – nicht nur, aber vor allem eben auch – bei der Arbeit mit Pferden mehr oder weniger ausgeprägte Fehlergucker. Damit meint es natürlich kaum jemand böse, denn wir alle zielen auf Verbesserung und darauf, sich weiterzuentwickeln. Unseren Pferden tun wir damit oft aber gar nicht gut und uns selbst auch nicht. Ob nun beim Reiten, beim Longieren oder anderen Dingen, die wir mit unseren Pferden machen: Wenn wir im Training immer vor allem das wahrnehmen, was noch nicht gut oder nicht gut genug ist, sind wir ständig am Kritisieren, am Korrigieren und am Fordern. Und das frustriert viele Pferde ganz enorm und gibt uns selbst ein Gefühl von Unvermögen. 

Genau deshalb lieben wir das Prinzip der positiven Verstärkung, bei dem das Training konsequent auf Lob und positive Bestätigung aufbaut. Es verändert sich wirklich alles, wenn wir unseren Blick immer mehr auf das legen, was super ist und gut klappt und vor allem, wenn wir das Training gezielt dahingehend verändern, dass es ganz viel und immer mehr zu loben gibt – es verändert die Stimmung, das Miteinander, es verändert uns selbst und die Pferde blühen regelrecht auf! 

Viele befürchten, dass ein Fokus nur noch auf das Gute zum Nachlassen von Leistung führt oder dazu, sich etwas schön zu reden. Das aber ist unserer Erfahrung nach ganz und gar nicht der Fall, im Gegenteil: Zu erkennen, was alles schon gut läuft und mit ganz viel Lob und Freude zu arbeiten, ist ein regelrechter Motiviationsbooster für Mensch und Pferd! 

 

Schau auf das Gute

5. Mai 2020 von Tania Konnerth • Kategorie: Erkenntnisse, Inspiration des Monats, Jungpferdausbildung, Longieren, Reiten, Umgang 0 Kommentare »

Wie wirke ich auf mein Pferd?

Wenn wir mit Pferden arbeiten, dann beobachten wir sie meist sehr genau. Dabei übersehen wir aber oft, welche große Bedeutung unsere eigene Ausstrahlung hat. 

Die Pferde fest im Blick

Pferde gut sehen und spüren zu lernen, ist im Umgang und Training sehr wichtig, damit wir jederzeit bedarfsgerecht reagieren können. Wir achten dabei sowohl auf die Mimik des Pferdes als auch auf den Körper, darauf, ob unser Pferd gestresst wirkt oder entspannt, wie es sich bewegt, was ihm Probleme macht und vieles mehr. So können wir uns idealerweise jederzeit ein Bild davon machen, ob unser Pferd gerade losgelassen ist, wie es sich fühlt, ob seine Hinterhand aktiv und seine Haltung gut ist, um es dann mit passenden Übungen darin zu unterstützen, immer besser und freudvoller zu laufen und mitzuarbeiten. Soweit so gut.

… aber was ist mit uns selbst?

Wir wünschen uns ein Pferd, welches möglichst vom Genick bis hin zur Schweifrübe losgelassen und zufrieden ist. Aber was ist mit uns? Oftmals übersehen wir, dass wir so in unserer Konzentration versunken sind, dass wir gar nicht merken, wie verkniffen wir starren, wie fest wir unseren Po anspannen, wie sehr wir die Schultern hochziehen. Und genau deshalb ist es ganz wichtig, den Fokus hin und wieder auch mal weg vom Pferd hin zu sich selbst zu lenken und darauf zu achten, mit welcher Ausstrahlung wir auf unser Pferd einwirken – innerlich und äußerlich.

Sie merken alles

Pferde sind naturgemäß sehr sensibel und empathisch. Sie spüren unsere Anspannung sehr genau und bekommen sogar unsere inneren Bilder mit und reagieren oft sehr stark darauf. Und das macht es uns nicht immer ganz so leicht. Wer kennt es nicht, dass wir beim Reiten so etwas denken, wie „Hoffentlich erschrickt sich mein Pferd nicht vor dem komischen Gegenstand dort …“ und prompt scheut das Pferd? Oder dass man nur ans Antraben denkt und schon trabt das Pferd? 

Ich erlebe immer wieder, wie wenig sich viele von uns eigentlich ihrer eigenen Ausstrahlung bewusst sind. Zum Beispiel glauben viele, eigentlich ganz ruhig zu wirken, tatsächlich aber gehen sie mit einer sehr hohen Körperspannung zum Pferd, worauf dieses bereits in eine Hab-Acht-Stellung gerät. Weit verbreitet ist auch ein geradezu böse wirkender Gesichtsausdruck, obwohl wir nur sehr konzentriert sind. Auf unser Pferd wirken wir aber dadurch unter Umständen sogar bedrohlich. Genauso merken viele von uns nicht, wie unzufrieden wir wirken, denn obwohl wir eigentlich ganz stolz auf unser Pferd sind, reden wir nur über das, was noch nicht klappt … 

Wenn es uns gelingt, mit einer sanften, liebevollen Energie und positiven Ausstrahlung ans Pferd zu gehen, erhöht das unsere Chance für ein harmonisches und entspanntes Miteinander sehr und dem Pferd wird die Arbeit mit uns viel mehr Freude bereiten. 

Kleiner Selbst-Check mit Tipps

Dieser kleine Selbst-Check für eine gute Ausstrahlung eignet sich unabhängig davon, ob wir nun longieren, reiten, unser Pferd putzen oder führen wollen. Richtet hin und wieder Euren Fokus mal ganz auf Euch selbst und achtet auf die folgenden Punkte: 

  • Fließt mein Atem ruhig? Atme ich tief und ruhig? Wenn Ihr merkt, dass Ihr oberflächlich und hektisch atmet, dann versucht Euch bewusst zu entspannen und verlängert Eure Atemzüge: erst für zwei Schritte ein- und für zwei Schritte ausatmen, dann für drei, für vier und für fünf… 
  • Ist mein Blick sanft?  Ein konzentriertes (und dabei oft auch kritisches) Anstarren empfinden viele Pferde als sehr unangenehm. Außerdem verkürzt ein starrer Blick unsere Atmung und macht uns insgesamt „fester“. Übt Euch deshalb in einem weiten, weichen Blick, mit dem Ihr nicht nur einen einzelnen Punkt fixiert, sondern auch die Umgebung sehen könnt. Versucht immer, Euer Pferd mit ganz sanften Augen anzuschauen, habt, wie ich es immer nenne, „Herzchen in den Augen“ und lächelt mindestens innerlich, am besten aber auch sichtbar. 
  • Ist mein Gesicht entspannt? Wenn wir sehr konzentriert oder angespannt sind, neigen wir dazu, die Kiefer zusammenzupressen und die Stirn zu runzeln. Wenn Ihr das bei Euch merkt, dann löst bewusst die Zunge vom Gaumen, macht leichte Kaubewegungen, so als wenn Ihr ein Kaugummi kauen würdet, und lockert die Kiefergelenke. Entspannt auch die Stirn und die Augenbrauen. Und lächelt 🙂
  • Sind meine Schultern locker? Sehr häufig ziehen wir unbewusst die Schultern hoch und werden dabei im ganzen (Ober-)Körper fest. In meinen Longenkursen kann ich häufig beobachten, dass diese meist unbewusste Haltung bei sensiblen Pferden schon ausreicht, um sie z.B. antraben zu lassen. Oftmals versteht der Longenführer gar nicht, warum sein Pferd plötzlich losläuft, aber es hat nur auf die Spannung seines Menschen reagiert. Ähnliches gilt für das Reiten. Deshalb rate ich Euch, immer mal wieder in die Schultern zu spüren und sie genüsslich nach hinten kreisen und dann sanft nach hinten-unten sinken zu lassen. 
  • Lasse ich meine Oberarme entspannt am Körper fallen? Wenn wir angespannt sind, sind unsere Oberarme oftmals ganz fest, obwohl wir eigentlich nur unsere Unterarme brauchen, um z.B. die Bewegungen an der Longe auszuführen oder die Zügel zu halten. Wir tragen die Arme oft auch viel höher als nötig oder spannen auch den Arm an, der gerade gar nichts tun muss. Auch hier immer mal wieder hineinspüren und ganz bewusst die Spannung loslassen – keine Sorge: die Arme fallen nicht ab, wenn man sie lockert 😉
  • Ist meine Bauchdecke weich? Gerade Frauen ziehen oft unbewusst dauerhaft den Bauch ein, wodurch eine hohe Körperspannung entsteht. Eine gewisse Aufrichtung für eine gute Körperhaltung brauchen wir natürlich, aber achtet mal darauf, was passiert, wenn Ihr beim Reiten oder Longieren, bewusst die Bauchdecke an- und dann entspannt. Nicht selten schnauben Pferde ab, wenn wir Spannungen bei uns lösen. Findet hier das richtige Maß. 
  • Ist mein Po entspannt? Das ist besonders beim Reiten ein ganz wichtiger Punkt, denn ein angespanntes Gesäß macht es dem Pferd sehr schwer, im Rücken loszulassen und Euch, die Bewegungen weich zu sitzen. Hier deshalb immer mal wieder ganz bewusst die Pobacken in den Sattel schmelzen lassen. 
  • Klemmen meine Beine? Auch dieser Punkt ist für das Reiten wichtig. Mit klemmenden Beinen kann man keine feinen Schenkelhilfen geben. Wir blockieren damit auch in der Hüfte und können die Bewegungen des Pferdes nicht weich mitgehen. Mit so einer Kralle auf seinem Rücken können Pferde nur schwer loslassen und manche reagieren auch mit deutlichem Stress. Also: immer wieder die Beine lösen. Ein sicherer Sitz entsteht nicht dadurch, dass wir unser Pferd mit unseren Beinen einklemmen, sondern durch das flexible und weiche Mitgehen in den Bewegungen. 
  • Kann ich Bewegung in meinen Gelenken zulassen? Die Gelenke in unserem Körper ermöglichen uns Bewegung. Blockieren wir ein Gelenk, entsteht sowohl ein Bewegungs- als auch ein Energiestau. Beides nehmen Pferde deutlich wahr und reagieren manchmal sehr stark darauf. Nicht umsonst können wir mit einem einfachen Abkippen des Beckens ein Pferd durchparieren. Geht deshalb immer mal wieder bewusst alle entscheidenden Gelenke durch: Seid Ihr zum Beispiel beim Reiten beweglich in der Hüfte, kann das Becken frei mit der Bewegung des Pferdes mitgehen? Sind Eure Fußgelenke locker, so dass sie die Bewegungen gut auffangen können? Sind Eure Handgelenke geschmeidig, damit sie die Bewegungen der Zügel oder der Longe ganz weich ausführen und durchlassen können?
  • Welche Bilder habe ich im Kopf? Oftmals sehen wir vor unserem inneren Bild genau das, was wir nicht wollen, also das, was wir befürchten, was alles passieren könnte. Diese negativen Bilder oder zumindest die Stimmung daraus kann sich auf unser Pferd übertragen. Versucht statt dessen immer das zu sehen, was Ihr haben oder erreichen möchtet: also zum Beispiel ein entspanntes Pferd, auch wenn es gerade noch aufgeregt ist, ein Pferd, welches loslässt, auch wenn es gerade noch angespannt ist, ein Pferd, welches ruhig durchpariert, auch wenn es gerade noch hektisch um Euch herumläuft. Und das tiefe, ruhige Atmen dabei nicht vergessen – und, ja genau: immer schön lächeln 🙂
  • Wie ist meine Erwartungshaltung? Oftmals gehen wir mit sehr hohen Erwartungen in die Arbeit mit unserem Pferd und übersehen dabei, dass unser Pferd in diesem Moment noch nicht in der Lage ist, diese zu erfüllen, sei es aus körperlichen oder psychischen Gründen. Es spürt aber genau, dass wir eigentlich mehr von ihm wollen, und kann deshalb verunsichert oder gestresst werden. Versucht, möglichst immer frei von Erwartungen zu sein. Ihr könnt schöne Zielbilder im Kopf formen, aber seht immer auch den Weg dorthin ganz positiv und liebevoll und nehmt ohne Groll oder Frust das an, was gerade möglich ist.
  • Welche persönlichen Themen belasten mich im Moment? Auch was wir von außen mit in den Stall bringen, ist für viele Pferde spürbar. Sie reagieren zum Teil sehr sensibel auf unseren Stress auf der Arbeit, unsere Sorge um ein Familienmitglied, unsere Krise mit unserem Partner. Hier ist es wichtig, sich immer wieder zu prüfen, ob man diese Themen vielleicht für die Trainingseinheit loslassen kann und wenn nicht, die Arbeit mit dem Pferd entsprechend zu gestalten, zum Beispiel lieber mit einer Spiel- und Kraulstunde als mit konzentriertem Training.

Ein Grundsatz

Für mich gibt es einen simplen Grundsatz für die Arbeit mit Pferden: Ich versuche immer das auszustrahlen, was ich mir von meinem Pferd wünsche. 

  • Möchte ich ein freundliches, entspanntes Pferd? Dann strahle ich Freundlichkeit und Entspannung aus!
  • Möchte ich ein fröhliches und motiviertes Pferd? Dann bringe ich mich mit meinen eigenen fröhlichen und motivierten Anteilen in Kontakt!
  • Möchte ich, dass mein Pferd in einer guten Haltung läuft, achte ich auch auf meine eigene Haltung!

Es gibt einen schönen Spruch der die Kindererziehung betrifft: „Wie erziehen keine Kinder, sie machen uns eh nach“. Das gilt für mich auch für den Umgang mit Pferden 🙂

Ausstrahlung bei der Arbeit mit dem Pferd

17. März 2020 von Babette Teschen • Kategorie: Arbeit an der Hand, Aus dem Reitunterricht und Coaching, Longieren, Reiten, Umgang, Verhalten 3 Kommentare »

Atme! – Inspiration des Monats

Mit unserer  Rubrik Inspiration des Monats nehmen wir uns jeweils ein Schwerpunktthema vor, für das wir Euch kurz und knapp Denkanstöße und Anregungen geben möchten. Lange Texte gibt es bei uns genug, aber gerade bei Basis-Themen denken wir, ist es wichtig, sie immer wieder mit in den praktischen Pferde-Alltag zu nehmen um für eine längere Zeit im Herzen bewegt zu werden. Und meist sind es Schlüsselsätze oder -erkenntnisse, die man wirklich bei sich behält. 

Unser Tipp: Zieht Euch jeweils unsere Inspiration des Monats auf Euer Handy, damit Ihr die Fragen und Denkanstöße  für eine Weile immer dabei habt – Ihr werdet vielleicht überrascht sein, wie unterschiedlich Eure Antworten und Gedanken dazu in verschiedenen Situationen ausfallen können. 

Thema des Monats:
Atme!

Ob wir reiten, ein Pferd führen oder es einfach nur putzen, es gibt eine Sache, die so ziemlich alles, was wir mit einem Pferd tun, beeinflusst – und doch achten wir so gut wie nie bewusst darauf. Und das ist unser Atem. 

Wir atmen zwar normalerweise ganz automatisch, aber wir atmen nicht immer automatisch auch gut im Sinne von ruhig und gleichmäßig. Wenn wir zum Beispiel nervös, unsicher oder sogar ängstlich sind, atmen wir flach und schnell oder stockend und manchmal halten wir ungewollt den Atem sogar an. Nun nehmen Pferde unsere Art zu atmen deutlich wahr, da unsere Atmung unsere Körperhaltung und Körperspannung, unsere Bewegungen, Gesten und Hilfengebung, unsere Stimmlage, unsere Mimik und anderes mehr beeinflusst. Pferde als Herdentiere sind wahre Experten darin, selbst kleinste Veränderung an anderen zu erkennen und zu interpretieren. Nur so ist beispielsweise gewährleistet, dass im Falle einer Gefahr auch wirklich alle Pferde flüchten. Wenn wir also „unnormal“ atmen, vermitteln wir unserem Pferd damit ungewollt, dass etwas nicht in Ordnung ist, und es wird vielleicht unruhig, zappelig und scheut. Dadurch spannen wir uns wiederum mehr an oder reagieren unwirsch und atmen noch flacher und schneller, worauf wiederum das Pferd wirklich ängstlich werden kann. Aber nicht nur Unsicherheit vermitteln wir durch unsere Atmung, auch Missbilligung, Wut, Aggression und anderes mehr.  

Je bewusster wir uns unseres Atems sind, desto schneller merken wir, wenn wir Signale senden, die wir gar nicht senden wollen und können auch Reaktionen eines Pferdes auf uns viel besser verstehen. Mittels Atemtechniken können wir lernen, erst einmal überhaupt ein Gefühl für unseren Atem zu bekommen, um bei Bedarf immer wieder zu ruhigen und entspannten Atemzügen zu finden. Mit einem ruhigen Atem können wir unserem Pferd viel leichter Gelassenheit und Leichtigkeit und auch Freude am Miteinander vermitteln und uns auch selbst entspannen. Hier findet Ihr vier  kleine Übungen für den Anfang, die sich gut im (Pferde-)Alltag umsetzen lassen: 

Es gibt natürlich viele weitere Atemmethoden. Recherchiert ruhig mal danach und probiert verschiedene aus. Sucht Euch dann ein, zwei Atemtechniken aus, mit denen Ihr gut klar kommt, damit Ihr sie quasi immer „dabei“ habt, wenn Ihr zum Pferd geht. Es lohnt sich wirklich! 

 

Atme

3. März 2020 von Tania Konnerth • Kategorie: Erkenntnisse, Inspiration des Monats, Reiten, Umgang, Verhalten 1 Kommentar »

Sei flexibel – Inspiration des Monats

Mit unserer  Rubrik Inspiration des Monats nehmen wir uns jeweils ein Schwerpunktthema vor, für das wir Euch kurz und knapp Denkanstöße und Anregungen geben möchten. Lange Texte gibt es bei uns genug, aber gerade bei Basis-Themen denken wir, ist es wichtig, sie immer wieder mit in den praktischen Pferde-Alltag zu nehmen um für eine längere Zeit im Herzen bewegt zu werden. Und meist sind es Schlüsselsätze oder -erkenntnisse, die man wirklich bei sich behält. 

Unser Tipp: Zieht Euch jeweils unsere Inspiration des Monats auf Euer Handy, damit Ihr die Fragen und Denkanstöße  für eine Weile immer dabei habt – Ihr werdet vielleicht überrascht sein, wie unterschiedlich Eure Antworten und Gedanken dazu in verschiedenen Situationen ausfallen können. 

Thema des Monats:
Sei flexibel!

Klare Ausbildungssysteme und konkrete Übungsvorgaben sind bei vielen von uns beliebt, weil sie uns Orientierung und damit ein Gefühl von Sicherheit geben. Das Problem dabei ist nur, dass sie uns leider selten dazu anregen, flexibel oder sogar kreativ mit unserem Pferd zu arbeiten – aber genau das ist in den meisten Fällen nicht nur sinnvoll, sondern sogar nötig!  

Nehmen wir unseren Longenkurs als Beispiel: Da sind die einzelnen Übungen hintereinander aufgeführt, aber es ist ein Denkfehler, dass sie deshalb auch NUR in genau dieser Reihenfolge, also aufeinander aufbauend auszuführen sind. Natürlich beschreiben die Übungen in groben Zügen die Ausbildung von „kann noch nicht viel“ bis hin zu „läuft super“, ABER es ist keinesfalls so gedacht, dass erst eine Übung sitzen muss, bevor man zur anderen übergehen kann. In so einem Kurs muss man das Ganze ja in eine Reihenfolge bringen, um einen Text schreiben zu können, aber die Übungen des Longenkurses sind viel mehr wie die Farben in einem Malkasten zu sehen. Sie stehen Euch jederzeit alle zur Verfügung, um ein für den jeweiligen Tag passendes Longierbild zu malen. So kann es durchaus sinnvoll sein, auch mal ein Pferd im Galopp anspringen zu lassen, dass sich noch nicht gut stellt und biegt, um es zum Beispiel aufzuwecken oder es in Schwung zu bringen. Genauso kann es Sinn machen, mit einem Pferd, das eigentlich schon in einer guten Manier läuft, mal wieder ein bisschen die Übung „Anschraten“ zu machen, weil es sich gerade beim Antraben immer kurz verwirft.

Und das gilt aus unserer Sicht für fast alles, was wir mit Pferden tun. Beim Reiten gelten Seitengänge zum Beispiel als fortgeschrittene Lektionen. Wir setzen sie allerdings gerne – in angepasster Form – auch schon bei Pferden ein, die wir gerade erst ausbilden, wenn wir ihnen zum Beispiel eine erste Vorstellung von Biegung und Balanceverschiebung vermitteln möchten.  

Wir sind fest davon überzeugt, dass es sinnvoll ist, in der Ausbildung und in der Arbeit mit Pferden flexibel und kreativ zu sein, da uns das ermöglicht, auf die Bedürfnisse des Pferdes einzugehen und situationsbezogen Lösungen zu entwickeln, um die jeweiligen Bausteine zu vermitteln, die wir brauchen. Das menschliche Bedürfnis, das erst einmal eine Sache sitzen muss, bevor man etwas anderes machen kann, ist oft genau das, was es vielen Pferden schwer macht und manchen von ihnen die Freude an der Sache nimmt.

Nehmt aus dieser Inspiration doch einmal diesen Grundgedanken mit: Wenn etwas zäh wird und sich doof anfühlt, macht es fast immer Sinn, sich einen anderen Zugang zu überlegen. Oder, um in dem Symbol mit der Palette zu bleiben: Seid mutig und malt bunte Bilder mit Euren Pferden! 🙂

 

Sei flexibel

4. Februar 2020 von Tania Konnerth • Kategorie: Erkenntnisse, Inspiration des Monats, Longieren, Reiten, Umgang 1 Kommentar »

Lache viel öfter – Inspiration des Monats

Mit unserer  Rubrik Inspiration des Monats nehmen wir uns jeweils ein Schwerpunktthema vor, für das wir Euch kurz und knapp Denkanstöße und Anregungen geben möchten. Lange Texte gibt es bei uns genug, aber gerade bei Basis-Themen denken wir, ist es wichtig, sie immer wieder mit in den praktischen Pferde-Alltag zu nehmen um für eine längere Zeit im Herzen bewegt zu werden. Und meist sind es Schlüsselsätze oder -erkenntnisse, die man wirklich bei sich behält. 

Unser Tipp: Zieht Euch jeweils unsere Inspiration des Monats auf Euer Handy, damit Ihr die Fragen und Denkanstöße  für eine Weile immer dabei habt – Ihr werdet vielleicht überrascht sein, wie unterschiedlich Eure Antworten und Gedanken dazu in verschiedenen Situationen ausfallen können. 

Thema des Monats:
Lache viel öfter!

Mal Hand auf’s Herz: Wie viel lachst Du, wenn Du etwas mit Deinem Pferd machst? Beim Putzen? Beim Führen? Beim Reiten? Beim Longieren? Im Unterricht? 

Es wäre superschön, wenn Du jetzt antwortest: Sehr viel! Denn schau Dich einmal um: in vielen Pferdeställen wird leider nur wenig gelacht. Statt dessen nehmen wir so vieles ganz furchtbar ernst, hadern mit uns und unserem Pferd bei Fehlern, sind unzufrieden, unwirsch und werden oft sogar wütend. 

Dabei gibt es sehr viele Anlässe zum Lachen: Wir können zum Beispiel bestens über uns selbst lachen: zum Beispiel wenn wir mal wieder hoffnungsloses Longengetüddel veranstalten, zum zwanzigsten Mal in der Reiteinheit auf dem falschen Fuß leichttraben oder immer noch Renvers mit Travers verwechseln. Oder über unser Pferd: vielleicht über die empörten Blicke bei neuen Übungen, über das betonte „Boah, das ist aber viel zu anstrengend!“, über den amüsierten Blick, wenn wir gerade mal selbst wieder mit etwas durcheinander kommen und gar nicht mehr genau wissen, was wir eigentlich wollten oder das regelrechte Grinsen wenn sie selbst einen Scherz machen. Und erst recht über Pferde untereinander: über deren Mimik, deren Spiele und Faxen, deren witzige Einfälle und vieles, vieles mehr. 

Wenn wir mit etwas Abstand auf alles schauen, gibt es tatsächlich unendlich viele witzige Situationen und Momente zu entdecken, über die wir aber deshalb viel zu selten lachen, weil wir sie eben oft gar nicht wahrnehmen, weil wir viel zu sehr nur auf das schauen, was noch nicht klappt und uns darüber ärgern.

Deshalb lautet die Inspiration dieses Monats: Betrachtet Euch immer mal wieder mit ein bisschen Abstand von außen, lernt über Euch selbst zu lachen und entdeckt auch den feinen Humor, den ganz viele Pferde haben. Öfter mal zu lächeln und auch herzlich lachen zu können, verändert ganz viel zum Positiven.

Tipp: In unserem Freudekurs geht es unter anderem auch um dieses Thema!

Lache öfter

7. Januar 2020 von Tania Konnerth • Kategorie: Aus dem Reitunterricht und Coaching, Erkenntnisse, Inspiration des Monats, Reiten, Umgang 5 Kommentare »

  • Herzlich Willkommen im Blog von „Wege zum Pferd“

    Hier finden Sie unser Blog und können ganz in Ruhe stöbern. Oder Sie suchen gezielt in einer der Themen-Kategorien hier weiter unten im Seitenbalken. Alternativ können Sie auch in dem Suchfeld ein Stichwort eingeben.

    Alles zum Thema Longieren finden Sie hier und unsere Beiträge zum Clickertraining hier. Eine Übersicht über unsere Kurse, E-Books und Bücher finden Sie hier.

    Und wer sind wir? Wir sind Babette Teschen und Tania Konnerth, Betreiberinnen dieser Seite seit 2008 – einen Artikel zu unserem 10-jährigen Bestehen gibt es hier. Wir teilen in diesem Blog unsere persönlichen Erfahrungen und unser Wissen mit Ihnen und Euch und freuen uns auf Kommentare und Rückmeldungen.

    Und hier geht es zu unseren Büchern bei Kosmos:

  • Kategorien

  • Neue Beiträge

  • Neue Kommentare

  • Archive