Unser Bild vom Pferd

Ich komme so gut wie täglich an einem Reiterdenkmal vorbei. Es ist ein ungewöhnliches Denkmal, denn es stellt Pferd und Mensch ganz anders dar als gewohnt. Sonst werden Pferde fast immer in spektakulären Posen gezeigt, stürmend und steigend, man kann ihr scharfes Ausatmen förmlich hören und ihr erhitztes Gemüt spüren. Der Mensch auf ihrem Rücken kontrolliert das überschäumende Temperament mit Zügeln, scharfen Gebissen und Sporen und wird als Sieger über das Biest dargestellt. Er macht aus dem Wildfang einen gezähmten Untertan, weil er es will und weil er es kann.

Das Denkmal, an dem ich so oft vorbei komme, ist ein ganz anderes. Es zeigt ein gelassen dastehendes Pferd, das den Kopf erhoben trägt und in die Ferne schaut. Auf seinem blanken Rücken sitzt ein nackter Reiter und er hat keine Zügel in der Hand. Seine linke Hand ruht auf dem Mähnenkamm des Pferdes. Das Maul und der ganze Gesichtsausdruck des Pferdes ist weich und entspannt, sein Auge ist rund, es hat keine Stresskuhlen. Hier ist kein Kampf zu sehen, sondern ein Miteinander. Auch wenn der Mensch auf dem Pferd sitzt, so steht er nicht über ihm und hat es nicht gebrochen. Er wird mit dem Einverständnis des Pferdes getragen, das sich seiner entledigen könnte, wenn es wollte. Das tut es aber nicht, denn es wirkt einverstanden. Es sagt ja.Unser Bild vom Pferd

Für mich handelt es sich bei diesem Denkmal um eine der schönsten Darstellungen von Pferd und Mensch, die ich kenne, und ich habe bisher nichts Vergleichbares gesehen. Wenn ich in die Pferdewelt schaue, dann wird mir immer wieder deutlich, wie weit verbreitet dort noch immer das andere Bild ist – der Mensch im Kampf gegen das Pferd mit verbissenen Mienen, Zwangsmitteln und einem alles andere als pferdegerechten Umgang. Aber, so wie es das Denkmal gibt, das ein anderes Miteinander von Pferd und Mensch zeigt, so gibt es überall in der Pferdewelt auch immer mehr Menschen, die das Pferd als Mitgeschöpf sehen und nicht als Sportgerät. Die nicht kämpfen und nicht siegen wollen, sondern die bereit sind, sich in das Wesen Pferd einzufühlen und denen ein gemeinsamer Weg wichtig ist. Ein Weg, zu dem beide Ja sagen und der nur so zu einem echten Wir führen kann. 

Fragt Euch doch mal, welche Bilder Ihr von Pferd und Mensch im Kopf habt und ob Euch diese als energievolles Leitbild für den Weg dienen können, den Ihr Euch mit Eurem Pferd wünscht.

Ein inneres Leitbild kann einem Kraft für den eigenen Weg geben, wenn einem andere raten, sich doch „durchzusetzen und dem Pferd zu zeigen, wer das Sagen hat“. Kampf, Gewalt und Zwang können nie zu Harmonie führen, das können nur Achtung, Respekt und Einfühlungsvermögen.

Welches Bild vom Pferd hilft Euch dabei, das anzustreben? 

Unser Bild vom Pferd

4. Dezember 2018 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Erkenntnisse, Sonstiges 1 Kommentar »

Über Gratwanderungen, oder: Die Pferdewelt ist bunt

In der letzten Zeit gab es eine Reihe von, sagen wir mal, „schwierigen“ Blogbeiträgen bei uns, zum Beispiel solche, in denen es um Schmerzen bei Pferden ging darum, was nicht gut läuft in der Pferdewelt und darum, was es besser zu machen gilt. Diese Texte zu schreiben, war wahrscheinlich genauso wenig leicht, wie es ist sie zu lesen, denn sie rühren vieles an, mit dem sich keiner von uns gerne beschäftigen mag. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, genau dazu wieder einmal etwas sehr Persönliches, weil ich glaube, es geht hier um eine ganz wichtige Gratwanderung, die uns alle verbindet.

Das Ziel ist gemeinsame Freude

Ganz klar: Wir alle wollen Freude mit unseren Pferden haben, deshalb schaffen wir uns Pferde an und verbringen so viel Zeit mit ihnen, wie möglich. Mit Pferden zusammensein zu können, ist doch das Schönste, was es gibt! Und es ist vollkommen verständlich, dass wir uns diese Freude nur ungern durch erhobene Zeigefinger oder Hinweise auf Unrecht trüben lassen – das geht uns nicht anders als Euch…

Wir haben“Wege zum Pferd“ immer sehr bewusst als ein Angebot geführt, das Wege zu einem freudvollen Miteinander aufzeigen will, und gerade mir war es immer extrem wichtig, gezielt einen positiven Fokus einzunehmen. Negatives haben wir zum Teil sehr bewusst ausgeblendet, weil wir glauben, dass es wichtig ist, vor allem Energie in das zu geben, was man erreichen möchte und nicht in den Kampf gegen etwas.

So habe ich mich auch lange innerlich gewehrt, Schmerzbilder rauszusuchen und Ungutes anzuprangern, weil mir die Auseinandersetzung damit selbst ins Herz schneidet. Doch auch wir leben nicht in einem Elfenbeinturm. Wir bekommen täglich mit, was in der Pferdewelt los ist und fragen uns manchmal wirklich, was all unser Einsatz eigentlich bringt, wenn sich in der Summe so wenig zu ändern scheint. Die letzten Texte sind aus aktuellen, persönlichen Erlebnissen heraus entstanden und damit aus meiner eigenen Ohnmacht heraus, vor Ort mitansehen zu müssen, was Pferde alles erleiden müssen, ohne dass ich real und praktisch etwas tun kann. Und bei mir ist das so: Wenn ich praktisch nichts tun kann, schreibe ich eben darüber, denn das Schreiben ist mein Weg. Zugegeben, dabei kann durchaus auch mal etwas ins Negative kippen,  … ganz einfach weil es das Negative eben auch tatsächlich gibt. 

Das aber heißt wiederum nicht, dass ALLES negativ ist! Schaut Euch in unserem Blog um, all die vielen positiven Ansätze überwiegen bei Weitem und das wird auch so bleiben! Wir wollen niemanden lähmen, wollen nicht frustrieren und nicht ohnmächtig machen, aber um nicht selbst in ein Gefühl der Ohnmacht und Lähmung zu kommen, müssen wir hin und wieder unser Angebot auch dafür nutzen, ein bisschen wachzurütteln. Leider ist es dann so, dass sich meist vor allem diejenigen angesprochen fühlen und in Frage stellen, die eh schon zu viel über sich selbst grübeln, aber deshalb gar nichts mehr anzusprechen, ist auch keine Lösung, weil uns unser Angebot die Möglichkeit gibt, eben auch die zu erreichen, die einfach noch ein bisschen zu wenig nachdenken und fühlen.

Letztlich geht es immer wieder darum, Vielfalt zu erkennen. Die (Pferde-)Welt ist bunt. Es gibt alle Farben, nie nur eine. Manchmal ist einem allerdings eine Farbe besonders nah, je nachdem, was man gerade selbst erlebt oder wie man sich fühlt, und in diese Farbe wird dann erstmal alles getaucht, das kenne ich von mir selbst nur allzu gut. Um bei Frust nicht alles schwarz zu malen, fordert das Schreiben von Texten für so ein Blog also immer auch ähnlich viel Selbstreflexionsvermögen wie die Arbeit mit Pferden 😉 

Bestätigung ist wichtig, Aufklärung aber auch

Ich persönlich weiß sehr genau, wie wichtig ein positiver Fokus im Leben ist und dass Ermutigung und Bestätigung die entscheidenden Energien für positive Veränderungen sind. Das gilt für alle Bereiche im Leben. Deshalb werden wir uns unsere positive Ausrichtung auf jeden Fall bewahren – einmal für uns selbst, aber natürlich vor allem auch für Euch, um all diejenigen weiter zu nähren und zu stützen, die auf guten Wegen unterwegs sind – Ihr seid diejenigen, die Pferde brauchen!

Gleichzeitig ist aber auch Wissensvermittlung nötig, denn Unwissenheit ist ganz oft eine Quelle von unschönen Dingen. Wie sollen Leute Schmerzen bei Pferden erkennen, wenn man ihnen nicht zeigt, wie Schmerz beim Pferd aussieht? Nein, es ist nicht schön, Fotos von leidenden Pferden zu sehen, aber sie sind wichtig, weil immer noch viele einfach nicht wissen, wie sie überhaupt Schmerzen erkennen können! Ein Stück weit halten wir es tatsächlich für unsere Pflicht, unsere Präsenz dafür zu nutzen, klar zu sagen, wo es hakt, denn die Unwissenheit und Ignoranz ist in vielen Bereichen immens. Deshalb bewegen sich unsere Texte zwangsläufig zwischen warmen Wohlgefühl und bohrender Unbequemlichkeit. 

Mein Traum…  

Nach wie vor ist unser Motto „Es geht auch anders!“. Wie es anders gehen kann, zeigen die meisten unserer Blogbeiträge und vor allem auch unsere Kurse, in denen wir ganz viele praktische, schöne und freudvolle Wege auffächern. Aber hin und wieder ist es aus unserer Sicht auch nötig, Klartext zu reden, um Augen zu öffnen, sonst wird uns zu Recht das Tragen einer rosaroten Brille vorgeworfen.  Rückmeldungen darüber, dass dann tatsächlich der eine oder die andere durch einen Artikel bei uns wachgerüttelt wurde und erst durch die Anstöße etwas geändert hat, machen mir Mut, dass es richtig ist, auch dafür zu schreiben – keinesfalls nur, aber eben auch.

Und nun verrate ich Euch noch etwas: Meine ganz persönliche Traumvorstellung ist die, dass die Pferdewelt irgendwann gar kein „Wege zum Pferd“ mehr braucht – wäre das nicht wundervoll?

Bis es soweit ist, denke ich, sind aber unsere Impulse – positive, wie aber auch die unbequemen – wichtig und berechtigt. Ich ganz persönlich fühle mich dabei immer wieder auf’s Neue gefordert, diese Impulse konstruktiv zu setzen, sodass sie annehm- und verarbeitbar bleiben und werde dafür weiterhin mein Bestes geben. Eure vielen schönen Geschichten und all die tollen Beispiele, wie es tatsächlich anders geht, helfen uns sehr dabei! 

Gradwanderung

Foto von Horst Streitferdt für Kosmos

6. November 2018 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Erkenntnisse, Sonstiges 7 Kommentare »

10 Jahre Longenkurs oder: Neue Wege sind nicht immer leicht

Arbeit nach dem Longenkurs

Babettes Longenkurs gibt es jetzt seit 10 Jahren.

Zu diesem Jubiläum haben wir unsere Leserschaft nach Erfahrungsberichten zur Arbeit nach dem Longenkurs gefragt und dazu sind uns ganz wundervolle Texte und Fotos geschickt worden. Dafür ein dickes Dankeschön für alle Einsendungen und Gratulationen, wie beispielsweise die von Daniela und ihrer Stute links auf dem Foto 🙂 

Aus einigen Erfahrungsberichten werden wir noch extra Blogbeiträge machen, doch an dieser Stelle möchten wir schon mal ein paar Ausschnitte und Bilder mit Euch teilen. Wir hoffen, dass diese Euch Mut machen, wenn es mal nicht so gut vorangeht, oder auch neugierig, falls Ihr diese Arbeit selbst noch nicht kennt. 

Als erstes möchten wir Victorias Video mit Euch teilen. Ihre Geschichte hat uns sehr berührt und sie zeigt, was für ein wunderschöner Weg die Arbeit nach dem Longenkurs sein kann. Klickt hier oder direkt auf das folgende Bild, um Euch den kleinen Film bei Youtube anzuschauen:

Video 10 Jahre Longenkurs

Henrikje hat uns dann mit einer sehr berührenden Offenheit geschrieben, was sie mit dem Longenkurs verbindet: „Die Frage ist schwierig zu beantworten, tatsächlich würde ich sagen, der Longenkurs ist unbequem. Denn er ist für mich wirklich unbequem gewesen, diese Selbstreflexion, das ständige Hinterfragen und dann hat auf einmal auch das Pferd eine Meinung. Eiieiieii, ich sag euch, das war schockierend. Denn mein Training war bis dato schockierend … „ –  und damit trifft sie wohl einen der entscheidendsten Punkte: Der Longenkurs ist keine reine „Trainingsmethode“, sondern er ist eine Einladung und auch eine Aufforderung, unser eigenes Tun zu prüfen und zu hinterfragen. Er ist für die allermeisten ein neuer Weg.

Arbeit nach dem LongenkursAm einfachsten haben es sicher diejenigen, die schon in jungen Jahren eine „andere“ als die herkömmliche Herangehensweise im Umgang mit Pferden kennen lernen konnten und deshalb gleich neu- und weniger um-lernen mussten, wie zum Beispiel Carina, die unseren Longenkurs mit 15 entdeckte, hier rechts in der Anfangsphase zu sehen. 

Für diejenigen von uns, die in normalen Reitschulen groß geworden sind, ist der Weg oft schwieriger. Und das kann unter Umständen zu  Unsicherheit und Frust führen, denn rückwirkend zu erkennen, dass manches nicht so gut war, was man gemacht hat, kann auch lähmen. Die meisten treffen irgendwann auf die Frage, wie man denn nun damit umgehen soll, wenn ein Pferd nicht mitmachen will und man eben keine Gewalt anwenden will. Bisher schien die Antwort klar: man setzt sich durch, … aber genau das will man ja nicht mehr tun. Da fragt sich manch‘ einer möglicherweise sogar, ob man überhaupt noch etwas mit Pferden tun sollte und stellt für den Moment vielleicht alles in Frage. Ja, ein neuer Weg wirft immer auch viele Fragezeichen auf…

Unsere Antwort darauf war nie, Pferde einfach in Ruhe zu lassen, wenn sie nicht mitmachen wollen, sondern unsere Anregungen zielen konsequent darauf, ein freudvolles Miteinander von Mensch und Pferd zu erreichen, also ein Training, das beiden Spaß macht. Das ist und bleibt auch eines der Hauptziele der Arbeit nach dem Longenkurs. Denn: Es gibt sie, die schönen Wege, das echte Miteinander und die Freude am gemeinsamen Tun! Und wer Babette in ihren Kursen mit den Pferden erlebt, kann immer wieder sehen, wie sie auch solche Pferde wieder ins „aktive“ Leben holen kann, die eigentlich schon dicht gemacht haben. 

Also, ja, der Longenkurs kann anstrengend sein, für Körper, Geist und Seele – aber er ist bei weitem NICHT NUR anstrengend, sondern im Gegenteil: Diese Arbeit ist in der Folge dann eben auch gewinnbringend für Körper, Geist und Seele zusammen – und das bei Mensch und Pferd.

Ein neuer Weg kann zu viel Wundervollem führen, das man sonst nie erlebt hätte! 

Arbeit nach dem LongenkursFeedbacks, wie das von Beate: „Du mit deinem Training, Babette, damals noch auf deinem Hof, ganz für mich allein ;-), ganz intensiv und Tania mit ihren Gesprächen, Ihr habt mich im Laufe der Zeit völlig umgekrempelt.“ oder von Helen: „… Irgendwas fehlte da noch für die gute Laufmanier, ich wusste einfach nicht weiter, bis der Tag X kam, ich las einen Bericht von Babette (…), wie die Pferde gesund laufen lernen, an der Longe (…) Ich war sehr begeistert, verschlang buchstäblich alles von ihr und dann probierte ich es aus, und die Pferde liefen einfach viel schöner, auch gerade in der Volte (und nicht mehr auf der Vorhand wie ein Motorrad) konstanter an der Longe, es war kaum zu beschreiben.“ zeigen, dass sich das Umlernen und Dranbleiben wirklich lohnt. 

Claudia  geht noch auf einen weiteren Punkt ein: „Für mich tat sich eine neue Welt auf und ich begriff, wie viel Spaß es macht, mit dem Pferd gemeinsam vom Boden aus zu arbeiten.“ Tatsächlich liegt für viele der Fokus des Zusammenseins mit Pferden vor allem beim Reiten, aber nicht alle Pferde können oder wollen geritten werden, manchmal nur phasenweise nicht, manchmal auch dauerhaft. Und auch uns Menschen tut es oft gut, nicht nur auf das Reiten fixiert zu sein, vor allem dann, wenn wir immer mal wieder auch mit Ängsten zu tun haben oder merken, dass unser Ehrgeiz nicht immer kontrollierbar ist. Der Longenkurs bietet ein sinnvolles, gesundheitserhaltendes und fitness-förderndes Miteinander, das Freude macht – und führt letztlich durchaus oft auch wieder zurück zum Reiten und zwar auf eine für beide Seiten gute Art.

Ganz besonders freuen uns auch immer wieder die vielen Geschichten, in denen die Arbeit nach dem Longenkurs kranken Pferden helfen konnte. Stellvertretend dafür  ein Foto von Katharinas Aramis, bei dem kurz nach dem Kauf das Kissing-Spines-Syndrom diagnostiziert wurde. Heute schreibt sie: „Nicht nur Aramis, sondern auch mir hat unser anfangs oft steiniger Weg geholfen, da ich heute deutlich selbstbewusster und strukturierter an unser Training gehe und wir eine gute und abwechslungsreiche Mischung haben, unsere Zeit miteinander zu gestalten. Wir haben uns gemeinsam weiterentwickelt, sind zusammen durch Höhen und Tiefen gegangen und genießen heute endlich unbeschwert und ohne viele Gedanken an das KSS unsere gemeinsame Zeit.“

Arbeit nach dem Longenkurs

Und zum Abschluss haben wir noch ein tolles Gedicht, das uns Carolin geschickt hat: 

Als der Longenkurs 2008 erschien,
dachte ich sofort: “Das ist was für ihn!“

Ihr fragt euch, für wen? Wofür?
Na, für meinen Islandwallach Birtingür!

2002 lernte ich diese gute Seele kennen,
ab 2005 durfte ich ihn mein Eigen nennen.

Wir waren beide in den besten Jahren,
sind von Turnier zu Turnier und von Kurs zu Kurs gefahren.

Aber schon nach kurzer Zeit hab ich kapiert,
mein Pferd braucht etwas andres, damit es wieder fröhlich galoppiert!

Der arme Kerl war ganz tief in sich gekehrt,
hat sich schon bald gegen nichts mehr gewehrt.
Hat sich bei allem nur noch fest gemacht,
und Frauchen hat kaum noch gelacht.

Reiten war keine Freude mehr,
also musste eine Alternative her.

Der Longenkurs kam gerade zur rechten Zeit,
das damalige Forum dazu hat uns befreit!

Anfangs taten wir uns schwer,
wir kannten nichts Entspanntes mehr.
Doch als ich das Clickern noch begann,
war es für uns der Neuanfang!

Birtingur lernte sich zu freuen,
sagte endlich JA zu allem Neuen!
Konnte traben wie ein großer Held,
aus dem Kopf war der feste Tölt!

Auch neue Freunde traf ich beim LK,
die wohnten sogar ganz nah!

Aber nicht nur Birtingur durfte profitieren,
auch mein Jungpferd konnte ich inspirieren!
Mit dem Longenkurs begann er seine Karriere,
– ob er ohne ihn auch schon so weit wäre?!

Meine eigene Persönlichkeit hat sich ebenfalls sehr entfaltet,
die Arbeit mit dem Pferd habe ich vollkommen neu gestaltet.
Wir sagen sehr oft ja zueinander,
gehen alle Wege MITeinander.

Lieber Longenkurs, wir danken dir so sehr!
Das Leben gibt uns mit dir so viel mehr!

10 Jahre Longenkurs

In diesem Sinne: Auf die nächsten 10 Jahre Longenkurs! 

16. Oktober 2018 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Erkenntnisse, Jungpferdausbildung, Longieren 3 Kommentare »

Pferdeschutz beginnt bei uns selbst

Im Großteil unserer Beiträge hier bei „Wege zum Pferd“ geht es – natürlich – um Pferde. Vielleicht verlieren wir da manchmal ein bisschen uns Menschen aus dem Blick. Heute will ich deshalb einmal bewusst die Seite wechseln und etwas für und über uns Pferdeleute schreiben. 

Warum es wichtig ist, auch mal an uns zu denken

Im Miteinander von Mensch und Pferd kommt es immer wieder zu einem Phänomen, das auf den ersten Blick verblüffen mag: Alle, die Pferde lieben, möchten, dass es Pferden gut geht – und doch kommt es im Umgang, beim Reiten und in Pferdeställen ganz allgemein immer wieder zu unschönen Szenen, in denen wir Menschen Pferde nicht nur unfair behandeln, sondern es leider oft auch zu Gewalt kommt. Es gibt leider nur wenige Ställe, in denen es nicht vollkommen normal ist, dass Pferde mit Gerten geschlagen oder mit Sporen gestochen werden, dass an Stricken oder Zügeln gerupft wird, dass gebrüllt, gebufft oder gehauen wird. Und immer wieder fragt man sich, wieso gerade an einem Ort, wo Menschen mit ihren Lieblingstieren doch eigentlich nur eine gute Zeit verbringen wollen, so viel Mist passiert. 

Um zu verstehen, was da genau geschieht – denn die wenigsten von uns handeln vorsätzlich und bewusst so – und auch wie sich die Sache zum Positiven verändern lässt, müssen wir einen kleinen Ausflug in die Psychologie machen. 

Wie wir mit uns selbst umgehen, bestimmt, wie wir mit anderen umgehen

Aus der Psychologie ist bekannt, dass wir andere nur dann lieben und annehmen können, wenn wir uns selbst lieben und annehmen, dass wir anderen gegenüber nur dann respektvoll sein können, wenn wir uns selbst respektieren, und dass wir erst dann für andere gut sorgen können, wenn wir gut für uns selbst sorgen. 

Nun einmal Hand aufs Herz: Wie viele von uns sind sich selbst wirklich nah? Wie viele von uns nehmen sich an und mögen sich selbst? Und wie viele von uns sorgen wirklich gut für sich? 

Hadern nicht viel mehr ganz viele mit sich, finden sich selbst zu dick, zu doof, zu hässlich, zu unfähig und so weiter und so fort? Beschimpfen wir uns oft nicht selbst in Gedanken und auch laut („Ich bin so dämlich!“ oder „Was bin ich nur für eine doofe Kuh!“)? Vergleichen wir uns nicht immer und immer wieder mit anderen und stellen fest, dass die viel besser reiten können, viel toller aussehen und die viel besseren Pferde haben? Kurz und gut: Behandeln wir uns selbst nicht oft so, wie wir niemals wollen würden, dass jemand, der uns nahe steht, behandelt wird? 

Und was soll daraus entstehen? Wie wollen wir einfühlsam, verständnisvoll und geduldig mit unseren Pferden sein, wenn wir uns selbst nur fertig machen? Wie fair glauben wir anderen im Stall gegenüber sein zu können, wenn wir uns selbst gegenüber so mies behandeln? Wie wollen wir überhaupt etwas geben können, wenn wir uns selbst nichts gönnen? 

Das Leben ist leider oft genau wie auf dem Ponyhof

Pferdeställe werden gerne vollkommen verklärt dargestellt: lauter nette Mädels mit lauter netten Pferden, alle haben Freude, alle haben Spaß. Und so mag das, was ich hier schreibe, für viele überzogen klingen, aber meiner Erfahrung nach sieht die bittere Realität leider so aus, dass in vielen Reitställen sehr viele wirklich unschöne menschliche Charakterzüge gelebt werden. Ja, es gibt auch Gegenbeispiele (und das ist wundervoll!), die aber sind zumindest meiner Einschätzung nach leider noch immer die Ausnahmen.

Überlegen wir einmal: Der Großteil von uns kommt zu den Pferden, wenn wir kurz vor oder schon in der Pubertät sind – eine der schwierigsten Zeiten überhaupt. Wir treffen mit unserer Unsicherheit und unserem Weltfrust auf Tiere, die durchaus nicht immer leicht zu handhaben sind und die allein schon durch ihre Kraft und Körpergröße Angst machen können. In vielen Reitställen wird dann den meisten von uns vermittelt, dass man sich durchsetzen muss und wer das am besten kann, wird bewundert. Schleifen bekommen leider auch nicht die, die pferdegerecht handeln, sondern oft ausgerechnet die, die in Rollkur-Manier trainieren und kein Problem damit haben, Sporen und Gerte zu nutzen. 

Hinzu kommt noch die Tatsache, dass Mädchen (und Frauen) untereinander extrem fies sein können. In Pferdeställen geht es letztlich immer um eine ebenso begehrte wie auch begrenzte Ressource, denn nicht jede, die gerne ein Pferd hätte, darf auch eines haben, also wird oft mit allem gekämpft, was zur Verfügung steht.  Wie gesagt, es gibt Ausnahmen, aber was ich hier skizziere ist leider noch immer „ganz normal“ …

Keine konstruktiven Energien in Sicht

Nur selten gibt es in den Ställen Erwachsene, die bereit oder in der Lage sind, die vielen Emotionen, die in Pferdeställen aus den unterschiedlichsten Gründen hochkochen, überhaupt zu erkennen, geschweige denn in halbwegs vernünftige Bahnen zu leiten. Zu oft sind wir alle selbst viel zu sehr emotional verstrickt und selbst wenn jemand versucht etwas zu verändern, wird nicht selten genau diese Person gemeinschaftlich gemobbt. 

Die Leidtragenden in dem Spiel sind nicht nur wir selbst, sondern eben immer auch die Pferde, denn der Frust, die Wut, die Angst, der Ärger, die Traurigkeit und viele andere negative Gefühle, die in Reitställen einen leider perfekten Nährboden finden, entladen sich fast immer auch im Umgang mit den Tieren. So kommt es, dass selbst Kinder und Jugendliche schon tierschutzrelevantes Verhalten zeigen – niemand hat ihnen vermittelt, dass das falsch ist und niemand hat ihnen gezeigt, wie es anders geht. Und als Erwachsene machen wir dann oft weiter, weil wir es nicht besser wissen und können. 

Wir müssen lernen, anders mit uns selbst und mit anderen umzugehen

Einmal mehr geht es darum, bei uns selbst anzusetzen – und das im denkbar besten Sinne! 

Ich weise ja oft darauf hin, wie wichtig Selbstreflexion ist, also die Bereitschaft, das eigene Tun immer wieder zu hinterfragen. Dabei geht es aber keinesfalls nur um Selbstkritik, ganz im Gegenteil: es geht auch um Selbstversöhnung, Selbstannahme und Selbstfürsorge. Denn all das ist wichtig, damit wir überhaupt in der Lage sind, etwas zu geben – anderen Menschen, anderen Wesen. 

Selbstreflexion ermöglicht uns zu erkennen, wenn es uns nicht gut geht, also dass wir zum Beispiel traurig sind, frustriert, wütend, gereizt, müde oder erschöpft. Selbstreflexion ermöglicht uns herauszufinden, was wir brauchen, damit es uns wieder besser geht, und was wir uns Gutes tun können, damit wir wieder zu Kräften kommen. Selbstreflexion ist auch die Basis dafür, im Miteinander mit anderen Menschen klare Grenzen setzen zu können und konstruktive Beziehungen zu gestalten.

Damit es unseren Pferden gut geht, muss es auch uns selbst gut gehen – das ist eine Lektion, die ich selbst über viele Jahre und leidvolle Irrwege begriffen habe. Mit Artikeln wie diesen möchte ich Euch dazu ermutigen, Euch selbst besser kennen zu lernen und zu entdecken, wie Ihr seid, wenn Ihr in Eure Kraft kommt und was Ihr zu geben habt, wenn es Euch gut geht. Ich bin fest davon überzeugt, dass es diese Kräfte sind, die Reitställe zu den Oasen machen können, die wir uns doch eigentlich alle wünschen – denn: Die Pferde warten schon auf uns, um genau das mit uns zu leben!

Pferdeschutz beginnt bei uns selbst

2. Oktober 2018 von Tania Konnerth • Kategorie: Allgemein, Engagement und Pferdeschutz, Erkenntnisse 8 Kommentare »

Der verantwortungsvolle Umgang mit Schmerzen und Beschwerden beim Pferd

In den letzten Beiträgen hier im Blog ging es darum, wie wichtig es ist, Schmerzen und Beschwerden bei unseren Pferden zu erkennen, damit wir sie nicht einfach nutzen, obwohl es ihnen nicht gut geht – siehe dazu Der hat nichts, der läuft doch und Schmerzen beim Pferd erkennen. Heute möchte ich hier noch einige meiner Gedanken auf die Frage, wie wir verantwortungsvoll und pferdegerecht mit Schmerzen und Beschwerden unserer Pferde umgehen können, teilen.

Manchmal gibt es einfache Lösungen

Manchmal gibt es klare und einfache Lösungen: 

  • Ein Pferd zeigt starke Schmerzen in seinem rechten Vorderbein. Es kann damit kaum auftreten und läuft mehr oder weniger auf drei Beinen. Die Diagnose lautet „Hufgeschwür“, das Pferd wird behandelt und erhält einen Angussverband. Nach einigen Tagen geht es ihm deutlich besser, nach einer Woche läuft es wieder lahmfrei. 
  • Ein anderes Pferd zeigt plötzlich beim Reiten Zungenspiele, sperrt das Maul auf und reißt den Kopf hoch. Seine Reiterin vermutet, dass es Probleme mit dem Gebiss hat. Der gerufene Tierarzt findet einen entzündeten Wolfszahn und zieht ihn. Nachdem die Wunde abgeheilt ist, läuft das Pferd wieder zufrieden unter dem Reiter. 

In beiden Fällen wurden die Signale des Pferdes richtig gedeutet und es wurden Maßnahmen eingeleitet, die dem Pferd helfen konnten, so dass es ihm nach kurzer Zeit wieder besser ging. 

… oft aber nicht

In vielen Fällen sieht es aber anders aus. 

  • Ein Pferd geht immer mal wieder lahm. Der gerufene Tierarzt macht Beugeproben, die mal negativ und mal positiv ausfallen. Der Schmied wird gewechselt und das Pferd bekommt einen Beschlag. Dennoch läuft es immer wieder unrund. Selbst das Röntgen der Beine bringt keine neuen Erkenntnisse.
  • Ein anderes Pferd mag sich immer weniger bewegen. Während es früher eher schnell und temperamentvoll war, verweigert es nun mehr und mehr die Mitarbeit. Es sind keine eindeutigen Zeichen für eine Erkrankung zu erkennen. 
  • Und noch ein anderes Pferd reagiert plötzlich aggressiv auf Artgenossen und auch auf Menschen. Keiner kann sich das Verhalten erklären, da das Pferd sonst gesund wirkt. Ein Tierarzt wird nicht gerufen, statt dessen wird das Pferd allein gestellt und das Drohen nach dem Menschen bestraft. 

Schmerzen und Beschwerden bei Pferden werden keineswegs immer gleich als solche erkannt. Sie können durchaus nur sporadisch auftreten, worauf viele dem Pferd unterstellen, dass es simuliert und es trotz Schmerzen weiter (be)nutzen und sich zur Not auch entsprechend „durchsetzen“. Manche Reaktionen oder Verhaltensweisen eines Pferdes werden gar nicht mit möglichen Schmerzen oder Erkrankungen in Beziehung gesetzt, wie z.B. Bewegungsunlust, die dann viel zu oft als „Faulheit“ oder „Sturheit“ gedeutet wird, obwohl vielleicht eine noch nicht erkannte Atemproblematik oder anderes ihm die Bewegung so schwer macht. Solange ein Pferd „nur“ sein Verhalten ändert, ohne dass klare Schmerzsignale zu erkennen sind, reagieren leider viele auf von den eigenen Wünschen abweichendes Verhalten eines Pferdes unwirsch und bestrafen solche „Unarten“ oder „Widersetzlichkeiten“. Dabei zeigt das Pferd so vielleicht nur auf seine Art, dass es nicht kann oder ihm etwas weh tut.

Wenn wir nicht erkennen, dass ein Pferd Schmerzen oder andere Beschwerden hat, können wir dadurch, dass wir es weiter „normal nutzen wollen“ und gegebenenfalls diese Nutzung mit Nachdruck oder gar Gewalt durchsetzen, das Vertrauen des Pferdes verspielen und die Beziehung vergiften. Hinzu kommt unser eigenes ungutes Gefühl, das schlechte Gewisse und die Tatsache, dass alles immer weniger Spaß macht…  

Den Weg MIT dem Pferd gehen

Ein verantwortungsvoller Umgang mit einem Pferd heißt für mich, den Weg immer MIT dem Pferd zusammen zu gehen und nicht gegen es. Das gilt ganz allgemein und eben auch für den Umgang mit Krankheiten, Schmerzen und Beschwerden. Natürlich sind wir Menschen es, die die Entscheidungen treffen, aber wir sollten das nie tun, ohne genau auf unser Pferd zu achten, auf seine Reaktionen, seine Signale, seine Stimmungen. Sie zeigen uns so viel, wenn wir bereit sind, hinzuschauen und hinzufühlen. 

Hier habe ich einmal einige Punkte zusammengestellt, die ich für wichtig halte, wenn das Pferd sich anders als gewohnt oder gewünscht verhält, wenn es krank wird oder Schmerzen hat: 

  • Wann immer sich etwas ändert im Verhalten unserer Pferde, sollten wir innehalten und hineinspüren: Was könnte uns das Pferd damit sagen wollen? Welche Ursachen kann sein Verhalten haben? Wen können wir um eine Einschätzung bitten, wenn wir selbst unsicher sind?
  • Wenn wir die Vermutung haben, dass es unserem Pferd nicht gut geht oder das es Schmerzen hat, sollten wir uns fachlichen Rat holen – und zwar nicht von irgendjemanden, sondern von Menschen, die wirklich Ahnung haben, also einem guten Tierarzt, einen guten Physiotherapeuten/Osteopathen, einem guten Hufpfleger, je nachdem in welchem Bereich die Beschwerden vermutet werden. 
  • Bei jeder Behandlung und Therapiemaßnahme gilt es ebenfalls, gut auf das Pferd und seine Reaktionen zu achten. Wenn das Pferd zu einer Behandlung deutlich nein sagt, wird sie nur schwer durchzuführen oder durchzuziehen sein. Auch hier gilt es, MIT dem Pferd zu arbeiten und nicht einfach blind Anweisungen zu folgen, selbst wenn sie eigentlich sinnvoll und richtig sind. Für Gesundwerdung und Heilung ist in gewissem Maße das Ja des Pferdes und seine Bereitschaft zur Mitarbeit nötig. 
  • So sehr wir auch wollen, dass unser Pferd möglichst schnell wieder beschwerdefrei ist, so sollten wir nicht alles, was möglich ist, auf einmal angehen. Zu viele Behandlungsansätze gleichzeitig schaden oft mehr als sie nutzen. Wichtig ist eine wirklich auf das jeweilige Pferd abgestimmte Behandlung, die den Körper, aber auch die Psyche des Pferdes berücksichtigt. Manchmal ist weniger mehr und oft braucht es vor allem Zeit und Geduld. 
  • Es gilt sich vor zu vielen „guten Ratschlägen“ zu schützen, denn davon kommen meist reichlich, wenn ein Pferd erkrankt. Jeder weiß dann genau, was wir tun sollten und jeder hat noch eine Methode parat, die wir noch nicht ausprobiert haben. So gut das gemeint sind, so basieren viele „Tipps“ leider oft auf Halbwissen, Einzelerfahrungen oder auch persönlichen Vorlieben und Interessen. Hier gilt es, besonnen zu sein und in Absprache mit den Menschen, denen man wirklich vertraut, Entscheidungen zu treffen, die sich rund und stimmig anfühlen. 
  • Die Frage, ob und wie ein Pferd, das Beschwerden oder Schmerzen hat, genutzt werden kann oder soll, ist nie leicht zu beantworten. Pauschalvorgaben wie „Bewegung tut immer gut“ können genauso falsch sein wie ein Pferd aufgrund gesundheitlicher Probleme abrupt zum Rentner zu erklären und aufs Abstellgleis zu schieben. Hier gilt es ganz besonders, gut auf das Pferd und seine Reaktionen zu achten. Sie können uns durchaus zeigen, ob ihnen Bewegung gut tut, ob sie auch mit Schmerzen Freude am Tun haben und ob sie die Aktivitäten mit uns schätzen oder nicht. Hier ist unser Einfühlungsvermögen genauso gefragt, wie ein zu schulendes Auge, um immer besser zu erkennen, was in der jeweiligen Situation angemessen ist und was nicht. 
  • Wir müssen uns darauf einstellen, dass sich Beschwerden bei unseren Pferden nicht immer durch einfache Maßnahmen beheben lassen. Oft ist es schon schwer genug, die tatsächliche Ursache zu finden und selbst wenn das der Fall ist, gehen Heilungsprozesse von Krankheiten oft ihre eigene Wege und dauern viel länger als gedacht. Dann sind Geduld und starke Nerven gefragt. Oft gibt es auch keine klare Besserung, so dass das Pferd und sein Mensch mit den Schmerzen und Beschwerden leben lernen müssen. Das ist oft eine sehr schwierige Herausforderung, da hier Sorgen, Zweifel, Ängste, Frust und vieles mehr hineinspielt.
  • Ob und inwieweit ein Leben mit Schmerzen oder anderen Beschwerden lebenswert für ein Pferd ist, kann nur im Einzelfall entschieden werden. So wie auch wir Menschen mit Schmerzen leben lernen können, können auch Pferde fröhlich sein, obwohl ihnen etwas weh tut. Andere geben sich innerlich auf und wollen nicht mehr. Wenn wir hier bereit sind, sehr aufmerksam in unser Pferd fühlen und achtsam für das sind, was sie uns mitteilen, können wir auch hier eine Entscheidung MIT dem Pferd darüber treffen, was zumutbar ist und was nicht. Es kann zusätzlich sehr gut tun, sich mit jemanden auszutauschen, der selbst schon in einer ähnlichen Situation war und dem man vertrauen kann. Ein Blick von außen und auch Gedanken eines anderen können manchmal sehr hilfreich sein – allerdings nur in Maßen, wenn sich zu viele einmischen, schadet es fast immer mehr als dass es nutzt. 
  • Wichtig ist vor allem bei längeren Krankheitsprozessen oder chronischen Erkrankungen, dass wir auch immer wieder bei uns selbst bleiben und uns über unsere eigenen Gefühle und Bedürfnisse bewusst werden. Ein krankes Pferd kann vieles auslösen: Sorgen, Angst, Frust, manchmal auch Hilflosigkeit, Ohnmacht,Wut und anderes mehr. All das ist menschlich und verständlich, nur sollten wir unsere Gefühle nicht unbewusst ungefiltert am Pferd auslassen, wie es leider immer wieder zu erleben ist. 
  • In diesem Zusammenhang ist auch wichtig, sehr bewusst darauf  achten, dass wir unser Pferd nicht „krank gucken“ oder „krank denken“. Gerade wenn wir dazu tendieren, uns immer viele Sorgen zu machen, liegt unser Fokus oft zu sehr auf dem, was nicht ok ist und wie verlieren das Gesamtbild aus den Augen. Pferde können, genau wie wir Menschen, trotz einer Erkrankung oder Beschwerden ein fröhliches und zufriedenes Leben führen, sofern sie entsprechend der Problematik behandelt werden. Je besser wir selbst ja zu der Situation sagen können, desto weniger belasten wir unser Pferd mit unseren eigenen Sorgen und Ängsten.

Keiner kann wissen, was kommt

Indem wir uns ein Pferd anschaffen, übernehmen wir eine Verantwortung, derer wir uns zwar vom Kopf her meist bewusst sind, aber deren Tragweite sich nie wirklich erfassen lässt. 20 Jahre lang ein kerngesundes Pferd zu haben, das einem nichts krumm nimmt und das von Natur aus ein Sonnenschein ist, ist eine ganz andere Nummer als zum Beispiel einen starken Ekzemer, einen chronischen Huster oder ein Pferd mit regelmäßig wiederkehrenden Koliken zu haben… 

So sehr wir uns alle ein gesundes Pferd wünschen, so entwickeln sich die Dinge in der Realität oft anders. Wenn wir uns ein Pferd anschaffen, haben wir oft viele schöne Vorstellungen: Wir träumen vielleicht von langen Ausritten, von Tuniersiegen, Kutschfahrten oder Vorführungen von Zirkuslektionen. Wird unser Pferd mal krank oder verletzt es sich, geben wir ihm gerne eine Pause und warten, bis es ihm wieder gut geht. Doch dann kommt es vielleicht zu einer langwierigen Erkrankung oder einem Unfall, wodurch unser Pferd dauerhaft nicht geritten oder gearbeitet werden kann. Vielleicht erreicht es nie wieder seine volle Einsatzfähigkeit, sondern, im Gegenteil, sein Zustand wird immer schlechter. Auf diese Weise werden Ziele, Träume und Hoffnungen durch Angst, Frust und Geldsorgen abgelöst. Und damit müssen wir leben lernen – je bewusster wir das tun, desto besser wird es uns gelingen. 

Der Verantwortung gerecht werden

Ein verantwortungsvoller Umgang mit Schmerzen und Beschwerden bei unseren Pferden ist eine große Aufgabe und eine nicht immer einfache Herausforderung.

  • Es geht um die Bereitschaft, sich intensiv mit dem Wesen Pferd zu befassen, um es immer besser zu verstehen und ihm gerecht zu werden.
  • Es geht darum zu verstehen, dass Pferde keine Sportgeräte sind und dass wir kein Recht auf Nutzung haben, nur weil wir viel Geld für sie bezahlen. 
  • Es geht darum, eigene Erwartungen und Bedürfnisse manchmal nicht nur für eine gewisse Zeit zurückzustellen, sondern vielleicht auch ganz loszulassen.
  • Es geht darum, dem Pferd auch trotz Beschwerden die Möglichkeit zu geben, ein lebenswertes Pferdeleben zu führen – einerseits indem wir die dafür nötigen Voraussetzungen schaffen (das betrifft die Haltung, Fütterung, Behandlungen u.a.) und andererseits daran arbeiten, dass nicht die Beschwerden und unsere Sorgen im Mittelpunkt stehen, weil wir sonst ausbrennen, sondern die gemeinsame Beziehung und das, was trotz allem noch Schönes zusammen gemacht und erlebt werden kann, damit wir daraus immer wieder Kraft schöpfen können. 
  • Es geht in manchen Fällen darum, zu lernen mit immer wieder aufkeimenden und enttäuschten Hoffnungen umzugehen, wenn Therapien erst zu greifen scheinen, aber es dann doch wieder zu Verschlechterungen kommt, obwohl man viel Geld für Tierärzte und Behandlungen ausgibt; und manchmal steht auch eine endgültige Entscheidung an.
  • Und so gut wie immer geht es auch darum, sich mit persönlichen Schlüsselthemen zu befassen, wie zum Beispiel Verlustängste, Ehrgeiz, Umgang mit Frust, Selbstfürsorge und anderes mehr.

Es geht auch um uns selbst

Ich weiß aus eigener Erfahrung nur allzu gut, wie schwer die Verantwortung wiegen kann, die wir mit dem Kauf eines Pferdes übernehmen. Wir dürfen dabei aber nicht die Verantwortung vergessen, die wir für uns selbst haben. Nur wenn wir wenigstens halbwegs gut für uns selbst sorgen, können wir auch gut für ein anderes Wesen sorgen.

Es ist wichtig, dass wir uns zwar immer wieder selbst hinterfragen, aber gleichzeitig müssen wir uns auch bewusst machen, unser Bestes zu geben. Manches können wir beeinflussen und aufhalten, aber nicht alles verhindern. Ich denke, es ist eine Aufgabe, dass wir lernen ja zu sagen zu dem, was ist, also zu akzeptieren, dass es nicht so gekommen ist, wie wir es uns gewünscht haben, aber dass wir tun, was wir können. Es ist ganz wichtig, bei allem nicht die Freude am Miteinander zu verlieren. Und genauso dürfen auch mal einfach nur traurig oder frustriert sein darüber – das alles gehört dazu.

Tipp: Für alle, die sich hier berührt fühlen, kann mein Freudekurs eine gute Unterstützung sein. 

Wenn wir merken, dass uns die Sache aufzufressen beginnt, steht an, dass wir uns Hilfe suchen – Hilfe bei der Betreuung und Versorgung unseres Pferdes, aber vielleicht auch Hilfe dabei, mit den Sorgen umzugehen, mit der Angst um unser Pferd, mit den Ansprüchen, die wir an uns selbst haben oder mit der Wut in uns oder der Ohnmacht. Eine Erkrankung unseres Pferdes kann uns sehr klar zu einem Punkt führen: und zwar zu uns selbst.  

Verantwortung Pferd

17. Juli 2018 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Erkenntnisse, Gesundheit 5 Kommentare »

Der hat nichts, der läuft doch… 

Darf man ein lahmendes Pferd reiten? Darf man sich auf ein Pferd setzen, das Rückenschmerzen hat? Darf man ein Pferd mit Gebiss reiten, das Zahnprobleme hat? Mit diesen Fragen, die man eigentlich für rhetorische halten sollte, legen wir einmal mehr den Finger in eine Wunde in der Pferdewelt: Es geht um das Thema Schmerzen beim Pferd und da liegt leider einiges im Argen. 

Ist doch nicht so schlimm!?

Einige Beispiele aus der ganz normalen Pferdewelt: 

  • Da ist der schon etwas betagte Wallach, der seine jugendliche Reiterin mehrfach in der Woche eine Stunde in der kleinen Halle herumträgt. Er tickt dabei auffällig, aber weist man das Mädchen oder deren Mutter darauf hin, dass das Pferd lahmt, sagen die nur: „Ja, der ist schon alt und hat Arthrose. Aber Bewegung ist gut für ihn und so lange er noch läuft, ist alles ok.“ 
  • Oder nehmen wir die junge Stute, die beim Aufsteigen beharrlich solange ausweicht, bis ihre Reiterin irgendwie doch raufkommt und die dann die gesamte Zeit mit durchgedrückten Rücken läuft. Darauf hingewiesen, dass dem Pferd der Sattel vielleicht nicht passt, wird abgewunken: „Doch, der passt, das hat ein Sattler im letzten Jahr gecheckt.“ 
  • Wir können auch einen Blick auf den Spanier werfen, der zu Beginn jeder Reitstunde und jedes Ausritts von sich aus keinen Schritt vorwärts gehen mag. „Ach, der fragt immer nur, wer der Boss ist. Setzt man sich durch, macht er auch alles mit“, ruft seine Besitzerin, während sie ihm eins mit der Gerte auf den Hintern gibt. 
  • Und noch ein Beispiel: Da ist der Haflinger, der seinen Besitzer durchs Gelände trägt, aber dabei sichtlich klamm läuft. Darauf angesprochen, wird erklärt, dass der Schmied gerade da war und der habe wohl etwas zu viel weggenommen, das gibt sich schon wieder. Und in der Herde laufe er prima mit, also könne es ja nicht so schlimm sein. 

In all diesen und leider vielen anderen Fällen zeigen Pferde deutlich, dass sie Schmerzen haben, doch die verantwortlichen Menschen wischen diese mit verschiedenen Aussagen einfach weg. Der gemeinsame Nenner ist der, dass solange das Pferd läuft, es ja auch nicht so schlimm sein kann.

Tja, und genau damit können wir ganz, ganz gewaltig falsch liegen. 

Verstehen, was das Wesen Pferd ausmacht

Dass Pferde Herden- und Fluchttiere sind, hat sich inzwischen herumgesprochen. Was aber aus diesen Tatsachen folgt, leider nicht: 

  • Als Herdentier wird jedes Pferd instinktiv versuchen, Anschluss zu halten – auch unter Schmerzen. Stehen zu bleiben bedeutet zurückzubleiben und das kann sich kein Pferd erlauben. 
  • Als Fluchttiere müssen Pferde auch unter Schmerzen laufen können, denn davon hängt im Ernstfall ihr Überleben ab. Während Raubtiere sich bei Schmerzen eher in eine geschützte Ecke zurückziehen, können Schmerzen bei Pferden gerade erst recht zu Unruhe und vermehrte Energie führen, da sie instinktiv wissen, durch die Schmerzen vielleicht gehandicapt zu sein. 
  • Als Fluchttiere verfügen Pferde darüber hinaus über keinen Schmerzlaut, denn dieser würde sie einem potentiellen Jäger verraten. Sie leiden deshalb still.
  • Und ein weiterer, ganz wichtiger Faktor: Pferde sind als soziale (Herden-)Tiere in der Lage, Gefühle und Erwartungen nicht nur von anderen Pferden, sondern auch von uns Menschen wahrzunehmen (siehe dazu auch diesen Text). Sehr viele Pferde wollen ihren Besitzern/innen gefallen, wollen deren Erwartungen erfüllen oder haben Angst vor negativen Folgen, wenn sie nicht tun, was von ihnen verlangt wird, und reißen sich deshalb in ihrer Gegenwart zusammen. So kommt es nicht selten vor, dass der Stallbesitzer den Pferdebesitzer über eine Lahmheit oder Bauchschmerzen informiert, das Pferd aber „ok“ wirkt, wenn sein Mensch auftaucht beziehungsweise, dass es dann „funktioniert“. Daraus kann aber eben nicht einfach geschlossen werden, dass dem Pferd wirklich nichts fehlt oder wehtut, sondern es ist sehr wichtig, die Schilderungen des Stallbesitzers oder andere Personen, die das eigene Pferd über längere Zeiträume sehen, ernst zu nehmen und der Sache auf den Grund zu gehen. 

Für die konkreten Beispiele von weiter oben folgt daraus:

  • Den älteren Wallach mit seiner Arthrose stumpf in der Halle auf engen Wendungen zu reiten, grenzt an Tierquälerei. Ein Pferd mit Arthrose braucht ein einfühlsames und seinem Krankheitszustand entsprechendes Training, wie z.B. ruhige Schrittausritte im Gelände oder Spaziergänge und behutsames Aufbautraining an der Hand. Nur weil sich ein solches Pferd nicht wehrt, heißt es nicht, dass es keine Schmerzen hat, wer das annimmt, ist ignorant und unfair. 
  • Ein Sattel, der bei einem jungen Pferd angepasst wurde, kann schon nach kurzer Zeit wieder unpassend sein, denn gerade junge Pferde verändern sich muskulär oft sehr stark. Aber auch bei allen anderen Pferden darf nie vorschnell davon ausgegangen werden, dass ein Sattel wirklich passt. Veränderungen im Training, in der Haltung oder durch die Jahreszeiten mit dem Wechsel von der Weide zum Paddock können Veränderungen in Bezug auf das Gewicht und die Muskeln mit sich bringen und dazu führen, dass ein einmal passender Sattel schmerzhaft zu drücken beginnt. Pferde können nicht sagen: „Du, der Sattel drückt ganz doll.“, sondern sie zeigen es eben genau durch die beschriebenen Verhaltensweisen: Sie weichen beim Aufsteigen aus und drücken den Rücken weg. Werden die Schmerzen stärker, weil der Mensch nichts tut, um das Übel abzustellen, können irgendwann auch Buckeln und Abwerfen des Reiters folgen – das aber eben nicht, wie so oft behauptet, aus Böswilligkeit, sondern weil die Schmerzen zu groß werden. 
  • Wenn ein Pferd nur unter Druck oder mit Gewalt vorwärts läuft, dann gibt es dafür immer eine Ursache, und die liegt ganz sicher nicht darin, dass diesem Pferd erst gezeigt bekommen muss, wer das Sagen hat. Andauernde Bewegungsunlust kann neben psychischen Ursachen auch konkrete körperliche Gründe haben, wie z.B. Verspannungen oder Schmerzen unterschiedlichster Art. Auch eine Atemproblematik oder Erkrankungen des Stoffwechsels, ein Mangel an Mineralien oder Spurenelementen, kann die Bewegungslust hemmen. Ein solches Pferd mit Sporen oder Gerte zum Vorwärts zu zwingen, ist grob und brutal.
  • Bei dem Wallach mit dem klammen Gang sollte zunächst die Arbeit des Schmieds kritisch überprüft und ggf. über einen Wechsel entschieden werden, denn es ist keinesfalls in Ordnung, dass ein Pferd nach dem Ausschneiden so fühlig ist. Ein klammer Gang sollte immer ein klares Warnsignal für uns sein, denn hier zeigt das Pferd deutlich, dass ihm etwas weh tut. Im schlimmsten Fall ist nicht nur die Hufbehandlung Schuld, sondern es kann sich auch um eine nicht erkannte Erkrankung, wie z.B. eine Entzündung der Hufrolle, oder um eine schleichende, nicht erkannte Hufrehe o.a. handeln. Ein Pferd, das so deutlich zeigt, dass ihm die Füße weh tun, braucht Hilfe und es darf nicht einfach „darüber hinweggeritten werden“. 

Und das sind nur einige Beispiele von typischen Schmerzen, die Pferde haben. Denken wir ruhig auch an Wirbelprobleme, Magengeschwüre, Zahnschmerzen, alte Verletzungen, noch nicht erkannte Chips und vieles andere mehr, das Pferden Beschwerden bereiten kann. 

Wir dürfen die Bereitschaft unserer Pferde nicht ausnutzen

Leider neigen viele Menschen dazu, die Tatsache, dass viele Pferde ihrer Natur entsprechend bei Schmerzen die Zähne zusammenbeißen und trotzdem ihren Job machen, so zu interpretieren, dass es ok ist, sie auch mit Beschwerden nach unseren Vorstellungen zu nutzen. Und mehr noch: Wir schimpfen auch noch auf sie, wenn sie in der Leistung nachlassen oder ab einem bestimmten Punkt tatsächlich den Dienst quittieren – das nämlich wird ihnen dann als Ungehorsam ausgelegt.

Es ist aus unserer Sicht dringend nötig, sich darüber bewusst zu werden, wie oft das überall in der Pferdewelt passiert und sich auch selbstkritisch zu prüfen. Uns macht es sehr traurig, dass so vielen die Nutzung ihrer Pferde so wichtig ist, dass viele nicht bereit sind, ihre Pferde als fühlende Wesen zu sehen und auf Schmerzen und Beschwerden angemessen zu reagieren. Aber ist das nicht eigentlich das Mindeste, wenn wir behaupten, Pferde zu lieben?

Tipp: Hier erfahrt Ihr, wie Ihr Schmerzen beim Pferd erkennen könnt.

3. Juli 2018 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Erkenntnisse, Gesundheit, Verhalten 11 Kommentare »

Pferde können unsere Gefühle erkennen

Ich freu mich mich immer aufrichtig darüber, wenn es wissenschaftliche Erkenntnisse gibt, die bestätigen, wovon ich schon lange ausgehe. Das war vor einiger Zeit zum Beispiel die klare Aussage, dass Dominanz nicht pferdegerecht ist und jetzt wurde von Forschern nachgewiesen, dass Pferde in der Lage sind, unsere Gefühle zu erkennen (hier gibt es einen Artikel in der Süddeutschen dazu und hier geht’s zur Originalstudie). 

Was die Forscher erkundeten

Pferde nutzen nach den Erkenntnissen der Forscher verschiedene Aspekte, um unsere Gefühlslage einzuordnen, wie unsere Körperhaltung und -ausstrahlung, Mimik und Stimme. Normalerweise stimmen diese Elemente überein, ein wütender Mensch hat eine entsprechende Körperhaltung, spricht auf eine bestimmte Art und auch seine Mimik spiegelt Wut. Die Forscher prüften nun, was geschieht, wenn etwas davon abweicht.

Was passiert also, wenn das Pferd eine wütende Stimme hört, aber einen freundlichen Menschen sieht? Die Forscher nahmen verschiedene Faktoren in die Wertung, wie „Blickdauer des Pferdes“, „Reaktion“, „Rate des Herzschlags“ und konnten nachweisen, dass sich das Verhalten der Pferde deutlich unterschied, wenn Bild und Stimme widersprüchlich waren als wenn sie übereinstimmten, vor allem dann, wenn ihnen der Mensch vertraut war. Ein solches Verhalten wurde bisher vor allem bei Hunden beobachtet. Aus ihren Beobachtungen leiten die Forscher die Schlussfolgerung ab, dass Pferde in der Lage sind, aufgrund des Gesichtsausdrucks menschliche Emotionen zu erkennen.  

 Was das für den Umgang mit Pferden bedeutet

Wir schreiben ja immer wieder, für wie wichtig wir es im Umgang mit Pferden halten, dass wir uns über unsere eigene Ausstrahlung bewusster werden und sehen uns nun in unseren Anregungen bestätigt, denn für uns ist ganz klar: Wenn sie schon, wie in der Studie nachgewiesen, eindeutig unsere Mimik lesen können, können sie erst recht unsere Körpersprache und -ausstrahlung interpretieren. 

Unsere Erfahrung ist: Pferde reagieren ständig auf uns und werden durch unser Verhalten wesentlich beeinflusst. Tun sie also etwas, was wir nicht wollen oder unschön finden oder reagieren sie anders, als wir es erwartet hätten, gilt es sich zunächst zu fragen, ob wir vielleicht selbst die Ursache für das Verhalten sind:

  • Wie wirke ich in diesem Moment auf mein Pferd?
  • Was strahle ich gerade aus – und was macht das mit meinem Pferd?
  • Welche vielleicht widersprüchlichen Botschaften sende ich?
  • Wodurch könnte mein Pferd verwirrt werden?

Tipp: Hier kann es ausgesprochen nützlich sein, sich selbst zu filmen und das später in Ruhe anzuschauen. Da wird einem manches sichtbar gemacht, von dem man keine Ahnung hatte. Auch ein wohlwollender Blick einer vertrauten Person kann hilfreich sein, aber Vorsicht: Die Anwesenheit andere kann uns angespannt und verkrampft werden lassen, so dass wir dann wieder ganz anders wirken als normalerweise. Eine Kamera, die einfach mitläuft, während wir mit unserem Pferd zusammen sind, zeigt unser gewöhnliches Verhalten oft besser auf. 

Der Vorwurf der Vermenschlichung

Viel zu oft hört man noch immer, dass man „Pferde nicht vermenschlichen“ soll und rechtfertigt damit Ignoranz, einen groben Umgang und ein unfaires Verhalten. Dabei wird aber leider übersehen, dass „vermenschlichen“ und „menschlich sein“ zwei ganz verschiedene Paar Schuhe sind…

Wir vermenschlichen ein Pferd keineswegs, wenn wir seine hoch entwickelten Sozialfähigkeiten anerkennen und begreifen, wie empfindsam sie sind – im Gegenteil, nur dann können wir wirklich pferdegerecht reagieren. 

Pferde können Gefühle lesen

26. Juni 2018 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Erkenntnisse, Umgang, Verhalten 2 Kommentare »

Blinde Flecken – wer hat sie nicht?

Wisst Ihr, was ein so genannter blinder Fleck ist? Nein, keine Augenkrankheit des Pferdes, sondern hier geht es mal wieder um uns selbst. Als „blinden Fleck“ bezeichnet man Teile der eigenen Person oder auch Verhaltensweisen, derer wir uns nicht bewusst sind. Die gibt es in allen Lebensbereichen, aber gerade in der Pferdewelt lassen sie sich besonders anschaulich aufzeigen, denn die ist leider voll davon. Und weil blinde Flecken oft zu krassen Widersprüchen zwischen Tun und Handeln führen, halte ich es für wichtig, sich einmal genauer damit zu befassen.  

Ein anschauliches Beispiel

Vor einiger Zeit fand ich ein inspirierendes Foto mit sehr klugen Aussagen, wie zum Beispiel die, dass Pferde nicht dafür da sind, unser Ego zu befriedigen. Als ich dann aber auf die Quelle klickte wurde mir dort ein Foto von der Verfasserin mit einem sehr jungen Fohlen gezeigt, das mit Showhalfter, Siegesschärpe und Gewinnerrosette zu sehen war… 

Ist doch nicht so schlimm? So etwas kann ein Fohlen schon mal ab? 

Tja, mag sein, … aber wenn ich das tue, kann ich meiner Ansicht nach nicht schreiben, dass Pferde nicht dafür da sind, unser Ego zu befriedigen, denn die Teilnahme mit einem vielleicht einige Wochen (!) alten Fohlen an einer Show hat aus meiner Sicht vor allem etwas mit Ego-Befriedigung zu tun und nichts mit art- und altersgerechter Fürsorge. Nur, und das ist der Punkt, könnte es gut sein, dass die Verfasserin sich kein bisschen darüber bewusst ist, dass sie selbst genau das tut, wogegen sie vorher geschrieben hat. Das ist ein sehr gutes Beispiel für einen blinden Fleck, der zu einem krassen Widerspruch führt und die Frau tun lässt, was sie eigentlich ablehnt.

Was wir bei anderen schnell sehen… 

Ich bin mir ziemlich sicher, dass fast jede/r von uns solche Beispiele parat hat: 

  • Da ist die Miteinstellerin, die sagt, dass sie ihr Pferd so doll lieb hat und ständig neue Decken, glitzernde Stirnbänder, säckeweise Möhren und dergleichen mehr kauft, aber wenn das Pferd aus ihrer Sicht einen Fehler macht, wird es grob bestraft. 
  • Da ist der Pferdebesitzer, der viel Geld in den tollen Westerntrainer investiert, damit sein Pferd eine gute Ausbildung bekommt, dem aber im Falle bei einer ungeklärten Erkrankung das Rufen eines zweiten Tierarztes oder eine alternative Behandlung seines Pferdes zu teuer ist. 
  • Da sind die Trainer, die auf ihren Webseiten mit „Pferdegerechter Ausbildung“ werben, aber in der Praxis noch immer der längst überholten Dominanztheorie folgen.
  • Da sind all die vielen Leute, die in den Social Media schon fast wie die Hyänen auf andere Pferdebesitzer losgehen, wenn sie etwas wittern, was nicht ok ist, aber selbst den Sperrriemen noch ein Loch enger ziehen, damit sie ihr Pferd kontrollieren können oder den wochenlang klammen Gang ihres Pferdes mit einem „Ach, der simuliert nur!“ abtun.
  • Und so weiter und so fort.  

… erkennen wir bei uns selbst oft nicht

Mal ganz ehrlich: Erkennen wir solche Widersprüche auch bei uns selbst?

  • Greife ich andere vielleicht genau für solche Fehler an, die ich selbst mache? 
  • Kritisiere ich andere vielleicht genau für die Schwächen, die ich selbst habe? 
  • Predige ich vielleicht oft genau das, was ich selbst falsch mache? 
  • Lästere ich vielleicht genau darüber, was ich bei mir selbst doof finde? 

Tatsächlich nämlich provozieren uns unbewusst nämlich oft genau die Sachen, die wir bei uns selbst für falsch halten und es kann sehr hilfreich sein, sich bei jedem Impuls, andere anzugehen, erst einmal zu fragen: 

Was hat das vielleicht mit mir selbst zu tun? 

Der Schlüssel ist Selbstreflexion

Und damit sind wir wieder einmal bei einem der wichtigsten Punkte im Zusammensein mit Pferden: nämlich der Bereitschaft, das eigene Verhalten selbstkritisch zu hinterfragen. 

Selbstreflexion ist eine Übungssache und die Herausforderung besteht darin, das auf eine konstruktive Weise zu tun. Immer mal wieder tief in ein schlechtes Gewissen zu versinken, bringt nämlich leider gar nichts. Es geht darum, auch tatsächlich etwas zum Guten zu verändern

Und so möchte ich diesen Beitrag als Einladung und vielleicht auch Aufforderung verstanden wissen, dass jeder von uns einmal sehr bewusst nach den krassen und vielleicht auch weniger krassen, dafür aber trotzdem unschönen Widersprüchen im eigenen Verhalten sucht, also nach Widersprüchen

  • zwischen dem, was wir sagen oder wofür wir uns ereifern und 
  • dem, was wir tatsächlich selbst tun (und mit ach so guten Gründen entschuldigen, denn bei uns ist ja aaaaalles ganz anders…).

So bekommen wir Anhaltspunkte dafür, wo wir an uns selbst arbeiten können, anstatt immer nur mit den Fingern auf andere zu zeigen. Ja…, das kann ganz schön unbequem sein, wie ich aus eigener Erfahrung nur allzu gut weiß, aber es ist unerlässlich, wenn wir wirklich pro Pferd handeln und nicht nur darüber reden wollen. 

 

Blinde Flecken

5. Juni 2018 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Erkenntnisse 4 Kommentare »

Pferde sind Egoisten und anderer Unfug

Es gibt Sätze, die machen mich auch nach all den Jahren, die ich nun schon mit Pferden (und deren Menschen) zu tun habe, sprachlos. Neulich erschien ein solcher Satz in den Kommentaren auf meiner Facebookseite: „Pferde sind Egoisten.“

Die Wirkung

Es gibt viele solcher Sätze und sie haben leider eine große Macht, denn sie bewirken Verschiedenes: 

  • Sie machen einen entweder stumm, weil man angesichts einer solch dummen wie falschen Aussage kaum noch etwas zu erwidern weiß oder
  • sie machen einen wütend und damit wird man gerade in einem Austausch oft viel zu emotional,
  • vor allem aber setzen sie sich, weil sie so schön griffig sind, in vielen Köpfen als Tatsache fest und das ist aus meiner Sicht das Schlimmste an der Sache… 

Es handelt sich hierbei um so genannte Killerphrasen oder Totschlagargumente. Zitat wikipedia: „Totschlagargumente sind inhaltlich nahezu leere Argumente, also Scheinargumente, bloße Behauptungen oder Vorurteile, von denen der Sprecher annimmt, dass die Mehrheit der Diskussionsteilnehmer entweder mit ihm in der Bewertung übereinstimmt oder keinen Widerspruch wagt… haben das gleiche kommunikative Ziel, nämlich den Gegner mundtot zu machen und jedes lösungsorientierte Denken zu verhindern beziehungsweise zu unterbinden. Stattdessen soll der aktuelle Zustand aufrechterhalten werden…“

Ehrlich gesagt habe ich keinen guten Tipp, wie man konstruktiv mit solchen Killersätzen umgehen kann, da bin auch ich immer wieder aufs Neue gefordert. Provokationen dieser Art sind ja geradezu darauf angelegt, destruktiv zu sein, sprich: Personen, die solchen Unsinn sagen, haben gar kein Interesse an Argumenten, die solche Aussagen widerlegen oder einem echten Austausch.

Aber ist es deshalb gut, solche Aussagen einfach unkommentiert stehen zu lassen (was ich in diesem Fall getan habe)? Es fühlt sich für mich nicht so an und so tue ich das, was meine Art ist: ich schreibe darüber. 

Warum wird so etwas gesagt?

Ich frage mich nicht nur bei Pferden immer, was die Ursache für ein Verhalten ist, sondern ich versuche auch Menschen zu verstehen, die aus meiner Sicht etwas Falsches, Unsinniges oder auch Verwerfliches tun.

Als Ursache für solche Killerphrasen sehe ich vor allem die Tatsache, dass sie bestens dazu geeignet sind, das eigene Verhalten nicht hinterfragen zu müssen. Sie dienen dazu, nicht-pferdegerechtes Verhalten zu rechtfertigen. 

Selbstreflexion ist nicht jedermanns Sache, aber unbedingt nötig

Das eigene Verhalten zu hinterfragen, erfordert einen selbstkritischen Blick und die Bereitschaft, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und die Bereitschaft, dazuzulernen. Und das kann unbequem und aufwühlend sein, da man sich, sofern man eigene Fehler erkennt, eventuell auch mit Schuldgefühlen und einem schlechten Gewissen befassen muss. Genau das aber sollten vor allem die haben, die sich eben nicht hinterfragen und nicht diejenigen, die gemachte Fehler erkennen und in Zukunft vermeiden wollen. Ein schlechtes Gewissen sollten Killerphrasen-Drescher haben, die nicht nur nicht bereit sind, das eigene Verhalten zu reflektieren, sondern mit solchen Aussagen auch noch dafür sorgen, dass andere sie übernehmen. 

Da ich Killerphrasen nicht verhindern kann, setze ich da an, wo ich hoffe, etwas bewirken zu können: Bei der Bitte, nicht alles zu glauben, was sich griffig und schmissig anhört und keinen Aussagen oder Ansätzen zu folgen, die nicht-pferdegerechtes Verhalten gutheißen. Bitte bewahrt oder entwickelt den Mut und die Bereitschaft, immer selbst zu denken und vor allem selbst zu fühlen – FÜR die Pferde.

Killerphrasen

28. Mai 2018 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Erkenntnisse, Umgang 9 Kommentare »

Schon mal über’s Putzen nachgedacht?

Viele Auseinandersetzungen mit dem Pferd entstehen bei ganz alltäglichen Dingen und wir machen uns oft gar nicht klar, dass wir selbst die Auslöser für unerwünschtes Verhalten sind und dass uns das Pferd mit seinem Verhalten etwas sagen will

Zum Beispiel das Putzen

Wie oft ist beim Putzen zu beobachten, dass das Pferd nicht stillsteht, sondern herumhampelt und dabei auch den Menschen anrempelt. Manchmal wird auch das Hinterbein drohend gehoben oder das Pferd schnappt nach dem Menschen. Der wiederum reagiert dann unwirsch und straft das Pferd für das Fehlverhalten:

  • „Himmel, nun steh doch endlich mal still!“
  • „Du bist aber wieder nervig, heute!“
  • „Die Zicke spinnt heute wieder total…“

wird dann gerufen und nicht selten wird das Pferd gebufft, geklapst oder auch geschlagen.

Wie wäre es statt dessen einmal über das Putzen nachzudenken und was uns das Pferd vielleicht mit seinem Verhalten zeigen will? Denn eigentlich soll das Putzen ja etwas Schönes FÜR das Pferd sein und keine ständige Stressquelle… 

Eine Studie macht nachdenklich

Eine französische Studie fand heraus, das beim Putzen vieles falsch läuft (hier ist der ausführliche Artikel dazu nachzulesen) und dass es für viele Pferde eher eine Quelle von Unbehagen ist, als dass sie es genießen können. Aussagen von Dr. Lea Lansade: „Die Hälfte der Pferde benahm sich beim Pflegen aggressiv oder zeigte Schmerzreaktionen … Lediglich 5 % der Pferde zeigten ein positives Verhalten während der Pflege-Einheit, etwa indem sie ihrerseits versuchten, die „Körperpflege“ zu erwidern oder indem sie näheren Kontakt zum Reiter suchten.

Wenn also unser Pferd beim Putzen nicht stillsteht oder sogar deutlich abwehrend reagiert, könnten wir, statt das Pferd zu strafen, uns fragen: 

  • Ist meinem Pferd das, was ich tue, vielleicht unangenehm?
  • Tue ich ihm ungewollt weh oder kitzele ich es? 
  • Putze ich zu doll oder zu grob oder zu hektisch? 
  • Sollte ich einen anderen Striegel nutzen?
  • Womit und wie wird mein Pferd gerne berührt?
  • Ist ihm die Situation, in der ich es putze, vielleicht unangenehm?
  • Was bereitet ihm Stress?
  • Kommt es vielleicht mit dem Angebundensein nicht klar oder findet es bestimmte Sachen bedrohlich?
  • Muss es vielleicht äppeln oder pinkeln?
  • Hat es Hunger oder Durst?
  • Wie ist meine eigene Ausstrahlung beim Putzen? Bin ich vielleicht genervt und gestresst? 
  • Wie kann ich herausfinden, was mein Pferd wirklich mag und braucht, um das Putzen entspannt genießen zu können? 

Viele Faktoren spielen hinein

Jedes Pferd ist anders und jedes Pferd mag und braucht andere Sachen. Während der eine gerne ausgiebig geschrubbt wird, ist der anderen schon jedes sanfte Bürsten zu viel. Manche Pferde reagieren beim Putzen stark auf die Stimmungen des Menschen und viele haben Sorgen, weil sie angebunden sind oder fürchten sich vor einer groben Behandlung. Vielleicht hören sie den Kumpel auf der Weide rufen oder die Gerüche am Putzplatz sind seltsam. Auch das Geschehen rund um den Putzplatz hat Einfluss auf das Verhalten des Pferdes (andere Menschen und Pferde, Geräusche, Bewegungen usw.). Und so wird beim Beispiel Putzen sehr deutlich, dass jedes Miteinander mit dem Pferd durch viele Faktoren beeinflusst wird.

Ich denke, als Pferdemensch ist es unsere Aufgabe, das Miteinander möglichst immer so zu gestalten, dass es unser Pferd nicht nur über sich ergehen lässt, sondern es wirklich etwas Schönes für es darstellt. Herauszufinden, wie unser Pferd das Putzen genießen kann, ist eine tolle Chance, es besser kennen zu lernen und an der Beziehung zu arbeiten.

Da muss es eben durch?

Manch einer wird nun sagen: „Da müssen die durch.“, doch ist das wirklich so? Hat ein Pferd nicht das Recht zu zeigen, wenn ihm etwas unangenehm ist und ist es nicht unsere Aufgabe dafür zu sorgen, dass es das Putzen als etwas Angenehmes empfindet? Ein Pferd kann nicht sagen: „Hey, du tust mir gerade weh.“, sondern es wird entweder versuchen, der Berührung auszuweichen oder sie mit einer Gegenreaktion zu beantworten. Sollte es nicht in unserem Interesse liegen, das, was uns unser Pferd sagen will, zu verstehen, damit wir dem Pferd die Zeit mit uns so schön wie möglich machen können und nicht einfach von ihm zu verlangen, dass es auch das über sich ergehen lässt, was ihm Unbehagen oder gar Schmerzen bereitet? 

Für mich zeigt dieses Beispiel (und es ist nur eines von vielen) wieder einmal auf, dass es ungerecht ist, einfach das Pferd für sein Verhalten zu bestrafen, während wir doch diejenigen sind, die es (oft unbewusst) überhaupt erst in eine unangenehme Situation bringen. Also: Schon mal über’s Putzen nachgedacht?

Pferd putzen

Foto von Horst Streitferdt

1. Mai 2018 von Tania Konnerth • Kategorie: Erkenntnisse, Sonstiges, Umgang, Verhalten 12 Kommentare »

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