Sieh Dein Pferd im Ganzen! – Inspiration des Monats

Mit unserer  Rubrik Inspiration des Monats nehmen wir uns jeweils ein Schwerpunktthema vor, für das wir Euch kurz und knapp Denkanstöße und Anregungen geben möchten. Gerade bei Basis-Themen denken wir, ist es wichtig, sie immer wieder mit in den praktischen Pferde-Alltag zu nehmen, um für eine längere Zeit im Herzen bewegt zu werden. Und meist sind es Schlüsselsätze oder -erkenntnisse, die man wirklich bei sich behält. 

Unser Tipp: Zieht Euch jeweils unsere Inspiration des Monats auf Euer Handy, damit Ihr die Fragen und Denkanstöße  für eine Weile immer dabei habt – Ihr werdet vielleicht überrascht sein, wie unterschiedlich Eure Antworten und Gedanken dazu in verschiedenen Situationen ausfallen können. 

Thema des Monats:
Sieh Dein Pferd im Ganzen!

Schon als Kinder haben die meisten von uns (hoffentlich!) gelernt, dass es nicht ausreicht, ein Pferd einfach nur „süß“ zu finden und seine Mähne zu striegeln, sondern dass viel mehr dazu gehört, wenn es ihm gut gehen und es gesund bleiben soll. Also lesen wir und lernen wir, besuchen Seminare und Vorträge und wollen alles möglichst gut und richtig machen. Wir entwickeln uns dann vielleicht zu einem Experten in Sachen Hufrehe, weil unser Pferd gefährdet ist, daran zu erkranken, oder wir verschlingen alles, was wir zum Thema Hufstellung finden können oder wir lernen alles über die Anatomie und Biomechanik des Pferdes oder kennen uns bestens in allen Varianten von Zäumungen aus.

Fundiertes Wissen ist eine tolle Sache, aber selbst dabei gibt es ein „Aber“… Je tiefer wir in ein Thema einsteigen, desto größer wird die Gefahr, dass wir etwas ganz Entscheidendes verlieren: nämlich einen ganzheitlichen Blick auf unser Pferd. Ein Pferd ist nie nur ein Rücken, der uns tragen soll, ist nicht nur ein Hals, der gut bemuskelt sein soll und ist nicht nur ein Set aus vier Beinen, die möglichst spektakulär tanzen sollen. Ein Pferd ist auch nicht nur ein Darm, der möglichst reibungslos arbeiten soll, oder eine Lunge, die gut atmen soll, oder ein Set aus vier Hufen, die möglichst korrekt stehen sollen. Und ein Pferd ist erst recht nicht nur dafür da, unsere Wünsche und Erwartungen brav zu erfüllen, was immer wir auch von ihm wollen…

Allem voran ist ein Pferd ein Lebewesen mit komplexen Grundbedürfnissen, die nicht immer ganz einfach zu erfüllen sind, und körperlichen Gegebenheiten, die unseren menschlichen Erwartungen durchaus auch entgegenstehen können. Ein Pferd ist ein Tier, das soziale Bedürfnisse hat, einmal in Bezug auf Artgenossen, aber auch uns gegenüber, mit denen es gesehen und verstanden werden möchte. Und jedes Pferd bringt eine eigene Persönlichkeit mit, die selten in allen Facetten unserer Traumvorstellung entspricht.

Die große Komplexität und Verantwortung, mit der wir es als Pferdebesitzer/innen zu tun haben, kann manchmal ganz schön überfordern. Ein typischer Weg damit umzugehen, ist der, sich ganz auf einige Details zu konzentrieren, die man als „besonders wichtig“ auswählt. Sie erscheinen uns dann so bedeutungsvoll, dass wir mehr und mehr unseren Fokus darauf legen und so immer mehr von den anderen Aspekten vernachlässigen. Dann haben wir zwar vielleicht ein super gut bemuskeltes Pferd, das aber nur Dienst nach Vorschrift macht, weil ihm die Freude am Training fehlt. Oder unser Pferd bekommt die bestmögliche Futterkombi, weiß aber nicht, wie es vernünftig auf einer Kreislinie laufen soll. Oder unser Pferd erhält die beste Hufbehandlung, leidet aber zunehmend an Übergewicht… 

Der entscheidende Punkt ist: Einseitigkeit ist nie gut, selbst wenn die Intention dahinter gut ist. Viel wichtiger als einzelne Details perfekt haben zu wollen, ist immer ein möglichst breiter und ganzheitlicher Blick auf Euren Liebling. 

5. Oktober 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Erkenntnisse, Inspiration des Monats, Reiten, Umgang, Verhalten 0 Kommentare »

Botschaften an unsere Pferde

Zur 555. Ausgabe unseres Newsletters fragten wir in einer Mitmach-Aktion unsere Leser/innen:

„Wenn Du sicher sein könntest,
dass Dein Pferd Deine Worte verstehen kann
– was wäre der wichtigste Satz,
den Du Deinem Pferd unbedingt sagen würdest?“

Es kamen fast 300 Einsendungen. Die schönsten und berührendsten Antworten haben wir für Euch in diesem Video zusammengestellt:

Botschaften an unsere Pferde(Link führt zu Youtube)

Und, … wie lautet Euer Satz für Euer Pferd?

19. September 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Erkenntnisse, Sonstiges 0 Kommentare »

Vergleiche Dich nicht mit anderen – Inspiration des Monats

Mit unserer  Rubrik Inspiration des Monats nehmen wir uns jeweils ein Schwerpunktthema vor, für das wir Euch kurz und knapp Denkanstöße und Anregungen geben möchten. Lange Texte gibt es bei uns genug, aber gerade bei Basis-Themen denken wir, ist es wichtig, sie immer wieder mit in den praktischen Pferde-Alltag zu nehmen, um für eine längere Zeit im Herzen bewegt zu werden. Und meist sind es Schlüsselsätze oder -erkenntnisse, die man wirklich bei sich behält. 

Unser Tipp: Zieht Euch jeweils unsere Inspiration des Monats auf Euer Handy, damit Ihr die Fragen und Denkanstöße  für eine Weile immer dabei habt – Ihr werdet vielleicht überrascht sein, wie unterschiedlich Eure Antworten und Gedanken dazu in verschiedenen Situationen ausfallen können. 

Thema des Monats:
Vergleiche Dich nicht mit anderen

In Zeiten von Social-Media-Präsenzen schauen sich die meisten von uns täglich viele Fotos und Filme von anderen und ihren Pferden an. In unzähligen Accounts gibt es die tollsten Bilder und Aktionen zu sehen und bewusst oder unbewusst vergleichen wir uns und unser Pferd dann mit dem, was wir sehen. Und das kann vielfältige Folgen haben:

  • Immer öfter scheint uns das, was wir mit unserem Pferd machen, zu wenig spektakulär oder aufregend zu sein.
  • Wir sehnen uns danach, mit unserem Pferd auch springen zu können oder Bogenschießen vom Pferd auszuprobieren oder über Felder zu galoppieren, wissen aber, dass wir das selbst reiterlich gar nicht hinbekommen oder unser Pferd dafür nicht geeignet ist. 
  • Wir fragen uns, warum unser Pferd nicht irgendwie besonders sein kann. 
  • Wir kritteln plötzlich an der Mähne oder Farbe oder Figur des Pferdes herum.
  • Wir hadern immer mehr mit seinem chronischen Husten oder der einsetzenden Arthrose oder dem fehlenden Gangvermögen, anstatt unser Pferd mit seinen Schwächen zu akzeptieren.

Oder anders gesagt: Wir werden immer unzufriedener mit dem, was wir haben. Und das ist traurig! Es ist ganz wichtig, sich Folgendes klar zu machen: 

  1. Niemand außer Du selbst kannst wirklich einschätzen, was für Dich und Dein Pferd bedeutungsvoll ist und was nicht. Nur weil das, was Du mit Deinem Pferd hast und erlebst, sich vielleicht nicht auf eine aufregende Weise fotografieren oder filmen lässt, so kann es dennoch wundervoll und schön für Dich sein. Der Maßstab seid immer IHR beide – Du und Dein Pferd. 
  2. Nicht alles, was spektakulär erscheint, ist es auch wirklich. Das, was auf Instagram & Co veröffentlicht wird, soll vor allem für Likes und Kommentare sorgen. Deshalb werden dort vor allem Fotos gezeigt, die auffallen. Es können winzige Momentaufnahmen sein, die mit der eigentlichen Situation gar nichts zu tun haben. So kann von hundert Fotos vielleicht eines dabei sein, auf dem der Mensch lacht und das Pferd die Ohren spitzt, so dass pures Glück aus dem Bild strahlt, während es eigentlich nur ein zäher Versuch war, mit dem ziemlich genervten Pferd (das eigentlich lieber zu seinen Kumpels auf die Weide wollte) ein tolles Foto hinzubekommen. 
  3. Was wir auf Fotos sehen (und was uns die Bildunterschriften dazu vermitteln), muss nicht „wahr“ sein. Da waren zum Beispiel diese paar Sekunden, in denen das Pferd seinen Kopf hochwarf (…weil es eine Bremse verscheuchen wollte) und schon ist aus dem „gemütlichen Dicken“ ein „temperamentvoller Wilder“ geworden. Oder jemand hat mit einer Wieher-App ein Pferd zum aufmerksamen Gucken veranlasst, das sonst eigentlich meist in sich gekehrt ist. Und das Pferd auf dem Wahnsinns-Springfoto kann unter Umständen lahmen…

Sich mit anderen zu vergleichen, ist ein sicherer Garant für nagende und wachsende Unzufriedenheit. Lasst nicht zu, dass das passiert. Euer Pferd ist einzigartig und hat es verdient, unabhängig von vermeintlich spektakulären Fotos in den sozialen Medien von Euch gesehen, wertgeschätzt und geliebt zu werden.

7. September 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Erkenntnisse, Inspiration des Monats, Reiten, Umgang 5 Kommentare »

Gewalt ist falsch – Inspiration des Monats

Mit unserer  Rubrik Inspiration des Monats nehmen wir uns jeweils ein Schwerpunktthema vor, für das wir Euch kurz und knapp Denkanstöße und Anregungen geben möchten. Lange Texte gibt es bei uns genug, aber gerade bei Basis-Themen denken wir, ist es wichtig, sie immer wieder mit in den praktischen Pferde-Alltag zu nehmen, um für eine längere Zeit im Herzen bewegt zu werden. Und meist sind es Schlüsselsätze oder -erkenntnisse, die man wirklich bei sich behält. 

Unser Tipp: Zieht Euch jeweils unsere Inspiration des Monats auf Euer Handy, damit Ihr die Fragen und Denkanstöße  für eine Weile immer dabei habt – Ihr werdet vielleicht überrascht sein, wie unterschiedlich Eure Antworten und Gedanken dazu in verschiedenen Situationen ausfallen können. 

Thema des Monats:
Gewalt ist falsch

Mit dem Thema „Gewalt“ haben wir uns schon häufig befasst, zum Beispiel hier, hierhier und hier. Aus aktuellem Anlass gibt es nun auch eine Inspiration des Monats zu diesem Thema. Vor einigen Tagen wurde bei den Olympischen Spielen ein Pferd im Fünfkampf von seiner Reiterin nach mehreren Verweigerungen auf Zuruf der Trainerin („Hau mal richtig drauf!“) geschlagen, was eine Welle der Empörung auslöste. So wichtig es ist, das Fehlverhalten einzelner Personen zu ahnden, so greift die Empörung allein über die Reiterin zu kurz. Das Problem liegt viel tiefer, nämlich im (Reit-)System selbst und in den Glaubenssätzen und Überzeugungen, die diesem System zu Grunde liegen. Ein System, das Gewalt zum Zweck der Ausbildung und des Trainings von Pferden billigt, als notwendig bezeichnet und sogar gutheißt, ist ein krankes System. Die Tatsache, dass Reiterin und Trainerin der Meinung sind, nichts Falsches getan zu haben, zeigt das mehr als deutlich.

Fakt ist: In der konventionellen Reiterei wird noch immer das „Durchsetzen“ über das Verständnis für das Tier gesetzt, was zwangsläufig zu Gewalt führen muss. Was bei den Olympischen Spielen zu sehen war, ist in vielen Reitställen „normal“: Pferde werden geschlagen, sie werden getreten und es wird an Zügeln gerissen. Zahlreiche Reiter/innen nutzen Hebelgebisse, Flaschenzüge, Sporen und Ähnliches, um Pferde zu kontrollieren. Und zahlreiche Trainer und Ausbilderinnen setzen Rollkur, Strom und andere schmerzauslösende Mittel sowie psychische Gewalt ein, um Pferde zu gewünschten Leistungen und Aktionen zu bringen. Schon Reitanfänger/innen und Kinder werden frühzeitig angeleitet, Gewalt zu nutzen, um Pferde zu dem zu bringen, was als Aufgabe gestellt ist. Auch wenn sich schon manches zum Guten geändert hat, so sind es immer noch viel zu viele, die diesen Weg gehen und viel zu viele von uns schauen weg, wenn es passiert. 

Ob Profi oder Anfänger, ob Jung oder Alt, ob Schüler oder Trainer, ob auf einem Turnier oder im Gelände, ob am Boden oder im Sattel – Gewalt ist immer der falsche Weg. Wenn ein erfolgreicher Turnierreiter ein Pferd mit der Gerte schlägt oder mit Sporen sticht, ist das für das Pferd genauso schlimm, wie wenn es ein Freizeitreiter tut. Die Schmerzen, die durch ein Hebelgebiss oder Schlaufzügel ausgelöst werden können, sind für das Pferd dieselben, egal ob sie eine erfahrene Reiterin oder ein Anfänger verursacht. Jeder „Experte“, der Gewalt gegenüber Pferden für angemessen hält, disqualifiziert sich selbst. Außer in echten Notfällen (wenn es also darum geht, schlimme Unfälle zu vermeiden oder gar Leben zu retten) gibt es keine Rechtfertigung für den Einsatz von Gewalt gegen Pferde, um sie gefügig zu machen und die eigenen Ziele durchzusetzen. Pferde dürfen nicht geschlagen oder getreten werden und Werkzeuge, die dazu geeignet sind, Pferden Schmerzen zuzufügen, können niemals zu einem harmonischen Miteinander führen. Wir alle, die wir mit Pferden zu tun haben, tragen hier eine Mitverantwortung.

Bitte seid bereit,

  • immer wieder selbstkritisch Euer eigenes Tun zu überdenken und ggf. zu ändern,
  • nein zu sagen, wenn Trainer oder Lehrerinnen Euch auffordern, gegenüber einem Pferd Gewalt anzuwenden, und
  • Euch zu Wort zu melden, wenn Ihr Gewalt gegen Pferde beobachtet.

Gewalt darf einfach nicht länger als „normal“ gelten, denn es geht auch anders! 

 

Gewalt ist falsch

10. August 2021 von Tania Konnerth • Tags: , , , , • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Erkenntnisse, Reiten, Umgang 5 Kommentare »

Du darfst Dich umentscheiden – Inspiration des Monats

Mit unserer  Rubrik Inspiration des Monats nehmen wir uns jeweils ein Schwerpunktthema vor, für das wir Euch kurz und knapp Denkanstöße und Anregungen geben möchten. Lange Texte gibt es bei uns genug, aber gerade bei Basis-Themen denken wir, ist es wichtig, sie immer wieder mit in den praktischen Pferde-Alltag zu nehmen, um für eine längere Zeit im Herzen bewegt zu werden. Und meist sind es Schlüsselsätze oder -erkenntnisse, die man wirklich bei sich behält. 

Unser Tipp: Zieht Euch jeweils unsere Inspiration des Monats auf Euer Handy, damit Ihr die Fragen und Denkanstöße  für eine Weile immer dabei habt – Ihr werdet vielleicht überrascht sein, wie unterschiedlich Eure Antworten und Gedanken dazu in verschiedenen Situationen ausfallen können. 

Thema des Monats:
Du darfst Dich umentscheiden

Ganz grundsätzlich neigen wir Menschen dazu, einen einmal eingeschlagenen Weg auch dann durchzuziehen, wenn wir ahnen oder erkennen, dass er gar nicht wirklich gut ist. Dieses Phänomen lässt sich auch in der Pferdewelt sehr oft beobachten:

  • Wir bleiben bei einer Reitlehrerin oder einem Trainer, obwohl uns der Unterricht keinen Spaß macht und unser Pferd einfach nicht besser läuft, und sagen: „Ich bin doch jetzt schon so lange bei ihr/ihm …“
  • Wir folgen weiter einer Methode, obwohl sie sich nicht gut anfühlt oder uns nicht dahin bringt, wo wir eigentlich hinwollen, und begründen das dann mit einem: „Ich habe dazu schon einige Seminare gebucht und mir gerade auch noch das Online-Programm gekauft …“
  • Wir gehen mit unserem Pferd auf eine Weise um, wie es uns andere im Stall empfehlen, obwohl wir genau spüren, dass sich das Verhältnis zu unserem Pferd immer mehr verschlechtert und sagen „Das machen hier doch alle so …“
  • Wir bleiben bei unserem Schmied oder der Hufpflegerin, obwohl die Hufe immer schlechter werden und sagen: „Der/die wurde mir so sehr empfohlen …“
  • Wir reiten weiter mit einem Sattel, von dem wir selbst sehen, dass er die Muskulatur wegdrückt oder gegen den sich unser Pferd sichtbar wehrt mit Sätzen wie: „Der ist doch extra angepasst worden …“ oder „Der war richtig teuer …“

Dass wir so reagieren, liegt zum einen daran, dass unser Gehirn uns dafür belohnt, wenn wir an Gewohntem festhalten, und zum anderen fällt es vielen von uns grundsätzlich sehr schwer, Fehler einzugestehen, vor allem dann, wenn wir vielleicht schon viel Zeit, Kraft und/oder Geld investiert haben. Hinzu kommt dann oft noch ein erheblicher Gruppendruck, der uns verunsichert, schließlich wollen wir doch eben nichts falsch machen!

Es ist sehr wichtig, sich klarzumachen,  dass aber oft gerade unsere Angst davor, etwas falsch zu machen zu viel Leid führen kann, einmal auf Seite des Pferdes aber eben auch bei uns selbst.

Fühle Dich durch die folgenden Sätze ermutigt, Entscheidungen auch immer mal wieder zu überdenken:

  • Einen einmal eingeschlagenen Weg müssen wir nicht zwingend weitergehen, sondern wir können und dürfen jederzeit dazulernen und uns weiterentwickeln.
  • Jeder kann sich irren, jeder kann Fehler machen und falsche Entscheidungen treffen – wichtig ist, sie zu erkennen und zu ändern!
  • Investiertes Geld oder Energie zahlt sich nicht aus, nur weil wir an dem festhalten, wofür wir es investiert haben, im Gegenteil: Die Kosten werden immer größer, wenn es keine gute Entscheidung war
  • Neue Wege können Wundervolles ermöglichen.

Bitte frage Dich also immer wieder ganz liebevoll und achtsam, ob die bisherigen Entscheidungen für Methoden, für Fachleute, für Zubehör und dergleichen mehr wirklich gut sind für Dich UND Dein Pferd. Wenn nicht, sei bereit und mutig, neue Entscheidungen zu treffen!

Umentscheiden

13. Juli 2021 von Tania Konnerth • Tags: , , , • Kategorie: Erkenntnisse, Inspiration des Monats, Reiten, Umgang 3 Kommentare »

Lerne, über Dich selbst zu lachen – Inspiration des Monats

Mit unserer  Rubrik Inspiration des Monats nehmen wir uns jeweils ein Schwerpunktthema vor, für das wir Euch kurz und knapp Denkanstöße und Anregungen geben möchten. Lange Texte gibt es bei uns genug, aber gerade bei Basis-Themen denken wir, ist es wichtig, sie immer wieder mit in den praktischen Pferde-Alltag zu nehmen, um für eine längere Zeit im Herzen bewegt zu werden. Und meist sind es Schlüsselsätze oder -erkenntnisse, die man wirklich bei sich behält. 

Unser Tipp: Zieht Euch jeweils unsere Inspiration des Monats auf Euer Handy, damit Ihr die Fragen und Denkanstöße  für eine Weile immer dabei habt – Ihr werdet vielleicht überrascht sein, wie unterschiedlich Eure Antworten und Gedanken dazu in verschiedenen Situationen ausfallen können. 

Thema des Monats:
Lerne, über Dich selbst zu lachen

Pferde sind unsere Liebe und Leidenschaft und das tollste Hobby auf der Welt – und doch sind viele von uns im Umgang, aber vor allem im Training schrecklich streng und ernst. Wir erlauben uns selbst oft nicht den kleinsten Fehler und geben genau das auch unbewusst und damit ungewollt an unsere Pferde weiter. Was uns hier oft am meisten fehlt, ist die Fähigkeit, auch mal über uns selbst zu lachen.

Auch mal über sich selbst lachen zu können, ist aus meiner Sicht mit die wichtigste Zutat für ein freudvolles und leichtes Miteinander mit Pferden (und eigentlich auch für alle anderen Beziehungen in unserem Leben). Und so sollten wir uns viel öfter auf eine liebevolle Art den Witz und die Komik vieler Situationen und Begebenheiten mit Pferden und unseres eigenen Verhaltens bewusst machen. Das ändert sehr viel zum Guten, vor allem bei den so genannten „schwierigeren“ Pferden, die sich häufig als gar nicht sooo schwierig erweisen, wenn wir etwas lockerer werden und uns selbst nicht so furchtbar ernst nehmen. Manchmal wollen sie uns nämlich genau das abgewöhnen. Pferde haben ganz oft einen tollen Sinn für Humor und weisen uns auf vielfältige Weise darauf hin, wenn „es“ mal wieder mit uns durchgeht (… leider wird das aber oft als „Unart“ oder auch „Widersetzlichkeit“ interpretiert und mit Rügen oder gar Strafen beantwortet…). 

Lerne also, innerlich immer mal wieder einen Schritt zur Seite zu machen und Dir mit etwas Abstand selbst zuzuschauen, vor allem dann, wenn Du merkst, dass Du wütend oder gereizt bist und immer verbissener und ernster wirst. Vieles ist wirklich ziemlich lustig, wenn wir uns etwas mehr Spaß und Leichtigkeit erlauben. Und gemeinsam lachen zu können, tut einfach allen gut! 

Lach mal über dich selbst

Lesetipp: Der Freudekurs

15. Juni 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Aus dem Reitunterricht und Coaching, Erkenntnisse, Inspiration des Monats, Reiten, Umgang 0 Kommentare »

Achte auf Deine Energie! – Inspiration des Monats

Mit unserer  Rubrik Inspiration des Monats nehmen wir uns jeweils ein Schwerpunktthema vor, für das wir Euch kurz und knapp Denkanstöße und Anregungen geben möchten. Lange Texte gibt es bei uns genug, aber gerade bei Basis-Themen denken wir, ist es wichtig, sie immer wieder mit in den praktischen Pferde-Alltag zu nehmen, um für eine längere Zeit im Herzen bewegt zu werden. Und meist sind es Schlüsselsätze oder -erkenntnisse, die man wirklich bei sich behält. 

Unser Tipp: Zieht Euch jeweils unsere Inspiration des Monats auf Euer Handy, damit Ihr die Fragen und Denkanstöße  für eine Weile immer dabei habt – Ihr werdet vielleicht überrascht sein, wie unterschiedlich Eure Antworten und Gedanken dazu in verschiedenen Situationen ausfallen können. 

Thema des Monats:
Achte auf Deine Energie!

Im Zusammenhang mit Pferden wird häufig von „Temperament“ gesprochen oder auch von „Energie“: Beim Anweiden oder im Spiel bewundern wir die sprühende Energie unserer Tiere, auf Ausritten würden wir die Energie manchmal gerne etwas reduzieren und bei der Bahnarbeit vermissen wir sie, wenn unser Pferd eher träge um die Kurven schlurft.

Aber, … bist Du Dir eigentlich darüber bewusst, dass auch Du ganz unterschiedliche Arten von Energie ausstrahlst und dass Dein Pferd Deine Energie sehr genau wahrnimmt, deutet und darauf reagiert, ob Du nun willst oder nicht? 

Vielen von uns fällt es ziemlich schwer, ein Bewusstsein für die eigene Energie zu bekommen, dabei brauchen wir oft nur unser Pferd anzuschauen. Pferde sind wahre Meister darin, unsere Stimmungen wahrzunehmen. Sie wissen genau, wann wir gereizt sind oder locker, wann wir etwas von ihnen wollen, wann wir abgelenkt oder traurig sind, wann wir gut gelaunt und wann wir gestresst sind, auch wenn wir noch so sehr versuchen, etwas anderes auszustrahlen. Und sie nehmen unsere Energie nicht nur wahr, sondern sie reagieren oft unmittelbar darauf.  So benehmen sich viele Pferde sich ganz anders, wenn ihr Mensch gestresst ist oder bedrückt, und es ist auch immer wieder sehr spannend zu sehen, wie sehr sich ein und dasselbe Pferd bei verschiedenen Menschen verändern kann.

Unsere eigene Energie spielt also eine große Rolle im Miteinander mit unserem Pferd – im Umgang, im Training am Boden und im Sattel. Und so gilt die Regel:

Je bewusster wir uns unserer eigenen Ausstrahlung werden,
desto besser können wir mit Pferden kommunizieren.

Unsere Energie äußert sich

  • in unserer Mimik, unseren Gesten und unserer Stimme, aber auch
  • in unserer Ausstrahlung,
  • in unserer Körperhaltung
  • und in unserer Körperspannung.

Versuche im Zusammensein Deinem Pferd ab sofort immer mal wieder ganz bewusst zu überlegen, was Du wohl gerade ausstrahlst und wie Du in dem jeweiligen Moment auf Dein Pferd wirkst. Es braucht ein bisschen Übung, aber allein das Innehalten und bewusste Nachspüren ermöglicht immer mehr Achtsamkeit. Und noch ein Tipp: Hier können Videoaufnahmen sehr hilfreich sein, die man sich später in Ruhe anschauen kann und somit sich selbst einmal etwas aus der Distanz heraus wahrnehmen kann. Das schult das Bewusstsein!

Achte auf Deine Energie

25. Mai 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Erkenntnisse, Inspiration des Monats, Reiten, Umgang, Verhalten 1 Kommentar »

Spielen mit Pferden

Vor Kurzem wurde ich von Julia Schay-Beneke für die Zeitschrift „ReiterRevue“ zu einem Thema interviewt, das mir sehr am Herzen liegt, und zwar zum Thema „Spielen mit Pferden“. Ich habe mich riesig gefreut, dass meine Anregungen und Denkanstöße so toll aufgenommen und verarbeitet wurden, denn ich glaube, dass Spielen eine ganz wundervolle Möglichkeit ist, die Beziehung und das Miteinander mit dem Pferd zu pflegen. Das gilt vor allem für die so genannten „schwierigen Pferde“ oder in solchen Fällen, in denen das Miteinander in einer Sackgasse steckt. Da können gemeinsame Spiele kleine Wunder bewirken! Im Kasten rechts findet Ihr einen Link zu dem Artikel, den mir die ReiterRevue freundlicherweise als PDF zum Teilen zur Verfügung gestellt hat. 

Darüber hinaus habe ich hier noch ein paar weitere Gedanken zum Thema „Spielen“ für Euch, denn auch diese Idee wurde und auch das wird in der Pferdewelt ja sehr unterschiedlich umgesetzt. 

Spielen ist doch immer toll, oder?

„Spielen“ ist allgemeinhin ein sehr positiv besetzter Begriff. Für viele gilt das Spiel als eine Art Gegenteil von Arbeit  und wir verbinden mit dem Spiel Freizeit, Freude und Spaß. Spielen klingt nach Leichtigkeit und Entspannung. Wenn wir uns nun ein freudvolles Miteinander mit unserem Pferd wünschen, liegt es nahe, mit ihm zu spielen. Und genau damit sind wir beim ganz entscheidenden Punkt: Spielen soll Freude machen – und zwar beiden Seiten! Deshalb ist für mich das Allerwichtigste, im Spiel mit einem Pferd, seine Mimik, Körpersprache und Ausstrahlung aufmerksam und empathisch im Blick zu behalten, um sicherzustellen, dass auch das Pferd Spaß an der Sache hat.

Fragt Euch also immer wieder mal: 

  • Wirkt mein Pferd aufmerksam, interessiert und neugierig? 
  • Ist sein Blick offen?
  • Nimmt es aktiv teil, ist es aber dabei locker und entspannt?
  • Hat es eigene Ideen und zeigt es diese?
  • Möchte es von sich aus weitermachen? 

Hier sind Videos vom gemeinsamen Spielen sehr hilfreich, die man sich später noch mal in Ruhe anschauen kann. Was man selbst vielleicht als „munteres und lustiges Spiel“ empfunden hat, kann sich im Nachhinein als Stress für das Pferd herausstellen. Wenn so etwas passiert ist, ist das kein Drama, aber es ist wichtig, ein sicheres Gespür dafür zu bekommen, bei welchen Arten von Spiel ein Pferd wirklich Freude hat, damit wir mit unserer eigentlich guten Absicht nicht ungewollt Dauerdruck machen. So verständlich es ist, dass viele von uns beim Spielen zunächst vor allem an dynamische Ballspiele oder tolle Zirkuslektionen denken, so haben viele Pferde aber zum Beispiel viel mehr Freude daran, einen Gegenstand aufzuheben (ja, auch immer und immer wieder) oder Leckerbissen aus Teppichen zu rollen. Manche Pferde finden es auch lustig, Dinge umzuwerfen oder zu klauen, was wir Menschen wiederum eher nervig finden. Hier gilt es, achtsam zu sein und eben nicht nur unsere eigene Vorstellung vom Spielen durchsetzen zu wollen. 

Spiel braucht Offenheit und Leichtigkeit

Die Grenze zwischen Spiel und Sport (was für das Pferd dann entsprechend zum Training wird) ist schnell überschritten, weil wir als Erwachsende das Spielen leider oft zu ernst nehmen. Wir wollen gut sein, wollen gewinnen oder anderen etwas beweisen. Wenn wir aber zu enge Vorstellungen davon haben, wie das Spiel aussehen soll, kippt ein Spiel schnell in eine Form von Arbeit oder sogar Abrichtung. In diesem Zusammenhang lohnt auch ein kritischer Blick auf Ausbildungskonzepte, die ihre Bausteine gerne als „Spiele“ bezeichnen, obwohl sie ganz klar ein System aus Vorgaben durch den Menschen bestehen, auf die das Pferd nur auf eine ganz bestimmte Weise zu reagieren hat. Und das ist eben genau kein Spielen.

Die meisten Spiele haben zwar gewisse Regeln, sollten aber immer auch Raum für Varianten bieten, also Spielraum für Spielarten. Das ist besonders wichtig, wenn zwei Wesen zusammenspielen wollen, die a) von ihrer Natur her sehr verschieden sind und b) zwischen denen normalerweise ein Verhältnis besteht, in dem das eine Wesen tun soll, was das andere möchte. Im Spiel darf oder, besser gesagt, sollte das „Normale“ ein Stück weit aufgelöst werden. Wer wirklich mit seinem Pferd spielen möchte, sollte für diese Zeit die Idee loslassen, zu viel bestimmen, gestalten und kontrollieren zu wollen, und sich auf den Mitspieler Pferd einlassen – natürlich immer unter Beachtung der nötigen Sorgfalt und Vorsicht, damit es zu keiner Gefahr für uns kommt (hier ist für mich ein ausreichender Abstand zum Pferd einer der wichtigsten Punkte!). 

Unsere eigene spielerische Grundhaltung ist übrigens ganz entscheidend für die Qualität des Spiels, denn Pferde merken genau, wie wir stimmungsmäßig drauf sind. Ihnen also vormachen zu wollen, dass wir gerne spielen, obwohl wir eigentlich gar keine Lust dazu haben, keinen Sinn darin sehen oder es sogar für Blödsinn oder Zeitverschwendung halten, weil man lieber „richtig trainieren sollte“, bringt nichts. Sie spüren unsere inneren Bedenken, unsere Ablehnung und auch Unsicherheiten, genauso wie unsere Erwartungen sehr genau, weshalb manche Pferde scheinbar „nicht gerne spielen“. Probiert es dann einmal ein Mensch ohne Erwartungen, kommt so manche Besitzerin oder Pferdehalter ins Staunen darüber, wie verspielt das eigene Pferd doch sein kann. 

Ein paar Fragen für Dich

Hier habe ich noch ein paar Reflexionsfragen für Dich zum Thema „Spielen“:

  • Spielst Du gerne mit Deinem Pferd?
  • Was macht das Spielen für Dich aus?
  • Was spielt Ihr zusammen?
  • Worin unterscheiden sich Eure Spiele von dem, was Ihr normalerweise macht? 
  • Was war für Dich das bisher schönste Spielerlebnis mit Deinem Pferd?
  • Kennst Du die Lieblingsspiele Deines Pferdes?
  • Welche Arten von Spielen könntet Ihr vielleicht einmal ausprobieren? 
  • Wie könnte das Spielen vielleicht noch freudvoller für Euch werden? 

4. Mai 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Erkenntnisse, Spiele & Co, Umgang 0 Kommentare »

Fühle! – Inspiration des Monats

Mit unserer  Rubrik Inspiration des Monats nehmen wir uns jeweils ein Schwerpunktthema vor, für das wir Euch kurz und knapp Denkanstöße und Anregungen geben möchten. Lange Texte gibt es bei uns genug, aber gerade bei Basis-Themen denken wir, ist es wichtig, sie immer wieder mit in den praktischen Pferde-Alltag zu nehmen, um für eine längere Zeit im Herzen bewegt zu werden. Und meist sind es Schlüsselsätze oder -erkenntnisse, die man wirklich bei sich behält. 

Unser Tipp: Zieht Euch jeweils unsere Inspiration des Monats auf Euer Handy, damit Ihr die Fragen und Denkanstöße  für eine Weile immer dabei habt – Ihr werdet vielleicht überrascht sein, wie unterschiedlich Eure Antworten und Gedanken dazu in verschiedenen Situationen ausfallen können. 

Thema des Monats:
Fühle!

Im Zusammensein mit Pferden sind die meisten von uns vor allem damit beschäftigt, Hinweise, Tipps und Anleitungen von Reitlehrern/innen oder solche, die wir aus Büchern oder dem Internet haben, umzusetzen. Natürlich wollen wir unser Pferd optimal trainieren und bemühen uns deshalb sehr, Techniken und Methoden gut umzusetzen. Dabei verdrängen wir aber oft die Sache mit den Gefühlen … 

Pferde lösen sehr viel in uns aus: Sie lassen uns lieben und glücklich sein, aber sie konfrontieren uns häufig auch mit Ohnmacht, Ehrgeiz und vielem anderen mehr. Um ihnen wirklich gerecht zu werden, müssen wir den Mut haben, uns immer wieder bewusst zu machen, was wir gerade fühlen, wenn wir mit unserem Pferd zusammen sind. Wenn wir zum Beispiel nur noch ein bestimmtes Trainingsziel im Kopf haben, das wir unbedingt erreichen wollen, verlieren wir vielleicht die Fähigkeit zu erspüren, dass unser Pferd überfordert ist. Wenn wir unsere Wut oder Hilflosigkeit in einer Situation, in der alles schief läuft, nicht als solche wahrnehmen, neigen wir möglicherweise dazu, unser Pferd ungerecht zu bestrafen, obwohl es uns einfach nur etwas mitzuteilen versucht. Wenn wir nicht wahrnehmen, dass uns unsere Verantwortung oder unsere Sorgen um unser Pferd über den Kopf wachsen, werden wir aus Not hart und verlieren die Freude.

Als Pferdemenschen sind wir ständig gefordert, unser Pferd nicht nur anzuschauen, sondern es auch zu fühlen – also wahrzunehmen mit dem, was gerade in ihm vorgeht, mit dem, was es braucht und mit dem was es geben kann und was eben nicht. Und um das zu können, brauchen wir auch den Mut und die Bereitschaft, unsere eigenen Gefühle wahrzunehmen und zu reflektieren. Pferde sind keine Sportgeräte, sondern Mitlebewesen, die auf unsere Empathie angewiesen sind und uns immer auch auf der Beziehungsebene fordern. Und ist das nicht gerade das Schönste am Zusammensein mit ihnen?

Fühle dein Pferd

2. März 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Aus dem Reitunterricht und Coaching, Erkenntnisse, Inspiration des Monats, Jungpferdausbildung, Reiten 1 Kommentar »

Trainiere mit Lob, nicht mit Strafe! – Inspiration des Monats

Mit unserer  Rubrik Inspiration des Monats nehmen wir uns jeweils ein Schwerpunktthema vor, für das wir Euch kurz und knapp Denkanstöße und Anregungen geben möchten. Lange Texte gibt es bei uns genug, aber gerade bei Basis-Themen denken wir, ist es wichtig, sie immer wieder mit in den praktischen Pferde-Alltag zu nehmen, um für eine längere Zeit im Herzen bewegt zu werden. Und meist sind es Schlüsselsätze oder -erkenntnisse, die man wirklich bei sich behält. 

Unser Tipp: Zieht Euch jeweils unsere Inspiration des Monats auf Euer Handy, damit Ihr die Fragen und Denkanstöße  für eine Weile immer dabei habt – Ihr werdet vielleicht überrascht sein, wie unterschiedlich Eure Antworten und Gedanken dazu in verschiedenen Situationen ausfallen können. 

Thema des Monats:
Trainiere mit Lob, nicht mit Strafe!

Viele von uns möchten gerne pferdefreundlich mit ihren Pferden umgehen und sie ebenso pferdefreundlich trainieren. Leider stammen aber viele Elemente der herkömmlichen Pferdeausbildung noch aus Zeiten, in denen man sich über Pferdebedürfnisse oder Lernpsychologie noch nicht so viele Gedanken gemacht hatte. Heute wissen wir sehr viel mehr darüber, wie Pferde am besten lernen und können unser Training entsprechend deutlich pferdegerechter gestalten.

Der pferdefreundlichste Weg, den wir kennen, ist die positive Verstärkung. Nach diesem Prinzip wird richtiges und erwünschtes Verhalten durch Futter- oder Stimmlob, durch Kraulen oder Ähnliches bestätigt und damit konsequent positiv aufgeladen. „Falsches“ oder unerwünschtes Verhalten wird, soweit möglich, ignoriert oder gegebenenfalls sanft korrigiert. Um zu verstehen, warum dieser Weg pferdefreundlich ist, müssen wir uns klarmachen, dass jedes Lebewesen, etwas aus zwei Gründen tut:

  • weil es entweder etwas Negatives vermeiden will oder
  • weil es etwas Positives erhalten oder erleben möchte.

Herkömmlicherweise wird in der Ausbildung von Pferden vor allem mit Korrekturen und Strafen gearbeitet. Dabei bleibt einem Pferd nur übrig, durch Versuch und Irrtum (ein mehr oder weniger unangenehmes Erlebnis) herauszufinden, was der Mensch will. Bei der positiven Verstärkung hingegen wird das Pferd durch die vielen positiven Erlebnisse dazu motiviert, aktiv mitzumachen. Lernen erfolgt hier, weil das Pferd sich etwas Gutes von der Mitarbeit mit dem Menschen verspricht – und das ändert alles.

Überlege doch einmal, wie Du selbst am liebsten lernst: in einem Umfeld, in dem Du Strafen fürchten musst, wenn Du einen Fehler machst, oder in einem, in dem Du für alles Richtige bestätigt und ermutigt wirst? Für uns liegt auf der Hand, dass Lernen durch positive Verstärkung eine tolle Sache ist!

Probier es doch einfach einmal selbst aus und frage Dich gleich heute, wenn Du bei Deinem Pferd bist, wie Du es schaffen kannst, ihm nur durch Lob und positive Bestätigung etwas Neues beizubringen. Das Spannende dabei ist nämlich, dass Du Dir dafür erst einmal überlegen musst, wie Du erreichen kannst, dass Dein Pferd seine Sache richtig machen kann. Kleiner Tipp: immer in gaaaaanz kleinen Schritten denken! 

Konkrete Anregungen und Anleitungen zum Training mit positiver Verstärkung findest Du zum Beispiel in unserem Reitkurs, in unserem Clickerkurs oder in unserem Praxiskurs Bodenarbeit.

Loben statt strafen

16. Februar 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Arbeit an der Hand, Clickertraining, Erkenntnisse, Freiarbeit, Inspiration des Monats, Jungpferdausbildung, Longieren, Reiten, Umgang 2 Kommentare »

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    Und wer sind wir? Wir sind Babette Teschen und Tania Konnerth, Betreiberinnen dieser Seite seit 2008 – einen Artikel zu unserem 10-jährigen Bestehen gibt es hier. Wir teilen in diesem Blog unsere persönlichen Erfahrungen und unser Wissen mit Ihnen und Euch und freuen uns auf Kommentare und Rückmeldungen.

    NEU bei uns: "Best of Wege zum Pferd" – das E-Book zur Webseite:

    Schon gesehen? Mit dem Herzen voran – der Reitkurs von "Wege zum Pferd":

    Und hier geht es zu unseren Büchern bei Kosmos:

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