Die Gerte – wie sie zu einem Kommunikationsmittel werden kann

Immer mal wieder werde ich darauf angesprochen (und manchmal auch dafür kritisiert), dass man mich immer mit Gerte bei den Pferden sieht. Eine Gerte ist leider mit Recht ein Gegenstand, der mit Gewalt verbunden wird und ist deshalb bei vielen, die einen alternativen Umgang mit Pferden möchten, verpönt. Ich selbst bin ein großer Freund von Differenzierung und möchte gerne aufzeigen, dass eine Gerte zum einen tatsächlich hilfreiches und sinnvolles Werkzeug und zum anderen vor allem auch eine Chance sein kann. 

Den Missbrauch an der Wurzel packen

Ja, mit einer Gerte kann man schlagen und es wird oft genug gemacht. Trotzdem ist nicht die Gerte das Problem, sondern die Hand, die sie hält, bzw. der Mensch, zu dem die Hand gehört. Es wäre natürlich toll, wenn wir das Problem mit der Gewalt einfach lösen könnten, indem wir keine Gerte mehr mitnehmen, aber genau das ist leider nicht der Fall. Eine Hand, die mit einer Gerte schlägt, ist auch eine Hand, die selbst schlägt oder eine, die grob an Zügeln reißt – vielleicht weil sie es nicht besser weiß, weil sie es so gelernt hat und weil es immer noch salonfähig ist, Pferde zu schlagen. Gewalt hat immer Ursachen und solange wir nicht an die Wurzel des Problems gehen, werden wir das Problem nicht lösen können, denn z.B. Hilflosigkeit oder unkontrollierbare Gefühle, wie Wut u.ä. gehen nicht weg, nur weil man die Gerte weglegt. Im Gegenteil! 

Wir müssen also tiefer gehen – und genau darin sehe ich eine große Chance. Schon in meinen ersten Reitstunden als 10jährige hatte ich gelernt, eine Gerte zum Strafen und Treiben zu nutzen, also als Mittel von Gewalt. Leider habe ich das in meinen jungen Jahren nicht hinterfragt und fühle mich deshalb bis heute mies. Vielleicht habe ich gerade deswegen für mich versucht, einen anderen, einen besseren Weg zu finden, ein Werkzeug wie eine Gerte zu nutzen und hier ein Stück weit auch eine Vorbildfunktion zu haben.

Ich werde im Folgenden darstellen, WIE ich eine Gerte nutze und auch, WARUM ich sie für sinnvoll im Umgang mit Pferden halte. 

Es geht um Respekt und Achtung

Für mich ist der gute Einsatz einer Gerte eine Schule in Sachen Respekt und Achtung. Damit ich auch in emotionalen Momenten, also wenn ich mich zum Beispiel über mein Pferd ärgere, weil es mich gerade angerempelt hat oder mir auf den Fuß getreten hat oder wenn ich Angst habe, weil mein Pferd neben mir wild zu schnauben und zu tänzeln beginnt, die Gerte nicht, wie gelernt, als Strafinstrument einsetze, braucht es eine große Portion Selbstbewusstheit. Die erreiche ich nur durch Selbstreflexion. Selbstreflexion ermöglicht es mir, meine Gefühle so früh wie möglich zu erkennen und konstruktiv mit ihnen umzugehen. Die Bereitschaft dazu ist eine Voraussetzung dafür, ein Werkzeug wie eine Gerte (oder alternativ einen Strick oder Zügel oder ähnliches) nicht zu missbrauchen. 

Es geht nur ohne Angst

Das Allerwichtigste: Die Gerte darf einem Pferd keine Angst machen. Wenn ein Pferd Angst vor einer Gerte hat, kann ich sie nicht so einsetzen wie ich es möchte, also ist der erste Schritt, dem Pferd zu vermitteln, dass es keine Angst vor der Gerte in meiner Hand haben muss. Und das geht tatsächlich in den meisten Fällen viel leichter als gedacht. Bis auf wirklich schwer traumatisierte Pferde lernen die meisten sehr schnell zu unterscheiden (sonst müssten sie ja auch permanente Angst vor unseren Händen haben, mit denen so oft geschlagen wird…). 

Anthony hebt mir sogar regelmäßig meine Gerte auf, wenn sie heruntergefallen ist, für ihn ist sie ein Gegenstand wie jeder andere: 

Gerte

Pferde können exzellent differenzieren, denn sie sind Meister darin, unsere inneren Befindlichkeiten wahrzunehmen. Der Großteil der Pferde erspürt sehr schnell, ob der Mensch eine aggressive Absicht mit einer Gerte verfolgt oder nicht. Selbst sehr ängstliche Pferde mit schlechten Erfahrungen nehmen sie schnell kaum noch als „eigentlich bedrohliche“ Gerte wahr, wenn wir sie spielerisch heranführen und ihnen keinen Grund zur Sorge geben. Und das finde ich wundervoll, denn es ermöglicht mir, einem Pferd zu zeigen und auch dauerhaft zu „beweisen“, dass ich nichts Böses möchte, ja, dass es mir vertrauen kann.

Aber, Achtung: Hier ist sehr leicht viel Porzellan zu zerschlagen, denn das Vertrauen ist ganz schnell verloren, wenn die Gerte dann doch wieder als Gewaltmittel eingesetzt wird und sei es auch nur „aus Versehen“. Das Bewusstsein darüber, wie viel auf dem Spiel steht, hat mir enorm dabei geholfen, immer achtsam in der Selbstreflexion zu bleiben, damit genau das nicht passiert. 

Warum ich eine Gerte nutze

Kommen wir zu der Frage, warum ich überhaupt eine Gerte nutze. Und meine Antwort dürfte manch einen verblüffen: weil sie mir, wie kein anderes Hilfsmittel ermöglicht, für ein respektvolles und entspanntes Miteinander mit Pferden zu sorgen.

Im Miteinander von Mensch und Pferd gibt für mich drei ganz wichtige Aspekte, die noch viel zu wenig beachtet werden, zwei davon sind anatomischer Art und diese beiden wirken sich ganz entscheidend auf den dritten aus, der etwas mit dem zu tun hat, wie Pferde ticken. 

Ein Pferd ist waagerecht, ein Mensch ist senkrecht

Ein Pferd ist vor allem eines: es ist lang. Es hat einen langen Körper und an diesem Körper ist ein langer Hals. Wenn ein Pferd Kontakt vermeiden will, dann kann es sich so stellen und bewegen, dass ich allenfalls mit seinem Maul zu tun habe. Es kann mich also sehr einfach auf einen ordentlichen Abstand halten.

Ich als Mensch bin gleichsam ein senkrechter Strich. Ich habe zwar zwei Arme, aber die sind kurz. Was passiert nun, wenn ein Pferd auf mich zukommt, Nase vorausgestreckt und ohne Tendenz anzuhalten? Die allermeisten Menschen weichen reflexartig aus oder gehen zurück. Und selbst wenn wir stehenbleiben und vielleicht unserer Arme heben oder uns stimmlich bemerkbar machen, ist es das Pferd, das über einen körperlichen Kontakt entscheiden kann, indem es uns zum Beispiel mit der Nase berührt oder bufft oder den Kopf zur Seite nimmt und uns mit der Schulter touchiert oder rammt (je nach Pferdepersönlichkeit). 

Das Pferd steht auf vier Beinen, der Mensch auf zwei

Ein weitere Punkt ist dieser: Ein Pferd steht auf seinen vier Beinen ziemlich stabil. Selbst bei massivem Körperkontakt durch ein Anrempeln mit der Schulter durch ein anderes Pferd, fällt ein Pferd nicht um.

Wir Menschen dagegen stehen sehr wackelig auf unseren zwei Beinen und sind schon durch minimale Berührungen aus der Balance zu bringen – das gilt übrigens auch für die breitbeinig Dastehenden, die der festen Überzeugung sind, dass sie nicht weichen, achtet mal ganz bewusst darauf. Ein Stupser mit der Nase lässt uns einen Schritt zurück machen, ein Rempler – und wir liegen auf dem Boden. 

Das beliebte Spiel „Wer bewegt wen?“

Nun gibt es ein Spiel, das alle Pferde beherrschen (es sei denn, sie sind verhaltensgestört) und das heißt: Wer bewegt wen? Dieses Spiel bildet eine entscheidende Basis des pferdischen Miteinanders und wenn wir dieses Spiel nicht verstehen, nicht durchschauen und auch nicht selbst spielen können, wird es immer wieder zu Problemen in der Kommunikation und im Umgang mit Pferden kommen. Beherrschen wir es hingegen, macht das das Miteinander mit jedem Pferd leichter. 

Achtung: Fehlinterpretation!

Leider ist dieses Spiel auch schon sehr missinterpretiert worden, so dass vollkommen falsche Schlussfolgerungen daraus gezogen wurden. Die gesamte und längst überholte Dominanztheorie basiert auf der Annahme, dass Pferde, die uns bewegen wollen, dominant sind, und dass wir als Menschen eben dominanter sein müssen, um Chef zu sein. Aus meiner Sicht ist das eine sträfliche Fehlinterpretation des Verhaltens und des Wesens von Pferden und führt einmal mehr zu groben und unangemessenen Handlungen, wie z.B. dem forcierten Rückwärtsschicken von vermeintlich respektlosen Pferden oder dem druckvollen Weichenlassen, um dem Pferd klarzumachen, dass es „rangniedriger als der Mensch ist. 

Der Sinn des „Wer-bewegt-wen?“-Spiels

Fragen wir uns doch einmal, warum das „Wer bewegt wen?“-Spiel eigentlich so wichtig für Pferde ist: Ganz sicher nicht, damit ein paar Bullys anderen Pferden klarmachen können, dass sie nichts zu melden haben. Es sichert viel mehr, dass die Abläufe in der Herde für alle Herdenmitglieder verständlich geregelt sind und dient dazu, dass das Miteinander in einer Herde verlässlich funktioniert.

Wenn im Notfall Flucht angesagt, kann es sich keine Herde leisten, dass sich die einzelnen Tiere anrempeln oder nicht zur Seite gehen, das würde Zeit und Kraft kosten und könnte bei echter Panik zu schlimmen Stürzen führen. Es ist entscheidend, dass jeder auf jeden achtet und dass jedes Pferd flüchten kann. Eine Herde muss im Notfall fast funktionieren, als handele es sich um einen einzigen Organismus. Das „Wer bewegt wen“-Spiel ist quasi ein Dauertraining in Sachen gegenseitiger Aufmerksamkeit und Zwiesprache und sorgt dafür, dass alle immer aufeinander achten.

Bei unseren mehr oder weniger in Sicherheit und damit eben manchmal auch eher in Langeweile lebenden Pferden hat das Spiel „Wer bewegt wen?“ zusätzlich einen Unterhaltungswert. Viele Pferde finden es lustig, uns beim Abäppeln zu helfen, indem sie sich uns in den Weg stellen, uns anstupsen, ihre Köpfe an uns reiben oder was ihnen noch so mit uns einfällt. Die meisten Menschen finden das zu Beginn auch lustig und wir lachen und streichen ihnen über den Kopf und merken gar nicht, dass wir ständig ausweichen – zur Seite oder nach hinten, mal nur ein Stück, mal mehr. Irgendwann wird es uns dann meist zu nervig und wir wollen in Ruhe weiterarbeiten, aber die Pferde stehen uns inzwischen fast auf den Füßen oder ziehen an unserer Jacke. Und spätestens das ist dann der Moment, wo die meisten unfair werden, denn dann wird ermahnt, geschimpft und wenn das nichts bringt, erfolgen physische Maßnahmen. „Was soll ich machen, die buffen mich ja auch!“ wird dann ein Schlag mit der Hand gerechtfertigt.

Mit einer Gerte bin ich im Spiel

Und jetzt kommt die Gerte ins Spiel, denn sie ermöglicht es mir, das Spiel „Wer bewegt wen?“ auf eine respektvolle und aus meiner Sicht durch und durch pferdegerechte Weise mitzuspielen. Ich kann mit einer Gerte einem Pferd auf eine vollkommen unaggressive Weise vermitteln, dass ich möchte, dass es meinen Individualraum respektiert, in dem ich, wenn ich merke, dass ein Pferd auf mich zukommt, die Gerte leicht anhebe und zwischen mit und das Pferd bringt, quasi als Abstandshalter. 

Wichtig: Mein Ziel ist grundsätzlich, kein Pferd mit einer Gerte überhaupt berühren zu müssen. Bei etwas dickfelligeren Pferden, die mein zartes Tippen ignorieren, überlege ich, wie ich deutlicher werden kann, indem ich z.B. ein kleines Stück Folie an das Gertenende binde, mit dem ich dann knisternd wedeln kann. Damit bekomme ich die Aufmerksamkeit von so ziemlich jedem Pferd. Und das ist das, worum es mir geht: Ich möchte, dass das Pferd meine Zeichen, in diesem Fall die Bitte, mit etwas Abstand stehen zu bleiben und mir nicht zu nahe zu kommen, wahrnimmt und respektvoll reagiert.  Ich überprüfe auch immer mal wieder, ob als Zeichen irgendwann auch meine Hand oder meine Ausstrahlung ausreicht, aber oft provoziere ich damit, dass das Pferd mir – ohne es böse zu meinen! – doch zu nahe kommt. Die Gerte ist ein Hilfsmittel, dass es mir ermöglicht, meinen Indivdualraum so groß zu beschreiben, dass das Pferd anhält, ohne das es mich berühren kann. Bei Handzeichen werden die meisten Pferde so nah kommen, dass sie mindestens unsere Hand mit der Nase berühren können, nutze ich eine Gerte, gewinne ich genau die Gertenlänge als zusätzlichen Abstand. 

Warum ist Abstand so wichtig?

Nun mag manch einer sich fragen, warum ich denn nicht vom Pferd berührt werden will. Es geht nicht darum, nicht grundsätzlich vom Pferd berührt zu werden, aber ich möchte eine Möglichkeit haben, die Berührungen mitzugestalten und zwar auf eine respektvolle und freundliche Art.

Gehe ich zum Beispiel zum Abäppeln in eine Herde, kann es mir gut passieren, dass einige der kontaktfreudigen oder forschen Kandidaten auf mich zukommen. Ich stehe dann zwischen drei, viel Pferden, von denen ich alle mehr oder weniger sanft berührt werde, sprich: sie haben sozusagen Vollkontakt mit mir, da ich ihnen ja mit meinem gesamten (senkrechten) Körper zur Verfügung stehe. Sie selbst sind fein raus, da ihre Körper für mich unerreichbar sind. Was wir Menschen dann in diesem Fall meist machen um uns zu befreien, ist uns entweder durch die Pferdenasen hindurchzudrängeln (was meist wenig Erfolg hat, denn die Nasen werden uns einfach verfolgen, wenn sie uns interessant genug finden) oder wir heben die Arme hoch und wedeln oder klatschen und rufen, um uns etwas Raum zu schaffen. Kommen die Pferde dieser Bitte nicht nach, werden viele auch massiver und es wird geschimpft, geklapst oder geschlagen. 

Habe ich eine Gerte dabei, kann ich das Geschehen von Beginn an ganz anders gestalten. Mit einer Gerte kann ich den forschen Pferden auf eine ganz freundliche Art vermitteln, dass sie bitte erst einmal nicht näher kommen sollen. Das lernen auch die aufdringlichsten Pferde ganz schnell. Schenkt mir das Pferd den Respekt, mich nicht zu bedrängen, kann nun ich zum Pferd gehen, es begrüßen und auch mit ihm kuscheln. Das ist dann aber meine Entscheidung und das ist der Entscheidende Punkt: Ich werde nicht bewegt, sondern ich bewege mich selbst und ich bewege das Pferd (bzw. lasse es Abstand halten, was Teil des Spiels ist). 

Wichtig!

Die Gerte allein hilft mir unter Umständen gar nichts, wenn ich nicht wirklich bereit bin, das „Wer bewegt-wen?“-Spiel zu spielen, sprich: Ich muss tatsächlich Abstand wollen! Sehr viele von uns genießen den Körperkontakt mit Pferden so sehr, dass sie innerlich ausstrahlen, dass das Pferd ganz nah kommen kann und Pferde, die das Spiel gerne spielen, ignorieren dann auch eine Gerte. Hier ist die Antwort nun natürlich nicht, die Gerte doller einzusetzen, sondern hier muss der Mensch für sich klären, was er will. Für mich persönlich ist der körperliche Kontakt mit Pferden sehr viel schöner und entspannter, wenn er respektvoll und achtsam erfolgt, deshalb sorge ich sehr konsequent dafür, das Pferde mich nicht bedrängen oder gar anrempeln.  

Eine Gerte kann tatsächlich Gutes bewirken

Dieses Prinzip lässt sich auf alle Bereiche des Umgang mit Pferden am Boden übertragen und je konsequenter wir es befolgen, desto respektvoller, achtsamer und feinfühliger wird das Miteinander. Das jedenfalls ist meine Erfahrung. Natürlich würde ich noch ein bisschen lieber davon berichten können, dass ich allein durch meine Ausstrahlung in der Lage bin, aufdringliche oder aufgeregte Pferde nicht zu nahe an mich herankommen zu lassen, aber, das gebe ich offen zu: das schaffe ich nicht. Also nutze ich eine Gerte und freue mich darüber, sie sinnvoll und pferdegerecht einsetzen zu können. 

Ein Beispiel

Zum Abschluss noch ein Beispiel: Auf dem folgenden Foto bin ich mit Dreamer zu sehen. Dreamer ist ein Pferd, das sich sehr aufregen kann und mit all dem Energieüberschuss, der dann in ihm ist, einem dann auch deutlich zu nahe kommt. Um mit ihm entspannt umgehen zu können, brauche ich gerade dann ausreichend Abstand. Dieses Pferd hatte in der Vergangenheit Schlimmes mit Gerten und Peitschen erlebt, aber ich habe ihm vermitteln können, dass ich nichts Böses damit vorhabe. Ich kann die Bogenpeitsche dazu nutzen, ihn wie in dieser Situation, in der er zuvor sehr aufregt war, zu bitten, nicht näher zu kommen. Die leicht angehobene Peitsche macht Dreamer, wie deutlich zu sehen ist, keine Sorgen, im Gegenteil, er kann sogar etwas entspannen. Würde ich mich bedrängt fühlen oder hätte ich Angst, umgerannt zu werden, könnte ich selbst in einer solchen Situation nie die Ruhe ausstrahlen, die er braucht. Er akzeptiert die Gerte voll und ganz als Abstandhalter und mit ihr können wir gemeinsam zur Ruhe kommen. Im nächsten Schritt kann ich dann auf ihn zugehen, ohne dass ich in Gefahr gerate, umgerannt zu werden. Das ist ein Beispiel dafür, wie eine Gerte tatsächlich Gutes bewirken kann, sofern sie verantwortungsvoll und mit Bedacht genutzt wird. 

Gerte

Ja, ich rate tatsächlich auch in meinen Coachings dazu, eine Gerte zu nutzen und zeige, wie ich sie einsetze. In eben genau der hier geschilderten Weise kann sie wesentlich zu einem harmonischen, vertrauensvollen und achtsamen Miteinander beitragen. 

16. April 2019 von Tania Konnerth • Kategorie: Erkenntnisse, Umgang 1 Kommentar »

Aus der Sicht des Pferdes…

Inzwischen glaube ich, dass ein Kernproblem im Umgang von Mensch und Pferd der Punkt ist, dass wir Menschen oft nicht bereit oder vielleicht auch manchmal nicht in der Lage sind, uns in ein Pferd hineinzuversetzen. Wir gehen in ganz vielen Aspekten von unserem eigenen Sein aus und vergessen, dass für ein Pferd vieles grundlegend anders ist als für uns. 

Hier einige Beispiele: 

  • Luisa möchte Langzügelarbeit mit ihrem Norweger Sam machen. Die beiden sind seit vielen Jahren ein gutes Team und Sam macht für Luisa alles, naja, fast alles, denn bei der Langzügelarbeit verweigert er sich komplett. 
  • Andreas hat seine dreijährige Stute bereits seit anderthalb Jahren. Er hat früh damit begonnen, mit dem Fohlen kleine Spaziergänge zu machen und das ging auch schon richtig gut. Seit letzter Woche ist die Stute aber wie ausgewechselt. Sie tänzelt und steigt an der Hand, an einen Spaziergang ist kaum noch zu denken. Andreas findet das Verhalten ungezogen. 
  • Sarah hat sich einen jungen Wallach aus Spanien kommen lassen. In der Verkaufsanzeige wurde er als brav beschrieben. Nun steht er seit einer Woche im neuen Stall, lässt sich aber nicht anfassen, kaum aufhalftern und nicht führen. Sarah versteht sein Verhalten nicht und traut sich nicht an ihn heran.

Schauen wir uns die drei Situation doch einmal aus Pferdesicht an: 

  • Sam mag seine Luisa. Sie behandelt ihn gut und vieles, was sie mit ihm macht, gefällt ihm. Früher ist er für Fehler bestraft worden und genau das möchte er bei Luisa nicht erleben. Wenn er etwas nicht versteht, macht er lieber gar nichts. Neuerdings steht Luisa öfter mal hinter ihm und er hat keine Ahnung, was das Ganze soll. Er spürt, dass Luisa etwas von ihm will, das er nicht begreift und er spürt auch ihren Frust. Das verunsichert ihn sehr und so fällt er in sein altes Muster und macht einfach gar nichts mehr. 
  • Die kleine Stute von Andreas fand das, was er mit ihr bisher gemacht hat, ganz ok, aber in letzter Zeit mag sie einfach nicht ruhig laufen und kann sich nicht konzentrieren. Die Hormone in ihr kochen hoch, der  Energielevel steigt, Bewegungsfreude und viel Temperament möchten sich entladen – wer hat da schon Lust auf einen ruhigen Spaziergang? Und so ärgert sie der Strick und Andreas und alles, was sie einengt, denn am liebsten möchte sie einfach nur losrennen – das wäre toll! 
  • Der junge Wallach von Sarah hat eine nicht einfache Pferdejugend in Spanien gehabt. Er wurde irgendwann aus der Junghengstherde geholt und lernte Menschen als Wesen kennen, die ihm Schmerzen zufügen können. Unter dem Einfluss von Serrata und hartem Einsatz von Zügeln und Beinen wurde er gefügig gemacht und eingeritten. Eines Tages wurde er mit viel Druck verladen, fuhr etliche Stunden in einem Hänger und kam in einer vollkommen neuen Welt an. 

Indem wir uns in ein Pferd hineinversetzen, können wir Gründe und Ursachen für ein Verhalten finden, das uns ärgert oder das wir nicht möchten. Und damit können wir auch Ansätze finden, wie wir die Problemsituation MIT dem Pferd lösen können. Schauen wir uns das noch einmal für die drei Beispiele an: 

  • Als Luisa erkennt, dass Sam nicht bockig, sondern verunsichert ist, bittet sie ihre Freundin um Hilfe. So erklären die beiden dem Wallach ganz in Ruhe worum es geht. Dafür läuft Luisa erst wie von der Handarbeit gewohnt vorne am Kopf mit, während ihre Freundin an der hinteren Position mitläuft. Sie geben beide die Hilfen und loben Sam für jeden richtigen Schritt. Dann lässt sich Luisa langsam nach hinten fallen, während die Freundin Sam vorne immer wieder zum Antreten ermutigt. Beide loben sehr viel und freuen sich über jeden richtigen Impuls. Sam entspannt sich und begreift nach und nach, was Luisa möchte. 
  • Andreas erkennt, dass seine Stute in die Pubertät kommt und sich gerade ganz viel in ihr verändert. Er beschließt, ihr einige Zeit Pause zu geben, in der sie einfach nur Pferd in ihrer Herde sein kann. Er besucht und füttert sie und hält so den Kontakt, aber stellt keine Anforderungen an sie. Nach einer ganzen Weile schaut er mal wieder, ob sie Lust darauf hat, etwas mit ihm zu machen und sie reagiert offen und freundlich. 
  • Sarah begreift, dass der junge Spanier ein komplett entwurzeltes Pferd ist, ängstlich und verwirrt. Er muss erst einmal in seiner neuen Welt ankommen können. Das Wichtigste für ihn sind in dieser Phase andere Pferde, die ihm Sicherheit und Geborgenheit geben können. Allein in einer Box fühlt er sich verloren und ausgeliefert. Sarah kann selbst im Moment wenig für ihn tun, da sie eher Angst vor ihm hat. Sie gliedert ihn in eine Offenstallherde ein, die ihn schnell annimmt, und lässt ihn erst einmal in Ruhe. Sie fährt allerdings zu ihm, spricht mit ihm, bringt ihm etwas Leckeres mit und erarbeitet sich so nach und nach sein Interesse. Damit legt sie die Basis für wachsendes Vertrauen. 

Beispiele dieser Art wirken natürlich immer etwas holzschnittartig, da die Wirklichkeit ja komplexer ist. Aber sollte deutlich werden, worauf es mir ankommt: Es geht darum, Pferdeverhalten nie nur aus unserer eigenen Sicht, sondern immer auch aus der Perspektive des Pferdes zu sehen. Nur so können wir unser Pferd überhaupt verstehen und nur so lassen sich sinnvolle Schritte finden, mit denen wir einen gemeinsamen Weg beschreiten können. 

Aus Sicht des Pferdes

19. März 2019 von Tania Konnerth • Kategorie: Erkenntnisse, Umgang, Verhalten 5 Kommentare »

Was brauchen wir Pferdemenschen?

Heute mal wieder ein Beitrag, in dem es vor allem um uns Pferdemenschen geht. Eigentlich sollen das Reiten und unsere Pferde unser Hobby sein, also etwas, das uns Freude macht, etwas, wo wir auftanken können und mit dem wir uns rundum wohl fühlen. In vielen Fällen ist es ja glücklicherweise auch so, aber einige von uns kennen auch Phasen, in denen es nicht so rosig aussieht:

  • Vieles rund ums Pferd kann uns große Sorgen bereiten: drohende oder bestehende Krankheiten, Gefahren für unser Pferd, Unsicherheiten über Haltung, Ernährung oder Behandlungen und etliches mehr.
  • Wir tragen viel Verantwortung und müssen ständig Entscheidungen in allen möglichen Fragen und Bereichen treffen, mit denen wir manchmal schlicht und einfach überfordert sein können. 
  • Viele von uns sind auch frustriert, weil wir immer und immer wieder an bestimmten Sachen scheitern (wie z.B. Leichtraben, Angaloppieren usw.) oder weil unser Pferd trotz aller möglichen teuren Behandlungen einfach nicht gesund wird. So etwas kann entmutigen oder auch wütend machen.
  • Bei zu viel Selbstreflexion und Selbstkritik können manche auch das Gefühl bekommen, immer alles falsch zu machen und geraten in eine Lähmung.
  • Viele Menschen, die mit Pferden zu tun haben, haben – oft auch ohne es sich eingestehen zu können – Angst zum Beispiel vor dem Reiten, vor den Pferden, vor Unfällen usw. Das kann sehr belasten.
  • Dann haben es etliche von uns auch immer mal wieder mit Schuldgefühlen und einem schlechten Gewissen zu tun, denn es läuft leider noch vieles falsch im Umgang mit Pferden. 
  • Manche von uns haben vielleicht auch das Gefühl, dass uns unser Pferd nicht mag oder dass wir keinen richtigen Draht zu ihm finden und sind traurig darüber, keine echte Beziehung mit dem Pferd zu führen. 
  • Viele leiden auch unter einem schlechten Stallklima, Mobbing und anderen Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Pferdemenschen oder fühlen sich, wenn sie ihre Pferde selbst halten, in vielem sehr allein. 
  • Und dann kommen noch die Vergleiche mit all denen dazu, bei denen alles so leicht und toll und happy aussieht, während wir bei uns selbst das Gefühl haben, so etwas nie erreichen zu können. 

Es gibt also einiges, was uns ganz schön belasten kann … 

Nicht immer braucht es Tipps und Ratschläge

Nun überlegen wir mal, wie wir normalerweise reagieren, wenn wir mitbekommen dass ein anderer Pferdemensch Probleme hat. Wie schnell sind wir da mit zahlreichen Tipps und Ratschlägen dabei und glauben genau zu wissen, was der andere mit einem Pferd machen soll, welche Ausbildungs- oder Behandlungsmethode er ausprobieren soll, oder wie ein Problem ganz sicher zu lösen ist!

So gut gemeint das auch immer sein mag, dabei übersehen wir schnell, wie viel zusätzlichen Druck genau das für die Person bedeuten kann und wie wenig hilfreich es möglicherweise gerade in dieser Situation ist. Vielleicht wissen wir gar nicht viel über die Person oder das Pferd und können uns eigentlich gar kein wirkliches Urteil erlauben?  Vielleicht haben wir keine Ahnung davon, welchen langen Weg diese Person schon gegangen ist, wie viel sie möglicherweise schon ausprobiert hat und wie viel sie auch schon selbst weiß. Und ja, vielleicht braucht sie etwas ganz anderes, als wir gerade geben wollen (oder auch aufdrängen).

Manchmal muss es gar nicht um Lösungen gehen, sondern manchmal sollte ein Problem oder eine schwierige Phase einfach nur gesehen und mit Verständnis gewürdigt werden, damit der andere ein bisschen Trost findet, durchatmen und wieder neuen Mut schöpfen kann.  

Was vieles verändern könnte

Eine simple Frage könnte die Welt für uns Pferdemenschen ganz erheblich verändern, wenn wir sie stellen, bevor wir all unsere Ideen, Tipps und Ratschläge verteilen, und das ist diese: 

Sag mal, wie geht es Dir gerade? 

Idealerweise sollten wir dann auch bereit sein, einfach mal nur verständnisvoll und emphatisch zuzuhören, denn: 

  • Manchmal braucht man einfach nur ein offenes Ohr, ohne gleich 20 praktische Tipps geliefert zu bekommen.
  • Manchmal brauchen wir einen Menschen, der die eigene Not oder auch einfach nur Unsicherheit versteht, also jemanden, der für diesen Moment da ist, damit man sich nicht so allein fühlt.. 
  • Manchmal braucht man jemanden, der nur so etwas sagt,wie: „Hey, das geht mir auch oft so.“
  • Und manchmal tut es endlos gut zu hören, dass man sein Bestes gibt, dass also jemand sieht, wie viel man macht und tut, wie viel man nachdenkt und sich bemüht, wie viel man schon gelernt und geschafft hat. 

Das alles können wir aber nur dann geben, wenn wir nicht einfach davon ausgehen, dass wir wissen, was gut für den anderen und sein Pferd ist. Und dafür können wir uns öfter einmal selbst eine Frage stellen, die im Miteinander unter Pferdeleuten (und natürlich nicht nur da) vieles zum Positiven verändern kann. Und diese lautet:

Was braucht dieser Mensch wohl gerade wirklich?

 

Pferdemenschen

Foto von Horst Streitferdt

5. März 2019 von Tania Konnerth • Kategorie: Erkenntnisse, Sonstiges 5 Kommentare »

Wer muss hier was lernen?

Wenn es um das Thema „Lernen“ geht, dann denken die meisten Menschen vor allem daran, was ein Pferd alles lernen muss, denn schließlich sind ja wir es, die das Tier ausbilden. Tatsächlich aber müssen wir Menschen meist viel mehr lernen als die Pferde – und das hört nie auf, egal wie fortgeschritten wir auch zu sein glauben. Und dabei geht es nicht nur um Wissen und Technik, sondern auch um Erfahrungen, Einfühlungsvermögen und Bauchgefühl.

Das Lernen hört nie auf

Ich selbst habe jetzt seit rund 40 Jahren mit Pferden zu tun. Was für eine unglaublich lange Zeit. Zahlreiche Bücher habe ich in Sachen Haltung und Gesundheit gelesen, Unterricht genommen, Seminare besucht und Fachleuten gelauscht. Ich habe in diesen Jahrzehnten so unendlich viel gelernt und dennoch habe ich noch immer viele Fragezeichen und lerne täglich dazu. Wann immer ich glaubte, etwas verstanden zu haben, konnte ich sicher sein, dass neue Herausforderungen mir zeigen würden, dass es noch viel, viel mehr zu begreifen gibt.

Ich habe mir viel Wissen und viele Techniken angeeignet und habe sowohl meinen Geist als auch meinen Körper trainiert, dennoch bin ich lange nicht „fertig“. Von Natur aus war ich nie besonders begabt für das Reiten und habe viele, viele Unterrichts- und Trainingsstunden gebraucht, um einen halbwegs brauchbaren Sitz zu entwickeln. Eine Zeitlang war ich in Sachen Dressur ganz passabel, aber ich hatte nie das Gefühl, wirklich reiten zu „können“, denn schließlich ist mit jedem Pferd alles unter Umständen wieder ganz anders. Immer wieder muss Neues ausprobiert, gelernt und vor allem auch geübt werden, damit einem das bereits Erarbeitete auch weiter verfügbar bleibt (zum Beispiel allein in Bezug auf Beweglichkeit, Flexibilität, Gleichgewicht, aber auch vielem anderen mehr).

Noch komplexer ist die Sache mit dem Umgang mit Pferden. Bei all dem, was ich schon über Pferde gelernt habe, weiß ich im Großen und Ganzen was ich tue. Aber auch ich bin nicht davor gefeit, mich in Situationen zu wieder zu finden, in denen ich rat- und manchmal auch hilflos bin, weil mir all mein Wissen nichts nützt – und das ganz besonders oft bei meinem eigenen Pferd. Manchmal scheint es mir, als hätte Anthony den Job übernommen, mich demütig zu halten, denn er bringt mich immer wieder an die Grenzen meines Vermögens.

Was bedeutet das nun ganz konkret?

Für mich ist der Umgang mit Pferden eine lebenslange Entwicklungsmöglichkeit, denn ich werde immer wieder auf allen Ebenen gefordert. Das mag nun alles mühsam und anstrengend klingen und ja, manchmal ist es das auch. Meist aber ist es vor allem das: spannend und unendlich gewinnbringend.

Ich habe Euch hier einmal eine kleine Checkliste für unsere eigene Lernbereitschaft erstellt. Sie besteht aus fünf Fragen, die wir uns immer wieder stellen können und auch sollten:  

Frage 1: Was sagt mein Pferd? 

Selbst erfahrene Pferdemenschen können auf Pferde treffen, die ihnen den Dienst verweigern und die deutlich zeigen, dass sie nicht wollen, was dieser Mensch mit ihnen vorhat. Darauf zu beharren, da man ja weiß, was man tut, und mehr vom Gleichen zumachen, bringt einen in der Regel nicht weiter, sondern führt zu Gewalt. Wenn ein Pferd zum Beispiel die gegebenen Hilfen nicht versteht oder auf die Art, wie mit ihm umgegangen wird, mit Stress reagiert, nützt es nichts, die Hilfen zu verstärken, da das Pferd sie dann auch nicht besser verstehen wird und ihm das auch noch mehr Stress bereiten wird. In solchen Fällen müssen wir bereit sein, unserem Pferd zuzuhören und seine Signale ernst zu nehmen. Wenn wir immer wieder an dieselben Grenzen mit unserem Pferd stoßen oder immer wieder dieselben Probleme mit ihm haben, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass wir etwas anders tun sollten als bisher – und dann müssen erst einmal wir lernen, nicht das Pferd.

Frage 2: Was sollte ich lernen?

Wenn wir dazulernen wollen, geht es darum, realistisch einzuschätzen, in welchen Bereichen wir vielleicht noch zu wenig Wissen haben oder an welchen Fähigkeiten es uns mangelt, um flexibel auf neue Herausforderungen zu reagieren oder auch, um es unserem Pferd leichter mit uns zu machen. Videos von uns selbst, wie wir mit dem Pferd umgehen oder wie wir reiten, können sehr entlarvend sein, wenn es darum geht, Lernbedarf bei uns zu ermitteln. Und ein liebevoll-ehrlicher Blick einer Person, der wir vertrauen, kann ebenfalls sehr hilfreich sein. 

Frage 3: Wie lerne ich am besten?

Es ist nützlich, herauszufinden wie man selbst am besten lernt – manch einer lernt gut aus Büchern, eine andere besser durch praktische Demonstrationen, wieder andere durch Ausprobieren. Je besser wir unser eigenes Lernverhalten verstehen, desto optimaler können wir unser Wissen und unsere Kenntnisse erweitern.

Frage 4: Von wem will ich lernen?

Das Angebot von Möglichkeiten, sich in Sachen Pferde weiterzubilden, ist schier unendlich. Es gibt zahllose Ausbildungsansätze, die sich oft allerdings widersprechen, so dass man am Ende gar nicht mehr weiß, wem man nun glauben und folgen soll. Ähnliches gilt für alle Fragen rund um die Haltung oder Gesundheit von Pferden. Es ist wichtig, gut zu prüfen, wem man vertrauen und ein Stück weit folgen will, wohl wissend, dass man niemanden blind folgen sollte.

Frage 5: Was will ich für mich übernehmen?

Wenn wir ein Buch lesen, Unterricht nehmen oder einen Kurs besuchen, heißt das nicht, dass wir immer auch alles daraus übernehmen müssen und dem Gesagten strikt folgen müssen. Viel sinnvoller ist es aus meiner Sicht, sich aus verschiedenen Ansätzen alles Mögliche für den ganz persönlichen Weg zusammenzusuchen. Ansätze, die genau davon abraten, sind für mich kritisch zu bewerten. Hören wir lieber auf unser Pferd, das meist recht deutlich zeigt, wie es unsere neuen Ideen findet.

Und zu guter Letzt…

Bei all dem sollten wir eines nicht vergessen: Es geht immer nur um die Bereitschaft, nie um Perfektion! Perfekt sein muss niemand, das erwartet auch unser Pferd nicht von uns. 

 

Vom Pferd lernen

19. Februar 2019 von Tania Konnerth • Kategorie: Erkenntnisse, Sonstiges 6 Kommentare »

Unser Bild vom Pferd

Ich komme so gut wie täglich an einem Reiterdenkmal vorbei. Es ist ein ungewöhnliches Denkmal, denn es stellt Pferd und Mensch ganz anders dar als gewohnt. Sonst werden Pferde fast immer in spektakulären Posen gezeigt, stürmend und steigend, man kann ihr scharfes Ausatmen förmlich hören und ihr erhitztes Gemüt spüren. Der Mensch auf ihrem Rücken kontrolliert das überschäumende Temperament mit Zügeln, scharfen Gebissen und Sporen und wird als Sieger über das Biest dargestellt. Er macht aus dem Wildfang einen gezähmten Untertan, weil er es will und weil er es kann.

Das Denkmal, an dem ich so oft vorbei komme, ist ein ganz anderes. Es zeigt ein gelassen dastehendes Pferd, das den Kopf erhoben trägt und in die Ferne schaut. Auf seinem blanken Rücken sitzt ein nackter Reiter und er hat keine Zügel in der Hand. Seine linke Hand ruht auf dem Mähnenkamm des Pferdes. Das Maul und der ganze Gesichtsausdruck des Pferdes ist weich und entspannt, sein Auge ist rund, es hat keine Stresskuhlen. Hier ist kein Kampf zu sehen, sondern ein Miteinander. Auch wenn der Mensch auf dem Pferd sitzt, so steht er nicht über ihm und hat es nicht gebrochen. Er wird mit dem Einverständnis des Pferdes getragen, das sich seiner entledigen könnte, wenn es wollte. Das tut es aber nicht, denn es wirkt einverstanden. Es sagt ja.Unser Bild vom Pferd

Für mich handelt es sich bei diesem Denkmal um eine der schönsten Darstellungen von Pferd und Mensch, die ich kenne, und ich habe bisher nichts Vergleichbares gesehen. Wenn ich in die Pferdewelt schaue, dann wird mir immer wieder deutlich, wie weit verbreitet dort noch immer das andere Bild ist – der Mensch im Kampf gegen das Pferd mit verbissenen Mienen, Zwangsmitteln und einem alles andere als pferdegerechten Umgang. Aber, so wie es das Denkmal gibt, das ein anderes Miteinander von Pferd und Mensch zeigt, so gibt es überall in der Pferdewelt auch immer mehr Menschen, die das Pferd als Mitgeschöpf sehen und nicht als Sportgerät. Die nicht kämpfen und nicht siegen wollen, sondern die bereit sind, sich in das Wesen Pferd einzufühlen und denen ein gemeinsamer Weg wichtig ist. Ein Weg, zu dem beide Ja sagen und der nur so zu einem echten Wir führen kann. 

Fragt Euch doch mal, welche Bilder Ihr von Pferd und Mensch im Kopf habt und ob Euch diese als energievolles Leitbild für den Weg dienen können, den Ihr Euch mit Eurem Pferd wünscht.

Ein inneres Leitbild kann einem Kraft für den eigenen Weg geben, wenn einem andere raten, sich doch „durchzusetzen und dem Pferd zu zeigen, wer das Sagen hat“. Kampf, Gewalt und Zwang können nie zu Harmonie führen, das können nur Achtung, Respekt und Einfühlungsvermögen.

Welches Bild vom Pferd hilft Euch dabei, das anzustreben? 

Unser Bild vom Pferd

4. Dezember 2018 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Erkenntnisse, Sonstiges 8 Kommentare »

Über Gratwanderungen, oder: Die Pferdewelt ist bunt

In der letzten Zeit gab es eine Reihe von, sagen wir mal, „schwierigen“ Blogbeiträgen bei uns, zum Beispiel solche, in denen es um Schmerzen bei Pferden ging darum, was nicht gut läuft in der Pferdewelt und darum, was es besser zu machen gilt. Diese Texte zu schreiben, war wahrscheinlich genauso wenig leicht, wie es ist sie zu lesen, denn sie rühren vieles an, mit dem sich keiner von uns gerne beschäftigen mag. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, genau dazu wieder einmal etwas sehr Persönliches, weil ich glaube, es geht hier um eine ganz wichtige Gratwanderung, die uns alle verbindet.

Das Ziel ist gemeinsame Freude

Ganz klar: Wir alle wollen Freude mit unseren Pferden haben, deshalb schaffen wir uns Pferde an und verbringen so viel Zeit mit ihnen, wie möglich. Mit Pferden zusammensein zu können, ist doch das Schönste, was es gibt! Und es ist vollkommen verständlich, dass wir uns diese Freude nur ungern durch erhobene Zeigefinger oder Hinweise auf Unrecht trüben lassen – das geht uns nicht anders als Euch…

Wir haben“Wege zum Pferd“ immer sehr bewusst als ein Angebot geführt, das Wege zu einem freudvollen Miteinander aufzeigen will, und gerade mir war es immer extrem wichtig, gezielt einen positiven Fokus einzunehmen. Negatives haben wir zum Teil sehr bewusst ausgeblendet, weil wir glauben, dass es wichtig ist, vor allem Energie in das zu geben, was man erreichen möchte und nicht in den Kampf gegen etwas.

So habe ich mich auch lange innerlich gewehrt, Schmerzbilder rauszusuchen und Ungutes anzuprangern, weil mir die Auseinandersetzung damit selbst ins Herz schneidet. Doch auch wir leben nicht in einem Elfenbeinturm. Wir bekommen täglich mit, was in der Pferdewelt los ist und fragen uns manchmal wirklich, was all unser Einsatz eigentlich bringt, wenn sich in der Summe so wenig zu ändern scheint. Die letzten Texte sind aus aktuellen, persönlichen Erlebnissen heraus entstanden und damit aus meiner eigenen Ohnmacht heraus, vor Ort mitansehen zu müssen, was Pferde alles erleiden müssen, ohne dass ich real und praktisch etwas tun kann. Und bei mir ist das so: Wenn ich praktisch nichts tun kann, schreibe ich eben darüber, denn das Schreiben ist mein Weg. Zugegeben, dabei kann durchaus auch mal etwas ins Negative kippen,  … ganz einfach weil es das Negative eben auch tatsächlich gibt. 

Das aber heißt wiederum nicht, dass ALLES negativ ist! Schaut Euch in unserem Blog um, all die vielen positiven Ansätze überwiegen bei Weitem und das wird auch so bleiben! Wir wollen niemanden lähmen, wollen nicht frustrieren und nicht ohnmächtig machen, aber um nicht selbst in ein Gefühl der Ohnmacht und Lähmung zu kommen, müssen wir hin und wieder unser Angebot auch dafür nutzen, ein bisschen wachzurütteln. Leider ist es dann so, dass sich meist vor allem diejenigen angesprochen fühlen und in Frage stellen, die eh schon zu viel über sich selbst grübeln, aber deshalb gar nichts mehr anzusprechen, ist auch keine Lösung, weil uns unser Angebot die Möglichkeit gibt, eben auch die zu erreichen, die einfach noch ein bisschen zu wenig nachdenken und fühlen.

Letztlich geht es immer wieder darum, Vielfalt zu erkennen. Die (Pferde-)Welt ist bunt. Es gibt alle Farben, nie nur eine. Manchmal ist einem allerdings eine Farbe besonders nah, je nachdem, was man gerade selbst erlebt oder wie man sich fühlt, und in diese Farbe wird dann erstmal alles getaucht, das kenne ich von mir selbst nur allzu gut. Um bei Frust nicht alles schwarz zu malen, fordert das Schreiben von Texten für so ein Blog also immer auch ähnlich viel Selbstreflexionsvermögen wie die Arbeit mit Pferden 😉 

Bestätigung ist wichtig, Aufklärung aber auch

Ich persönlich weiß sehr genau, wie wichtig ein positiver Fokus im Leben ist und dass Ermutigung und Bestätigung die entscheidenden Energien für positive Veränderungen sind. Das gilt für alle Bereiche im Leben. Deshalb werden wir uns unsere positive Ausrichtung auf jeden Fall bewahren – einmal für uns selbst, aber natürlich vor allem auch für Euch, um all diejenigen weiter zu nähren und zu stützen, die auf guten Wegen unterwegs sind – Ihr seid diejenigen, die Pferde brauchen!

Gleichzeitig ist aber auch Wissensvermittlung nötig, denn Unwissenheit ist ganz oft eine Quelle von unschönen Dingen. Wie sollen Leute Schmerzen bei Pferden erkennen, wenn man ihnen nicht zeigt, wie Schmerz beim Pferd aussieht? Nein, es ist nicht schön, Fotos von leidenden Pferden zu sehen, aber sie sind wichtig, weil immer noch viele einfach nicht wissen, wie sie überhaupt Schmerzen erkennen können! Ein Stück weit halten wir es tatsächlich für unsere Pflicht, unsere Präsenz dafür zu nutzen, klar zu sagen, wo es hakt, denn die Unwissenheit und Ignoranz ist in vielen Bereichen immens. Deshalb bewegen sich unsere Texte zwangsläufig zwischen warmen Wohlgefühl und bohrender Unbequemlichkeit. 

Mein Traum…  

Nach wie vor ist unser Motto „Es geht auch anders!“. Wie es anders gehen kann, zeigen die meisten unserer Blogbeiträge und vor allem auch unsere Kurse, in denen wir ganz viele praktische, schöne und freudvolle Wege auffächern. Aber hin und wieder ist es aus unserer Sicht auch nötig, Klartext zu reden, um Augen zu öffnen, sonst wird uns zu Recht das Tragen einer rosaroten Brille vorgeworfen.  Rückmeldungen darüber, dass dann tatsächlich der eine oder die andere durch einen Artikel bei uns wachgerüttelt wurde und erst durch die Anstöße etwas geändert hat, machen mir Mut, dass es richtig ist, auch dafür zu schreiben – keinesfalls nur, aber eben auch.

Und nun verrate ich Euch noch etwas: Meine ganz persönliche Traumvorstellung ist die, dass die Pferdewelt irgendwann gar kein „Wege zum Pferd“ mehr braucht – wäre das nicht wundervoll?

Bis es soweit ist, denke ich, sind aber unsere Impulse – positive, wie aber auch die unbequemen – wichtig und berechtigt. Ich ganz persönlich fühle mich dabei immer wieder auf’s Neue gefordert, diese Impulse konstruktiv zu setzen, sodass sie annehm- und verarbeitbar bleiben und werde dafür weiterhin mein Bestes geben. Eure vielen schönen Geschichten und all die tollen Beispiele, wie es tatsächlich anders geht, helfen uns sehr dabei! 

Gradwanderung

Foto von Horst Streitferdt für Kosmos

6. November 2018 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Erkenntnisse, Sonstiges 7 Kommentare »

10 Jahre Longenkurs oder: Neue Wege sind nicht immer leicht

Arbeit nach dem Longenkurs

Babettes Longenkurs gibt es jetzt seit 10 Jahren.

Zu diesem Jubiläum haben wir unsere Leserschaft nach Erfahrungsberichten zur Arbeit nach dem Longenkurs gefragt und dazu sind uns ganz wundervolle Texte und Fotos geschickt worden. Dafür ein dickes Dankeschön für alle Einsendungen und Gratulationen, wie beispielsweise die von Daniela und ihrer Stute links auf dem Foto 🙂 

Aus einigen Erfahrungsberichten werden wir noch extra Blogbeiträge machen, doch an dieser Stelle möchten wir schon mal ein paar Ausschnitte und Bilder mit Euch teilen. Wir hoffen, dass diese Euch Mut machen, wenn es mal nicht so gut vorangeht, oder auch neugierig, falls Ihr diese Arbeit selbst noch nicht kennt. 

Als erstes möchten wir Victorias Video mit Euch teilen. Ihre Geschichte hat uns sehr berührt und sie zeigt, was für ein wunderschöner Weg die Arbeit nach dem Longenkurs sein kann. Klickt hier oder direkt auf das folgende Bild, um Euch den kleinen Film bei Youtube anzuschauen:

Video 10 Jahre Longenkurs

Henrikje hat uns dann mit einer sehr berührenden Offenheit geschrieben, was sie mit dem Longenkurs verbindet: „Die Frage ist schwierig zu beantworten, tatsächlich würde ich sagen, der Longenkurs ist unbequem. Denn er ist für mich wirklich unbequem gewesen, diese Selbstreflexion, das ständige Hinterfragen und dann hat auf einmal auch das Pferd eine Meinung. Eiieiieii, ich sag euch, das war schockierend. Denn mein Training war bis dato schockierend … „ –  und damit trifft sie wohl einen der entscheidendsten Punkte: Der Longenkurs ist keine reine „Trainingsmethode“, sondern er ist eine Einladung und auch eine Aufforderung, unser eigenes Tun zu prüfen und zu hinterfragen. Er ist für die allermeisten ein neuer Weg.

Arbeit nach dem LongenkursAm einfachsten haben es sicher diejenigen, die schon in jungen Jahren eine „andere“ als die herkömmliche Herangehensweise im Umgang mit Pferden kennen lernen konnten und deshalb gleich neu- und weniger um-lernen mussten, wie zum Beispiel Carina, die unseren Longenkurs mit 15 entdeckte, hier rechts in der Anfangsphase zu sehen. 

Für diejenigen von uns, die in normalen Reitschulen groß geworden sind, ist der Weg oft schwieriger. Und das kann unter Umständen zu  Unsicherheit und Frust führen, denn rückwirkend zu erkennen, dass manches nicht so gut war, was man gemacht hat, kann auch lähmen. Die meisten treffen irgendwann auf die Frage, wie man denn nun damit umgehen soll, wenn ein Pferd nicht mitmachen will und man eben keine Gewalt anwenden will. Bisher schien die Antwort klar: man setzt sich durch, … aber genau das will man ja nicht mehr tun. Da fragt sich manch‘ einer möglicherweise sogar, ob man überhaupt noch etwas mit Pferden tun sollte und stellt für den Moment vielleicht alles in Frage. Ja, ein neuer Weg wirft immer auch viele Fragezeichen auf…

Unsere Antwort darauf war nie, Pferde einfach in Ruhe zu lassen, wenn sie nicht mitmachen wollen, sondern unsere Anregungen zielen konsequent darauf, ein freudvolles Miteinander von Mensch und Pferd zu erreichen, also ein Training, das beiden Spaß macht. Das ist und bleibt auch eines der Hauptziele der Arbeit nach dem Longenkurs. Denn: Es gibt sie, die schönen Wege, das echte Miteinander und die Freude am gemeinsamen Tun! Und wer Babette in ihren Kursen mit den Pferden erlebt, kann immer wieder sehen, wie sie auch solche Pferde wieder ins „aktive“ Leben holen kann, die eigentlich schon dicht gemacht haben. 

Also, ja, der Longenkurs kann anstrengend sein, für Körper, Geist und Seele – aber er ist bei weitem NICHT NUR anstrengend, sondern im Gegenteil: Diese Arbeit ist in der Folge dann eben auch gewinnbringend für Körper, Geist und Seele zusammen – und das bei Mensch und Pferd.

Ein neuer Weg kann zu viel Wundervollem führen, das man sonst nie erlebt hätte! 

Arbeit nach dem LongenkursFeedbacks, wie das von Beate: „Du mit deinem Training, Babette, damals noch auf deinem Hof, ganz für mich allein ;-), ganz intensiv und Tania mit ihren Gesprächen, Ihr habt mich im Laufe der Zeit völlig umgekrempelt.“ oder von Helen: „… Irgendwas fehlte da noch für die gute Laufmanier, ich wusste einfach nicht weiter, bis der Tag X kam, ich las einen Bericht von Babette (…), wie die Pferde gesund laufen lernen, an der Longe (…) Ich war sehr begeistert, verschlang buchstäblich alles von ihr und dann probierte ich es aus, und die Pferde liefen einfach viel schöner, auch gerade in der Volte (und nicht mehr auf der Vorhand wie ein Motorrad) konstanter an der Longe, es war kaum zu beschreiben.“ zeigen, dass sich das Umlernen und Dranbleiben wirklich lohnt. 

Claudia  geht noch auf einen weiteren Punkt ein: „Für mich tat sich eine neue Welt auf und ich begriff, wie viel Spaß es macht, mit dem Pferd gemeinsam vom Boden aus zu arbeiten.“ Tatsächlich liegt für viele der Fokus des Zusammenseins mit Pferden vor allem beim Reiten, aber nicht alle Pferde können oder wollen geritten werden, manchmal nur phasenweise nicht, manchmal auch dauerhaft. Und auch uns Menschen tut es oft gut, nicht nur auf das Reiten fixiert zu sein, vor allem dann, wenn wir immer mal wieder auch mit Ängsten zu tun haben oder merken, dass unser Ehrgeiz nicht immer kontrollierbar ist. Der Longenkurs bietet ein sinnvolles, gesundheitserhaltendes und fitness-förderndes Miteinander, das Freude macht – und führt letztlich durchaus oft auch wieder zurück zum Reiten und zwar auf eine für beide Seiten gute Art.

Ganz besonders freuen uns auch immer wieder die vielen Geschichten, in denen die Arbeit nach dem Longenkurs kranken Pferden helfen konnte. Stellvertretend dafür  ein Foto von Katharinas Aramis, bei dem kurz nach dem Kauf das Kissing-Spines-Syndrom diagnostiziert wurde. Heute schreibt sie: „Nicht nur Aramis, sondern auch mir hat unser anfangs oft steiniger Weg geholfen, da ich heute deutlich selbstbewusster und strukturierter an unser Training gehe und wir eine gute und abwechslungsreiche Mischung haben, unsere Zeit miteinander zu gestalten. Wir haben uns gemeinsam weiterentwickelt, sind zusammen durch Höhen und Tiefen gegangen und genießen heute endlich unbeschwert und ohne viele Gedanken an das KSS unsere gemeinsame Zeit.“

Arbeit nach dem Longenkurs

Und zum Abschluss haben wir noch ein tolles Gedicht, das uns Carolin geschickt hat: 

Als der Longenkurs 2008 erschien,
dachte ich sofort: “Das ist was für ihn!“

Ihr fragt euch, für wen? Wofür?
Na, für meinen Islandwallach Birtingür!

2002 lernte ich diese gute Seele kennen,
ab 2005 durfte ich ihn mein Eigen nennen.

Wir waren beide in den besten Jahren,
sind von Turnier zu Turnier und von Kurs zu Kurs gefahren.

Aber schon nach kurzer Zeit hab ich kapiert,
mein Pferd braucht etwas andres, damit es wieder fröhlich galoppiert!

Der arme Kerl war ganz tief in sich gekehrt,
hat sich schon bald gegen nichts mehr gewehrt.
Hat sich bei allem nur noch fest gemacht,
und Frauchen hat kaum noch gelacht.

Reiten war keine Freude mehr,
also musste eine Alternative her.

Der Longenkurs kam gerade zur rechten Zeit,
das damalige Forum dazu hat uns befreit!

Anfangs taten wir uns schwer,
wir kannten nichts Entspanntes mehr.
Doch als ich das Clickern noch begann,
war es für uns der Neuanfang!

Birtingur lernte sich zu freuen,
sagte endlich JA zu allem Neuen!
Konnte traben wie ein großer Held,
aus dem Kopf war der feste Tölt!

Auch neue Freunde traf ich beim LK,
die wohnten sogar ganz nah!

Aber nicht nur Birtingur durfte profitieren,
auch mein Jungpferd konnte ich inspirieren!
Mit dem Longenkurs begann er seine Karriere,
– ob er ohne ihn auch schon so weit wäre?!

Meine eigene Persönlichkeit hat sich ebenfalls sehr entfaltet,
die Arbeit mit dem Pferd habe ich vollkommen neu gestaltet.
Wir sagen sehr oft ja zueinander,
gehen alle Wege MITeinander.

Lieber Longenkurs, wir danken dir so sehr!
Das Leben gibt uns mit dir so viel mehr!

10 Jahre Longenkurs

In diesem Sinne: Auf die nächsten 10 Jahre Longenkurs! 

16. Oktober 2018 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Erkenntnisse, Jungpferdausbildung, Longieren 4 Kommentare »

Pferdeschutz beginnt bei uns selbst

Im Großteil unserer Beiträge hier bei „Wege zum Pferd“ geht es – natürlich – um Pferde. Vielleicht verlieren wir da manchmal ein bisschen uns Menschen aus dem Blick. Heute will ich deshalb einmal bewusst die Seite wechseln und etwas für und über uns Pferdeleute schreiben. 

Warum es wichtig ist, auch mal an uns zu denken

Im Miteinander von Mensch und Pferd kommt es immer wieder zu einem Phänomen, das auf den ersten Blick verblüffen mag: Alle, die Pferde lieben, möchten, dass es Pferden gut geht – und doch kommt es im Umgang, beim Reiten und in Pferdeställen ganz allgemein immer wieder zu unschönen Szenen, in denen wir Menschen Pferde nicht nur unfair behandeln, sondern es leider oft auch zu Gewalt kommt. Es gibt leider nur wenige Ställe, in denen es nicht vollkommen normal ist, dass Pferde mit Gerten geschlagen oder mit Sporen gestochen werden, dass an Stricken oder Zügeln gerupft wird, dass gebrüllt, gebufft oder gehauen wird. Und immer wieder fragt man sich, wieso gerade an einem Ort, wo Menschen mit ihren Lieblingstieren doch eigentlich nur eine gute Zeit verbringen wollen, so viel Mist passiert. 

Um zu verstehen, was da genau geschieht – denn die wenigsten von uns handeln vorsätzlich und bewusst so – und auch wie sich die Sache zum Positiven verändern lässt, müssen wir einen kleinen Ausflug in die Psychologie machen. 

Wie wir mit uns selbst umgehen, bestimmt, wie wir mit anderen umgehen

Aus der Psychologie ist bekannt, dass wir andere nur dann lieben und annehmen können, wenn wir uns selbst lieben und annehmen, dass wir anderen gegenüber nur dann respektvoll sein können, wenn wir uns selbst respektieren, und dass wir erst dann für andere gut sorgen können, wenn wir gut für uns selbst sorgen. 

Nun einmal Hand aufs Herz: Wie viele von uns sind sich selbst wirklich nah? Wie viele von uns nehmen sich an und mögen sich selbst? Und wie viele von uns sorgen wirklich gut für sich? 

Hadern nicht viel mehr ganz viele mit sich, finden sich selbst zu dick, zu doof, zu hässlich, zu unfähig und so weiter und so fort? Beschimpfen wir uns oft nicht selbst in Gedanken und auch laut („Ich bin so dämlich!“ oder „Was bin ich nur für eine doofe Kuh!“)? Vergleichen wir uns nicht immer und immer wieder mit anderen und stellen fest, dass die viel besser reiten können, viel toller aussehen und die viel besseren Pferde haben? Kurz und gut: Behandeln wir uns selbst nicht oft so, wie wir niemals wollen würden, dass jemand, der uns nahe steht, behandelt wird? 

Und was soll daraus entstehen? Wie wollen wir einfühlsam, verständnisvoll und geduldig mit unseren Pferden sein, wenn wir uns selbst nur fertig machen? Wie fair glauben wir anderen im Stall gegenüber sein zu können, wenn wir uns selbst gegenüber so mies behandeln? Wie wollen wir überhaupt etwas geben können, wenn wir uns selbst nichts gönnen? 

Das Leben ist leider oft genau wie auf dem Ponyhof

Pferdeställe werden gerne vollkommen verklärt dargestellt: lauter nette Mädels mit lauter netten Pferden, alle haben Freude, alle haben Spaß. Und so mag das, was ich hier schreibe, für viele überzogen klingen, aber meiner Erfahrung nach sieht die bittere Realität leider so aus, dass in vielen Reitställen sehr viele wirklich unschöne menschliche Charakterzüge gelebt werden. Ja, es gibt auch Gegenbeispiele (und das ist wundervoll!), die aber sind zumindest meiner Einschätzung nach leider noch immer die Ausnahmen.

Überlegen wir einmal: Der Großteil von uns kommt zu den Pferden, wenn wir kurz vor oder schon in der Pubertät sind – eine der schwierigsten Zeiten überhaupt. Wir treffen mit unserer Unsicherheit und unserem Weltfrust auf Tiere, die durchaus nicht immer leicht zu handhaben sind und die allein schon durch ihre Kraft und Körpergröße Angst machen können. In vielen Reitställen wird dann den meisten von uns vermittelt, dass man sich durchsetzen muss und wer das am besten kann, wird bewundert. Schleifen bekommen leider auch nicht die, die pferdegerecht handeln, sondern oft ausgerechnet die, die in Rollkur-Manier trainieren und kein Problem damit haben, Sporen und Gerte zu nutzen. 

Hinzu kommt noch die Tatsache, dass Mädchen (und Frauen) untereinander extrem fies sein können. In Pferdeställen geht es letztlich immer um eine ebenso begehrte wie auch begrenzte Ressource, denn nicht jede, die gerne ein Pferd hätte, darf auch eines haben, also wird oft mit allem gekämpft, was zur Verfügung steht.  Wie gesagt, es gibt Ausnahmen, aber was ich hier skizziere ist leider noch immer „ganz normal“ …

Keine konstruktiven Energien in Sicht

Nur selten gibt es in den Ställen Erwachsene, die bereit oder in der Lage sind, die vielen Emotionen, die in Pferdeställen aus den unterschiedlichsten Gründen hochkochen, überhaupt zu erkennen, geschweige denn in halbwegs vernünftige Bahnen zu leiten. Zu oft sind wir alle selbst viel zu sehr emotional verstrickt und selbst wenn jemand versucht etwas zu verändern, wird nicht selten genau diese Person gemeinschaftlich gemobbt. 

Die Leidtragenden in dem Spiel sind nicht nur wir selbst, sondern eben immer auch die Pferde, denn der Frust, die Wut, die Angst, der Ärger, die Traurigkeit und viele andere negative Gefühle, die in Reitställen einen leider perfekten Nährboden finden, entladen sich fast immer auch im Umgang mit den Tieren. So kommt es, dass selbst Kinder und Jugendliche schon tierschutzrelevantes Verhalten zeigen – niemand hat ihnen vermittelt, dass das falsch ist und niemand hat ihnen gezeigt, wie es anders geht. Und als Erwachsene machen wir dann oft weiter, weil wir es nicht besser wissen und können. 

Wir müssen lernen, anders mit uns selbst und mit anderen umzugehen

Einmal mehr geht es darum, bei uns selbst anzusetzen – und das im denkbar besten Sinne! 

Ich weise ja oft darauf hin, wie wichtig Selbstreflexion ist, also die Bereitschaft, das eigene Tun immer wieder zu hinterfragen. Dabei geht es aber keinesfalls nur um Selbstkritik, ganz im Gegenteil: es geht auch um Selbstversöhnung, Selbstannahme und Selbstfürsorge. Denn all das ist wichtig, damit wir überhaupt in der Lage sind, etwas zu geben – anderen Menschen, anderen Wesen. 

Selbstreflexion ermöglicht uns zu erkennen, wenn es uns nicht gut geht, also dass wir zum Beispiel traurig sind, frustriert, wütend, gereizt, müde oder erschöpft. Selbstreflexion ermöglicht uns herauszufinden, was wir brauchen, damit es uns wieder besser geht, und was wir uns Gutes tun können, damit wir wieder zu Kräften kommen. Selbstreflexion ist auch die Basis dafür, im Miteinander mit anderen Menschen klare Grenzen setzen zu können und konstruktive Beziehungen zu gestalten.

Damit es unseren Pferden gut geht, muss es auch uns selbst gut gehen – das ist eine Lektion, die ich selbst über viele Jahre und leidvolle Irrwege begriffen habe. Mit Artikeln wie diesen möchte ich Euch dazu ermutigen, Euch selbst besser kennen zu lernen und zu entdecken, wie Ihr seid, wenn Ihr in Eure Kraft kommt und was Ihr zu geben habt, wenn es Euch gut geht. Ich bin fest davon überzeugt, dass es diese Kräfte sind, die Reitställe zu den Oasen machen können, die wir uns doch eigentlich alle wünschen – denn: Die Pferde warten schon auf uns, um genau das mit uns zu leben!

Pferdeschutz beginnt bei uns selbst

2. Oktober 2018 von Tania Konnerth • Kategorie: Allgemein, Engagement und Pferdeschutz, Erkenntnisse 8 Kommentare »

Der verantwortungsvolle Umgang mit Schmerzen und Beschwerden beim Pferd

In den letzten Beiträgen hier im Blog ging es darum, wie wichtig es ist, Schmerzen und Beschwerden bei unseren Pferden zu erkennen, damit wir sie nicht einfach nutzen, obwohl es ihnen nicht gut geht – siehe dazu Der hat nichts, der läuft doch und Schmerzen beim Pferd erkennen. Heute möchte ich hier noch einige meiner Gedanken auf die Frage, wie wir verantwortungsvoll und pferdegerecht mit Schmerzen und Beschwerden unserer Pferde umgehen können, teilen.

Manchmal gibt es einfache Lösungen

Manchmal gibt es klare und einfache Lösungen: 

  • Ein Pferd zeigt starke Schmerzen in seinem rechten Vorderbein. Es kann damit kaum auftreten und läuft mehr oder weniger auf drei Beinen. Die Diagnose lautet „Hufgeschwür“, das Pferd wird behandelt und erhält einen Angussverband. Nach einigen Tagen geht es ihm deutlich besser, nach einer Woche läuft es wieder lahmfrei. 
  • Ein anderes Pferd zeigt plötzlich beim Reiten Zungenspiele, sperrt das Maul auf und reißt den Kopf hoch. Seine Reiterin vermutet, dass es Probleme mit dem Gebiss hat. Der gerufene Tierarzt findet einen entzündeten Wolfszahn und zieht ihn. Nachdem die Wunde abgeheilt ist, läuft das Pferd wieder zufrieden unter dem Reiter. 

In beiden Fällen wurden die Signale des Pferdes richtig gedeutet und es wurden Maßnahmen eingeleitet, die dem Pferd helfen konnten, so dass es ihm nach kurzer Zeit wieder besser ging. 

… oft aber nicht

In vielen Fällen sieht es aber anders aus. 

  • Ein Pferd geht immer mal wieder lahm. Der gerufene Tierarzt macht Beugeproben, die mal negativ und mal positiv ausfallen. Der Schmied wird gewechselt und das Pferd bekommt einen Beschlag. Dennoch läuft es immer wieder unrund. Selbst das Röntgen der Beine bringt keine neuen Erkenntnisse.
  • Ein anderes Pferd mag sich immer weniger bewegen. Während es früher eher schnell und temperamentvoll war, verweigert es nun mehr und mehr die Mitarbeit. Es sind keine eindeutigen Zeichen für eine Erkrankung zu erkennen. 
  • Und noch ein anderes Pferd reagiert plötzlich aggressiv auf Artgenossen und auch auf Menschen. Keiner kann sich das Verhalten erklären, da das Pferd sonst gesund wirkt. Ein Tierarzt wird nicht gerufen, statt dessen wird das Pferd allein gestellt und das Drohen nach dem Menschen bestraft. 

Schmerzen und Beschwerden bei Pferden werden keineswegs immer gleich als solche erkannt. Sie können durchaus nur sporadisch auftreten, worauf viele dem Pferd unterstellen, dass es simuliert und es trotz Schmerzen weiter (be)nutzen und sich zur Not auch entsprechend „durchsetzen“. Manche Reaktionen oder Verhaltensweisen eines Pferdes werden gar nicht mit möglichen Schmerzen oder Erkrankungen in Beziehung gesetzt, wie z.B. Bewegungsunlust, die dann viel zu oft als „Faulheit“ oder „Sturheit“ gedeutet wird, obwohl vielleicht eine noch nicht erkannte Atemproblematik oder anderes ihm die Bewegung so schwer macht. Solange ein Pferd „nur“ sein Verhalten ändert, ohne dass klare Schmerzsignale zu erkennen sind, reagieren leider viele auf von den eigenen Wünschen abweichendes Verhalten eines Pferdes unwirsch und bestrafen solche „Unarten“ oder „Widersetzlichkeiten“. Dabei zeigt das Pferd so vielleicht nur auf seine Art, dass es nicht kann oder ihm etwas weh tut.

Wenn wir nicht erkennen, dass ein Pferd Schmerzen oder andere Beschwerden hat, können wir dadurch, dass wir es weiter „normal nutzen wollen“ und gegebenenfalls diese Nutzung mit Nachdruck oder gar Gewalt durchsetzen, das Vertrauen des Pferdes verspielen und die Beziehung vergiften. Hinzu kommt unser eigenes ungutes Gefühl, das schlechte Gewisse und die Tatsache, dass alles immer weniger Spaß macht…  

Den Weg MIT dem Pferd gehen

Ein verantwortungsvoller Umgang mit einem Pferd heißt für mich, den Weg immer MIT dem Pferd zusammen zu gehen und nicht gegen es. Das gilt ganz allgemein und eben auch für den Umgang mit Krankheiten, Schmerzen und Beschwerden. Natürlich sind wir Menschen es, die die Entscheidungen treffen, aber wir sollten das nie tun, ohne genau auf unser Pferd zu achten, auf seine Reaktionen, seine Signale, seine Stimmungen. Sie zeigen uns so viel, wenn wir bereit sind, hinzuschauen und hinzufühlen. 

Hier habe ich einmal einige Punkte zusammengestellt, die ich für wichtig halte, wenn das Pferd sich anders als gewohnt oder gewünscht verhält, wenn es krank wird oder Schmerzen hat: 

  • Wann immer sich etwas ändert im Verhalten unserer Pferde, sollten wir innehalten und hineinspüren: Was könnte uns das Pferd damit sagen wollen? Welche Ursachen kann sein Verhalten haben? Wen können wir um eine Einschätzung bitten, wenn wir selbst unsicher sind?
  • Wenn wir die Vermutung haben, dass es unserem Pferd nicht gut geht oder das es Schmerzen hat, sollten wir uns fachlichen Rat holen – und zwar nicht von irgendjemanden, sondern von Menschen, die wirklich Ahnung haben, also einem guten Tierarzt, einen guten Physiotherapeuten/Osteopathen, einem guten Hufpfleger, je nachdem in welchem Bereich die Beschwerden vermutet werden. 
  • Bei jeder Behandlung und Therapiemaßnahme gilt es ebenfalls, gut auf das Pferd und seine Reaktionen zu achten. Wenn das Pferd zu einer Behandlung deutlich nein sagt, wird sie nur schwer durchzuführen oder durchzuziehen sein. Auch hier gilt es, MIT dem Pferd zu arbeiten und nicht einfach blind Anweisungen zu folgen, selbst wenn sie eigentlich sinnvoll und richtig sind. Für Gesundwerdung und Heilung ist in gewissem Maße das Ja des Pferdes und seine Bereitschaft zur Mitarbeit nötig. 
  • So sehr wir auch wollen, dass unser Pferd möglichst schnell wieder beschwerdefrei ist, so sollten wir nicht alles, was möglich ist, auf einmal angehen. Zu viele Behandlungsansätze gleichzeitig schaden oft mehr als sie nutzen. Wichtig ist eine wirklich auf das jeweilige Pferd abgestimmte Behandlung, die den Körper, aber auch die Psyche des Pferdes berücksichtigt. Manchmal ist weniger mehr und oft braucht es vor allem Zeit und Geduld. 
  • Es gilt sich vor zu vielen „guten Ratschlägen“ zu schützen, denn davon kommen meist reichlich, wenn ein Pferd erkrankt. Jeder weiß dann genau, was wir tun sollten und jeder hat noch eine Methode parat, die wir noch nicht ausprobiert haben. So gut das gemeint sind, so basieren viele „Tipps“ leider oft auf Halbwissen, Einzelerfahrungen oder auch persönlichen Vorlieben und Interessen. Hier gilt es, besonnen zu sein und in Absprache mit den Menschen, denen man wirklich vertraut, Entscheidungen zu treffen, die sich rund und stimmig anfühlen. 
  • Die Frage, ob und wie ein Pferd, das Beschwerden oder Schmerzen hat, genutzt werden kann oder soll, ist nie leicht zu beantworten. Pauschalvorgaben wie „Bewegung tut immer gut“ können genauso falsch sein wie ein Pferd aufgrund gesundheitlicher Probleme abrupt zum Rentner zu erklären und aufs Abstellgleis zu schieben. Hier gilt es ganz besonders, gut auf das Pferd und seine Reaktionen zu achten. Sie können uns durchaus zeigen, ob ihnen Bewegung gut tut, ob sie auch mit Schmerzen Freude am Tun haben und ob sie die Aktivitäten mit uns schätzen oder nicht. Hier ist unser Einfühlungsvermögen genauso gefragt, wie ein zu schulendes Auge, um immer besser zu erkennen, was in der jeweiligen Situation angemessen ist und was nicht. 
  • Wir müssen uns darauf einstellen, dass sich Beschwerden bei unseren Pferden nicht immer durch einfache Maßnahmen beheben lassen. Oft ist es schon schwer genug, die tatsächliche Ursache zu finden und selbst wenn das der Fall ist, gehen Heilungsprozesse von Krankheiten oft ihre eigene Wege und dauern viel länger als gedacht. Dann sind Geduld und starke Nerven gefragt. Oft gibt es auch keine klare Besserung, so dass das Pferd und sein Mensch mit den Schmerzen und Beschwerden leben lernen müssen. Das ist oft eine sehr schwierige Herausforderung, da hier Sorgen, Zweifel, Ängste, Frust und vieles mehr hineinspielt.
  • Ob und inwieweit ein Leben mit Schmerzen oder anderen Beschwerden lebenswert für ein Pferd ist, kann nur im Einzelfall entschieden werden. So wie auch wir Menschen mit Schmerzen leben lernen können, können auch Pferde fröhlich sein, obwohl ihnen etwas weh tut. Andere geben sich innerlich auf und wollen nicht mehr. Wenn wir hier bereit sind, sehr aufmerksam in unser Pferd fühlen und achtsam für das sind, was sie uns mitteilen, können wir auch hier eine Entscheidung MIT dem Pferd darüber treffen, was zumutbar ist und was nicht. Es kann zusätzlich sehr gut tun, sich mit jemanden auszutauschen, der selbst schon in einer ähnlichen Situation war und dem man vertrauen kann. Ein Blick von außen und auch Gedanken eines anderen können manchmal sehr hilfreich sein – allerdings nur in Maßen, wenn sich zu viele einmischen, schadet es fast immer mehr als dass es nutzt. 
  • Wichtig ist vor allem bei längeren Krankheitsprozessen oder chronischen Erkrankungen, dass wir auch immer wieder bei uns selbst bleiben und uns über unsere eigenen Gefühle und Bedürfnisse bewusst werden. Ein krankes Pferd kann vieles auslösen: Sorgen, Angst, Frust, manchmal auch Hilflosigkeit, Ohnmacht,Wut und anderes mehr. All das ist menschlich und verständlich, nur sollten wir unsere Gefühle nicht unbewusst ungefiltert am Pferd auslassen, wie es leider immer wieder zu erleben ist. 
  • In diesem Zusammenhang ist auch wichtig, sehr bewusst darauf  achten, dass wir unser Pferd nicht „krank gucken“ oder „krank denken“. Gerade wenn wir dazu tendieren, uns immer viele Sorgen zu machen, liegt unser Fokus oft zu sehr auf dem, was nicht ok ist und wie verlieren das Gesamtbild aus den Augen. Pferde können, genau wie wir Menschen, trotz einer Erkrankung oder Beschwerden ein fröhliches und zufriedenes Leben führen, sofern sie entsprechend der Problematik behandelt werden. Je besser wir selbst ja zu der Situation sagen können, desto weniger belasten wir unser Pferd mit unseren eigenen Sorgen und Ängsten.

Keiner kann wissen, was kommt

Indem wir uns ein Pferd anschaffen, übernehmen wir eine Verantwortung, derer wir uns zwar vom Kopf her meist bewusst sind, aber deren Tragweite sich nie wirklich erfassen lässt. 20 Jahre lang ein kerngesundes Pferd zu haben, das einem nichts krumm nimmt und das von Natur aus ein Sonnenschein ist, ist eine ganz andere Nummer als zum Beispiel einen starken Ekzemer, einen chronischen Huster oder ein Pferd mit regelmäßig wiederkehrenden Koliken zu haben… 

So sehr wir uns alle ein gesundes Pferd wünschen, so entwickeln sich die Dinge in der Realität oft anders. Wenn wir uns ein Pferd anschaffen, haben wir oft viele schöne Vorstellungen: Wir träumen vielleicht von langen Ausritten, von Tuniersiegen, Kutschfahrten oder Vorführungen von Zirkuslektionen. Wird unser Pferd mal krank oder verletzt es sich, geben wir ihm gerne eine Pause und warten, bis es ihm wieder gut geht. Doch dann kommt es vielleicht zu einer langwierigen Erkrankung oder einem Unfall, wodurch unser Pferd dauerhaft nicht geritten oder gearbeitet werden kann. Vielleicht erreicht es nie wieder seine volle Einsatzfähigkeit, sondern, im Gegenteil, sein Zustand wird immer schlechter. Auf diese Weise werden Ziele, Träume und Hoffnungen durch Angst, Frust und Geldsorgen abgelöst. Und damit müssen wir leben lernen – je bewusster wir das tun, desto besser wird es uns gelingen. 

Der Verantwortung gerecht werden

Ein verantwortungsvoller Umgang mit Schmerzen und Beschwerden bei unseren Pferden ist eine große Aufgabe und eine nicht immer einfache Herausforderung.

  • Es geht um die Bereitschaft, sich intensiv mit dem Wesen Pferd zu befassen, um es immer besser zu verstehen und ihm gerecht zu werden.
  • Es geht darum zu verstehen, dass Pferde keine Sportgeräte sind und dass wir kein Recht auf Nutzung haben, nur weil wir viel Geld für sie bezahlen. 
  • Es geht darum, eigene Erwartungen und Bedürfnisse manchmal nicht nur für eine gewisse Zeit zurückzustellen, sondern vielleicht auch ganz loszulassen.
  • Es geht darum, dem Pferd auch trotz Beschwerden die Möglichkeit zu geben, ein lebenswertes Pferdeleben zu führen – einerseits indem wir die dafür nötigen Voraussetzungen schaffen (das betrifft die Haltung, Fütterung, Behandlungen u.a.) und andererseits daran arbeiten, dass nicht die Beschwerden und unsere Sorgen im Mittelpunkt stehen, weil wir sonst ausbrennen, sondern die gemeinsame Beziehung und das, was trotz allem noch Schönes zusammen gemacht und erlebt werden kann, damit wir daraus immer wieder Kraft schöpfen können. 
  • Es geht in manchen Fällen darum, zu lernen mit immer wieder aufkeimenden und enttäuschten Hoffnungen umzugehen, wenn Therapien erst zu greifen scheinen, aber es dann doch wieder zu Verschlechterungen kommt, obwohl man viel Geld für Tierärzte und Behandlungen ausgibt; und manchmal steht auch eine endgültige Entscheidung an.
  • Und so gut wie immer geht es auch darum, sich mit persönlichen Schlüsselthemen zu befassen, wie zum Beispiel Verlustängste, Ehrgeiz, Umgang mit Frust, Selbstfürsorge und anderes mehr.

Es geht auch um uns selbst

Ich weiß aus eigener Erfahrung nur allzu gut, wie schwer die Verantwortung wiegen kann, die wir mit dem Kauf eines Pferdes übernehmen. Wir dürfen dabei aber nicht die Verantwortung vergessen, die wir für uns selbst haben. Nur wenn wir wenigstens halbwegs gut für uns selbst sorgen, können wir auch gut für ein anderes Wesen sorgen.

Es ist wichtig, dass wir uns zwar immer wieder selbst hinterfragen, aber gleichzeitig müssen wir uns auch bewusst machen, unser Bestes zu geben. Manches können wir beeinflussen und aufhalten, aber nicht alles verhindern. Ich denke, es ist eine Aufgabe, dass wir lernen ja zu sagen zu dem, was ist, also zu akzeptieren, dass es nicht so gekommen ist, wie wir es uns gewünscht haben, aber dass wir tun, was wir können. Es ist ganz wichtig, bei allem nicht die Freude am Miteinander zu verlieren. Und genauso dürfen auch mal einfach nur traurig oder frustriert sein darüber – das alles gehört dazu.

Tipp: Für alle, die sich hier berührt fühlen, kann mein Freudekurs eine gute Unterstützung sein. 

Wenn wir merken, dass uns die Sache aufzufressen beginnt, steht an, dass wir uns Hilfe suchen – Hilfe bei der Betreuung und Versorgung unseres Pferdes, aber vielleicht auch Hilfe dabei, mit den Sorgen umzugehen, mit der Angst um unser Pferd, mit den Ansprüchen, die wir an uns selbst haben oder mit der Wut in uns oder der Ohnmacht. Eine Erkrankung unseres Pferdes kann uns sehr klar zu einem Punkt führen: und zwar zu uns selbst.  

Verantwortung Pferd

17. Juli 2018 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Erkenntnisse, Gesundheit 6 Kommentare »

Der hat nichts, der läuft doch… 

Darf man ein lahmendes Pferd reiten? Darf man sich auf ein Pferd setzen, das Rückenschmerzen hat? Darf man ein Pferd mit Gebiss reiten, das Zahnprobleme hat? Mit diesen Fragen, die man eigentlich für rhetorische halten sollte, legen wir einmal mehr den Finger in eine Wunde in der Pferdewelt: Es geht um das Thema Schmerzen beim Pferd und da liegt leider einiges im Argen. 

Ist doch nicht so schlimm!?

Einige Beispiele aus der ganz normalen Pferdewelt: 

  • Da ist der schon etwas betagte Wallach, der seine jugendliche Reiterin mehrfach in der Woche eine Stunde in der kleinen Halle herumträgt. Er tickt dabei auffällig, aber weist man das Mädchen oder deren Mutter darauf hin, dass das Pferd lahmt, sagen die nur: „Ja, der ist schon alt und hat Arthrose. Aber Bewegung ist gut für ihn und so lange er noch läuft, ist alles ok.“ 
  • Oder nehmen wir die junge Stute, die beim Aufsteigen beharrlich solange ausweicht, bis ihre Reiterin irgendwie doch raufkommt und die dann die gesamte Zeit mit durchgedrückten Rücken läuft. Darauf hingewiesen, dass dem Pferd der Sattel vielleicht nicht passt, wird abgewunken: „Doch, der passt, das hat ein Sattler im letzten Jahr gecheckt.“ 
  • Wir können auch einen Blick auf den Spanier werfen, der zu Beginn jeder Reitstunde und jedes Ausritts von sich aus keinen Schritt vorwärts gehen mag. „Ach, der fragt immer nur, wer der Boss ist. Setzt man sich durch, macht er auch alles mit“, ruft seine Besitzerin, während sie ihm eins mit der Gerte auf den Hintern gibt. 
  • Und noch ein Beispiel: Da ist der Haflinger, der seinen Besitzer durchs Gelände trägt, aber dabei sichtlich klamm läuft. Darauf angesprochen, wird erklärt, dass der Schmied gerade da war und der habe wohl etwas zu viel weggenommen, das gibt sich schon wieder. Und in der Herde laufe er prima mit, also könne es ja nicht so schlimm sein. 

In all diesen und leider vielen anderen Fällen zeigen Pferde deutlich, dass sie Schmerzen haben, doch die verantwortlichen Menschen wischen diese mit verschiedenen Aussagen einfach weg. Der gemeinsame Nenner ist der, dass solange das Pferd läuft, es ja auch nicht so schlimm sein kann.

Tja, und genau damit können wir ganz, ganz gewaltig falsch liegen. 

Verstehen, was das Wesen Pferd ausmacht

Dass Pferde Herden- und Fluchttiere sind, hat sich inzwischen herumgesprochen. Was aber aus diesen Tatsachen folgt, leider nicht: 

  • Als Herdentier wird jedes Pferd instinktiv versuchen, Anschluss zu halten – auch unter Schmerzen. Stehen zu bleiben bedeutet zurückzubleiben und das kann sich kein Pferd erlauben. 
  • Als Fluchttiere müssen Pferde auch unter Schmerzen laufen können, denn davon hängt im Ernstfall ihr Überleben ab. Während Raubtiere sich bei Schmerzen eher in eine geschützte Ecke zurückziehen, können Schmerzen bei Pferden gerade erst recht zu Unruhe und vermehrte Energie führen, da sie instinktiv wissen, durch die Schmerzen vielleicht gehandicapt zu sein. 
  • Als Fluchttiere verfügen Pferde darüber hinaus über keinen Schmerzlaut, denn dieser würde sie einem potentiellen Jäger verraten. Sie leiden deshalb still.
  • Und ein weiterer, ganz wichtiger Faktor: Pferde sind als soziale (Herden-)Tiere in der Lage, Gefühle und Erwartungen nicht nur von anderen Pferden, sondern auch von uns Menschen wahrzunehmen (siehe dazu auch diesen Text). Sehr viele Pferde wollen ihren Besitzern/innen gefallen, wollen deren Erwartungen erfüllen oder haben Angst vor negativen Folgen, wenn sie nicht tun, was von ihnen verlangt wird, und reißen sich deshalb in ihrer Gegenwart zusammen. So kommt es nicht selten vor, dass der Stallbesitzer den Pferdebesitzer über eine Lahmheit oder Bauchschmerzen informiert, das Pferd aber „ok“ wirkt, wenn sein Mensch auftaucht beziehungsweise, dass es dann „funktioniert“. Daraus kann aber eben nicht einfach geschlossen werden, dass dem Pferd wirklich nichts fehlt oder wehtut, sondern es ist sehr wichtig, die Schilderungen des Stallbesitzers oder andere Personen, die das eigene Pferd über längere Zeiträume sehen, ernst zu nehmen und der Sache auf den Grund zu gehen. 

Für die konkreten Beispiele von weiter oben folgt daraus:

  • Den älteren Wallach mit seiner Arthrose stumpf in der Halle auf engen Wendungen zu reiten, grenzt an Tierquälerei. Ein Pferd mit Arthrose braucht ein einfühlsames und seinem Krankheitszustand entsprechendes Training, wie z.B. ruhige Schrittausritte im Gelände oder Spaziergänge und behutsames Aufbautraining an der Hand. Nur weil sich ein solches Pferd nicht wehrt, heißt es nicht, dass es keine Schmerzen hat, wer das annimmt, ist ignorant und unfair. 
  • Ein Sattel, der bei einem jungen Pferd angepasst wurde, kann schon nach kurzer Zeit wieder unpassend sein, denn gerade junge Pferde verändern sich muskulär oft sehr stark. Aber auch bei allen anderen Pferden darf nie vorschnell davon ausgegangen werden, dass ein Sattel wirklich passt. Veränderungen im Training, in der Haltung oder durch die Jahreszeiten mit dem Wechsel von der Weide zum Paddock können Veränderungen in Bezug auf das Gewicht und die Muskeln mit sich bringen und dazu führen, dass ein einmal passender Sattel schmerzhaft zu drücken beginnt. Pferde können nicht sagen: „Du, der Sattel drückt ganz doll.“, sondern sie zeigen es eben genau durch die beschriebenen Verhaltensweisen: Sie weichen beim Aufsteigen aus und drücken den Rücken weg. Werden die Schmerzen stärker, weil der Mensch nichts tut, um das Übel abzustellen, können irgendwann auch Buckeln und Abwerfen des Reiters folgen – das aber eben nicht, wie so oft behauptet, aus Böswilligkeit, sondern weil die Schmerzen zu groß werden. 
  • Wenn ein Pferd nur unter Druck oder mit Gewalt vorwärts läuft, dann gibt es dafür immer eine Ursache, und die liegt ganz sicher nicht darin, dass diesem Pferd erst gezeigt bekommen muss, wer das Sagen hat. Andauernde Bewegungsunlust kann neben psychischen Ursachen auch konkrete körperliche Gründe haben, wie z.B. Verspannungen oder Schmerzen unterschiedlichster Art. Auch eine Atemproblematik oder Erkrankungen des Stoffwechsels, ein Mangel an Mineralien oder Spurenelementen, kann die Bewegungslust hemmen. Ein solches Pferd mit Sporen oder Gerte zum Vorwärts zu zwingen, ist grob und brutal.
  • Bei dem Wallach mit dem klammen Gang sollte zunächst die Arbeit des Schmieds kritisch überprüft und ggf. über einen Wechsel entschieden werden, denn es ist keinesfalls in Ordnung, dass ein Pferd nach dem Ausschneiden so fühlig ist. Ein klammer Gang sollte immer ein klares Warnsignal für uns sein, denn hier zeigt das Pferd deutlich, dass ihm etwas weh tut. Im schlimmsten Fall ist nicht nur die Hufbehandlung Schuld, sondern es kann sich auch um eine nicht erkannte Erkrankung, wie z.B. eine Entzündung der Hufrolle, oder um eine schleichende, nicht erkannte Hufrehe o.a. handeln. Ein Pferd, das so deutlich zeigt, dass ihm die Füße weh tun, braucht Hilfe und es darf nicht einfach „darüber hinweggeritten werden“. 

Und das sind nur einige Beispiele von typischen Schmerzen, die Pferde haben. Denken wir ruhig auch an Wirbelprobleme, Magengeschwüre, Zahnschmerzen, alte Verletzungen, noch nicht erkannte Chips und vieles andere mehr, das Pferden Beschwerden bereiten kann. 

Wir dürfen die Bereitschaft unserer Pferde nicht ausnutzen

Leider neigen viele Menschen dazu, die Tatsache, dass viele Pferde ihrer Natur entsprechend bei Schmerzen die Zähne zusammenbeißen und trotzdem ihren Job machen, so zu interpretieren, dass es ok ist, sie auch mit Beschwerden nach unseren Vorstellungen zu nutzen. Und mehr noch: Wir schimpfen auch noch auf sie, wenn sie in der Leistung nachlassen oder ab einem bestimmten Punkt tatsächlich den Dienst quittieren – das nämlich wird ihnen dann als Ungehorsam ausgelegt.

Es ist aus unserer Sicht dringend nötig, sich darüber bewusst zu werden, wie oft das überall in der Pferdewelt passiert und sich auch selbstkritisch zu prüfen. Uns macht es sehr traurig, dass so vielen die Nutzung ihrer Pferde so wichtig ist, dass viele nicht bereit sind, ihre Pferde als fühlende Wesen zu sehen und auf Schmerzen und Beschwerden angemessen zu reagieren. Aber ist das nicht eigentlich das Mindeste, wenn wir behaupten, Pferde zu lieben?

Tipp: Hier erfahrt Ihr, wie Ihr Schmerzen beim Pferd erkennen könnt.

3. Juli 2018 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Erkenntnisse, Gesundheit, Verhalten 11 Kommentare »

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