Typische Probleme mit Pferden: Die Sache mit den Pfützen

In dieser neuen Kategorie widme ich mich ganz typischen Problemen mit Pferden, zu denen mich immer mal wieder Mails erreichen oder die beobachte. Besonders soll es hier um Probleme gehen, bei denen herkömmlicherweise oft Druck oder Strafen angewendet werden, damit das Pferd etwas tut oder lässt. Gemäß unseres Mottos möchte ich gemeinsam mit Euch überlegen, wie es anders gehen kann. Wenn Ihr auch so ein typisches Problem habt, schreibt mir gerne an tania@wege-zum-pferd.de

„Mein Pferd geht nicht durch Pfützen“

Im Gelände oder auch auf Außenreitplätzen kommt es beim Thema „Pfützen“ leider fast überall zu sehr ähnlichen Szenen: Das Pferd möchte nicht hindurchgehen und der Mensch versucht, es, – notfalls auch mit Nachdruck – genau dazu zu bringen. „Man darf einem Pferd nicht alles durchgehen lassen!“, heißt es dann, oder: „Wenn ich mich jetzt nicht durchsetze, geht mein Pferd ja nie mehr durch Pfützen!“ 

Lasst uns die Sache mal ein bisschen genauer anschauen.

Worum geht es hier eigentlich?

Grundsätzlich schätzen Pferde Gefahren anders ein als wir Menschen, weil sie anders als wir für Gefahren sensibilisiert sind und weil ihre Sinne anders funktionieren als unsere (sie sehen, hören, riechen und empfinden anders). Pferden sind als Fluchttiere ihre Beine sehr wichtig und sie achten mehr auf die Beschaffenheit des Bodens als wir. Ein Pferd, das im Gelände oder auf einem Reitplatz nicht durch eine Pfütze gehen will, ist deshalb für mich kein Pferd, das seinen Menschen ärgern oder „dominant“ sein will, sondern es ist einfach ein Pferd, das in diesem Moment aus seiner Sicht gute Gründe zum Zögern hat (… ob ich diese Gründe nun verstehe oder nicht). So gut wie immer besteht der Grund schlicht und einfach in Unsicherheit, manchmal steckt auch handfeste Angst dahinter – oder anders gesagt: Die Pfütze bereitet dem Pferd Stress.  

Wenn ein Pferd Stress hat, unsicher ist oder sogar Angst zeigt, dann hilft es ihm nicht, wenn ich behaupte, dass es dafür keinen Grund gibt, und es zwinge, die Sache trotzdem zu tun. Damit erhöhe ich den Stress und „beweise“ letztlich nur, dass ich die Gefahr nicht wahrnehme. Das verhindert Vertrauen. Viel schöner und sinnvoller ist es, für das Pferd vertrauenswürdig zu werden, so dass mein Pferd mir glaubt, wenn ich ihm vermittle, dass die Sache okay ist.

Oft hilft schon eines sehr gut: dem Pferd einfach etwas Zeit zu geben. Wir wollen meist zackige Reaktionen (das werten wir dann als guten Gehorsam), übergehen damit aber unser Pferd. Also einfach erstmal einen Moment abwarten (ohne zu treiben oder zu fordern) und schauen, was passiert. Hier kann man schon prima jedes Interesse an der Pfütze loben und so das Pferd darin bestätigen, sich aktiv mit der vermeintlichen Gefahr zu befassen. Achtung: Viele Pferde erforschen dann scharrend die Pfütze – bitte lasst sie genau das tun, denn so prüfen sie den Boden.

Eine weitere, sehr gute und einfache Möglichkeit ist, abzusteigen und selbst mitten durch die Pfütze zu laufen. Damit zeigen wir dem Pferd sehr verständlich, dass keine Gefahr droht. Allerdings sind die wenigsten dazu bereit, ganz im Gegenteil! Wie oft balancieren wir beim Führen selbst sorgsam um jede Pfütze herum, damit unsere Schuhe nicht nass werden? Oder wie oft reiten wir um Pfützen herum, weil das spritzt und wir nicht wollen, dass der Sattel(-gurt) nass wird? Damit trainieren wir unser Pferd regelrecht dazu, mit uns nicht durch Pfützen zu gehen … Aber überlegt mal: Auf dem Paddock in der Gruppe hat kaum ein Pferd je ein Problem damit, durch Pfützen zu gehen, sie trinken daraus und werfen sich manchmal auch gerne hinein! Macht also einfach eine Übung daraus. Zieht Euch Gummistiefel an und übt geduldig, mit viel Lob und vor allem mit einer spielerischen Begeisterung, durch Pfützen zu laufen. Macht es zu einem tollen Spiel, dass Ihr Euch gemeinsam jede noch so große Pfütze erobert. Auf diese Weise werden viele Pferde zu geradezu fröhlichen Pfützen-Durchquerern 😉 

ABER: Es kann selbst bei Pferden, die normalerweise gut durch Pfützen gehen, immer auch mal eine Pfütze geben, die an diesem Tag einfach zu gruselig ist – vielleicht weil sie anders aussieht, anders riecht oder sonst etwas anders ist, das wir selbst nicht wahrnehmen. Und das können wir nicht „wegmachen“, indem wir darauf bestehen, dass es keinen Grund gibt. Dann gilt es bereit zu sein, meinem Pferd Verständnis zu zeigen. Wenn Ihr hier in alte Muster fallt und grob werdet, könnt Ihr Euch das zuvor erarbeitete Vertrauen verspielen und Pfützen damit wieder zu einem großen Stressfaktor werden lassen. Wenn Ihr aber auf das vermeintliche „Recht“ verzichtet, Euch durchzusetzen, beweist Ihr Eurem Pferd, dass Ihr vertrauenswürdig seid. Und hier gleich noch ein Wort zu dem, was bei solchen Themen eigentlich immer kommt:  Wenn das Pferd eine Straße überqueren soll und nicht durch die Pfütze geht, aber gerade ein Auto kommt, dann würde ich persönlich das Pferd rückwärtsrichten und warten, bis das Auto vorbei ist. Dann kann ich in Ruhe entscheiden, ob ich wirklich an dieser Stelle über die Straße muss, und wenn ja, kann ich absteigen und das Problem gemeinsam mit meinem Pferd lösen.

Pfützen mit einer Lieblingsübung zu verbinden, kann übrigens auch eine tolle Idee sein.

Pferde und Pfützen

(Foto von Horst Streitferdt)

Extra-Tipps: Kennt Ihr die Videos von Anthony und dem Schaf? Da geht es zwar nicht um Pfützen, aber eben auch um etwas, das mein Pferd verunsichert und ich zeige dort ausführlich, wie wir das Ganze komplett ändern konnten – schaut doch mal rein. Und als Lesetipp empfehle ich hier unseren Anti-Angst-Kurs.

1. Juni 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Aus dem Reitunterricht und Coaching, Jungpferdausbildung, Spiele & Co, Umgang, Verhalten 0 Kommentare »

Jungpferdausbildung mit Tania: Das erste Aufsteigen

Als ich meinen Anthony bekam, war er ein noch roher Dreijähriger, denn es war schon immer mein Wunsch gewesen, einmal ein Pferd von Beginn an selbst ausbilden zu können. Als er vier Jahre alt war, begann ich langsam damit, ans Reiten zu denken, und erarbeitete mir ganz behutsam das erste Aufsteigen. Ich bereitete das Ganze in vielen kleinen Schritten vor, so dass das tatsächliche Aufsteigen kaum noch überraschend für ihn kam und zu einem wunderschönen Erlebnis für uns beide wurde. Erst später erfuhr ich, wie dieses so wichtige und prägende Ereignis leider herkömmlicherweise aussieht …

Als ich mitbekam, dass es für viele vollkommen normal ist, dass ein junges Pferd in einer Box von zwei, drei Leuten festgehalten wird, damit jemand auf seinen Rücken steigen kann, kamen mir, ehrlich gesagt, die Tränen. Warum wird etwas, das doch den Grundstein für das ganze Leben als Reitpferd legt, so brutal gemacht, wo es doch ganz anders gehen kann? Warum gibt man einem Tier, das man viele, viele Jahre reiten will, zu Beginn nicht die Zeit, die es braucht, um ein freiwilliges Ja als Einladung zu bekommen, sondern erzwingt das Aufsteigen? Ich werde es nie verstehen. Das Argument „Zeitdruck“ lasse ich nicht gelten, denn auch wenn es vielleicht zunächst länger dauert, so spart man sich durch ein besonnenes und pferdegerechtes Umgehen später sehr viel Ärger und das macht die Sache dreimal wieder wett.

Als ich mich das erste Mal auf Anthonys Rücken setzte, war ich mit ihm allein in der Halle. Er trug nur ein Halfter mit Zügeln und er blieb von sich aus vollkommen ruhig und gelassen an der Aufstieghilfe stehen, während ich sanft auf seinen Rücken glitt. Wer schon ein bisschen länger bei uns mitliest, weiß, dass Anthony alles andere als ein einfaches Pferd ist, sondern ein hochsensibles Tier mit einem ausgeprägten eigenen Willen. Ich hatte es also nicht „besonders einfach“, sondern ich habe es einfach gut vorbereitet. Mit ein bisschen Zeit, Geduld, Einfühlungsvermögen  und der Bereitschaft, in kleinen Schritten vorzugehen, kann jedes erste Aufsteigen zu einem schönen und guten Erlebnis für ein Pferd werden und das Aufsteigen auch für Pferde, die bereits schlechte Erfahrungen gemacht, neu entwickelt werden. Für mich ist eine positive Erstbesteigung eine ganz entscheidende Grundvoraussetzung für die weitere Ausbildung zum Reitpferd und ein entspanntes Aufsteigen ganz generell ein Muss für das pferdefreundliche Reiten

Da ich zur Zeit den fünfjährigen Norwegerwallach „Mucki“ und seine Besitzerin Daniela Baars ein bisschen bei der Ausbildung unterstützen darf, kann ich Euch hier einmal ein kleines Video davon zeigen, was ich als eine pferdefreundliche „Erstbesteigung“ empfinde und wie wir genau vorgegangen sind. Zu diesem Zeitpunkt hatte Daniela schon folgende Punkte vorgearbeitet: 

  • Mucki war vollkommen vertraut mit Berührungen am gesamten Körper und Rücken.
  • Er wurde behutsam an ein Reitpad gewöhnt und auch, damit zu laufen. 
  • Er lernte Gewicht auf dem Rücken kennen und zeigte dabei keinen Stress oder Unsicherheiten. 
  • Daniela brachte ihm das selbstständige Herantreten an eine Aufstieghilfe bei (was inzwischen eine seiner absoluten Lieblingsübungen ist, das macht er frei und sogar vom Gras weg!). 
  • Er war daran gewöhnt, dass Daniela auf der Aufstieghilfe steht und von dort aus seinen Rücken berührt. 

Diese Schritte sind aus meiner Sicht nötig, bevor man überhaupt ans erste Aufsteigen denken kann und so würde ich auch bei Pferden vorgehen, die schlechte Erfahrungen gemacht haben und Angst oder Unruhe zeigen, wenn man aufsteigen möchte.  Jeder einzelne dieser Schritte sollte ebenfalls mit Geduld und Einfühlungsvermögen vermittelt werden. Das  Tempo sollte immer das Pferd vorgeben – ein Pferd lernt schneller, ein anderes braucht länger. Als bei Mucki all diese Punkte erfüllt waren, schauten Daniela und ich mal, ob er auch einverstanden damit ist, wenn ich mich auf seinen Rücken setze – hier könnt Ihr das kleine Video dazu sehen (Link führt zu Youtube): 

Das erste Aufsteigen

Und noch ein Lesetipp: Mit dem Herzen voran – der Reitkurs von „Wege zum Pferd“. 

10. Mai 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Aus der Bereiterpraxis, Jungpferdausbildung, Reiten, Umgang 1 Kommentar »

Was tun, wenn das Pferd schnappt?

Schnappende Pferde sind nicht gerade ein Vergnügen. Herkömmlicherweise wird ein schnappendes Pferd bestraft, entweder mit einer scharfen stimmlichen Ermahnung oder auch handfest mit einem Klaps oder Schlag. Aus unserer Sicht ist dieses Vorgehen kontraproduktiv und nicht zu empfehlen. Es ist vielmehr wichtig, zu verstehen, dass ein Pferd mit seinem Schnappen und auch Beißen etwas auszudrücken versucht – das kann Frust sein oder Stress, es kann damit Schmerzen ausdrücken oder Überforderung, es kann Ärger damit zeigen oder Übermut und vieles mehr. Allein diese kleine Aufzählung zeigt, wie entscheidend es ist, das Verhalten eines Pferdes zu verstehen. Denn nur so können wir zu guten Lösungen kommen. 

Bei der Arbeit nach unserem Longenkurs arbeiten wir zum Teil ja sehr nah am Pferd und gerade bei Übungen wie dem „Führen in Stellung“ oder dem „Übertreten lassen“ kann uns ein Pferd, das schnappt oder gar beißt, ganz schön die Laune verderben. Wir möchten Euch deshalb hier einen Audio-Track aus unserem Audio-Programm Der Longenkurs im Ohr zur Verfügung stellen, in dem Babette sehr ausführlich auf das Problem des Schnappens eingeht. Ihre Tipps helfen Euch ganz sicher auch beim normalen Führen oder im Umgangen ganz allgemein. Wir hoffen, dass möglichst viele mit diesen Anregungen, das Schnappen ihres Pferdes in Zukunft anders sehen und so auch andere Wege finden, damit umzugehen – denn es lässt sich tatsächlich in den allermeisten Fällen gut in den Griff bekommen, wenn WIR uns ändern und lernen, besser auf unser Pferd einzugehen. 

Den Audio-Track könnt Ihr hier herunterladen – viel Freude damit!

Hörprobe Audiokurs zum Longenkurs

23. März 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Jungpferdausbildung, Longieren, Umgang, Verhalten 0 Kommentare »

Fühle! – Inspiration des Monats

Mit unserer  Rubrik Inspiration des Monats nehmen wir uns jeweils ein Schwerpunktthema vor, für das wir Euch kurz und knapp Denkanstöße und Anregungen geben möchten. Lange Texte gibt es bei uns genug, aber gerade bei Basis-Themen denken wir, ist es wichtig, sie immer wieder mit in den praktischen Pferde-Alltag zu nehmen um für eine längere Zeit im Herzen bewegt zu werden. Und meist sind es Schlüsselsätze oder -erkenntnisse, die man wirklich bei sich behält. 

Unser Tipp: Zieht Euch jeweils unsere Inspiration des Monats auf Euer Handy, damit Ihr die Fragen und Denkanstöße  für eine Weile immer dabei habt – Ihr werdet vielleicht überrascht sein, wie unterschiedlich Eure Antworten und Gedanken dazu in verschiedenen Situationen ausfallen können. 

Thema des Monats:
Fühle!

Im Zusammensein mit Pferden sind die meisten von uns vor allem damit beschäftigt, Hinweise, Tipps und Anleitungen von Reitlehrern/innen oder solche, die wir aus Büchern oder dem Internet haben, umzusetzen. Natürlich wollen wir unser Pferd optimal trainieren und bemühen uns deshalb sehr, Techniken und Methoden gut umzusetzen. Dabei verdrängen wir aber oft die Sache mit den Gefühlen … 

Pferde lösen sehr viel in uns aus: Sie lassen uns lieben und glücklich sein, aber sie konfrontieren uns häufig auch mit Ohnmacht, Ehrgeiz und vielem anderen mehr. Um ihnen wirklich gerecht zu werden, müssen wir den Mut haben, uns immer wieder bewusst zu machen, was wir gerade fühlen, wenn wir mit unserem Pferd zusammen sind. Wenn wir zum Beispiel nur noch ein bestimmtes Trainingsziel im Kopf haben, das wir unbedingt erreichen wollen, verlieren wir vielleicht die Fähigkeit zu erspüren, dass unser Pferd überfordert ist. Wenn wir unsere Wut oder Hilflosigkeit in einer Situation, in der alles schief läuft, nicht als solche wahrnehmen, neigen wir möglicherweise dazu, unser Pferd ungerecht zu bestrafen, obwohl es uns einfach nur etwas mitzuteilen versucht. Wenn wir nicht wahrnehmen, dass uns unsere Verantwortung oder unsere Sorgen um unser Pferd über den Kopf wachsen, werden wir aus Not hart und verlieren die Freude.

Als Pferdemenschen sind wir ständig gefordert, unser Pferd nicht nur anzuschauen, sondern es auch zu fühlen – also wahrzunehmen mit dem, was gerade in ihm vorgeht, mit dem, was es braucht und mit dem was es geben kann und was eben nicht. Und um das zu können, brauchen wir auch den Mut und die Bereitschaft, unsere eigenen Gefühle wahrzunehmen und zu reflektieren. Pferde sind keine Sportgeräte, sondern Mitlebewesen, die auf unsere Empathie angewiesen sind und uns immer auch auf der Beziehungsebene fordern. Und ist das nicht gerade das Schönste am Zusammensein mit ihnen?

Fühle dein Pferd

2. März 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Aus dem Reitunterricht und Coaching, Erkenntnisse, Inspiration des Monats, Jungpferdausbildung, Reiten 0 Kommentare »

Trainiere mit Lob, nicht mit Strafe! – Inspiration des Monats

Mit unserer  Rubrik Inspiration des Monats nehmen wir uns jeweils ein Schwerpunktthema vor, für das wir Euch kurz und knapp Denkanstöße und Anregungen geben möchten. Lange Texte gibt es bei uns genug, aber gerade bei Basis-Themen denken wir, ist es wichtig, sie immer wieder mit in den praktischen Pferde-Alltag zu nehmen, um für eine längere Zeit im Herzen bewegt zu werden. Und meist sind es Schlüsselsätze oder -erkenntnisse, die man wirklich bei sich behält. 

Unser Tipp: Zieht Euch jeweils unsere Inspiration des Monats auf Euer Handy, damit Ihr die Fragen und Denkanstöße  für eine Weile immer dabei habt – Ihr werdet vielleicht überrascht sein, wie unterschiedlich Eure Antworten und Gedanken dazu in verschiedenen Situationen ausfallen können. 

Thema des Monats:
Trainiere mit Lob, nicht mit Strafe!

Viele von uns möchten gerne pferdefreundlich mit ihren Pferden umgehen und sie ebenso pferdefreundlich trainieren. Leider stammen aber viele Elemente der herkömmlichen Pferdeausbildung noch aus Zeiten, in denen man sich über Pferdebedürfnisse oder Lernpsychologie noch nicht so viele Gedanken gemacht hatte. Heute wissen wir sehr viel mehr darüber, wie Pferde am besten lernen und können unser Training entsprechend deutlich pferdegerechter gestalten.

Der pferdefreundlichste Weg, den wir kennen, ist die positive Verstärkung. Nach diesem Prinzip wird richtiges und erwünschtes Verhalten durch Futter- oder Stimmlob, durch Kraulen oder Ähnliches bestätigt und damit konsequent positiv aufgeladen. „Falsches“ oder unerwünschtes Verhalten wird, soweit möglich, ignoriert oder gegebenenfalls sanft korrigiert. Um zu verstehen, warum dieser Weg pferdefreundlich ist, müssen wir uns klarmachen, dass jedes Lebewesen, etwas aus zwei Gründen tut:

  • weil es entweder etwas Negatives vermeiden will oder
  • weil es etwas Positives erhalten oder erleben möchte.

Herkömmlicherweise wird in der Ausbildung von Pferden vor allem mit Korrekturen und Strafen gearbeitet. Dabei bleibt einem Pferd nur übrig, durch Versuch und Irrtum (ein mehr oder weniger unangenehmes Erlebnis) herauszufinden, was der Mensch will. Bei der positiven Verstärkung hingegen wird das Pferd durch die vielen positiven Erlebnisse dazu motiviert, aktiv mitzumachen. Lernen erfolgt hier, weil das Pferd sich etwas Gutes von der Mitarbeit mit dem Menschen verspricht – und das ändert alles.

Überlege doch einmal, wie Du selbst am liebsten lernst: in einem Umfeld, in dem Du Strafen fürchten musst, wenn Du einen Fehler machst, oder in einem, in dem Du für alles Richtige bestätigt und ermutigt wirst? Für uns liegt auf der Hand, dass Lernen durch positive Verstärkung eine tolle Sache ist!

Probier es doch einfach einmal selbst aus und frage Dich gleich heute, wenn Du bei Deinem Pferd bist, wie Du es schaffen kannst, ihm nur durch Lob und positive Bestätigung etwas Neues beizubringen. Das Spannende dabei ist nämlich, dass Du Dir dafür erst einmal überlegen musst, wie Du erreichen kannst, dass Dein Pferd seine Sache richtig machen kann. Kleiner Tipp: immer in gaaaaanz kleinen Schritten denken! 

Konkrete Anregungen und Anleitungen zum Training mit positiver Verstärkung findest Du zum Beispiel in unserem Reitkurs, in unserem Clickerkurs oder in unserem Praxiskurs Bodenarbeit.

Loben statt strafen

16. Februar 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Arbeit an der Hand, Clickertraining, Erkenntnisse, Freiarbeit, Inspiration des Monats, Jungpferdausbildung, Longieren, Reiten, Umgang 2 Kommentare »

Was tun bei harten Böden?

Spielideen bei harten BödenWenn es im Winter so richtig kalt wird, aber kein Schnee fällt, dann sorgen hart gefrorene Böden selbst bei Gruppenhaltung in Offenställen mit Paddock-Trails schnell für Langeweile. Da sind dann wir Menschen gefordert, uns ein bisschen etwas einfallen zu lassen, mit dem wir Abwechslung in die grauen Tage unserer Pferde bringen können. 

Baut Eurem Pferd mal einen kleinen Spielplatz auf, wo Ihr allerhand machen könnt, wie zum Beispiel

  • Gegenstände erkunden,
  • durch ein Stangenlabyrinth laufen,
  • mit einem Klappersack spielen oder
  • Ballspiele.

Anthony und Tania haben Euch hier mal ein paar Ideen als Anregung zusammengestellt, die natürlich nicht nur für harte Böden geeignet sind – schaut selbst in diesem Video (Link führt zu Youtube):
Spielideen

 

9. Februar 2021 von Tania Konnerth • Tags: , , , • Kategorie: Ideen, Jungpferdausbildung, Spiele & Co 0 Kommentare »

Mach Dich verständlich! – Inspiration des Monats

Mit unserer  Rubrik Inspiration des Monats nehmen wir uns jeweils ein Schwerpunktthema vor, für das wir Euch kurz und knapp Denkanstöße und Anregungen geben möchten. Lange Texte gibt es bei uns genug, aber gerade bei Basis-Themen denken wir, ist es wichtig, sie immer wieder mit in den praktischen Pferde-Alltag zu nehmen um für eine längere Zeit im Herzen bewegt zu werden. Und meist sind es Schlüsselsätze oder -erkenntnisse, die man wirklich bei sich behält. 

Unser Tipp: Zieht Euch jeweils unsere Inspiration des Monats auf Euer Handy, damit Ihr die Fragen und Denkanstöße  für eine Weile immer dabei habt – Ihr werdet vielleicht überrascht sein, wie unterschiedlich Eure Antworten und Gedanken dazu in verschiedenen Situationen ausfallen können. 

Thema des Monats:
Mach Dich verständlich

Die Kommunikation zwischen Mensch und Pferd ist nicht immer leicht. Pferde bemühen sich wirklich sehr, uns zu verstehen, aber oft geben wir dem Pferd sehr viel mehr und auch andere Botschaften, als wir uns bewusst sind! Während unser menschlicher Fokus beim Kommunizieren vor allem auf dem Geben von Zeichen liegt (Worte, Handsignale, Hilfen), spielen für Pferde Faktoren wie Körpersprache, Ausstrahlung und Energie eine oft größere Rolle. Genau über diese Ebene von Kommunikation sind sich aber viele von uns gar nicht bewusst und so geben wir oft andere Signale als geplant oder manchmal auch widersprüchliche und gegensätzliche. Statt aber in aller Ruhe einen Schritt zurückzumachen und das eigene Kommunikationsverhalten zu reflektieren, interpretieren leider viele von uns eine Nicht- oder Falsch-Reaktion des Pferdes häufig als „Ungehorsam“ oder „Bockigkeit“: „Der weiß genau, was ich von ihm will, der hat nur keine Lust.“ oder „Heute stellt sie sich mal wieder richtig dumm, aber darauf falle ich nicht rein.“

Die Folge ist dann, dass die eh schon schlecht verständlichen oder widersprüchlichen Signale verstärkt werden, weil man sich „durchsetzen“ will. Es dürfte auf der Hand liegen, dass die Sache auf diese Weise für Pferde nicht verständlicher wird, sondern im Gegenteil, wir erzeugen dadurch nur Stress, der es dem Pferd noch schwerer macht, uns zu verstehen … 

Wenn ein Pferd nicht tut, was wir möchten, müssen wir uns immer fragen, was die Ursache dafür ist. Beim Thema Kommunikation sind wir also gefordert, das Wie unserer Kommunikation selbstkritisch zu hinterfragen: 

  • Kann ich mir wirklich sicher sein, dass mein Pferd mich in der jeweiligen Situation versteht? Was macht mich da so überzeugt?
  • Was könnte ich vielleicht ausstrahlen oder senden, das meinem Pferd etwas anderes vermittelt, als ich beabsichtige? 
  • Wie kann ich es meinem Pferd ganz konkret leichter machen, mich wirklich zu verstehen? Woran kann ich da bei mir arbeiten?
  • Welche konkreten Übungen, Zwischenschritte oder Lernbausteine könnten meinem Pferd dabei helfen, besser zu verstehen (und auch auszuführen), was ich mir von ihm wünsche? 

Und dazu gleich ein ganz praktischer Tipp: Um sich des eigenen Kommunikationsverhaltens bewusster zu werden, helfen Videoaufnahmen enorm. Inzwischen ist das technisch herrlich simpel geworden: Einfach das Handy auf ein kleines Stativ stellen und ein paar Bodenlektionen oder Reiteinheiten mitfilmen – das gibt sehr viel Stoff für Selbstanalysen und Selbstreflexion. Wir staunen immer wieder, wie viel wir durch solche Videoaufnahmen sowohl über unser Pferd als auch über uns selbst lernen. 

Mach Dich verständlich

8. Dezember 2020 von Tania Konnerth • Kategorie: Aus dem Reitunterricht und Coaching, Erkenntnisse, Inspiration des Monats, Jungpferdausbildung, Reiten 1 Kommentar »

Anthony und das Schaf: So kann Vertrauen wachsen

Mein Anthony gehört zu den eher unsicheren Pferden. Ich habe ihn von Beginn an immer dazu ermutigt, sich Gruseliges anzuschauen, was ihn neugierig und auch etwas selbstbewusster gemacht hat (siehe dazu auch diesen Text), aber er neigt nach wie vor zu Angst und Angespanntheit, wenn er etwas gruselig findet. Das gehört einfach zu ihm. Seinen inneren Stress zeigt er fast gar nicht (siehe auch diesen Blogbeitrag zu den unterschiedlichen Stresstypen), so dass er von außen betrachtet auf viele ruhig und gelassen wirkt. Tatsächlich aber gleicht er einem Dampfkessel, in dem sich immer mehr Druck aufbaut, der sich, wenn man die Situation nicht entschärft, irgendwann unkontrollierbar entlädt – sprich: er flieht dann kopflos. 

Leider ist es in der Pferdewelt immer noch weit verbreitet, ängstlichen Pferde durch die so genannte Desensibilisierung „beibringen zu wollen“, dass sie keine Angst zu haben brauchen (Babette hat dazu schon vor vielen Jahren diesen Text geschrieben und siehe dazu auch diesen Blogbeitrag). Für mich ist das ein unsensibler, ja oft sogar grausamer Irrweg, denn weder eine hohe Sensibilität noch Angst lassen sich mit Druck verringern, im Gegenteil: Ein solches Vorgehen kann zu unvorhersehbaren Gegenreaktionen führen, die Unsicherheit des Pferdes noch erhöhen oder zu einer inneren Aufgabe und dem führen, was man erlernte Hilflosigkeit nennt. Ich möchte Euch hier einmal zeigen, wie Anthony und ich uns gruselige Sachen erarbeiten (wer darüber mehr wissen will, schaut am besten einmal in unseren Anti-Angst-Kurs). 

Anthony und das Schaf

Eine Miteinstellerin hatte ein geschorenes Schaffell mit zum Stall gebracht und es am Reitplatz über den Zaun gelegt. Mir war klar gewesen, dass das Anthony beunruhigen würde, aber ich hatte doch mal wieder unterschätzt, wie stark seine Angst werden kann. Ich hatte ursprünglich vorgehabt, ihn, wie ich es immer mache, behutsam zu dem Schaf zu führen, ihn die Sache beschnuppern und erkunden zu lassen und mit viel Lob ein gutes Erlebnis daraus zu machen. Tatsächlich aber konnte ich bei dem ersten Versuch eigentlich nur zusehen, dass ich nicht von ihm über den Haufen gerannt werde, denn er war kaum noch in der Lage, mich wahrzunehmen, geschweige denn auf mich zu hören, so besorgt war er. Jedes Schimpfen oder Strafen wäre in diesem Moment vollkommen kontraproduktiv und unangemessen gewesen, denn er war nicht „unartig“, er hatte Angst. Also nahm ich das zum Anlass, daraus ein kleines Projekt zu machen und einmal mein Vorgehen bei der Vertrauensarbeit mit Videos zu dokumentieren. Das Ergebnis sind die folgenden vier Videos aus insgesamt drei Einheiten, die Ihr Euch mit einem Klick auf die Fotos bei Youtube anschauen könnt: 

Einheit 1: Wir nähern uns dem Schaf

In dieser Einheit ging es mir allein darum, dass es Anthony möglich wird, sich in der Nähe des Schafs wenigstens ein bisschen zu entspannen. Man muss schon ziemlich genau hinschauen, um zu erkennen, wie stark seine Anspannung ist, als passiver Stresstyp wirkt er viel ruhiger als er es tatsächlich war. Ich hätte ihm am Ende der Einheit gerne noch etwas lockerer gehabt und wahrscheinlich hätte ich das früher auch mehr forcieren wollen. Heute aber weiß ich, dass Druck gar nichts bringt, sondern den Stress noch verstärkt. Es war an diesem Tag einfach so und genau so war es auch okay. Wir waren eine gute Viertelstunde mit dem Schaf beschäftigt, eine Verlängerung hätte nur dazu geführt, dass er irgendwann komplett überfordert gewesen wäre. In Sachen Angst ist weniger ganz oft mehr!

VertrauenstrainingHier geht es zum Video (Link führt zu youtube).

Einheit 2: Anthony findet Mut und hat sogar Spaß

Zur zweiten Einheit habe ich zwei Videos erstellt. Zunächst setze ich genau da an, wo die erste Einheit aufhörte. Ich ließ Anthony wieder alle Zeit, die er brauchte und nach und nach konnte er sich etwas besser entspannen – auch wenn es vielleicht nicht spektakulär aussieht, so empfand ich es als einen großen Erfolg! 

Vertrauenstraining

Hier geht es zum Video (Link führt zu youtube)

Aus dem Bauch heraus beschloss ich dann noch, das Schaf auf den Boden zu legen und von Anthony wegzubewegen. Daraus entwickelte sich eine ganz wundervoll verspielte Sequenz, in der Anthony das Schaf gar nicht mehr gruselig fand und immer gelöster wurde. Es war mir dann sogar möglich, ihn damit zu berühren, wobei ich sehr gut aufpasste, ihn damit nicht zu überfallen und zu überfordern. Ich holte mir seine Einwilligung darüber, dass ich ihn erst ein stationäres Target berühren ließ und das als Signal nahm, weitermachen zu können (mehr dazu hier und hier). 

VertrauenstrainingHier geht es zum Video (Link führt zu youtube)

Einheit 3: Wir reiten zum Schaf

Ich hatte keine konkreten Pläne für die dritte Einheit, wäre Anthony wieder ängstlich gewesen, hätten wir genauso weitergemacht, wie Ihr es in den ersten Videos sehen konntet. Da er aber dieses Mal beim Heranführen ein ganzes Stück gelassener und mutiger wirkte, probierte ich aus, ob wir vielleicht auch zum Schaf hin und vielleicht sogar am Schaf vorbereiten können würden. Hier könnt Ihr sehen, wie ich da vorging und wie Anthony diese Herausforderung meisterte:

Vertrauenstraining

Hier geht es zum Video (Link führt zu youtube)

Das Ziel für mich ist mehr (Selbst-)Vertrauen!

Abschließen möchte ich mit einem Foto, das Anthony als stolzes Pferd zeigt, als ein Pferd, der die Zeit bekommen hat, Mut aus sich heraus zu entwickeln und der gewachsen ist durch die Einheiten. Vergleicht seine Ausstrahlung einmal mit den Pferden, die mittels „Desensibilisierung“ dazu gebracht werden, neben einem angstauslösenden Gegenstand zu stehen …

Vertrauensförderung

Nachtrag – ein Wiedersehen mit dem Schaf

Recht kurz nachdem die Videos aufgenommen worden waren, kam Anthony mit seinen Kumpels auf die Sommerweide. In der Zeit gab es keine neuen Einheiten mit „dem Schaf“. Als er dann wieder zurück zum Stall kam, war ich sehr gespannt, wie bei einem Wiedersehen mit dem Schaf reagieren würde. Ich hätte mir seine Reaktion im Traum nicht ausmalen können – schaut selbst in diesem Video, das für mich nicht schöner zeigen könnte, dass Geduld und Einfühlungsvermögen ängstlichen Pferden zu Selbstvertrauen und vor allem Freude verhelfen können. 

Vertrauenstraining – Wege zum Pferd

Hier geht es zum Video (Link führt zu youtube)

 

27. Juli 2020 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Erkenntnisse, Jungpferdausbildung, Umgang, Verhalten 3 Kommentare »

Sei dankbar – Inspiration des Monats

Mit unserer  Rubrik Inspiration des Monats nehmen wir uns jeweils ein Schwerpunktthema vor, für das wir Euch kurz und knapp Denkanstöße und Anregungen geben möchten. Lange Texte gibt es bei uns genug, aber gerade bei Basis-Themen denken wir, ist es wichtig, sie immer wieder mit in den praktischen Pferde-Alltag zu nehmen um für eine längere Zeit im Herzen bewegt zu werden. Und meist sind es Schlüsselsätze oder -erkenntnisse, die man wirklich bei sich behält. 

Unser Tipp: Zieht Euch jeweils unsere Inspiration des Monats auf Euer Handy, damit Ihr die Fragen und Denkanstöße  für eine Weile immer dabei habt – Ihr werdet vielleicht überrascht sein, wie unterschiedlich Eure Antworten und Gedanken dazu in verschiedenen Situationen ausfallen können. 

Thema des Monats:
Sei dankbar!

„Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“ – diese Zeilen stammen von Francis Bacon und sie benennen ein Phänomen, das sicher auch viele von Euch kennen: Solange etwas „einfach da“ ist, nehmen wir es schnell als selbstverständlich. Dabei ist Dankbarkeit eine nie enden wollende Quelle von purem Glück und tiefer Freude.

Stellt Euch doch mal vor, wie Euer Miteinander, wie die Grundstimmung zwischen Euch sein würde, wenn Ihr Euch viel öfter bewusst machen würdet,

  • wie viel Euer Pferd Euch schenkt,
  • wie viel Freude Ihr an und mit ihm habt
  • und dass etwas ganz Wundervolles und Kostbares ist, Zeit mit einem Pferd verbringen zu können! 

Bringt Euch immer wieder ganz bewusst mit einem echten Gefühl von Dankbarkeit Eurem Pferd oder auch Pferden ganz allgemein gegenüber in Kontakt und zeigt ihnen Eure Freude und Eure Liebe nicht nur, wenn Ihr eine Schleife gewonnen habt oder es etwas Besonderes geleistet hat, sondern vor allem auch für all die vielen kleinen Dinge im Alltag – und dafür, dass es da ist. Also: Wofür bist Du Deinem Pferd heute dankbar?

Sei dankbar – Wege zum Pferd

10. Juni 2020 von Tania Konnerth • Kategorie: Erkenntnisse, Inspiration des Monats, Jungpferdausbildung, Umgang 8 Kommentare »

Schau immer auf das Gute – Inspiration des Monats

Mit unserer  Rubrik Inspiration des Monats nehmen wir uns jeweils ein Schwerpunktthema vor, für das wir Euch kurz und knapp Denkanstöße und Anregungen geben möchten. Lange Texte gibt es bei uns genug, aber gerade bei Basis-Themen denken wir, ist es wichtig, sie immer wieder mit in den praktischen Pferde-Alltag zu nehmen um für eine längere Zeit im Herzen bewegt zu werden. Und meist sind es Schlüsselsätze oder -erkenntnisse, die man wirklich bei sich behält. 

Unser Tipp: Zieht Euch jeweils unsere Inspiration des Monats auf Euer Handy, damit Ihr die Fragen und Denkanstöße  für eine Weile immer dabei habt – Ihr werdet vielleicht überrascht sein, wie unterschiedlich Eure Antworten und Gedanken dazu in verschiedenen Situationen ausfallen können. 

Thema des Monats:
Schau auf das Gute!

Die meisten von uns sind – nicht nur, aber vor allem eben auch – bei der Arbeit mit Pferden mehr oder weniger ausgeprägte Fehlergucker. Damit meint es natürlich kaum jemand böse, denn wir alle zielen auf Verbesserung und darauf, sich weiterzuentwickeln. Unseren Pferden tun wir damit oft aber gar nicht gut und uns selbst auch nicht. Ob nun beim Reiten, beim Longieren oder anderen Dingen, die wir mit unseren Pferden machen: Wenn wir im Training immer vor allem das wahrnehmen, was noch nicht gut oder nicht gut genug ist, sind wir ständig am Kritisieren, am Korrigieren und am Fordern. Und das frustriert viele Pferde ganz enorm und gibt uns selbst ein Gefühl von Unvermögen. 

Genau deshalb lieben wir das Prinzip der positiven Verstärkung, bei dem das Training konsequent auf Lob und positive Bestätigung aufbaut. Es verändert sich wirklich alles, wenn wir unseren Blick immer mehr auf das legen, was super ist und gut klappt und vor allem, wenn wir das Training gezielt dahingehend verändern, dass es ganz viel und immer mehr zu loben gibt – es verändert die Stimmung, das Miteinander, es verändert uns selbst und die Pferde blühen regelrecht auf! 

Viele befürchten, dass ein Fokus nur noch auf das Gute zum Nachlassen von Leistung führt oder dazu, sich etwas schön zu reden. Das aber ist unserer Erfahrung nach ganz und gar nicht der Fall, im Gegenteil: Zu erkennen, was alles schon gut läuft und mit ganz viel Lob und Freude zu arbeiten, ist ein regelrechter Motiviationsbooster für Mensch und Pferd! 

 

Schau auf das Gute

5. Mai 2020 von Tania Konnerth • Kategorie: Erkenntnisse, Inspiration des Monats, Jungpferdausbildung, Longieren, Reiten, Umgang 0 Kommentare »

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    Alles zum Thema Longieren finden Sie hier und unsere Beiträge zum Clickertraining hier. Eine Übersicht über unsere Kurse, E-Books und Bücher finden Sie hier.

    Und wer sind wir? Wir sind Babette Teschen und Tania Konnerth, Betreiberinnen dieser Seite seit 2008 – einen Artikel zu unserem 10-jährigen Bestehen gibt es hier. Wir teilen in diesem Blog unsere persönlichen Erfahrungen und unser Wissen mit Ihnen und Euch und freuen uns auf Kommentare und Rückmeldungen.

    NEU bei uns: Mit dem Herzen voran – der Reitkurs von "Wege zum Pferd":

    Und hier geht es zu unseren Büchern bei Kosmos:

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