Natürlich positiv – Longieren mit positiver Verstärkung: Das Wangentarget

Dies ist der zweite Teil der kleinen Serie, in der ich zeigen möchte, wie sich das Longieren nach unserem Longenkurs auch nur mit positiver Verstärkung umsetzen lässt. Im ersten Teil ging es um die Grundlagen – hier nachzulesen. In diesem Teil soll es nun darum gehen, wie sich das Stellen erarbeiten lässt. Das grundsätzliche Wissen über das Clickertraining gibt es in unserem Clickerkurs

Die korrekte Stellung oder die Übung „Das Führen in Stellung“

Eine Schlüsselübung des Longenkurses ist die Übung „Führen in Stellung“. Mit ihr vermitteln wir dem Pferd, wie es in korrekter Stellung im Schritt antreten soll. Die korrekte Stellung ist der erste Baustein der guten Laufmanier, denn es gilt: „Ohne Stellung keine Biegung“.

Im Longenkurs gehen wir dafür so vor, dass wir unsere Hand direkt auf das Kappzaum-Eisen legen und das Pferd sanft dabei unterstützen, sich korrekt im Genick zu stellen. Für uns geht dieses Vorgehen nicht gegen unseren Wunsch, mit positiver Verstärkung zu arbeiten, da hier kein Zwang ausgeübt werden soll, sondern es vielmehr dem gleicht, was man im Yoga „Adjustment“ nennt oder was zum Beispiel auch gute Reit- oder Tanzlehrer machen: durch Berührung und sanfter Führung Impulse für die richtigen Bewegungen und Haltungen zu geben. 

Wollen wir uns aber das nur über die positive Verstärkung erarbeiten, bietet sich dafür das sogenannte Wangentarget an.

Das Wangentarget

Beim normalen Targettraining berührt das Pferd das Target mit der Nase. Genauso gut kann ein Pferd aber auch lernen, ein Ziel mit anderen Körperteilen zu berühren. Beim Wangentarget lernt es, das Ziel, also meist die Hand, mit seiner Wange zu berühren.

Nico lernt hier gerade, seine Wange ruhig gegen Petras Hand zu legen:

Wangentarget

Wenn das Pferd verstanden hat, dass es darum geht, dass es mit seiner Wange die Hand berühren soll, kann man diese nun etwas von der Wange weghalten, so dass es den Kopf leicht wenden muss, um die Hand mit der Wange zu berühren. 

Wangentarget

Wir können damit erreichen, dass das Pferd im Genick den Kopf leicht zu uns hindreht, ohne gleich den ganzen Hals mitzunehmen.

Wenn das Pferd erst einmal nicht versteht, was es tun soll, kann man ihm mit dem gewohnten Target helfen. Auf den folgenden Fotos ist zu sehen, dass Anthony auf der rechten Seite nicht wirklich weiß, was er tun soll. Ich halte ihm das gewohnte Target hin, das er sonst mit der Nase berührt, damit er auf die richtige Idee kommt. Ich clicke dann genau in dem Moment, in dem er den Kopf korrekt zu mir stellt. 

Achtung: Hier muss man wachsam und schnell mit dem Click sein, damit die Nase nicht zu weit rumkommt, denn die korrekte Stellung besteht nur in einer sehr kleinen Bewegung im Genick (nicht schon im Hals), die korrekt ausgeführt werden sollte. Auch wenn es nicht um Perfektion geht,solltet Ihr doch gut darauf achten, dass sich das Pferd wirklich korrekt stellt und Ihr auch nur das clickt, damit es sich nicht etwas angewöhnt, was nachher nur schwer zu korrigieren ist.

Die korrekte Stellung ist keine Biegung des Halses, sondern nur eine kleine seitliche Bewegung im Genick. Auf diesen beiden Bildern ist zu sehen, wie es nicht aussehen soll. Auf dem ersten Bild ist die Abstellung zu stark und auf dem zweiten Foto verwirft Anthony sich:

Das Verwerfen ist ein häufiger Fehler sowohl beim Longieren als auch beim Reiten. Dabei kippt das Pferd den Kopf nur, stellt sich aber nicht. Die Ohren müssen auf gleicher Höhe bleiben, so wie hier zu sehen: 

Wangentarget

So sieht das schon ganz gut aus:

Wenn das Wangentarget  im Stand gut klappt, lässt sich das mit dem Signal zum Antreten im Schritt verbinden, und zwar auf einem eher kleinen Kreis. Auf einem großen Kreis ist weniger Stellung nötig als auf einer kleinen Volte und um dem Pferd deutlich zu machen, worum es geht, ist der kleine Kreis hilfreicher als ein großer Zirkel. Hier könnt Ihr sehen, wie ich Anthony mit dem bekannten Target den Weg weise und ihn mit dem Wangentarget an die Stellung erinnere. Auf dem dritten und vierten Bild verliert er die Stellung, auf dem fünften ist er wieder gut gestellt.

Wichtig: Geht immer weit genug vorne auf Kopfhöhe mit! Wenn Ihr zu weit nach hinten kommt, wird sich das Pferd zu stark im Hals biegen. 

Tipp: Wenn Euer Pferd das Wangentarget verstanden hat, ist es sehr nützlich dafür ein gesprochenes Signal einzuführen, also zum Beispiel „Stell dich“. Dann könnt Ihr Euer Pferd ohne Handzeichen an die Stellung erinnern.

Später kann man das Wangentarget dann auch in höheren Gangarten nutzen, um an der Stellung zu arbeiten – mit dem Handzeichen oder eben mit dem akustischen Signal: 

Aber das ist dann schon wieder eine andere Übung. 🙂 

28. September 2021 von Tania Konnerth • Tags: , , • Kategorie: Clickertraining, Jungpferdausbildung, Longieren 0 Kommentare »

Natürlich positiv – Longieren mit positiver Verstärkung

Hier im Blog von „Wege zum Pferd“ und in unseren Kursen findet Ihr immer wieder den Begriff „positive Verstärkung“, denn wir arbeiten schon lange mit diesem sehr pferdefreundlichen Trainingsprinzip (siehe auch unseren Clickerkurs und unsere Blogbeiträge).

Die positive Verstärkung

Was genau ist eigentlich mit „positiver Verstärkung“ gemeint?

Positive Verstärkung bedeutet, dass statt
aktiv Hilfen zu geben, um ein Verhalten zu erreichen,
gewünschtes Verhalten konsequent belohnt wird,
damit das Pferd motiviert wird, genau das
von sich aus weiter oder öfter zu tun.

Der entscheidende Punkt ist also der,

  • dass wir nicht mehr mittels mehr oder weniger subtiler Hilfen vorgeben, was das Pferd tun soll, und entsprechend deutlicher werden oder gar strafen, wenn das Pferd nicht tut, was wir wollen,
  • sondern dass das Pferd lernt, die Dinge selbstständig und aus einer eigenen Motivation heraus zu tun (siehe dazu auch hier).

Und das ändert das Miteinander mit dem Pferd ganz entscheidend. Wir empfinden eine Kombination aus positiver Verstärkung und einer sanften, freundlichen Hilfengebung als einen wundervollen Weg, mit Pferden zu kommunizieren und mit ihnen zu arbeiten. 

Nun kommen immer häufiger Anfragen dazu, ob es unseren Longenkurs auch mit Anleitung für eine rein positive Verstärkung gibt. Was für eine tolle Entwicklung, denn das wäre vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen. Das freut uns sehr! Natürlich möchten wir das Thema deshalb hier auch aufgreifen und hier im Blog mal ganz praktisch zu zeigen, wie sich die Elemente des Longenkurses auch allein mittels positiver Verstärkung erarbeiten lassen.  

Die Grundbausteine für das Longieren mit positiver Verstärkung

Wenn wir ein Pferd über die positive Verstärkung nach dem Longenkurs arbeiten wollen, brauchen wir zunächst die Grundbausteine für die positive Verstärkung – in diesem Fall:

  • die Konditionierung auf den Click oder ein Lobwort (siehe dazu auch hier) und
  • das Targetraining als Möglichkeit, ein Pferd ohne negative Verstärkung in die Bewegung zu bekommen (siehe dazu auch hier).

Wer von Euch schon mit der positiven Verstärkung arbeitet, kennt diese Grundbausteine bereits. Aber für diejenigen, die hier neugierig auf diesen Weg geworden sind, möchte ich sie kurz vorstellen. Bitte beachten: Ich gehe hier nur auf die Basiselemente in Hinblick auf das Longieren ein, natürlich gibt es im Rahmen der Ausbildung eines Pferdes nach den Prinzipien der positiven Verstärkung viele weitere tolle und spannende Lernaufgaben und auch viele weitere Dinge zu beachten – dazu findet Ihr mehr in unserem Clickerkurs

Nehmt Euch bitte Zeit, die Basisbausteine in aller Ruhe (also in mehreren kleinen Einheiten) und mit viel Entspannung zu erarbeiten. Ein häufiges Problem, das oft dazu führt, dass das Clickertraining wieder aufgeben wird, ist dass die Pferde zu hibbelig und drängelnd werden. Das aber liegt ganz oft daran, dass der Mensch zu schnell vorgeht und nicht auf eine entspannte Grundatmosphäre achtet. Hier könnt Ihr dazu einen Blogbeitrag lesen.

Das Grundprinzip: Click = super!

Die positive Verstärkung basiert darauf, dass wir einem Pferd (oder einem anderen Tier) mit einem bestimmten Geräusch oder einem Lobwort punktgenau sagen können: „Das, was Du jetzt gerade gemacht hast, ist toll.“ Auf dieses Geräusch oder das Lobwort hin erhält das Pferd klassischerweise ein Futterlob. Bei Pferden, die es lieben, gekratzt zu werden, kann auch das Kratzen der Lieblingsstelle als Belohnung genutzt werden. Entscheidend ist, dass wir eine Belohnung wählen, die das Pferd als so attraktiv empfindet, dass es davon gerne mehr möchte. Es reicht nicht, dass wir Menschen das Lob toll finden, es muss wirklich vom Pferd als eine erstrebenswerte Sache erlebt werden, damit es motiviert ist, darauf zu achten, welches Verhalten den Click auslöst und es damit eine Belohnung verdienen kann. Das Zauberhafte an diesem kleinen Prinzip ist, dass wir damit die Basis für sehr komplexe Kommunikationsmöglichkeiten schaffen. Denn auch wenn die Belohnung an sich für das Pferd natürlich ein Anreiz ist, so verstehen die meisten Pferde sehr schnell, dass sie durch die Arbeit mit dem Click sehr viel schneller erkennen können, was genau von ihnen gewünscht ist, statt wie im herkömmlichen Umgang mittels Versuch und Irrtum (der leider oft Strafen nach sich zieht), erraten zu müssen, was der Mensch will. Und das motiviert viele Pferde sehr.

Das Geräusch wird häufig mit einem so genannten Knack-Frosch erzeugt, also mit diesem Kinderspielzeug, das das typische „Click-Geräusch“ macht (daher kommt auch die Bezeichnung Clicker-Training).  Ich persönlich nutze lieber den so genannten „Zungen-Click“, da mir der Knack-Frosch zu laut ist und ich ihn auch nicht in der Hand halten möchte. Ich mache also mit der  Zunge einen Click-Laut, der sich aber deutlich von meinem Schnalzen unterscheidet. Grundsätzlich geht jedes Geräusch, das wir wiederholt und ohne Schwierigkeiten erzeugen können, das wir ausschließlich für diesen Zweck nutzen und das dem Pferd natürlich nicht unangenehm sein darf. Man kann auch ein Lobwort nehmen, nur habe ich festgestellt, dass es kaum einem Menschen möglich ist, ein Wort zuverlässig in jeder Situation gleich zu sprechen, also unabhängig von den eigenen Emotionen. Das aber ist wichtig.

Die Konditionierung auf den Click

Als Erstes müssen wir dem Pferd die Bedeutung des Clicks vermitteln. Dafür können wir gleich den zweiten Grundbaustein nutzen, nämlich das Targettraining. Hierfür soll ein Pferd ein Zielobjekt (= Target) mit der Nase berühren. Da die meisten Pferde Dinge naturgemäß gerne neugierig mit der Nase erforschen, braucht man meist nur das Target vor die Nase des Pferdes zu halten und ein bisschen zu warten.

Hier seht Ihr ein paar Fotos aus der allerersten Einheit, die ich mit dem zu diesem Zeitpunkt vierjährigen Norwegerwallach Mucki gemacht habe. Als Target nutze ich eine Fliegenklatsche. Zuerst hat Mucki noch keine Idee, was ich von ihm möchte und interessiert sich mehr für mich. Ich warte einfach, bis er – zufällig oder bewusst – zum Target schaut und mache bei dem ersten Ansatz  meinen Zungenclick und gebe ihm etwas Futter. Die meisten Pferde brauchen nicht lange, um zu verstehen, dass es um das Target geht. Je nach Persönlichkeit werden sie es neugierig berühren und das clicke ich natürlich sofort, worauf wieder die Belohnung folgt. Mucki hatte innerhalb kürzester Zeit verstanden, dass eine Berührung der Fliegenklatsche Click + Futter bedeutet. 

Positive Verstärkung

Noch eine kleine Extra-Erklärung: Auf dem Boden steht eine Futterschüssel, in die ich das Futter für Mucki werfe. Mucki hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht gelernt, Futter ruhig aus der Hand zu nehmen; im Eifer erwischte er deshalb auch mal die Hand. Um das Futter überhaupt erstmal ins Spiel zu bringen und um selbst gelassen zu bleiben, warf ich es nach dem Click einfach in die Futterschüssel. 

Wichtig: Da die meisten Pferde das Prinzip des Clickertrainings fast schneller verstehen als wir Menschen, berühren sie dann das Target immer wieder von sich aus, worauf der Mensch begeistert sein Click-Geräusch macht und das Pferd belohnt. Und damit clickert das Pferd dann Euch 🙂 Damit geht Ihr am besten um, indem Ihr ein Signal zum Berühren des Targets einführt. Ich benutze dafür das Wort „Touch“ (englisch für „Berühre“). Ich halte das Target hin und sage „Touch“ und clicke, wenn das Pferd es berührt. Berührt es das Target ohne mein Signal gibt es keinen Click (aber auch keine Strafe!). Das übe ich, bis es zuverlässig sitzt. Hier spricht man davon, ein Verhalten unter Signalkontrolle zu stellen. Damit kann man eher übereifrige Pferde sanft bremsen und dazu anhalten, aufmerksam zu sein. 

Kopf- und Halsposition beeinflussen

Mit dem Target habe ich nun schon tolle Möglichkeiten, mein Pferd aufzuwärmen und zu dehnen, denn ich kann das Target und damit auch den Pferdekopf und Hals in ganz unterschiedliche Positionen bringen. Das ist hier bei Anthony prima zu sehen: 

Positive Verstärkung

Der Clou ist, dass das Pferd alle Bewegungen von sich aus ausführt. 

In die Bewegung kommen 

Beim Longieren geht es ja aber nicht ums Stillstehen, sondern um Bewegung, also müssen wir uns nun noch das Vorwärtslaufen mit der positiven Verstärkung erarbeiten. Hierfür können wir ebenfalls bestens das Targetraining nutzen. 

Auf den folgenden Fotos könnt Ihr die dreijährige Haflingerstute Ally sehen, der ich da gerade das Antreten mit dem Target erkläre. Nachdem sie verstanden hatte, dass sie das Target berühren soll, fing ich an, das Target etwas weiter weg zu halten, bis sie den ersten Schritt vorwärts machte. Da folgte natürlich gleich ein Click und reichlich Lob. Und so war es ganz einfach, ihr zu vermitteln, dass es nun darum geht, dem Target zu folgen. Auch hier kann ich dann ein Stimmkomando einführen, wie z.B. ein Schnalzen oder ein „Und Scheritt“ oder Ähnliches.

Targettraining

Damit haben wir nun also ein Pferd, das wir nur durch positive Verstärkung im Schritt antreten und vorwärtsgehen lassen können und dessen Kopf- und Halshaltung wir beeinflussen können. Auf dem dritten Bild ist gut zu sehen, wie schön sich die noch vollkommen untrainierte und unausgebildete Jungstute bereits etwas stellt und biegt. Die ersten Schritte zum guten Laufen auf dem Kreis sind damit gemacht! 

Tipp: Gewöhnt Euch gleich an, auch mal in der Bewegung zu füttern, damit das Pferd bei einem Click nicht immer automatisch stehenbleibt. So habt Ihr die Möglichkeit, auch in der Bewegung weiterzuarbeiten.

Noch ein Hinweis: Für alle, die die positive Verstärkung noch gar nicht kennen: Es ist natürlich nicht so gedacht, dass man nun ständig nur clickt und füttert. Wenn ein Lernschritt sitzt, schleicht man das Clicken und Füttern dafür sanft aus, in dem man variabel clickt und ein Verlaufslob nutzt. Wenn ich mir zum Beispiel das Antreten im Schritt erarbeite, clicke ich nicht mehr das bloße Berühren des Targets, wie zu Beginn, sondern ich clicke erst nach ein oder zwei Schritten, dann nach drei oder vier Schritten usw. 

(Fortsetzung folgt)

31. August 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Clickertraining, Jungpferdausbildung, Longieren, Übungen 0 Kommentare »

Eine tolle Entwicklung – der Erfahrungsbericht von Daniela und Ebony

Hier möchten wir zwei Mails von Daniela mit Euch teilen, über die wir uns riesig gefreut haben. Es liegen anderthalb Jahre zwischen der ersten und der zweiten Mail und wir hoffen, dass sie möglichst vielen von Euch Mut machen, den ganz eigenen Weg zum Pferd zu finden, denn der ist einfach wunderschön!

 

Liebe Babette Teschen,
liebe Tania Konnerth,

Seit ca. vier Monaten arbeite ich mit meinem Pferd nach Ihrem Konzept und bin unglaublich glücklich, dass ich auf Ihre Homepage und die Bücher gestoßen bin.

Letztes Jahr im Juli habe ich mir eine zweijährige Friesenstute gekauft. Am Anfang lief auch alles super. Ebony stand im Offenstall, war ausgeglichen und lernwillig. Wir machten Spaziergänge nur mit Halfter, sie hatte viel Spaß an Zirzensik. Kurz gesagt: es war alles perfekt.

Dieser Zustand dauerte circa drei Monate an. Dann kam leider die Wende. Ebony fing an zu lahmen, sie stand eigentlich nur noch auf drei Beinen. Sämtliche Untersuchungen ergaben keinen Befund, der Verdacht auf einen Haarriss im Röhrbein war aber gegeben. Ebony musste aus dem Offenstall in eine Box umziehen und sechs Wochen fest stehen. Natürlich wurde die Unzufriedenheit immer größer. Als Ebony nach sechs Wochen die Box zur tierärztlichen Untersuchung wieder verlassen durfte, war das nur mit doppelter Sedierung möglich. Plötzlich erschreckte sie sich und trotz Sedierung kam sämtliche überschüssige Energie raus. Sie machte mehrere Bocksprünge und feuert nach hinten aus. Dabei traf sie mich mit beiden Hinterbeinen am Oberschenkel. Mir war im Endeffekt nichts Schlimmes passiert, aber Muskel, Nerven und Gewebe in dem Bereich sind irreversibel kaputt. Seit diesem Tag hatte ich Angst vor meinem Pferd. Ebony spürte diese Angst und fing an, gegen mich zu gehen, und ich fand keinen Ausweg aus diesem Teufelskreis.

Im Januar wechselten wir dann den Stall. Ich stellte Ebony auf die Koppel und fing erst Ende März ganz langsam wieder mit ihr an. Ich habe Ihren Clickerkurs gemacht, das Buch über Bodenarbeit gelesen und auch „10 Wege zu meinem Pferd“. Seit wir diesen Weg eingeschlagen haben, geht es stetig bergauf. Wir konnten gegenseitig neues Vertrauen aufbauen und auch wenn es mal nicht so gut läuft, weiß ich, dass es morgen schon wieder anders aussehen kann. Als ich vor einigen Tagen mit einer Freundin und unseren beiden Pferden spazieren war, regte sich die Stute meiner Freundin plötzlich furchtbar auf, tänzelte rum und war kaum zu bändigen. Ebony machte natürlich sofort mit. Aber mit Kopf senken, Clickern usw. brachte ich sie zur Ruhe. Wir gingen dann vor und pufferten das Ganze ab.

Vorgestern war ich mit Ebony alleine spazieren. Wir trafen auf zwei andere Pferde und sie wollte unbedingt hinterher. Sie galoppierte wild bockend um mich herum. Auch hier konnte ich ruhig bleiben und mein Pferd wieder zur Besinnung bringen. Wir gingen entspannt in den Stall zurück. Noch vor drei Monaten hätte ich mit Ebony vor Angst den Hof nicht verlassen und jetzt können wir sogar solch eine Situation gelassen angehen.
Auf dem Platz arbeiten wir oft mit dem Target-Stick und selbst longieren klappt wieder ohne Probleme. Ihren Longenkurs werde ich demnächst auch noch angehen.

Ich danke Ihnen sehr für diese super geschrieben Bücher und dafür, dass sie sehr viele Denkanstöße für verschiedene Wege geben. Machen Sie weiter so! Ich folge Ihnen auf jeden Fall.

Viele liebe Grüße,
Daniela Fietzek mit Ebony

*****

Liebe Tania,
liebe Babette,

ich hatte euch letztes Jahr im Juni schon mal eine Mail geschrieben und berichtet, dass ich durch Eure tollen Ratschläge wieder einen Weg zu meiner Stute Ebony gefunden habe. Jetzt möchte ich Euch gerne ein Feedback geben, wie es bei uns weitergegangen ist.

Ebony ist jetzt gerade fünf geworden und entwickelt sich super. Wir haben nach dem Longenkurs gearbeitet und auch viele Elemente aus dem Aufbaukurs, wie z.B. Doppellonge und klassische Handarbeit, dazu genommen. Euren neuesten Kurs habe ich natürlich auch schon gekauft und wir fangen gerade Schritt für Schritt mit dem Reiten an.

Selbstverständlich arbeiten wir auch weiterhin an gegenseitigem Vertrauen und sind inzwischen zu einem super Team geworden. Ich habe gar keine Angst mehr vor Ebony und kann jede Situation mit ruhigem Kopf meistern. Auch lange Spaziergänge zu unbekannten Orten sind problemlos möglich. Wir waren im August sogar gemeinsam schwimmen. Das war für mich immer ein großer Wunsch und ich hatte gehofft, dies mit Ebony irgendwann zu schaffen.

Auch mein neunjähriger Sohn kann inzwischen problemlos mit Ebony umgehen. Das freut mich besonders!

Alle zwei bis drei Monate wird Ebony physiotherapeutisch von Philipp Lomax behandelt. Er ist total begeistert über den Muskelaufbau von ihr und sagt, was sie in ein paar Monaten aufgebaut hat, schaffen andere erst in mehreren Jahren. Er hat mich nach dem Ausbilder gefragt und ich habe ihm gesagt, dass ich sie allein nach Eurem Kurs arbeite. Ein großes Lob daher auch von ihm an Euch und die super Übungen. 

Bleibt gesund und macht weiter wie bisher. Ihr seid super!

Liebe Grüße,
Daniela Fietzek

24. August 2021 von Gastautor • Kategorie: Allgemein, Erfahrungsberichte, Jungpferdausbildung, Reiten 1 Kommentar »

Typische Probleme mit Pferden: Mein Pferd gibt seinen Huf nicht

In dieser Kategorie widme ich mich ganz typischen Problemen mit Pferden, zu denen mich immer mal wieder Mails erreichen oder die in Gesprächen über Pferde auftauchen. Besonders soll es hier um Probleme gehen, bei denen herkömmlicherweise oft Druck oder Strafen angewendet werden, damit das Pferd etwas tut oder lässt. Ich möchte zeigen, wie es anders gehen kann. Wenn Ihr auch so eine Frage habt, schreibt sie gerne an tania@wege-zum-pferd.de

„Mein Pferd gibt seinen Huf nicht“

Ein sehr häufiges Problem, das man so ziemlich allen Ställen beobachten kann: Der Mensch möchte seinem Pferd die Hufe auskratzen, aber es gibt seinen Huf nicht. Daraufhin wird der Mensch „deutlicher“ und das Pferd gibt seinen Huf immer weniger gern. Irgendwann reißt dem Menschen der Geduldsfaden und er wird sauer. „Der ist nur bockig“ heißt es dann oder: „Die will mich mal wieder in den Wahnsinn treiben“ und im schlimmsten Fall kommt dann die Gerte ins Spiel, bis das Pferd endlich seinen Huf gibt. Wie so oft, wird versucht, das gewünschte Verhalten notfalls zu erzwingen, anstatt sich die Sache gemeinsam mit dem Pferd zu erarbeiten.

Schauen wir uns dieses Problem einmal genauer an. 

Worum geht es hier eigentlich? 

Zunächst müssen wir uns Folgendes klarmachen: Für ein Lauf- und Fluchttier sind seine Füße noch wichtiger als für uns Menschen. Ein Bein, das nicht zu nutzen ist, weil es zum Beispiel festgehalten wird, ist, solange das Pferd nicht gelernt hat, dass ihm dabei nichts passiert, eine hochbedrohliche Angelegenheit. Aus der Balance zu kommen, ist ebenfalls kein angenehmer Zustand. So haben wir schon mal zwei nachvollziehbar gute Gründe für ein Pferd, uns seinen Huf nicht geben zu wollen. Und dann kann es auch sein, dass körperliche Beschwerden es dem Pferd unangenehm bis schmerzhaft machen können, seinen Huf länger zu heben (das bei einem Verdacht unbedingt mit einem guten Physiotherapeuten oder Arzt abklären lassen und entsprechend Rücksicht nehmen). 

Wenn ein Pferd seinen Huf nicht geben will, rucken und zerren viele Menschen an dem Bein herum oder lehnen sich auch mit ihrem Gewicht gegen das Pferd, in der Hoffnung, so den Huf zu bekommen. Genau das löst in den meisten Fällen aber nur aus, dass sich das Pferd seinerseits verstärkt gegen uns lehnt, denn es wird instinktiv gegen das Gefühl „umgekippt zu werden“ angehen. Oder es macht einen Schritt zur Seite, steht dann aber auch wieder auf allen vier Hufen, eher noch mehr davon überzeugt, dass es keine gute Idee ist, dem Menschen seinen Huf anzuvertrauen. 

Wenn wir nun aber zum Beispiel ein Pferdebein bandagieren oder einen Verband anlegen oder es auch einfach nur putzen wollen, reagieren wir hingegen schnell genervt, wenn das Pferd seinen Huf hebt (weil ihm das vielleicht ungewohnt, unangenehm oder unheimlich ist). In diesen Fällen bekommt das Pferd nicht selten Ärger fürs „Herumzappeln“, ohne dass wir uns klarmachen, dass es ja gar nicht wirklich wissen kann, wann es nun den Huf heben soll und wann nicht,  wenn wir immer dasselbe machen – also das Bein anfassen. Mal gibt es Ärger fürs Nichtheben des Beines, dann gibt es welchen für das Heben des Hufes. Das ist natürlich höchst verwirrend für ein Pferd und so kann das Hufegeben schnell stressbehaftet oder sogar vergiftet werden. 

Klare Signale für eine klare Kommunikation

Überlegen wir doch einmal: Jedes Pferd hebt problemlos sein Bein, wenn es eine Fliege verscheuchen will. Hier tut es das aus eigenem Antrieb heraus. Es steht dabei sicher und ausbalanciert und hat keinen Stress, höchstens vielleicht durch das Kitzeln der Fliege. 😉

Und genau das können wir prima nutzen! 

Ich bringe meinem Pferd bei, auf ein kleines Signal hin seinen Huf von sich aus zu heben – eine Anleitung dazu findet Ihr hier. Das ist viel leichter als oft vermutet, erfordert nur ein bisschen Konsequenz von uns. Ich beachte dabei die folgenden Punkte:

  1. Zunächst überlege ich mir ein eindeutiges Signal, welches das Pferd gut erkennen kann und das ihm nicht unangenehm ist, also zum Beispiel ein Stimmsignal oder ein Antippen oder auch nur ein Zeigen zum Bein. 
  2. Ich belohne jede noch so kleine richtige Reaktion prompt, also auch schon das erste Zucken des Beines. 
  3. Hebt das Pferd sein Bein nicht, wirke ich nicht stärker ein und ich schimpfe und strafe auch nicht, sondern ich warte auf den entscheidenden Moment, den ich belohnen kann. Für den Anfang kann ich mit einer Gerte ein bisschen „Fliege“ spielen (vorausgesetzt, das Pferd hat keine Angst vor Gerten!).
  4. Wenn das Pferd das Bein hebt, schnappe ich mir nicht sofort seinen Huf und halte ihn fest, sondern ich etabliere erst einmal das Heben des Beines als etwas vollkommen Selbstverständliches. Erst wenn das wirklich sitzt, berühre ich sanft das Bein und schau, ob es für das Pferd okay ist, wenn ich meine Hand darum lege. Das längere Halten des Hufes erarbeite ich mir dann einfühlsam und Schritt für Schritt – immer darauf achtend, dass mein Pferd freiwillig und entspannt mitmacht. Den Huf lasse ich dann auch nicht einfach fallen, sondern setze ihn sanft ab.
  5. Sollte mal durch ein doofes Erlebnis, wie z.B. ein Hufgeschwür oder ein Erschrecken beim Auskratzen die Sache wieder nicht mehr so gut laufen, erarbeite ich es mir neu (das geht in der Regel sehr schnell). 

Hier seht Ihr, wie Anthony seinen Huf nur auf ein Zeichen hin von sich aus anhebt – vorne und auch hinten:

Parallel dazu übe ich, dass er den Huf am Boden lässt, wenn ich sein Bein anfasse und entlangstreiche, da ich zum Beispiel beim Verarzten von Wunden oder beim Putzen gerne möchte, dass er den Fuß nicht hochhebt: 

Hier noch mal gut zu sehen: Anthony hebt den Huf selbst und erst dann erst nehme ich ihn, um ihn auszukratzen: 

Und dasselbe hinten: 

Wie auf den Bildern zu sehen ist, kann ich Anthony frei die Hufe auskratzen, denn für ihn ist dabei nichts Stressiges. Das ist immer ein guter Test für mich. Ich lobe und belohne das Hufegeben auch später immer wieder, damit es eine positiv besetzte Sache bleibt!

Extra-Tipp: Es sehr sinnvoll sein, das Heben der Hufe mit verschiedenen Personen zu erarbeiten und zu üben, denn nur weil ein Pferd lernt, einem Menschen zu vertrauen, wird es nicht automatisch jedem seinen Huf geben wollen. Da aber das Heben der Hufe auch bei anderen Menschen wichtig ist, also zum Beispiel bei der Hufpflege oder für nötige Kontrollen oder Behandlungen, sollte es auch daran gewöhnt werden und es entspannt auszuführen.

6. Juli 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Jungpferdausbildung, Sonstiges, Umgang, Verhalten 0 Kommentare »

Jungpferdausbildung mit Tania: Die ersten Schritte unter einem Reiter

Vor kurzem habe ich hier gezeigt, wie das erste Aufsteigen bei einem Jungpferd für mich auf eine pferdefreundliche Art erfolgen kann. Hier soll es nun um die ersten Schritte unter dem Reiter gehen. 

Selbstkritisch hinterfragen: Wer soll der erste Reiter sein?

Zunächst ist es wichtig, dass die Person, unter der das Pferd seine ersten Schritte machen soll, so viel Ruhe und Gelassenheit wie möglich ausstrahlt. So verständlich es ist, dass die meisten Besitzer/innen natürlich gerne selbst die Ersten sein wollen, die das Pferd reiten, so ist das nicht immer die beste Entscheidung. Jede/r sollte sich hier gut prüfen:

  • Kann ich einem jungen Pferd genug Sicherheit und Ruhe vermitteln?
  • Bin ich ohne Angst und frei von inneren Bildern dazu, was alles passieren könnte?
  • Bin ich mir meiner Atmung und Körperspannung bewusst und kann ich zuverlässig einschätzen, ob ich wirklich Ruhe und Gelassenheit ausstrahle? 
  • Bin ich vom Sitz und meiner eigenen Balance her sicher genug, mit einem kleinen Hüpfer oder einem Losrennen liebevoll umgehen zu können, ohne zu schimpfen oder grob zu werden?
  • Und auch diese Frage sollten wir uns stellen: Bin ich leicht genug für den komplett untrainierten Rücken des Jungpferdes?

Gelassenheit vermitteln und immer im Tempo des Pferdes vorgehen!

Dann ist das Wichtigste: Geduld, Geduld und nochmal Geduld. Einen Menschen auf dem Rücken zu tragen ist für viele Pferde im Stand gar kein so großes Problem (vorausgesetzt, man nimmt sich die Zeit, das gemeinsam mit ihnen zu arbeiten). Aber mit dem ungewohnten Gewicht tatsächlich zu laufen, ist etwas ganz anderes. Und da kann es leider selbst bei einem „ganz ruhig“ wirkenden Pferd zu Schreckreaktionen kommen. Je achtsamer wir hier auf das Pferd achten und wirklich nur weitermachen, wenn es entspannt und offen dafür ist, desto sicherer wird alle Beteiligten.

Wir müssen uns bewusst machen, dass unser Gewicht ein Pferd sehr stark in seiner Balance beeinflusst – und aus der Balance zu geraten, ist für viele Pferde unangenehm oder sogar beängstigend. Um zu vermeiden, dass das Pferd unsicher wird oder gar Angst bekommt, sollte die Entscheidung für die ersten Schritte vom Pferd selbst getroffen werden. Also bitte nicht am Strick oder Zügel ziehen oder es mit der Gerte antreiben, sondern einfach erstmal abwarten (und bitte erst recht nicht mit den Beinen treiben, denn diese Hilfe ist dem Pferd ja noch vollkommen unbekannt und kann sensible Gemüter wirklich sehr verunsichern).

Tipp: Der Helfer vom Boden kann sich ein Stück vom Pferd entfernen und es dazu ermutigen, ihm zu folgen. Sollte das Pferd darauf hin aber nicht vorwärtsgehen, dann wartet einfach ein bisschen ab oder probiert es in der nächsten Einheit noch einmal. 

Tritt das Pferd tatsächlich an, zeigt ihm ruhig und liebevoll Eure Freude! Versucht, auch wenn sich die Schritte sehr schwankend anfühlen, es so wenig wie möglich zu stören, sondern geht jede Bewegung weich und mit einem ruhigen Atem mit. Lasst das Pferd dann nach wenigen Schritten anhalten und lobt es freudig. Gebt ihm Zeit, bewusst nachzuspüren, wie sich der Mensch auf dem Rücken anfühlt, und dafür, all das, was es gerade erlebt, zu verarbeiten. Wenn es noch einmal antreten mag, super, aber dann reicht es auch! Hier können wir schnell den Fehler machen, zu viel zu wollen. Bitte widersteht der Versuchung, gleich ganze Runden laufen zu wollen, sondern gebt Euch bitte wirklich mit wenigen Schritten zufrieden. So klein diese Schritte vielleicht auch wirken mögen, sie sind ein riesiger Schritt in der Ausbildung und sie bilden das Fundament für das weitere Gerittenwerden.

Hier könnt Ihr in einem kleinen Video sehen (Link führt zu Youtube) sehen, wie Mucki seine ersten Schritte mit einem Menschen auf dem Rücken machte.

Die ersten Schritte unter einem Reiter

Und noch ein Lesetipp: Mit dem Herzen voran – der Reitkurs von „Wege zum Pferd“. 

21. Juni 2021 von Tania Konnerth • Tags: , , , , , • Kategorie: Aus der Bereiterpraxis, Jungpferdausbildung, Reiten, Umgang 0 Kommentare »

Typische Probleme mit Pferden: Die Sache mit den Pfützen

In dieser neuen Kategorie widme ich mich ganz typischen Problemen mit Pferden, zu denen mich immer mal wieder Mails erreichen oder die beobachte. Besonders soll es hier um Probleme gehen, bei denen herkömmlicherweise oft Druck oder Strafen angewendet werden, damit das Pferd etwas tut oder lässt. Gemäß unseres Mottos möchte ich gemeinsam mit Euch überlegen, wie es anders gehen kann. Wenn Ihr auch so ein typisches Problem habt, schreibt mir gerne an tania@wege-zum-pferd.de

„Mein Pferd geht nicht durch Pfützen“

Im Gelände oder auch auf Außenreitplätzen kommt es beim Thema „Pfützen“ leider fast überall zu sehr ähnlichen Szenen: Das Pferd möchte nicht hindurchgehen und der Mensch versucht, es, – notfalls auch mit Nachdruck – genau dazu zu bringen. „Man darf einem Pferd nicht alles durchgehen lassen!“, heißt es dann, oder: „Wenn ich mich jetzt nicht durchsetze, geht mein Pferd ja nie mehr durch Pfützen!“ 

Lasst uns die Sache mal ein bisschen genauer anschauen.

Worum geht es hier eigentlich?

Grundsätzlich schätzen Pferde Gefahren anders ein als wir Menschen, weil sie anders als wir für Gefahren sensibilisiert sind und weil ihre Sinne anders funktionieren als unsere (sie sehen, hören, riechen und empfinden anders). Pferden sind als Fluchttiere ihre Beine sehr wichtig und sie achten mehr auf die Beschaffenheit des Bodens als wir. Ein Pferd, das im Gelände oder auf einem Reitplatz nicht durch eine Pfütze gehen will, ist deshalb für mich kein Pferd, das seinen Menschen ärgern oder „dominant“ sein will, sondern es ist einfach ein Pferd, das in diesem Moment aus seiner Sicht gute Gründe zum Zögern hat (… ob ich diese Gründe nun verstehe oder nicht). So gut wie immer besteht der Grund schlicht und einfach in Unsicherheit, manchmal steckt auch handfeste Angst dahinter – oder anders gesagt: Die Pfütze bereitet dem Pferd Stress.  

Wenn ein Pferd Stress hat, unsicher ist oder sogar Angst zeigt, dann hilft es ihm nicht, wenn ich behaupte, dass es dafür keinen Grund gibt, und es zwinge, die Sache trotzdem zu tun. Damit erhöhe ich den Stress und „beweise“ letztlich nur, dass ich die Gefahr nicht wahrnehme. Das verhindert Vertrauen. Viel schöner und sinnvoller ist es, für das Pferd vertrauenswürdig zu werden, so dass mein Pferd mir glaubt, wenn ich ihm vermittle, dass die Sache okay ist.

Oft hilft schon eines sehr gut: dem Pferd einfach etwas Zeit zu geben. Wir wollen meist zackige Reaktionen (das werten wir dann als guten Gehorsam), übergehen damit aber unser Pferd. Also einfach erstmal einen Moment abwarten (ohne zu treiben oder zu fordern) und schauen, was passiert. Hier kann man schon prima jedes Interesse an der Pfütze loben und so das Pferd darin bestätigen, sich aktiv mit der vermeintlichen Gefahr zu befassen. Achtung: Viele Pferde erforschen dann scharrend die Pfütze – bitte lasst sie genau das tun, denn so prüfen sie den Boden.

Eine weitere, sehr gute und einfache Möglichkeit ist, abzusteigen und selbst mitten durch die Pfütze zu laufen. Damit zeigen wir dem Pferd sehr verständlich, dass keine Gefahr droht. Allerdings sind die wenigsten dazu bereit, ganz im Gegenteil! Wie oft balancieren wir beim Führen selbst sorgsam um jede Pfütze herum, damit unsere Schuhe nicht nass werden? Oder wie oft reiten wir um Pfützen herum, weil das spritzt und wir nicht wollen, dass der Sattel(-gurt) nass wird? Damit trainieren wir unser Pferd regelrecht dazu, mit uns nicht durch Pfützen zu gehen … Aber überlegt mal: Auf dem Paddock in der Gruppe hat kaum ein Pferd je ein Problem damit, durch Pfützen zu gehen, sie trinken daraus und werfen sich manchmal auch gerne hinein! Macht also einfach eine Übung daraus. Zieht Euch Gummistiefel an und übt geduldig, mit viel Lob und vor allem mit einer spielerischen Begeisterung, durch Pfützen zu laufen. Macht es zu einem tollen Spiel, dass Ihr Euch gemeinsam jede noch so große Pfütze erobert. Auf diese Weise werden viele Pferde zu geradezu fröhlichen Pfützen-Durchquerern 😉 

ABER: Es kann selbst bei Pferden, die normalerweise gut durch Pfützen gehen, immer auch mal eine Pfütze geben, die an diesem Tag einfach zu gruselig ist – vielleicht weil sie anders aussieht, anders riecht oder sonst etwas anders ist, das wir selbst nicht wahrnehmen. Und das können wir nicht „wegmachen“, indem wir darauf bestehen, dass es keinen Grund gibt. Dann gilt es bereit zu sein, meinem Pferd Verständnis zu zeigen. Wenn Ihr hier in alte Muster fallt und grob werdet, könnt Ihr Euch das zuvor erarbeitete Vertrauen verspielen und Pfützen damit wieder zu einem großen Stressfaktor werden lassen. Wenn Ihr aber auf das vermeintliche „Recht“ verzichtet, Euch durchzusetzen, beweist Ihr Eurem Pferd, dass Ihr vertrauenswürdig seid. Und hier gleich noch ein Wort zu dem, was bei solchen Themen eigentlich immer kommt:  Wenn das Pferd eine Straße überqueren soll und nicht durch die Pfütze geht, aber gerade ein Auto kommt, dann würde ich persönlich das Pferd rückwärtsrichten und warten, bis das Auto vorbei ist. Dann kann ich in Ruhe entscheiden, ob ich wirklich an dieser Stelle über die Straße muss, und wenn ja, kann ich absteigen und das Problem gemeinsam mit meinem Pferd lösen.

Pfützen mit einer Lieblingsübung zu verbinden, kann übrigens auch eine tolle Idee sein.

Pferde und Pfützen

(Foto von Horst Streitferdt)

Extra-Tipps: Kennt Ihr die Videos von Anthony und dem Schaf? Da geht es zwar nicht um Pfützen, aber eben auch um etwas, das mein Pferd verunsichert und ich zeige dort ausführlich, wie wir das Ganze komplett ändern konnten – schaut doch mal rein. Und als Lesetipp empfehle ich hier unseren Anti-Angst-Kurs.

1. Juni 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Aus dem Reitunterricht und Coaching, Jungpferdausbildung, Spiele & Co, Umgang, Verhalten 0 Kommentare »

Jungpferdausbildung mit Tania: Das erste Aufsteigen

Als ich meinen Anthony bekam, war er ein noch roher Dreijähriger, denn es war schon immer mein Wunsch gewesen, einmal ein Pferd von Beginn an selbst ausbilden zu können. Als er vier Jahre alt war, begann ich langsam damit, ans Reiten zu denken, und erarbeitete mir ganz behutsam das erste Aufsteigen. Ich bereitete das Ganze in vielen kleinen Schritten vor, so dass das tatsächliche Aufsteigen kaum noch überraschend für ihn kam und zu einem wunderschönen Erlebnis für uns beide wurde. Erst später erfuhr ich, wie dieses so wichtige und prägende Ereignis leider herkömmlicherweise aussieht …

Als ich mitbekam, dass es für viele vollkommen normal ist, dass ein junges Pferd in einer Box von zwei, drei Leuten festgehalten wird, damit jemand auf seinen Rücken steigen kann, kamen mir, ehrlich gesagt, die Tränen. Warum wird etwas, das doch den Grundstein für das ganze Leben als Reitpferd legt, so brutal gemacht, wo es doch ganz anders gehen kann? Warum gibt man einem Tier, das man viele, viele Jahre reiten will, zu Beginn nicht die Zeit, die es braucht, um ein freiwilliges Ja als Einladung zu bekommen, sondern erzwingt das Aufsteigen? Ich werde es nie verstehen. Das Argument „Zeitdruck“ lasse ich nicht gelten, denn auch wenn es vielleicht zunächst länger dauert, so spart man sich durch ein besonnenes und pferdegerechtes Umgehen später sehr viel Ärger und das macht die Sache dreimal wieder wett.

Als ich mich das erste Mal auf Anthonys Rücken setzte, war ich mit ihm allein in der Halle. Er trug nur ein Halfter mit Zügeln und er blieb von sich aus vollkommen ruhig und gelassen an der Aufstieghilfe stehen, während ich sanft auf seinen Rücken glitt. Wer schon ein bisschen länger bei uns mitliest, weiß, dass Anthony alles andere als ein einfaches Pferd ist, sondern ein hochsensibles Tier mit einem ausgeprägten eigenen Willen. Ich hatte es also nicht „besonders einfach“, sondern ich habe es einfach gut vorbereitet. Mit ein bisschen Zeit, Geduld, Einfühlungsvermögen  und der Bereitschaft, in kleinen Schritten vorzugehen, kann jedes erste Aufsteigen zu einem schönen und guten Erlebnis für ein Pferd werden und das Aufsteigen auch für Pferde, die bereits schlechte Erfahrungen gemacht, neu entwickelt werden. Für mich ist eine positive Erstbesteigung eine ganz entscheidende Grundvoraussetzung für die weitere Ausbildung zum Reitpferd und ein entspanntes Aufsteigen ganz generell ein Muss für das pferdefreundliche Reiten

Da ich zur Zeit den fünfjährigen Norwegerwallach „Mucki“ und seine Besitzerin Daniela Baars ein bisschen bei der Ausbildung unterstützen darf, kann ich Euch hier einmal ein kleines Video davon zeigen, was ich als eine pferdefreundliche „Erstbesteigung“ empfinde und wie wir genau vorgegangen sind. Zu diesem Zeitpunkt hatte Daniela schon folgende Punkte vorgearbeitet: 

  • Mucki war vollkommen vertraut mit Berührungen am gesamten Körper und Rücken.
  • Er wurde behutsam an ein Reitpad gewöhnt und auch, damit zu laufen. 
  • Er lernte Gewicht auf dem Rücken kennen und zeigte dabei keinen Stress oder Unsicherheiten. 
  • Daniela brachte ihm das selbstständige Herantreten an eine Aufstieghilfe bei (was inzwischen eine seiner absoluten Lieblingsübungen ist, das macht er frei und sogar vom Gras weg!). 
  • Er war daran gewöhnt, dass Daniela auf der Aufstieghilfe steht und von dort aus seinen Rücken berührt. 

Diese Schritte sind aus meiner Sicht nötig, bevor man überhaupt ans erste Aufsteigen denken kann und so würde ich auch bei Pferden vorgehen, die schlechte Erfahrungen gemacht haben und Angst oder Unruhe zeigen, wenn man aufsteigen möchte.  Jeder einzelne dieser Schritte sollte ebenfalls mit Geduld und Einfühlungsvermögen vermittelt werden. Das  Tempo sollte immer das Pferd vorgeben – ein Pferd lernt schneller, ein anderes braucht länger. Als bei Mucki all diese Punkte erfüllt waren, schauten Daniela und ich mal, ob er auch einverstanden damit ist, wenn ich mich auf seinen Rücken setze – hier könnt Ihr das kleine Video dazu sehen (Link führt zu Youtube): 

Das erste Aufsteigen

Und noch ein Lesetipp: Mit dem Herzen voran – der Reitkurs von „Wege zum Pferd“. 

10. Mai 2021 von Tania Konnerth • Tags: , , , , , • Kategorie: Aus der Bereiterpraxis, Jungpferdausbildung, Reiten, Umgang 1 Kommentar »

Was tun, wenn das Pferd schnappt?

Schnappende Pferde sind nicht gerade ein Vergnügen. Herkömmlicherweise wird ein schnappendes Pferd bestraft, entweder mit einer scharfen stimmlichen Ermahnung oder auch handfest mit einem Klaps oder Schlag. Aus unserer Sicht ist dieses Vorgehen kontraproduktiv und nicht zu empfehlen. Es ist vielmehr wichtig, zu verstehen, dass ein Pferd mit seinem Schnappen und auch Beißen etwas auszudrücken versucht – das kann Frust sein oder Stress, es kann damit Schmerzen ausdrücken oder Überforderung, es kann Ärger damit zeigen oder Übermut und vieles mehr. Allein diese kleine Aufzählung zeigt, wie entscheidend es ist, das Verhalten eines Pferdes zu verstehen. Denn nur so können wir zu guten Lösungen kommen. 

Bei der Arbeit nach unserem Longenkurs arbeiten wir zum Teil ja sehr nah am Pferd und gerade bei Übungen wie dem „Führen in Stellung“ oder dem „Übertreten lassen“ kann uns ein Pferd, das schnappt oder gar beißt, ganz schön die Laune verderben. Wir möchten Euch deshalb hier einen Audio-Track aus unserem Audio-Programm Der Longenkurs im Ohr zur Verfügung stellen, in dem Babette sehr ausführlich auf das Problem des Schnappens eingeht. Ihre Tipps helfen Euch ganz sicher auch beim normalen Führen oder im Umgangen ganz allgemein. Wir hoffen, dass möglichst viele mit diesen Anregungen, das Schnappen ihres Pferdes in Zukunft anders sehen und so auch andere Wege finden, damit umzugehen – denn es lässt sich tatsächlich in den allermeisten Fällen gut in den Griff bekommen, wenn WIR uns ändern und lernen, besser auf unser Pferd einzugehen. 

Den Audio-Track könnt Ihr hier herunterladen – viel Freude damit!

Hörprobe Audiokurs zum Longenkurs

23. März 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Jungpferdausbildung, Longieren, Umgang, Verhalten 0 Kommentare »

Fühle! – Inspiration des Monats

Mit unserer  Rubrik Inspiration des Monats nehmen wir uns jeweils ein Schwerpunktthema vor, für das wir Euch kurz und knapp Denkanstöße und Anregungen geben möchten. Lange Texte gibt es bei uns genug, aber gerade bei Basis-Themen denken wir, ist es wichtig, sie immer wieder mit in den praktischen Pferde-Alltag zu nehmen, um für eine längere Zeit im Herzen bewegt zu werden. Und meist sind es Schlüsselsätze oder -erkenntnisse, die man wirklich bei sich behält. 

Unser Tipp: Zieht Euch jeweils unsere Inspiration des Monats auf Euer Handy, damit Ihr die Fragen und Denkanstöße  für eine Weile immer dabei habt – Ihr werdet vielleicht überrascht sein, wie unterschiedlich Eure Antworten und Gedanken dazu in verschiedenen Situationen ausfallen können. 

Thema des Monats:
Fühle!

Im Zusammensein mit Pferden sind die meisten von uns vor allem damit beschäftigt, Hinweise, Tipps und Anleitungen von Reitlehrern/innen oder solche, die wir aus Büchern oder dem Internet haben, umzusetzen. Natürlich wollen wir unser Pferd optimal trainieren und bemühen uns deshalb sehr, Techniken und Methoden gut umzusetzen. Dabei verdrängen wir aber oft die Sache mit den Gefühlen … 

Pferde lösen sehr viel in uns aus: Sie lassen uns lieben und glücklich sein, aber sie konfrontieren uns häufig auch mit Ohnmacht, Ehrgeiz und vielem anderen mehr. Um ihnen wirklich gerecht zu werden, müssen wir den Mut haben, uns immer wieder bewusst zu machen, was wir gerade fühlen, wenn wir mit unserem Pferd zusammen sind. Wenn wir zum Beispiel nur noch ein bestimmtes Trainingsziel im Kopf haben, das wir unbedingt erreichen wollen, verlieren wir vielleicht die Fähigkeit zu erspüren, dass unser Pferd überfordert ist. Wenn wir unsere Wut oder Hilflosigkeit in einer Situation, in der alles schief läuft, nicht als solche wahrnehmen, neigen wir möglicherweise dazu, unser Pferd ungerecht zu bestrafen, obwohl es uns einfach nur etwas mitzuteilen versucht. Wenn wir nicht wahrnehmen, dass uns unsere Verantwortung oder unsere Sorgen um unser Pferd über den Kopf wachsen, werden wir aus Not hart und verlieren die Freude.

Als Pferdemenschen sind wir ständig gefordert, unser Pferd nicht nur anzuschauen, sondern es auch zu fühlen – also wahrzunehmen mit dem, was gerade in ihm vorgeht, mit dem, was es braucht und mit dem was es geben kann und was eben nicht. Und um das zu können, brauchen wir auch den Mut und die Bereitschaft, unsere eigenen Gefühle wahrzunehmen und zu reflektieren. Pferde sind keine Sportgeräte, sondern Mitlebewesen, die auf unsere Empathie angewiesen sind und uns immer auch auf der Beziehungsebene fordern. Und ist das nicht gerade das Schönste am Zusammensein mit ihnen?

Fühle dein Pferd

2. März 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Aus dem Reitunterricht und Coaching, Erkenntnisse, Inspiration des Monats, Jungpferdausbildung, Reiten 1 Kommentar »

Trainiere mit Lob, nicht mit Strafe! – Inspiration des Monats

Mit unserer  Rubrik Inspiration des Monats nehmen wir uns jeweils ein Schwerpunktthema vor, für das wir Euch kurz und knapp Denkanstöße und Anregungen geben möchten. Lange Texte gibt es bei uns genug, aber gerade bei Basis-Themen denken wir, ist es wichtig, sie immer wieder mit in den praktischen Pferde-Alltag zu nehmen, um für eine längere Zeit im Herzen bewegt zu werden. Und meist sind es Schlüsselsätze oder -erkenntnisse, die man wirklich bei sich behält. 

Unser Tipp: Zieht Euch jeweils unsere Inspiration des Monats auf Euer Handy, damit Ihr die Fragen und Denkanstöße  für eine Weile immer dabei habt – Ihr werdet vielleicht überrascht sein, wie unterschiedlich Eure Antworten und Gedanken dazu in verschiedenen Situationen ausfallen können. 

Thema des Monats:
Trainiere mit Lob, nicht mit Strafe!

Viele von uns möchten gerne pferdefreundlich mit ihren Pferden umgehen und sie ebenso pferdefreundlich trainieren. Leider stammen aber viele Elemente der herkömmlichen Pferdeausbildung noch aus Zeiten, in denen man sich über Pferdebedürfnisse oder Lernpsychologie noch nicht so viele Gedanken gemacht hatte. Heute wissen wir sehr viel mehr darüber, wie Pferde am besten lernen und können unser Training entsprechend deutlich pferdegerechter gestalten.

Der pferdefreundlichste Weg, den wir kennen, ist die positive Verstärkung. Nach diesem Prinzip wird richtiges und erwünschtes Verhalten durch Futter- oder Stimmlob, durch Kraulen oder Ähnliches bestätigt und damit konsequent positiv aufgeladen. „Falsches“ oder unerwünschtes Verhalten wird, soweit möglich, ignoriert oder gegebenenfalls sanft korrigiert. Um zu verstehen, warum dieser Weg pferdefreundlich ist, müssen wir uns klarmachen, dass jedes Lebewesen, etwas aus zwei Gründen tut:

  • weil es entweder etwas Negatives vermeiden will oder
  • weil es etwas Positives erhalten oder erleben möchte.

Herkömmlicherweise wird in der Ausbildung von Pferden vor allem mit Korrekturen und Strafen gearbeitet. Dabei bleibt einem Pferd nur übrig, durch Versuch und Irrtum (ein mehr oder weniger unangenehmes Erlebnis) herauszufinden, was der Mensch will. Bei der positiven Verstärkung hingegen wird das Pferd durch die vielen positiven Erlebnisse dazu motiviert, aktiv mitzumachen. Lernen erfolgt hier, weil das Pferd sich etwas Gutes von der Mitarbeit mit dem Menschen verspricht – und das ändert alles.

Überlege doch einmal, wie Du selbst am liebsten lernst: in einem Umfeld, in dem Du Strafen fürchten musst, wenn Du einen Fehler machst, oder in einem, in dem Du für alles Richtige bestätigt und ermutigt wirst? Für uns liegt auf der Hand, dass Lernen durch positive Verstärkung eine tolle Sache ist!

Probier es doch einfach einmal selbst aus und frage Dich gleich heute, wenn Du bei Deinem Pferd bist, wie Du es schaffen kannst, ihm nur durch Lob und positive Bestätigung etwas Neues beizubringen. Das Spannende dabei ist nämlich, dass Du Dir dafür erst einmal überlegen musst, wie Du erreichen kannst, dass Dein Pferd seine Sache richtig machen kann. Kleiner Tipp: immer in gaaaaanz kleinen Schritten denken! 

Konkrete Anregungen und Anleitungen zum Training mit positiver Verstärkung findest Du zum Beispiel in unserem Reitkurs, in unserem Clickerkurs oder in unserem Praxiskurs Bodenarbeit.

Loben statt strafen

16. Februar 2021 von Tania Konnerth • Kategorie: Arbeit an der Hand, Clickertraining, Erkenntnisse, Freiarbeit, Inspiration des Monats, Jungpferdausbildung, Longieren, Reiten, Umgang 2 Kommentare »

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    Alles zum Thema Longieren finden Sie hier und unsere Beiträge zum Clickertraining hier. Eine Übersicht über unsere Kurse, E-Books und Bücher finden Sie hier.

    Und wer sind wir? Wir sind Babette Teschen und Tania Konnerth, Betreiberinnen dieser Seite seit 2008 – einen Artikel zu unserem 10-jährigen Bestehen gibt es hier. Wir teilen in diesem Blog unsere persönlichen Erfahrungen und unser Wissen mit Ihnen und Euch und freuen uns auf Kommentare und Rückmeldungen.

    NEU bei uns: Mit dem Herzen voran – der Reitkurs von "Wege zum Pferd":

    Und hier geht es zu unseren Büchern bei Kosmos:

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