Nicos erster Kurs

So schnell melden wir uns wieder zurück (s. hier) – denn es gibt einiges zu berichten!

Im März war nämlich die Verhaltensbiologin und Buchautorin Marlitt Wendt für einen Trainingstag zum Thema Clickertraining bei uns auf unserm Hof. Petra, die den Kurs organisiert hat, sowie Alex und Nico waren mit von der Partie und so erlebte Nico seine Kurspremiere.

Es gab zwei Einheiten für unseren Nico, was hier auch als Film zu sehen ist.

Erste Einheit

Vormittags arbeitete Petra mit ihm und schnell kristallisierten sich zwei Themen heraus: Stress und Signalkontrolle.

Marlitt machte gleich zu Beginn sehr deutlich, dass das Clickern ein sehr machvolles Instrument ist, welches beim Pferd einen sehr hohen Stresslevel erzeugen kann. Reagiert ein Pferd mit Übergrifflichkeiten,  so sind im Vorfeld Fehler beim Training gemacht worden. Oft werden zum Beispiel viel zu wenig Ruhepausen in einer Einheit gemacht.

Und genau das wurde uns in unserer Arbeit mit Nico auch klar: dass wir mehr Pausen einbauen müssen. Bisher war es so, dass wenn wir etwas mit Nico gemacht haben, haben wir meist oder fast immer an irgendwelchen Lektionen oder Aufgaben gearbeitet. Dabei gab es wenig Entspannungspausen, da uns nicht so richtig bewusst war,

  • wie wichtig diese sind
  • wie wir sie Nico anbieten können.

Pausen hießen bisher, dass wir uns aus der Halle zurückgezogen haben. Nico kam dann hinterher, rempelte, nervte und biss in die Bande etc. Daraus schlossen wir, dass eine Pause für ihn nicht notwendig ist, da er sich in der Pause nicht wohlfühlt und er einfach weiterspielen möchte.

Nun kam ein ganz neuer Gedanke von Marlitt: Pausen bedeuten nämlich, dass man einfach nur miteinander da ist. Dass man nichts „tut“, sondern einfach nur „ist“. Genau das ist für Pferde sehr wichtig, sie können Stunden damit zubringen, einfach nebeneinander zu sein. Und dieses „einfach nur sein“ hat  eine ganz besondere Qualität.

Als Ruhezone wurde mit Stangen ein Quadrat gelegt, das die Pausen räumlich ankündigt und später dann auch wie ein Ruheanker wirken kann, wenn das Pferd oft genug erfahren hat, dass in diesem Quadrat etwas sehr Schönes stattfindet.

n2Wichtig: in dem Quadrat wird nicht (!) geklickert. Wir suchten uns die Lieblingskraulstellen beim Pferd und versuchten zu entspannen und eben wirklich nichts zu wollen. Sehr deutlich merkte man bei den Pferden, die sich auf diese Art der Ruhe einließen, dass sich ihr Ausdruck veränderte und sie in sich fühlten. Und auch für uns Menschen sind die Pausen ganz wichtig, denn unbewusst setzen wir uns (und damit auch unserer Pferde) oft ganz schön unter Erwartungsdruck. Da tut es gut, einfach mal nur ein bisschen zu sein. 🙂

Uns wurde in diesem Zusammenhang auch klar, dass wir den Erregungslevel bei Nico permanent auf einem doch recht hohen Niveau gehalten haben. Und so verwundert es eigentlich nicht, dass es deshalb auch immer mal wieder zu kleinen Übergrifflichkeiten kommen musste. Wir werden also ab sofort ganz gezielt Ruhepausen einlegen und schauen, wie sich das gerade auf die kleinen Problempunkte wie Schnappen und Rempeln auswirken wird.

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1. April 2014 von Babette Teschen • Kategorie: Clickertraining, Jungpferdausbildung 9 Kommentare »

Ein Wagnis

Ich habe letzten Mittwoch etwas gewagt, von dem ich nicht gedacht hätte, dass ich es tun würde. Eigentlich hatte ich mit Kursen für meine Pferde abgeschlossen. Aramis habe ich versprochen, dass er nie wieder etwas tun muss, was er nicht will und Anthony macht eh nichts, was er nicht will 😉 – … warum da also noch über eine aktive Kursteilnahme nachdenken, in der ich mich und meine Pferd doch sicher wieder nur unter Druck setzen würde?

Was aber, wenn dann direkt am eigenen Stall ein wirklich spannender Kurs veranstaltet wird, in dem dann auch noch genau ein freier Teilnehmerplatz da ist? Tja, da habe ich es gewagt und habe doch mitgemacht.

Ich habe die Entscheidung bis zur Vorstellrunde aufgeschoben, weil ich so unsicher darüber war, ob ich es noch mal versuchen soll. Ich habe leider schon sehr schlechte Erfahrungen gemacht und bin gerade in Kursen immer wieder in Situationen gekommen, die ich später bereut habe. Außerdem habe ich meine Erwartungen an meine Pferde sehr reduziert. Was sollte ich da nun als aktive Teilnehmerin?

Ich sollte gute Erfahrungen sammeln, glaube ich, und die möchte ich hier mit Euch teilen.

Ein Clickerkurs – und wir machen mit!

Es handelte sich um einen Clickerkurs für Fortgeschrittene bei Marlitt Wendt.

Ich entschied mich also buchstäblich in letzter Minute noch sehr skeptisch, tatsächlich aktiv mit Anthony mitzumachen, denn mit ihm ging ich davon aus, dass  eigentlich nur das Übliche schief gehen konnte, nämlich, dass mich mein Pferd auflaufen lässt (aber wenigstens nicht wie bei Aramis, dass ich ihn aus Versehen doch missbrauche). Am Ende hatte ich dann mit beiden aktiv mitgemacht und keine Minute davon bereut.

ClickerkursZum einen lag es an der tollen Atmosphäre im Kurs, die Marlitt erschuf. Unermüdlich und konsequent auch bei uns Menschen nur auf das Positive achtend, fühlte ich mich sofort wohl und sehr liebevoll begleitet. Keine Angst, kein Stress, kein Druck – was für ein Lernerlebnis!

ck3Dann war das, was Marlitt vermittelte nicht nur unglaublich interessant, sondern auch wirklich hilfreich! Ich habe selten in einem Kurs so viel für mich mitnehmen können – Bekanntes aus neuen Blickwinkeln betrachtet und mit neuen Anregungen bereichert, toll! Ich kam wieder in Kontakt damit, wie gerne ich eigentlich lerne, über Pferde, den Umgang und das Miteinander. Und wie schade es ist, dass ich mich immer mehr zurückgezogen hatte, weil so viele vorherige Lernerlebnisse enttäuschend und frustrierend waren.

ck4Das Schönste war aber für mich, dass Marlitt eine Trainerin ist, die nicht nur eine Methode bietet, sondern die Mensch und Pferd mit deren Eigenheiten und der ihr ganz eigenen Geschichte sieht und würdigt. Da war keiner, der mir das Gefühl gab, dass ich bisher nur Mist gemacht hatte und dass ich es eben „einfach nur so und so“ machen müsse und dann sei alles gut. Das tat mir einfach nur gut und ich konnte mich öffnen. Konnte zuhören und annehmen. Und damit ganz viel für uns mitnehmen.

Ich möchte mit diesem Beitrag Marlitt ein Dankeschön senden und ich wollte diese Erfahrung mit Euch teilen. Vielleicht macht sie Euch Mut, Euch immer wieder neu einzulassen auf die Chance, gute Erfahrungen zu machen! Das ist übrigens etwas, das ich am besten von meinem Aramis lernen kann …

Clickerkurs

25. März 2014 von Tania Konnerth • Kategorie: Clickertraining, Sonstiges 7 Kommentare »

Presseschau: Zwei Artikel zum Clickern

In der Pferdezeitschrift „Mein Pferd“ sind in den letzten Ausgaben zwei umfangreiche Artikel zum Clickern erschienen. Wer diese Artikel noch nicht gelesen hat und sich dafür interessiert, kann sie hier mit Click auf das jeweilge Foto als PDFs herunterladen.

clicker_meinpferd1clicker_meinpferd2Viel Spaß beim Lesen!

 Und wenn Sie mehr über das Clickern erfahren wollen, schauen Sie doch mal in unseren Clickerkurs!

20. Juni 2013 von Tania Konnerth • Kategorie: Clickertraining 0 Kommentare »

Beginne nie mit dem Zielbild

„Beginne nie mit dem Zielbild!“ – So lautet ein Leitsatz aus dem Clickertraining. Tatsächlich aber ist dieser Leitsatz nicht nur für das Clickertraining wichtig, sondern für die gesamte Pferdeausbildung. Leider wird er viel zu häufig vernachlässigt…

Beginne nie mit dem Zielbild!

Was ist mit diesem Satz gemeint?

Natürlich haben wir alle, wenn wir eine Lektion mit einem Pferd erarbeiten wollen, ihre korrekte Ausführung im Kopf. Wir denken also z.B. an ein perfektes Angaloppieren, an einen perfekten Zirkel im Trab oder an ein korrektes Schulterherein. Eine klare Vorstellung von dem zu haben, was wir uns erarbeiten wollen, ist gut, denn unsere inneren Bilder geben uns die Richtung vor. Aber eben nur die Richtung. Wir können ein Ziel anstreben, aber nicht mit diesem Ziel beginnen.

Ein guter Trainer oder Pferdemensch unterteilt deshalb jede Übung in möglichst viele Teilschritte und geht dann ganz kleinschrittig an eine Übung heran. Erst wenn ein Teilschritt vom Pferd verstanden wurde, geht er einen Schritt weiter. Manchmal muss man sogar wieder einige schon erreichte Teilschritte zurückgehen, denn Lernen ist kein geradliniger Vorgang, sondern findet in Wellen statt.

Dieses Vorgehen erspart vieles an so genannten Widersetzlichkeiten, die entstehen wenn ein Pferd eine Aufgabe nicht versteht oder überfordert ist. Es verhindert, dass das Pferd Fehler macht und dadurch demotiviert wird. Und es ermöglicht ein schönes Miteinander von Mensch und Pferd, da sich der Mensch auf diese Weise dem Lern- und Versteh-Tempo des Pferdes anpasst.

Ein Beispiel

Schauen wir uns einmal in der Praxis an, wie ein solch kleinschrittiges Vorgehen aussieht. Es eignet sich nicht nur dazu, dem Pferd etwas ganz Neues beizubringen, sondern auch bereits Bekanntes neu aufzubauen, z.B. um einem Pferd eine eher ungeliebte Lektion schmackhaft zu machen. Als Beispiel nehmen wir das Rückwärtsrichten, das von vielen Pferden ungern ausgeführt wird.

Wollen Sie Ihrem Pferd z.B. das Rückwärtsrichten beibringen, so erwarten Sie nicht gleich zu Beginn, dass Ihr Pferd sofort einige Schritte rückwärts macht! Und das eben bitte auch dann nicht, wenn es diese Lektion eigentlich schon beherrscht. Gehen Sie zunächst von Null aus und setzen Sie sich als ersten Teilschritt, dass Ihr Pferd seinen Körperschwerpunkt nach hinten umlagert. Mehr nicht!

Loben Sie es dafür und üben Sie diese Gewichtsverlagerung mehrere Male.

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13. November 2012 von Babette Teschen • Kategorie: Arbeit an der Hand, Aus dem Reitunterricht und Coaching, Aus der Bereiterpraxis, Clickertraining, Jungpferdausbildung, Longieren, Reiten, Umgang 6 Kommentare »

Druck oder Futterlob?

Wenn Sie mein Blog regelmäßig lesen, wissen Sie, dass ich ein großer Freund des Futterlobs bin. Ich belohne meine Pferde für Richtiges konsequent mit Leckerlies, denn für mich ist das der beste Weg, meinem Pferd

  • zu zeigen, dass es etwas richtig gemacht hat und
  • seine Motivation nicht nur zu halten, sondern immer wieder neu zu wecken.

Ich weiß, dass es auch viel Kritik am Futterlob gibt und ich schreibe hier immer mal wieder meine Gedanken dazu auf. Heute möchte ich mich dem Argument widmen, dass Pferde untereinander ja auch nicht mit Futterlob arbeiten, sondern dass es da so läuft, dass ein Pferd dem anderen droht und ggf. seinen Wunsch auch aggressiv zum Ausdruck bringt.

Auf dieser Beobachtung basieren dann Ausbildungsmethoden, bei denen der Mensch angeleitet wird, dem Pferd solange Druck zu machen, bis das unerwünschte Verhalten gelassen oder das gewünschte Verhalten gezeigt wird. Dieser Weg wird als pferdefreundlich bezeichnet und der Einsatz von Futterlob in dieser Richtung fast immer komplett abgelehnt.

Mit Druck zu arbeiten, ist pferdegerecht?

Schauen wir uns die Sache doch einmal genauer an:

Pferde untereinander streiten um Ressourcen.  Da geht es darum, wer die rossige Stute besteigen, wer das beste Futter fressen darf, wer zuerst ans Wasser geht und um viele andere für Pferde wichtige Dinge. Uns Menschen geht es aber gar nicht darum, eine dieser Ressourcen von unseren Pferden abzuringen. Uns interessiert weder die rossige Stute, noch das Heu oder das Wasser.

Wir wollen vielmehr, dass das Pferd für uns Dinge tut, die es normalerweise nicht tun würde. Es soll uns auf seinem Rücken dulden, es soll seine Beine auf eine bestimmte Weise setzen, es soll sich überall anfassen lassen, Kunststücke zeigen, Kutschen ziehen und vieles, vieles mehr.  Und am liebsten wollen wir, dass unser Pferde all das auch noch motiviert, freudig und eifrig tun.

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5. Juni 2012 von Babette Teschen • Kategorie: Clickertraining 15 Kommentare »

Das Trainer-Spiel

Wenn Sie hier schon länger mitlesen, wissen Sie, dass ich nach dem Clickertraining arbeite. Da das mit dem Clickern aber gar nicht so einfach ist, habe ich mir schon oft gewünscht, dass mein Pferd mit mir reden könnte, um mir ein direktes Feedback geben zu können.  Darüber, wie ich als Trainerin auftrete und wie gut oder eben nicht gut ich zu verstehen bin.

Nun habe ich eine tolle Übung gefunden, die meinem Wunsch schon sehr nahe kommt und zwar das so genannte Trainer-Spiel! Auch wenn Sie nicht clickern, möchte ich Sie unbedingt ermutigen, sich einmal auf das Trainer-Spiel einzulassen und es auszuprobieren. Sie werden mit Sicherheit sehr davon profitieren – und Ihr Pferd erst recht.

So geht´s

Beim Trainer-Spiel schlüpft ein Mensch in die Rolle des Pferdes, ein anderer spielt den Trainer.

Der Trainer möchte nun seinem „Pferd“ ein Verhalten frei formen. Der Trainer darf sein „Pferd“ nicht berühren und keine Zeichen geben. Seine einzige Kommunikation mit dem „Pferd“ findet über das Feedback mit dem Clicker statt. Der Click wird immer dann gegeben, wenn das „Pferd“ etwas macht, was in die richtige Richtung (= Lösung der Aufgabe) geht. Das „Pferd“ hat als einzige Vorgabe, dass es Verhalten anbieten soll, also nicht nur passiv in der Gegend stehen soll (sonst wird es langweilig, weil der Trainer nichts zu clickern hat ;-)). Es ist also ein bisschen so wie beim Topfschlagen. 🙂

Wie bei der richtigen Pferdeausbildung: vom leichten zu schweren Aufgaben

Wählen Sie zu Beginn eine leicht zu lösende, nicht zu komplizierte Aufgabe wie z.B., das „Pferd“ soll zu einen bestimmten Stuhl gehen und sich auf diesen setzen.

Sind Sie bereits fortgeschrittene Trainer-Spiel-Spieler, dürfen die Aufgaben immer komplexer werden, z.B. könnte die Aufgabe jetzt so aussehen, dass Ihr „Pferd“ den Stuhl umdrehen und umgekehrt auf einen Tisch stellen soll oder vielleicht soll es mit seinem rechten Arm seinen linken Fuß abklopfen …

Ziel ist es, dass das „Pferd“ die angedachte Verhaltenskette richtig ausführt.

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30. August 2011 von Babette Teschen • Kategorie: Clickertraining 5 Kommentare »

Variabel verstärken – ein Mittel zur Motivation

Wenn Sie nach dem Prinzip der positiven Verstärkung arbeiten, belohnen Sie Ihr Pferd für ein erwünschtes Verhalten, je nachdem womit Sie belohnen, mit der Gabe eines Leckerlis, mit Streicheln oder dem Hinzufügen von anderen Annehmlichkeiten, welche Ihr Pferd als Lob empfindet.

Beginnen wir damit, dem Pferd eine neue Lektion beizubringen, belohnen wir in der Regel zunächst jedes richtige Verhalten mit dem Hinzufügen des Lobes. Ist das Pferd in der Lektion weiter fortgeschritten, ist der nächste Schritt, die Belohnungsrate zu senken und noch später das Belohnen mehr und mehr ausschleichen. Wir verstärken dann also nicht mehr ständig, sondern wir verstärken variabel.

Ein Beispiel

Sie möchten Ihrem Pferd das Geben der Hufe beibringen. Dann werden Sie zunächst jedes kurze Anheben eines jeden Beines positiv verstärken. Später gibt es nur noch einen Keks, wenn Ihr Pferd den Huf besonders ruhig und lange hingehalten hat und noch später erst, nachdem es Ihnen alle vier Hufe gut gegeben hat. So schleicht man die Belohnung nach und nach immer mehr aus.

Um aber die Motivation des Pferdes für das gute Ausführen der Aufgabe trotz weniger Belohnung hoch zu halten, sollten Sie aber nie ganz auf das Belohnen verzichten, sondern in unregelmäßigen Abständen immer wieder eine Belohnung für eine besonders gute Ausführung der Aufgabe springen lassen.

Die Hoffnung auf den Gewinn wirkt stark motivierend

Die variable Verstärkung (auch sog. Zufallsbelohnung) wirkt in der Regel stark Motivation fördernd. Das Tier weiß nie genau, wann es eine Belohnung bekommt und strengt sich deshalb besonders an, um die Belohnung sicherzustellen.

Dahinter steckt dasselbe Prinzip, welches auch hinter Glücksspielautomaten steckt. Dadurch, dass der spielende Mensch nicht weiß, wann es die Belohnung gibt (der Jackpot geknackt wird), steckt er immer wieder eine Münze in den Automaten, in der Hoffnung, bei der nächsten Münze den Gewinn zu erhalten. Und ebenso bieten uns die Pferde ein Verhalten, von dem sie sich einen Gewinn versprechen (Keks 😉 ), gerne immer wieder motiviert an.

So habe ich z.B. die schönsten Ausführungen von einem spanischen Schritt erhalten, als ich zu der variablen Verstärkung übergegangen bin.

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15. August 2011 von Babette Teschen • Kategorie: Clickertraining 7 Kommentare »

„Time out“ versus „Pause“- Strafe oder Lob?

Wer hier schon länger mitliest, weiß, dass ich gerne nach dem Clickertraining arbeite. Das Grundprinzip des Clickertrainings besteht darin, konsequent mittels positiver Verstärkung erwünschtes Verhalten zu bestätigen. Unerwünschtes Verhalten wird nicht bestraft, sondern ignoriert.

Aber auch das Clickertraining kennt eine Form von Strafe und zwar das so genannte „Time out„. Diese Strafe sieht so aus, dass das Pferd eine Zwangspause bekommt, der Trainer also die Clickereinheit abrupt unterbricht. Man fügt dem Pferd also nicht aktiv etwas Negatives zu (wie z.B. Schmerz), sondern es wird etwas Positives weggenommen, nämlich die Zusammenarbeit mit dem Menschen und seine Zuwendung. Das, was gerade „gearbeitet“ wird, wird abgebrochen und der Mensch geht (z.B. hinter einen Zaun, aus der Reitbahn raus) und entzieht dem Pferd Aufmerksamkeit, Belohnung, Spaß…

Eingesetzt wird das Time Out z.B.

  • wenn das Pferd während der Arbeit anfängt zu bettelig zu werden,
  • wenn es zu aufdringlich wird,
  • wenn es anfängt zu rempeln,
  • wenn es beißt
  • oder wenn es ähnlich unerwünschtes Verhalten zeigt.

Im Prinzip machen die Clickertrainer in diesem Moment nichts anderes, als dem Pferd eine „Auszeit“ zu verpassen.

Auch diese Form der Strafe bitte sehr achtsam einsetzen!

Es ist sehr wichtig dabei Folgendes zu beachten: Jedes Wesen auf der Welt wünscht sich sehnlichst Aufmerksamkeit und diese vom Umfeld entzogen zu bekommen, ist tatsächlich eine Strafe. Nur deshalb kann das „Time out“ psychologisch überhaupt wirken. Aber genau deshalb ist es auch so wichtig es, wie jede Form der Strafe, nur dosiert und überlegt eingesetzt werden sollte.

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28. Juni 2011 von Babette Teschen • Kategorie: Clickertraining 8 Kommentare »

Negative Verhaltensketten – so schnell bringen wir unserem Pferd etwas Falsches bei

In meinem letzten Blog habe ich darüber geschrieben, wie Sie unerwünschtes Verhalten ausmerzen können, indem Sie das unerwünschte Verhalten unter Signalkontrolle bringen und es nicht mehr abfragen. Und ich habe Sie am Ende des Beitrages schon vorgewarnt, dass hier eine Falle lauert.

Die meisten Texte, die Sie hier von mir lesen, beruhen ja auf eigenen Erfahrungen – und so auch dieser. 🙂 Ich habe im letzten Blog das Beispiel mit dem scharrenden Pferd gewählt und ja, ich habe auch so ein Exemplar, mein lieber, kleiner 😉  Ronaldo… Um ihm diese lästige Unart abzugewöhnen, habe ich immer dann, wenn er gescharrt hat, gewartet bis er damit aufhört und sofort mittels C+B (Click und Belohnung) reagiert.

Etwas lief schief…

Nun sah unser Zusammensein dann aber häufig so aus: Ronaldo scharrt – hört auf – und bekommt einen Keks. Er scharrt – hört auf – und… richtig, bekommt einen Keks.

Irgendwann fiel mir auf: Hier läuft etwas falsch 😉 ! Ronaldo hatte mich „geclickert“! Er hatte durch mein Belohnen die Verhaltenskette ausgebildet: „Scharren und anschließend damit aufhören =  führt zum Erfolg“. Ich hatte also mit der Endbelohnung auch das Fehlverhalten verstärkt, da ich versäumt hatte, das Scharren vorab getrennt unter Signalkontrolle zu stellen.

Schauen wir uns einmal an, was es mit den so genannten „Verhaltensketten“ auf sich hat, die so tückisch sein können.

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15. März 2011 von Babette Teschen • Kategorie: Clickertraining 12 Kommentare »

Unerwünschtes Verhalten auslöschen durch Signalkontrolle

In meinem letzten Blog habe ich darüber geschrieben, wie wichtig es ist, die Kommandos des täglichen Umgangs mit Ihrem Pferd zuverlässig zu etablieren. Heute möchte ich Ihnen zeigen, wie Sie ein unerwünschtes Verhalten abtrainieren können, indem Sie das „Fehlverhalten“ unter Signalkontrolle stellen.

Die Ausgangssituation

Stellen Sie als Beispiel ein Pferd vor, welches es nicht schafft, ruhig neben Ihnen zu stehen, sondern ständig bettelt oder mit einem Bein über den Boden scharrt, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Die häufigste Reaktion, die der Mensch an der Seite eines solchen „Nervpferdes“ zeigt, ist ein lautes „Nein!“ oftmals begleitet mit einem Ruck am Strick oder auch mit einem Klaps auf das nervende Bein. Diese Reaktion bringt nur leider in den seltensten Fällen langfristigen Erfolg. Vielleicht hört das Pferd kurz mit seinem Verhalten auf, aber meistens fängt es auch ganz schnell wieder damit an. Wirklich abgewöhnt bekommt man diese lästige Unart auf diesem Weg aber meistens nicht.

Der Weg zum Auslöschen des Verhaltens über die Signalkontrolle

Gehen Sie statt zu strafen oder Ihrem Pferd negative Aufmerksamkeit zu schenken, stattdessen besser so vor:

Immer wenn Ihr Pferd in der nächsten Zeit mit dem Bein scharrt, geben Sie ein Kommando. Sagen Sie z.B. „Tipp“ oder kratzen Sie als optisches Signal selbst mit Ihrem Fuß über den Boden. Geben Sie sofort, nachdem Sie das Kommando gegeben haben, eine Belohnung. Üben Sie das solange, bis Ihr Pferd zuverlässig mit Scharren reagiert, wenn Sie „Tipp“ sagen bzw. das optische Signal geben. Jetzt steht das Verhalten also unter Signalkontrolle – d.h., Sie können es über ein Kommando auslösen.

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8. März 2011 von Babette Teschen • Kategorie: Clickertraining 16 Kommentare »

  • Herzlich Willkommen im Themenbereich „Clickertraining“

    Das Clickertraining liegt uns sehr am Herzen, denn wir konnten die Erfahrung machen, dass auf diesem Weg das Verhältnis von Mensch und Tier grundlegend verändern kann. Hier finden Sie unsere aktuellen Tipps und Artikel zu diesem Thema. Aktuell ist unser Clickerkurs von Wege zum Pferd erschienen, in dem wir Ihnen zeigen, wie Sie Ihr Pferd gewaltfrei bis zum Reitpferd ausbilden können. Mehr Infos zu uns finden Sie hier.

    Und hier geht es zu unserem Buch bei Kosmos:

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