Die Erziehung geht weiter…

Ja, die Erziehung geht weiter, und zwar MEINE Erziehung 😉

Wie diejenigen von Euch, die hier regelmäßig mitlesen, verfolgt haben, hat mein Anthony mir irgendwann so ziemlich alles verweigert, ich konnte ihn also nicht mehr wirklich longieren, nicht mehr reiten, Handarbeit war doof, Zirkuslektionen auch; einzig die Freiarbeit begeisterte ihn immer. Ich habe hier auch schon beschrieben, dass ich mich dann auf das Clickertraining eingelassen habe und seitdem ganz oft denke, ich hätte ein anderes Pferd (hier nachzulesen und hier und hier).

Aber Anthony wäre nicht Anthony, wenn er nun plötzlich damit aufhören würde, mich weiter zu erziehen, nicht wahr? Und so gibt es wieder zwei hübsche Begebenheiten zu berichten, die das gut illustrieren:

Ein traumhafter Tag

Da war dieser eine Sonntag, an dem mir mein Kleiner mehr als gut gelaunt entgegen kam, seinen Kopf prompt in sein Halfter steckte und mir fröhlich auf den Reitplatz folgte. Einer spontanen Eingebung nachgehend, stellte ich ihn an die Aufstieghilfe und setzte mich einfach mal wieder drauf. Click fürs brave Stehen, Click fürs Antreten, Click fürs Schritt gehen, viiieeele Clicks fürs Lenkenlassen (das ging nämlich gar nicht mehr), Click fürs Anhalten usw.

Einer weiteren Eingebung folgend, gab ich ihm das Signal zum spanischen Schritt und begeisternd brummelnd hob er seine Beinchen wie ein stolzer Spanier.

Ihr hättet uns sehen sollen, ich weiß gar nicht, wer mehr strahlte!

Und dann geht wieder gar nichts mehr…

Zwei Tage später ging ich dann mit der Idee zu ihm, doch auch heute noch mal zu schauen, ob ihm das Spaß machen würde, und ich holte mir so etwas von einen Korb… Schon das Halftern war etwas zäh und das Mitkommen erfolgte auch ohne allzu viel Lust. An der Aufstieghilfe ging er rückwärts und büffelte mich dann in alter Manier so richtig schön weg. Der zweite Versuch lief genauso.

Früher hätte ich gedacht, dass ich das nicht durchgehen lassen kann. Da hätte ich zumindest durchgesetzt, dass er ruhig an der Aufstieghilfe stehen bleibt. Jetzt akzeptiere ich ein so deutliches Nein von ihm. Ich schlug ihm noch etwas anderes vor, aber auch das lehnte er ab. Also brachte ich ihn wieder zurück zum Auslauf.

Einfach so? Ja, genau, einfach so.

Ich habe mit diesem Pferd so endlos viel gestritten, dass ich weiß, dass es nichts, wirklich überhaupt gar nichts bringt. Das Tolle ist, dass ich heute nicht mehr enttäuscht bin, dass ich das nicht mehr persönlich nehme. Ich nehme es als kleine Lektion von ihm zum Thema Erwartungen an und hoffe, ich konnte ihm zeigen, dass ich nicht mehr in die alten Muster falle.

Als ich dann nochmal zu Aramis ging, trabte er jedenfalls lustig neben mir her. Seine Laune war deutlich besser als zuvor und das verbuchte ich dann als Plus für mich 🙂

Immer wieder „Zurück auf Los“ – und warum auch nicht?

Im Moment spielt er mit mir also wieder einmal das Spiel „Zurück auf Los“, d.h. ich muss mir wieder so ziemlich alles erclickern: dass ich ihn am Halfter anfassen darf, dass er neben mir antritt, dass er sich anhalten lässt usw. Ärgere ich mich darüber? Nur im ersten Moment. Dann lasse ich innerlich los und nehme es, wie es ist und ihn, wie er eben ist.

Mir kam dabei ein Gedanke: Dass es eigentlich doch vollkommen egal ist, WORAN wir in unserem Zusammenarbeiten, ob nun an den Seitengängen oder am Halftern, ob am Reiten oder am Anfassenlassen, ob an höheren Lektionen oder an den Grundlagen. Wir arbeiten einfach immer genau an dem, was gerade ansteht.

Und dann glimmt in dem Grummelgesicht wieder ein kleiner Funken auf und Anthony öffnet sich wieder etwas mehr. Vielleicht, weil ich auf ihn EIN- und nicht einfach über ihn hinweggehe? Das ist schön zu sehen und ich bin doch etwas stolz darauf, dass mir das inzwischen ganz gut gelingt. Ein bisschen lernfähig bin ich doch, was Kleiner?

anthony_g

1. Juli 2014 von Tania Konnerth • Kategorie: Clickertraining, Umgang 11 Kommentare »

 

11 Reaktionen zu “Die Erziehung geht weiter…”

 

Von Steffi • 1. Juli 2014

Hallo Tania,
Respekt, dass du dich da selbst so zurück nehmen kannst und so auf Anthony s Stimmungen eingehst.
Aber deine Berichte haben mich ermuntert, das auch öfter zu tun. Im Vergleich zu Anthony ist mrin Pferdemann doch mehr ein Ja – sager. obwohl es mir schwer fällt ihn da eindeutig einzuordnen. Wir haben super Tage als Streberpferd aber auch ab und zu diese „Salamitage“ Jedenfalls hast du mich ermutigt, das nicht mehr schlimm zu finden und so üben qir bei Bedarf eben auch mal wieder Satteln und Stillstehen oder nur ein paar Tritte führen in Stellung statt zu reiten oder schwierigere Bodenarbeit zu machen.
Seit ich das akzeptiere und mit viel weniger Erwartung zum pferd gehe und auch bereits gelerntes mal wieder clickere, haben wir so viel mehr Streberpferdetage *freu*
Als ich neulig nach 15 min reiten bei strömendem Regen mit schlechtem Gewiasen abstieg, und Herr Pferd mir noch von sich aus Bodenlektionen anbot, statt nur vom Platz zum Futter zu trotten, ging mir das Herz auf 😀
Allerdings gibt es eine Ausnahme: werde ich umgerant oder angerempelt, verstehe ich keinen Spaß. Da ich mein Baby meist auf den Rücken gebunden trage(natürlich ohne reiten), geht hier die Sicherheit vor.
Viele Grüße

 

Von Tine • 1. Juli 2014

Ja, wenn ich das so lese, denke ich immer, das könnte auch eine Story über meinen Charly sein…..bei ihm gibt es auch Tage, da geht er erst gar nicht mit zum Reitplatz und dann andere Tage, da ist er fast übermotiviert.
Man muß nur lernen sich darauf einzulassen und das Pferd dann halt mal in Ruhe zu lassen, wenn es partout nicht will oder kann. Die alte Denkweise, dass man sich durchsetzen muß, weil er das sonst immer macht, hat sich bei mir nicht bestätigt. Im Gegenteil, wenn man lernt Rücksicht zu nehmen, bekommt man an anderen Tagen dafür viel mehr.
Das Einzige was wir mit dieser Methode nie bekommen werden, ist ein Pferd das auf Knopfdruck funktioniert, dafür bekommt man ein Pferd das
einen regen Dialog mit uns führt, und halt eben auch mal Bescheid sagt,
wenn es keinen „Bock“ hat, aus welchem Grund auch immer.
Welche Art Pferd er haben möchte, muß letztendlich jeder für sich
entscheiden, mein Pony hat mir da keine Wahl gelassen, er blockt sofort,
wenn ich zu viel Druck mache.

 

Von Eva • 2. Juli 2014

Hallo Tania,

ich finde es sehr beeindruckend wie sehr Pferde unsere Lehrer sein können und freue mich, dass du mit deinem Beitrag Mut machst, solche Lektionen anzunehmen – was ich durchaus nicht einfach finde. Ich habe selbst erlebt, dass man sich sehr weiterentwickeln kann im Umgang mit Pferden: Ich war ein ängstlicher und verspannter Wiedereinsteiger (nicht nur auf dem Pferd sondern auch sonst im Leben) und gerate an ein Pferd, dass dies sehr deutlich widerspiegelte – wir konnten also nur vernünftig reiten und ins Gelände gehen, wenn ich an meiner eigenen Angst, Unsicherheit, An- und Verspannung arbeitete und diese immer wieder löste oder verminderte (was mir auch in allen anderen Lebenslagen geholfen hat). Als ich das im Griff hatte, war als nächstes meine Ungeduld dran. War ich ungeduldig, verweigerte dieses Pferd sich – auch daran habe ich gearbeitet und an weiteren Themen, an einigen immer wieder;-). Nun ist diese wunderbare „Lehrerin“ leider umgezogen und unsere Wege haben sich dadurch getrennt.

Aber mutig geworden durch die gesammelten Erfahrungen und die Beiträge auf eurer Seite stürze ich mich nun in das Abenteuer „eigenes Pferd“ – ich bin sehr gespannt, welche Lektionen und Entwicklungen da auf mich warten:-).
Lieben Gruß, Eva

 

Von Iris • 5. Juli 2014

Liebe Tania,

nachdem ich erst Deinen Beitrag „Aramis und die Rangfolge“ und dann diesen hier gelesen habe, bin ich irgendwie traurig geworden. Vergleich doch mal die beiden Sätze „Und eines zum Trost, mein Großer: Für mich bleibst Du die Nummer 1, immer!“ und „Ein bisschen lernfähig bin ich doch, was Kleiner?“. Mir ist schon öfter aufgefallen, dass Du Aramis immer als Deinen Großen und Deine Nummer 1 bezeichnest, Anthony dagegen als Deinen Kleinen und sozusagen als den „Zweitgeborenen“. Vielleicht steckt darin ein Teil Deiner Probleme mit Anthony.

Ich bin sicher, dass er die Verteilung Deiner Sympathien spürt und merkt, dass Aramis in Deinem Herzen den größeren Platz einnimmt. Aber vielleicht möchte Anthony eben auch gern für jemanden die Nummer eins sein, ganz abgesehen davon, dass er eben kein „Kleiner“ mehr ist, sondern schon längst erwachsen, ein immer noch junges, aber doch großes, starkes Pferd, das seine Aufgabe sucht.

Vielleicht wäre es für Anthony gut, jemanden ganz für sich zu haben, der sich nur um ihn kümmert und für ihn allein da ist. Vielleicht eine Pflege- und Spielbeteiligung, die ihr Herz nur ihm schenkt und wo er die Hauptrolle spielen darf statt der zweiten Geige. Oder aber Du versuchst mal probehalber, „Anthony-Tage“ einzuführen, an denen Du dich ausschließlich um ihn kümmerst, von der Begrüßung bis zum Abschied, was natürlich schwierig ist, weil Du damit wieder Aramis vor den Kopf stoßen musst.

Ich hoffe, Du nimmst mir meine Offenheit nicht übel, aber ein klein wenig tut Anthony mir leid, weil er trotz aller Anstrengungen seinerseits nie Deine Nummer eins sein kann. Das ist eben das Problem mit der Liebe, egal ob zu Tieren oder Menschen: Man kann sie nicht gleich verteilen! Jede mehrfache Mutter hat ein Lieblingskind, und jeder mehrfache Tierhalter hat ein Lieblingstier. Das ist vielleicht demjenigen, der liebt, nicht immer bewusst, aber diejenigen, denen seine Liebe gilt, merken das schon. Es lässt sich genauso wenig verheimlichen wie die Emotionen, die wir über unsere Körpersprache unbewusst ausdrücken.

Ich weiß, wie schwer es Dir fallen würde, jemand anderen an Anthony heran zu lassen, ich war ganz genauso mit meiner Nora. Aber dann habe ich mich eines Tages überwunden und sie jemandem für einen Kurs bei meiner Reitlehrerin überlassen, ohne dass ich dabei war. Ich war überzeugt, es würde alles schiefgehen und hinterließ zig Anweisungen. Um so überraschter und erfreut war ich aber hinterher, als mir alle Teilnehmer zu meinem wunderbaren Pferd gratulierten, das sich von seiner besten Seite gezeigt und alle bezaubert hatte. Nora war geradezu stolz, ohne meine „Aufsicht“ zeigen zu können, was sie konnte! Vielleicht müssen wir auch unsere Pferde irgendwann ins Erwachsenenleben entlassen und ihnen zugestehen, ohne uns auszukommen 😉

Ich bin gespannt, was Du zu meinem Denkanstoß sagst und freue mich, von Dir zu hören.

Liebe Grüße,

Iris

 

Von Tania Konnerth • 5. Juli 2014

Lieben Dank für all Eure Kommentare.

Iris, was Du schreibst, darüber habe ich auch schon nachgedacht, in aller Länge und Breite und Tiefe. Ein sehr schmerzliches Thema. Und ja, es kann gut sein, dass da die Wurzel des Problems liegt.

Ich weiß nicht, ob es wirklich stimmt, dass man zwei Lebewesen nicht gleich „viel“ lieben kann, ich war mir immer sicher, dass ich es kann. Anthony anzuschaffen war für mich genauso die Erfüllung eines Traums, wie zuvor Aramis. Ich habe mich unbändig auf ein zweites Pferd gefreut, vor allem auf das Projekt „Jungpferdausbildung“. Da hatte ich schon befürchtet, dass vielleicht Aramis ins Hintertreffen geraten würde! Und es war mir immer wichtig, beiden alle mir mögliche Liebe und Aufmerksamkeit zu geben. Dafür habe ich viel getan an Selbstreflexion & Co.

Was ich aber inzwischen auch erkannt habe ist, dass es einem manche Lebewesen leichter machen, sie zu lieben als andere, denn keine Beziehung ist eine Einbahnstraße. In der Summe bekommt Anthony mehr Aufmerksamkeit, mehr Verstädnis und mehr Zuwendung als Aramis, einfach weil ich immer wieder neu nach der Tür zu ihm suche. Vielleicht tue ich das sogar zu sehr, keine Ahnung.

Ja, es mag auch sein, dass ich nicht der richtige Mensch für ihn bin, das habe ich auch schon oft gedacht (und es tut sehr weh, sich das einzugestehen). Keine Ahnung, ob es jemanden gäbe, der Lust darauf hätte, sich mit ihm zu befassen, ich denke, zulassen könnte ich das inzwischen. Ich nehme die Anregung mal mit und öffne mich dafür, immerhin ist das ein Weg, den ich noch nicht probiert habe.

Herzlich,
Tania

 

Von Iris • 5. Juli 2014

Liebe Tania,

ich bin mir absolut sicher, dass Du genau der richtige Mensch für Anthony bist, gerade weil Du soviel reflektierst und unermüdlich darin bist, Dich weiterzubilden, zu lernen, Alternativen im Umgang zu suchen (und zu finden!!!) und Deine Pferde als Individuen betrachtest und ihre Rechte respektierst. Was vielleicht nicht passt an Deiner Beziehung zu Anthony ist nur die Konstellation als Dreier-Team mit Aramis. Das wollte ich sagen.

Es gibt halt einfach Pferde, die sind „Ein-Mensch-Pferde“. Sie benötigen nicht nur „mehr“ Anerkennung, Verständnis und Zuwendung, sondern ALLES, was Mensch aufzubieten hat. Von daher dachte ich, es wäre einen Versuch wert, Anthony so jemanden zu bieten.

Was mir aber auch noch eingefallen ist: Vielleicht würde es Euer Verhältnis auch verbessern, wenn es etwas gäbe, was Du NUR mit Anthony machst. Was ich hier bisher so mitgelesen habe, hast Du Aramis und ihn doch recht ähnlich ausgebildet und beschäftigt, insbesondere, wenn Du mit beiden gleichzeitig trainiert hast. Vielleicht wartet Anthony auf etwas, was nur er kann? Mach doch mal einen Fahrkurs für Dich und versuch dann, Anthony ganz langsam ans Fahren zu führen. Manches Pferd, das sich dem Reiten verweigert, ist mit Feuereifer bei der Fahrausbildung dabei…

Oder wie wär’s mit Freispringen für Anthony? Oder geführtem Kinderreiten? Oder einem Cutting-Kurs? Irgendetwas, bei dem er sich beweisen kann und was ihn aus den anderen Pferden heraushebt und insbesondere von Aramis unterscheidet.

Ich glaube aber, am wichtigsten ist, dass Du nicht mit Dir selbst und auch nicht mit Eurer Situation haderst. Du bist nicht falsch oder schlecht für Anthony, Ihr seid nur noch nicht da angekommen, wo es für Euch beide passt. Aber ich bin sicher, dass Ihr das schaffen werdet! Und dazu drücke ich Euch von Herzen alle Daumen!

Liebe Grüße,

Iris

 

Von Tania Konnerth • 5. Juli 2014

Ganz lieben Dank, Iris, für die Ideen, Anregungen und Deine Zeilen.

Herzliche Grüße,
Tania

 

Von Petra • 7. Juli 2014

Hallo Babette,
ich denke es wurde bereits geschrieben –
jawohl „zurück auf Los“ und herzlichen Glückwunsch. Denn darum geht’s im Leben – und so einfach kann Leben sein. Es muss nicht alles für uns einen Sinn ergeben – und dennoch den größten Sinn der Welt. Es gäbe nicht diesen Block- danke Anthony. – grins

___________________________

Ja, vielleicht ist es genau das: das anzunehmen.

Herzlich,
Tania

 

Von kiki • 7. Juli 2014

Hallo Tanja,
die Entwicklung mit Deinem Pferd verfolge ich über den Blog nun schon eine ganze Weile (nicht zuletzt, weil ich ebenfalls zwei Pferde habe, wovon eines wirklich schwierig ist, weil es auch von Tag zu Tag unterschiedliche Stimmungen hat und anfangs gar nicht gut händelbar war). Aber dieses Mal hat mein Bauchgefühl mir gesagt, bei Euch könnte auch etwas anderes dahinter stecken.
Ich gehe davon aus, dass Du medizinisch schon alles hast untersuchen lassen, aber für mich klingt es einfach merkwürdig, dass es solche massiven Rückschritte gibt, nachdem er schon höhere Lektionen kann. Die Entwicklung sollte trotz aller Schwankungen doch tendentiell nach oben gehen…
Du wirst es wissen, aber vielleicht ist es gut, wenn es nochmal hier steht: Es gibt Krankheiten, die die Psyche eines Pferdes verändern, da muss der Mensch gar nichts falsch gemacht haben! Vielleicht kann man in dieser Richtung ja nochmal was untersuchen lassen…
Ich wünsche Euch alles Gute und viel Erfolg auf dem sanften Weg!!!
Alles wird gut!
Liebe Grüße, Kiki

____________________________

Danke, Kiki, für Deine Anregung. Anthony ist kein gesundes Pferd (Huster, etlicher Kleinkram), insofern halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass sein körperliches Befinden seine Stimmungen wesentlich beeinflusst. Dass noch etwas Schlimmeres dahintersteckt, will ich nicht hoffen (aber, ja, auch das habe ich im Hinterkopf).

Herzlich,
Tania

 

Von Andrea • 16. Juli 2014

Ich lese eure Beiträge mit Begeisterung und hole mir so auch immer wieder Anregungen für die Beziehung und Training von meinem Pferd.
Auch ich muss immer wieder feststellen, dass man oftmals als Pferdebesitzer einen Schritt zurück machen muss. Neulich als ich auf dem Platz geritten bin habe ich nach 10 Minuten gemerkt, dass einfach nichts ging und nichts klappt. Innerlich hat es mich zwar schon genervt oder besser gesagt unsicher gemacht. Bin dann aber abgestiegen und abgesattelt und dann noch etwas Bodenarbeit gemacht. Klar manchmal komme ich mir so vor wie täglich grüsst das Murmeltier, da ich oftmals immer wieder von vorne beginne. Doch wenn man genau hinschaut, kann man dennoch Fortschritte sehen.
Liebe Grüsse aus der Schweiz

 

Von Nadja • 18. Juli 2014

Liebe Tania,

ich lese hier immer wieder gerne. Warum? Weil ich auch solch eine Nein-Sager-Stute habe. Clickern hat uns dabei ebenfalls bei vielen Dingen sehr geholfen – wir haben die letzten 1 1/2 Jahre fast ausschließlich darüber gearbeitet, in jeder Lebenslage. Aber die grundsätzliche Einstellung änderte es bei meiner Stute bis dato leider nicht.

Meine Stute ist mein einziges Pferd und es geht mir manchmal ganz schön an die Substanz. Dieses häufige „Nein“ zu den kleinsten Dingen. Eine sehr persönliche Geschichte, wenn man ein reflektierender und sensibler Mensch ist. Und immer wieder neue Wege und Ideen sucht. Bzw. einfach Dinge, dem Pferd wirklich und richtig Spaß machen.

Ich bin mir gar nicht so sicher, ob es für Anthony etwas ändern würde, wäre er Dein einziges Pferd oder hätte er „seinen“ Menschen. Denn an sich finde ich, dass Du Glück hast, Aramis als Gegenpol zu haben. Mir fehlt dieser absolut, obwohl ich mein Pferd wirklich sehr liebe und schätze.

Eine Freundin von mir hat eine ähnliche Konstellation wie Ihr. Auch zwei Wallache – ein Ja-Sager, ein Nein-Sager. Auch sie verzweifelt oft und das seit Jahren, und sie braucht diesen positiven Gegenpol um ihrem Nein-Sager immer wieder aufs Neue fröhlich und mit neuen Ideen begegnen zu können. Mir indes fällt das manchmal wirklich schwer. Es kostet einfach so viel Kraft und bringt immer wieder viele Selbstzweifel mit sich.

Ich denke, es gibt sie einfach, diese Pferde. Und Eure Konstellation passt doch ganz gut.

Das ist eigentlich alles, was ich sagen wollte 😉

LG!

_____________________________

Lieben Dank, Nadja, für Deine Zeilen.

Ja, es ist gut, sie beide zu haben, genauso wie sie sind. Das spüre ich gerade in diesen Tagen sehr intensiv. Die Herausforderung liegt, denke ich, wie so oft im Annehmen, im Ja-Sagen zu dem, was ist (oder auch nicht ist 😉 ).

Alles Gute,
Tania

 

 

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