Was ist Gewalt, die zweite – psychische Gewalt gegen Pferde

Vor einiger Zeit hatten wir uns mit der Frage, was Gewalt ist, befasst. Dabei hatten wir einen Bereich ausgespart, da er so vielschichtig ist, dass wir ihm einen Extra-Beitrag widmen wollten: und zwar geht es um die psychische Gewalt.

Psychische Gewalt ist selten offensichtlich

Gewalt gegen Pferde findet nicht nur statt, wenn geschlagen, am Zügel gerissen oder getreten wird. Sehr häufig wird Gewalt gegen Pferde viel subtiler angewandt, oft sogar so subtil, dass viele nicht erkennen, dass das Pferd in Not ist. Bei einem Fluchttier ist es leider relativ einfach, psychische Gewalt anzuwenden, weil es von Natur aus vor vielem Angst hat.

Das große Problem beim Thema psychische Gewalt ist dieses: sie lässt sich noch weniger fassen als körperliche Gewalt, da sie schwer zu definieren, dafür umso leichter zu tarnen ist, was dazu führt, dass sie viel schwieriger zu erkennen ist. Während man in der Diskussion darüber, was Gewalt gegenüber Pferden ist, bei körperlicher Gewalt zumindestens ab einem gewissen Grad kaum noch Widerspruch erhält, wird man bei der Beurteilung von psychischer Gewalt kaum einheitlich akzeptierte Maßstäbe finden, sondern man gerät statt dessen sehr schnell in erbitterte und meist hoch emotionale Diskussionen.

Wir denken, dass auch hier wieder nur jeder für sich seinen eigenen Standpunkt finden muss und zwar auf der Grundlage dieser Faktoren: 

  • unser Wissen über das Wesen von Pferden,
  • unseren persönlichen ethisch-moralischen Grundsätzen,
  • unseren gesunden Menschenverstand
  • und vor allem auch unserem Bauchgefühl.

Viel zu oft lassen wir uns durch blumige Worte, spektakuläre Aktionen oder durch eine charismatische Persönlichkeit beeinflussen, anstatt selbst hinzuschauen, selbst zu denken und vor allem selbst zu fühlen

Wir möchten an dieser Stelle nicht unsere eigene Ansicht schildern, sondern einige Situationen aufführen und Sie dazu anregen, diese gleich einmal nachdenkend, reflektierend und fühlend zu nutzen:

Das erste Aufsteigen

Ein junges Pferd, vielleicht dreieinhalb Jahre alt, wird in seiner Box gesattelt und gezäumt. Es stehen drei Helfer bereit, damit ein Reiter das Pferd in der Box (3x4m) erstmals besteigen kann. Zwei halten das Pferd am Kopf, einer hilft dem Reiter hinauf. Das Pferd wird dabei nicht geschlagen oder grob behandelt. Es kann allenfalls einen oder zwei Schritte zur Seite oder nach hinten machen.

Psychische Gewalt oder nicht?

Den Blick nehmen

Ein Pferd wird so trainiert, dass es den Kopf so tief tragen muss, dass die Nase Richtung Brust geht (dieser Akt dürfte für die meisten von uns durchaus unter körperliche Gewalt fallen, andere sehen aber bereits das anders…). Das Pferd hat keinerlei Möglichkeit mehr, seine Umwelt in der für es gewohnten Weise wahrzunehmen. Pferde können durch ihre seitlich liegenden Augen normalerweise fast alles um sich herum sehen und das auch in weite Entfernungen. Ein Pferd, das mit der Nase an seiner Brust klebt, sieht fast nichts mehr.

Zusätzlich zur physischen auch psychische Gewalt oder nicht?

Alleinhaltung

Ein Pferd wird in einem privaten Stall in einer Box gehalten. Es hat keinen Kontakt zu Artgenossen und kommt auch nicht heraus. Ihm stehen rund 12 Quadratmeter zur Verfügung. Hin und wieder wird es zum Reiten herausgeholt.

Neben der physischen Gewalt auch psychische oder nicht?

Futterentzug

Ein Pferd macht bei der abendlichen Kraftfuttergabe im Boxenstall Randale. Es tritt gegen die Box und giftet aggressiv nach Mensch und Pferd. Deshalb wird ihm kein Kraftfutter gegeben. Dadurch soll es lernen, sich zu benehmen.

Psychische Gewalt?

Das Laufen im Kreis

Ein Pferd wird auf einer Messe vor tausenden Menschen unter Flutlicht in einen Round Pen gebracht, also in einen eingezäunten Kreis mit ca. 16-20m Durchmesser. In der Mitte des Round Pens steht ein Mensch mit einem Seil. Das Pferd befindet sich also in einer für ihn fremden Umgebung, es gibt unzählige von Lichtreizen und Geräuschen, nichts ähnelt seinem gewohnten Leben. Es sind keine anderen Pferde da, nur ein dem Pferd unbekannter Mensch. Der Raum, den das Pferd zur Verfügung hat, ist ein Kreis, es gibt keine Ecken, in die es sich stellen kann, keine Ausweichmöglichkeit. Natürlicherweise rennt das Pferd los, vor allem dann, wenn z.B. ein Seil nach ihm geworfen wird. Es wird vielleicht wiehern und es wird rennen und rennen. Irgendwann wird das Pferd müde werden oder es begreift, dass es nicht wegkommt, egal wie lange es noch weiterrennt. Dann wird es tun, was seine einzige Möglichkeit in dieser Situation ist: sich dem Menschen in der Mitte zuzuwenden. Das Pferd wird nicht angefasst, es erlebt kein Ziehen am Halfter oder Zaumzeug, es wird nicht geschlagen.

Psychische Gewalt oder nicht?

Das Aussacken

Ein Pferd soll lernen, dass ein Klappersack nichts ist, vor dem es Angst haben muss. Der Mensch zeigt dem Pferd den mit leeren Blechdosen gefüllten Sack und versucht, es damit zu berühren. Das Pferd weicht vor dem Sack, aber es kommt nicht weit, da der Mensch es am Strick festhält. Der Mensch geht solange auf das Pferd zu, bis es die Berührung duldet.

Psychische Gewalt oder nicht?

Wir möchten die Frage jeweils bewusst offen lassen, damit Sie hier in der Kommentarfunktion Ihre Gedanken dazu äußern und diskutieren können. Wir sind gespannt auf Ihre Reaktionen. (Bitte bleiben Sie konstruktiv. Destruktive oder unangemessene Beiträge werden umgehend entfernt).

entaeuscht

24. November 2015 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Umgang 17 Kommentare »

 

17 Reaktionen zu “Was ist Gewalt, die zweite – psychische Gewalt gegen Pferde”

 

Von Max • 24. November 2015

Liebe Tania,

ich finde es gut, dass Ihr in eurem Blog auch ernste Themen in den Fokus rückt!

Leider gibt es heutzutage Menschen, die weder Kinder noch Tiere „haben“ dürften, wenn es an Mitgefühl und freundlichen Umgang mit Mitmenschen hapert, wie gehen diese dann erst mit Tieren um, die sich nicht zur Wehr setzen können, nicht widersprechen können…

Die meisten der oben genannten Punkte sind Pferdehaltern sicherlich bewusst, manche werden möglicherweise aus Unwissenheit falsch gemacht – hoffentlich hilft euer Beitrag dazu bei dem ein oder anderen die Augen zu öffnen!

Ich persönlich finde immer, dass Respekt und Tierliebe der beste Anfang sind, gepaart mit Fachwissen über artgerechte Haltung kann den Tieren ein schönes Miteinander Leben geboten werden…

Liebe Grüße
Max

 

Von Carmen Müller • 24. November 2015

Danke für den Artikel, ich finde dieses Thema wird noch viel zu oft tot geschwiegen oder verharmlost. Ich finde , dass oben genannte Beispiele alle mehr, oder weniger psychische und physische gewalt darstellen. Und ich hoffe das der offen gestellte Beitrag möglichst viele zum eigenen anstrengen der grauen Zellen anregt.. Denkt nach Leute! Im Interesse eurer Pferde.

 

Von Christine Garbers • 24. November 2015

Gewalt beginnt da, wo das Wissen aufhört!

 

Von Paardi • 24. November 2015

Es gibt noch eine Möglichkeit- 4 ponies stehen den ganzen Tag auf Paddock, kaum Möglichkeit zum Austoben. Nur 2 -3 Stunden auf Wiese. Keinerlei Beschäftigungsmöglichkeit. Zwar 3x am Tag Heu und Abends Kraftfutter. Ein großer Ball liegt herum, wird ignoriert. Eher unerzogen, werden nicht geritten. Jeder Tag verläuft wie der andere….

 

Von Jenny • 24. November 2015

Hi ihr lieben,
wie immer ein schöner text. Ich denke, dass selbst „feine hilfen“ ins psychische verlagerte gewalt sein können. Vor einer weile unterhielt ich mich mit einem bekannten, für den feine hilfen gaaaaanz wichtig waren – aber eher als abstraktes prinzip und zeichen seiner reiterlichen kunst und des tollen ausbildungsstands des pferdes, denn so richtig zum wohl des pferdes. gleichzeitig beschrieb er, dass sich sein pferd laut reitlehrerin von seinen hilfen „überfallen“ fühlen würde, und sich das pferd jedes mal erschrecken würde, wenn er eine hilfe gibt. klar sollte mensch perden nicht in den bauch treten, damit sie laufen oder ähnliches, aber pferden abzuverlangen, immer aufmerksam auf kleinste zeichen von mir zu reagieren, ist auch ne ziemliche zumutung – zumal diese aufmerksamkeit und feinheit ja oft zunächst mit mehr oder weniger roher gewalt durchgesetzt wird. das ist, als würde ich mich in der kleinen pause vor eine schulklasse stellen, flüsternd etwas sagen und alle bestrafen, die das nicht bemerkt haben, dass und was ich was von ihnen will, anstatt klar und deutlich auf mich aufmerksam zu machen und zu sagen, was die aufgabe ist.
mit lieben grüßen,
j.

 

Von Stefanie • 24. November 2015

Sehr guter Artikel! Darüber wird viel zu wenig geschrieben. Leider ist auch hier (in den USA) viel zu viel psychische Gewalt unter dem Begriff „Natural Horsemanship“ zu sehen. Ja, dazu gehört auch das Aussacken, aber auch eine gewissen Art von Roundpen-Arbeit… Ich habe auch einen „Klappersack“. Bei mir geht das Pferd aber hinter mir her, während ich mit dem Klappersack spiele. Bald überwiegt die Neugier und das Pferd spielt mit dem Klappersack. Ich höre immer wieder von anderen, dass ich das Pferd mit dem Gegenstand berühren soll und dann – wenn es das über sich still ergehen läßt – zur „Belohnung“ aufhören. Auch das tue ich umgekehrt. Ist das Pferd besorgt, nehme ich es weg. Ich glaube nicht an das „Strafe-Belohnung“-Prinzip. Das allein schon ebnet den Weg zur Gewalt. (Siehe auch Marshall Rosenberg „nonviolent communication“ für Menschen)

 

Von Katrin • 25. November 2015

Danke fuer den tollen Artikel! Die oben genannten Beispiele fallen fuer mich persoenlich alle in den Bereich der psychischen Gewalt. Auch ich sehe gerade einige Methoden des „Natural Horsemanship‘ kritisch, denn sie werden als gewaltfrei verkauft, basieren aber doch auf psychischer Gewalt (siehe Pferd im Roudpen scheuchen, aehm, arbeiten). Negative Verstaerkung kann doch schnell in Bestrafung umschlagen(also wieviel Druck ist zuviel und bereitet dem Pferd Sorgen?). Ich denke die Anziehungskraft solcher Methoden (ob jetzt NH oder andere) ist, dass sie einfache Loesungen fuer komplexe Probleme bietet, das Problem in der Regel dem Pferd zugesprochen wird (Reiter muss nicht selbst-kritisch reflektieren) und sie leider doch das gewuenschte Ergebnis bringen (jedenfalls kurzfristig oder oberflaechlich). Dann werden die Methoden dem Stallkollegen empfohlen, der auch ein ‚Problempferd‘ hat. Oder dann werden Anfaengern und Kindern solche Methoden beigebracht und die nehmen das dann von den ‚Koennern‘ auf, ohne zu hinterfragen. Ich hab‘ das jedenfalls bei uns im Stall so erlebt und was soll man den Reitern sagen, die ja ehrlich verzweifelt und ungluecklich waren mit ihrem Pferd und dann damit ‚Erfolg‘ haben?? Schwierig. Ich finde es jedenfalls nicht einfach, da eine konstruktive Diskussion anzufangen. Aber vielleicht ist mit gutem Beispiel vorangehen schon ein Anfang?!? Es gibt jedenfalls viel zu tun, also danke nochmal fuer diesen Artikel!

 

Von Svenja • 26. November 2015

Da fallen mir spontan zwei Situationen ein. Zum einen ist mir gestern auch bewusst geworden, wie schnell ein Round Pen dazu beitragen kann, psychische Gewalt zu unterstützen. Und zwar wurde mir das klar, als ich zusammen mit einer weiteren Person auf dem Reitplatz war, die versucht hat ihr Pferd frei zu longieren. Der Plan war, ich bleibe auf der unteren Hälfte, sie auf der oberen. Das Pferd hatte aber verständlicher Weise keine Lust sich sinnlos rumscheuchen zu lassen, ist also immer hinter mein Pferd gelaufen, um sich dem Einfluss des Menschen/der Peitsche zu entziehen. Nach 10min war das „Training“ beendet, weil Mensch keine Lust mehr hatte. Wäre das ganze im Round Pen passiert, hätte sich das Pferd nicht entziehen können und diese Tortur hätte vermutlich deutlich länger gedauert. Was nicht heißt, dass der Round Pen per se schlecht ist, aber ich denke, er verleitet sehr stark dazu Grenzen zu überschreiten.
Die zweite Situation war während eines Kurses eines sehr bekannten Horseman. Dieser saß auf seinem Pferd und hatte eine 3-4m lange Teleskoppeitsche in der Hand. Das Kurspferd wurde longiert und sollte, glaube ich, lernen, dass es anhalten sollte, wenn die Peitsche ihm in den Weg gehalten wird. Das Pferd hatte Panik vor dieser Peitsche (was irgendwie keiner gesehen hat) und ist anstatt stehen zu bleiben, umgekehrt und andersherum im Kreis gelaufen. Nach einem halben Kreis das selbe. Das Spiel ging eine Weile so weiter bis das Pferd rückwärts ausgewichen ist und fast in die Zuschauer gerannt wäre, wenn nicht noch eine Absperrung vorhanden gewesen wäre. Die beiden Stallkollegen mit denen ich hinterher drüber gesprochen habe, haben zwar durchaus bemerkt, dass das Pferd Angst hatte und das auch als normal bezeichnet, aber haben überhaupt nicht die Bedeutung der Situation begriffen. Und die Instruktorin, die ich darauf angesprochen habe, hat das ganze ziemlich herunter gespielt, das wär gar nicht so schlimm, wie es aussah. Das schlimmste war, dass 300-400 Leute zugeguckt haben und alle, auch noch nach diesem Teil des Kurses, dem Horseman immer noch begeistert zugejubelt haben.

 

Von Claudia • 30. November 2015

Guten Morgen zusammen,

vielen Dank für das Ansprechen dieses Themas!
Ich würde alle genannten Beispiele in den Bereich der phsychischen Gewalt oder mindestens des phychischen Druckes einstufen.
In keiner Situation hat das Pferd die Möglichkeit zu Verstehen und zu Lernen um was sein Mensch ihn bittet möchte. Es wird nichts erklärt und es wird dem Tier keine Zeit gegeben Situationen einschätzen zu können. Das Pferd kann nur mit seinen natürlichen Instinken reagieren: Flucht oder Verteidigung.
Für mich ist das in etwas so wie wenn man einem Schulanfänger eine unbekannte Matheaufgabe vor die Nase legen würde und mal abwartet bis die richtige Lösung rauskommt. Wie würde so ein Kind wohl reagieren? Mit Angst, Wut, Verzweifung sprich reaktiv mit Tränen, Schreien, Schlagen???
Würde sicher kein Mensch machen! Aber in der Tierausbildung gelten sicher oft noch andere Lernmethoden…. sind ja Tiere – keine Menschen

 

Von Dörte • 30. November 2015

Hallo,

eure Beispiele sind alle psychische Gewalt… aber bei der Kraftfuttergabe im Boxenstall wüßte ich nicht, wie die das anders machen sollten…
werden die Randalierer zuerst gefüttert, werden sie ja darin bestätigt, gegen die Wände zu schlagen und sich die Beine kaputt zu machen…
alle gleichzeitig mit Kraftfutter zu füttern geht in der Regel auch nicht…
also, wie soll das gemacht werden, von Stallpersonal, das mit Clickern nix am Hut hat?

Ich habe nur zwei Pferde in einem Offenstall… hätte ich 20, könnte das auch ein Problem werden, bis die alle begriffen haben, wann sie dran sind.

Fluktuation ist in großen Offenställen bestimmt immer wieder ein Grund für Unruhe in der Herde, könnte ich mir vorstellen.

Ist es ARTGERECHT nur zwei Pferde zu halten?
Ist das vielleicht auch psychische Gewalt, nicht die Sicherheit und die Kontaktmöglichkeiten in einer Herde zur Verfügung zu stellen?

LG Dörte

 

Von Kristin • 30. November 2015

Danke für den Artikel.Ich denke jeder kann immer noch an sich arbeiten. Schwierig finde ich wenn Profis wie vorab schon beschrieben Dinge vorleben die (wenn überhaupt) viel Feingefühl und das richtige Timing brauchen. Ich war auf einem horsemanship Seminar auf dem der Trainer sagte, dass er den Pferden den freien Zugang zu Wasser verweigert und nur er sie zur Tränke führt. Ich war schockiert mir so „Liebe“ erkaufen zu müssen, die meisten aber fanden das völlig legitim und ich will nicht wissen was nach dem Seminar alles probiert wurde…

 

Von Birgit • 30. November 2015

Alles Beschriebene ist Gewalt. Ich bin zum Beispiel nur einmal in meinem Leben auf der Equitana gewesen. Ich kenne niemanden, der es mir gleichtut. Habe noch nie von jemandem Gehört dem das eingepfercht sein in Messehallen so anwiedert wie mich. Alle, auch die, die den Weg zum Pferd gehen, rennen hin. Von den Roundpen-Aktionen mal abgesehen, die sind furchtbar, egal wo sie stattfinden. Eine Woche Messehalle, das hält von uns keiner gut aus und wir müssen dort nicht mal übernachten. Also liebe Pferdefreunde, schreibt den Veranstaltern immer wieder sie sollen die Tiere aus den Hallen lassen. Ich kann mich auch an Filmen erfreuen und etwas lernen ich brauche dazu keine Livevorführung.

 

Von Nicola Hoffmann • 30. November 2015

Deinen Kommentar unterscheibe ich zu 100% Birgit. Ich bin zwar mehr als einmal auf der Equitana gewesen, aber ich habe meine Meinung dazu grundlegend geändert und würde eine Petition unterschreiben, dass die Messen Pferdefrei werden. Für mich gehört das auch zur psychischen Gewalt, genau wie alle anderen Punkte in eurem Beitrag Tanja.
Das Umdenken in der gesamten Pferdeszene erfolgt gaaanz langsam, aber es findet statt.

So lange aber Profis und vermeintlichen Vorbilder uns ihre unterschiedlichen Methoden als die pferdegerechte Ausbildung präsentieren, wird es noch ein weiter Weg werden.
Am Pferdesport hängt eine ganzer Industriezweig und die aller wenigsten geben zu, dass das was sie unterrichten vielleicht doch nicht sooo pferdegerecht mehr ist.

Ich habe vor einigen Jahren einen Bodenarbeits Trainerlehrgang bei einem renommierten Trainer gemacht. Damals war ich von der Methode überzeugt, habe aber schon während dem Lehrgang meine Zweifel bekommen, weil die Demonstrationen mit dem ein oder anderen fremden Pferd für mich gar nicht mehr so pferdegerecht waren.
Eine Teilnehmerin hat am letzten Prüfungstag morgens den Lehrgang abgebrochen, weil sie mit der Art und Weise nicht länger einverstanden war, wie mit ihrem Pferd umgegangen wurde. Damals habe ich das nicht verstanden, aber heute ziehe ich den Hut vor soviel Konsequenz und würde es genauso machen.
Ich unterrichte mittlerweile nicht mehr und wende die Methode auch nicht mehr an.

 

Von Olivia • 30. November 2015

Hallo,
ich bin tatsächlich etwas bestürzt. Dass Natural Horsemanship (NH) ein großes Potential psychischer Gewalt besitzt, war mir bewusst. Dennoch bediene ich mich ab und an einiger der Methoden und verbuche das Ergebnis bisher unter Erfolg.
Bsp1: läuft mein Pferd auf der Weide beim Reinholen vor mir weg, weil er noch nicht lange genug draußen war (ich kanns ja verstehen, aber nicht immer ändern) schicke ich ihn mit geschwenktem Strick vor mir her, bis er von sich aus stehen bleibt oder sich sogar zu mir umdreht und abholen lässt. Das Spiel dauert meist nur ein paar Meter: bleibt er bei mir, wirds gemütlich, Click, Leckerli, etc., läuft er weg, ungemütlich. Da er auf der Weide alle Möglichkeiten hätte, sich meinem Druck zu entziehen, verbuchte ich das bisher nicht unter Gewalt, obwohl es streng genommen schone ein Belohnungs- UND Bestrafungssystem ist.
Bsp.2: Vor mir hat er gelernt, sich Menschen mit Drohgebärden vom Leib zu halten. Macht er das bei mir, wenn ich ihn bei irgendwas störe oder wenn er mit etwas unzufrieden ist, schicke ich ihn auch im Schritt im Kreis um mich rum, bis er freundlich ist und ich ihn belohnen kann. Dauert nicht lang und klappt sehr gut. Danach versuche ich dann sofort, sein Bedürfnis nach Ruhe, Futter, etc. zu stillen. Umgekehrt würde ich es nicht machen wollen, weil ich glaube, damit würde ich sein aggressives Verhalten bestärken. Ignorieren hat noch nie geholfen, dann wurden die Aggressionen zu Bissen oder Tritten. Schließlich hat er immer Recht mit seiner Unzufriedenheit, nur darf er sich gerne eine andere Methode ausdenken, mir das mitzuteilen. Und ja, ich gebe mein Möglichstes, Unzufriedenheiten gar nicht erst aufkommen zu lassen, aber damit wären wir beim Thema, dass sich gute Ställe schwer finden lassen, das ich hier jetzt nicht vertiefen möchte.
Bsp.3: Klarer wird es dann schon bei der Klappersack-Taktik. Mein Pferd hat vor Kartons, Plastik- und Papiertüten Schiss. Ihn mit deren Berührungen zu konfrontieren, fand ich bisher tatsächlich oft hilfreich. Anfänglich reagiert er mit Flucht. Da unser Clicker aber nicht nur „gut gemacht“ bedeutet, sondern im Laufe der Zeit auch das Versprechen „alles ist gut“ dazugewann, clickere ich jede Berührung. So bleibt er mittlerweile schon beim 2./3. Mal stehen. Ergänzend hat sich ein Kommandowort entwickelt: „Aufpassen!“. Dann horcht er genau hin, was da passiert. Sprich, er folgt nicht mehr blind seinem (Flucht-)Instinkt, sondern beginnt zu denken. Und genau das ist mein Langzeitziel. Erst gucken und denken, dann rennen. Oder vielleicht auch nicht. Ich clickere übrigens auch jede Entscheidung, nicht zu flüchten. Selbst wenn er sich erschrickt, sich dann aber gleich wieder umdreht und sich der Situation stellt, clickere ich diese wunderbar mutige Entscheidung.
Da in unserem ersten Jahr aus dem ehemals sehr ängstlichen, panischen Pferd durch Erlernen einer gemeinsamen Sprache (Clicker), Unterbrechen des bekannten Lösungsmusters (Rennen) und Anbieten eines Alternativverhaltens (innehalten, angucken, denken) ein im Vergleich zu früher erstaunlich mutiges, vertrauensfähiges Pferd geworden ist, hatte ich nicht den Eindruck, etwas falsches zu tun. Im Gegegenteil.
Mittlerweile kann ich ihm Tüten auf Rücken und Genick legen, er bleibt cool und erwartet selbstverständlich ein Leckerli. Kürzlich flog eine ihm bekannte Tüte durch den Wind zwischen die Beine. Hat ihn nicht gekümmert, obwohl er dort höchst empfindlich ist und wir das nicht geübt hatten. Ganz schön gut.
Ich empfand das immer als eine Art Desensibilisierung, die ok ist, solange das Pferd schnell von der Ungefährlichkeit der Situation überzeugt ist.
Muss ich das Pferd erst müde jagen, bevor es stehen bleibt, halte ich das auch für falsch.
Wann es angesagt ist, sofort aufzuhören bzw. die Taktik zu wechseln, sagt mir mein Pferd – nämlich dann, wenn er mir nicht bei den ersten Versuchen sein Vertrauen schenkt, sondern Anzeichen von Panik zeigt. Würde ich dann weitermachen, würde ich ihn traumatisieren. Das möchte ich natürlich nicht, Traumatisierungen hat er genug.
Die Fragen, die sich mir allerdings jetzt nach Tanjas Artikel stellen: Ist diese Konforntationstaktik gemein? Sollte ich mein Pferd das Lerntempo noch viel mehr bestimmen lassen? Missbrauche ich vielleicht den Clicker? Und was ist dann mit Polizeipferden? Werden die auch durch die Konfrontationen in ihrer Ausbildung gequält?
Was meint Ihr?

 

Von Chrikon • 30. November 2015

hallo zusammen,

ich möchte gerne damit anfangen, dass ich über jahre die erfahrung gemacht habe, dass die meisten leute an der psychologie (und anatomie, sowie stoffwechsel) des pferdes überhaupt kein wirkliches interesse haben. sie bezeichnen ihr pferd als schatzi, oder andern liebkosungen. also als ihren größten schatz. es wird geld für reitstunden – möchtlichst wenig geld – ausgegeben, jedoch viel geld für reitdecken, halfter, müsli, karotten, etc.. ich weiß, ist ein wenig polemisch.
damit das pferd auch wirklich von der weide oder box zum besitzer/in kommt, wird das pferd meist mit einer karotte begrüßt. so kann man sicher sein, dass das pferd einen „liebt“ und bei ankunft nicht das hinterteil zeigt.
viele die mit pferden zu tun haben, sind in alten, von „erfahrenen“ pferdeleuten, glaubenssätzen verhaftet und haben angst oder sind zu bequem nur irgendetwas zu ändern. diese dinge sowie die immense vermenschlichung dieser prächtigen tiere gibt ihnen oft ein nicht sehr schönes dasein. kommt dss pferd in kontakt mit menschen hat es meist verloren.

zum artikel selbst – ich finde es toll, dass ihr euch mit diesem thema auseinandersetzt.
zu den genannten gewaltfragen, ist das für mich wie mit den sporen oder zügeln. es sind die hände und beine die schmerzen verursachen können oder – und – das sollte es sein, eine feine kommuniktion mit dem pferd darstellen.
ich möchte zu den im bericht genannten stichworten ein paar kommentare abgeben:

das erste aufsteigen:
muss in der box mit drei leuten aufgestiegen werden, fehlt viel, viel vorarbeit sowie vertrauensvolles und individuells miteinander mit dem pferd.

den blick nehmen:
ein no go und grobe psychische und körperliche gewalt. hier scheint es keine wissen über anatomie, psychologie und biomechanik zu geben. woran liegt das: trainer, reitlehrer und der pferdebesitzer selbt, der nicht über den tellerrand schaut.

alleinhaltung:
auch ein no go: die grundbedürfnisse der pferdes werden grob vernachlässigt. egoisums (sportgerät- oder watte-haltungs-mentalität). gehört und ist verboten. auch pferde in boxenhaltung gehören raus. das pferd steht 23 stunden in der box und soll dann beim reiten fein und elastisch reagieren, flexibel sein und mental positiv gestimmt sein.
das pferd ist ein bewegungstier was in der freien natur 30 – 50 km wandert, dies muss man sich einfach verdeutlichen.

futterentzug
hier ist oft schon im vorfeld vieles falsch gelaufen. dem schlagenden pferd wurde vermutlich von anfang an zu viel aufmerksamkeit beim ersten und weiteren schlagen gegeben.
pferde sind herdentiere – wenn der im rang höhrer stehende 4beiner das futter nach dem der im niederen rang stehende erhält, kann das schon zum schlagen führen. futterentzug – was nach sicherheit, das nächste grundbedürfnis des pferdes ist, meine ich, ist hier der falsche weg. das zu lösen ist nicht ganz so einfach und wenn es nicht gelöst wird, kann es wahrlich irgendwann zu verletzungen kommen.

laufen im kreis
für das pferd welches das erstemal in einem round pen kommt ist dies eine enorme psychische belastung. das pferd hat keine ecken und kann sich nicht orientieren. deshalb wäre eigentlich ein eckiger raum besser. für uns menschen scheint jedoch ein kreis besser zu sein. hier ist wieder viel feingefühl und individulles vorgehen von pferd zu pferd gefragt.

aussacken
auch hier ist wiessen, timing, zeit, feingefühl und viel beobachtungsgabe gefragt. aussacken ist ein hartes wort und kommt aus alten zeiten wo aussacken im wahrsten sinne des wortes praktiziert worden ist. ich würde es lieber desensibilisieren nennen, wobei manche ihr pferd wirklich aussacken.
ich finde desensiblisieren enorm wichtig. das pferd wird selbstbewußter bzw. mutiger. weiters dient es auch der sicherheit des reiters.
hier möchte ich noch erwähnen, dass das pferd mit einem falschen timing des lobes in seine angst und angespanntheit bestätigt wird und genau das gegenteil bewirkt wird.

fazit:

ich finde, druck, ist nichts schlechtes. die ganze pflanzen-, tier- (pferdeherde) und menschwelt besteht aus druck und gegendruck – eigentlich bringt es balance.

das pferd ist nun mal in seinem dasein ein fluchttier und dazu prinzipiell ein sehr flexibles. mit zeit, beobachtung, die natur des pferdes zu verstehen, wissen und kritische auseinandersetzung der verschiedensten themen, nur so werden wir das pferd als partner überzeugen können.

es wird dann wie in einer aktiengesellschaft sein. 49 % stimmrecht gehört dem pferd und 51 % dem besitzer. das verlangt vom besitzer gut „zuzuhören“. nur so wir es meiner meinung nach zu einer optimalen verbindung kommen

wenn wir im sinne des pferde folgendes berücksichten:
das Pferd ist ein Fluchttier und agiert dementsprechend
das Pferd ist ein Bewegungstier
das Pferd ist Dauerfresser
das Pferd ist Herdentier
das Pferd lebt im Jetzt

– NUR so, meiner meinung nach, werden wir auf einen weg beschreiten, das pferd psychisch und physisch gesund zu erhalten.

das beste fürs pferd wäre es, wenn es den menschen nicht kennen würde. ich höre pferdebesitzer schon aufschreien – meine nächte frage wäre darauf gleich – warum haben wir ein pferd – und dabei ganz tief ins innerste sehen und dann eine ehrliche antwort geben.

ich habe viele themen angerissen … vielleicht für den einen oder anderen weit aus dem fenster gelehnt …. wir alle haben noch viel zu lernen – es gibt viel zu diskutieren … und es wird vermutlich nie aufhören ;-))

 

Von Sybille • 1. Dezember 2015

Hallo,
ich könnte zu allen Punkten schreiben, aber ich beschränke mich auf „das laufen im Kreis“. Das sogenannte Join up.
Ich halte davon schon viel, aber: Ich mache das nie im Round pen, immer in der leeren Halle, eben damit das Pferd zum „Nachdenken“ auch mal Abstand nehmen kann und auch nur, wenn ich keinen andern Weg mehr sehe, z.B. bei einem Pferd, das gezielt nach Menschen tritt.
Wenn jemand hört, dass ich Join up „kann“ kommt oft: Kannst du das mal vormachen. Nein, kann ich nicht.

1. Ein Join up ist ABSOLUT und unstrittig (in meinen Augen und entgegen dem freundlichen Namen) psychische Gewalt, daher kann man das nicht an einem Pferd vormachen, sondern es muss für diese Gewalt auch eine „Notwendigkeit“ bestehen, d.h. es muss für andere Wege zu spät sein.
2. vom „vormachen“ lernt man das nicht. und eben weil das Gewalt ist, sollte man wissen, was man tut. ich distanziere mich hier auch noch einmal ganz deutlich von Monty Roberts! Ich wedle nicht wild, ich jage das Pferd nicht in den Galopp bis es nicht mehr kann! Die Gangart wählt das Pferd, genau wie den Abstand zu mir – es darf „nur“ nicht zu mir kommen. Am Anfang ist die gewählte Gangart allerdings in der Regel Galopp und der Abstand groß.

Ich mache auch grundsätzlich kein Join up bei Pferden, die ich nicht kenne, weil ich sicher sein muss, die Signale rechtzeitig zu erkennen – und ich glaube nicht, dass ich das bei jedem Pferd zu können.

Für manche Pferd ist z.B. Longieren ebenso eine Form des Join up’s und somit eine psychische Gewalt. Diese Pferde sind auch „am Band“ verunsichert – man sieht es an den gleichen Signalen: Lecken, kauen, Kopf senken und oft immer wieder der Versuch, nach innen zum Menschen zu kommen und – bei „Verbot“: los buckeln, wild galoppieren, kurz: „Widersätzlichkeiten an der Longe“, die aber in der Angst und Unsicherheit begründet sind: Ich zeige, ich bin schwach und will brav sein, warum schickt er/sie mich immer noch weg?. Auch hier sollte man überlegen, ob für so ein Pferd die Longe geeignet ist, dies aber nur am Rande.

Die Grenze zur Psychischen Gewalt ist eben nicht immer eindeutig.
Ich persönlich halte aber z.B. ein „Join Up“ in der Reithalle für sinniger, als die Probleme durch Schläge und Aufrüsten (Schlaufzügel, Schärfere Gebisse, Hengstketten, Gertenschläge, Faustschläge auf die Nase (z.B. wg.Beissen) etc.) lösen zu wollen.

Sybille

 

Von Sara • 7. Dezember 2015

Hallo,

ich würde sagen, dass Aufsteigen in der Box mit so vielen „Helfern“ eher von der mangelnden Vorbereitung zeugt, als von können. Klar mag das einfacher sein, weil das Pferd nicht wegrennen kann, aber mit der richtigen Vorbereitung ist aufsteigen in einer Halle stressfrei fürs Pferd und wesentlich ungefährlicher für alle Beteiligten.
Kopf auf die Brust ziehen finde ich Tierquälerei, egal ob man das kurz oder dauernd macht, genauso wie die Alleinhaltung. Pferde sind Herdentiere, sie sollten zumindest ein paar Stunden am Tag in einer Herde auf einer Fläche stehen, die groß genug ist, dass sie auch mal rennen können ohne ausgebremst zu werden.
Futterentzug nur weil sich das Pferd falsch benimmt finde ich falsch und kontraproduktiv. Ein Pferd denkt nicht rational, es weiß nicht, dass es jetzt kein Futter bekommt weil es sich schlecht benimmt. Es weiß nur, dass alle anderen jetzt gefüttert werden und schlechtes benehmen zu aufmerksamkeit führt. Da müsste man eher nach der oder den Ursachen suchen und dann daran arbeiten, dass das Pferd nur noch bei guten Verhalten gefüttert wird. Was insgesammt anstrengender ist, als einfach zu sagen „der benimmt sich schlecht, der bekommt nichts mehr“.

Zum laufen im Kreis, oder Join up habe ich mal einen interessanten Artikel gelesen. Demnach würde ein Pferd auch einem ferngesteuertem Auto nachlaufen, wenn das bedeutet, dass es nicht mehr im Kreis gescheucht wird. Und wenn man mal Bilder oder Videos davon anschaut, dann sieht man immer gestresste Pferde. Von daher ist das für mich ziemlich starke psychische Gewalt gegenüber der Pferde. Wobei ich dabei das „Laufenlassen“ in der Halle oder auf dem Platz nur geringfügig besser finde, auch da wird das Pferd im Kreis gescheucht. Nur dass es sich hier besser dem Menschen entziehen kann, weil der einfach zu langsam ist.
Zum Aussacken finde ich, dass es eigendlich keine schlechte Idee ist, nur dass man sie richtig anwenden muss. Falsch angewendet ist vieles psychische und pysische Gewalt. Zum Beispiel würde ich mein Pferd nicht festhalten. Wenn es wegrennen will, soll es das ruhig tun, aber Belohnt wird nur, wenn es sich mit dem gruseligen Sack auseinander setzt. Allerdings sollte auch da respektiert werden, dass manche Pferde mehr Zeit und abstand brauchen um sich an so ein schepperndes Ding zu gewöhnen als andere.

Wobei mir da noch ein anderes Gebiet einfällt, bei dem psychische Gewalt zutreffen könnte: Ignorien oder weggehen als Strafe.
Ich habe ein Pony (Shetty) angefangen mit dem Clicker zu trainieren, was auch relativ gut funktioniert (für Futter macht der fast alles). Aber in der Vergangenheit muss er gelernt haben, dass man sich mit Gewalt und Drohgebärden Dingen eintziehen kann, die er nicht machen will oder womit er schlechte Erfahrungen gemacht hat. Bei den meisten Sachen kann ich mich damit arrangieren, gibt ja noch anderes was man machen kann (z.B. hasst er longieren bzw. Gerten oder alles in der Art, läuft aber gerne direkt neben einem mit und reagiert da auf Handzeichen) Aber ein Punkt wo ich nicht mit mir diskutierne lasse ist Hufe auskratzen.
Darauf hat er aber so gar keine Lust, zieht auch mal den Huf weg, oder gibt ihn gar nicht, je nach Laune macht er das aber auch ohne Unarten. Einmal hat er mit dem Vorderfuß mir geziehlt gegen das Schienbein getreten (und ich steh nciht so, dass das so einfach passiert, eben weil er mal den Huf wegzieht und ich nicht getroffen werden will) daraufhin habe ich mit weggehen und ignorieren reagiert. Für ihn Höchststrafe. Aber bevor ich irgendwas dummes tue geh ich lieber weg, atme durch und kann das ganze ruhig nochmal angehen (wo er dann richtig brav war und stark belot wurde). Aber das ist für ihn eine Strafe, die ich jetzt nur als allerletztes Mittel einsetzte (und bisher nur in diesem einen Fall brauchte) Aber auch hier wird dem Pferd keine Gewalt angetan, in meinem fall war ich sogar noch in Sichtweite hab ihn aber nicht direkt angesehen. Man konnte deutlich sehen, dass das für ihn Stress war, das schlimmste was ich hätte tun können. DAmit ist es doch auch eine art psychischer Gewalt.

Sorry für den Roman
Sara

 

 

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