Das trageerschöpfte Pferd
Weiterleitung zu einem aktuellen Artikel zu diesem Thema.
27. September 2011 von Babette Teschen • Kategorie: Gesundheit • 22 Kommentare »
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27. September 2011 von Babette Teschen • Kategorie: Gesundheit • 22 Kommentare »
Ein besonderes Problem für Pferdebesitzer ist in den letzten Jahren das „Jakobskreuzkraut“ geworden, welches sich enorm ausgebreitet hat. Leider wird die Gefahr durch diese Pflanze immer wieder unterschätzt, obwohl sie auch für den Menschen giftig ist. „Pferde fressen das nicht“, heißt es da oft. Das ist ein Irrtum!
Manche Pferde verschmähen das Jakobskreuzkraut zwar tatsächlich, aber viele Pferde, vor allem solche, die diätmäßig eher kurz gehalten werden, fressen hin und wieder auch Jakobskreuzkraut. Das Problem ist, dass selbst kleine Mengen verheerend sein können, denn es kommt über die Zeit zu einer chronischen Vergiftung. Nimmt ein Pferd immer wieder kleine Mengen auf, sammelt sich das Gift im Körper an. Erst merkt man dem Pferd noch gar nichts an, aber mit jedem weiteren Blättchen erhöht sich die Gefahr, dass die Leber des Pferdes stark geschädigt wird und das Pferd schwer erkrankt. Jeder Biss kann also einer zu viel sein! Die Symptome einer Vergiftung durch Jakobskreuzkraut werden hier dargestellt.
Und nicht nur weidende Pferde sind gefährdet, sondern das Jakobskreuzkraut gelangt durch Unwissenheit und/oder Ignoranz auch ins Heu oder in die Heulage – und ist auch im getrockneten Zustand immer noch giftig. Also: Auch Euer Pferd kann das Kraut fressen und damit seine Gesundheit erheblich schädigen, deshalb ist es so wichtig, dass jede/r von uns etwas gegen diese Pflanze macht!
Wenn man erst einmal weiß, wie das Jakobskreuzkraut aussieht, wird man es überall finden. Es ist wirklich eine echte Plage geworden. So sieht es eine blühende Jakobskreuzkrautpflanze aus (Achtung: alle Fotos in diesem Artikel können mit einem Klick vergrößert werden):
Wenn es allerdings schon so blüht wie auf dem Foto, ist es bereits dabei, sich auszubreiten. Es gilt also, diese Pflanze möglichst früh zu erkennen und auszureißen. Im Folgenden zeige ich Euch, wie Ihr das Jakobskreuzkraut schon im frühen Stadium, also vor der Blüte, erkennt und wie Ihr es von anderen Pflanzen abgrenzen könnt.
14. Juli 2011 von Tania Konnerth • Kategorie: Gesundheit, Haltung • 44 Kommentare »
In diesem Winter hatten wir es leider mit Strahlfäule zu tun, und zwar zum Teil recht heftig. Mit herkömmlichen Mitteln gegen Strahlfäule zum Sprühen und Desinfizieren bekam ich die Sache nicht in den Griff – aber mit einem Tipp aus der Naturheilkunde:
Man nehme
Beides mit einem Pürierer oder in einer Küchenmaschine zu einem Brei vermixen und das dann auf den Strahl auftragen (vorher immer gut umrühren, denn die Zwiebel setzt sich schnell ab).
Der Erfolg war schon nach zwei, drei Tagen deutlich sichtbar: Der Gammel verschwand fast umgehend und es konnte dann über die folgende Zeit gesundes Horn nachwachsen. Zugegeben, das Zeug riecht nicht ganz so gut, aber für mich ist das jetzt zu DEM Mittel bei Strahlfäule geworden.
Wichtig: Bei länger anhaltender Strahlfäule müssen natürlich
a) die Haltung und
b) die Hufbeschaffenheit bzw. Hufbearbeitung
überprüft werden. Strahlfäule kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden und darf grundsätzlich nicht unterschätzt werden.
Achtung: Wird es auf Dauer nicht besser mit den tiefen Strahlfurchen und reichen diese sogar bis hoch in den Ballen, kann es sich auch um einen so genannten Strahlpilz handeln. Den haben wir nämlich leider auch gleich noch mitgenommen – und dagegen hilft die genannte Mischung leider nicht.
23. Juni 2011 von Tania Konnerth • Kategorie: Gesundheit • 22 Kommentare »
In meinem Blogbeitrag von letzter Wochen habe ich über die hohe Gefährdung geschrieben, die für verfettete Pferde besteht, an Stoffwechselkrankheiten wie EMS oder das Cushing Syndrom zu erkranken. U.a. habe ich dabei den Rat gegeben, besonders dann sehr vorsichtig mit Weidegang für gefährdete Pferde zu sein, wenn der Fruktangehalt im Gras hoch ist und das Gras gestresst ist.
Nur: Wann ist der Fruktangehalt im Gras hoch? Und was macht dem Gras Stress? Diese Fragen möchte ich in diesem Beitrag zu beantworten versuchen, doch dazu müssen wir erstmal klären, was Fruktan eigentlich ist.
Was ist Fruktan?
Fruktan ist ein spezieller Zucker, der im Gras (Heu) zu finden ist. Das Gras speichert Energie, welche es zum Wachsen benötigt, als Fruktan im Stängel. Wie hoch der Fruktangehalt im Gras ist, hängt von äußeren Faktoren ab, wie Sonnenscheindauer, Temperatur, Feuchtigkeit usw. Wenn das Gras wächst, verbraucht es Fruktan.
Unterschiedliche Grassorten haben einen unterschiedlichen Gehalt an Fruktan. Das auf unseren Pferdeweiden weit verbreitete Weidelgras hat z.B. einen hohen Gehalt an Fruktan.
Fruktan gilt als Auslöser von futterbedingter Hufrehe
Früher wurde angenommen, dass fütterungsbedingte Hufrehe durch zu viel Eiweiß ausgelöst wird. Heute weiß man, dass Fruktan der Übeltäter ist. Grundsätzlich ist jedes Pferd gefährdet, an einer durch Fruktan ausgelösten Hufrehe zu erkranken, aber besonders gefährdet sind solche Pferderassen, die von ihrer Ursprungsheimat auf karge Vegetation ausgelegt sind, wie z.B. Isländer, Shetlandponys oder auch z.B. Peruanische Pasos und natürlich Pferde, die bereits unter einer Stoffwechselerkrankung leiden.
Der Fruktangehalt des Grases ist immer dann besonders hoch, wenn das Gras „Stress“ hat. Stress hat Gras dann, wenn es die Energie nicht verbrauchen (also in Wachstum umwandeln) kann, also z.B. bei Niederschlagsmangel (wie es gerade in den letzten Wochen bei uns ja sehr ausgeprägt der Fall war).
Wie hoch der Fruktangehalt im Gras ist, ist von verschiedenen Faktoren abhängig:
14. Juni 2011 von Babette Teschen • Kategorie: Gesundheit • 19 Kommentare »
Leider eine Tatsache: Viele unserer Wohlstandspferde sind „gut im Futter“, etwas moppelig oder gar schlichtweg viel zu fett! Und an dieser Stelle muss ich zugeben: Einige meiner Pferde sind es auch.
Mein Fütterungsmanagement
Ich habe einen Pensionsbetrieb und habe zur Zeit an die 30 Pferde bei mir stehen, die ich in zwei Herden aufgeteilt habe:
Die „Diätherde“ (also die leichtfuttrigen Pferde/Ponys) bekommt nur stundenweise rationiert Heu im Winter bzw. Gras im Sommer. Kraftfutter gibt es so gut wie nicht. Die „Viel-Fresser-Herde“ kann die ganze Nacht durch ans Gras bzw. ans Heu und tagsüber noch drei Stunden. Auch hier bekommen die wenigsten Pferde Kraftfutter zugefüttert, nur die, die es auch wirklich brauchen. Wirklich individuell kann ich mit diesem Management nicht auf jedes einzelne Pferd eingehen, doch ich bemühe mich sehr, die Fütterung so zu gestalten, dass es allen Pferden gut geht.
Meiner Erfahrung nach ist der Anteil der wirklich schwerfuttrigen Pferde klein und der weitaus größere Teil (auch der Großpferde) ist eher leichtfuttrig. Und so habe ich eben leider auch einige Pferde bei mir, die eindeutig zu viel auf die Waage bringen. Die meisten Pferde, die zu viel auf den Knochen haben, stehen in der Großpferd-Herde, also in der Herde, die die längere Zeit am Futter steht. Am liebsten hätte ich schon länger einige der Großpferde mit in die Pony-Herde getan, doch die ist platzmäßig einfach am Limit. Und ja, so steckte ich leider zu lange den Kopf vor dem Problem in den Sand, dass das eine oder andere Pferd zu dick ist…
Die Rechnung trägt nun das Pferd meiner Tochter
Tja, was bei vielen Pferden gut geht, ist nun leider bei Soeno, dem Peruanischen Paso meiner Tochter Lena, nicht gut gegangen. 🙁 Soeno ist jetzt 9 Jahre alt. Er wurde bei uns geboren und stand zeit seines Lebens in der Großpferd-Herde. Hier war er glücklich, hing sehr an seiner Mutter (ja, er war abgesetzt, aber die Bindung war stark wie am ersten Tag) und an seinen langjährigen Freunden, die beständig mit ihm zusammen lebten.
Als Jungpferd war er rank und schlank, doch das änderte sich langsam aber stetig. Er entwickelte Fettpolster am Mähnenkamm, an der Kruppe und an den Schultern. Und irgendwann kamen die ersten kritischen Stimmen: „Du Babette, Soeno ist aber ganz schön dick….“
Ich überlegte, ob ich Soeno in die Diät-Herde stellen soll, aber ich machte mir Sorgen, wie er die Trennung von seiner Mutter und seinen Kumpels verkraften würde, dachte an seine sensible Psyche, sah die eh zu volle Pony-Herde, hatte Angst vor der Eingliederung in die neue Herde und, und, und… Ich entschied mich also, Soeno in seiner Herde zu lassen. Immerhin war ja gerade erst die Pferdewaage da und das Urteil des Fachmannes lautete: Okay, etwas zu viel, aber noch okay (er bekam als Wert eine 5, d.h. Futterzustand genau richtig).
7. Juni 2011 von Babette Teschen • Kategorie: Gesundheit • 53 Kommentare »
Letzte Woche habe ich Ihnen gezeigt, wie Sie mit Hilfe einer Schablone die Entwicklung der Oberlinie Ihres Pferdes kontrollieren können – heute nun basteln wir Schablonen für den Check der Trapez- und Rückenmuskulatur 🙂
Mit solchen Schablonen können Sie sehr gut die Entwicklung der Trapezmuskulatur rechts und links neben dem Widerrist und der weiteren Rückenmuskulatur verfolgen, insbesondere im Bereich der Sattellage, um auch hier eine gute Kontrollmöglichkeit zu haben. So werden Sie frühzeitig bemerken können,
Sie brauchen dafür:
Und so geht’s
Nehmen Sie einen biegsamen Draht und bilden Sie mit diesen Draht die Form Ihres Pferdes rechts und links des Widerristes nach:
19. April 2011 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper, Gesundheit, Longieren, Reiten • 0 Kommentare »
In meinem Blogbeitrag von letzter Woche gab ich Ihnen mehrere Tipps, wie Sie die Entwicklung Ihres Pferdes langfristig gut beurteilen können. Und ich habe Ihnen versprochen (oder sollte ich lieber sagen angedroht ;-)): Diese Woche basteln wir eine Schablone 🙂
Mit Hilfe dieser Schablone können Sie gut verfolgen, wie sich die Oberlinie Ihres Pferdes im Laufe der Zeit entwickelt.
Sie brauchen dafür:
Und so geht’s
Befestigen Sie ein großes Stück Pappe (z.B. Karton) mit zwei Nägeln an einer Wand und stellen Sie Ihr Pferd vor diese Pappe:
Markieren Sie zuerst auf der Pappe, wo der Schweif Ihres Pferdes beginnt und wo der Widerrist Ihres Pferdes am höchsten ist:
12. April 2011 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper, Gesundheit, Longieren, Reiten • 4 Kommentare »
In meinen letzten beiden Beiträgen habe ich über meine Einstellung und Gedanken zu der Arbeit mit alten und kranken Pferden geschrieben und ich habe Ihnen unter anderem dazu geraten, alle Veränderungen Ihres Pferdes aufmerksam zu beobachten.
Die Entwicklungen und Veränderungen des Pferdes bewusst wahrzunehmen ist sehr wichtig, damit Sie beurteilen können, ob das, was Sie an Arbeit mit Ihrem Pferd machen, Ihrem Pferd guttut oder vielleicht eher schadet. Das ist gerade für alte und kranke Pferde sehr wichtig, aber natürlich ebenso auch für jedes junge, mittelalte und gesunde Pferd, denn wie wir unser Pferd arbeiten, womit wir es füttern, in welcher Haltungsform wir es halten usw. beeinflusst stark, wie unser Pferd in einem, in zwei und in 10 Jahren aussieht und wie es ihm dann gehen wird.
Nicht nur die Art und Weise wie gut Sie Ihr Pferd arbeiten, sondern alles, was Sie für Ihr Pferd bestimmen und wie Sie Einfluss auf das Leben Ihres Pferdes nehmen, ob es darum geht, welchen Sattel Sie auswählen oder welchen Hufschmied, Zahnarzt, Physiotherapeuten, Bereiter usw. Sie an Ihr Pferd lassen, wird sich langfristig körperlich und oftmals auch seelisch auf die Verfassung Ihres Pferdes auswirken.
Sie sehen: Unsere Verantwortung, die wir für das uns anvertraute Lebewesen tragen, ist enorm groß! Deswegen möchte ich Ihnen heute ein paar Tipps geben, wie Sie die Entwicklung Ihres Pferdes langfristig gut verfolgen und beurteilen können.
Tägliche Nähe macht betriebsblind für Veränderungen
Wenn wir unser Pferd tagtäglich sehen, werden wir sehr leicht „betriebsblind“ für Veränderungen unseres Pferdes. Haben Sie vielleicht auch schon erlebt, dass Menschen, die Ihr Pferd nach einer längeren Zeit, in der sie es nicht gesehen haben, beim Wiedersehen so etwas sagen wie: „Meine Güte, dein Pferd hat aber stark abgenommen/zugenommen“, oder „Wahnsinn, was für eine gute Oberlinie dein Pferd bekommen hat“? Wenn wir dann alte Fotos raussuchen und diese betrachten, stellen wir vielleicht erstaunt fest, dass diese Menschen etwas sehen, was uns überhaupt nicht aufgefallen ist. Und genau hier können Sie mit meinen Tipps ansetzen.
Halten Sie Entwicklungen in regelmäßigen Abständen in Wort und Bild fest
Um schleichende Veränderungen nicht zu übersehen, ist es sinnvoll, regelmäßig Entwicklungsverläufe zu protokollieren und das können Sie am besten machen, indem Sie:
5. April 2011 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper, Gesundheit, Longieren, Reiten • 4 Kommentare »
Letzte Woche habe ich über meine Erfahrungen und über meine Einstellung zu der Arbeit nach dem Longenkurs mit alten Pferden geschrieben. Nun erhalte ich auch viele Anfragen, ob die Longenkursarbeit auch für kranke Pferde geeignet ist, und ich will versuchen, diese recht schwierige Frage zu beantworten.
Wichtig: Halten Sie immer Rücksprache mit Ihrem behandelnden Tierarzt und Physiotherapeuten
Ich rate generell dazu, dass Sie jegliches Training Ihres kranken Pferdes immer mit dem behandelnden Tierarzt besprechen sollten und bei jeglichen Erkrankungen des Bewegungsapparates bitte zusätzlich auch mit einem Physiotherapeuten.
Um welche Erkrankungen geht es?
Zunächst ist zu klären, um welche Erkrankungen es geht. Natürlich reden wir hier nicht von Koliken, akuten Erkrankungen u.Ä., sondern meist sind es Erkrankungen des Bewegungsapparates, bei denen die Frage aufkommt, ob eine Arbeit nach dem Longenkurs sinnvoll ist oder nicht. Wir sprechen also z.B. über Lahmheiten durch Gelenkserkrankungen oder über Rückenerkrankungen wie den sogenannten Kissing Spines. An dieser Stelle auf einzelne Erkrankungen einzugehen, würde den Rahmen hier sprengen, aber ich will versuchen, Ihnen eine allgemeine Einschätzung zu ermöglichen.
Wichtig ist zu unterscheiden, ob es sich um eine akute Verletzung oder Entzündung handelt oder um einen chronischen Verlauf.
Akute Erkrankungen
Allgemein gilt, dass bei akuten Verletzungen und Entzündungen in den meisten Fällen die Einhaltung von Ruhe angezeigt ist. Hier fällt in der Regel auf jeden Fall die Trab-/Galopparbeit auf dem Zirkel raus. Oftmals ist aber eine kontrollierte Schrittbewegung förderlich für den Heilungsprozess (z.B. bei Sehnenverletzungen auf hartem Boden). In so einem Falle können Sie dann z.B. während eines Spazierganges immer mal wieder das „Führen in Stellung“ auf einem Weg geradeaus einbauen.
Chronische Erkrankungen
Leidet Ihr Pferd an einer chronischen Erkrankung des Bewegungsapparates, z.B. Arthrose (degenerative Gelenkserkrankung, unter welcher früher oder später so gut wie jedes ältere Pferd leidet), ist eine kontrollierte, ruhige, regelmäßige Bewegung besonders wichtig. Gerade Arthrosepferde verschlechtern sich in der Regel, wenn sie nicht gearbeitet werden. Jegliche „harten“ Bewegungen sollten vermieden werden, da diese mit viel Wucht in die Gelenke hauen. Ein Pferd, welches im schnellen Trab vorhandlastig geradeaus läuft, setzt sich in meinen Augen mehr schädlichen Kräften aus als ein Pferd, welches sich in einer gesunden Körperhaltung mit weichen, ruhigen Bewegungen auf einer großen Kreislinie bewegt.
Bei Pferden mit Arthrosen sollten Sie die Schrittphase zu Beginn der Arbeit auf bis zu 20 Minuten ausdehnen, damit das Pferd ausreichend Zeit hat, sich einzulaufen und die Gelenke gut mit Gelenkschmiere versorgt werden.
Longieren ist nicht gleich longieren!
Wenn Sie nun Ihren Tierarzt und Physiotherapeuten fragen, ob Sie longieren dürfen, werden Sie oftmals ein „Nein“ als Antwort erhalten, denn viele Tierärzte und Physiotherapeuten werden davon ausgehen, dass Sie beim Longieren Ihr Pferd auf einem großen Kreis in mehr oder weniger starker Schieflage in einem meistens recht hohen Tempo arbeiten werden. Da eine solche Ausführung der Longenarbeit eine meist hohe Belastung für den Körper des Pferdes darstellt, also stark auf „die Knochen geht“, werden viele Behandler mit diesem Bild vom Longieren vorm inneren Auge, vom Longieren abraten.
Die Arbeit nach dem Longenkurs baut sich aber ganz anders auf. Diese Arbeit zielt auf ein ruhiges, zu Beginn sogar untertouriges Tempo, bei dem ein Pferd durch die Übungen lernt, sich optimal auf einer gebogenen Linie zu bewegen. Da das mit dem herkömmlichen Longieren sehr wenig zu tun hat, sollten Sie Ihren Tierarzt lieber fragen, ob Sie ruhige Bodenarbeit mit Ihrem Pferd machen dürfen, bei der es darum geht, die Muskulatur zu lockern, die Schulter aufzurichten und das Pferd kontrolliert und langsam zu bewegen.
29. März 2011 von Babette Teschen • Kategorie: Gesundheit, Longieren • 8 Kommentare »
Eine Frage wird uns sehr häufig gestellt: Darf bzw. sollte man auch mit alten und/oder kranken Pferden nach der Anleitung unseres Longenkurses arbeiten?
Da ich weder Sie noch Ihr Pferd kenne und Ferndiagnosen weder möglich noch seriös sind, ist diese Frage sehr heikel zu beantworten. Trotzdem möchte ich meine generelle Meinung dazu mit Ihnen teilen und Ihnen eine Entscheidungshilfe an die Hand geben, ob Sie sich für das Longieren nach dem Longenkurs mit Ihrem alten und bzw. oder kranken Pferd entscheiden oder nicht. In diesem Blog werde ich meine Einstellung zu der Arbeit mit alten Pferden ausführen. Zum Thema „Longenkursarbeit mit kranken Pferden“ schreibe ich in einem nächsten Blog.
Wer rastet, der rostet
Kennen Sie das Sprichwort: „Wer rastet, der rostet“? So geht es unseren Pferden auch. Nun scheint aber gerade das Longieren vielen nicht unbedingt für die Arbeit mit alten Pferden geeignet zu sein, da die Belastung für die alten Knochen an der Longe oft sehr hoch ist. Genau das ist aber bei der Arbeit nach dem Longenkurs nicht der Fall!
Das Longieren nach dem Longenkurs unterscheidet sich stark vom herkömmlichen Longieren. Hier geht es nicht um Tempo, sondern um eine sinnvolle Gymnastizierung nach den Grundsätzen der Biomechanik. Alle Übungen zielen darauf ab, dass das Pferd lernt, sich korrekt ausbalanciert zu bewegen, um gebogene Linien locker und ruhig gehen zu können. Viele Übungen in dem Kurs können Sie sehr gewinnbringend im Schritt erarbeiten und auch die ersten Trabübungen werden bewusst untertourig ausgeführt, was gelenkschonend ist und deshalb auch gut von alten und steifen Pferden ausgeführt werden kann. Manch einer hat schon gestaunt, wie fit der Pferderentner durch die Übungen des Longenkurses geworden ist und plötzlich wieder Bewegungen zeigte, die man ihm nicht mehr zugetraut hat.
Hier sehen Sie z.B. zwei Sequenzen mit meiner leider inzwischen verstorbenen Stute Inka:
Inka war auf diesen Bildern 24 Jahre alt.
22. März 2011 von Babette Teschen • Kategorie: Gesundheit, Longieren • 9 Kommentare »