Buchtipp: „Die Kinderreitschule“ von Marie Maßmann

„Die Kinderreitschule: ein Ratgeber für Eltern pferdebegeisterter Kinder“ von Marie Maßmann
Burgwedel: evipo, 2015. – 72 S.
ISBN-10: 3945417058
ca. 13,- EUR (broschiert, durchgehend farbig illustriert + Extraheft für Kinder)

 Wenn Kinder reiten lernen wollen, sind viele Eltern damit überfordert, entscheiden zu können, was eine gute Reitschule ist. Dieses Buch setzt ganz praktisch genau an den Fragen an, die dann auftauchen:

  • Aspekte und Anforderungen an einen Reitschulbetrieb
  • Wie erkenne ich einen guten Ausbilder?
  • Wie sieht es heute im Pferdesport aus?
  • Wie sieht guter Reitunterricht aus?

Der schmale, sehr ansprechend aufbereitete Band ist prall gefüllt mit Infos, Tipps, Denkanstößen und konkreten Hinweisen, wonach zu entscheiden ist – und das mit einem sehr umsichtigen Blick sowohl auf die Kinder ALS AUCH auf das Wohl der Pferde! Beigefügt ist auch noch ein kleines Extraheft für Kinder mit Inspirationen, Übungen und vielen schönen Bildern. Empfehlenswert für alle Eltern, die hier eine gute Entscheidung für ihr Kind und die Tiere treffen wollen.

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31. Juli 2015 von Tania Konnerth • Kategorie: Buchtipps, Engagement und Pferdeschutz, Reiten 2 Kommentare »

Ein offener Brief

Ein Wort an alle Reitschulbetreiber/innen und Reitlehrer/innen und auch an die Eltern reitender Kinder.

Die Tochter meines Lebensgefährten ist 10 Jahre alt. Sie liebt Pferde auf diese wundervolle Weise, wie es viele Mädchen tun. Schon länger hat sie Unterricht in einer Reitschule und ich nehme sie oft mit zu meinen Pferden. Sie möchte so gerne richtig reiten können, doch nun will sie nicht mehr zum Reitunterricht gehen. Warum nicht? Weil sie Pferde nicht schlagen möchte und weil sie nicht mit Sporen reiten möchte.

Bitte spürt einmal nach: Ein  zehnjähriges Mädchen verzichtet auf einen Herzenswunsch, weil sie im Reitunterricht Dinge tun soll, von denen sie genau weiß, dass sie falsch sind. Leider hat sich offenbar noch nicht viel geändert zu der Zeit, in der ich Reiten lernte. Pferde schlagen ist niemals richtig und Kinder dazu anzuleiten auch nicht.

Liebe Reitschulbetreiber/innen und Reitlehrer/innen, seid Ihr Euch eigentlich Eurer großen Verantwortung bewusst? Einmal habt Ihr Verantwortung der Kreatur Pferd gegenüber, die nicht nur Mittel zum Zweck sein darf, sondern die ein Mitgeschöpf ist. Ihr habt darüber hinaus eine große Verantwortung für die Kinder, die zu Euch kommen, weil sie Pferde lieben und sich nichts sehnlicher wünschen, als Zeit mit diesen Tieren zu verbringen. Indem Ihr Kinder dazu bringt, Gewalt gegen Pferde zu richten, schadet Ihr nicht nur den Tieren, sondern vor allem auch den Kinderseelen, denn Kinder wissen sehr genau, was falsch ist und wann sie etwas Unrechtes tun. Pferde zu schlagen, macht schlimme Schuldgefühle. Ich weiß, wovon ich rede, denn auch ich habe als Kind gelernt, Pferde zu schlagen und Gewalt anzuwenden – und auch wenn ich aus meinen Fehlern gelernt habe, trage ich bis heute die Schuld mit mir herum.

ku1Wenn schon nicht der Pferde wegen, dann wacht wenigstens der Kinder wegen auf und beendet die Gewalt Pferden gegenüber. Sucht gemeinsam mit den Kindern nach gewaltfreien Wegen eines Zusammenseins von Pferd und Mensch. Der Mensch hat kein Recht, Pferde durch Gewaltmaßnahmen seinen Willen aufzuzwingen und es ist grundfalsch, Kinder zum Schlagen von Tieren und zum Einsatz von Gewalt zu erziehen.

Reitställe könnten zu Orten werden, an denen schon kleine Kinder einen respekt- und liebevollen Umgang mit Tieren erlernen. Haben wir gerade in unserer Zeit das nicht sehr nötig? Möglich wird das aber nur, wenn IHR bereit dazu seid, die Basis dazu zu legen! Und ja, dafür müsst Ihr zunächst Euer eigenes Verhalten hinterfragen. Es ist nie zu spät, Fehler einzusehen und einen anderen Weg einzuschlagen. Nur so wird ein pferde- und kindgerechter Unterricht möglich. Ja, der braucht viel Verständnis, Zeit, Geduld und Selbstreflexion, aber er schenkt dafür Fröhlichkeit und Leichtigkeit und das nährende Gefühl, etwas Gutes zu tun, denn ein solcher Reitunterricht vermittelt persönlichkeitsfördernde Werte.

Liebe Reitschulbetreiber/innen und Reitlehrer/innen, IHR seid die Vorbilder, Ihr stellt die Weichen für den Umgang mit Pferden für die Kinder, die zu Euch kommen. Es liegt an Euch, ob Pferden auch in Zukunft Gewalt angetan wird, in dem Maße, wie es heute leider noch immer weit verbreitet ist, oder ob sich alternative Wege zum Pferd durchsetzen, die auf einem freundschaftlichen Miteinander von Mensch und Pferd beruhen, denn die gibt es! Pferde sind keine Sportgeräte, sondern Mitgeschöpfe und das sollte das Wichtigste sein, das Ihr in Euren Schulen und in Eurem Unterricht vermittelt. Dann kann Reitunterricht das sein, was er sein sollte: nicht nur eine Schulung im Umgang mit Pferden, sondern vor allem auch eine Schulung in Menschlichkeit.

Bis jetzt ist Reitunterricht leider oft das genaue Gegenteil, denn dort lernen Kinder systematisch, über ihre moralischen Bedenken hinwegzugehen und mit Stricken, Gerten und Sporen Tieren ihren Willen aufzuzwingen. Seid Ihr Euch eigentlich bewusst, was das mit Kindern macht? Seid Ihr Euch darüber im Klaren, dass wenn die Hemmschwellen von Gewalt fallen, sie nur sehr schwer wieder aufzubauen sind?

Ich weiß, dass ich mir mit diesen Zeilen nicht nur Freunde machen werde, aber ich bin einfach nur traurig und ich hoffe inständig, dass dieser offene Brief möglichst viele von Euch erreicht – und zwar nicht nur gelesen, sondern auch gefühlt. Denn nur, wenn Ihr das hier wirklich in Euch bewegt, werdet Ihr etwas ändern. Und dass sich etwas ändert, ist bitter, bitter nötig, damit Mädchen, wie die Tochter meines Lebensgefährten, nicht einfach traurig mit dem Reiten aufhören, sondern mit Freude und vor allem mit einem guten Gewissen zum Reitunterricht gehen können.

Ihr legt die Grundsteine für das Miteinander von Mensch und Pferd und Ihr habt es in der Hand, die bestehenden Irrwege zu beenden.

Diejenigen unter Euch, die sich nicht angesprochen fühlen müssen, da sie bereits andere Wege gehen, bitte ich, andere Reitlehrer/innen zu unterstützen. Viele schlimme Dinge passieren aus Hilflosigkeit und weil man nicht weiß, wie es besser geht. Lebt Ihr es vor und bietet Eure Hilfe an.

Ich hoffe auch, dass viele Eltern diesen Brief lesen, die reitende Kinder haben, denn Euch bitte ich: Geht und schaut Euch an, was Eure Kinder im Reitunterricht tun und lernen. Fragt nach und hört zu, wenn Eure Kinder von dem erzählen, was in Pferdeställen läuft. Steht ihnen bei, wenn sie nicht das tun möchten, was gang und gäbe ist und unterstützt sie dabei, offen nein zu sagen zu Gewalt und zum Schlagen. Geht zu den Reitlehrern/innen und fordert sie auf, Euren Kindern keine Gewalt beizubringen, sondern einen respektvollen Umgang mit Tieren. Überlasst hier nicht anderen, Eure Kinder zu prägen, denn es kann tiefe Narben hinterlassen, wenn Kinder Dinge tun, die sie eigentlich für falsch halten.

Macht bitte die Augen auf in Pferdeställen und schaut nicht weg, wenn Pferde geschlagen werden, sondern sagt, dass Ihr das falsch findet. Erklärt Euren Kindern, dass es nicht richtig ist, wenn Menschen Tiere schlagen oder mit Gewalt zu etwas bringen.

Sucht gemeinsam mit Euren Kindern nach Pferdemenschen, die bereit sind, Euren Kindern einen pferdegerechten Umgang zu vermitteln und seid bereit, für einen solchen Unterricht etwas mehr zu bezahlen. Was Eure Kinder damit lernen, ist Gold wert.

Ich sage allen danke, die bis hierhin gelesen haben, und wir bitten Euch gemeinsam, diesen offenen Brief zu verlinken – hier zu diesem Blogbeitrag oder zum Film – oder auszudrucken und aufzuhängen, hier gibt es ihn als PDF-Dokument.

Tania und Babette

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16. Juni 2015 von Tania Konnerth • Kategorie: Aus dem Reitunterricht und Coaching, Engagement und Pferdeschutz, Umgang 47 Kommentare »

Ältere Pferde im Offenstall?

Wenn es um artgerechte Pferdehaltung geht, taucht häufig die Frage auf, ob man auch ältere Pferde noch in einen Offenstall umsiedeln kann oder ob sie sich durch lange Jahre in der Boxenhaltung damit nicht sehr schwer tun würden. Hier möchten wir unsere Gedanken dazu teilen:

Ganz grundsätzlich ist es für jedes Pferd gut, artgerecht zu leben, deshalb empfehlen wir grundsätzlich auch die Umstellung von älteren Pferden in einen gut geführten Offenstall. 

Vorteile

Aus unserer Sicht gibt es zahlreiche Vorteile für das Leben in einem Offenstall, gerade auch für ältere Pferde:

  • Ältere Pferde profitieren in einem gut geführten Offenstall gesundheitlich oft sehr (z.B. durch die Bewegung bei Arthrose und die frische Luft bei Atemproblemen).
  • Da ältere Pferde oft weniger gearbeitet werden, sind die Kontakte und Spiele mit Artgenossen eine meist willkommene Abwechslung im eher eintönigen Alltag.
  • Auch ältere Pferde wissen Freundschaften zu schätzen und schließen sich gerne anderen Pferden an.
  • In einer Gruppenhaltung können ältere Pferde regelrechte Aufgaben bekommen, wie z.B. der Ruhepol zu sein oder auch manch eine Erziehungsfrage zu regeln.
  • Eine Veränderung auch im höheren Alter kann ein Pferd ganz neu fordern und aufblühen lassen (zweiter Frühling).

Worauf zu achten ist

Bei älteren Pferden, die ein Leben im Offenstall nicht gewohnt sind, gibt es einige Dinge zu beachten, damit ihnen die Umstellung leicht fällt und guttut:

  • Da ältere Pferde ein erhöhtes Ruhebedürfnis haben, ist es unerlässlich, dass die Herde friedlich ist und dass ältere Tiere nicht von anderen gejagt werden.
  • Die Eingliederung muss behutsam und umsichtig erfolgen, da ältere Pferde meist weniger wendig sind, schlechter laufen können und sich oft auch nicht mehr so gut verteidigen können (es gibt allerdings auch Ausnahmen…).
  • Da Abwechslung zwar gut, Stress aber schlecht ist, sollte es sich möglichst um eine Herde handeln, in der nicht ständig Pferde dazu- oder wegkommen.
  • Wichtig ist, dass jedes Pferd die Möglichkeit hat, sich bei Regen oder Wind unterzustellen, es muss einen Ruhebereich finden und sicher ans Futter kommen – das aber gilt grundsätzlich für alle Offenställe!
  • Bei empfindlichen Pferden muss bei schlechtem Wetter übers Eindecken nachgedacht werden, im Sommer kann es nötig werden, ältere Pferde vom Winterfall zu befreien, wenn dieses nicht mehr wie früher von allein ausfällt.
  • Da sich Offenstallpferde mehr bewegen als Pferde in Boxen, können ältere Pferde nach der Umstellung erstmal abbauen. Hier muss entsprechend zugefüttert werden. Das gilt natürlich auch, wenn die Zähne schlechter werden.
  • Es muss sichergestellt sein, dass jemand regelmäßig nach den Pferden schaut (aber auch das gilt für alle Pferde im Offenstall).
  • Gut ist, wenn für Krankheitszeiten oder ganz üble Wetterphasen Boxen zur Verfügung stehen.

Unser Fazit: Hält man ältere Pferde in einem Offenstall oder lässt man sie erst in höherem Alter umziehen, ist das vielleicht etwas aufwändiger als mit einem jungen Pferd, aber es steigert aus unserer Sicht die Lebensqualität ganz erheblich. In den Herden, in denen unsere Pferde leben, waren und sind so ziemlich alle Altersstufen vertreten und wenn man z.B. sieht, wie der inzwischen gesetzte Carlos (der Dunkle) noch locker mit dem Youngster Nico beim Weideauftrieb mithält, wird man kaum mehr Zweifel haben, dass auch für ältere Pferde ein Leben in einer Herde und im Offenstall eine gute Sache ist:

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9. Juni 2015 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Haltung 13 Kommentare »

Gedanken zur Pferdehaltung

Wir haben hier bereits angekündigt, dass wir uns verstärkt auch den unbequemen Themen der Pferdewelt widmen wollen, um unseren Teil gegen bestehende Missstände beizutragen. In diesem Blogbeitrag geht es um das Thema „Pferdehaltung“. Wir möchten einerseits einen Blick darauf werfen, was im Vergleich zu früher schon erreicht wurde und zum anderen auch dahin schauen, was noch besser werden muss. Dieser Artikel kann erst einmal nur ein grober Überblick sein, bei dem viele Einzeldetails nicht berücksichtig werden. Das wird dann die Aufgabe weiterer Blogbeiträge sein. Hier könnt Ihr aber natürlich gerne die Kommentarfunktion nutzen, um noch nicht Erwähntes zu benennen.

Vom Ständer zur Box

Gehen wir an dieser Stelle nicht ganz weit zurück in die Geschichte von Pferd und Mensch, sondern bleiben einfach mal bei unseren eigenen Erfahrungen: Allein in den letzten drei, vier Jahrzehnten hat sich in Sachen Pferdehaltung nämlich aus unserer Sicht schon vieles getan.

Als wir selbst mit dem Reiten anfingen, war die Ständerhaltung leider noch vollkommen normal. Pferde standen also nebeneinander angebunden im Stall und wurden nur zum Reiten herausgeholt. In Verleihställen wurden die Tiere oft einmal zum Unterricht fertiggemacht und standen dann den ganzen Tag gesattelt und gezäumt. Gefüttert wurde zweimal am Tag, Paddocks oder gar Weiden waren für viele Pferde vollkommen unbekannt.

Ein übertriebenes Horrorszenario? Leider nicht, sondern die traurige Realität noch Anfang bis Mitte der 80er Jahre in etlichen Ställen.

Als die Ständerhaltung zunehmend kritisch betrachtet und später auch verboten wurde, stellte man Pferde in Boxen. Durchschnittlich 3x4m groß und meist rundum vergittert ist diese Haltungsform – leider – auch heute noch weit verbreitet. Ohne zusätzlichen Freilauf auf großen Paddocks und Weiden zusammen mit anderen Pferden ist diese Haltung allerdings leider nicht viel besser als die Ständerhaltung, denn für das Bewegungstier Pferd ist der kleine Raum einer Box schlicht und einfach nicht artgerecht. Und es hilft leider keinem Pferd, wenn es einmal am Tag für eine Stunde aus seiner Box geholt wird, um dann nicht selten auch noch unter Zwang und Krafteinsatz Runde um Runde in einer Reithalle laufen zu müssen.

Dazu einige Zitate von der Website und aus einer Broschüre des Tierschutzbundes:

  • „Ständerhaltung und ganztätige Boxenhaltung sind keine tiergerechten Haltungsformen, da die Pferde ihre arttypischen Verhaltensweisen nicht ausleben können.“
  • „Auch eine übliche Boxenhaltung entspricht weder dem ausgeprägten Bewegungsbedürfnis der Pferde noch ihrem Bedürfnis nach Sozialkontakt.“
  • „Ein Boxenpferd leidet unter einem enormen Bewegungsmangel.“

Auch ein kleiner Einzelpaddock vor der Box macht die Sache leider nicht viel besser, aber genau so lebt noch immer ein Großteil unserer Pferde. Und deshalb sind wir in Sachen artgerechter Pferdehaltung leider erst den halben Weg gegangen – es gibt noch viel zu tun.

Was ist artgerecht?

Eine artgerechte Pferdehaltung muss in jedem Fall diese Punkte erfüllen:

  • So viel Platz zum Bewegen an der frischen Luft, wie es nur geht (durch große Paddocks, Zugang zu Weiden, Bewegungsanreize durch Trail-Systeme, die lange Wege z.B. vom Futter zum Wasser bieten u.Ä.).
  • Ständiger Kontakt zu Artgenossen in sorgfältig zusammengestellten Herden mit nicht zu vielen Tieren für den vorhandenen Platz.
  • Ein freier Zugang zu allen Ressourcen muss für jedes Pferd, unabhängig von seinem Rang in der Gruppe, sichergestellt sein, also ausreichende Futterplätze, Unterstellmöglichkeiten, Ruheplätze usw.
  • Eine durchdachte Fütterung mit ausreichend qualitativ hochwertigem Raufutter ohne lange Futterpausen und Weide in Maßen (bei Vorerkrankungen oder gefährdeten Pferden wenig bis gar nicht), die weder zu Unter-, noch zu Übergewicht führt.

Ursula Bruns gehörte zu den Pionieren in Sachen artgerechter Haltung, indem sie die Idee der Offenställe bekannt machte. Leider heißt „Offenstall“ nicht automatisch „gute Haltung“, denn schlecht geführte Offenställe bedeuten leider oft, dass Pferde bei schlechtem Wetter schutzlos sind und tief im Schlamm stehen und dass zu viele Pferde in nicht sorgfältig zusammengesetzten Herden zu Streitereien, Futterneid, Stress und Verletzungen führen und anderes mehr. Es ist eben nicht damit getan, ein Stück Land zu pachten, einen Zaun darum zu ziehen und dort dann eine Herde Pferde drauf zu stellen…

Gut geführte Offenstall-Konzepte erfordern viel Pferdewissen, viel Sorgfalt und viel Platz, Arbeit, Zeit und Geld.

Unterschiedliche Bedürfnisse von Mensch und Pferd

So klar inzwischen ist, was Pferde brauchen, um pferdegerecht leben zu können, so klar stehen dem eine ganze Reihe von menschlichen Bedürfnissen entgegen. Viele möchten ihr Pferd ständig verfügbar haben. Ein Pferd aus einer Box zu holen, geht allemal schneller, als es von einer großen Weide oder aus einem mit Trails verschachtelten Paddock zu sammeln. Pferde in einer eher freien Haltung haben die Möglichkeit, sich dem Eingefangenwerden zu entziehen, was vielen Pferdebesitzern nicht besonders gefällt. Ein Pferd für das Reiten fertig zu machen, geht bei einem Boxenpferd meist deutlich schneller als bei einem, das bei Wind und Wetter draußen lebt. Das Klima ist in einem geschlossenen Stall mit Boxen für Menschen vor allem im Winter viel angenehmer, während Pferde ein ganz anderes Kälteempfinden haben und in der warmen, stickigen Luft eines geschlossenen Stalles sehr schnell Probleme mit den Atemwegen bekommen. Häufig wird auch die Verletzungsgefahr als Grund angegeben, Pferde nicht in einer Gruppe zu halten. Und so weiter und so fort.

Von der Stallbetreiberseite her ist ein Boxenstall in der Regel viel weniger aufwändig als ein gut geführter Offen- oder Laufstall und leider sind immer noch nur wenige Pferdebesitzer/innen bereit, tatsächlich mehr Geld für einen Offenstall zu zahlen als für eine Box (denn in Boxenställen gibt es auch oft noch eine Reihe von Annehmlichkeiten für die Menschen, wie eine Halle, beheizte Sattelkammern und Aufenthaltsräume und dergleichen mehr…). Und so gibt es entsprechend auch traurigerweise immer noch viel mehr Boxenställe als gut geführte Offenstall-Konzepte.

Und genau das muss sich ändern!

Unsere Hoffnung

So viel, wie sich schon in den letzten Jahrzehnten in Bezug auf die Haltung von Pferden getan hat, so hoffen wir, dass auch die Zukunft noch weiter zu deutlichen Verbesserungen führt:

  • Wir hoffen, dass eine nicht-pferdegerechte Haltung immer heftiger kritisiert wird und dass es zu einem Verbot der reinen Boxenhaltung kommt, so wie inzwischen die Ständerhaltung verboten wurde. 
  • Wir hoffen, dass das nötige Wissen darüber, was Pferde brauchen, um artgerecht leben zu können, zum Allgemeingut für jeden wird, der mit Pferden zu tun hat.
  • Wir hoffen, dass immer mehr Pferdebesitzer/innen erkennen, dass nur eine wirklich artgerechte Haltung für Pferde vertretbar ist und dass es unser Job ist, dafür zu sorgen, dass unsere Pferde pferdegerecht leben können.
  • Wir hoffen, dass immer mehr Pferdeleute bereit sind, die eigenen Interessen zugunsten eines guten Pferdelebens zurückzustellen.
  • Wir hoffen, dass immer mehr Pferdebesitzer/innen sich in Ställen aktiv mit Vorschlägen einbringen und sich für Verbesserungen in der Pferdehaltung einsetzen.
  • Wir hoffen, dass immer mehr Stallbesitzer den Mut und auch den Willen entwickeln, wirklich artgerechte Lebensbedingungen für Pferde zu bieten und den Nutzen selbstbewusst zu kommunizieren.
  • Wir hoffen auf bisher noch nicht gedachte gute und findige Ideen, die unseren Pferden ein noch besseres Leben ermöglichen.

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26. Mai 2015 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Haltung 22 Kommentare »

… denn zum Reiten sind sie da!?

In der Ausgabe 313 unseres Newsletters haben wir ein Thema angeschnitten, das viel Resonanz brachte. Und zwar ging es darum, dass offenbar Pferde für viele Menschen nur dann eine Daseinsberechtigung haben, wenn sie geritten werden können – und „Daseinsberechtigung“ ist in diesem Fall tragischerweise oft wörtlich gemeint. Unreitbare Pferde werden nicht nur oft einfach abgeschoben, sondern erleben häufig noch Schlimmeres …

Unter den vielen Mails, die wir zu dem Thema bekommen haben, hat uns vor allem die von Birgit auf ein Problem aufmerksam gemacht, dessen wir uns tatsächlich so nicht bewusst waren, und wir glauben, dass es tatsächlich sehr, sehr wichtig ist:

Ich möchte (…) anregen zu einem Umdenken und zu einem anderen Bewusstsein über das, was man mit einem Pferd machen kann. In vielen Ställen und in vielen Reit-Gemeinschaften hat eine andere Beschäftigung mit dem Pferd als das sportliche Reiten überhaupt keinen Stellenwert. Es ist dann für die betroffenen Menschen umso schwerer, für sich und ihre Pferde einen neuen, anderen Weg zu suchen.

Ab und an finden sich ja in den einschlägigen Zeitschriften Artikel, was man alles mit einem Pferd machen kann, ohne es zu reiten. Aber diese Artikel müssten forciert werden. Das Nicht-Reiten müsste gesellschaftsfähig gemacht werden! Vielleicht auch mal ein nicht gerittenes Pferd auf die Titelseite.

Wenn Artikel über die Arbeit am Boden erscheinen, dann gehen sie schnell in die Richtung von höheren Lektionen. Das können aber viele Pferde nicht (mehr). Ich würde mir in allen Reiterzeitschriften, nicht nur in „Cavallo“ und „Mein Pferd“, eine Rubrik wünschen „Was tun, wenn mein Pferd nicht (mehr) reitbar ist“ oder so ähnlich. Die Beschäftigungsmöglichkeiten sind doch so vielfältig und gehen über reines Spazierengehen total hinaus, aber es fehlt die gesellschaftliche Akzeptanz!

Ich habe selbst zwei nicht-reitbare Pferde und ein inzwischen Reitbares. Wir machen so viel Sachen mit den Nicht-Reitbaren und es macht so viel Spaß. Selbst auf „niedrigem“ Sportniveau kann man den Pferden noch so viel beibringen und so viele anregende Dinge mit ihnen machen, die auch für den Menschen selbst einen hohen Grad an Zufriedenheit bringen.

Viele Grüße
Birgit Oberkötter

In dem Satz Das Nicht-Reiten müsste gesellschaftsfähig gemacht werden! steckt für uns der entscheidende Punkt für diesen Blogbeitrag. Obwohl sich da in den letzten Jahren schon viel getan hat und es inzwischen eine ganze Reihe von großen Trainer-Namen für die Bodenarbeit gibt, so dient die Arbeit am Boden vielen leider immer noch vor allem dazu, zum Reiten zu kommen oder sie ist tatsächlich nur ein „Ersatz“, wird also noch immer nicht als gleichwertig mit dem Reiten gesehen. „Pferde sind zum Reiten da“ – davon scheinen die meisten Menschen fest überzeugt, und das, obwohl sich zumindest bei Pferdeleuten inzwischen herumgesprochen haben sollte, dass Pferde anatomisch eigentlich gar nicht dafür gedacht sind, zusätzliches Gewicht auf dem Rücken zu tragen …

Wir möchten hier gerne Ideen sammeln, wie es zu schaffen ist, dass das Reiten immer mehr nur noch eine Möglichkeit von vielen wird, und sich nicht alles darauf konzentriert! Birgit hat ja selbst bereits angeregt, dass in den Pferdezeitschriften mehr und viel selbstverständlicher darüber berichtet werden müsste, denn tatsächlich werden die Spielarten der Bodenarbeit immer noch als etwas „Besonderes“ dargestellt oder gezielt als Vorbereitung für das (Ein)Reiten. Hier könnten die Medien ganz sicher viel bewirken. 

Hier bei „Wege zum Pferd“ ist der Anteil der Bodenarbeitsthemen, wie wir denken, sehr hoch – so verbreiten wir mit dem Longenkurs fundiertes Knowhow für ein sinnvolles Bodentraining nach den Regeln der Biomechanik und zeigen mit dem Clickerkurs alle möglichen Variationen der Zusammenarbeit mit dem Pferd. Wir werden unsere Seite weiterhin konsequent dafür nutzen, die Vielfalt der Möglichkeiten aufzuzeigen, mit einem Pferd zu arbeiten und Freude zu haben, und hoffen damit, unseren Teil dazu zu tun, dass der Fokus weg vom Reiten hin zu einem Miteinander geht, bei dem das Pferd Partner statt Sportgerät ist.

Ideen, die uns darüber hinaus gekommen sind:

  • Anfänger-Unterricht könnte zunächst NUR am Boden statt finden, denn so schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: pferdeunerfahrene Menschen können den richtigen Umgang mit den Tieren lernen und werden von Beginn an mit den verschiedenen Möglichkeiten vertraut gemacht, was man außer Reiten mit einem Pferd noch alles machen kann. Vielleicht könnte man auch darüber nachdenken, Anfänger in Paaren zu unterrichten, so dass  im Wechsel einer vom Boden aus mit dem Pferd arbeitet, während der andere zunächst einfach seinen Sitz schult.
  • Im normalen Reitunterricht könnte man zu Beginn und zum Ende Bodenarbeitsübungen vorstellen (die oft genauso erlernt und auch korrigiert werden sollten, wie das Reiten).
  • In jedem Stall könnte mindestens zweimal in der Woche Bodenarbeitstage eingerichtet werden, an denen dann in Longieren, in der Arbeit an der Hand, in Zirkuslektionen, Freiarbeit und dergleichen mehr guter Unterricht angeboten wird. 
  • Bei der Ausbildung sollten Bereiter die Wichtigkeit der Bodenarbeit einerseits selbst erkennen (und nicht nur das Longieren als Weg sehen, möglichst schnell zum Reiten zu kommen, wie es leider noch so oft der Fall ist) und auch den Eigentümern deutlich machen, dass die Ausbildung am Boden unerlässlich ist.
  • Pferdebesitzer, die eine Reitbeteiligung auf ihrem Pferd bieten, könnten fordern, dass die Pferde nicht nur geritten werden, sondern dass auch ausdrücklich Bodenarbeit gemacht werden soll.
  • Wenn Turniere ausgerichtet werden, könnte es gleichwertige Wettbewerbe am Boden geben.
  • Tierärzte und Pferdephysiotherapeuten könnten darüber aufklären, was das Reiten für den Pferderücken bedeutet und dass gute Bodenarbeit auch Gesundheitsvorsorge bedeutet.

Und nun seid Ihr alle gefragt: Was fällt Euch zu dem Thema ein?

  • Was könnten Sie ganz persönlich in Ihrem eigenen Kreis machen?
  • Was könnte in Ihrem Stall gemacht werden?
  • Was könnte reitsport-übergreifend gemacht werden?
  • Was könnten Medien und Reit-Institutionen machen?
  • Was ist sonst noch möglich?

Wir sind gespannt!

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31. März 2015 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Sonstiges 35 Kommentare »

Buchtipp: „Vertrauen statt Dominanz“ von Marlitt Wendt

„Vertrauen statt Dominanz – Wege zu einer neuen Pferdeethik“ von Marlitt Wendt
Cadmos Verlag, 2010. – 127 S.
ISBN 3840410029
ca. 25,- EUR (gebunden, mit vielen farbigen Fotos)

„Vertrauen statt Dominanz“ ist ein Buch, über dessen Erscheinen ich mich als bekennende Anhängerin der positiven Verstärkung und „Anti-Dominanzlerin“ ganz besonders freue!

Frau Wendt ist Verhaltensbiologin und räumt mit vielen Irrglauben des pferdischen Herdenverhaltens auf. Im Umgang mit Pferden wird viel Gewalt angewandt, wobei es sich hier nicht nur um körperliche Gewalt handelt, sondern ebenso um die Anwendung von psychischer Gewalt, die ebenso grausam für die Pferdeseele ist. Oftmals begründet sich die Anwendung von Gewalt in der Überzeugung, dass sich der Mensch dem Pferd gegenüber als der „Ranghöhere“, „als der Stärkere“, als „Chef“ behaupten muss. Viel zu oft wird jede Widersetzlichkeit des Pferdes als „Angriff“ der Rangposition des Menschen verstanden, anstatt zu gucken, worin die Ursache der Widersetzlichkeit tatsächlich begründet ist.

In diesem Buch werden verschiedene Ausbildungswege auf ihre Pferdegerechtigkeit hin unter die Lupe genommen und ich hoffe, dass viele Pferdemenschen nach der Lektüre dieses Buches den Umgang mit Pferden mit anderen Augen sehen.

Rundum empfehlenswert für alle, die andere Wege im Umgang mit Pferden gehen wollen.

15. Februar 2015 von Babette Teschen • Kategorie: Buchtipps, Engagement und Pferdeschutz, Umgang 0 Kommentare »

Pferdeliebe?!

In den letzten Ausgaben unseres Newsletters haben wir uns mit der Frage befasst, was eigentlich Pferdeliebe ausmacht. Nach etwas kritischen Gedanken (hier nachzulesen) haben wir Ihnen als Leser/innen den Ball zugeworfen und Sie gefragt, was Sie unter Pferdeliebe verstehen. Dazu haben wir viele Zuschriften bekommen. Einige Aussagen können Sie hier nachlesen.

Noch sind wir Ihnen unsere eigenen Gedanken dazu schuldig:

Echte Pferdeliebe erfordert aus unserer Sicht:

  • ein ausreichendes Wissen über und Verständnis für Pferde und deren Grundbedürfnisse, Natur und Verhaltensweisen,
  • das Erkennen der eigenen Grenzen was Wissen und Können angeht, um sich, wo nötig, Hilfe zu suchen,
  • die Anerkennung, die Würdigung und den Respekt vor Pferden als Lebewesen mit Rechten und Persönlichkeiten mit eigenen Vorstellungen,
  • die Bereitschaft, eigene Wünsche und Ziele nicht über die Interessen des Pferdes hinweg auszuleben,
  • die Fähigkeit und Bereitschaft zur Selbstreflexion
  • und das Versprechen, ein Pferd Pferd sein zu lassen.

Viele von Ihnen haben ganz ähnliche Dinge geschrieben und wir freuen uns darüber, dass das Thema „Pferdeliebe“ mit so viel Selbstreflexion beleuchtet wird. Und manch ein Beitrag hat noch mehr Aspekte beleuchtet als wir sie angedacht haben, wie z.B. der von Meike Merle Kuhlman, den wir gerne an dieser Stelle veröffentlichen möchte – danke, Meike!

wirEin Pferd zu lieben bedeutet für mich, dass mich Glück und Freude im Umgang mit diesen wundervollen Tieren durchströmen.

Es bedeutet für mich, jede Minute der gemeinsamen Zeit zu genießen, egal ob im Gelände, bei der Longenarbeit, während gemütlicher Putz- und Kraulstunden oder beim Reiten. Mein Pferd zu lieben bedeutet für mich, ihm das Leben so schön wie möglich machen zu wollen. Angefangen bei einer artgerechten Haltung und Fütterung, über die passende Ausrüstung bis hin zu einem ethisch korrekten Umgang. Dies bedeutet für mich aber auch, dass ich mir die Zeit nehme, mir Wissen anzueignen und dabei stets bereit bin alteingesessene Meinungen kritisch zu hinterfragen. Das ist manchmal gar nicht so einfach, denn die Pferdewelt ist voll von den konträrsten Meinungen und Ansichten über das, was für ein Pferd angeblich gut und richtig ist. Und kritische Denker sind auch nicht immer willkommen!

Pferdeliebe bedeutet ebenso, den Mut zu haben, nicht wegzusehen, wenn andere Pferde schlecht behandelt werden und sich für diese einzusetzen. Pferdeliebe ist für mich nicht besitzabhängig. Es bedeutet für mich auch, dass ich es akzeptiere ein Sonderling im Reitstall zu sein, weil ich vielleicht gebisslos reite oder es grundsätzlich ablehne „auch mal hart durchzugreifen“. Ein Pferd zu lieben bedeutet für mich, im Urlaub beispielsweise NICHT auszureiten, wenn ich sehe, dass die Tiere dort nicht gut behandelt werden, auch wenn der Strand noch so verlockend erscheint. Es bedeutet für mich ebenso sehr, das Pferd nicht als ein Sportgerät wahrzunehmen, welches nach meinen Wünschen zu funktionieren hat.

Mein Pferd zu lieben bedeutet für mich, dass wir füreinander da sind. Es bedeutet für mich, dass ich mich für mein Pferd einsetze und zum Beispiel auch gegenüber den Stallbesitzern einmal konstruktive Kritik übe, wenn ich Verbesserungsvorschläge in Punkte Haltung oder Fütterung habe. Es bedeutet für mich, dass ich mich nicht darüber ärgere, wenn mein Pferd krankheitsbedingt längere Zeit ausfällt und ich vielleicht nicht reiten kann. Mein Pferd zu lieben bedeutet für mich, dass ich ihm einen schönen Lebensabend machen möchte und dass ich das Pferd nicht als Gebrauchsgegenstand wahrnehme, welcher beliebig ausgetauscht oder ersetzt werden kann.

Mein Pferd zu lieben bedeutet für mich, dass wir uns auf Augenhöhe begegnen! Es bedeutet, dass meine Bedürfnisse nicht über denen des Pferdes stehen. Es bedeutet für mich ebenso, darauf zu achten nicht anthropomorphistisch (vermenschlichend) zu sein.

Ein Pferd zu lieben bedeutet für mich, dass ich es genieße, am Koppelzaun zu stehen und den Pferden beim Spielen, Toben und Dösen zuzuschauen. Ganz egal, ob es sich dabei um mein eigenes oder um andere Pferde handelt. Pferde zu lieben bedeutet für mich, dass ich mir ein Leben ohne Pferde nicht mehr vorstellen kann!

Ganz liebe Grüße,
Meike und Snowy 

Besonders Meikes Satz Pferdeliebe ist für mich nicht besitzabhängig hat uns tief berührt. Denn er führt uns wieder zurück zu dem Grund dafür, dass wir das Thema angeschnitten haben, nämlich dass leider noch viel im Argen ist in der Pferdewelt.

Wie würde wohl die Pferdewelt – oder die Welt überhaupt – aussehen, wenn tatsächlich mehr besitzunabhängige Liebe gelebt würde?

25. November 2014 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Erkenntnisse, Umgang 5 Kommentare »

Mund aufmachen!

Nach unseren grundsätzlichen Überlegungen, was man gegen die Ohnmacht machen kann, die einen oft überkommt, wenn man mit Missständen in der Haltung von und im Umgang mit Pferden konfrontiert wird, sind wir dabei, nach und nach auch praktische Anregungen gegen genau diese Ohnmacht zu bieten. Dazu haben wir uns schon dem Thema Unwissenheit gewidmet und in diesem Beitrag möchten wir dazu ermutigen, uns öfter mal zu Wort zu melden.

Hier einige Beispiele (und die Liste ließe sich noch deutlich verlängern):

  • Melden Sie bei einem Turnier, wenn Sie sehen, dass Pferde gerollkurt oder mit Gerte und Sporen malträtiert werden.
  • Informieren Sie den Stallbesitzer, wenn Pferde geschlagen oder misshandelt werden.
  • Sprechen Sie Leute darauf an, dass ihre Pferde zu dick (oder ggf. auch zu dünn sind).
  • Machen Sie auf Lahmheiten oder andere Schmerzäußerungen aufmerksam, die offenbar ignoriert werden.
  • Informieren Sie Stallbesitzer oder Reitschulleiter, wenn Pferde dort von unbeaufsichtigten Schüler/innen schlecht oder falsch behandelt werden.
  • Sprechen Sie Trainer darauf an, wenn Sie Strafmaßnahmen für falsch und / oder zu hart halten.
  • Stellen Sie in Workshops und Seminaren und bei Messen oder Vorträgen kritische Fragen.
  • Sprechen Sie Eltern an, deren Kinder Pferde misshandeln.
  • Sprechen Sie Miteinsteller darauf an, wenn scharfe Gebisse, spitze Sporen oder Hilfszügel mit Flaschenzug-Wirkung verwendet werden und machen Sie darauf aufmerksam, dass einem Pferd damit Schmerzen zugefügt werden.
  • Suchen Sie das Gespräch zu Pferdebesitzern/innen die zulassen, dass ihre Pferde z.B. beim Schmiedtermin oder im Beritt geschlagen werden.
  • Schreiben Sie an die Redaktionen von Pferdezeitschriften, wenn Ihnen Fotos oder Berichte sauer aufstoßen.
  • Melden Sie tierquälerische Filme bei Youtube & Co.
  • usw.

Wer will schon gerne petzen oder streiten…

Schon beim Aufführen all der genannten Punkte muss ich zugeben, habe ich die Lähmung gespürt, die einen oft überkommt, wenn man weiß, dass man was sagen müsste, aber das Gefühl hat, es bringe alles doch eh nichts und auch die Angst vor den Konsequenzen spürt, die man dann vielleicht ausbaden muss. Aber genau WEIL es fast jedem schwerfällt, andere auf Unrecht anzusprechen, ist es so wichtig, darüber zu schreiben, denke ich!

Keine Frage, es kann schon auch unangenehm sein, den Mund aufzumachen, schließlich ist keiner gerne eine Petze. Schnell gerät man dadurch auch in einen Konflikt mit anderen und wird manchmal selbst massiv angegriffen. Aber vieles, was mit Pferden getan wird, wird deshalb getan, weil keiner etwas sagt. Weil keiner etwas meldet. Weil die meisten lieber wegschauen, als sich in die Nesseln zu setzen.

Und auf diese Weise bleibt alles beim Alten oder wird sogar noch schlimmer.

… aber Pferde brauchen eine Stimme

Pferde können selbst nicht zu Richtern gehen und sagen, dass man ihnen wehtut. Sie können keine Anzeige erstatten, wenn man sie quält. Sie können nicht erklären, wie sie behandelt werden möchten. Pferde leiden meist still. Sie haben keinen Schmerzlaut und sie ertragen viel, bis sie sich wirklich wehren. Wenn sie es tun, werden sie schnell als gefährlich bezeichnet, als ungezogen oder widersetzlich. Dann ist natürlich das Pferd Schuld, nicht etwa der Mensch.

Und deshalb brauchen Pferde Menschen, die bereit sind, etwas zu sagen.

Üben Sie sich darin, konstruktiv zu bleiben

Das Problem, das die meisten (auch ich!) haben, wenn es darum geht, etwas gegen eine schlechte Behandlung von Pferden zu sagen ist, dass wir dabei zu emotional werden. Wir motzen oft einfach los, pöbeln, sind unsachlich oder werden auch verletzend und beleidigend. So verständlich das angesichts der teilweise wirklich traurigen Vorkommnisse ist, damit tun wir meist nichts Gutes. Wir sollten uns deshalb darin üben, so konstruktiv wie möglich zu sein:

  • sachlich beschreiben, was falsch läuft,
  • so wenig persönlich wie möglich werden,
  • sich nicht durch Gegenangriffe provozieren lassen,
  • Argumente vorbringen, warum das, was geschieht, schlecht ist
  • und wenn möglich Lösungsvorschläge, Alternativen oder auch Hilfeangebote anfügen.

Konstruktiv zu bleiben ist bei dem, was Pferden im ganz normalen Alltag angetan wird, nicht leicht, vor allem wenn die Motive für das Missverhalten wie so oft aus niederen Gründen erfolgt, also z.B. durch zu großen Ehrgeiz, Dummheit oder Achtlosigkeit. Aber wer respektiert werden will, muss im ersten Schritt selbst respektvoll sein. Damit öffnet man Türen eher, als man sie schließt, und das ist in dem Anliegen, andere zum Nachdenken zu bringen, entscheidend.

Ein guter Weg: Fragen zu stellen

Ich habe festgestellt, dass freundlich Fragen zu stellen, oft ein guter Weg sein kann, auf Missstände aufmerksam zu machen, ohne andere anzugreifen. Ich stelle mich manchmal gerne dumm und frage z.B.  wie ein Hilfszügel oder ein Gebiss wirkt oder wofür ein Pferd gerade bestraft wird oder ob das Pferd schon länger so verspannt läuft. Nicht jeder geht darauf ein, aber ich habe es immer wieder erlebt, dass relativ schnell zur Sprache kommt, dass Leute etwas machen, was ihnen geraten wurde und eigentlich selbst unsicher sind. Das ist dann oft eine Gelegenheit, andere Anregungen zu geben.

Auch ermöglichen mir meine eigenen Fehler einen ganz guten Zugang zu manch einen, der genau das tut, was ich heute für falsch halte. Denn ich stelle mich dann nicht hin und verurteile, sondern ich erzähle, dass ich das früher auch so gemacht habe, heute aber einen anderen Weg gehe. So entsteht manch ein öffnendes Gespräch.

Veränderungen anstoßen

Tatsache ist, dass man nicht jeden erreichen und nicht von heute auf morgen alles ändern kann. Aber Tatsache ist auch, dass wenn wir alle den Mund halten, Pferde weiterhin die Leidtragenden sein werden. Damit sich Unrecht ändert, braucht es ein Unrechtsverständnis und meiner Ansicht nach haben wir da alle ein Stück weit die Aufgabe uns gegenseitig zumindest aufmerksam und vielleicht auch nachdenklich zu machen. Leider wird oft auch schon den Kleinsten vieles vermittelt, was im Umgang mit Pferden zu Ungerechtigkeiten und Gewalt führt. Deshalb ist es wichtig, dass auch andere Ansichten geäußert werden. Nur so können gerade Kinder und Jugendliche beginnen, sich ein eigenes Urteil zu entwickeln und müssen nicht nur das nachahmen, was ihnen herkömmlicherweise vorgelebt wird.

Ich will mit diesem Artikel nicht dazu auffordern, zum penetranten Moralapostel zu werden und ab sofort aus jedem Fehler, den wir bei anderen wahrzunehmen glauben, eine große Sache zu machen. Das ist weder angemessen, noch nötig. Es reicht völlig aus, wenn sich jeder von uns hin und wieder den Ruck gibt, bei Unrecht gegen Pferden nicht einfach zu schlucken, sondern etwas zu sagen. Freundlich, aber klar. Damit ließe sich wahrscheinlich schon einiges an Veränderung anstoßen, zumindest möchte ich daran glauben. Denn eigentlich verbindet uns doch alle eines: die Liebe zum Pferd.

17. Juni 2014 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz 24 Kommentare »

Gegen die Unwissenheit

Wir befassen uns ja gerade intensiv mit der Frage, was wir als Betreiberinnen von „Wege zum Pferd“, aber auch damit, was Ihr alle dort draußen tun könnt, um gegen Missstände in der Pferdewelt und Auswüchse wie Rollkur & Co anzugehen (s. auch hier).

Einen sehr guten Gedanken schickte uns Yvonne: „Oft frage ich die Jugendlichen, mit denen ich in meiner „Pferdewelt“ in Kontakt komme, weshalb sie genau Sperrriemen benutzen oder in Rollkur reiten, und viele wissen es nicht.“

Und was steckt in diesem Satz?

  • Einmal die Erkenntnis, das Unwissenheit leider zu vielen unschönen Dingen führt,
  • vor allem aber auch die Chance, durch Aufklärung, durch Gespräche und Diskussionen etwas zu verändern!

Denn Yvonne hat auch gleich noch tolle Ideen dafür, was man vor Ort machen kann: „Unsere gesamte Stallgruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesbezüglich aufzuklären. Wir veranstalten Informationsnachmittage und auch im Unterricht werden diese Themen angeschnitten.“

Das ist aus unserer Sicht vorbildlich!

Was also konkret tun?

Wir können mit offenen Augen durch unseren Stall und über die Reitplätze gehen und Problemfelder aufnehmen:

  • Die dort hinten rollkuren gerade ihre Pferde – wir brauchen also Infos darüber an unserem Stall, wie schädlich es ist und wie ein Pferd korrekt laufen soll. Wer kann da mal was zusammenstellen? Kann jemand was zeichnen oder können wir eine Info-Veranstaltung machen, bei der wir zeigen, wie es besser geht? Finden wir vielleicht jemanden, der einen Vortrag dazu halten kann? Einen Osteopathen oder Physiotherapeuten?
  • Das Mädchen dahinten verprügelt jedes Mal beim Hufemachen ihr Pony, weil das die Hufe wegzieht – wer könnte einen kleinen Hufgebe-Kurs anbieten und Infos dazu aufbereiten?
  • Der neue Reitlehrer ermutigt seine Schüler/innen dazu, die Pferde sehr viel mit Sporen und Gertenschlägen vorwärts zu reiten – mit wem könnten wir darüber reden, dass wir so etwas hier in unserem Stall nicht wollen? Mit ihm selbst, mit dem Stallbesitzer, mit anderen Einstellern? Wer kennt gute Lehrer/innen, die Alternativ-Unterricht bei uns geben könnten? Können wir vielleicht einen Kurs zum gewaltfreien Umgang mit Pferden organisieren?
  • Die jungen Mädchen haben von der Messe neulich extrem scharfe Gebisse mitgebracht, die sie ihren Pferden nun für die Ausritte einschnallen. Wahrscheinlich haben die keine Ahnung, wie viel Schmerzen sie ihren Pferden damit zufügen können. Ob man sie darauf anspricht? Ob wir ein Info-Plakat über die Hebelwirkung von Gebissen machen oder könnten wir deren Trainerin bitten, die Mädchen darauf anzusprechen?
  • Die Wurmkuren werden im Stall immer ziemlich brutal gegeben. Wer hat Lust darauf, mit den Schulpferden zu trainieren, dass sie sich diese leichter geben lassen? Mit Apfelmus kann man ihnen die Gabe sicher schnell schmackhaft machen und so die unschönen Szenen beim nächsten Mal reduzieren.
  • Einige der Schulpferde haben Sättel, die ihnen nicht passen. Wo bekommen wir Infos oder auch konkrete Unterstützung her, diese Sättel anzupassen? Kann man vielleicht eine Sammlung für neue Sättel machen, falls nicht genug Geld da ist?
  • Auf der Wiese gibt es Jakobskreuzkraut – weiß der Stallbesitzer das? Wenn er nichts dagegen machen will, wen können wir alles zusammentrommeln, um das Zeug in einer Aktion zu entfernen?
  • Im Stall sind einige Pferde viel zu dick. Ob die Besitzerinnen wissen, dass die Pferde davon ernsthaft krank werden können? Könnten wir dazu vielleicht ein Info-Plakat erstellen, das über die Gefahren von Übergewicht bei Pferden aufklärt?
  • Auf dem Stallturnier sieht man jedes Jahr sehr unschöne Szenen. Wie könnten wir das für das kommende Turnier vermeiden? Ob wir vielleicht einen Fairness-Preis ausschreiben? Oder vielleicht könnten einige Leute als „Fairness-Coaches“ herumgehen, die dann solche Reiter/innen ansprechen, die brutal zu ihren Pferden sind?

Dies sind nur einige Beispiele, sicher fallen Euch noch viele, viele mehr ein!

Keine Frage, es ist unbequem, hinzuschauen und Missstände zu benennen. Und ja, es ist manchmal auch recht aufwändig, etwas gegen sie zu tun. Wenn wir aber im Kleinen damit beginnen, wird vieles möglich.

Wir sind überzeugt davon, dass viel Schlimmes nur deshalb geschieht, weil wir alle viel zu oft wegschauen und uns entscheiden, nichts zu tun. Dabei bieten Missstände immer auch Chancen! Einmal Chancen zu Verbesserungen, aber auch Chancen dazu, mit anderen ins Gespräch zu kommen, durch tolle Aktionen das Stallklima zu verbessern und ja, auch die Möglichkeit, selbst viel dazuzulernen. Wenn alle ein bisschen etwas tun, wird es eine Welle an Aktionen und Veränderungen geben, denn jede/r von uns kann viel mehr tun, als uns oft bewusst ist.

15. April 2014 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz 5 Kommentare »

Gegen die Ohnmacht…

Es gibt Themen, über die wir hier noch nicht geschrieben haben. Unschöne, unbequeme Themen, mit denen sich keiner gern befasst. Ich denke an Texte darüber, wie viel Gewalt Pferden im täglichen, „ganz normalen“ Umgang angetan wird und wie viel, wenn es um das Gewinnen von Preisen oder das Geldverdienen geht. Oder darüber, wie wenig artgerecht viele Pferde gehalten werden, wie schlecht die Ernährung oft ist und wie viel Leid durch Unwissenheit oder Ignoranz verursacht wird. Wir haben auch bisher kaum beleuchtet, wie unpassend oder schlicht und einfach fies die Ausrüstung oft ist, so dass viele Pferde unter Schmerzen gearbeitet werden. Und wir haben bisher auch so gut wie nicht über ganz offensichtliche Fälle von Tierquälerei geschrieben, die klangvolle Namen wie „Rollkur“ oder „Barren“ oder „Blistern“ haben.

Über all das haben wir bisher nicht geschrieben, weil wir uns mit der Gründung von „Wege zum Pferd“ das Ziel gesetzt haben, etwas Positives in die Welt zu bringen, um das Gute zu stärken. Wir wollten nie mit den Fingern auf andere zeigen, sondern wir wollen hier das weitergeben, was wir aus unseren eigenen Fehlern gelernt haben. Wir wollen Mut machen und Kraft geben.

Eine moralische Frage?!

Aber immer wieder kommt in uns die Frage auf, ob man wirklich einfach all die unbequemen Themen meiden darf? Darf man die Rollkur auf einer Seite wie „Wege zum Pferd“ einfach ignorieren? Ist es angemessen, die vollkommen normale Gewalt in Reitställen einfach nicht zu benennen? Wird das Pferde-Elend besser, wenn man nicht darüber schreibt? Wenn man in seiner Ohnmacht bleibt, weil man das Gefühl hat, doch nichts ausrichten zu können?

Die ehrliche Antwort muss wohl lauten: nein, damit wird nichts besser. Aber einfach nur loszupöbeln und anzuklagen, mit Horrorgeschichten und -bildern zu schocken oder Predigten zu halten, um andere zu bekehren, all das geht auch nach hinten los.

Was also tun?

Erstmal über mich schreiben

Der erste Schritt für mich ist das zu tun, was ich am besten kann: über ich selbst schreiben. Mein Tun reflektieren, in der Hoffnung, damit zum Nachdenken anzuregen.

Ich habe das Reiten in einem Stall gelernt, in dem es alles andere als pferdefreundlich zuging. Ich habe gelernt, Pferde zu treten (man nannte es treiben), zu schlagen (ja, auch ausdrücklich im Unterricht), am Zügel zu reißen (als eine „Hilfe“) und dergleichen mehr. Zu gerne würde ich annehmen, dass ich einfach nur Pech hatte, dass ich in einen solchen Stall geraten bin, aber leider ist das nicht der Fall. Leider sind meine frühen Erlebnisse, obwohl schon solange her, auch heute noch überall im Land anzutreffen.

Während man früher dem faulen Bock zeigen sollte, wo es langgeht, werden Pferde heute als „dominant“ bezeichnet und dafür verdroschen. Während man sich früher von der irren Ziege nichts gefallen lassen sollte, muss man heute „Chef“ spielen, damit die Pferde wissen, mit wem sie es zu tun haben. In der Summe kommt es auf dasselbe heraus: auf Gewalt.

Ich bin also nicht besser als die, denen ich heute falsches Verhalten vorwerfe. Habe ich nun deshalb kein Recht, etwas zu sagen oder steht es mir vielleicht gerade erst recht zu, Missstände zu benennen? Vielleicht weil ich mein Verhalten hinterfragt und geändert habe. Weil ich bereit war, dazuzulernen. Weil ich verstehe, wie es zu Gewalt gegenüber Pferden kommt und weil ich in vielen Fällen mit Rat und Ideen helfen könnte, dass das nicht passieren muss.

Sollte ich da tatsächlich meinen Mund halten, weil mich das alles nichts angeht und ich mich gefälligst um meine eigenen Sachen kümmern soll?

Was ich bedauere

Ich bedauere es aus tiefstem Herzen, dass früher niemand zu mir gekommen ist und mir gesagt hat, dass falsch ist, was ich tue. Dass ich die Tiere, die ich so liebe, ungerecht und schlecht behandelt habe. Dass ich meinen Ehrgeiz und Frust an ihnen ausgelebt habe. Dass ich Reiterfehler und Unwissenheit durch Herrschsucht und Gewalt kaschiert habe.

Tatsächlich hat mich nie jemand gebremst, um mir andere Wege zu zeigen. Niemand außer mein schlechtes Gewissen, denn natürlich wusste ich, dass nicht richtig sein kann, was ich tat. Im Gegenteil, wie oft wurde ich um Rat oder Unterricht gefragt, weil ich so gut mit Pferden klar kam…

Eine noch offene Frage

Es ist noch eine offene Frage für mich, wie unser Engagement hier auf unserer Seite zu diesen Themen konkret aussehen kann, ohne dass wir uns zu Moralaposteln aufspielen und damit genau die Menschen in die Defensive bringen, die wir gerne erreichen würden. Denn genau das passiert fast immer bei Kritik: Sie wird als Angriff gesehen und darauf folgen Gegenangriffe. Das hilft niemanden, am wenigsten den Pferden.

Mit „Wege zum Pferd“ haben wir eine Plattform aufgebaut, auf der wir zu allen möglichen Themen Alternativen und Lösungen aufzuzeigen versuchen. Das hat schon bei vielen ein Umdenken und Handlungsänderungen auslösen können, worüber wir uns riesig freuen. Und ich denke, genau das nun noch konsequenter weiterzuführen, könnte der richtige Weg sein.

Mit diesem Beitrag nehme ich einen Anlauf für weitere Texte. Ich habe dazu eine neue Blog-Kategorie „Engagement und Pferdeschutz“ eröffnet, denn ich denke, es wird einiges folgen. Ich hoffe, dass wir inzwischen fit genug im konstruktiven Denken sind, dass wir Wege finden, über Missstände zu schreiben, die es gerade denen ermöglichen, sich auf die Themen einzulassen, die diese Missstände mittragen. So denke ich darüber nach, zu verschiedenen Problemfeldern praktische Handreichungen zum Umdenken und vor allem alternativen Handeln bereitzustellen, die man ausdrucken und aufhängen oder verteilen kann.

So etwas hätte ich jedenfalls gelesen und es hätte den Pferden vielleicht manches ersparen können, was meint Ihr? Ich bin für Ideen, Anregungen und Themenwünsche sehr offen!

mitaramis

19. März 2014 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz 32 Kommentare »

  • Reitkurs

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