Ein herzliches Hallo am Montagmorgen.

Wege zum Pferd– NewsletterAusgabe: 298

Datum: 10.11.2014

Redaktion:

Babette Teschen und Tania Konnerth

Wir wollen ja hin und wieder auch mal den Fokus auf das richten, was falsch läuft in der Pferdewelt, nicht um anzuklagen, sondern um nachdenklich zu machen. Das ist auch für uns unbequem, denn viel lieber haben wir den Fokus auf dem Positiven. Aber, traurig genug, ist es immer wieder bitter nötig …

So ziemlich alle Pferdeleute nehmen es für sich in Anspruch, Pferde zu lieben, ja, oft sogar „von Herzen zu lieben“ und „mehr als alles andere auf der Welt“. Aber in der Praxis zeigt sich diese „Liebe“ dann in Facetten, die einen stutzen lassen:

  • Manche schaffen sich ein Pferd an, ohne wirklich etwas über die Bedürfnisse und das Wesen von Pferden zu wissen – aus Liebe?
  • Manche füttern ihre Pferde zu fett oder geben ihnen zu wenig zu essen – aus Liebe?
  • Manche gehen an die Leistungsgrenzen ihrer Pferde und darüber hinweg – aus Liebe?
  • Manche halten ihre Pferde dauerhaft in Boxen in Einzelhaft – aus Liebe?
  • Manche fahren mit ihrem Pferd von Turnier zu Turnier, obwohl das Tier deutlich gestresst dabei ist – aus Liebe?
  • Manche trainieren ihre Pferde mit abenteuerlichen Verschnürsystemen, mit Gewichten an den Beinen oder schlimmeren Dingen – aus Liebe?
  • Manche heizen wie die Verrückten durchs Gelände, ohne auf die Laufmanier oder den Fitnesszustand ihrer Pferde zu achten – aus Liebe?
  • Manche gucken ihre Pferde regelrecht krank, holen aus Sorge dreimal in der Woche den Tierarzt und messen jeden Tag Fieber – aus Liebe?
  • Manche stellen ihre Rehekandidaten immer wieder auf fette Weiden – aus Liebe?
  • Manche schlagen ihr Pferd mit Gerten und Peitschen – aus Liebe?
  • Manche geben viel Geld für scharfe Gebisse, Hilfszügel und Sporen aus – aus Liebe?
  • Manche setzen sich mit zu viel Gewicht auf ihr Pferd – aus Liebe?
  • Manche produzieren Fohlen mit Pferden, die nicht gesund oder verhaltensgestört sind oder mixen ohne nachzudenken Rassen miteinander – aus Liebe?
  • Manche übersehen aus Unwissenheit eindeutige Anzeichen gefährlicher Erkrankungen – aus Liebe?
  • Und … und … und …

Keine Frage: Fehler machen wir alle und Mist baut auch jeder mal. Aber es ist immer wieder erschreckend, wie viele Fehler und wie viel Mist „im Namen der Pferdeliebe“ mit Pferden gemacht und dabei das eigene Tun nicht einen Moment lang selbstkritisch hinterfragt, sondern vielmehr oft bis aufs Blut als richtig verteidigt wird (die obige Liste ließe sich leider noch um viele, viel Punkte erweitern…).

Was meinen Sie, hat das alles wirklich etwas mit Pferdeliebe zu tun? Wie sieht Ihrer Ansicht nach eine PFERDEGERECHTE Liebe aus?

Wir möchten daraus mal wieder eine kleine Aktion machen und bitten Sie, den folgenden Satz zu vervollständigen:

„Ein Pferd zu lieben bedeutet für mich … „

Bitte schicken Sie uns Ihre Antwort per Mail an team@wege-zum-pferd.de.  Unter allen vervollständigten Sätzen verlosen wir 3x einen Kurs nach Wahl aus unserem Shop. Einsendeschluss für die Teilnahme an der Verlosung ist der 19.11.14, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Bitte teilen Sie uns mit, wenn Sie nicht möchten, dass Ihr Satz bei uns veröffentlicht wird, denn wir möchten gerne immer mal wieder eine Auswahl an Einsendungen im Newsletter veröffentlichen.

Die Gewinner und die schönsten drei Einsendungen veröffentlichen wir in unserer Jubiläumsausgabe, die am 24.11. erscheint.

Herzlich,
Ihre Babette Teschen und Tania Konnerth

fohlenDiese Woche neu

 

Das Wichtigste…


Das Wichtigste, das ich von meinem Pferd gelernt habe, ist

    – dass ich am meisten bekomme, wenn ich am wenigsten erwarte,
    – dass ich einfach auf sie hören sollte, statt zu denken dieses oder jenes MUSS jetzt aber klappen,
    – dass ich das, was ich von ihnen erwarte, erst mal selbst umsetzen sollte,
    – dass ich Vertrauen nicht bewusst erreichen kann und
    – dass ich meist an mir selbst arbeiten muss, statt an ihnen 😉

Rebecca

 

Neu bei uns

Nicos erster Reitkurs

Von Petra Hamer

Heute wollen wir uns endlich mal wieder mit einem Nico-Bericht melden, denn es gibt Interessantes zu berichten: Nico hatte seinen ersten Reitkurs! Und zwar einen Kurs mit Carla Bauchmüller zum Thema Centered Riding, der bei uns auf dem Hof in Ellringen stattfand. Von Freitag bis Sonntag hat Nico also Alex jeweils am Vormittag und am Nachmittag reiten lassen und sich dabei super benommen.

Begonnen hat es auch gleich mit einer kleinen Herausforderung: Der erste Vormittagsunterricht fand nämlich zusammen mit einem zweiten, fremden Pferd in unserer doch recht kleinen Halle statt. Das war eine Premiere! Nach anfänglicher Irritation hat Nico sehr schön zugehört und ließ sich nicht mehr von dem fremden Pferd ablenken. Wir waren wirklich stolz auf unseren Kleinen.

nico_reitkurs1Mit inneren Bildern reiten

Das Centered Riding wurde vor rund 30 Jahren von Sally Swift entwickelt (s. auch ihre beiden Bücher „Reiten aus der Körpermitte 1 + 2). Sally Swift erfand anschauliche, innere Bilder, die es uns Reitern leichter machen, Hilfen zu verstehen und korrekt anzuwenden.

Auch bei unserem Kurs ging es darum, den Menschen wirklich spüren zu lassen und durch kleine Veränderungen in Sitz, Wahrnehmung, Atmung und Gleichgewicht zu mehr Leichtigkeit zu finden und das Pferd noch besser verstehen zu lassen. Carla hat uns dafür ganz hervorragende innere Bilder gegeben und es war unglaublich, wie sehr diese Kleinigkeiten, die der Mensch veränderte, prompt auch bei den Pferden vieles zum Positiven veränderten.

Der weiche Blick

Wir fingen mit Trockenübungen am Morgen an. Zuerst ging es um den so genannten weichen Blick. Beim Reiten sollten wir möglichst nicht, wie wir es gewohnt sind, etwas mit dem Blick fixieren, sondern unseren Blick für die Weite öffnen und ganz weich werden lassen.

Dazu spürten wir zunächst in uns hinein, wie sich z.B. unsere Atmung veränderte, wenn wir etwas fixierten. Vielen fiel beim Fixieren auf, dass die Muskulatur nicht wirklich locker und losgelassen sein konnte. Man konnte nicht gut in sich hineinspüren und Spannungen und Festigkeiten erfühlen und auch die seitliche Wahrnehmung fehlte fast vollständig. Ganz anders beim weichen Blick: Hier atmete man tief in den Körper, konnte die Muskulatur und die Gedanken loslassen und Verspannungen bei sich und den Pferden viel besser wahrnehmen.

Um wirklich losgelassen zu reiten und gleichzeitig die Pferdebewegungen, den eigenen Körper und das Umfeld wahrzunehmen, ist dieser weiche Blick sehr wichtig.

Den ganzen Beitrag lesen

 

Der „Wege zum Pferd“-Shop

Selbstlernmedien und Seminare für eine sinnvolle Ausbildung, einen pferdegerechten Umgang und mehr Harmonie im Miteinander mit dem Pferd.

 

Interessant und lesenswert

Schon gesehen?

 

Auf Wiedersehen bis zur nächsten Ausgabe!

Ihnen und Ihren Vierbeinern eine schöne Zeit,

Babette Teschen und Tania Konnerth