Ja zum Nein oder wozu sonst?

Wie alle, die schon länger mitlesen, wissen, ist mein Anthony ein Nein-Sager, wie er im Buche steht. Und da wird mir ziemlich oft die Frage gestellt, wie ich es eigentlich schaffe, mit seinem Nein umzugehen. Auf diese Frage möchte ich ganz ehrlich antworten: So sehr ich versuche, Ja zu seinem Nein zu sagen, so komme ich damit keineswegs immer gleich gut klar, sondern sehr unterschiedlich je nach meiner eigenen Tagesform oder auch nach dem Grad der Rotzigkeit, mit der er mir gegenübertritt.

Es gibt inzwischen viele Tage, an denen ich ehrlich schmunzeln oder auch herzlich lachen kann, wenn er mir mal wieder den Mittelhuf zeigt oder er komplett auf Krawall gebürstet ist. An anderen Tagen macht es mich traurig, weil alles so viel schöner sein könnte, wenn er etwas kooperativer wäre, und ich ihn nicht verstehe, und ich mich frage, was ich wieder falsch mache oder noch tun kann, aber keine Antwort finde. Und immer noch gibt es auch Tage, an denen es mich schlicht und einfach nervt, dass er so ist, wie er ist, und ich damit hadere, warum er nicht einfach ein bisschen unkomplizierter und netter sein kann.

Ich weiß, dass ich nicht umsonst ein Pferd wie ihn bekommen habe, und, wie schon öfter geschrieben, ich habe von Anthony durch seine Art mehr gelernt als von allen anderen Pferden, gerade auch über mich selbst. Gleichzeitig kostet er mich aber auch viel mehr als alle anderen Pferde, aber das liegt wohl in der Natur der Sache.

Gerade weil er mir auch immer wieder ganz berührende Momente schenkt, in denen er sich öffnet und dadurch buchstäblich die Sonne aufgeht, ist es dann umso härter, wenn er wieder dicht wie eine Auster macht. Da muss ich dann immer wieder feststellen, dass ich bis zum heutigen Tag nicht ganz erwartungsfrei bin und dass ich manches auch nach all den Jahren und Selbstreflexionen persönlich nehme. Es ist sein „Ich weiß zwar nicht, worum es geht, aber ich bin auf jeden Fall dagegen“, das mir besonders wehtut, da ich doch versuche, alles zu tun, um ihm ein gutes Leben zu ermöglichen, und noch immer mir die Schuld für sein Verhalten gebe, wenn ich das Gefühl habe, dass er unzufrieden ist. Wer auch ein Nein-Sager-Pferd hat, wird verstehen, was ich meine.

Mit Anthony umzugehen, heißt für mich immer wieder, ihm Grenzen zu setzen und auf diesen zu bestehen, denn in seinem Nein überschreitet er diese ständig. Und das macht es so schwer, Ja zu seinem Nein zu sagen, weil ich in der Praxis oft das Gefühl habe, Nein zu seinem Tun sagen zu müssen.

Ich ahne, dass viel in diesem Thema Grenzen steckt. Vielleicht geht es darum, meine eigenen Grenzen und Möglichkeiten zu erkennen und diese zu akzeptieren – also das, was ich geben und leisten und tun kann und was eben auch nicht. Ich sehne mich nach Harmonie mit ihm und danach, endlich mal das Gefühl zu haben, ihm gerecht zu werden, aber genau das erreiche ich irgendwie nie (nicht dauerhaft jedenfalls). Ich bin also mal wieder oder immer noch auf dem falschen Weg.

Vielleicht stelle ich auch immer wieder die falsche Frage. Vielleicht geht es nicht nur darum, wie ich Anthony und sein Nein annehmen kann, sondern auch darum, mich selbst in der Beziehung zu ihm? Wie ich ohne Schuldgefühle und schlechtes Gewissen akzeptieren kann, dass ich mit ihm nicht so sein kann, wie es eigentlich gerne sein würde, und ihm nicht das geben kann, was ich geben möchte? Vielleicht muss ich mehr Ja zu mir selbst sagen?

Wieder mal viel Stoff zum Nachdenken …

DSC_0028

24. März 2015 von Tania Konnerth • Kategorie: Erkenntnisse, Umgang 20 Kommentare »

Buchtipp: „Vertrauen statt Dominanz“ von Marlitt Wendt

„Vertrauen statt Dominanz – Wege zu einer neuen Pferdeethik“ von Marlitt Wendt
Cadmos Verlag, 2010. – 127 S.
ISBN 3840410029
ca. 25,- EUR (gebunden, mit vielen farbigen Fotos)

„Vertrauen statt Dominanz“ ist ein Buch, über dessen Erscheinen ich mich als bekennende Anhängerin der positiven Verstärkung und „Anti-Dominanzlerin“ ganz besonders freue!

Frau Wendt ist Verhaltensbiologin und räumt mit vielen Irrglauben des pferdischen Herdenverhaltens auf. Im Umgang mit Pferden wird viel Gewalt angewandt, wobei es sich hier nicht nur um körperliche Gewalt handelt, sondern ebenso um die Anwendung von psychischer Gewalt, die ebenso grausam für die Pferdeseele ist. Oftmals begründet sich die Anwendung von Gewalt in der Überzeugung, dass sich der Mensch dem Pferd gegenüber als der „Ranghöhere“, „als der Stärkere“, als „Chef“ behaupten muss. Viel zu oft wird jede Widersetzlichkeit des Pferdes als „Angriff“ der Rangposition des Menschen verstanden, anstatt zu gucken, worin die Ursache der Widersetzlichkeit tatsächlich begründet ist.

In diesem Buch werden verschiedene Ausbildungswege auf ihre Pferdegerechtigkeit hin unter die Lupe genommen und ich hoffe, dass viele Pferdemenschen nach der Lektüre dieses Buches den Umgang mit Pferden mit anderen Augen sehen.

Rundum empfehlenswert für alle, die andere Wege im Umgang mit Pferden gehen wollen.

15. Februar 2015 von Babette Teschen • Kategorie: Buchtipps, Engagement und Pferdeschutz, Umgang 0 Kommentare »

Clickernd Wurmkuren geben

Dass wir überzeugte Clicker-Fans sind, ist ja inzwischen bekannt. Um möglichst vielen Mut zu machen, es auch mit dem Clickern zu versuchen, veröffentlichen wir in unserem Newsletter hin und wieder Clicker-Erfolgsgeschichten. Nun hat uns Simone eine geschickt, die gleichzeitig eine 1A-Anleitung für das Erclickern von Wurmkur-Gaben beinhaltet, so dass wir sie fragten, ob wir diese hier im Blog als Beitrag veröffentlichen dürfen. Und das dürfen wir – ein herzliches Dankeschön an Simone!

Und so geht’s

So ging Simone vor:

Demnächst steht die erste Wurmkur in unserem Leben an. Also hab ich angefangen, meinen Herkules dahin zu clickern:

  • Erstmal Apfelmus akzeptieren.
  • Dann leere 20 ml Spritze akzeptieren.
  • Dann Spritze mit der Nase anstupsen.
  • Mit den Lippen anstupsen.
  • Mit den Zähnen anstupsen.
  • Zwischen die Zähne nehmen.
  • Wort dazu eingeführt („Medi“).
  • Spritze zwischen den Zähnen halten.
  • Volle Apfelmus-Spritze halten.
  • Kleine Mengen Apfelmus gespritzt bekommen.
  • Und dann 20 ml Apfelmus gespritzt bekommen und die Spritze danach fallen lassen.

Was soll ich sagen? Vierzehn Tage Training und Herkules kommt ganz allein zu mir, auf das Wort „Medi“ nimmt er die volle Spritze ins Maul und lässt sie fallen, wenn das Apfelmus komplett auf der Zunge ist.

Alles geht – mit Geduld und Liebe. Also, ich bin sicher, Herkules und ich werden die erste Wurmkur schon meistern … Dank Eures Clickerkurses!

wurmkurUnd so ging es weiter

Simone hat uns dann auch über die eigentliche Wurmkur-Gabe geschrieben – die, wie das so oft der Fall ist, dann etwas anders ablief als geplant. Die Pferde zogen zuvor von der Weide in den Offenstall um, was natürlich für viel Nervosität und Aufregung sorgte. Auch dass die Wurmkur in einer Schleuse gegeben werden sollte und noch dazu aus einer ganz anderen Art von Spritze, sorgte für Misstrauen und Gegenwehr bei Herkules, so dass es erst einmal schien, als sei die Sache gescheitert.

Aber – und das ist die für uns so ermutigende Nachricht: Simone konnte, schon kurz nachdem wieder etwas Ruhe eingekehrt war, ihrem Herkules die Wurmkur trotzdem geben! Und damit ist ihr Bericht aus unserer Sicht so wertvoll und motivierend. In der Praxis laufen Dinge oft anders als gedacht und wie schnell neigen wir dazu, einen Versuch als gescheitert zu sehen. Aber wenn wir dranbleiben und nicht aufgeben, können wir vielleicht sogar die Erfahrung machen, dass der Erfolg eigentlich doppelt so groß ist!

Lest hier, was Simone noch schreibt:

Ich hab mir die Wurmkur-Spritze genommen, umgefüllt in die Apothekerspritze, mit der wir geübt haben, bin zu ihm hin, hab mich entschuldigt, ihm die Spritze hingehalten und: Er hat die Lippen und Zähne aufgemacht, Spritze eingeklemmt, ich hab abgedrückt und er geschluckt. FERTIG.

Fazit: Clickern ist und bleibt unser Ding, auch und gerade, wenn andere daneben stehen und abfällig reden. Unsere Pferde sind so viel klüger, als wir ihnen zugestehen.

Und einen praktischen Tipp gibt es auch noch dazu:

Ich habe mir die Original-Wurmkur-Spritzen aufgehoben und nun ausgewaschen, ging sogar in der Spülmaschine. Wir üben nun weiter, aber eben mit anderem Equipment, falls mal nicht umgefüllt werden kann.

27. Januar 2015 von Tania Konnerth • Kategorie: Clickertraining, Gesundheit, Umgang 4 Kommentare »

Gute Vorsätze?

Ein neues Jahr beginnen viele von uns mit guten Vorsätzen – und zwar nicht nur für sich selbst, sondern auch, wenn es um unsere Pferde geht. Da werden dann Trainingspläne erarbeitet (z.B. „Mehr Bodenarbeit“, „Zweimal in der Woche Longentraining“, „Turniervorbereitung“), Ziele definiert („Besser aussitzen lernen“, „Schulterherein erarbeiten“ usw.) und anstehende Maßnahmen benannt (z.B. „Reitlehrerwechsel“, „Zahnarzttermin“, „Sattel überprüfen lassen“) und dergleichen mehr.

Ich persönlich habe seit einigen Jahren vor allem einen Bereich in solche Überlegungen aufgenommen: mein eigenes Verhalten. Auf diese Weise habe ich dann beispielsweise sehr bewusst daran gearbeitet, geduldiger zu sein, meinen Ehrgeiz zu reduzieren und von meinen Pferden zu lernen.

Hier habe ich einige Reflexionsfragen für Euch, wenn Ihr vielleicht auch ein paar gute Vorsätze für das Miteinander mit Euren Pferden formulieren wollt:

  • Wie möchte ich am liebsten mit meinem Pferd umgehen? Welches Miteinander wünsche ich mir? Und was bin ich bereit, dafür zu tun?
  • Wie kann ich mein Pferd besser verstehen? Wer oder was kann mir dabei helfen?
  • Was sind die schwierigen Punkte im Miteinander mit meinem Pferd und wie könnte ich versuchen, diese in Zukunft besser zu lösen? Wer oder was könnte mir hierbei helfen?
  • Wie kann ich meine eigenen Gefühle besser wahrnehmen und wie kann ich konstruktiver mit ihnen umgehen? Was könnte ich z.B. tun, wenn ich merke, dass ich wütend werde, hilflos bin oder Angst habe?
  • Wie kann ich dafür sorgen, dass mein Pferd mehr Freude hat? Was macht ihm besonders viel Spaß? Was könnte ich vielleicht noch ausprobieren, woran es Freude haben könnte?

Keine Frage, Trainingspläne, Reiterziele und Maßnahmen für die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Pferde zu bestimmen, ist eine gute Sache. Aber manchmal können uns all diese wichtigen Dinge, die wir erledigen oder erreichen wollen oder müssen, von dem abbringen, worum es eigentlich geht: um das Erlebnis mit dem Pferd. Denn es sind eben auch all die kleinen Gesten z.B. beim Führen, Putzen oder Arbeiten, die das WIE unseres Umgangs mit dem Pferd beeinflussen, also unser Tonfall, unsere Ausstrahlung, Mimik und Körpersprache und vor allem unser Gefühl dem Pferd gegenüber. Wir können uns noch so sehr vornehmen, netter zu unserem Pferd zu sein, wenn wir beim nächstbesten Fehler, den es macht, es gleich ungeduldig anschnauzen, wird das Zusammensein ganz sicher nicht harmonischer oder angstfreier sein. Genauso werden wir der wahren Persönlichkeit unseres Pferdes kaum näher kommen, wenn wir allein das Reittraining vor alles andere setzen und von unserem Pferd vor allem erwarten, dass es unsere Ziele erfüllt …

Mehr als je zuvor ist mir im letzten Jahr klar geworden, wie sehr meine eigene Befindlichkeit, meine Erwartungen und meine Gefühle das Miteinander mit meinen Pferden beeinflussen und dass es mein Job ist, hier sehr viel mehr Achtsamkeit sowohl mir als auch meinen Pferden gegenüber zu leben. Und das ist dann auch mein guter Vorsatz für dieses neue Jahr.

Das Schöne ist: Selbst wenn es einem trotz guter Vorsätze mal wieder passiert, dass man unwirsch reagiert, zu ungeduldig ist oder die Wut gewonnen hat, dann ist es sehr hilfreich sich klarzumachen, dass wir jeden Tag die Möglichkeit haben, neu anzusetzen, nicht nur zum Jahresbeginn!

vorsaetze

5. Januar 2015 von Tania Konnerth • Kategorie: Umgang 4 Kommentare »

Versprochen ist versprochen

… und wird auch nicht gebrochen!

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich habe in der Vergangenheit leider schon so manches Versprechen, das ich meinen Pferden gegeben habe, gebrochen. Teils aus Unwissenheit, teils aus Hilflosigkeit und manchmal auch, weil ich unachtsam war oder meine eigenen Interessen durchgesetzt habe. Und jedes Mal habe ich mich ziemlich mies dabei gefühlt.

Inzwischen achte ich sehr darauf, meine Versprechen zu halten, und ich möchte Euch von einer kleinen Begebenheit erzählen, die veranschaulicht, was ich meine: Neulich fand ein Horsemanship-Seminar auf unserem Hof statt. Ich hatte mir für den Tag vorgenommen, mit Aramis einen kleinen Spazierritt zu machen, da endlich mal wieder schönes Wetter war. Also holte ich ihn vom Auslauf, putze ihn, packte das Pad drauf und sprang fröhlich auf mein Pferd. Im Seminar war gerade eine Pause und so standen alle vor der Halle, wo ich auf meinem Pferd saß und losreiten wollte.

Doch … – Aramis tat keinen Schritt vorwärts.

Da saß ich also auf meinem Pferd, überall standen Pferdeleute, die sich unterhielten (und gaaaaanz sicher genau zusahen, was wir da machten…). Aramis schaute sich aufmerksam die fremden Pferde in den Gastboxen an und musterte all die Menschen. Es war offensichtlich, dass er das alles höchst interessant fand und überhaupt kein Bedürfnis verspürte, loszugehen. Wer weiß, was er da verpassen würde!

Vor einer ganzen Weile habe ich Aramis mal versprochen, dass er nichts mehr tun muss, was er nicht tun will. „Durchsetzen“ war also genauso wenig eine Option, wie absteigen und ihn zu führen, denn er sollte ja freiwillig mit mir loslaufen wollen und er sagte in diesem Moment deutlich nein zu meinem Vorschlag.

So blieb ich also sitzen, ließ ihn schauen und übte mich darin, die Blicke der anderen auszuhalten und die Fragezeichen, die ich spürte. Nach einer Weile fragte ihn zum dritten Mal, ob wir nun vielleicht doch noch losgehen wollen, worauf er rückwärts ging und Richtung Halle drehte – klarer hätte die Antwort nicht sein können!

Also sprang ich ab und ließ es gut sein. Das Schöne: Ich war nicht sauer und nicht enttäuscht, sondern einfach froh, dass es mir gelungen war, mein Versprechen zu halten. Ich brachte ihn zurück zum Auslauf, wo er weiter den Ereignissen auf dem Hof zuschauen konnte.

Auch wenn manch einer vielleicht sagen wird, dass Pferde ja keine Worte verstehen und sich diese auch nicht merken können, so glaube ich schon, dass sie unsere Versprechen realisieren und auch, wenn wir sie brechen. Unser kleines Erlebnis hat mir noch einmal ganz deutlich gemacht: Ich möchte weiterhin bei meinen Pferden bleiben können, auch wenn z.B. viele Augen auf mich gerichtet sind, denn es geht um sie – und nicht darum, wie ich vor anderen aussehe. 

Aramis

2. Dezember 2014 von Tania Konnerth • Kategorie: Erkenntnisse, Umgang 14 Kommentare »

Buchtipp: „Der auf die Pferde hört“ von Mark Rashid

„Der auf die Pferde hört: Erfahrungen eines Horseman aus Colorado“ von Mark Rashid
Stuttgart: Kosmos, 2014. – ISBN-10: 3440133532.
ca. 20,- (gebunden)

Wie schön, dass die Bücher von Mark Rashid inzwischen auch auf deutsch erschienen sind, denn sie sind mehr als lesenswert.

Dieser Mann weiß unendlich viel über Pferde und ich habe selten etwas gelesen, was von so viel Einfühlungsvermögen und Pferdeverstand zeugt, wie seine Bücher. In einem lockeren Erzählstil vermittelt er sein Wissen in Form kleiner Anekdoten. Keine liest man davon, ohne nicht einige wichtige Erkenntnisse oder Denkanstöße zu gewinnen. Und dabei sind diese Bücher keinesfalls nur für Westernreiter interessant, sondern für jeden der mit Pferden zu tun hat.

 

rashid_neu

30. November 2014 von Tania Konnerth • Kategorie: Buchtipps, Reiten, Umgang 0 Kommentare »

Pferdeliebe?!

In den letzten Ausgaben unseres Newsletters haben wir uns mit der Frage befasst, was eigentlich Pferdeliebe ausmacht. Nach etwas kritischen Gedanken (hier nachzulesen) haben wir Ihnen als Leser/innen den Ball zugeworfen und Sie gefragt, was Sie unter Pferdeliebe verstehen. Dazu haben wir viele Zuschriften bekommen. Einige Aussagen können Sie hier nachlesen.

Noch sind wir Ihnen unsere eigenen Gedanken dazu schuldig:

Echte Pferdeliebe erfordert aus unserer Sicht:

  • ein ausreichendes Wissen über und Verständnis für Pferde und deren Grundbedürfnisse, Natur und Verhaltensweisen,
  • das Erkennen der eigenen Grenzen was Wissen und Können angeht, um sich, wo nötig, Hilfe zu suchen,
  • die Anerkennung, die Würdigung und den Respekt vor Pferden als Lebewesen mit Rechten und Persönlichkeiten mit eigenen Vorstellungen,
  • die Bereitschaft, eigene Wünsche und Ziele nicht über die Interessen des Pferdes hinweg auszuleben,
  • die Fähigkeit und Bereitschaft zur Selbstreflexion
  • und das Versprechen, ein Pferd Pferd sein zu lassen.

Viele von Ihnen haben ganz ähnliche Dinge geschrieben und wir freuen uns darüber, dass das Thema „Pferdeliebe“ mit so viel Selbstreflexion beleuchtet wird. Und manch ein Beitrag hat noch mehr Aspekte beleuchtet als wir sie angedacht haben, wie z.B. der von Meike Merle Kuhlman, den wir gerne an dieser Stelle veröffentlichen möchte – danke, Meike!

wirEin Pferd zu lieben bedeutet für mich, dass mich Glück und Freude im Umgang mit diesen wundervollen Tieren durchströmen.

Es bedeutet für mich, jede Minute der gemeinsamen Zeit zu genießen, egal ob im Gelände, bei der Longenarbeit, während gemütlicher Putz- und Kraulstunden oder beim Reiten. Mein Pferd zu lieben bedeutet für mich, ihm das Leben so schön wie möglich machen zu wollen. Angefangen bei einer artgerechten Haltung und Fütterung, über die passende Ausrüstung bis hin zu einem ethisch korrekten Umgang. Dies bedeutet für mich aber auch, dass ich mir die Zeit nehme, mir Wissen anzueignen und dabei stets bereit bin alteingesessene Meinungen kritisch zu hinterfragen. Das ist manchmal gar nicht so einfach, denn die Pferdewelt ist voll von den konträrsten Meinungen und Ansichten über das, was für ein Pferd angeblich gut und richtig ist. Und kritische Denker sind auch nicht immer willkommen!

Pferdeliebe bedeutet ebenso, den Mut zu haben, nicht wegzusehen, wenn andere Pferde schlecht behandelt werden und sich für diese einzusetzen. Pferdeliebe ist für mich nicht besitzabhängig. Es bedeutet für mich auch, dass ich es akzeptiere ein Sonderling im Reitstall zu sein, weil ich vielleicht gebisslos reite oder es grundsätzlich ablehne „auch mal hart durchzugreifen“. Ein Pferd zu lieben bedeutet für mich, im Urlaub beispielsweise NICHT auszureiten, wenn ich sehe, dass die Tiere dort nicht gut behandelt werden, auch wenn der Strand noch so verlockend erscheint. Es bedeutet für mich ebenso sehr, das Pferd nicht als ein Sportgerät wahrzunehmen, welches nach meinen Wünschen zu funktionieren hat.

Mein Pferd zu lieben bedeutet für mich, dass wir füreinander da sind. Es bedeutet für mich, dass ich mich für mein Pferd einsetze und zum Beispiel auch gegenüber den Stallbesitzern einmal konstruktive Kritik übe, wenn ich Verbesserungsvorschläge in Punkte Haltung oder Fütterung habe. Es bedeutet für mich, dass ich mich nicht darüber ärgere, wenn mein Pferd krankheitsbedingt längere Zeit ausfällt und ich vielleicht nicht reiten kann. Mein Pferd zu lieben bedeutet für mich, dass ich ihm einen schönen Lebensabend machen möchte und dass ich das Pferd nicht als Gebrauchsgegenstand wahrnehme, welcher beliebig ausgetauscht oder ersetzt werden kann.

Mein Pferd zu lieben bedeutet für mich, dass wir uns auf Augenhöhe begegnen! Es bedeutet, dass meine Bedürfnisse nicht über denen des Pferdes stehen. Es bedeutet für mich ebenso, darauf zu achten nicht anthropomorphistisch (vermenschlichend) zu sein.

Ein Pferd zu lieben bedeutet für mich, dass ich es genieße, am Koppelzaun zu stehen und den Pferden beim Spielen, Toben und Dösen zuzuschauen. Ganz egal, ob es sich dabei um mein eigenes oder um andere Pferde handelt. Pferde zu lieben bedeutet für mich, dass ich mir ein Leben ohne Pferde nicht mehr vorstellen kann!

Ganz liebe Grüße,
Meike und Snowy 

Besonders Meikes Satz Pferdeliebe ist für mich nicht besitzabhängig hat uns tief berührt. Denn er führt uns wieder zurück zu dem Grund dafür, dass wir das Thema angeschnitten haben, nämlich dass leider noch viel im Argen ist in der Pferdewelt.

Wie würde wohl die Pferdewelt – oder die Welt überhaupt – aussehen, wenn tatsächlich mehr besitzunabhängige Liebe gelebt würde?

25. November 2014 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Erkenntnisse, Umgang 5 Kommentare »

In seinem Tempo

Unsere Pferde sind nun von der Sommerweide in ihr Winterquartier geholt worden. Seitdem Babette ihren Hof verkauft hat, hat sich einiges verändert und so gibt es auf dem Hof viel Neues für die Pferde zu entdecken. Die Begegnung mit den Rindern hatte ich ja schon beschrieben, aber es sind auch Enten, Hühner und anderes eingezogen, so dass es viel kennen zu lernen gibt. Und genau das ging ich neulich mit den Jungs an.

Aramis, ganz cool und gelassen, schaute sich nacheinander alles ohne zu zögern an – 5 Minuten, fertig.

Früher hätte ich dann mit Anthony genau dasselbe machen wollen, wäre also auch einfach hin zu den Dingen marschiert und … hätte ihn damit einmal mehr überfordert. Dieses Mal passierte mir das aber nicht!

Während ich mit Aramis gleich direkt zu den Bereichen ging, wo nun die Enten und Hühner leben, führte ich Anthony erst einmal auf den Reitplatz. Dort machte ich zu, dass, sollte er sich losreißen, er nicht gleich auf- und davon rennen würde. Damit war ich schon mal selbst ruhiger. Das Entengehege grenzt gleich an den Reitplatz und so nahmen wir uns erst einmal die Enten vor. Ich führte Anthony so weit heran, dass er die Enten sehen konnte. Gleichzeitig hatte er von dort auch schon das Hühnergehege im Blick, auf dem auch eine Vogelscheuche steht und Flatterband hängt, um die Habichte zu vertreiben. Und etwas weiter unten spielten Kinder mit allerlei Spielzeug, es wurde auch noch gewerkelt und geräumt – kurz und gut: Es gab wirklich seeeehr viel zu sehen.

Zu sehen und vor allem zu verarbeiten und genau DARUM geht es!

Zeit zum Verarbeiten geben

Was tat ich also, als Anthony da stand, hoch aufgerichtet mit versteinerter Muskulatur und riesigen Augen und Nüstern? Ich tat nichts.

Ich versuchte nicht, seine Aufmerksamkeit zu gewinnen, ich versuchte nicht, ihn näher heranzuführen, ich schlug keine Lektionen oder Übungen zur Ablenkung vor – ich ließ ihn einfach stehen und glotzen. Ich redete mit ihm, aber nicht um ihn zu beruhigen, sondern um ihm zu vermitteln: „Ich bin da und ich sehe, was hier los ist, wir sind zusammen hier und es ist okay.“ Und dann wartete ich einfach ab.

Irgendwann entspannte er den Kopf ein kleines bisschen, das clickerte ich sofort. Genauso wie jede kleine Bewegung hin zu den ganzen Gruseldingen, jedes winzige Mehr an Neugier und jede Tendenz, sich einen Hauch zu entspannen. Ich schätze, wir standen 15-20 Minuten da und ließen einfach alles auf uns wirken. Und nach und nach entspannte sich mein wie ein Flitzebogen angespanntes Pferd etwas.

Das Schöne und vor allem auch das Wichtige an der Sache war das: Ich hatte ihn nicht zu manipulieren oder zu pushen versucht, sondern ich hatte ihn ganz in seinem eigenen Tempo die Situation anschauen lassen. Dazu musste ich seine Anspannung aushalten, etwas, das ich früher immer am liebsten sofort weghaben wollte. Ich wollte nicht, dass mein Pferd Angst hat und nervös wurde, weil er mir doch vertrauen sollte, schließlich tat ich doch so viel dafür, und weil er sich doch keine Sorgen machen soll und weil er sich nicht festglotzen soll und händelbar bleiben soll usw. usw. Damit habe ich so manches Mal nur eines erreicht: dass er ausstieg und gar nicht mehr zuhörte (er ging dann wortwörtlich einfach weg, etwas, das nicht gerade angenehm war).

Dieses Mal gab ich seiner Angst Raum. Seinem Bedürfnis, das alles anzuschauen, tief und drachenartig ein- und auszuatmen und fluchtbereit zu sein. All das war vollkommen ok für mich und ich glaube, genau das tat ihm sehr gut.

Als er am Ende dann schon deutlich entspannter stehen und nicht mehr ängstlich, sondern interessiert gucken konnte, ging ich langsam wieder zurück zum Paddock mit ihm. Ich forderte also nicht noch mehr. Die Hühner würden auch morgen noch da sein. Es war gut genauso, wie es war. Sowohl sein Blick als auch seine Ausstrahlung bei der Verabschiedung bestätigten mich genau darin. Und gleich am nächsten Tag waren die Enten überhaupt kein Thema mehr und auch von der Ungefährlichkeit der Hühner überzeugte er sich in wenigen Minuten.

Es ist so schön für mich, langsam tatsächlich einen Weg zu finden, meinem Pferd gerecht(er) zu werden, einfach indem ich mich auf sein SEIN einlasse und ihm nicht meine Ideen und meinen Weg aufdränge. So kann ich ihm endlich eine Stütze sein und bin keine zusätzliche Belastung in einer eh schon schwierigen Situation. Genau das habe ich mir immer gewünscht!

11. November 2014 von Tania Konnerth • Kategorie: Umgang, Verhalten 16 Kommentare »

Liebt mich mein Pferd nur wegen der Leckerlis?

Seitdem wir uns hier vermehrt mit dem Clickertraining befassen und dazu auch unseren Clickerkurs herausgebracht haben, bekommen wir natürlich auch viele Mails, in denen Fragen gestellt und Bedenken geäußert werden. Eine der häufigsten Fragen zum Thema Futterlob ist diese:

„Liebt mein Pferd mich dann nicht nur noch wegen der Leckerlis?“

Da diese Angst viele davon abhält, es mit dem Clickern zu versuchen, dazu einige Gedanken von mir:

Die Sache mit der Liebe…

Wenn man Pferdeleute befragt, so würden die meisten von uns wohl zugeben, dass wir von unseren Pferden geliebt werden möchten, oder? Nun ist Liebe aber ein ziemlich großes Wort und vor allem ist es eines, das aus unserer Menschenwelt stammt. Wir verbinden mit dem Wort „Liebe“ sehr, sehr viel – oft genug vor allem Erwartungen.

Um bei mir selbst zu bleiben (und jede/r kann ja einfach mal überprüfen, wie das bei ihm oder ihr ist…): Ja, ich wollte lange Zeit von meinen Pferden geliebt werden und das sollte nicht irgendwie sein, sondern ich wollte freiwillig geliebt werden, um meiner selbst willen und natürlich wollte ich von ihnen mehr geliebt werden als alles andere.

Klingt verklärt? Mag sein, ist aber, wie mir scheint, eher weit verbreitet. Und mehr noch: für manch eine/n wird ein Pferd darüber hinaus zum Kind-, Partner- und Familienersatz und dadurch oft mit Ansprüchen, Hoffnungen und Erwartungen komplett überfordert (s. dazu auch den Artikel Mach mich glücklich!)

Irgendwann habe ich mich gefragt: Ist es eigentlich fair, eine Mensch-Pferd-Beziehung mit einem so komplexen und schwierigen und großen Anspruch zu belasten? Kann uns ein Pferd denn überhaupt so lieben, wie wir geliebt werden wollen (und als weitere Reflexionsfrage: Kann es ein Mensch)?

Ein Pferd ist ein Pferd

Ich denke, ein Pferd muss ein Pferd bleiben dürfen und es ist unser Job, unsere Pferde Pferd sein zu lassen. Nur dann kann sich eine Beziehung entwickeln, die beide bereichert, die für beide nährend ist.

Und damit komme ich zurück zur Eingangsfrage: Mit Futter zu arbeiten hat meiner Erfahrung nach keinerlei Einfluss auf die Zuneigung eines Pferdes, sondern es hat Einfluss auf sein Verhalten – und hier ist ganz entscheidend, WIE und WARUM ein Futterlob gegeben wird.

Wenn ein Pferd von einem Menschen genervt ist, kann der noch so viele Leckerlis hineinstopfen, es wird ihn deshalb nicht mehr mögen, sondern es wird weiter giften oder weiterhin auf dem Auslauf davonlaufen, denn Pferde lassen sich nicht bestechen. Gleichzeitig kann man ein Pferd, das einen eigentlich gern mag, regelrecht zu einem unangenehmen, aufdringlichen und unzufriedenen Zeitgenossen machen, wenn man z.B. ohne Sinn und Verstand füttert. Und genauso gilt, dass die Zuneigung eines Pferdes nicht weniger „ehrlich“ oder weniger „wert“ ist, wenn wir mit Futter arbeiten. Das sind aus meiner Sicht Bewertungsmaßstäbe aus unserer menschlichen Welt, Pferde ticken ganz anders (sonst würden sie uns z.B. ganz sicher nicht so viel verzeihen und uns immer wieder neue Chancen geben…).

Nicht das Futter ist entscheidend

Auch wenn viele das vielleicht annehmen, so bin ich überzeugt davon, dass das Clickertraining keinesfalls nur wegen der Leckerlis so wirkungsvoll ist. Leckerlis sind nur ein Teil des Ganzen.

Die meisten Pferde möchten gerne alles richtig machen. Sie bemühen sich oft endlos, zu erraten, was wir von ihnen wollen und wir können es ihnen mit dem Clickertraining deutlich einfacher machen, uns zu verstehen. Das Verstehen und das gute Gefühl, etwas richtig zu machen, sind dann die Punkte, durch die das Pferd Freude und Motivation gewinnt. Mit dem Clickertraining können wir unseren Pferden also dabei helfen, leichter zu verstehen und besser zu lernen, weil wir uns durch das Clickern auf das Pferd ausrichten und nicht mehr unser menschliches Wollen durchsetzen. 

Beim Clickern können wir nicht mehr einfordern und bestrafen, sondern wir müssen so mit dem Pferd arbeiten, dass es von sich aus mitmacht. Um das Verhalten dann eben auch ein bisschen steuern zu können, wird erwünschtes Verhalten mit Futter verstärkt. Die Futtergabe hängt also immer an einer zuvor gezeigten oder auch unterlassenen Handlung des Pferdes und ist damit nichts weiter als ein Weg, dem Pferd zu sagen: „Ja, das war richtig!“ Leckerlis sind im Clickertraining ein Hilfsmittel für die Kommunikation, nicht mehr und nicht weniger.

… sondern die Freude

Ich ziele heute in der Beziehung zu meinen Pferden auf Freude. Ich möchte, dass meine Pferde Freude empfinden, wenn wir zusammen sind. Sie sollen die Zeit mit mir als angenehm, interessant, gewinnbringend und unterhaltsam empfinden. Wenn ich so mit ihnen arbeite, dass sie mich verstehen, sind sie mit genau dieser Freude, ja oft auch Begeisterung dabei.

Ob mich meine Pferde darüber hinaus „wirklich“ (also im menschlichen Sinne) lieben, weiß ich nicht, und es ist mir inzwischen auch nicht mehr wichtig. Entscheidend ist für mich, dass sie sich freuen, mich zu sehen – das zeigen mir ihr Blick, ihr Kommen und ihre Ausstrahlung. Und ich habe überhaupt kein Problem damit, dass sie sich – ganz klar! – auch auf etwas Leckeres zu fressen freuen.

beide

28. Oktober 2014 von Tania Konnerth • Kategorie: Clickertraining, Umgang 22 Kommentare »

Einfach mal hineinfühlen

Ich habe neulich auf einem Spaziergang mit Anthony ein kleines Experiment gemacht: Ich habe versucht, mich ganz auf seine Wahrnehmung einzulassen, ganz darauf, wie er wohl all das um uns herum erlebt, und zwar mit all seinen Sinnen.

Das Spannende dabei war, dass ich dadurch tatsächlich vieles ganz anders erlebte: die Geräusche im Wald waren plötzlich viel präsenter, die Lichtspiele viel bewegter, der Wind war fühlbarer und ich roch mehr. Und ja, ich nahm auch seine Stimmung sehr viel deutlicher wahr.

Ich hatte immer schon den Verdacht gehabt, dass Anthony lange nicht so cool ist, wie er den Eindruck vermittelt, sondern dass er geradezu hochsensibel ist. Irgendwie schien mir das aber doch übertrieben und ich fand, er solle sich nicht so anstellen. Aber nun konnte ich seine Nervosität direkt selbst fühlen, es war regelrecht in mir. Auf dem Weg an der Weide entlang fühlte sich alles noch locker und unbeschwert an, doch im Wald veränderte sich die Stimmung. Da war plötzlich immer mehr Unruhe und ich spürte die Sorgen meines Pferdes in mir, das Halfter am Kopf kratzen und die Fliegen nervten.

Vielleicht klingt das alles mal wieder ein bisschen versponnen, aber das seid Ihr ja inzwischen von mir gewohnt. 😉 Ich folge im Moment sehr stark meiner Intuition und schaue, wohin es mich bringt, mich immer mehr auf Anthony einzulassen. Und vielleicht kann mein kleines Experiment ja auch Euch dazu anregen, Euch mal ganz bewusst in Euer Pferd hineinzufühlen,  also den Kopf auszuschalten und all das loszulassen, was wir zu wissen glauben, um einfach nur zu fühlen.

Wie oft habe ich mich darüber geärgert, dass Anthony beim Spazierengehen zu hapsen anfing und oft auch grantig war. Und man ist so schnell dabei, ein unerwünschtes Verhalten bei einem Pferd als „Unart“ oder „Frechheit“ abzutun. Jetzt sehe ich das alles ein bisschen anders, denn ich bin mir inzwischen sicher, dass das seine Art ist, mit seiner Unruhe umzugehen oder mir zu zeigen, dass er überfordert ist.

Wenn ich jetzt losgehe, bleibe ich bei ihm. Ich nehme mit ihm zusammen Veränderungen im Außen wahr und bekomme ein immer besseres Gefühl dafür, wann es für ihn Anlass zu Sorgen gibt. Ich kann so viel besser auf ihn eingehen und ihm Sicherheit geben. Statt Quengeleien schauen wir uns nun alles zusammen an. Manchmal kann er sich entspannen, manchmal bleibt er unruhig.

Ich bin gespannt, was Du mir noch alles zeigen wird, Kleiner!

fuehlen

7. Oktober 2014 von Tania Konnerth • Kategorie: Erkenntnisse, Umgang, Verhalten 10 Kommentare »

  • Reitkurs

  • Herzlich Willkommen im Archiv-Blog von „Wege zum Pferd“

    "Wege zum Pferd" wurde 2008 von Tania Konnerth und Babette Teschen gegründet und wird seit 2021 von Tania allein auf der neuen Seite weitergeführt.

    Dies hier ist das Archiv, in dem sich die vielen, vielen Blogbeiträge, die über die Jahre entstanden sind, finden. Neue Artikel gibt es im neuen Blog von "Wege zum Pferd".

    "Wege zum Pferd" und mich findet Ihr auch hier und hier bei Facebook und Instagram.

    Abonniert am besten gleich den kostenlosen Newsletter damit Euch nichts entgeht

    Mein neues Buch "Weil Du mich trägst" ist erschienen

    Entdecke "Tanias Freiraum-Training" – denn auch Freiarbeit geht anders!

    Und "Versteh Dein Pferd"

    Hier gibt es weitere Kurse und Webinare von "Wege zum Pferd" – alles für mehr Pferdefreundlichkeit:

    Und hier geht es zum "Praxiskurs Bodenarbeit", erschienen bei Kosmos:

  • Kategorien

  • Archiv