Sein eigenes Pferd selbst auszubilden – was für eine wundervolle Aufgabe! Und wie spannend! So spannend, dass wir genau das hier bei „Wege zum Pferd“ dokumentieren und mit Ihnen allen teilen möchten!
Petra und ihre Tochter Alexandra wollen sich nämlich dieser großen Verantwortung stellen und wir sind von Anfang an dabei. Hier im Praxisblog werden wir in den nächsten Wochen und Monaten immer wieder über Nicos Weg vom „Rohling zum Reitpferd“ berichten und wir hoffen, dass Sie sich darauf genauso freuen, wie wir! Wir sind nämlich fest davon überzeugt, dass wir Ihnen damit ein wirklich interessantes Projekt bieten können, bei dem wir alle viel, viel lernen werden.
Vorgeschichte
Ich kenne Petra schon viele Jahre. Sie kam als Reitschülerin zu mir und als sie sich zum Kauf ihres ersten Pferdes, den peruanischen Paso Nino entschied, stellte sie Nino bei mir ein. Viele Jahre lang gehörte Petra die Dienstagvormittagsreitstunde um 10 Uhr bei mir, so dass ich mich irgendwann fragte, was ich ihr überhaupt noch beizubringen vermag. Petra ist mittlerweile eine so tolle und kompetente Pferdefrau geworden, dass ich sie als Lehrerin sowohl für Reitunterricht, aber auch für die Vermittlung der Arbeit nach dem Longenkurs offiziell empfehle und obendrein sind wir auch noch Freundinnen. 🙂
Leider musste Nino vor ein paar Monaten wegen einer schweren Erkrankung eingeschläfert werden.
Nino mit seinen Frauen Alexandra und Petra:

Ich freue mich sehr darüber, dass Petra nun wieder bereit ist für eine neue Pferdebeziehung und so begann langsam der Gedanke zu reifen, sich nach einem passenden Partner umzusehen. Bei der Überlegung, wie das neue Pferd aussehen könnte, also wie alt es sein soll, welchen Ausbildungsstand es haben soll und so weiter, kam mir eine Idee: „Petra, was hältst du davon, dir ein junges, rohes Pferd zu kaufen? Ich helfe dir bei der Ausbildung, wir treffen uns wieder jeden Dienstagmorgen zur gemeinsamen Arbeit und halten den Ausbildungsweg auf „Wege zum Pferd“ fest.“ Petra war von dieser Idee sofort begeistert und auch Tania war Feuer und Flamme. Und so steht nun Nico bei uns auf dem Hof und unser spannendes, gemeinsames Projekt „Wir machen aus Nico ein glückliches, gesundes, motiviertes Pferd am Boden und unter dem Sattel für Petra und Alex“ beginnt …
Nico
Der Hauptakteur heißt Nico und ist ein gerade drei Jahre alt gewordener Welsh Cob. Er stammt aus einer großen Zucht. Sein Ausbildungsstand ist absolut roh. Er lief auf großen Wiesen in seiner Herde und wurde erst wenige Wochen, bevor Petra ihn fand, kastriert.
Am 10.06.2012 war dann der große Tag! Petra, Alexandra und ich fuhren los, um Nico zu uns zu holen.
Ankunft in Ellringen am 10.06.2012
Und mit Vollgas springt er in sein neues Leben …

Zunächst stellten wir Nico mit Pepe zusammen, meinem Neuen gegenüber sehr sozialverträglichen und freundlichen Pferd, auf eine Nebenweide.
Wollen wir Freunde sein?

Auch wir Menschen versuchten, vorsichtig Kontakt aufzunehmen:


Aber die Pferde auf der Nebenweide sind natürlich viel spannender 🙂
Wer seid Ihr denn?

Und wer ist er denn?
Herzlich willkommen, Nico!
Und noch ein Statement von Petra:
Es gab für uns zwei Möglichkeiten:
- einem Pferd mit schlechter Vergangenheit wieder das Vertrauen zum Menschen zu geben oder
- ein rohes Pferd von Anfang an selbst auszubilden.
Nachdem uns Babette das Angebot machte, über „Wege zum Pferd“ die Jungpferdausbildung vorzustellen, war die Entscheidung getroffen.
Nur was für ein Pferd sollte es werden?
Wir wünschten uns: Ein Pferd mit Temperament, das Interesse am Menschen zeigt. Es sollte vom Stockmaß nicht unter 1,50 liegen, sodass ein größerer Reiter gut abdedeckt wird. Am wichtigsten war aber für uns, uns Pferderassen anzusehen, die dafür bekannt sind, eine stabile Gesundheit zu haben (und eine lange, dichte Mähne wäre schön ;-). So kamen wir auf die Welsh-Pferde.
Auf der Homepage einer Züchterin sahen wir Nico, einen wunderschönen Welsh-Cob-Wallach. Als wir ihn dann auf dem Gestüt besuchten, war es Liebe auf den ersten Blick. Nico war genau unser „Beuteschema“. Er wird groß, hat Temperament, einen freundlichen Charakter und hat eine lange Mähne (die leider gestutzt wurde, da er es noch nicht kannte gekämmt zu werden). Nico musste einfach mit. 🙂
Ein Hänger war ruckzuck organisiert und schon am übernächsten Tag machten wir uns auf den Weg, Nico abzuholen. Da er es schon kannte, im Hänger zu den weiter entfernten Wiesen gefahren zu werden, war das Verladen kein Problem. Auch die Hängerfahrt verlief problemlos.
Auf dem Pferdehof Teschen angekommen, war er die Ruhe selbst. Gleich nach seiner Ankunft stellten wir ihn mit Babettes Pferd Pepe zusammen auf eine große Koppel. Nach ein paar Galopprunden und einem ersten Beschnuppern wurde deutlich, dass Nico und Pepe sich gut verstanden. Es ist so schön, ihn bei uns zu haben!
Wir wünschen uns von unserem Zusammensein, dass wir Nico über positive Verstärkung und Clickertraining vielseitig ausbilden können und seine Einzigartigkeit dabei erhalten bleibt. Wohin uns die Reise führt, wird Nico uns zeigen.
Wir sind gespannt, wo seine Stärken liegen, was er gerne macht und uns anbietet. Wir möchten ihn gänzlich ohne Druck ausbilden und vertrauen darauf zu erkennen, woran er Freude hat. Unser Wunsch wäre es, wieder zu einer Einheit zu verschmelzen, so wie wir es mit unserem Nino schon erleben durften.
Und genau dabei werden wir und Sie nun Nico, Petra und Alex begleiten!
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