Die Motivation hinter den Dingen oder: Warum ich mit Zirkuslektionen arbeite

Man spricht über uns 🙂 : In einem Forum fanden wir einen Bericht über unsere Seite. Das Fazit war im Großen und Ganzen sehr positiv, mit Ausnahme der Kritik, dass wir etwas zu viele „Kunststückchen“ mit unseren Pferden machen und dass dabei die Natürlichkeit des Pferdes auf der Strecke bleiben könnte.

Sowohl Tania als auch ich konnten mit diesem Gedankengang viel anfangen und er hat mich tüchtig zum Nachdenken angeregt – dafür ein großes „Dankeschön“.

Ja, ich mache mit meinen Pferden viele Kunststückchen und nach diesem Forumsbeitrag habe ich mich gefragt, was eigentlich meine Hauptmotivation dazu ist.
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13. Mai 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Aus der Bereiterpraxis, Erkenntnisse, Spiele & Co 12 Kommentare »

So wird Ihr Pferd zum Luftballon-Killer oder: Ein Antischeu-Training der anderen Art

Passend zu dem Blogbeitrag von Tania, in dem Sie in einem tollen Video sehen können wie der Youngster Anthony Luftballons zertritt, möchte ich Ihnen erklären, wie Sie Ihr Pferd an diese Übung heranführen.

Kaum eine Übung macht Ihr Pferd „schusssicherer“ und steigert so stark das Selbstvertrauen Ihres Pferdes wie diese. Doch ist sie auch eine sehr schwierige Übung mit nicht unerheblichen Risiken.

Deswegen beachten Sie bitte folgende Sicherheitsaspekte:

  • Üben Sie bitte auf einem sicher eingezäunten Gelände oder in einer Halle.
  • Achten Sie immer darauf, nicht in Fluchtrichtung zu stehen (selbst dann, wenn Sie Ihr Pferd für cool halten).
  • Halten Sie Ihr Pferd bitte nicht an einem Strick fest (denn wenn es wegspringt, können Sie mitgerissen werden oder sich die Hände verletzten).
  • Achten Sie unbedingt darauf, keine anderen Reiter oder Pferde zu erschrecken.
  • Auch ganz wichtig: Kinder und Hunde haben nichts im Übungsfeld verloren.
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7. Mai 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Spiele & Co 9 Kommentare »

Clickertraining in der Pferdeausbildung

Das Clickertraining ist eine Ausbildungsmethode, die ursprünglich zur Ausbildung von Delphinen entwickelt wurde. Die Delphine wurden auf einen Pfiff konditioniert, d.h. wenn der Trainer mit der Pfeife pfiff, gab es unmittelbar nach dem Pfiff einen leckeren Fisch für den Delphin. So entstand für das Tier die Verknüpfung: Pfiff = Futter = positive Gefühle.

Sobald der Delphin den Zusammenhang „Pfeifton = es gibt Futter“ verstanden hatte, konnte der Trainer mit seinen Tieren mit Hilfe der Pfeife kommunizieren und belohnen. Der Trainer pfiff nun immer, wenn der Delphin genau das Verhalten zeigte, was der Trainer wollte. Er sagte dem Tier mit dem Pfiff: „Das, was du jetzt in diesem Moment gemacht hast, war richtig, komm jetzt zu mir, um dir deine Belohnung abzuholen.“
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6. Mai 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Clickertraining 16 Kommentare »

Präsenz am Pferd

Das Thema „Präsenz“ beschäftigt mich zurzeit persönlich stark.

Es stört mich immer mehr, wenn ich bei der Arbeit mit Pferden abgelenkt werde. Gerade wenn ich mit unsicheren Pferden umgehe, mit Jungpferden oder schwierigen Pferden, merke ich, wie unglaublich wichtig es für die Qualität der Arbeit und die Beziehung zu dem Pferd ist, mit meiner Achtsamkeit ganz bei mir und dem jeweiligen Pferd zu sein.

Bellende Hunde, ein klingelndes Handy, tobende Kinder, ein Kunde, der eine Frage an mich hat, all das schafft es, mich aus der stillen Kommunikation und meiner Konzentration zu holen, lässt die Verbindung zum Pferd häufig abreißen. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Die kläffenden Wauzies sind in der Regel meine Eigenen, und ich mag Kinder und meine Kunden sehr 😉 . Aber oft ist es schwer, nach einer Störung wieder in eine tiefgehende Verbindung mit dem Pferd zu kommen.
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29. April 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Aus der Bereiterpraxis 22 Kommentare »

Brust raus – Schulterblätter zurück!?

brustraus.jpgWer von Ihnen kennt dieses Kommando nicht auch aus dem Reitunterricht? Aber haben Sie sich einmal gefragt, was dieses Kommando eigentlich mit Ihnen macht und wie sich Ihre Körperhaltung, Ihre Atmung, Ihre Stimmung verändern, wenn Sie es auszuführen versuchen?

Probieren Sie einmal aus, die Anweisung „Brust raus – Schulterblätter zurück!“ ganz bewusst aus und fühlen Sie in sich hinein, ob

  • Ihre Arme noch die Nickbewegung des Pferdekopfes mitschwingen können,
  • Ihr Becken noch die Bewegung des Pferderückens mitgehen kann (siehe die liegende Acht aus der Übung für ein mitgehendes Becken),
  • Ihre Atmung noch bis in den Bauch fließen kann und ob
  • Sie in der Lage sind, weich in der Hand zu sein.

Oder passiert vielleicht Folgendes:

  • Ihre Atmung wird oberflächlich?
  • Ihre Schultern werden fest?
  • Ihr Kiefergelenk wird fest?
  • Ihre Arme werden starr?
  • Sie werden physisch und psychisch „härter“?

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25. April 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Aus dem Reitunterricht und Coaching 6 Kommentare »

Es ist geschafft!

Drei anstrengende, aufregende und schöne Messetage auf der HansePferd 2008 liegen hinter uns.

Rückblickend kann ich sagen: Es hat sich gelohnt – die viele Vorbereitung, das Üben meiner tollen Mädels Julia und Lena mit Buddy und Legolas, die Fahrerei, das frühe Aufstehen… 🙂

Anfangs war es schon ein komisches Gefühl, mich wie frische Backware auf den Präsentierteller zu begeben. Aber durch den vielen Besuch von lieben Menschen hat sich das schnell gelegt. Und die Wiedersehensfreude war oft groß.
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23. April 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Sonstiges 4 Kommentare »

Na, das fängt ja gut an… oder: Mein erstes Messeerlebnis

Zwei Tage vor Beginn der Messe HansePferd fuhren meine Standkollegin Patrizia Harneit (Aku-Pet) und ich gut gelaunt zum Hamburger CCH, um den von uns bestellten Stand zu dekorieren.

In unserer Halle angekommen, versuchten wir den Lageplan aus dem Gedächtnis hervorzukramen (denn den hatte ich natürlich nicht mitgenommen) und suchten unseren Standplatz. Es waren kaum Menschen in der Halle und von denen die da waren, sah keiner so aus, als könnte er uns weiterhelfen. Nun, es war uns ja ein bisschen unangenehm („typisch, zwei blonden Frauen… finden ihren Stand nicht…“), aber irgendwann mussten wir notgedrungen doch den Hallenmeister per Handy zu Hilfe rufen, der glücklicherweise auch bald kam.

Zielsicher führte er uns an den Platz, an dem unser Stand sein sollte, doch was dort auf uns wartete, sah nicht so aus, wie wir es uns vorgestellt hatten… Statt einer Box und eines Standes, hatte man fälschlicherweise zwei Boxen für uns erbaut!
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17. April 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Sonstiges 7 Kommentare »

Die aufgerichtete Wirbelsäule

Ein Reiter mit einer aufgerichteten Wirbelsäule ist nicht nur viel netter anzusehen, er kann auch die Bewegung des Pferderückens besser mitschwingen und kombiniert mit einer lockeren Schulter, gefühlvoller und weicher mit dem Pferdemaul kommunizieren.

Um Ihre Wirbelsäule aufzurichten, können Sie die folgende Übung ausprobieren:

wirbelrollen.jpg

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17. April 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Übungen 1 Kommentar »

Das mitschwingende Reiterbecken oder Die liegende Acht

Beim Reiten verfolgen wir ja das Ziel, dass unser Pferd über den Rücken läuft, sprich, dass es lernt, unser Gewicht mit einem schwingenden Rücken auf eine gesunde Weise zu tragen. Um die Bewegung des Pferderückens optimal mitzugehen, müssen Sie sowohl die Links-Rechts-Bewegung des Pferderückens, als auch das Vor- und Zurückschieben des Pferdes in Ihrem Becken zulassen. Sehr häufig aber sind wir gerade im Becken sehr fest und ein festgehaltenes Becken führt zu Verspannungen in unserem Sitz, was wiederum dazu führt, dass das Pferd in seinen Rückenbewegungen gestört wird. Hier habe ich eine Übung für Sie, mit der Sie sehr effektiv ein lockeres, mitschwingendes Becken erhalten können:

Tipp

Bitte machen Sie vorab die Übung für ein weiches Gesäß, dann ist es noch effektiver!

Und so geht’s

Ihr Pferd darf am langen Zügel freien Schritt gehen. Am besten lassen Sie sich von jemandem an die Longe nehmen, damit Sie sich ganz auf die Übung konzentrieren können. Bei einem ruhigen Pferd können Sie dann auch die Augen schließen, so lässt es sich oft leichter in den Körper fühlen.

Stellen Sie sich vor, Ihr Becken ist eine Schale. In diese Schale legen Sie einen Ball. Nun lassen Sie den Ball in Ihrem Becken, im Rhythmus der Bewegung die das Pferd Ihnen gibt, vor- und zurückrollen. Diese Bewegung ist den meisten meiner Schüler/innen sehr vertraut, lernen sie doch häufig ein Mitschieben mit dem Becken.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Ball die Bewegung gefunden hat, lassen Sie das vor und zurück nicht mehr zu, sondern lassen den Ball nun von rechts nach links und wieder zurück von links nach rechts kullern. Achten Sie auch hier wieder darauf, den Ball vom Pferd kullern zu lassen und nicht gegen die Bewegung des Pferdes zu gehen. In dieser Bewegung fühlen Sie das wechselseitige Absenken des Rückens.

Wenn Sie auch diese Bewegung gefunden haben, lassen Sie den Ball im Uhrzeigersinn kreisen. Hier können Sie die Bewegung nicht alleine vom Pferd geben lassen, d.h. Sie müssen etwas aktiv arbeiten. Wenn das Kreisen im Uhrzeigersinn klappt, wechseln Sie die Richtung und lassen den Ball nun gegen den Uhrzeigersinn rollen. Spüren Sie in sich hinein, ob eine Richtung leichter geht als die andere.

Nun halten Sie Ihren Ball im tiefsten Punkt Ihres Beckens an. Lassen Sie keinerlei Bewegung des Balles mehr zu – wie fühlt sich das an?

  • Atmen Sie noch und wenn ja, kann die Atmung tief in den Bauch?
  • Ist Ihr Po locker?
  • Ist Ihr Blick noch weit und frei oder ist er fixierend? (Siehe, der weite, weiche Blick)
  • Können Ihre Schultern noch schwingen?

Und wie reagiert Ihr Pferd? Geht es genauso weiter oder merken Sie eine Veränderung, ein Stocken, oder ein schneller werden, Kopf anheben?

Nun geben Sie den Ball wieder frei und lassen ihn ganz von der Bewegung Ihres Pferdes bewegen. Lassen Sie alle Bewegungsrichtungen die Sie eben ausgeführt haben zu: vor und zurück, rechts und links, kreisen.

Wie bewegt sich jetzt Ihr Ball. Können Sie eine Form erkennen?

Wenn Ihr Becken wirklich alle Bewegungsrichtungen zulässt und Ihr Pferd einen normalen 4-Taktschritt geht (also keinen Pass), müsste Ihr Ball in der Form einer liegenden Acht bzw. wie ein Unendlichzeichen kullern.

Können Sie das fühlen? Super!

Wenn Sie die liegende Acht immer in Ihrem Becken zulassen, blockieren Sie keine Bewegung des Rückens Ihres Pferdes und das Pferd kann sich frei unter Ihnen bewegen.

Anhand der Acht, können sie auch mögliche Taktunreinheiten Ihres Pferdes erspüren, den Takt Ihres Pferdes beeinflussen und den korrekten Zeitpunkt zum Treiben erfühlen lernen. Wenn Sie z.B. spüren, dass die rechte Seite der liegenden Acht kleiner ausfällt als die linke, gilt es z.B. abzuklären, ob Ihre rechte Hüfte unbeweglicher ist (vielleicht eine Blockade Ihres Iliosakralgelenkes) oder ob Ihr Pferd hinten rechts kürzer tritt (vielleicht eine Blockade des Iliosakralgelenkes des Pferdes).

In manchen Fällen kann man solche Taktunreinheiten übrigens sogar alleine dadurch beseitigen, dass wir bewusst die rechte Seite unserer Acht größer rollen lassen. Hier habe ich schon die spannendsten Sachen erlebt! Pferde, die sehr sensibel auf die Acht im Becken reagieren, lassen sich beispielsweise sogar nur dadurch zum Halten durchparieren, dass ich meine Acht im Becken anhalte.

Probieren Sie diese Übung doch einmal aus! Und lassen Sie mich bitte an Ihren Erfahrungen teilhaben.

15. April 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Übungen 20 Kommentare »

Der Takt

In der FN Ausbildungsskala finden wir den Takt als ersten Punkt, noch vor der Losgelassenheit, was deutlich macht, wie wichtig der Takt zu bewerten ist. Was hat es aber mit der Forderung nach „Takt“ genau auf sich?

Zunächst ist zu klären, was „Takt“ eigentlich bedeutet: Als „Takt“ wird dass räumliche und zeitliche Gleichmaß der Bewegungen bezeichnet. Nun ist genau das aber gar nicht so leicht zu erreichen, denn der Takt eines Pferdes ist von verschiedenen Faktoren abhängig.

Ein Pferd, das z.B. noch seiner natürlichen Schiefe ausgeliefert ist, wird bemüht sein, sein Gleichgewicht unter dem Reiter zu finden, indem es sich auf sein starkes (händiges) Vorderbein stützt. Dadurch verkürzt sich der Bewegungsbogen des händigen Vorderbeines und das Pferd zeigt keine taktklare Bewegungen.
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10. April 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper 1 Kommentar »

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    Mitgründerin von "Wege zum Pferd", ihr Angebot findet Ihr nun unter www.babette-teschen.de .

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