Pferde können das ab?

Land auf, Land ab dasselbe Bild: Peitschen werden geschwungen, Gerten zecken, Zügel reißen, Sporen stechen – immer wieder kommen wir an Punkte oder in Situationen, die uns an unsere Grenzen bringen und uns Gewalt anwenden lassen.

Dabei ist eines auffällig: nämlich wie vielen von uns – so sehr wir unsere Pferde auch lieben – das doch ziemlich leicht fällt. Ein gewisser Einsatz von Kraft und Zwangsmaßnahmen im Umgang mit Pferden scheint eben „einfach dazu zu gehören“. Die meisten von uns dürften zum Beispiel damit aufgewachsen sein, denn schon die Kleinsten bekommen ja meist schon zu Beginn eine Gerte in die Hand, „um dem Pony zu zeigen, wer das Sagen hat“…

Wenn man Gewaltanwendung bei Pferden mal kritisch anspricht, hört man oft so etwas wie: „Pferde können das ab, sie gehen ja miteinander auch nicht zimperlich um“.

Klar! Dreijährige Kinder prügeln sich auch fürchterlich. Bedeutet das aber, wir dürfen dreijährige Kinder prügeln? Wohl kaum … 
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19. Juni 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Umgang 7 Kommentare »

Gedanken zum Stichwort Dominanz oder: Welche Art Führer will ich sein?

Im Umgang mit Pferden wird immer wieder der Begriff Dominanz strapaziert. Wir müssen uns durchsetzen, müssen der Chef sein, müssen dominant sein. Es lohnt sich, hier einmal genauer hinzuschauen, was Führung eigentlich genau heißt, denn das Führen über die Dominanz ist nur ein Weg.

Mark Rashid beschreibt z.B. in seinem Buch „Denn Pferde lügen nicht“ sehr schön die zwei möglichen Führungsqualitäten, durch die wir von unserem Pferd anerkannt werden:

  • Wir können sie dominieren, so dass sie aus Furcht tun oder lassen, was wir wollen oder
  • wir können versuchen, ein so guter überzeugender Führer zu sein, dass sie sich uns freiwillig anschließen.

Mark Rashid hat nämlich das Führungsverhalten von Pferdebossen in Herden beobachtet und dort genau diese beiden Ausprägungen gefunden.
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12. Juni 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Umgang 10 Kommentare »

Von der Bedeutung der Daumen oder: Warum Sie immer an die Vögelchen denken sollten

Geht es Ihnen auch so wie mir? Können Sie erst dann eine Anweisung Ihres Reitlehrers wirklich ausführen, wenn Sie den Sinn hinter dieser Anweisung verstanden haben?

So eine für mich früher unwichtige Anweisung war es, auf die Stellung meines Daumens zu achten. Bis sich ein Reitlehrer die Mühe machte und mir den Sinn erklärte:

Der Daumen soll wie ein kleines Dach auf den Zeigefinger ruhen, ohne Druck

hand3.jpg

Nur in dieser Position ist der Muskel, der für die Bewegung des Daumens zuständig ist, vollständig locker. Dieser Muskel verläuft durch den Karpaltunnel im Handgelenk. Wenn Sie Ihren Daumenmuskel anspannen wird automatisch Ihr Handgelenk fest. Ein festes Handgelenk führt zu einer blockierten Schulter. Weiche, gefühlvolle Paraden und eine mitschwingende Schulter sind nicht mehr optimal möglich.
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10. Juni 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Aus dem Reitunterricht und Coaching 4 Kommentare »

Geben wir neuen Beziehungen eine faire Chance?!

Kennen Sie auch eine Geschichte wie diese?

Eine Freundin von Ihnen war in einer unglücklichen Beziehung. Sie gab all ihr Vertrauen, all ihre Liebe, doch der Mann benutzte sie, betrog und belog sie. Nach einer langen Zeit des Leidens schaffte sie endlich die Trennung. Sie schwor sich: So was passiert mir nicht noch mal! Eine Zeit später lernte sie einen anderen Mann kennen. Der Mann liebte sie aus tiefstem Herzen, war ihr gegenüber treu und aufrichtig. Doch ihr Misstrauen saß tief. Sie schnüffelte hinter ihm her, peinigte ihn mit ihrer Eifersucht, und ließ sich emotional doch wirklich nicht ein. Auch diese Beziehung scheiterte…

Was hat nun diese Geschichte mit unserem Thema Pferd zu tun? Ich finde sehr viel.

Wir alle sind das Produkt unserer Lernerfahrungen. Und das gilt auch für unsere Beziehung mit Pferden.
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5. Juni 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Sonstiges 3 Kommentare »

Noch eine gute Runde…

Folgende Szene erlebte ich in meinem Unterricht: Ich unterrichtete eine Frau auf ihrem Pferd. Das Pferd hatte eine schwierige Vergangenheit und brachte einige Probleme mit. Des Weiteren hatte es einen schwach bemuskelten Rücken und lief noch relativ stark auf der Vorhand. Wir arbeiteten seit ca. 45 Minuten an verschiedenen Themen. Das Pferd arbeitete gut mit. Doch plötzlich begann es, verschiedene „Unarten“ verstärkt zu zeigen: Zügel aus der Hand reißen, Kopfschlagen usw.

Mein Gefühl sagte mir: Das Pferd kann nicht mehr, sowohl psychisch als auch physisch. Ich bat die Reiterin, anzuhalten und abzusitzen. Die Reiterin ignorierte aber meine Bitte und ritt weiter mit der Begründung: „Wir müssen wenigsten noch eine schöne Runde zum Abschluss hinbekommen…“
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3. Juni 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Aus dem Reitunterricht und Coaching 10 Kommentare »

Eine Übung gegen das Abknicken in der Hüfte

Ein typischer Haltungsfehler beim Reiten ist das seitliche Abknicken in der Hüfte z.B. beim Reiten von Volten oder beim Abwenden.

Wenn wir in der Hüfte abknicken statt uns korrekt in die Bewegungsrichtung zu drehen, geben wir dem Pferd verfälschte Gewichtshilfen. Das macht es dem Pferd dann natürlich sehr schwer, das Gewünschte auch korrekt auszuführen. Um diesen Fehler bei uns selbst spüren und korrigieren zu lernen, kann Ihnen vielleicht die folgende Übung helfen.
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29. Mai 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Übungen 6 Kommentare »

Sinn und Unsinn der Sporen

Sporen erregen die Gemüter: In manchen Ställen sieht man kaum jemanden ohne Sporen und man gehört auch im Volksmund zu den Anerkannten, wenn man sich „die Sporen verdient hat“. In anderen Ställen wird man hingegen mit Sporen sofort als Tierquäler an den Pranger gestellt und ihr Einsatz wird grundsätzlich abgelehnt.

Was ist nun richtig? Ist man besonders fortgeschritten, wenn man mit blitzenden Dornen am Fuß reitet, oder gibt man sich die Blöße, sein Pferd nicht auf andere Art und Weise vorwärts zu bekommen?

Hier werden sich meiner Ansicht nach oft zu wenige Gedanken über den sinnvollen Gebrauch des Werkzeuges gemacht, welches da eingesetzt wird.
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27. Mai 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Ausrüstung 21 Kommentare »

Wie Ihr Pferd lernt, die Trense zu nehmen

Als wir auf der Messe HansePferd waren, stand gegenüber von unserem Messestand ein hübscher Scheckhengst, der zweimal täglich für seine Vorführung unter den Sattel „fertig gemacht“ wurde, wobei Sie das „fertig machen“ in diesem Fall leider wörtlich nehmen dürfen…

Für diese Aktion waren jedes Mal drei Personen nötig. Es ging darum, das Pferd irgendwie mit Sattel und Trense auszustatten. Es hatte deutlichen Sattelzwang und auch das Auftrensen war purer Stress für das arme Tier. Alles geschah hektisch und mit viel Tadel für das Pferd. Entschuldigen Sie den harten Vergleich, aber für mich wirkte es eher wie eine Vergewaltigung als etwas anderes. Der Gesichtsausdruck des Pferdes zeigte so viel Stress und Leid, dass ich es nicht aus meinem Kopf bekomme.

Viele Pferde haben Satteln und Trensen als unangenehm, vielleicht sogar schmerzhaft kennengelernt und sagen seitdem mehr oder weniger „Nein“ zu dieser Prozedur. Und so beginnt für Mensch und Tier das Miteinander schon vor der der eigentlichen Arbeit mit Angst, Stress und Kampf. Viele Reiter nehmen diesen Zustand als gegeben hin.

Bitte machen Sie das nicht!
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22. Mai 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Arbeit an der Hand, Ausrüstung, Reiten 34 Kommentare »

Die Übung „Kopf tief“

Heute möchte ich Ihnen eine Übung vorstellen, die meiner Ansicht nach ein Pferd schon möglichst früh in seiner Grunderziehung lernen sollte. Ziel dieser Übung ist es, dass Sie Ihr Pferd in jeder Situation und mit verschiedenen Zeichen veranlassen können, den Kopf zu senken.

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Wenn Sie in der Lage sind, bei Ihrem Pferd jederzeit und überall ein Kopfsenken auszulösen, haben Sie ein höchst wirksames Werkzeug in der Hand, sowohl auf die körperliche als auch auf die psychische Haltung Ihres Pferdes positiven Einfluss zu nehmen.
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20. Mai 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Übungen 14 Kommentare »

So finden Sie den lotrechten Sitz

Im Dressursitz soll der Reiter idealerweise so sitzen, dass sein Ohr, seine Schulter, seine Hüfte und sein Fußgelenk auf einer senkrechten Linie verlaufen – in etwa so:

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Leider ist unsere Körperwahrnehmung häufig so, dass wir nicht merken wann wir im Stuhlsitz sitzen oder unser Oberkörper zu weit nach vorne fällt. Die folgende Übung kann Ihnen helfen, einen lotrechten Sitz zu finden.
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15. Mai 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Übungen 4 Kommentare »

  • Über Babette Teschen

    Mitgründerin von "Wege zum Pferd", ihr Angebot findet Ihr nun unter www.babette-teschen.de .

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