Ein Weg zu Ruhe und Entspannung

Heute möchte ich mich einer Frage widmen, die mir immer wieder gestellt wird: Was kann man tun, wenn ein Pferd so aufgeregt ist, dass es sich kaum halten lässt, geschweige denn auf eine konzentrierte Arbeit einlässt?

Ich nutze in solchen Fällen zwei Übungen:

  • einmal die in meinem Longenkurs beschriebene Übung „Führen in Stellung“ (die eine Vorübung ist, mit der ich dem Pferd ein gutes Laufen an der Longe beibringe)
  • und zum anderen die hier schon einmal ausführlich beschriebene Übung Kopf tief.

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Diese beiden Übungen miteinander kombiniert eignen sich in meinen Augen sehr gut dazu, aufgeregte, hektische und unkonzentrierte Pferd zu entspannen.
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5. Mai 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Arbeit an der Hand, Umgang 16 Kommentare »

Araber im Blut…

Am Wochenende wurden bei uns die Weiden geöffnet. Ein Freudenfest für die Pferde – und ein Ereignis, das den Araber im Hafi weckt!

Schaut selbst:

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30. April 2009 von Tania Konnerth • Kategorie: Verhalten 4 Kommentare »

Zwei kleine Knöchelchen mit großer Bedeutung: die Jochfortsätze des Hinterhauptbeines

Sehr wahrscheinlich haben Sie bisher noch nichts von den sogenannten „Jochfortsätzen des Hinterhauptbeines“ beim Pferd gehört, oder? Diese kleinen Knochen haben eine wichtige Bedeutung und wer reitet, sollte diese kennen.

Auf lateinisch heißen sie „Processus Paracondylaris“ und sitzen am Hinterkopf des Pferdes:

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Warum man sie kennen sollte? Weil sie verhindern, dass ein Pferd, welches die Nase hinter der Senkrechten hat, sich korrekt stellen kann!

Zwischen diesen Jochfortsätzen befindet sich der erste Halswirbel des Pferdes, der Atlas. Wenn das Pferd den Kopf rückständig nimmt (beziehungsweise nach hinten gezogen bekommt), richten sich die beiden Knochen so auf, dass der Altas blockiert wird. Die Folge: Das Pferd kann sich im Genick nicht mehr seitlich stellen.

Da wir ja wissen, dass es keine Biegung ohne Stellung gibt, ergibt sich folgende Frage an alle Reiter/innen, die ihr Pferd in zu tiefer Einstellung reiten oder die es nicht schlimm finden, dass ihr Pferd mit Hilfszügeln an der Longe hinter die Senkrechte kommt: Wie lässt sich die Haltung Ihres Pferdes mit korrektem Reiten/Longieren vereinbaren?

Vielleicht bringt diese Tatsache ja den einen oder anderen Rollkurbefürworter zum Nach- und Umdenken?!

28. April 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper, Longieren, Reiten 21 Kommentare »

Anthonys Geburtstagsparty

Letzte Woche, am 16.4.09, ist Anthony 6 Jahre alt geworden. Das war natürlich ein Grund zum Feiern!

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Es gab eine prima Party für die Jungs mit, wie es sich gehört, witzigen Partyspielchen:

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Und wer mag, kann sich das Ganze noch als Video anschauen – ich wünsche viel Spaß dabei!

PS: Aramis heutigen Geburtstag am 23.4. werde ich anders feiern: mit ihm geht’s eine große Runde ins Gelände. 🙂

23. April 2009 von Tania Konnerth • Kategorie: Spiele & Co 6 Kommentare »

Aus dem Clickertraining: Das freie Formen oder auch Shaping

Ich habe Ihnen in meinem Blogbeitrag Clickertraining schon einiges von dieser wundervollen Ausbildungsmethode vorgestellt. Heute möchte ich Ihnen ein weiteres Element aus diesem Ausbildungskonzept vorstellen und zwar das so genannte „freie Formen“ oder auch „Shaping“.

„Freies Formen“ bedeutet, dass Sie beobachten, was Ihr Pferd macht und dass Sie dann genau das Verhalten clickern, welches Sie gerne fördern möchten. Sie geben also kein Kommando und keine Korrektur, sondern Sie warten auf die Hilfe „Zufall“.

Wichtig: Es wird nicht erst die komplette richtige Ausführung einer Übung verstärkt, sondern bereits jede Annäherung an die gewünschte Handlung. Mit dieser Technik kann man den Tieren völlig zwanglos die tollsten Dinge beibringen.

Was Sie dazu benötigen:

  • einen Clicker (alternativ Lobwort),
  • Belohnungskekse,
  • Geduld,
  • ein gutes Gefühl für Timing und
  • die Fähigkeit, die kleinsten Ansätze eines gewünschten Verhaltens zu erkennen (was sich trainieren lässt).

Und so geht’s

Wie das freie Formen im konkreten Fall aussehen kann, möchte ich Ihnen anhand eines Beispiels zeigen.

Das häufigste Argument, warum Pferdebesitzer nicht mit Futter als positiven Verstärker arbeiten wollen, ist, dass die Pferde dann zu betteln anfangen und „frech“ werden. Nehmen wir also das Zielbild „Mein Pferd steht geduldig abwartend neben mir, ohne mich anzubetteln“.

Es gilt: Machen Sie es Ihrem Pferd so einfach wie möglich! Gerade bei Pferden, die sich das Betteln und Rumschnuckern schon angewöhnt haben, nutzen Sie genau diesen Weg.

Stellen Sie Ihr Pferd hinter eine Absperrung, so dass es gar nicht an Ihnen rumknuspern kann. Sie stehen mit dem großen Beutel voller Leckerbissen dennoch nah bei Ihrem Pferd und Ihr Pferd wird sicherlich eine längere Zeit versuchen, irgendwie an Sie und den Beutel heranzukommen oder Sie durch das Anbieten von irgendwelchen tollen oder „süßen“ Aktionen zur Herausgabe eines Leckerbissen zu animieren. In dieser Zeit drehen Sie sich etwas vom Pferd weg und ignorieren es komplett (auch wenn es noch so lieb guckt!).

Hier gibt es keinen Click und Belohnung (C+B)! (Auch nicht für die ach so süßen Hundies 🙂 ):

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Nein, auch dafür gibt es nichts!

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Und für das Betteln mit einem Vorderbein erst recht nicht (es sei denn, Sie möchten den spanischen Schritt frei formen…).

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Beobachten Sie aber Ihr Pferd aus dem Augenwinkel heraus dabei genau. Irgendwann wird Ihr Pferd kurzfristig seine Aufmerksamkeit von Ihnen abwenden und in eine andere Richtung schauen. Dies ist der Moment für Click und Belohnung (C+B).

Wichtig: Achten Sie bei der Gabe des Futters immer auf die Einhaltung der guten Manieren! (Lesen Sie dazu bitte auch meinen Blog: Futter aus der Hand?)

Hier darf ich clickern! (Achten Sie darauf, wie gleich doch Hund und Pferd reagieren.)

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So ist sehr gut! C+B

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Auch das ist ein guter Moment für eine positive Verstärkung, hier schon unter erschwerten Bedingungen, also ohne Zaun zwischen uns:

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Noch wird Ihr Pferd den Zusammenhang nicht 100%ig verstanden haben und wahrscheinlich wiederum mit Betteln reagieren. Dieses Verhalten wird wieder vollkommen ignoriert, bis es die nächste Situation für C+B ergibt.

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Über kurz oder lang wird jedes Pferd den Zusammenhang verstehen, eines braucht länger, beim anderen geht es schneller – aber lernen tun sie es alle!

Am Anfang arbeiten Sie mit einer hohen Clickerfrequenz, d.h. Sie clickern schnell und oft. Nach und nach sinkt die Clickerfrequenz. Wenn Ihr Pferd verstanden hat, welches Verhalten Sie möchten, erwarten Sie als nächstes, dass dieses Verhalten länger gezeigt wird. In unserem Beispiel sieht das so aus, dass Sie zu Beginn das erste Wegschauen Ihres Pferdes belohnen, um später nur noch zu clickern, wenn Ihr Pferd eine gewisse Zeit entspannt und geduldig neben Ihnen steht, ohne auch nur einen Ansatz von Betteln zu zeigen.

Hat Ihr Pferd das verstanden, üben Sie weiter, ohne sichere Absperrung dazwischen.

Tipp: Die Übung Kopf tief ist auch sehr gut über das freie Formen zu vermitteln.

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Durch diese Art der Arbeit lernen die Pferde, selbstständig Angebote zu machen, das heißt, sie lernen mitzudenken. Der Mensch kann dann aus diesen Angeboten auswählen, was er fördern möchte und was nicht. Pferde, die so gefördert werden, werden selbstbewusster und sind viel motivierter als Pferde, die über negative Verstärkung oder über Strafe „erzogen“ werden.

Probieren Sie es doch mal aus!

21. April 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Clickertraining 21 Kommentare »

Buchtipp: „Bea Borelles Pferdetraining“ von Bea Borelle

„Bea Borelles Pferdetraining“ von Bea Borelle
Stuttgart: Kosmos, 2002. – 213 S.
ISBN 3-440-08903-7
ca- 25,- EUR (gebunden, farbig illustriert)

Für alle, die die Bodenarbeit weiter vertiefen möchten.Hier geht es sowohl um Grunderziehung, wie um die Vorbereitung für das Leben unter dem Sattel, als auch um Spiel, Scheutraining u.v.m.

Mich begeistert Bea Borelles positive, verspielte und liebevolle Art!

 

 

20. April 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Arbeit an der Hand, Buchtipps, Jungpferdausbildung, Reiten, Spiele & Co 0 Kommentare »

So erkenne ich, ob ein Pferd auf der Vorhand läuft

In der Beurteilung darüber, wie gut ein Pferd läuft, geht es ja u.a. um die entscheidende Frage, ob das Pferd auf der Vorhand läuft. Um das zu erkennen, zeichne ich mir im Geiste eine Hilfslinie. Diese Linie zeichnet den Bewegungsfluss nach und an ihr wird für mich immer recht schnell deutlich, ob ein Pferd auf der Vorhand läuft oder nicht.

Ich möchte das einmal an einigen Fotos verdeutlichen. Wichtig ist dabei zu beachten, dass die Linie nur als Anhaltspunkt zu sehen ist. Wir haben es ja mit Bewegungen zu tun und diese Linie ist so ähnlich zu sehen wie ein Luftzug. Sie ist also nicht statisch, sondern zeichnet die Energie nach.

Wenn ein Pferd auf der Vorhand läuft, sieht das tendenziell so aus:

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Wenn ich eine Linie von der Hinterhand über die Kruppe, den Rücken, den Widerrist, den Hals bis zum Kopf zeichne, dann bildet die Kruppe den höchsten Punkt und die Linie fällt nach vorne ab. Die Energie weist Richtung Boden. Den ganzen Beitrag lesen »

16. April 2009 von Tania Konnerth • Kategorie: Anatomie und Körper, Erkenntnisse 17 Kommentare »

Ein neues Pferd kommt in die Herde

Letztens bekam ich eine Mail einer besorgten Pferdebesitzerin. Sie hatte ihre Stute neu gekauft und nun sollte das Pferd in die Herde des Pensionsstalls integriert werden. In diesem Stall wird es – wie weit verbreitet – praktiziert, neue Pferde „ins kalte Wasser zu werfen“, d.h., das Pferd ohne Eingewöhnungs- und Kennlernzeit in die Herde zu stellen. Die betroffene Herde besteht aus 14 Pferden und es steht ihnen eine Fläche von ca. 2000qm zur Verfügung. Die Pferde sind immer nur ein paar Stunden auf dem Paddock. Als die Stute nun in die Herde gestellt wurde, wurde sie von den anderen Pferden gejagt und angegriffen. Es gab ruhige Abschnitte, doch auch am zweiten und dritten Tag wurde die Stute immer wieder gejagt und dabei verletzt.

Ich gebe es zu: Auch ich habe früher neue Pferde so eingegliedert. Frei nach dem Motto „Augen zu und durch, wird schon schief gehen“. Zum Glück ist bei mir auch nie was Schlimmes passiert, aber ich habe Szenen erlebt, die wirklich brenzlig und grausam waren. Ich habe gesehen, wie Pferde vor Angst Urin verloren haben. Ich habe gesehen, wie ein Pferd, das in eine Ecke getrieben wurde, versucht hat über einen Zaun zu springen und sich dabei schwer überschlagen hat. Für die neuen Pferde war es der pure Stress! Und sehr gefährlich war es auch!

Heute gehe ich anders vor und es fühlt sich viel besser an!

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14. April 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Sonstiges 55 Kommentare »

Zwei Jungs und ein Ball

Zur Abwechslung gebe ich immer wieder gerne meinen Gymnastikball in den Auslauf, damit sich die Jungs damit amüsieren können. Nun ist Anthony ein begeisterter Ballspieler, während Aramis eher zurückhaltend ist. Wenn ich den Ball kicke, findet Anthony das klasse, Aramis hingegen ist mehr als skeptisch. Viel lockerer ist er allerdings, wenn Anthony der Akteur ist.

Hier versucht der Kleine, Aramis zum Spielen aufzufordern und kickt den Ball vor seiner Nase davon:

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9. April 2009 von Tania Konnerth • Kategorie: Spiele & Co 2 Kommentare »

Die Beizäumung

In meinem Blogbeitrag Das Stellen verwendete ich den Begriff „Beizäumung“, den ich heute genauer beschreiben möchte.

Die FN beschreibt die Entwicklung der Beizäumung so: „Wenn das am Zügel gehende Pferd mit seinen Hinterfüßen vermehrt an den Schwerpunkt herantritt, führt die deutlich werdende Genickbiegung zur Beizäumung.“

Unter der Beizäumung wird also das „Runden des Halses“ und das „Herannehmen der Nase“ durch Beugung des Genickes verstanden. Hier ein Foto eines korrekt beigezäumten Pferdes:

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7. April 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Aus dem Reitunterricht und Coaching 7 Kommentare »

  • Reitkurs

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    "Wege zum Pferd" wurde 2008 von Tania Konnerth und Babette Teschen gegründet und wird seit 2021 von Tania allein auf der neuen Seite weitergeführt.

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