Wut ist gut?
Wut ist ein heftiges Gefühl. Wut besteht aus großem Ärger und Zorn. Wut macht impulsiv und aggressiv. Wut führt dazu, dass wir nicht nachdenken, sondern blind handeln. Wut lässt uns brüllen oder gar schlagen. Da sollte man doch annehmen, dass Wut beim Pferd nichts, aber auch wirklich gar nichts zu suchen hat, oder nicht?
Leider ist in der Pferdewelt vieles anders, als was man vom normalen Menschenverstand her annehmen sollte, und so wird Wut durchaus „empfohlen“, mehr noch, gerade Anfänger oder Kinder werden in Sachen Wut regelrecht ermutigt:
- „Werd doch mal richtig wütend und setz dich durch!“
- „Werd doch mal sauer, der macht mit dir, was er will.“
- „Zeig ihr, dass es dir reicht und zieh ihr eine über.“
Das sind leider keine ausgedachten Sätze, sondern Sätze, die ich in meinen frühen Reitunterricht-Jahren wieder und wieder gehört habe. Und die ich befolgt habe. Sätze, die Taten haben folgen lassen, für die ich mich schäme. Bis zum heutigen Tag arbeite ich daran, diese tief sitzenden Muster zu durchbrechen.
Für mich ist die Sache inzwischen ganz klar: Wut ist NICHT gut! Wut hat am Pferd nichts zu suchen. Ich habe noch nie erlebt, dass Wut im Umgang mit Pferden zu etwas Guten geführt hat – nicht bei mir und nicht bei anderen.
Pferdegerechter Umgang heißt für mich, die eigene Wut nicht auszuleben, sondern sie in den Griff zu bekommen und konsequent weg zu leiten vom Pferd. Wir haben kein Recht, wütend auf ein Pferd zu sein und unsere Wut hat keinen konstruktiven Nutzen im Umgang mit einem Pferd.
Wut kann hier nur zerstören: Beziehungen und Vertrauen.
22. September 2011 von Tania Konnerth • Kategorie: Umgang • 18 Kommentare »






