Die seitliche Halsbiegung

Im ersten Teil meiner Serie habe ich Ihnen die Stellung erklärt und gezeigt, wie ich bei meinem Pferd Pepe überprüfe, ob er sein Genick nach beiden Seiten stellen kann. Erst wenn das möglich ist, kann ich daran denken, mein Pferd zu biegen und schaue mir dafür zunächst die Beweglichkeit der Halswirbelsäule an.

Auch das mache ich erst vom Boden aus und zwar erst im Stand, und dann in der Bewegung.

Im folgenden Bild sehen Sie, wie Pepe das Genick gut nach rechts genommen hat und seinen Hals schön nach rechts biegt:

stellung3.jpg

(mehr …)

10. März 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper 4 Kommentare »

Das Stellen

Sicherlich haben Sie schon des öfteren den Spruch gehört: „Ohne Stellung, keine Biegung“. Es handelt sich bei diesem Satz um ein fundamentales anatomisches Gesetz, welches wir sowohl bei der Handarbeit als auch beim Longieren als auch beim Reiten beachten müssen.

Gesagt wird damit Folgendes: Wenn ich mein Pferd biegen will, wenn ich es also korrekt auf einer gebogenen Linie laufen lassen will, ist die zwingende Voraussetzung, dass sich mein Pferd stellen lässt. Oder anders gesagt: Ein Pferd, dass sich nicht stellen lässt, kann ich nicht korrekt auf einem Zirkel oder einer Volte laufen lassen oder reiten.

Schauen wir einmal genauer an, was mit „Stellung“ eigentlich gemeint ist.

(mehr …)

3. März 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper 24 Kommentare »

Das Verwerfen

Vom „Verwerfen“ spricht man, wenn das Pferd seinen Kopf schief statt gerade trägt. Dabei befinden sich die Ohren des Pferdes nicht mehr auf einer Höhe.

Auf dem folgenden Foto können Sie ein deutliches Verwerfen erkennen. Das linke Ohr von Honduras ist tiefer als das rechte, die Nase dreht er nach rechts hoch.

verwerfen.jpg

Die Nasenspitze zeigt stets zu der dem Schmerz abgewandten Seite.

Häufig liegt die Ursache für das Verwerfen im Genick des Pferdes.

(mehr …)

24. Februar 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper 5 Kommentare »

Stichwort „Ganaschenfreiheit“

Ein immer wiederkehrender Begriff in der Reitliteratur lautet: „Ganschenfreiheit“. Doch wenn ich meine Schüler/innen frage, was damit gemeint ist, bekomme ich in den seltensten Fällen eine korrekte Antwort. Das ist Grund genug für mich, diesen Begriff einmal genau zu erklären.

Was ist also die Ganasche des Pferdes?

Als Ganasche wird die Kinnlade bezeichnet, also der hintere Bereich des Unterkiefers (auch Unterkieferast genannt), hier auf dem Foto rot eingezeichnet:

ganasche1.jpg

Als Ganaschenfreiheit bezeichnet man nun den Abstand zwischen dem hinteren Rand des Unterkieferastes und dem unteren Rand des Altasflügelastes, dieser ist im Foto grün eingezeichnet.Der Atlas ist der erste Halswirbel. Er besitzt an den Seiten Flügel, die sich gut tasten lassen.

Ganaschenfreiheit

Zwischen den Altasflügel und Unterkieferast sollen mind. 2 Finger Platz sein, denn in dem Bereich dazwischen befindet sich die Ohrspeicheldrüse.

Pferde mit wenig Ganaschenfreiheit werden sich nie so aufrichten und beizäumen lassen wie Pferde mit guter Ganaschenfreiheit.

Die Ganaschenfreiheit bestimmt also wesentlich die Beizäumungsfähigkeit des Pferdes! Ein Mangel an Ganaschenfreiheit ist ein typisches Rasseproblem bei vielen Kleinpferde- und Ponyrassen (z.B. Norwegern, Haflingern), aber auch einiger Iberischen Pferderassen.
(mehr …)

10. Februar 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper 14 Kommentare »

Grundwissen über Anatomie und Biomechanik -Teil 8: So lernt Ihr Pferd, gut zu laufen

Diese Probleme kennen Sie sicherlich beim Reiten:

  • Das Pferd kürzt die Ecken ab.
  • Das Pferd fällt in die Volte.
  • Das Pferd läuft über die Schulter weg.
  • Das Pferd liegt wie ein Motorrad schräg in der Kurve.

All das sind direkte Folgen davon, dass das Pferd nicht gelernt hat, gut auf einem Kreis zu laufen. Es ist nicht ungehorsam, sondern es kann schlicht und einfach nicht tun, was Sie von ihm verlangen, weil es noch nicht gelernt hat, wie!

Wenn Sie einmal ein Pferd auf einer Kreislinie von vorne laufen sehen, können Sie bei vielen Pferden sehen, dass sie „schräg“ laufen. Dazu sagen wir:

  • Das Pferd kippt auf die innere Schulter.
  • Das Pferd hängt auf der inneren Schulter.
  • Das Pferd lastet/läuft auf der inneren Schulter.

(mehr …)

27. Oktober 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper 18 Kommentare »

Grundwissen über Anatomie und Biomechanik -Teil 7: Die Sache mit dem Kreis

Wir wissen nun, dass wir ein gut gehendes Pferd an folgenden Punkten erkennen können:

  • an einem lockeren, nach oben schwingenden Rücken,
  • zusammen mit einer aktiven Hinterhand,
  • zusammen mit einer freien Schulterbeweglichkeit und
  • zusammen mit einer losgelassenen Kopf-Halshaltung.

Durch die Erfüllung dieser Punkte ist Ihr Pferd in der Lage, raumgreifende, federnde Bewegungen zu entwickeln und sich psychisch zu entspannen. Es kann Takt und Losgelassenheit zeigen.

Nun lassen Sie Ihr Pferd einmal auf einem Kreis laufen und gucken Sie mal, was Ihr Pferd auf der Kreislinie zeigt. In sehr vielen Fällen werden einige oder sogar alle der genannten Punkte nur noch wenig bis gar nicht mehr zu sehen sein, denn ein Pferd auf einer Kreislinie liegt häufig schräg in der Kurve und schert mit der Hinterhand nach außen. Es fällt auf die innere Schulter, drängt nach innen oder außen. Das sieht so aus:

kreis_schraegscheren.jpg

Warum ist das so?
(mehr …)

23. Oktober 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper 4 Kommentare »

Grundwissen über Anatomie und Biomechanik – Teil 6: Die Dehnungshaltung

Die Dehnungshaltung wird immer wieder als das Allheilmittel vielerlei Probleme von Pferden, besonders bei Rückenleiden angepriesen und sicherlich ist es die gute Ausführung der Dehnungshaltung auch. Doch auch hier gilt: nicht jeder tiefe Kopf gleich eine gute Dehnungshaltung!

In einer guten Dehnungshaltung lässt das Pferd seinen Kopf-Halsbereich aus dem Widerrist heraus fallen. Dadurch hebt das Nackenband den Rücken des Pferdes an. Das Nackenband ist eine Sehnenplatte, die hinter dem Genick des Pferdes beginnt und einmal über die gesamt Oberlinie des Pferdes geht. Wenn sich der Rücken des Pferdes anhebt, kann die Hinterhand gut untertreten. Dabei ist es wichtig das die Stirnnasenlinie vor der Senkrechten bleibt.

Das folgende Foto dürfte in etwa die Ideal-Dehnungshaltung zeigen:

dehnung2.jpg

(mehr …)

21. Oktober 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper 8 Kommentare »

Grundwissen über Anatomie und Biomechanik – Teil 5: Die verschiedenen Halshaltungen

Schon im letzten Beitrag ging es um die Halsmuskulatur des Pferdes. In diesem Beitrag wies ich auch daraufhin, dass es wichtig ist, sehen zu lernen, welche Halshaltung bei einem Pferd gut ist und welche nicht und genau darum geht es hier nun ausführlich.

Dass ein Pferd den Kopf nicht hochtragen, sondern den Hals rundmachen und den Kopf senken soll, ist Allgemeingut. Nun kann man mechanisch, also durch einen entsprechenden Zügeleinsatz oder z.B. durch Ausbinder, Schlaufzügel & Co dafür sorgen, dass ein Pferd den Kopf runternimmt. Das sieht dann auf dem ersten Blick korrekt aus, hat aber leider überhaupt keinen positiven Wert.

Ein Pferd, dem der Kopf künstlich runtergeholt wird, läuft nicht gut, denn ein solches Pferd ist verkrampft und kann nicht über den Rücken gehen (s. Beitrag Der Pferderücken).
(mehr …)

16. Oktober 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper 7 Kommentare »

Grundwissen über Anatomie und Biomechanik – Teil 4: Der Hals des Pferdes

Wir widmen uns nun der Vorhand des Pferdes und hier zunächst der Halsmuskulatur.

Dazu benötigen Sie Grundlagenwissen über

  • über das Nackenband,
  • über die Halsmuskulatur,
  • über die Wichtigkeit der Schulterfreiheit und
  • Sie müssen eine „gute“ Kopf-Halshaltung von einer „schlechten“ unterscheiden können.

Das Nackenband

Das Nackenband ist ein starkes, sehniges Band, das am Schädel des Pferdes beginnt, am Hals die Grundlage des Mähnenkammes bildet und über den Widerrist und über den Rücken bis zum Kreuzbein verläuft. Dieses Sehnenband ist über seine gesamte Länge mit der Wirbelsäule des Pferdes verbunden.

Wenn ein Pferd seinen Hals aus dem Widerrist heraus locker fallen lässt zieht das Nackenband den Rücken des Pferdes hoch.

Aus diesem Grunde ist die gesamte Pferdewelt darauf aus, dass die Pferde die Nase runternehmen. Und genau deshalb gibt es eine riesengroße Vielfalt an Hilfszügeln, Spezialgebissen usw., die alle eines zum Ziel haben: dass das Pferd den Kopf runter nimmt. Allerdings gibt es kleine, aber sehr wesentliche Unterschiede, was eine tiefe Nase angeht und hier sehe ich die größten Wissenslücken und die meisten Fehlerquellen. „Rübe runter“ reicht nicht aus, ganz im Gegenteil.

(mehr …)

14. Oktober 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper 7 Kommentare »

Grundwissen über Anatomie und Biomechanik – Teil 3: Die Hankenbeugung

Als Hankenbeugung bezeichnet man die Beugung der großen Gelenke der Hinterhand, also:

  • Hüftgelenk,
  • Kniegelenk
  • und Sprunggelenk.

Je mehr das Pferd die Hanken beugt, um so mehr versammelt sich das Pferd.

Was in der Versammlung passiert

In der Versammlung wird der Schwerpunkt des Pferdes nach hinten verlagert, wodurch es zur Entlastung der Vorhand und zur Aufwölbung des Rückens kommt. Das Pferd wirkt „kürzer“ und richtet sich mehr auf. Nur wenn das der Fall ist, kann man von einer echten Hankenbeugung sprechen. Lassen Sie sich hier nicht täuschen, es gibt nämlich auch Pferde, die zwar weit untertreten können, dabei aber dennoch den Rücken nach unten wegdrücken. Wenn Sie genau hinschauen, werden Sie sehen, dass hier die Hanken nicht gebeugt sind.
(mehr …)

9. Oktober 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper 4 Kommentare »

  • Herzlich Willkommen im Blog von „Wege zum Pferd“

    Hier finden Sie unser Blog und können ganz in Ruhe stöbern. Oder Sie suchen gezielt in einer der Themen-Kategorien hier weiter unten im Seitenbalken. Alternativ können Sie auch in dem Suchfeld ein Stichwort eingeben.

    Alles zum Thema Longieren finden Sie hier und unsere Beiträge zum Clickertraining hier. Eine Übersicht über unsere Kurse, E-Books und Bücher finden Sie hier.

    Und wer sind wir? Wir sind Babette Teschen und Tania Konnerth, Betreiberinnen dieser Seite seit 2008 – einen Artikel zu unserem 10-jährigen Bestehen gibt es hier. Wir teilen in diesem Blog unsere persönlichen Erfahrungen und unser Wissen mit Ihnen und Euch und freuen uns auf Kommentare und Rückmeldungen.

    NEU bei uns: Mit dem Herzen voran – der Reitkurs von "Wege zum Pferd":

    Und hier geht es zu unseren Büchern bei Kosmos:

  • Kategorien

  • Neue Beiträge

  • Neue Kommentare

  • Archive