Grundwissen über Anatomie und Biomechanik – Teil 3: Die Hankenbeugung

Als Hankenbeugung bezeichnet man die Beugung der großen Gelenke der Hinterhand, also:

  • Hüftgelenk,
  • Kniegelenk
  • und Sprunggelenk.

Je mehr das Pferd die Hanken beugt, desto mehr versammelt sich das Pferd.

Was in der Versammlung passiert

In der Versammlung wird der Schwerpunkt des Pferdes nach hinten verlagert, wodurch es zur Entlastung der Vorhand und zur Aufwölbung des Rückens kommt. Das Pferd wirkt „kürzer“ und richtet sich mehr auf. Nur wenn das der Fall ist, kann man von einer echten Hankenbeugung sprechen. Lassen Sie sich hier nicht täuschen, es gibt nämlich auch Pferde, die zwar weit untertreten können, dabei aber dennoch den Rücken nach unten wegdrücken. Wenn Sie genau hinschauen, werden Sie sehen, dass hier die Hanken nicht gebeugt sind.
Den ganzen Beitrag lesen »

9. Oktober 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper, Jungpferdausbildung, Longieren, Reiten 4 Kommentare »

Selbst schauen ist besser oder: Unser Gefühl kann trügerisch sein

Babette behandelt in ihrer Serie Grundwissen über Anatomie und Biomechanik gerade die Frage, wie wir erkennen können, ob ein Pferd gut oder weniger gut läuft. Wenn wir aber nun selbst reiten, sehen wir ja nicht, wie unser Pferd läuft. Wir bewerten das Ergebnis von dem Eindruck, den wir von oben bekommen, von dem, was wir fühlen und von dem, was uns andere zurückmelden.

Viele Reiter/innen sagen von sich, sie würden fühlen, ob ein Pferd gut läuft. Idealerweise fühlt man das tatsächlich, denn ein Pferd, welches gut läuft, ist meist auch viel weicher und angenehmer zu sitzen. Aber ganz ehrlich, sich selbst und das eigene Pferd wirklich mal ganz genau anzuschauen, bringt oft selbst für einen erfahrenen Reiter manch‘ überraschende und leider auch unangenehme Erkenntnis, denn nicht jedes vermeintlich gut laufende Pferd tut es wirklich…

Ich kann hier nur aus eigener Erfahrung empfehlen: Nutzt die Möglichkeiten, die Euch die digitale Fotografie und das digitale Filmen bietet. Es ist heutzutage schließlich nicht nur einfach, sondern auch billig, Fotos und Videos von sich zu erstellen – keine lästigen und teuren Abzüge mehr, einfach Kamera draufhalten, die Daten auf den Rechner ziehen und anschauen.
Den ganzen Beitrag lesen »

8. Oktober 2008 von Tania Konnerth • Kategorie: Reiten 4 Kommentare »

Grundwissen über Anatomie und Biomechanik – Teil 2: Die Bedeutung der Hinterhand

Im ersten Teil dieser Serie haben wir uns den Rücken des Pferdes angesehen. Sie haben erfahren, dass die gesunde Aufwölbung des Rückens ganz entscheidend von der Aktivität der Hinterhand abhängig ist.

Nur wenn das Pferd mit der Hinterhand aktiv und raumgreifend unter den Schwerpunkt schreitet, zieht die Kruppenmuskulatur von hinten am langen Rückenmuskel und hilft so, den Rücken anzuheben. Wenn Sie also beurteilen wollen, ob ein Pferd „gut“ oder „schlecht“ läuft, ist ein Kriterium, ob das Pferd mit aktiver Hinterhand läuft oder nicht.

Wie weit ein Pferd mit der Hinterhand nach vorne treten kann, ist von seiner Anatomie abhängig. Dazu gehören Rückenlänge, Kruppenform und Winkelung der Hinterhand. Von daher kann man nicht pauschal sagen, dass ein siegelndes Pferd (d.h., dass das Pferd mit dem Hinterhuf den Hufabdruck des Vorderhufes abdeckt) bereits immer gut läuft. Viele Pferde können durchaus ein oder zwei hufbreit übertreten, bei anderen ist das Siegeln schon ein gutes Untertreten. Den ganzen Beitrag lesen »

7. Oktober 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper, Jungpferdausbildung, Longieren, Reiten 2 Kommentare »

Die verschobenen halben Volten oder: Handwechsel ohne Heraushebeln

Ein großes Thema für mich und Aramis ist das Erarbeiten einer konstanten Anlehnung. Auch wenn inzwischen die Anlehnung deutlich besser geworden ist (so rollt er sich z.B. nicht mehr ein), so hebelt er sich aber doch immer wieder mal raus – an manchen Tagen mehr, an anderen weniger. Besonders bei den Handwechseln ist es alles andere als leicht, die Anlehnung konstant zu halten.

Nun tüftel ich immer wieder an Übungen, mit denen ich ihm leichter verständlich machen kann, dass er den Kopf bei Handwechseln eben nicht hochnehmen, sondern eben die leichte Verbindung halten soll, indem er entspannt weiterläuft. Neulich habe ich eine gefunden, die sich als sehr wirkungsvoll erweist.
Den ganzen Beitrag lesen »

3. Oktober 2008 von Tania Konnerth • Kategorie: Reiten 1 Kommentar »

Grundwissen über Anatomie und Biomechanik – Teil 1: Der Pferderücken

Tatsache ist: Das Pferd ist kein Lasttier! Damit es einen Reiter langfristig tragen kann, ohne davon Schaden zu erleiden, ist es nötig, dem Pferd eine neue Bewegungsart zu vermitteln und die notwendige Muskulatur anzutrainieren. Und um zu verstehen, wie ein Pferd laufen muss, um das Reitergewicht ohne Schaden zu tragen, müssen wir uns zunächst den Rücken eines Pferdes etwas genauer anschauen.

Ein Blick auf den Rücken des Pferdes

Der Reiter sitzt nun auf der Wirbelsäule des Pferdes. Die Wirbelsäule eines untrainierten Pferdes hat die Tendenz, wie eine Hängebrücke zu reagieren: bei Gewicht geht sie nach unten. Und genau das ist das Fatale, wie ich gleich noch genauer darstellen werde.

Rechts und links der Wirbelsäule verläuft der lange Rückenmuskel. Der lange Rückenmuskel spielt beim gesunden Tragen eine große Rolle, denn wenn er vom Pferd falsch genutzt wird, kann es das Reitergewicht gar nicht auf eine gute Weise tragen. Wichtig zu wissen ist, dass der lange Rückenmuskel ein sogenannter Bewegungsmuskel ist und dadurch nicht dafür geeignet ist, tragende Funktionen zu übernehmen. Seine vordere Basis befindet sich auf Höhe des Widerristes (Vorhand), seine hintere Basis endet am Kreuzbein (Hinterhand).

Schauen wir uns nun an, was schlechtes und was gutes Tragen ausmacht.
Den ganzen Beitrag lesen »

2. Oktober 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper, Jungpferdausbildung, Reiten 18 Kommentare »

Im tiefen Güldenwalde… – eine kleine Fotogeschichte

Des Morgens, wenn sich der Nebel hebt, und wenn man ganz still ist und wartet, kann man an manchen Tagen im tiefen Güldenwalde ein Rascheln hören.

elb_1.jpg

Da bewegt sich etwas hinter den Bäumen.

elb_2.jpg

Den ganzen Beitrag lesen »

1. Oktober 2008 von Tania Konnerth • Kategorie: Allgemein 8 Kommentare »

3 Leute, 4 Meinungen oder: Wann läuft ein Pferd gut?

Vor kurzem bekam ich Besuch auf meinem Hof von einem Mann, der mir seine neue Entwicklung vorstellte: eine gebisslose Zäumung zum Longieren. Er pries mir die Zäumung u.a. mit dem Argument an, dass es mit ihr möglich sei, Hilfszügel in vielen verschiedenen Variationen und Möglichkeiten anzubauen. Um das zu demonstrieren, zeigte er mir Fotos von einem Pferd, das mit Hilfszügeln in verschiedenen Verschnallungen an der Longe lief.

Nun arbeite ich zurzeit sehr intensiv an einem umfangreichen Text zum Thema Longenarbeit, genauer gesagt wird es ein richtiger Longenkurs. Somit beschäftige ich mich also gerade täglich viele Stunden damit, Fotos zu analysieren, um an diesen dann genau erklären zu können, wann ein Pferd „gut“ läuft und wann es das in meinen Augen nicht tut.

Auf den Fotos, die mir der Mann zeigte und von denen er sagte, dass das Pferd gut lief, tat es das in meinen Augen leider nicht. Für mich wirkte das Pferd vom Gesichtsausdruck unglücklich und für mich lief es auf der Vorhand. Der Mann sah das ganz anders und das geht mir nicht zum ersten Mal so…

Wer hat nun Recht?
Den ganzen Beitrag lesen »

30. September 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper 5 Kommentare »

Für mich mit die schönste Arbeit mit Pferden: Die Freiarbeit

Heute habe ich eine kleine Inspiration in Sachen Freiarbeit für Euch.

Diese wundervolle und ganz besondere Arbeit mit Pferden kenne ich jetzt seit gut drei Jahren und ich baue sie immer mal wieder als Abwechslung ein. Ursprünglich habe ich da einzeln mit meinen Pferden gearbeitet, aber irgendwann entwickelte sich aus dem Laufenlassen auch eine gemeinsame Freiarbeit zu dritt.

Hier einige Fotos als Vorgeschmack:

freiarbeit_serie.jpg

Und für alle, die mehr davon sehen möchten, habe ich dieses Video erstellt (Tipp: Lautsprecher anmachen).

Viel Spaß! 🙂

26. September 2008 von Tania Konnerth • Kategorie: Freiarbeit 11 Kommentare »

Bein hoch! Eine Übung für mehr Balance

Bei dieser Übung lernt Ihr Pferd, auf Gertenzeichen auf Höhe des Röhrbeines sein Bein zu heben und solange angehoben zu lassen, wie die Gerte am Bein anliegt.

beinhoch1.jpg

Die Übung „Bein hoch“ verbessert die Balancefähigkeit Ihres Pferdes auf drei Beinen. An den Vorderbeinen ausgeführt ist sie auch eine wichtige Vorbereitung, wenn Sie Ihrem Pferd das Kompliment beibringen möchten. An den Hinterbeinen ist sie eine Vorübung für ein Anpiaffieren des Pferdes.

So lehren Sie es Ihr Pferd

Stellen Sie sich seitlich neben Ihr Pferd auf die Seite, wo Sie das Bein anheben möchten.

Achten Sie zu Beginn der Übung darauf, dass das Pferd das Bein, welches Sie anheben wollen, nicht gerade als Hauptlastbein benutzt. Sollte das der Fall sein, können Sie durch leichten Druck an der Schulter das Gewicht des Pferdes auf die gegenüberliegende Seite verlagern.

Nun tippen Sie mit einer Gerte das Röhrbein des Pferdes an (bitte dabei an das zarte Kitzeln durch eine Fliege denken und nicht mehr). Reagiert Ihr Pferd, indem es kurz das Bein anhebt, belohnen Sie es begeistert!

Aber Achtung: Das Pferd soll keinen Schritt machen, sondern es soll nur das Bein kurz anheben. Ein ausweichender Schritt darf nicht belohnt werden. Diese Reaktion wird ignoriert und Sie wiederholen die Übung.

Versteht Ihr Pferd Sie nicht und bleibt wie angewurzelt auf dem Bein stehen, helfen Sie Ihrem Pferd, indem Sie mit der freien Hand das Pferd zum Hufegeben auffordern, so wie Sie es auch machen, wenn Sie den Huf säubern wollen. Tippen Sie dabei weiter mit der Gerte an, damit Ihr Pferd diese Verknüpfung zum Lernen herstellen kann.

beinhoch3.jpg

Wenn Ihr Pferd verstanden hat, das Bein auf das Antippen mit der Gerte hin anzuheben, warten Sie mit dem „Auffangen“ des Hufes immer ein bisschen länger.

beinhoch4.jpg

Arbeiten Sie in Ruhe und mit sehr viel Lob. Als Stimmkommando gebe ich das Kommando „Fuß“.

Wenn das Anheben des Beines klappt, arbeiten Sie an der Dauer, die Ihr Pferd das Bein angehoben halten soll. Hat Ihr Pferd das Bein angehoben, legen Sie die Gerte an das Röhrbein an. Wenn Ihr Pferd nun das Bein wieder abstellen möchte, beginnen Sie wieder zu tippen, bis das Bein wieder angehoben ist. Nun sagen Sie rechtzeitig, bevor Ihr Pferd wieder den Versuch macht, das Bein abzustellen, das Kommando „Ab“ und nehmen zeitgleich die Gerte weg. Nun gibt es die Belohnung, wenn das Pferd das Bein wieder auf die Erde gestellt hat.

beinhoch2.jpg

Üben Sie dies an allen vier Beinen.

Übrigens: Viele Pferde, die beim Hufe-Auskratzen schwierig waren, werden, nachdem sie gelernt haben, selbstständig ihr Bein hochzuhalten, deutlich einfacher dabei. Was oft als Widersetzlichkeit interpretiert wird, war in diesen Fällen wahrscheinlich einfach nur die Angst des Pferdes, „umzufallen“. Die meistens folgende Bestrafung eines solchen Gezappels hat dem Pferd sicherlich nicht geholfen, entspannter stillzuhalten. Oft ist es viel sinnvoller, einmal zu überlegen, mit welchen Übungen man ein Problem positiv beeinflussen kann.

25. September 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Jungpferdausbildung, Übungen 12 Kommentare »

Atemübungen, die zweite

In der letzten Woche haben Sie bereits zwei Atemübungen zum Ausprobieren vorgestellt bekommen – hier folgen noch zwei weitere. Schauen Sie mal, ob sie Ihnen liegen:

In den Bauch atmen

Legen Sie eine Hand auf den Bauch und atmen Sie langsam ein, bis Sie sich von Ihrem Atem angenehm angefüllt fühlen. Ihr Hand sollte sich beim Einatmen deutlich heben. Halten Sie für einen Moment inne und atmen Sie mit halb geöffnetem Mund und einem langen ffff-Ton wieder aus. Wichtig ist, dass Sie Ihren Bauchmuskeln erlauben, sich völlig zu entspannen. Also ziehen Sie den Bauch bitte nicht ein, er darf hier genauso sein, wie er ist. Sagen Sie sich bei jedem Ausatmen, dass Sie ruhiger und immer ruhiger werden.

Gähnen

Öffnen Sie weit den Mund und entspannen Sie Ihre Lippen. Atmen Sie ein und denken oder sagen Sie intensiv AAAAHHHHH!!!

Damit entsteht reflexartig ein Gähnen. Strecken und rekeln Sie sich dabei. Dann atmen Sie mit offenem Mund wieder aus. Wiederholen Sie die Übung, bis Sie merken, dass Sie lockerer und entspannter werden. Auch hier können Sie sich selbst bei der Entspannung unterstützen, indem Sie sich innerlich sagen, dass Sie ruhiger und ruhiger werden.

Extra-Tipp: Alternativ können Sie mit der Zungenspitze Ihren Gaumen massieren, auch das löst einen Gähnreflex aus.

23. September 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Übungen 1 Kommentar »

  • Reitkurs

  • Herzlich Willkommen im Archiv-Blog von „Wege zum Pferd“

    "Wege zum Pferd" wurde 2008 von Tania Konnerth und Babette Teschen gegründet und wird seit 2021 von Tania allein auf der neuen Seite weitergeführt.

    Dies hier ist das Archiv, in dem sich die vielen, vielen Blogbeiträge, die über die Jahre entstanden sind, finden. Neue Artikel gibt es im neuen Blog von "Wege zum Pferd".

    "Wege zum Pferd" und mich findet Ihr auch hier und hier bei Facebook und Instagram.

    Abonniert am besten gleich den kostenlosen Newsletter damit Euch nichts entgeht

    Mein neues Buch "Weil Du mich trägst" ist erschienen

    Entdecke "Tanias Freiraum-Training" – denn auch Freiarbeit geht anders!

    Und "Versteh Dein Pferd"

    Hier gibt es weitere Kurse und Webinare von "Wege zum Pferd" – alles für mehr Pferdefreundlichkeit:

    Und hier geht es zum "Praxiskurs Bodenarbeit", erschienen bei Kosmos:

  • Kategorien

  • Archiv