Die Halsbasis beim Pferd – eine Quelle vieler Probleme

Während meiner Praxiskurse zum Longenkurs treffe ich oft auf Pferde, die Schwierigkeiten haben, sich loszulassen, über den Rücken zu gehen und sich korrekt zu biegen. Dafür gibt es die unterschiedlichsten Ursachen die ich, soweit mir das im Rahmen eines Kurses möglich ist, herauszufinden versuche. Eine sehr häufige Quelle für Probleme bei der Biegung und Losgelassenheit ist der Bereich der Halsbasis. Um diesen Bereich soll es in diesem Blogbeitrag gehen.

Maike Knifka, osteopathische Physiotherapeutin zeigt im Folgenden, wie wir Pferdebesitzer uns einen Eindruck über den Zustand der Halswirbelsäule und der Halsbasis unserer Pferde machen können – hier gibt es das Ganze auch als Film.

Der Bereich der Halsbasis

Die Halsbasis ist der Übergang der Halswirbelsäule zur Brustwirbelsäule. Rein anatomisch besteht dieser Übergang aus dem letzten Halswirbel (C7) und dem ersten Brustwirbel (Th1). Funktionell zählt jedoch ungefähr der Bereich vom 5. Halswirbel bis zum 3. Brustwirbel zur Halsbasis.

halsbasis2halsbasis

Auswirkung der Kopfhaltung auf diesen Bereich

Trägt das Pferd den Kopf sehr hoch, entsteht ein starker Druck auf die Facettengelenke der Halsbasis:

halsbasis3Lässt das Pferd den Hals tiefer fallen, haben die Gelenke zueinander deutlich mehr Platz, der Druck verschwindet:

halsbasis4Wird häufig Druck auf die Gelenke ausgeübt, kann es zu schmerzhaften Schädigungen in diesem Bereich kommen.

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28. Januar 2014 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper 13 Kommentare »

Nicos Ausbildungsweg – der neunzehnte Monat

Nico und seine Kumpels sind gut ins neue Jahr gekommen, wenngleich sein Start etwas humpelnd war. Wahrscheinlich hat er sich wieder einmal zu wild mit Ronni und Pepe gebalgt. Zum Glück haben wir ja Patrizia Harneit bei uns, die gleich Hand anlegte und Nico schnell wieder auf die Hufe brachte.

11In diesem Monat haben wir wieder den Schwerpunkt auf die Grundlagenarbeit gelegt. Im Alltag wird man schnell wieder luschig und das rächt sich bei unserem Nico prompt. So war er wieder bei manchen Sachen etwas unleidlich. Geht ihm z.B. etwas nicht schnell genug oder versteht er nicht, was wir von ihm möchten, wird er gerne rempelig und schnappig. Deswegen haben wir an seiner Geduld gearbeitet. Dazu haben wir ihm eine Frisbee-Scheibe als Target zum Berühren mit der Nase hingehalten und streng darauf geachtet, dass er das Ziel nur berührt, wenn wir das Kommando dazu geben. Für ein übereifriges und ungeduldiges Pferd ist das eine sehr schwere Aufgabe!

gtAuch an einem weiteren Problem haben wir zielgerichtet gearbeitet: Nico schnappt immer mal wieder nach der Hand, wenn wir uns dichter seinem Kopf nähern, z.B. beim Zügel aufnehmen bei der klassischen Handarbeit. Das nervt! Deswegen versuchen wir jetzt das Thema mittels Clickertraining hoffentlich endgültig in den Griff zu bekommen. Petra geht kleinschrittig mit der Hand am Strick hoch und wenn Nico dabei nicht schnappt, gibt es Click und Belohnung (C+B).

Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell Nicos Verhalten sich verbessert, wenn wir wieder klar und eindeutig mit ihm sind. Er fordert das tatsächlich zu 100 % von uns. Wo man bei anderen Pferden schon mal Fünfe gerade sein lassen kann, geht das bei unserem Nico sofort ins Negative. Da ist er ein prima Lehrmeister für uns. 🙂 

00 Als Ausgleich für die anstrengende Konzentrationsarbeit durfte Nico dann noch etwas Freihüpfen und hatte dabei ordentlich Spaß. 🙂

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01Und hier gibt es, wie immer, das Ganze auch als Film anzuschauen.

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21. Januar 2014 von Babette Teschen • Kategorie: Jungpferdausbildung 11 Kommentare »

Das angebissene Ohr – oder: Ein Pferdekrimi

Tatort: Stall in Ellringen.

Opfer: Aramis.

Tat: Ein fehlendes Stück am linken Ohr.

Und der Täter?

Anthony, hast DUUU vielleicht eine Idee?

ohr5Guck nicht so unschuldig, ich fürchte, die Indizien sprechen gegen dich… ohr6ohr4ohr1ohr3ohr7Ich schätze, der Fall ist eindeutig, mein Kleiner! Und was hast Du dazu zu sagen?

ohr2Ja, das dachte ich mir 😉

 

13. Januar 2014 von Tania Konnerth • Kategorie: Sonstiges 7 Kommentare »

Buchtipp: „Illusion Pferdeosteopathie“ von Tanja Richter

Illusion Pferdeosteopathie: Von ausgerenkten Wirbeln und anderen Märchen“ von Tanja Richter
Stuttgart: Kosmos, 2011. – 275 S.
ISBN: 9783930953660
ca. 35,- EUR (gebunden)

Frau Richter hinterfragt in ihrem Buch nicht, wie es vielleicht auf dem ersten Blick scheint, die Wirksamkeit der Pferdeosteopathie an sich. Ihr Ansatz ist viel mehr der, uns Pferdebesitzer dafür zu sensibilisieren, warum ein Problem, eine „Blockade“, eine Krankheit beim Pferd entstanden ist und das der Weg zur „Blockadenlösung“ bzw. zur Heilung in erster Linie in der Haltung, der Reitweise, der Hufpflege , der Fütterung usw. zu suchen sein muss.

Sie nimmt also uns Pferdebesitzer in die Eigenverantwortlichkeit, denn wir entscheiden uns für den Sattel den wir unserem Pferd auflegen, für die Art wie wir unser Pferd reiten, für die Haltungsform in der unser Pferd sein Leben verbringt. Und in der Folge unserer Entscheidungen steht das Pferd in seiner Zukunft gesünder und besser da oder eben schlechter und kränker.

Das mag für so manchen deutlich unbequem sein, ist es doch viel einfacher jemanden zu holen der alles wieder „einrenkt“ und somit die Verantwortung abzugeben. Aber genau das ist der falsche Weg. Wir müssen über die wichtigsten Punkte, die für ein gesundes Pferd essentiell notwendig sind, ein Basiswissen haben und genau das vermittelt dieses Buch auf sehr lehrreiche und verständliche Art und Weise.

Ich kenne kein vergleichbares Buch, welchem es so gut gelingt, uns Pferdebesitzer sehr überzeugend aufzuklären,

  • warum eine zu lange Hufzehe verhindert, dass ein Pferd korrekt über den Rücken gehen kann,
  • warum es für die Muskulatur so wichtig ist, dass ein Pferd auf der Weide grasen darf,
  • was eine Trageerschöpfung ist und wie man sie erkennt,
  • warum Hilfszügel kontraproduktiv für eine losgelassene Muskulatur sind
  • und vieles, vieles mehr.

Dieses Buch gehört für mich auf die Liste „Sollte jeder Pferdebesitzer gelesen haben!“

 

 

30. Dezember 2013 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper, Buchtipps, Gesundheit 0 Kommentare »

Nicos Ausbildungsweg – der achtzehnte Monat

Letzten Monat hatten wir ja bei Nico eine Blockade im Becken gefunden, die unsere osteopathische Physiotherapeutin Maike Knifka behandelt hat. Alex und Petra haben brav die Hausaufgaben gemacht, die Maike ihnen aufgegeben hatte, wozu vor allem das Geradeaus-Laufen im Gelände gehörte. So konnten wir nach und nach deutlich eine Verbesserung beobachten. Mittlerweile ist Nicos Gang wieder viel besser und wir beginnen nun langsam damit, Nico wieder „normal“ zu arbeiten, wozu erst einmal wieder vor allem das Training an der Longe gehört.

Petra und Alex haben darüber hinaus an der Verfeinerung von Übungen gefeilt, die Nico schon kann und die er nun in wirklich schöner Manier ausführt. Besonders schöne Einheiten gibt es in der Freiarbeit. Hier ist mittlerweile eine so feine Kommunikation entstanden, dass das Zuschauen einfach nur eine wahre Freude ist. Hier gibt es einen Film, mit dem Ihr Euch selbst davon überzeugen könnt. 🙂

Und von einem besonderen Ereignis möchte ich noch berichten:

Petra und Alex waren mit Nico spazieren. Sie unterhielten sich gerade darüber, wie toll das mittlerweile mit Nico klappt, als Nico sich wegen eines Hundes, der aus einem Gebüsch sprang, doll erschrak. Er riss sich los und lief über ein Feld Richtung Heimat davon … Petra und Alex riefen Nico und was machte der coole Typ? Er drehte im Galopp um und lief zu seinen beiden Frauen zurück, stoppte vor ihnen und so konnten die drei wieder zusammen zurück nach Hause marschieren.

Mich hat dieses Ereignis wirklich beeindruckt! Ich sehe ja bei jeder gemeinsamen Einheit, wie stark die Verbindung zwischen den dreien ist, aber das ein flüchtendes Pferd auf Zuruf zu seinen Menschen läuft anstatt zurück zum Hof und seiner Herde, das empfinde ich schon als einen sehr, sehr großen Vertrauensbeweis und als ein riesiges Kompliment für Petra und Alex.

Ohne Titel 4

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10. Dezember 2013 von Babette Teschen • Kategorie: Jungpferdausbildung 7 Kommentare »

Personal Trainer

Ich glaube inzwischen fest daran, dass  Pferde so etwas wie „Personal Trainer“ sind, also Wesen, die uns etwas beibringen wollen. Und das gilt nicht nur für unsere eigenen Pferde, sondern offenbar stellen sich auch andere Pferde dafür immer wieder bereitwillig zur Verfügung.

Einer meiner persönlichen Trainer ist z.B. eine Araberstute. Ein eigentlich feines, sensibles Pferd, doch wenn sie auf mich trifft, erblassen selbst meine Hafis angesichts ihrer Stumpfheit. 🙂

Diese Stute trainiert mich regelmäßig, wenn ich mit Stalldienst, also mit Abäppeln, dran bin. Das ist ja doch eine recht anstrengende Angelegenheit, die ich manchmal einfach nur schnell hinter mich bringen will, vor allem, wenn es matschig ist, regnet oder kalt ist oder ich genervt und gestresst bin. Tja, und genau an solchen Tagen ist das Stütchen dann zur Stelle: Sie steht mir im Weg, sie geht genau dahin, wo ich gerade abäppeln will, sie rennt mich über den Haufen, weil sie unbedingt genau da lang muss, wo ich gerade bin. Wie oft bin ich schon in die Falle getappt, mich darüber aufzuregen, wütend zu werden und Rumpelstilzchen zu spielen (nein, ich habe ihr nichts getan, aber ich gebe zu, geschimpft und geflucht habe ich durchaus)! Und je mehr ich mich aufrege, desto mehr wird sie zum Ärgernis für mich.

Ganz anders die Tage, an denen ich offen und freundlich bin, an denen ich in meiner Balance bin und mir das Abäppeln nichts ausmacht. Dann ist genau dieselbe Stute vollkommen unauffällig. Vielleicht begrüßt sie mich kurz, aber sie stört mich nicht ein einziges Mal während der Arbeit.

Alles nur Zufall? Wohl kaum!

Ich bin davon überzeugt, dass Pferde Meister darin sind, unsere Stimmungen zu erspüren. Tja, und mein Personal Trainer hat es inzwischen geschafft, dass ich an Tagen, an denen ich merke, dass ich gereizt bin (meist weil ich gerade besagte Stute anmotzen will), tief durchatme, nach meinem Humor suche und alles einfach ein bisschen lockerer nehme. Und ich bekomme jedes Mal ein unmittelbares Feedback, ob ich das schaffe oder nicht, denn sie ist jederzeit zur Stelle, mir sofort wieder im Weg zu stehen, wenn es nötig ist. 😉

Ich bin mir sicher, so etwas kennt Ihr auch, oder nicht?

3. Dezember 2013 von Tania Konnerth • Kategorie: Erkenntnisse 11 Kommentare »

Schlecht gelaunt, na und?

Neulich war ein wunderschöner Herbsttag. Die Sonne schien, das Laub leuchtete in allen Farben und es war nicht mal kalt. Spontan entschied ich mich, statt mit Aramis allein eine Schrittrunde im Wald zu machen, auch Anthony mitzunehmen und einen Spaziergang zu machen. Sicher würde es auch dem Kleinen guttun, ein bisschen rauszukommen, dachte ich.

Falsch gedacht.

Denn Anthony fand meine Idee doof. Oder zumindest langweilig. Auf jeden Fall begann er schnell damit, mich provozieren zu wollen: biss in den Strick, schnappte nach meiner Jacke, versuchte, Gras zu fressen, ließ sich zurückfallen oder überholte und drängelte. Na, fein, dachte ich, also mal wieder so ein Spaziergang, denn ich kenne das ziemlich gut: dass ich mir etwas Nettes ausdenke, was Anthony nur doof findet, worauf ich dann selbst schlechte Laune bekomme, aus Frust unfair werde und alles richtig blöde wird. 

Aber es kam anders. Und zwar weil ICH anders mit der Situation umging als sonst.

Ich ließ mich nämlich einfach nicht darauf ein. Sein Schnappen beantwortete ich mit einem klaren, aber freundlichen „Nein“, dafür durfte er seinen Strick tragen 🙂 Seine kleinen Rempeleien wurden von mir sanft korrigiert, aber ich ließ mich nicht provozieren. Oder anders gesagt: Ich spielte das Spiel „Wer bewegt wen?“ nicht mit, denn darum geht es fast immer bei den kleinen Rotzereien unserer lieben Samtnasen. Sie versuchen, uns zu bewegen, körperlich oder mental. Und wie oft habe ich mich schon bewegen lassen? Wie oft wurde ich ungehalten oder sauer, wie oft war ich hinterher mieser gelaunt als er und verfluchte den Spaziergang.

Dieses Mal nicht. Dieses Mal ließ ich nicht zu, dass sich meine Laune veränderte. Ich nahm seine Quengelei nicht persönlich. Ich ging einfach weiter und genoss die Sonne. Anthony hörte deshalb zwar nicht auf (bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich die beiden in den Auslauf zurückbrachte, spielte er weiter Nervensäge), aber die Qualität des Spaziergangs war eine andere als sonst in solchen Fällen: Ich hatte mir seine schlechte Laune nicht aufdrücken lassen. Also nahm ich es ihm auch nicht übel, dass er so drauf gewesen war, sondern konnte beide zum Abschied liebevoll knuddeln und über meinen Mr. Grumpy lachen. Wie oft zuvor hatte ich mich nach einem solchen Spaziergang nur mies gefühlt, weil ich aggressiv geworden bin und ich ein Pferd habe, das „immer alles verderben muss“. Tja, und genau das ist aus meiner Sicht ein Vermenschlichen, mit dem wir weder unserem Pferd noch uns einen Gefallen tun. Wenn mein Pferd schlecht gelaunt ist, muss ich das akzeptieren, aber ich muss deshalb selbst noch lange nicht auch muffelig werden 🙂

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Später am Tag fiel mir dann übrigens noch ein, dass Anthony durchaus einen Grund hatte, keine Lust auf einen Waldspaziergang zu haben: Ich war ca. eine Stunde bevor sich das Tor zum Heu öffnete gekommen. Tja, und so konnte ich dann durchaus nachvollziehen, dass er meine Idee, ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt loszugehen, an dem es doch so bald ans Fressen gehen sollte, so doof gefunden hatte 🙂

26. November 2013 von Tania Konnerth • Kategorie: Umgang 17 Kommentare »

Zurück zur Balance, zurück ins Leben

Ein scheinbar aussichtsloser Fall wird zur Sternstunde

Von Conni

Als die zehnjährige Traberstute Luna Ende April 2012 mein Leben trat, war sie ein Schatten ihrer selbst:  Sie ließ sich weder einfangen noch berühren, schlug nach Menschen aus und versprühte eine permanente Unruhe. Sie hatte alles erdenklich Schlimme erlebt, was einem Pferd im Laufe seines Lebens widerfahren kann: Von der Rennbahn ausgemustert wegen Kehlkopfpfeifen und einem halb blinden Auge war sie wegen ihrer Schnelligkeit durch zahlreiche Hände gewandert, die mit diesem Pferd nicht gerade zimperlich umgingen.

Sie wurde geschlagen, bis sie irgendwann lernte, zurückzuschlagen. Daraufhin begann eine Zeit der Isolation. Niemand wagte sich an sie heran, bis sie der Menschheit gänzlich den Rücken kehrte. Sie war gehetzt worden, dass sie schwer stürzte und einmal sogar in ein Moorloch fiel, sie lebte zeitweise auf einem verdreckten Messie-Anwesen zwischen Scherben und Draht – all das hatte ihre zarte Seele geprägt und unzugänglich gemacht.

Ich hatte ihre Geschichte insgesamt über sieben Jahre hinweg verfolgt und mich zwischenzeitlich um sie gekümmert. Luna lag mir seit dem ersten Tag unserer Begegnung am Herzen und sieben Jahre später kam ich schließlich durch Zufall dazu, sie zu kaufen.

Eine schöne Vorstellung, die nach Happy End verlangt, doch nun stand ich erst einmal vor diesem Scherbenhaufen und wusste nicht, wie es weitergehen sollte. Denn das waren nur ihre seelischen Baustellen. Körperlich war sie kaum besser dran: schiefe Hufe, stumpfes Fell, ein zurückgebildeter Trapezmuskel, viel zu dünn und mit riesigem Unterhals:     c3 c2 c1Durch zahlreiche Behandlungen von Physio, Osteo, Cranio, Zahnarzt, Tierarzt etc. gelang es allmählich, ihre körperlichen Baustellen zu beheben. Selbstverständlich wurde sie von mir nicht geritten. Das erste halbe Jahr gingen wir nur spazieren. Sie machte Fortschritte, stellte aber nach wie vor eine Gefahr für Menschen dar, indem sie nach ihnen ausschlug.

Ich tastete mich voran. Immer darauf bedacht, dieses Seelchen nicht zu überfordern.

Luna hat es mir oft nicht leicht gemacht. Wir zogen mehrmals um und fanden schließlich einen Offenstall mit kleinem Reitplatz. Das war im Januar 2013. Diese Gelegenheit nutzten wir, um mit der Bodenarbeit nach dem Longenkurs zu beginnen.

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19. November 2013 von Tania Konnerth • Kategorie: Longieren 20 Kommentare »

Nicos Ausbildungsweg – der siebzehnte Monat

Letztens habe ich ja an dieser Stelle von der unschönen Premiere berichtet, dass Nico Alexandra kurz nach dem Aufsitzen abgebuckelt hatte. In der darauffolgenden gemeinsamen Einheit wollten wir dann noch mal in Ruhe schauen, ob es tatsächlich der neue Sattel war, der Nico zum Rodeopferd mutieren ließ. Deswegen sattelten wir Nico wieder mit dem „Unglückssattel“ und wollten zunächst etwas Handarbeit damit machen. Dabei fiel uns sehr bald auf, dass Nico nicht normal ging. Er trat nicht gleichmäßig mit der Hinterhand. Die rechte Hüfte sah höher aus, den Schweif trug er schiefer als sonst und er fiel auch nicht so entspannt, wie er es normalerweise tut. Unsere Vermutung war, dass Nico eine akute Blockade hat, und so entschieden wir Maike Knifka zu Rate zu ziehen. Maike ist osteopathische Physiotherapeutin und unterrichtet ebenso wie Petra und ich nach dem Longenkurs. Maike war gerade im wohlverdientem Urlaub, so konnte sie leider nicht sofort kommen, aber kaum wieder daheim, kam sie und sah sich unseren Nico genauestens an.

Tja, wer guckt hier eigentlich wen an?

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Die Untersuchung beginnt:

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4Maike bestätigte, was wir schon vermutet haben: Nicos Becken steht nicht gerade.

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Toll war, dass Maike ein Becken mitgebracht hatte und uns mit diesem zeigen konnte, wie Nicos Becken gekippt ist:

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Nico darf natürlich auch mal gucken. 🙂

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Dann folgte die Behandlung:

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Zwischendrin guckte Maike sich Nico immer wieder in der Bewegung an.

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Und das Ganze gibt es natürlich auch wieder als Film.

Hier noch zusammengefasst Maikes Befund:

„Mein Eindruck ist, dass Nico sein rechtes Hinterbein aufgrund einer deutlich tastbaren Verspannung im hinteren Teil des langen Rückenmuskels (und anderen beteiligten Muskeln der Oberlinie) verkürzt vorführt und wenig kraftvoll damit abschiebt. Die Beweglichkeit der rechten Beckenseite ist damit eingeschränkt und auch die in der Bewegung von hinten erkennbare Beckenasymmetrie hängt damit zusammen, da Nico durch die rechtsseitig vermehrte Muskelspannung das gesamte Becken leicht verschoben nach vorne/oben fixiert. Diese Unregelmäßigkeit in der Bewegung wird von hinten natürlich auch nach vorne übertragen und „stört“ den bei allen Pferden sensiblen Bereich des Übergangs von der Hals- zur Brustwirbelsäule, bei dem die Wirbelsäule einen recht scharfen Knick beschreibt. Darüber hinaus wird dieser Übergang auch dadurch etwas mehr als sonst beansprucht, da Nico durch seine kleine Einschränkung im Hinterhandbereich seine Sicherheit bietende Vorhandlastigkeit verstärkt. Somit wirkt sich eine meiner Ansicht nach harmlose Verspannung an der einen Stelle auf verschiedene Art und Weise auf den gesamten Pferdekörper aus, bis ganz nach vorne zum Atlas, der dieselbe leichte Fehlstellung eingenommen hat, wie das Kreuzbein und das Becken. Ursache für dieses verspannte Muskelareal könnte durchaus auch die heftige Gegenwehr gegen den Sattel gewesen sein. Da Nicos Einschränkung einseitig ist, ist es logisch, dass sich die Auswirkungen daraus viel mehr auf dem Kreis zeigen als auf der Geraden. Eine Manifestierung erfolgt daher wahrscheinlich auch intensiver durch die Longenarbeit, weswegen ich euch so viel Bewegung auf der Geraden/ im Gelände wie möglich empfehle.“

Und damit sehen wir uns mal wieder darin bestätigt, dass Pferde einen Grund haben, wenn sie „widersetzlich“ sind und das statt Strafen immer eine Ursachenforschung betrieben werden muss.

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12. November 2013 von Babette Teschen • Kategorie: Jungpferdausbildung 4 Kommentare »

Kolik – Sand im Darm und was dagegen hilft

Der Alptraum eines jeden Pferdebesitzers hat einen Namen: Kolik! Bei einer Kolik handelt es sich allgemein um Bauchschmerzen. Klingt harmlos, ist es aber ganz und gar nicht, denn Koliken können bei Pferden leider schnell tödlich enden. Die Ursachen für Koliken sind vielfältig und jede Kolik ist ein sehr ernst zunehmender Zustand. Schon allein beim Verdacht sollten Sie sofort den Tierarzt rufen – lieber einmal zu viel als einmal zu wenig!

Typische Koliksymptome sind diese:

  • Unruhe
  • Gucken/Treten zum Bauch
  • wiederholtes Wälzen
  • auffälliger Wechsel von Liegen, Aufstehen und wieder Hinlegen
  • Schwitzen
  • Flehmen
  • beschleunigte Atmung
  • angespannte Bauchmuskulatur
  • Futterverweigerung

Eine Ursache für Koliken: Sand im Darm

Die Ursachen von Koliken können vielfältig sein. Eine recht häufige Ursache ist jedoch, dass sich Sand im Darm abgelagert hat. Man spricht in diesem Fall von einer „Sand-Kolik“. Sandablagerungen im Darm können sich über Jahre ansammeln. Hierbei können auch sehr große Mengen an Sand zusammenkommen, 15 Kilo und mehr sind keine Seltenheit. Und damit ist ein Pferdedarm natürlich irgendwann überfordert.

Pferde nehmen vermehrt Sand auf, wenn sie z.B. auf einem Paddock mit spärlichen Grasbewuchs die letzten Grashalme aus dem Sand pulen und diese samt Wurzeln fressen. Auch eine Heufütterung aus einem Heunetz über Sandboden, bzw. wenn Heu lose in den Sand gelegt wird, verstärkt die Aufnahme von Sand.  Sie sollten also hier gut vorbeugen und auf eine saubere Futteraufnahme achten.

Eine Flohsamenkur

Wenn Sie vermuten, dass Ihr Pferd viel Sand aufgenommen hat, können Sie mit der Gabe von so genannten Flohsamen einer Kolik vorbeugen. Flohsamen stammen von einer indischen Pflanze der Gattung der Wegeriche. In Indien werden die Flohsamen in Lebensmitteln und als Heilmittel eingesetzt. Die Schleimstoffe des Flohsamens binden Sandablagerung im Darm und helfen den Pferden, den Sand auf dem natürlichen Wege loszuwerden.

Um den Darm des Pferdes von Sand zu reinigen, sollten Sie zumindest bei gefährdeten Pferden 2 x im Jahr eine 30tägige Kur mit Flohsamen machen. Dazu verwenden Sie am besten ganze Flohsamen, die Sie vor der Fütterung anfeuchten, aber nicht quellen lassen. Quellen soll der Samen erst im Darm des Pferdes, um dann den Sand mitzutransportieren. Was die Menge angeht, die verfüttert werden sollte, schwanken die Angaben erheblich. Nach Erfahrungsberichten sind die Herstellerangaben oftmals zu niedrig und die Kur damit wirkungslos. Ich habe mich für meine zwei großen Pferde für die Gabe von 80 -100g/Tag und für mein Pony für 50g/Tag entschieden.

Achtung: Wenn Sie Flohsamenschalen statt der ganzen Samen verwenden, sollte die Dosierung niedriger sein. Flohsamenschalen sollten Sie auch vor der Verfütterung 30 Minuten quellen lassen, diese also bitte nie trocken verfüttern!

Beobachten Sie während der Kur die Äppel Ihres Pferdes

Während Sie den Flohsamen füttern, sollten die Äppel Ihrer Pferde etwas glänzend aussehen, aber nach wie vor eine feste Form aufweisen. Bekommt Ihr Pferd Durchfall, ist die Gabe zu hoch. Werden die Äppel zu trocken, sollten Sie die Flohsamen besser einweichen und auf ausreichend Wasseraufnahme achten, um einer Verstopfung vorzubeugen. Achten Sie grundsätzlich darauf, dass Ihr Pferd während der Kur ausreichend trinkt, da der Flohsamen dem Darm Flüssigkeit entzieht.

Sind Sie sich sicher, dass Ihr Pferd größere Mengen an Sand im Darm hat kann eine Kombination mit Paraffinöl sinnvoll sein. Besprechen Sie das  aber bitte unbedingt mit Ihrem Tierarzt.

5. November 2013 von Babette Teschen • Tags: , • Kategorie: Gesundheit 3 Kommentare »

  • Reitkurs

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