Sand im Darm und was dagegen hilft

Der Alptraum eines jeden Pferdebesitzers hat einen Namen: Kolik! Bei einer Kolik handelt es sich allgemein um Bauchschmerzen. Klingt harmlos, ist es aber ganz und gar nicht, denn Koliken können bei Pferden leider schnell tödlich enden. Die Ursachen für Koliken sind vielfältig und jede Kolik ist ein sehr ernst zunehmender Zustand. Schon allein beim Verdacht sollten Sie sofort den Tierarzt rufen – lieber einmal zu viel als einmal zu wenig!

Typische Koliksymptome sind diese:

  • Unruhe
  • Gucken/Treten zum Bauch
  • wiederholtes Wälzen
  • auffälliger Wechsel von Liegen, Aufstehen und wieder Hinlegen
  • Schwitzen
  • Flehmen
  • beschleunigte Atmung
  • angespannte Bauchmuskulatur
  • Futterverweigerung

Eine Ursache für Koliken: Sand im Darm

Die Ursachen von Koliken können vielfältig sein. Eine recht häufige Ursache ist jedoch, dass sich Sand im Darm abgelagert hat. Man spricht in diesem Fall von einer „Sand-Kolik“. Sandablagerungen im Darm können sich über Jahre ansammeln. Hierbei können auch sehr große Mengen an Sand zusammenkommen, 15 Kilo und mehr sind keine Seltenheit. Und damit ist ein Pferdedarm natürlich irgendwann überfordert.

Pferde nehmen vermehrt Sand auf, wenn sie z.B. auf einem Paddock mit spärlichen Grasbewuchs die letzten Grashalme aus dem Sand pulen und diese samt Wurzeln fressen. Auch eine Heufütterung aus einem Heunetz über Sandboden, bzw. wenn Heu lose in den Sand gelegt wird, verstärkt die Aufnahme von Sand.  Sie sollten also hier gut vorbeugen und auf eine saubere Futteraufnahme achten.

Eine Flohsamenkur

Wenn Sie vermuten, dass Ihr Pferd viel Sand aufgenommen hat, können Sie mit der Gabe von so genannten Flohsamen einer Kolik vorbeugen. Flohsamen stammen von einer indischen Pflanze der Gattung der Wegeriche. In Indien werden die Flohsamen in Lebensmitteln und als Heilmittel eingesetzt. Die Schleimstoffe des Flohsamens binden Sandablagerung im Darm und helfen den Pferden, den Sand auf dem natürlichen Wege loszuwerden.

Um den Darm des Pferdes von Sand zu reinigen, sollten Sie zumindest bei gefährdeten Pferden 2 x im Jahr eine 30tägige Kur mit Flohsamen machen. Dazu verwenden Sie am besten ganze Flohsamen, die Sie vor der Fütterung anfeuchten, aber nicht quellen lassen. Quellen soll der Samen erst im Darm des Pferdes, um dann den Sand mitzutransportieren. Bei der Menge die verfüttert werden sollte, schwanken die Angaben erheblich. Nach Erfahrungsberichten sind die Herstellerangaben oftmals zu niedrig und die Kur damit wirkungslos. Ich habe mich für meine zwei großen Pferde für die Gabe von 80 -100g/Tag und für mein Pony für 50g/Tag entschieden.

Achtung: Wenn Sie Flohsamenschalen statt der ganzen Samen verwenden, sollte die Dosierung niedriger sein. Flohsamenschalen sollten Sie auch vor der Verfütterung 30 Minuten quellen lassen, diese also bitte nie trocken verfüttern!

Beobachten Sie während der Kur die Äppel Ihres Pferdes

Während Sie den Flohsamen füttern, sollten die Äppel Ihrer Pferde etwas glänzend aussehen, aber nach wie vor eine feste Form aufweisen. Bekommt Ihr Pferd Durchfall, ist die Gabe zu hoch. Werden die Äppel zu trocken, sollten Sie die Flohsamen besser einweichen und auf ausreichend Wasseraufnahme achten, um einer Verstopfung vorzubeugen. Achten Sie grundsätzlich darauf, dass Ihr Pferd während der Kur ausreichend trinkt, da der Flohsamen dem Darm Flüssigkeit entzieht.

Sind Sie sich sicher, dass Ihr Pferd größere Mengen an Sand im Darm hat kann eine Kombination mit Paraffinöl sinnvoll sein. Besprechen Sie das  aber bitte unbedingt mit Ihrem Tierarzt.

 

5. November 2013 von Babette Teschen • Kategorie: Gesundheit 3 Kommentare »

 

3 Reaktionen zu “Sand im Darm und was dagegen hilft”

 

Von Anja • 6. November 2013

Hallo Babette,
ich habe das genau andersherum gehört bzw. gelesen: Ganzer Flohsamen könnte die Darmschleimhaut reizen und Flohsamenschalen sollen effektiver wirken als der ganze Flohsamen.(?)
Aber das mit dem Quellen von Flohsamenschalen kenne ich auch…
Viele Grüße
Anja

 

Von Stephanie • 7. November 2013

Liebe Babette,
mit der Flohsamen-Frage bin ich schon länger beschäftigt und der einzige Grund, warum ich noch keine gegeben habe, ist, dass das wieder eine Wissenschaft für sich ist 🙁 Diese Diskussion (http://www.horse-gate-forum.com/archive/index.php/t-37729.html) dazu finde ich ganz interessant. Das mit dem die Äpfel beobachten finde ich eine gute Idee, nur: mein Pony wohnt (artgerecht) im Offenstall und bei den aktuellen Witterungsbedingungen bin ich froh, wenn ich mein Pony nach der Arbeit im Stockdunkeln noch unter irgendeine Funsel zerren kann, um zu sehen, ob sie Verletzungen hat oder Eisen locker sind 🙁 Trinkmenge und Konsistenz der Äppel beurteilen?!? Puh, vielleicht am Wochenende??? Trotzden, ein toller Beitrag (wie immer) und für mich eine Stimme mehr hin zu ganzen Flohsamen…
Liebe Grüße,
Stephanie

 

Von kunz vera • 11. März 2016

Hallo.
Ich gebe zur zeit ganze Flohsamen mit waselinöl und Weizenkleie das ganze gut eingeweicht und um die vier zum fressen zu bringen noch etwas normale gewohnte Flockenmix.
Dies als Anortnung vom Tierarzt.
Den iemand muss Dekorationskies ferfüttert haben (nette Nachbarn ).
Den grösseren drei geht es mitlerweilen wieder gut ,der kleinste noch nicht.

 

 

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