Mund aufmachen!

Nach unseren grundsätzlichen Überlegungen, was man gegen die Ohnmacht machen kann, die einen oft überkommt, wenn man mit Missständen in der Haltung von und im Umgang mit Pferden konfrontiert wird, sind wir dabei, nach und nach auch praktische Anregungen gegen genau diese Ohnmacht zu bieten. Dazu haben wir uns schon dem Thema Unwissenheit gewidmet und in diesem Beitrag möchten wir dazu ermutigen, uns öfter mal zu Wort zu melden.

Hier einige Beispiele (und die Liste ließe sich noch deutlich verlängern):

  • Melden Sie bei einem Turnier, wenn Sie sehen, dass Pferde gerollkurt oder mit Gerte und Sporen malträtiert werden.
  • Informieren Sie den Stallbesitzer, wenn Pferde geschlagen oder misshandelt werden.
  • Sprechen Sie Leute darauf an, dass ihre Pferde zu dick (oder ggf. auch zu dünn sind).
  • Machen Sie auf Lahmheiten oder andere Schmerzäußerungen aufmerksam, die offenbar ignoriert werden.
  • Informieren Sie Stallbesitzer oder Reitschulleiter, wenn Pferde dort von unbeaufsichtigten Schüler/innen schlecht oder falsch behandelt werden.
  • Sprechen Sie Trainer darauf an, wenn Sie Strafmaßnahmen für falsch und / oder zu hart halten.
  • Stellen Sie in Workshops und Seminaren und bei Messen oder Vorträgen kritische Fragen.
  • Sprechen Sie Eltern an, deren Kinder Pferde misshandeln.
  • Sprechen Sie Miteinsteller darauf an, wenn scharfe Gebisse, spitze Sporen oder Hilfszügel mit Flaschenzug-Wirkung verwendet werden und machen Sie darauf aufmerksam, dass einem Pferd damit Schmerzen zugefügt werden.
  • Suchen Sie das Gespräch zu Pferdebesitzern/innen die zulassen, dass ihre Pferde z.B. beim Schmiedtermin oder im Beritt geschlagen werden.
  • Schreiben Sie an die Redaktionen von Pferdezeitschriften, wenn Ihnen Fotos oder Berichte sauer aufstoßen.
  • Melden Sie tierquälerische Filme bei Youtube & Co.
  • usw.

Wer will schon gerne petzen oder streiten…

Schon beim Aufführen all der genannten Punkte muss ich zugeben, habe ich die Lähmung gespürt, die einen oft überkommt, wenn man weiß, dass man was sagen müsste, aber das Gefühl hat, es bringe alles doch eh nichts und auch die Angst vor den Konsequenzen spürt, die man dann vielleicht ausbaden muss. Aber genau WEIL es fast jedem schwerfällt, andere auf Unrecht anzusprechen, ist es so wichtig, darüber zu schreiben, denke ich!

Keine Frage, es kann schon auch unangenehm sein, den Mund aufzumachen, schließlich ist keiner gerne eine Petze. Schnell gerät man dadurch auch in einen Konflikt mit anderen und wird manchmal selbst massiv angegriffen. Aber vieles, was mit Pferden getan wird, wird deshalb getan, weil keiner etwas sagt. Weil keiner etwas meldet. Weil die meisten lieber wegschauen, als sich in die Nesseln zu setzen.

Und auf diese Weise bleibt alles beim Alten oder wird sogar noch schlimmer.

… aber Pferde brauchen eine Stimme

Pferde können selbst nicht zu Richtern gehen und sagen, dass man ihnen wehtut. Sie können keine Anzeige erstatten, wenn man sie quält. Sie können nicht erklären, wie sie behandelt werden möchten. Pferde leiden meist still. Sie haben keinen Schmerzlaut und sie ertragen viel, bis sie sich wirklich wehren. Wenn sie es tun, werden sie schnell als gefährlich bezeichnet, als ungezogen oder widersetzlich. Dann ist natürlich das Pferd Schuld, nicht etwa der Mensch.

Und deshalb brauchen Pferde Menschen, die bereit sind, etwas zu sagen.

Üben Sie sich darin, konstruktiv zu bleiben

Das Problem, das die meisten (auch ich!) haben, wenn es darum geht, etwas gegen eine schlechte Behandlung von Pferden zu sagen ist, dass wir dabei zu emotional werden. Wir motzen oft einfach los, pöbeln, sind unsachlich oder werden auch verletzend und beleidigend. So verständlich das angesichts der teilweise wirklich traurigen Vorkommnisse ist, damit tun wir meist nichts Gutes. Wir sollten uns deshalb darin üben, so konstruktiv wie möglich zu sein:

  • sachlich beschreiben, was falsch läuft,
  • so wenig persönlich wie möglich werden,
  • sich nicht durch Gegenangriffe provozieren lassen,
  • Argumente vorbringen, warum das, was geschieht, schlecht ist
  • und wenn möglich Lösungsvorschläge, Alternativen oder auch Hilfeangebote anfügen.

Konstruktiv zu bleiben ist bei dem, was Pferden im ganz normalen Alltag angetan wird, nicht leicht, vor allem wenn die Motive für das Missverhalten wie so oft aus niederen Gründen erfolgt, also z.B. durch zu großen Ehrgeiz, Dummheit oder Achtlosigkeit. Aber wer respektiert werden will, muss im ersten Schritt selbst respektvoll sein. Damit öffnet man Türen eher, als man sie schließt, und das ist in dem Anliegen, andere zum Nachdenken zu bringen, entscheidend.

Ein guter Weg: Fragen zu stellen

Ich habe festgestellt, dass freundlich Fragen zu stellen, oft ein guter Weg sein kann, auf Missstände aufmerksam zu machen, ohne andere anzugreifen. Ich stelle mich manchmal gerne dumm und frage z.B.  wie ein Hilfszügel oder ein Gebiss wirkt oder wofür ein Pferd gerade bestraft wird oder ob das Pferd schon länger so verspannt läuft. Nicht jeder geht darauf ein, aber ich habe es immer wieder erlebt, dass relativ schnell zur Sprache kommt, dass Leute etwas machen, was ihnen geraten wurde und eigentlich selbst unsicher sind. Das ist dann oft eine Gelegenheit, andere Anregungen zu geben.

Auch ermöglichen mir meine eigenen Fehler einen ganz guten Zugang zu manch einen, der genau das tut, was ich heute für falsch halte. Denn ich stelle mich dann nicht hin und verurteile, sondern ich erzähle, dass ich das früher auch so gemacht habe, heute aber einen anderen Weg gehe. So entsteht manch ein öffnendes Gespräch.

Veränderungen anstoßen

Tatsache ist, dass man nicht jeden erreichen und nicht von heute auf morgen alles ändern kann. Aber Tatsache ist auch, dass wenn wir alle den Mund halten, Pferde weiterhin die Leidtragenden sein werden. Damit sich Unrecht ändert, braucht es ein Unrechtsverständnis und meiner Ansicht nach haben wir da alle ein Stück weit die Aufgabe uns gegenseitig zumindest aufmerksam und vielleicht auch nachdenklich zu machen. Leider wird oft auch schon den Kleinsten vieles vermittelt, was im Umgang mit Pferden zu Ungerechtigkeiten und Gewalt führt. Deshalb ist es wichtig, dass auch andere Ansichten geäußert werden. Nur so können gerade Kinder und Jugendliche beginnen, sich ein eigenes Urteil zu entwickeln und müssen nicht nur das nachahmen, was ihnen herkömmlicherweise vorgelebt wird.

Ich will mit diesem Artikel nicht dazu auffordern, zum penetranten Moralapostel zu werden und ab sofort aus jedem Fehler, den wir bei anderen wahrzunehmen glauben, eine große Sache zu machen. Das ist weder angemessen, noch nötig. Es reicht völlig aus, wenn sich jeder von uns hin und wieder den Ruck gibt, bei Unrecht gegen Pferden nicht einfach zu schlucken, sondern etwas zu sagen. Freundlich, aber klar. Damit ließe sich wahrscheinlich schon einiges an Veränderung anstoßen, zumindest möchte ich daran glauben. Denn eigentlich verbindet uns doch alle eines: die Liebe zum Pferd.

17. Juni 2014 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz 24 Kommentare »

Tierarztbesuch, die zweite

Ich hoffe, Ihr mögt sie noch lesen, meine momentanen Geschichten von Anthony? Ich muss das einfach teilen, weil ich sonst vor Freude platze! So lange habe ich versucht, dieses Pferd zu knacken, damit er ein bisschen fröhlicher und positiver durchs Leben gehen kann, und nun erlebe ich einen Wandel, den ich nicht mehr für möglich gehalten habe. Und das soll in die Welt! 😀

Wie die Überschrift schon sagt, kam es zu einem zweiten Tierarztbesuch, da das Hufgeschwür leider noch mal wiederkam. Und diese Behandlung fand nun wirklich unter erschwerten Bedingungen statt:

  1. war am Vormittag ein neues Pferd in die Herde gekommen (da fiel die erneute Lahmheit überhaupt erst auf, sonst hätten wir mit der Eingliederung natürlich noch gewartet).
  2. waren die Pferde, kurz bevor der Tierarzt kam, auf die Weide gelassen worden (sie kommen nur stundenweise auf die Wiese, so dass ihnen diese Zeit natürlich besonders kostbar ist).

Ich holte also Anthony aus der Herde raus, damit der Tierarzt seinen Huf untersuchen konnte. Ich erwartete keine Begeisterung, sondern eher schlechte Laune. Aber weit gefehlt! Mein Kleiner trabte (trotz Hufgeschwür) fröhlich neben mir her mit einem Gesichtsausdruck à la „Oh, was machen wir Schönes?“ (…und ja, es geht um Anthony 😉 )

Behandelt haben wir ihn durch einen E-Zaun getrennt von den anderen. Gerade als der Hufverband angelegt wurde, begann die Herde das Toben, der Neue wurde gejagt. Anthony sah das, vor allem auch, dass Aramis beteiligt war und wurde natürlich unruhig. Früher hätte mir sein Blick gesagt, dass wir das Ganze gleich vergessen können, weil er sich losreißen würde. Wenn Anthony etwas nicht wollte, konnte man nicht viel ausrichten, diese Erfahrung hatte ich oft genug gemacht…

Ich clickerte also den nächstbesten ruhigen Moment und hatte wirklich schlagartig ein aufmerksames Pferd. Obwohl alle Pferde zu uns gerannt kamen, quietschten und tobten, konnte der Hufverband angelegt werden. Ich musste weder am Strick reißen, noch schimpfen. Nur weiter clickern, wenn er bei mir war – und das war er auf eine ganz rührende Weise, denn natürlich wollte er eigentlich zu den anderen – wer hätte ihm das auch verübeln können – aber immer wieder richtete er sich auf mich aus. Ich hätte ihn knutschen können. 

Tja, und sei das noch nicht genug gewesen, saß übrigens auch noch eine fette Rinderbremse auf seinem Schlauch, die er wirklich gerne weggehabt hätte… Er hielt trotzdem den Huf hoch und ließ den Tierarzt weiterarbeiten. 

Vielleicht mögen diese Geschichten auf manch einen von Euch übertrieben wirken, aber ich berichte von ihnen, weil es wirklich genauso war. Und weil ich so lange so skeptisch war, was das Clickern angeht. Weil ich diese Veränderungen, die ich da erleben darf, noch immer nicht ganz fassen kann. Und weil ich mich so sehr darüber freue und unglaublich dankbar bin.

Mein Kleiner, Dein Ja öffnet mein Herz!

Anthony

10. Juni 2014 von Tania Konnerth • Kategorie: Clickertraining, Umgang 12 Kommentare »

Der Pferdehof Teschen oder: es war einmal ein Ponyhof …

Am 01.06.14 ging für mich ein großer Lebensabschnitt zu Ende: Ich übergab meinen Hof in neue Hände. Genau 18 Jahre lebten meine Tochter Lena und ich in Ellringen auf einem Resthof, der sich nach und nach zu einem „richtigen“ Pferdehof entwickelt hatte.

Die Geschichte einer Entwicklung

Als ich im Mai 1996 auf dem Resthof in Ellringen einzog, war ich im 8. Monat schwanger. Mit dickem Bauch renovierten mein damaliger Lebensgefährte und ich das Wohnhaus  und richteten draußen alles für meine Pferde her.

hof3aMit uns zogen meine große Ponyliebe Britta, mein Wallach Florian und unsere Hunde Max und Dascha ein.

Brittas Ankunft in Ellringen

hof22aMeine Pferde sollten in Offenstallhaltung leben. Die Scheune war dafür einfach perfekt.hof78aBei so viel Platz bot es sich an, noch ein paar Pferde aufzunehmen und so zogen bald die ersten Einstellpferde bei uns ein:

hof23ahof444 KopieDa es dann doch ein paar mehr wurden, bauten wir weitere Offenställe, Paddocks, ein Round Pen und einen Reitplatz.

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3. Juni 2014 von Babette Teschen • Kategorie: Sonstiges 31 Kommentare »

Buchtipp: „Bausteine Dressurreiten“ von Corinna Lehmann

„Bausteine Dressurreiten: Trainingswege Schritt für Schritt“ von Corinna Lehmann
3. Aufl. – Stuttgart: Müller Rüschlikon, 2015. – 208 S.
ISBN-10: 3-8612-7365-9.
ca. 25,- EUR (gebunden)

Corinna Lehmann verbindet hier auf anschauliche Weise anatomisches Grundwissen mit Ausbildungswegen und Trainingsbausteine für die tägliche Dressurarbeit mit dem Pferd.

Anspruchs- und gehaltvoll, dabei aber reich bebildert und kein bisschen trocken vermittelt sie fundiertes Wissen, das Ihnen ermöglicht, Ihr Pferd nach den Gesetzen der Biomechanik auszubilden.

Ein hervorragendes Buch für den fortgeschrittenen Reiter.

 

30. Mai 2014 von Tania Konnerth • Kategorie: Buchtipps, Reiten 0 Kommentare »

Ein Tierarztbesuch

„Dass ein Pferd so toll mitmacht und so gelassen bleibt, erlebt man auch nicht alle Tage.“ Das ist die Aussage einer Tierärztin gewesen, die wegen eines Hufgeschwürs bei uns war. Und dieses Lob galt nicht meinem Streber-Pferd Aramis, sondern es galt Anthony. Dem „neuen“ Anthony, der mehr und mehr alle um ihn herum verzaubert.

Ich schrieb hier bereits über die positiven Veränderungen, die ich bei Anthony erleben darf, seitdem ich mich entschieden habe, ihn konsequent zu clickern. Vor einigen Tagen berichtete mir auch Babette davon, dass sie ihn in diesen Tagen ganz anders und neu kennen lernt: Er wirkt offen und interessiert, ist gut gelaunt und flirtet auf unwiderstehliche Weise. Ich erlebe ihn genauso und besagter Tierarztbesuch reiht sich nun ein in eine Reihe von Erfolgserlebnissen, die kein Zufall mehr sein können.

Gute Laune als neue Basis

Anthony ist kein Held, was Schmerzen angeht, und so war er in der Vergangenheit bei Behandlungen nicht wirklich kooperativ. Immer habe ich das mit gutem Zureden, aber auch manchmal mit Strenge beantwortet – ohne großen Erfolg. Als er nun ein Hufgeschwür hatte und sich die Tierärztin mit dem Hufmesser an die Arbeit machte, clickerte ich sein ruhiges, braves Stehen genauso, als gälte es, eine neue Lektion zu lernen. Und es gab so viel zu clickern, denn er machte seine Sache so fein!

Das Tollste aber war seine Ausstrahlung: Er hatte kullerrunde Augen und empfand die ganze Behandlung offenbar fast wie eine normale Clicker-Lektion. Die Schmerzen, das Herumschneiden, das Hufverband-Anlegen – all das geriet in den Hintergrund, während er hoch motiviert dabei war, zu zeigen, dass er das bravste Clickerpony der Welt ist.

Ich war so glücklich wie gerührt.

Was ist aus meinem grummeligen Nein-Sager geworden, der oft selbst dann schlechte Laune hatte, wenn eigentlich alles perfekt zu sein schien. Nun zeigte er sich mehr als gut gelaunt, obwohl er allen Grund zu einer Missstimmung gehabt hätte.

Immer habe ich mir für Anthony vor allem eines gewünscht: dass er ein bisschen zufriedener sein würde mit sich und der Welt. Es tat mir so leid, ihn so schlecht gelaunt, so genervt und so unzufrieden zu erleben. Tja, und jetzt haben wir offenbar genau das erreicht: So zufrieden, wie der Kleine im Moment wirkt, habe ich ihn noch nie erlebt. Und das sogar mit einem Hufgeschwür. Wäre ich nicht schon vom Clicker-Weg überzeugt, allerspätestens jetzt würde ich es sein!

hufgeschwuer

22. Mai 2014 von Tania Konnerth • Kategorie: Clickertraining 10 Kommentare »

Gutes Pferd, böses Pferd?

Wir versuchen hier bei „Wege zum Pferd“ immer wieder die Seite der Pferde zu beleuchten, weil wir glauben, dass so gut wie alle Probleme mit Pferden ihre Ursache bei uns Menschen haben. Nun sagte jemand mal zu mir, dass anzunehmen, dass Pferde nur gut sein, kontraproduktiv ist. Dass man Pferde damit verklärt und nicht mehr realistisch einschätzt. Dass Pferde oft alles andere als „gut“ sind, sondern z.B. untereinander fies sein können und eben auch zu Menschen, um damit dann sämtliche Maßnahmen im Beherrschen von Pferden (von Dominanzgetue bis hin zu handfester Gewalt) zu rechtfertigen…

Ehrlich gesagt halte ich schon allein die Frage, ob Pferde eigentlich eher „gut“ oder doch eher „böse“ ist, für den falschen Ansatz.

Pferde sind einfach. Sie sind nicht „gut“ oder „schlecht“, sondern sie sind Pferd. Und ich glaube, dass die meisten Probleme entstehen, wenn man genau das nicht akzeptiert, sondern wenn man als Mensch von einem Pferd fordert, mehr zu sein oder auch anders zu sein als ein Pferd (nämlich z.B. ein Sportgerät, ein Partner- oder Kindersatz, der beste Freund usw.).

Unsere Erwartungen bestimmen unsere Bewertung

Wir Menschen erwarten so viel von Pferden und übersehen dabei leider, dass fast alles, was wir mit ihnen machen oder von ihnen wollen, für sie NICHT natürlich ist.

Pferde in freier Wildbahn werden nicht angebunden, nicht gesattelt, nicht geritten. Keiner fasst sie überall an, reitet sie eine Stunde im Kreis oder fordert sie auf, über Oxer und Kombinationen zu springen. Pferde in der Natur ziehen keine Kutschen, machen keine Zirkuslektionen und müssen nicht im Straßenverkehr oder auf Umzügen laufen. All das und vieles mehr erwarten wir aber – oft ganz selbstverständlich – von unseren Pferden. Und dann bewerten wir Pferde, die sich unseren Erwartungen entziehen als „schlecht“ und nur die, die brav alles machen, was wir wollen, sind „gut“.

Fair ist das nicht, oder?

Anerkennen heißt wertschätzen

Ich denke, wir sollten uns viel öfter einmal klarmachen, in wie vielen Bereichen uns Pferde entgegenkommen:

  • Wie oft sie z.B. Dinge für uns tun, die vollkommen gegen ihre Natur gehen,
  • wie oft sie ihre Ängste für uns überwinden,
  • wie oft sie uns unsere Ungeduld, Launen und Ungerechtigkeiten verzeihen,
  • wie brav sie sich oft auch mit schlechten Haltungsbedingungen, zu wenig Futter und Trennungen von Artgenossen arrangieren,
  • wie oft sie sich von uns vom Futter wegführen oder aus einer Schlummerstunde holen lassen,
  • wie viel sie bereit sind zu lernen,
  • wie schwer es ihnen oft fällt zu verstehen, was wir von ihnen wollen und wie sehr sie sich aber dennoch bemühen,
  • welche großen Leistungen sie oft für uns bringen,
  • wie oft sie Unangenehmes (drückende Sättel, zu viel Reitergewicht, einengende Hilfszügel, Reiterfehler usw.) ertragen und wie oft sogar Schmerzen und
  • wie oft sie sich von uns schubsen, treten, buffen und sogar schlagen lassen, ohne sich zu wehren.

Ich glaube, dass die Bewertung unserer Pferde direkt aus unseren Erwartungen an sie entsteht – erfüllen sie diese, sind sie gut, erfüllen sie diese nicht, sind sie schlecht. Und das ist deshalb unfair, weil unsere Erwartungen sehr oft weit über das gehen, was Pferden eigen ist. Wenn wir einmal ganz bewusst anerkennen, was sie alles für uns tun, lernen wir diese Wesen noch mal auf eine ganz andere Art wertzuschätzen. 

Ein Pferd ist ein Pferd ist ein Pferd

Obwohl es eigentlich nicht nötig sein sollte, das überhaupt zu erwähnen, aber Pferde sind keine Maschinen oder Spielzeuge, die für uns Menschen entwickelt wurden, sondern Pferde sind lebendige Wesen, deren Daseinsberechtigung zunächst einfach nur ihr Sein ist. Der Mensch schafft sie sich zwar an, um bestimmte Dinge mit ihnen zu tun, aber er hat deshalb nicht auch gleichzeitig das Recht auf die Erfüllung dieser Dinge. Und ich glaube, davon gehen leider noch viele von uns aus.

Wenn ich Pferde Pferde sein lasse, bin ich diejenige, die sich auf sie einstellen muss und die von ihnen und über sie lernen muss. Ich akzeptiere sie dann in ihrem Tier-Sein und erwarte von ihnen nicht, was ich vielleicht auch von anderen Menschen oder mir selbst erwarte (denn genau das tun viele von uns!).

Wenn ich akzeptiere, dass Pferde Pferde sind, kann ich ihnen in ihrer Welt begegnen und sie von dort einladen und verlocken, gemeinsam mit mir etwas zu unternehmen. Es ist dann mein Job, dem Pferd zu zeigen, dass meine Ideen toll sind und Spaß machen und wenn ich sie nicht überzeugen kann, ist es nicht ihr Fehler, sondern meiner.

Gut, dass es Pferde gibt!

Um noch einmal zur Ausgangsfrage zurückzukommen: Nach rund 35 Jahren, die ich nun mit Pferden zu tun habe, kann ich aus der Tiefe meines Herzens sagen, dass Pferde für mich ganz wundervolle Wesen mit großen Seelen sind und ja, ich glaube, Pferde sind von Natur aus „gut“.

Gut, dass es sie gibt!

13. Mai 2014 von Tania Konnerth • Kategorie: Erkenntnisse, Umgang, Verhalten 16 Kommentare »

Der schönste Tag im Jahr

… zumindest ist er das für unsere Pferde: der Tag des Anweidens.

Tor auf und los geht’s – alle drei Herden donnern los:

anweiden14_3anweiden14_2anweiden14_5Einige Runde werden buckelnd, tobend und in Vollgas gedreht…

anweiden14_4anweiden14_7… bis es dann genüsslich zum wichtigen Teil übergeht:

anweiden14_9 Den ganzen Beitrag lesen »

6. Mai 2014 von Tania Konnerth • Kategorie: Haltung, Sonstiges 3 Kommentare »

Ein anderer Blick durchs Clickern

Neulich berichtete ich ja davon, dass ich mit meinem Anthony nochmal ganz von vorne beginne, was das Longieren und auch was das Reiten angeht. Das „Neue“ daran ist vor allem, dass ich nun konsequent clickere und ihn praktisch noch einmal von vorne auszubilden beginne.

Über die positiven Folgen davon hatte ich hier schon berichtet, heute möchte ich aber noch eine Erkenntnis mit Euch teilen: Und zwar geht es um meinen Fokus.

Das Gute suchen – ganz praktisch!

Mir war bereits bewusst, dass mein Fokus entscheidend dafür ist, was ich tatsächlich wahrnehme, aber das Clickertraining zeigt mir nun noch einmal mit einer geradezu brutalen Eindeutigkeit, dass mein Fokus im Training mit meinen Pferden bis jetzt leider noch immer vor allem auf dem lag, was nicht klappte. Anthonys „Nein“ zum Longieren war mir so heftig vorgekommen, dass er in meinem Denken eigentlich gar nicht mehr longierbar war. Hätte ich schätzen sollen, wie viel in einer Einheit „doof“ gewesen war, hätte ich wohl gesagt: mindestens 70-80% …

Nun lerne ich, dass meine Wahrnehmung vollkommen falsch war.

Trotz Anthonys Freude über den neuen Weg, den ich mit ihm einschlage, ist er, was das Longieren angeht, noch immer, na, nennen wir es mal „skeptisch“. Wenn ich ihm den Kappzaum hinhalte, dreht er sich meist erst weg, ist aber per Clicker durchaus zu motivieren, den Kopf tief zu nehmen und sich den Kappzaum anlegen zu lassen. Wenn wir dann beginnen, stellt er sich, wie gehabt, extrem nach außen. Ich warte weiterhin darauf, dass er sich nach innen stellt und clickere das sofort. An guten Tagen lässt er sich dann recht schnell ein, an schlechteren stellt er sich immer mal wieder nach außen.

Aber, und darum geht es mir, dadurch, dass ich jetzt ja ganz gezielt und bewusst nach den guten Momenten suche, um sie bestätigen zu können, stelle ich fest, wie viel eigentlich in Wahrheit gut läuft und das selbst an schlechten Tagen! Die Momente, in denen er sich nach außen stellt, machen vielleicht 10%, höchstens 20% der Zeit aus und da sie keine Kämpfe mehr auslösen, sondern da ich in der Zeit einfach nur gelassen auf einen besseren Moment warte, fühlen sie sich klein und unbedeutend an! Ich erkenne also: 80-90% der Zeit ist alles gut! Mehr noch, Anthony läuft, wenn er sich dann freiwillig korrekt stellt, in einer so traumhaften und lockeren Manier wie nie zuvor.

Fehler wiegen für viele von uns leider viel mehr…

Mit jeder dieser Einheiten wird mir bewusst, wie stark ich eigentlich immer „Fehler“ meiner Pferde überbewertete, ja, sogar vollkommen überzeichnet habe (und das, obwohl ich selbst sogar schon mal über das Thema geschrieben habe, nämlich hier). Das tut mir sehr leid, denn ich habe meinen Pferden damit wirklich Unrecht getan. Mit meiner Unzufriedenheit, meinen ewigen Ansprüchen und Forderungen und meinem ständigen Bestreben, dass es besser werden muss. Klar, es ging mir darum, dass meine Pferde ja „gesund“ laufen sollen, aber ich habe dabei die Verhältnismäßigkeit in der Bewertung dessen, was sie taten, verloren und nicht gewürdigt, was sie alles toll und richtig machen. Und als Folge davon habe ich mir dann auch noch selbst oft genug die Laune verdorben, denn ich gab ja mir die Schuld, dass ich das nicht besser hinbekomme. 

Was für ein hoher Preis für meine Fehlerguckerei!

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29. April 2014 von Tania Konnerth • Kategorie: Clickertraining, Umgang 10 Kommentare »

Wer clickert wen?

Vor Kurzem schrieb ich darüber, dass ich mit Anthony noch einmal ganz von vorne beginne, indem ich mich nun konsequent auf das Clickertraining einlasse. Tja und eigentlich dachte ich, dass ich dabei diejenige bin, die ihn clickert, aber so langsam bekomme ich meine Zweifel, denn es passiert etwas vollkommen Verblüffendes, ja, ich bin schon fast überzeugt: Anthony clickert mich!

Mein Kleiner hat sich eigentlich nie durch so etwas wie Begeisterung oder Freude ausgezeichnet, weder für bestimmte Aktivitäten noch für mich. Die wenigen Male, an denen er wirklich freudig zu mir kam, konnte ich an zwei Händen abzählen (zumindest fühlte es sich so an) und meist schien er dann am zufriedensten zu sein, wenn ich ihn mehr oder weniger in Ruhe ließ.

Das ist im Moment vollkommen anders:

  • Wenn ich komme, stehen nun zwei Haflinger am Tor und es ist nicht mehr immer Aramis, der der Erste ist.
  • Wenn Anthony liegt und ich komme, springt er auf (normalerweise blieb er immer liegen und ließ sich auch schon mal bitten).
  • Wenn ich ihn halftern möchte, dreht er nicht den Kopf weg, sondern steckt die Nase von sich aus hinein.
  • Am Ende einer Trainingseinheit steht er vor mir mit einem Gesichtsausdruck, der sagt: „Was, schon vorbei?“
  • Wenn ich ihn zurückbringe, geht er nicht gleich, sondern steht oft noch lange am Tor und guckt, wo ich bin oder bis ich den Hof verlassen habe.
  • Und ich werde tatsächlich angewiehert von Anthony!

Zu Beginn dachte ich an zufällige gute Laune, um das Verhalten zu erklären. Aber inzwischen bin ich mir sicher, dass das kein Zufall ist, sondern im direkten Zusammenhang mit dem neuen Weg steht, den ich nun betreten  habe. Das Clickern macht ihm nicht nur Spaß, sondern mein Pferd öffnet sich auf eine Weise, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Es ist, als ob er denkt: „Eeendlich verstehst du mich und das ist toll.“

Ich habe jedes Mal einen dicken Kloß im Hals vor Freude über diesen Wandel.

Und auch während des Trainings selbst bekomme ich sehr unmittelbare Reaktionen von meinem Pferd: Immer dann, wenn ich doch wieder in alte Muster falle, z.B. so etwas denke wie „Also echt, Anthony, das kannst du doch, warum stellst du dich so an?“ oder wenn ich von ihm etwas erwarte, wenn ich zu schnell vorauseile oder mein Fokus wieder in Richtung Korrektur statt positiver Bestätigung verrutscht, wird sein Blick grummelig und er macht dicht. Wenn ich aber offen und weich und positiv bleibe, wenn ich nur einlade, aber nichts wirklich will und wenn ich ihn einfach machen lasse und mich nicht über seinen Kasperkram ärgere, dann werden seine Augen rund, sein Maul weich und ich bekomme ganz, ganz viel geschenkt.

Ja, ich weiß, das mag vielleicht alles ein bisschen verrückt klingen, aber genau das passiert gerade: Mein Pferd und ich clickern uns gegenseitig!

anthony

22. April 2014 von Tania Konnerth • Kategorie: Clickertraining, Umgang 19 Kommentare »

Gegen die Unwissenheit

Wir befassen uns ja gerade intensiv mit der Frage, was wir als Betreiberinnen von „Wege zum Pferd“, aber auch damit, was Ihr alle dort draußen tun könnt, um gegen Missstände in der Pferdewelt und Auswüchse wie Rollkur & Co anzugehen (s. auch hier).

Einen sehr guten Gedanken schickte uns Yvonne: „Oft frage ich die Jugendlichen, mit denen ich in meiner „Pferdewelt“ in Kontakt komme, weshalb sie genau Sperrriemen benutzen oder in Rollkur reiten, und viele wissen es nicht.“

Und was steckt in diesem Satz?

  • Einmal die Erkenntnis, das Unwissenheit leider zu vielen unschönen Dingen führt,
  • vor allem aber auch die Chance, durch Aufklärung, durch Gespräche und Diskussionen etwas zu verändern!

Denn Yvonne hat auch gleich noch tolle Ideen dafür, was man vor Ort machen kann: „Unsere gesamte Stallgruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesbezüglich aufzuklären. Wir veranstalten Informationsnachmittage und auch im Unterricht werden diese Themen angeschnitten.“

Das ist aus unserer Sicht vorbildlich!

Was also konkret tun?

Wir können mit offenen Augen durch unseren Stall und über die Reitplätze gehen und Problemfelder aufnehmen:

  • Die dort hinten rollkuren gerade ihre Pferde – wir brauchen also Infos darüber an unserem Stall, wie schädlich es ist und wie ein Pferd korrekt laufen soll. Wer kann da mal was zusammenstellen? Kann jemand was zeichnen oder können wir eine Info-Veranstaltung machen, bei der wir zeigen, wie es besser geht? Finden wir vielleicht jemanden, der einen Vortrag dazu halten kann? Einen Osteopathen oder Physiotherapeuten?
  • Das Mädchen dahinten verprügelt jedes Mal beim Hufemachen ihr Pony, weil das die Hufe wegzieht – wer könnte einen kleinen Hufgebe-Kurs anbieten und Infos dazu aufbereiten?
  • Der neue Reitlehrer ermutigt seine Schüler/innen dazu, die Pferde sehr viel mit Sporen und Gertenschlägen vorwärts zu reiten – mit wem könnten wir darüber reden, dass wir so etwas hier in unserem Stall nicht wollen? Mit ihm selbst, mit dem Stallbesitzer, mit anderen Einstellern? Wer kennt gute Lehrer/innen, die Alternativ-Unterricht bei uns geben könnten? Können wir vielleicht einen Kurs zum gewaltfreien Umgang mit Pferden organisieren?
  • Die jungen Mädchen haben von der Messe neulich extrem scharfe Gebisse mitgebracht, die sie ihren Pferden nun für die Ausritte einschnallen. Wahrscheinlich haben die keine Ahnung, wie viel Schmerzen sie ihren Pferden damit zufügen können. Ob man sie darauf anspricht? Ob wir ein Info-Plakat über die Hebelwirkung von Gebissen machen oder könnten wir deren Trainerin bitten, die Mädchen darauf anzusprechen?
  • Die Wurmkuren werden im Stall immer ziemlich brutal gegeben. Wer hat Lust darauf, mit den Schulpferden zu trainieren, dass sie sich diese leichter geben lassen? Mit Apfelmus kann man ihnen die Gabe sicher schnell schmackhaft machen und so die unschönen Szenen beim nächsten Mal reduzieren.
  • Einige der Schulpferde haben Sättel, die ihnen nicht passen. Wo bekommen wir Infos oder auch konkrete Unterstützung her, diese Sättel anzupassen? Kann man vielleicht eine Sammlung für neue Sättel machen, falls nicht genug Geld da ist?
  • Auf der Wiese gibt es Jakobskreuzkraut – weiß der Stallbesitzer das? Wenn er nichts dagegen machen will, wen können wir alles zusammentrommeln, um das Zeug in einer Aktion zu entfernen?
  • Im Stall sind einige Pferde viel zu dick. Ob die Besitzerinnen wissen, dass die Pferde davon ernsthaft krank werden können? Könnten wir dazu vielleicht ein Info-Plakat erstellen, das über die Gefahren von Übergewicht bei Pferden aufklärt?
  • Auf dem Stallturnier sieht man jedes Jahr sehr unschöne Szenen. Wie könnten wir das für das kommende Turnier vermeiden? Ob wir vielleicht einen Fairness-Preis ausschreiben? Oder vielleicht könnten einige Leute als „Fairness-Coaches“ herumgehen, die dann solche Reiter/innen ansprechen, die brutal zu ihren Pferden sind?

Dies sind nur einige Beispiele, sicher fallen Euch noch viele, viele mehr ein!

Keine Frage, es ist unbequem, hinzuschauen und Missstände zu benennen. Und ja, es ist manchmal auch recht aufwändig, etwas gegen sie zu tun. Wenn wir aber im Kleinen damit beginnen, wird vieles möglich.

Wir sind überzeugt davon, dass viel Schlimmes nur deshalb geschieht, weil wir alle viel zu oft wegschauen und uns entscheiden, nichts zu tun. Dabei bieten Missstände immer auch Chancen! Einmal Chancen zu Verbesserungen, aber auch Chancen dazu, mit anderen ins Gespräch zu kommen, durch tolle Aktionen das Stallklima zu verbessern und ja, auch die Möglichkeit, selbst viel dazuzulernen. Wenn alle ein bisschen etwas tun, wird es eine Welle an Aktionen und Veränderungen geben, denn jede/r von uns kann viel mehr tun, als uns oft bewusst ist.

15. April 2014 von Tania Konnerth • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz 5 Kommentare »

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