Tauziehen ums Gras – das muss nicht sein!

Nicht nur, aber vor allem im Frühling lockt unsere Pferde das Gras. Und so kann man nicht selten sehen, wie Pferde ihre Menschen fröhlich zum nächsten Grasbüschel ziehen oder beim Reiten mal eben den Kopf herunternehmen, um einen ordentlichen Bissen Grün zu erhaschen.

Ganz klar, auch für meine Hafis ist Gras das Größte. Und ja, auch meine Hafis würden gerne jeden Moment nutzen, um Gras zu naschen. Früher habe ich unzählige Male an Stricken gehangen und mich über Wiesen ziehen lassen. Ich habe geschimpft und gezetert, gezogen und gehauen. Nichts half wirklich.

Inzwischen tun meine Pferde das nicht mehr. Nicht, wenn ich sie über Gras führe und nicht, wenn ich über Gras reite; auch dann nicht, wenn ich einen als Handpferd dabei habe. Klar, sie fragen hin und wieder an, aber ich muss keine Angst haben, irgendwo hingezogen zu werden.

Wie man das erreicht und vor allem, wie man es ohne Gewalt erreicht – dazu habe ich im Folgenden vier Tipps für Euch zusammengestellt.

Tipp 1: An der Basis arbeiten

Dass ein Pferd mich nicht einfach zu einem Grasbüschel zieht, hat für mich genauso viel mit Respekt zu tun, wie dass ich ein Pferd, welches das tut, dafür nicht schlage oder wie wild am Strick ziehe. Damit beides nicht passiert, ist es meine Aufgabe für ein respektvolles Miteinander zur sorgen – und das fängt nicht beim Gras-Thema an, sondern viel früher.

Es geht um ein grundsätzliches Erziehungsverständnis, das auf gegenseitigem Respekt basiert. Wer von seiner Grundeinstellung her meint, dass man Pferden „nur zeigen muss, wo es langgeht“, wird in vielen Punkten auf physische Gewalt zurückgreifen. Ich versuche das, soweit es irgendwie geht, zu vermeiden.

Das beginnt bei der Begrüßung, bei der ich z.B. erwarte, dass mein Pferd mich nicht bedrängt oder gierig sein Begrüßungsleckerchen aus mir herausbettelt, sondern dass es in einem für mich angenehmen Abstand vor mir steht, wartet, bis ich das Leckerchen aus der Tasche geholt habe und es sich dann in Ruhe halftern lässt. Das geht weiter über das Führen, bei dem ich möchte, dass mein Pferd mich nicht überholt, sich aber auch nicht ziehen lässt, sondern bei dem wir locker und entspannt in einem guten Abstand dahin gehen, wo ich hinmöchte. Und das betrifft dann all die vielen alltäglichen Dinge, wie das Putzen, Zäumen, die Handarbeit, das Longieren, das Reiten und… und… und…

Ein respektvoller Umgang ist für mich die Basis des Zusammenseins mit dem Pferd. Wenn ich darauf bei allem achte, was ich mit meinem Pferd tue, sind auch die eher heiklen Situationen, wie z.B. das lockende Gras am Wegesrand viel einfacher und schöner zu lösen.

Tipp 2: Anfragen früh erkennen

Die meisten Pferde stellen immer wieder kleine und große Anfragen, um zu überprüfen, was im erlaubten Rahmen ist und was nicht. Leider erkennen wir diese Anfragen meist erst, wenn sie überdeutlich sind und versäumen es, frühzeitig zu reagieren.

Konkret an unserem Beispiel: Ich gehe mit meinem Pferd spazieren. Natürlich sieht es das Gras am Wegrand und natürlich würde es gerne fressen gehen. Vom ersten Stück an wird das Pferd sehr dezent vorfühlen, wie es denn mit dem Gras aussieht, indem es hinschaut oder einen kleinen Schritt zur Seite macht oder auch mal den Kopf ein bisschen senkt. Wenn ich all das gar nicht wahrnehme, dann wird es für mich sehr überraschend kommen, dass mein Pferd irgendwann tatsächlich „volle Kanne“ ins Gras zieht. Da ich dann mehrere hundert Kilo Gewicht am anderen Ende des Stricks habe, werde ich in diesem Moment das Gras fressen nicht mehr korrigieren können und nun beginnt das Tauziehen oder das Pferd bekommt Ärger, weil „es so ungezogen ist“.

Dabei ist es meine eigene Schuld, dass mein Pferd so handelt! Ich habe es ihm quasi erlaubt, indem ich seine Anfragen nicht klar mit einem „Nein, das möchte ich jetzt nicht.“ beantwortet habe.

Wenn ich mit meinem Pferd spazieren gehe, bin ich sehr aufmerksam bei meinem Pferd. Ich bekomme mit, wenn es einen Schritt zum Gras macht und kann diesen Schritt freundlich korrigieren. Ich merke, wenn es zum Gras schaut und kann die Kopfausrichtung sanft korrigieren. Ich sehe, wenn es den Kopf herunternehmen will und kann an diesem Punkt lachend eingreifen und sagen „Nein, jetzt wird nicht gegrast.“

Entscheidend ist für mich, es nicht erst soweit kommen zu lassen, dass ich heftig korrigieren muss. Ist die Nase des Pferdes erst im Gras, habe ich für diese Runde „verloren“. Das kann ich aber nicht dem Pferd vorwerfen, sondern es ist mein eigenes Versäumnis.

Tipp 3: Selbst konsequent sein

Und damit kommen wir gleich zum nächsten Punkt: Viele lassen ihre Pferde an der Hand grasen. Mal ganz bewusst und mal auch dann, wenn das Pferd von sich aus ins Gras gezogen hat, eben z.B. bei einem Spaziergang. Das Pferd erhält also manchmal die Botschaft: „Ich darf grasen. Ich darf auch ins Gras ziehen und grasen.“ Wie soll es da nun wissen, wann es das darf und wann nicht?

Ich lasse meine Pferde grundsätzlich nicht zwischendurch grasen. Wenn ich sie an der Hand fressen lassen will, dann gehe ich dazu ausdrücklich auf ein Stück Gras, führe sie über das Gras (hier wird noch nicht gefressen) und erlaube es ihnen dann. Wenn ich das Grasen beende, dann ist es auch in diesem Moment wirklich zu Ende. Es wird nicht mehr weitergefressen, nicht nochmal stehengeblieben o.ä.

Diese Klarheit hilft meinen Pferden dabei, mich zu verstehen und einschätzen zu können. Nur durch diese Klarheit kann ich erwarten, von ihnen ernst genommen zu werden. Auch verhilft mir diese Klarheit, überzeugend zu sein. Und so kommen beide Hafis (mit einem Gesamtgewicht von über einer Tonne 😉 ) brav mit mir von der Wiese weg, wenn ich das möchte.

Tipp 4: Fingerspitzengefühl entwickeln

Wenn meine Hafis einmal ihre Nasen im Gras haben, sind sie da natürlich nicht so leicht wieder herauszubekommen. Würde ich dazu jedes Mal am Strick ziehen, hätte ich schon Muskeln wie Schwarzenegger 😉

Ich löse das Problem anders: Und zwar habe ich trainiert, sehr fein mit einer Gerte umzugehen. Ich habe das erst ohne Pferd geübt, dann über das Touchieren der Beine und später beim Reiten ohne Zaumzeug. Ich kann mit der Gertenspitze sehr fein dosierte Signale geben und das nutze ich, wenn ich mich bemerkbar will. Und meine Pferde kennen die Gerte als Signalgeber, ohne Angst vor Schlägen zu haben.

Mein Pferd grast also und ich spreche es an. Ignoriert es mich, tippe ich seine Nase (die im Gras ist) behutsam an und zwar so lange, bis es aufschaut. Ich mache das zart und werde nicht doller, denn ich will dem Pferd nicht wehtun und ich will nicht, dass es wegläuft. Ich möchte nur seine Aufmerksamkeit. Schaut das Pferd auf, bekommt es sofort ein Leckerlie von mir und ich kann den Strick ans Halfter machen. Geht die Nase wieder ins Gras, wiederhole ich das freundliche Antippen, bis es wieder aufschaut.

Ganz wichtig ist dabei, nicht aggressiv zu werden und nicht mit der Idee an die Sache zu gehen, „sich durchsetzen zu wollen“. Meine Grundhaltung ist eine respektvolle (s.o.): ich möchte die Aufmerksamkeit meines Pferdes und ich hole sie mir. Schaut das Pferd auf, freue ich mich offen und ehrlich und zeige es meinem Pferd.

Meine Jungs schauen in der Regel inzwischen schon so auf, wenn ich komme, um die Gras-Einheit zu beenden. Sie bekommen ihr Leckerlie, fragen noch mal kurz nach, ob wirklich Schluss ist und kommen dann brav mit. Kein Geziehe, kein Gezerre, kein Geschimpfe.

Auf dieselbe Weise beantworte ich auch die Anfragen meiner Pferde nach Gras auf Spaziergängen oder Ausritten: Ich wedele freundlich mit der Gerte vor der Nase, was für sie ein klares: „Nein, jetzt wird nicht gefressen.“ bedeutet.

Fazit

Wird ein Mensch von seinem Pferd ins Gras gezogen, so besteht für mich das Problem nicht im Gras, sondern im Miteinander, also in der Beziehung. Und wer in solchen Momenten dann davon spricht, das Pferd sei respektlos und müsste nur mal „ordentlich Bescheid bekommen“, hat aus meiner Sicht nicht verstanden, dass Pferdeerziehung nichts mit Gewalt oder Dominanz zu tun haben sollte, sondern mit Respekt und Pferdeverstand.

Ein rüpeliges Pferd ist nur rüpelig, weil der Mensch noch keinen Weg gefunden hat, so interessant und überzeugend zu sein, dass das Pferd ihn als wichtiger einstuft als das Gras. Genau das aber sollte das Ziel sein, damit man über das Gezerre und Geschimpfe herauskommt. Und dann kann das gemeinsame Grasen zu einer richtig schönen Sache werden.

5. Mai 2011 von Tania Konnerth • Kategorie: Umgang 31 Kommentare »

 

31 Reaktionen zu “Tauziehen ums Gras – das muss nicht sein!”

 

Von Catja • 5. Mai 2011

Darf ich noch etwas hinzufügen?
Wenn die Pferdenase fest im Gras steckt, sollte man nicht an der Leine ziehen, um sie da wieder hoch zu holen. Man sollte stattdessen das Pferd von hinten antreiben, dezent mit der Gerte z.B.. Dadurch muss es von sich aus den Kopf heben, und die Leine dient dann nur um den Kopf „aufzufangen“ und wieder in die gewünschte Richtung zu lenken.
Liebe Grüße
Catja

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Jep, das kann auch gut klappen, wobei ich das Nasenanstupsen bevorzuge, denn so bekomme ich immer die Aufmerksamkeit, die ich möchte. Mit einem treibenden Anstupsen kann man bei manchen Pferden erreichen, dass sie eben einfach einige Schritte weitergehen und zwar mit der Nase im Gras 😉 Haflinger können das jedenfalls 😀
Tania

 

Von Luise • 8. Mai 2011

Ansich ein sehr schöner Artikel, ich hab beim letzten Spaziergang mal ganz bewusst auf mein Pferdchen geachtet und siehe da, meine Stute hat tatsächlich jedes Mal angefragt ob sie denn fressen dürfte 🙂 .
Ich lasse mich leider viel zu oft dazu verleiten, wenn ich nicht alleine unterwegs bin, mit der anderen Person zu quatschen…

Meine Stute hat allerdings den ein oder anderen Trick entwickelt, um ans Gras zu kommen. Bspw schubbert sie sich erst mit dem Kopf am Bein um dann blitzschnell den opf im Gras zu versenken. Ich hab dann die Methode mit dem Gertenkitzeln probiert und ich muss sagen, bei meinem Pferd funktioniert das nicht. Sie hat noch nicht einmal den Kopf weggedreht. Ich weiß nicht, ob ich da was falsch gemacht habe, ich hab sie halt gan vorsichtig mit der Gerte „gekitzelt“, sie hat das aber komplett ignoriert (sie ist übrigens eine 7 Jährigen Kaltblutstute) Also musste ich sie dann wohl oder übel doch hochziehen (was relativ schwer ist mit einem Pferd von ca 800 Kg), ich hab sie dann für jedes Kopfheben belohnt, sodass sie auch relativ schnell besser auf mich gehört hat…

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Ja, da gehört schon viel Fingerspitzengefühl dafür und ein gutes Einschätzungsvermögen, ob man ggf. auch etwas doller ticken kann. Das Kopfheben sofort zu belohnen, ist auf jeden Fall ganz wichtig dabei, da Du nur so einen Lerneffekt haben wirst.

Bleib mal weiter dran, ich denke, das bekommt Ihr hin,
Tania

 

Von Claudia • 8. Mai 2011

Hallo Tania!
Ein sehr schöner Artikel- und so treffend beschrieben!
Auch bei meinem funktioniert der „Grasmagnet“ im Moment sehr sehr gut! 😉
Mir passiert es auch immer wieder, dass ich nicht aufmerksam genug bin und schon ist die Nase unten. Meine „Methode“ ist, dass ich ihn dann wieder rückwärts schicke und ihn lobe, sobald er dies tut. Okay- manchmal muss ich ihn mehrmals auffordern- aber letztendlich funktioniert es so bei uns mittlerweile ganz gut.
Natürlich bemühe ich mich aber, es erst gar nicht dazu kommen zu lassen. 🙂

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Jep, das ist immer das allerbeste,
Tania

 

Von Nicole • 8. Mai 2011

Hallo Tania,

ich habe mich mal wieder ertappt gefühlt, als ich das gelesen habe 🙂

Beim letzten Spaziergang habe ich auch ganz genau darauf geachtet, was Leo mich fragt. Nebenbei neue Kommandos geklickert, nachdem ich grasen erlaubt hatte. Kopf hoch (aus dem Gras, mit deiner Methode) und dann weiter. Erstaunlich, wie schnell das funktionierte! Das werde ich weiter perfektionieren und danke dir sehr für diesen Denkanstoß!

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Freut mich, Nicole! 😀
Tania

 

Von Anja • 8. Mai 2011

Hallo Tania,

sehr schöner Bericht, das werde ich
mal ausprobieren, bin gespannt wie
es klappen wird.
Habe aber noch mal eine Frage, wenn du
mit der Gerte antickst, hast du dann noch
ein Kommando oder tickst du lediglich nur
mit der Gerte?

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Ich sprech meine Pferde ja an, wenn ich zu ihnen gehe, also mit ihren Namen. Wenn keine Reaktion kommt, wiederhole ich den Namen. Man kann aber auch gut so etwas wie „Kopf auf“ oder „Und hoch“ einführen.
Tania

 

Von Isabella • 9. Mai 2011

Hallo Tania,
ist ein toller Bericht,mir geht es sehr ähnlich ,auch wenn wir z.B. in der Gruppe spazieren gehen ,bleibt mein Pinto einfach stehen ,weil ich einen Moment unaufmerksam war um zu Grasen .Man darf sich wirklich nicht ablenken lassen ,denn sonst wird man auch noch ungerecht dem Pferd gegenüber weil er nicht weitergehen möchte,das mit der Gerte ist keine schlechte Idee ,werde es damit versuchen und bewusst aufmerksamer sein, danke für den Tipp! Lg Isabella

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Freut mich – und schön behutsam sein!
Tania

 

Von Angela • 9. Mai 2011

Was bei uns gut funktioniert anstelle des ziehens oder des Kitzelns mit der Gerte ist ein sanftes Wegschieben des Kopfes mit dem Fuß (+ Unterschenkel), so wie Pferde ihren Koppelkumpel manchmal mit dem Kopf von einer Grasstelle wegschieben.

Mein Pferd schaut dann immer auf und ich hab seine Aufmerksamkeit wieder. Ziehen und Zerren fällt damit auch weg.

Viele Grüße

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Jep, das dürfte dann dasselbe Prinzip sein,
Tania

 

Von Conny • 9. Mai 2011

Hallo Tanja,

ich kann mich nur den Vorrednern anschliessen: hast du schön geschrieben!!! Wir sollten uns als Menschen immer wieder vor Augen führen, dass wir eine Disskusion auf körperlicher Basis mit einem Pferd immer verlieren werden 🙂
Mein Pferd hat die Gerte auch nie als „Frustino“ (das ist witzigerweise der italienische Begriff für „Reitgerte“) kennengelernt. Ich befürchte, dass er das Nasenstupsen auch eher ignorieren würde, weil er die Gerte auch nicht als Signalhilfe kennt.

@Luise: vielleicht kannst du deine Stute ja statt an der Nase zu kitzeln auch vorsichtig an der Ohrmuschel kitzeln, den da werden sie ja auch von Fluggetier oft gepiesackt. Und wenn das Pferd nach ein paar Mal kapiert hat, was man will, kann man die Kitzelgerte ja jedesmal ein bisschen wandern lassen, bist man an der Nase angekommen ist.

LG
Conny

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Es ist gerade höchst amüsant, denn Anthony scheint zu wissen, dass ich diesen schlauen Artikel geschrieben habe und probiert gerade mal, was ich mache, wenn er die Nase nicht hochnimmt oder gleich wieder ins Gras zieht, kleiner Schlawiner 😀 Ich habe heute einfach etwas länger getippt, hat dann auch zum Erfolg geführt.

Aber es ist genau, wie Conny schreibt, es geht darum, die Aufmerksamkeit zu bekommen und zwar auf eine möglichst freundliche und nette Art. Wenn das mit dem Tippen an der Nase nicht klappt, muss man ein bissl kreativ werden; ich bin mir sicher, dass man für jedes Pferd da etwas findet.

Tania

 

Von Barbara • 9. Mai 2011

Hallo Tanja,

dein Artikel ist super, aber was mache ich mit einem 19 jährigen Isi, der auch bei Gruppenausritten einfach je nach Lust und Laune im Trab oder auch im Galopp bei schönen Grasbüscheln bremst,seeeeeeehr abruppt bremst und frisst ? Ich hab alle Mühe dabei im Sattel zu bleiben. Spazierengehen klappt auf Graswegen auch nicht.
Im Winter konnte ich ihn super gebißlos reiten und möchte ihn jetzt auch nicht auf Gebiß umstellen.
Ich habe Blossi seit ca 3 Monaten.Zuvor (ca.10 Jahre lang) war er bei einer Wanderreitstation und wurde oft von Kindern geritten, weil er so brav war bzw. ist. Mit der „Macke“ Grasfessen habe ich ihn gekauft, das war bekannt. Nur wie gewöhne ich es ihm ab bzw. wie finde ich eine Möglichkeit so damit umzugehen, daß ich nicht jedesmal fast aus dem Sattel fliege?

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Wie ich schon im Artikel schrieb: ich sehe die Wurzel für das Problem viel früher. Bei so einem massiven ins-Gras-tauchen, wirst Du das ziemlich sicher nicht vom Sattel aus lösen können, sondern nur durch Beziehungsarbeit vom Boden. Ich würde mir also als erstes das Führen erarbeiten und gerade bei einem solchen Pferd ganz stark mit positiver Verstärkung arbeiten, also mit wirklich leckeren Leckerlies. Mach ihm das Nicht-Gras-Fressen schmackhaft 🙂
Tania

LG
Barbara

 

Von Lisa • 9. Mai 2011

Ich habe bei meinem Pferd das Signal „hoch“ etabliert – sehr hilfreich bei vielen Gelegenheiten und das funktioniert auch beim Grasen.
Was uns auch geholfen hat ist die Konsequenz, dass bei problemlosem Mitkommen nach wenigen Metern wieder gegrast wird, bei „Gegenziehen“ erstmal nicht so schnell. So haben wir uns das „Grasieren“ angeeignet, bei dem ich ganz entspannt langsam einen Weg entlangschlendere, während mein Pferd am langen Strick grast und eigenständig weiterläuft, wenn der Strick zu Ende ist – ohne dass ich ziehen muss.
Ich muss nur gut aufpassen, dass der Strick nie durchhängt 😉 und er nicht drauftreten kann.

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Interessant, was Du schreibst. Ich hätte nicht gedacht, dass das mit dem „bei Gegenziehen erstmal nicht so schnell“ einen Lerneffekt hat!
Tania

 

Von Chris • 9. Mai 2011

sehr schöne Anregung! Ich glaube, fast jeder kennt das und die wenigsten machen sich Gedanken, sondern nehmen es hin, ist halt so.
Ich hab auch so einen Sturkopf, der bloß noch nicht weiß, dass ich heute schon diesen Bericht gelesen habe!!!!!

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Och, ich sehe da gar keine Sturheit drin. Gras ist einfach toll für Pferde – das darf man nicht vergessen.
Tania

 

Von Sonja L. • 9. Mai 2011

Da ich mein Pferd sehr oft an der Hand grasen ließ, war es mir auch wichtig, dass das ganze so entspannt und gesittet wie nur möglich abläuft. 
Als Stimmkommando dafür, dass gefressen werden darf, hab ich „Mahlzeit!“ eingeführt und gleichzeitig mit der Gerte auf den Boden getippt. 
Zum Beenden hab ich gaaaanz langsam bis drei gezählt, dann kam das Kommando „Hoch!“, das dann natürlich auch konsequent befolgt werden musste, und zur Belohnung für das brave Hochkommen gabs noch ein Leckerli, quasi als Nachtisch. 😉
Das mit dem Zählen fand ich eine gute Idee, weil sich das Pferd somit drauf einstellen kann, dass es jetzt dann gleich aufhören muss. (Ich stell es mir selber grausam vor, wenn man vor nem Teller Spaghetti sitzt und plötzlich wird einem der Teller unter der Nase weggezogen. So ganz ohne Vorwarnung.)
Julie hatte gerade das mit dem Zählen sehr gut angenommen und ich hatte schon auch ein bisschen das Gefühl, als würde sie nicht mehr ganz so hektisch in sich reinschaufeln. 😉

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Ja, das hört sich auch nach einem sehr netten Miteinander an – super!
Tania

 

Von Claudia • 10. Mai 2011

Hallo alle,

fühle mich auch ertappt! Ich bin immer noch viel zu inkonsequent mit Futter. Wenn ich mit ihm laufe klappt es meist ganz gut dass er nicht ans Gras geht. Er probiert natürlich und auch clever: wenn das hingucken oder hinschleichen beim ersten Mal nicht klappt läuft er brav weiter. Und auf einmal reisst er den Kopf rum und probiert halt gleich mal mit einer anderen Taktik ( muss aber dazu sagen, dass er schon nicht wirklich Halfterführig war als ich ihn kennen lernte und schon gelernt hatte, dass er mit genug Kraft los kommt. Er zieht einfach an solange immer fester – in allen Gangarten – bis das Ding was da hinten festhält ab ist ). Wir üben fleissig mit Clickertraining und Futterlob und sehr oft klappt es gut. Aber neulich Abend ist er mir sogar abhauen weil er Gras wollte. Er hat auf dem Rückweg von der Halle relativ deutlich „gesagt“ dass er Gras will hat mich aber nirgends hinziehen können weil ich aufgepasst habe und er auch wirklich lieb mit ist – wenn man sein „Können“ in Betracht zieht…. Dann bin ich mit ihm in den Stall hab den Kappzaun runter, Halfter drauf und wollte ihn noch kurz ein bisschen abspritzen. Ich also raus, er fleissig mit ( und dachte aber jetzt gehen wir grasen!! ). Ich will zum Waschplatz abbiegen er schaltet sofort und zieht an, direkt im Trab… ich hing am Halfter, das, was wir ja wissen, keinen grossen Effekt hat. Also ist er ab und hat erstmal etwas Platz zwischen uns gebracht und angefangen zu fressen. Ich habe dann versucht möglichst unbeteiligt hinter her zu laufen. Er hat aber immer so über die Schulter geschielt und aufgepasst, dass ich ja nicht zu nahe komme. Erst bei unserer Wiese wo wir immer grasen gehen durfte ich dann dazu kommen…..
Immer fleissig weiter üben….

Alles Liebe
Claudia

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Jep, genau – mit viel Geduld und Gelassenheit weiterüben und konsequent bleiben 😀

Das wird!
Tania

 

Von Andy • 12. Mai 2011

Liebe Tania,

ich danke Dir, dass Du mich wieder einmal angestubst hast.

Bis dann

Andy

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Gerne 😀
Tania

 

Von Anne • 13. Mai 2011

Hallo,

wieder ein aktuelles Thema bei so viel Grün. Bei Punkt 3 möchte ich noch ergänzen, wie man einem Pferd (neben dem schon erwähnten „Mahlzeit“) das Grasen erlauben kann. Ohne ausdrückliche Erlaubnis ist es sonst fürs Pferd wie eine Lotterie – mal klappts, mal nicht. Fürs Pferd fühlt sichs nach Inkonsequenz an, das führt schnell zu Frust auf beiden Seiten. Mein Tipp: als Signal selbst ein Büschel Gras ausreißen. Leitstute machts vor, Pferd machts nach. Alle zufrieden. Mahlzeit.

Viele Grüße,
Anne

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Spannender Tipp – danke, Anne!
Tania

 

Von Lisa Nixon • 14. Mai 2011

hallo zusammen und hallo Tania,

Danke für Deinen Artikel, ja ich fühle mit allen Kommentaren mit, mein Haflinger Stute hat das grasen perfektioniert 🙂 ich übe jetzt vom Boden aus und habe auch schon die Gerte mitgenommen beim reiten, das funktioniert zwischendurch schon auch. Wie einige von Euch gesagt haben, man muss sich ganz gut konzentrieren, quatschen geht nicht da ja man dann nicht bei seinem Pferd ist und man die kleinen Anfragen des Pferdes nicht mitbekommt. Ich wünsche allen viel Erfolg das Grasen auf ein Minimum zu reduzieren.

Tania, die Bücher die empfohlen hast lese ich schon fleissig, sehr spannend. Viele Grüsse Lisa

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Prima, das freut mich, Lisa!
Tania

 

Von Juliane • 16. Mai 2011

Durch meine RB die ich vor meinem Pferd hatte, wußte ich das ich es doof finde, zum grasen auf ne Wiese zu gehen, aber keine 3Meter aufs Gras gehen zu dürfen, ohne das er gleich fressen will und den Kopf nach unten zieht….
Also habe ich als ich mein Pferd bekommen habe angefangen ihn vom Grasen abzuhalten, um ihn dann Kommando „Gras“ und nach unten zeigen beizubringen – momentaner Stand ist,das er stehen bleibt mich anschaut, so wie darf ich und dann darf er auch, hat mir schon viel geholfen und das mit dem Weggehen klappt auch ganz gut, ich wackele nur mal am Strick und laufe dann los und wenn er mitkommt gibt es ein Leckerlie *gg* Klappte bis jetzt zu 90% und perfektionieren kann man das immer

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Super!
Tania

 

Von Stephanie • 24. Mai 2011

Liebe Tanja,

wie immer ein sehr schöner Artikel! Ich fahre seit 20 Jahren recht gut mit dem Grundsatz: wenn „mein“ Pony irgendwas am Kopf hat (sei es Halfter, Trense, Kappzaum oder sonstwas), d. h. sobald ich mich mit meinem Tier beschäftige (egal ob putzen, führen, reiten,…), wird nicht gefressen. NIE! (Außer natürlich Belohnung aus der Hand.) Das hat zwei Gründe:

1. Wenn ein Pferd zwischendrin mal schnell nach was grünem schnappt, lässt es nicht die Ruhe und Vorsicht walten, die es beim ruhigen Grasen auf der Weide an den Tag legt. Und dann kann es auch schnell mal was erwischen, das es nicht verträgt. Das kann sehr böse gesundheitliche Folgen haben…

2. Habe ich keine Lust auf eine permanente „darf ich vielleicht doch“ Diskussion. Die Frage stellt sich einfach garnicht. Weder für mich, noch für das Pony. Natürlich bleiben Ponies für immer verfressen. Aber ein Pferdekopf ist groß, jeder Gedanke braucht eine Weile, bis er durch den großen Kopf durch ist und zur Umsetzung kommt… Deshalb sieht man eigentlich meist schon Sekunden vorher, was sie vorhaben und kann mit einem ruhigen aber bestimmten „Nein“ und gegebenenfalls einem Wedeln mit der Gerte Einspruch erheben, bevor überhaupt irgendwas passiert ist.

Damit habe ich bereits als Teenie völlig problemlos 4 Haffis zur Weide gebracht, ohne dass es jemals zu Gezerre kam. Trotz diverser Elektrozauntore, die geöffnet und geschlossen werden mussten. Geduldig haben die 4 gewartet, bis alle Tore zu und die Halfter ab waren.

Das erfordert einige Disziplin und Konsequenz vom Menschen. Aber für mich ist das eine Frage des Respekts: wenn ich möchte, dass mein Pony sich auf mich konzentriert und freudig mitarbeitet, muss ich genauso konzentriert sein und mich für das Pferd klar und eindeutig verhalten.

Wenn wir unterwegs waren, auf Vorführungen, Tunieren oder Wanderritten, haben wir einen kleinen Paddock aufgebaut, um unsere Pferde grasen zu lassen. Das „mit dem Pferd grasen gehen“ kannte ich bis vor kurzem garnicht und mir erschließt sich der Sinn auch nicht. Grasen kann ein Pferd doch viel besser alleine…

Das klingt jetzt sehr hart und unspaßig, man darf jedoch nicht vergessen, dass die Haffis, mit denen ich alles, was ich weiß, gelernt habe, im Sommer jeden Tag mehrere Stunden grasen durften (wir hatten 3 große feste Weiden und mehrere „mobile“ Weiden) und im Winter immer draußen (Offenstall) waren und Heu knuspern durften. Ich finde, die zwei bis drei Stunden am Tag, die sie mit uns verbracht haben, kann man ruhig verlangen, dass das Grasen mal hintenan steht. Ich bin mir sehr sicher, dass sie trotzdem recht glücklich mit uns sind b.z.w. waren 🙂

Liebe Grüße,
Stephanie

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Nein, ich kann das gut verstehen – so habe ich es auch gehalten. Leider hat man nicht immer die Möglichkeit, sein Pferd auf einem eingezäunten Stück anzuweiden und so muss man sich einfach manchmal hinstellen. Bei mir ist es jedenfalls so – und für den Fall finde ich es praktisch, wenn ein bissl Erziehung da ist 😉
Tania

 

Von Silke Ihlenfeld • 28. Juni 2011

Noch als kleine Ergänzung:
Meiner hat sich noch nie „gewagt“ beim Führen nach Gras zu hapsen. Beim Reiten durch extrem hohes Gras passierte es aber dann doch ein paar Mal. Anfangs versuchte ich es mit Nachtreiben, das hatte aber nur zur Folge, dass er beim Hapsen schon antrabte. Also kontraproduktiv. Ich habe es dann mit „Arbeit“ als „Strafe“ versucht. Er darf also am langen Zügel durchs Gras bummeln, solange er nicht hapst. Hapst er doch, so reite ich ihn anschließend für wenige Minuten am Zügel in Anlehnung, verlange nach einer Wiederholungstat sogar ein paar Schritte Schulterherein o.ä. Es klappt.
Inzwischen sogar so gut, dass ich ihn auf Wanderritten fressen lasse . Er ist ein Magengeschwürpferd und soll nicht mit leerem Magen laufen, daher darf er wann immer ich in der Packtasche krame, an einer Straße warte, meine Jacke anziehe oder Karte lese, den Kopf sofort ins Gras senken, auf „Fertig“ hebt er ihn sofort wieder ohne Zügeleinwirkung und marschiert relaxt weiter. Zu Hause darf er das nicht, aber nach einem Tag zu Hause mit 2-3 netten Anfragen seinerseits und Verneinung der Anfrage meinerseits ist das Thema auch wieder geklärt. Pferde sind soooo klug!!! 🙂

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Ja, das ist wohl wahr,
Tania

 

Von Kiki • 21. Dezember 2011

Danke für die vielen Inputs. Ab morgen wird das gleich mal ins Spazierprogramm mit aufgenommen 🙂

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Na, dann: viel Erfolg 🙂
Tania

 

Von Kerstin • 16. April 2013

Ein toller Bericht, vielen Dank!!!

 

Von debby • 21. Juli 2013

Hallo,

Ein wirklich toller Artikel.
Ich werde das so mal ausprobieren aber mein hafi ist manchmal sogar so schlimm, dass er mich einfach unläuft, sodass es soweit kommt, dass ich kir wehtu 🙁

 

Von Charleen • 14. Dezember 2013

Hallo,

eon toller Artikel, das werde ich auch mal ausprobieren.
Ich habe nur immer das Problem beim Longieren im Schritt.
Da ich keinen Reitplatz zur Verfügung habe, muss ich auf Gras longieren.
Meine Reitbeteiligung (7-Jährige Paint Horse-Stute) hat sofort die Nase im Gras, wenn ich Schrittphasen einbauen will.
Vielleicht hilft das Antippen mit der Gerte mir ja weiter.
Liebe Grüße

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Hallo Charleen,

mein Tipp wäre, das Longieren mittels positiver Verstärkung (–> Clickertraining) aufzubauen und das Pferd auf diese Weise so zu motivieren, dass das Gras nebensächlich wird. Babette kann auf diese Weise sogar ihr verfressenes Shetlandpony frei auf einer Wiese arbeiten 😀

Herzlich,
Tania

 

Von Tari • 23. Januar 2014

Hallo,
ein wirklich toller Artikel! Ich habe dieses Problem im Moment öfter, da meine Rb im Winter nicht auf der Weide sondern auf dem Paddok steht und jeden Grashalm sehr verlockend findet. Ich werde die Tipps ausprobieren! Allerdings ist das Pony ziemlich Leckerlie süchtig, da es ihm nie beigebracht wurde, dass wenn er ein Leckerchen bekommen hat, erstmal gut ist und somit stupst oder schnappt er an die Tasche mit den Leckerlies. Ich versuche ihm dann freundlich klar zu machen, dass es jetzt nichts mehr gibt indem ich seine Nase leicht wegschiebe und Nein sage. Hast du dafür vielleicht noch andere Tipps? Denn immer wirkt das nicht.. Ich mache übrigens viel Bodenarbeit und Zirkuslektionen, wobei er toll mitmacht und gut auf mich achtet, jedoch taucht dieses Problem immer wieder auf.. Ich hatte auch schon überlegt die Leckerlies ganz ab zusetzten, jedoch geht dies ja vor allem bei den Zirkuslektionen schlecht..
Ich finde eure Seite übrigens ganz toll und eure Artikel geben mir immer wieder neue Denkanstöße und Tipps die ich schon oft in die Tat umsetzen konnte! 🙂
Ganz lieben Gruß

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Hallo Tari,

schau mal in diesen Artikel:

http://www.wege-zum-pferd.de/2009/12/01/arbeit-mit-futterlob-chancen-und-herausforderungen/

Ich denke, da findest Du noch viele Tipps für die Arbeit mit Futterlob.

Herzlich,
Tania

 

Von Nathalie • 11. August 2014

Schöner Artikel.

Habe es bereits mit der Gerte probiert. Hat ihn nicht die Bohne gejuckt. Und beim heutigen spaziergang hat er sich verhalten, wie ich es noch nie zuvor erlebt hab. Er hatte einen Blick drauf, den ich noch nie gesehen hab. Und dann fing er an rumzubocken (Ich dachte ich hätte eine wilden Hengst vor mir) und schlussendlich hat er sich dann losgerissen und ist davongaloppiert 🙁
Auch von der weide bekomm ich ihn nicht mehr weg, obwohl er den ganzen tag schon auf der koppel stand.

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Hallo Nathalie,

da scheint dann aber weit mehr im Argen zu sein, als nur eine Grasfixiertheit. Aus der Ferne kann ich Dir nur den Rat geben, Dir kompetente Hilfe im Umgang zu suchen und dann gemeinsam das Führen und das Miteiander zu erarbeiten.

Alles Gute,
Tania

 

Von Bianca • 13. August 2014

Hi,
Ist ja lustig! Ich dachte , ich bin zu blöd mein Pferd zu kontrollieren! (Naja, eigentlich ja wohl wirklich…

 

Von Christiane • 7. Januar 2015

Vielen Dank an Euch all, die Ihr hier geschrieben habt. Ich habe einen 10 jährigen Hafloaraber, den ich schon mit 6 Monaten bekommen habe. Das Grasen war von klein an ein Problem. Egal was ich versucht habe, es hat nichts geholfen. Ich habe auch seit ein paar Monaten versucht mit 1,2,3 zählen dann hoch und belohnen. Und weiter gehen, dachte ich…. Doch mein Lauser hatte sehr schnell heraus wie der Trick geht: fressen, zählen abwarten, Kopf brav hoch, Leckerli hi hi und sofort ist der Kopf wieder unten, weil es wartet ja das Leckerli. Aber jetzt Dank Eurer Vorschläge werde ich das mit dem Antippen der Gerte auch noch ausprobieren. Und das mit dem Klickern. Vielleicht etwas was mein Hafi doch akzeptiert. Mal gucken!
Danke
Chrstiane

 

Von Laura • 8. April 2015

Hallo,
Ich habe eine reitbeteilligung, die eher mit mir spazieren geht als ich mit ihr. Ich wollte das mit der Gerte auch mal ausprobieren aber das Problem ist, dass sie gleichzeitig noch Schulbetrieb läuft und ab und zu auch mit anderen spazieren geht die ihr das ständige zum Gras hinziehen und grasen erlauben. Würde das dann überhaupt was bringen wenn nur ich alleine ihr das ständige grasen verbiete und sie es bei anderen trotzdem weiterhin darf?

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Hallo Laura,

ja, ich denke, dass ein Pferd durchaus unterschiedliche Spielregeln bei verschiedenen Leuten lernen kann; das macht es zwar nicht leichter, aber es geht ganz sicher. Ich würde mit viel Lob und positiver Verstärkung arbeiten, damit sie motiviert ist, auf Dich zu hören.

Alles Gute,
Tania

 

Von Heike Arnold • 9. Januar 2016

Hallo, ich finde den Artikel auch sehr interessant. Nur geht mein Problem mit meiner Stute weiter. Ich bin aufmerksam und es kommt nicht dazu, dass sie den Kopf runter nimmt und fressen kann. Dafür rastet sie dann total aus, sobald ich mit ihr auf dem Gras laufe. Sie zappelt, schüttelt den Kopf drängt mich ab, buckelt, steigt oder ist mit allen vier Beinen in der Luft und will losrennen, so dass ich Mühe habe, sie festzuhalten. Das fängt immer so im Oktober an und geht den ganzen Winter über so. Was kann ich tun? Ich bin um jeden Tip dankbar.
Lg Heike

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Hallo Heike,

vermutlich wird sie im Winter anders gehalten als im Sommer? Von der Weide in eine Box? Das würde das Verhalten erklären.

Herzlich,
Tania

 

Von Miranda • 4. Januar 2017

Hallo Tania,
ich bin leider auch immer zu inkonsequent. Mein Problem ist dabei mein schlechtes Gewissen: ich denke immer, was wenn das Pferd das Gras wirklich braucht? Was wenn es zu selten oder zu wenig gefüttert wird (habe nur ein Pflegepferd, weiß nicht genau, wie viel er zu essen bekommt). Woher weiß ich denn, ob das Pferd nur aus Verfressenheit ins gras zieht oder aus einer Not heraus?
LG Miranda

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Hallo Miranda,

den Futterzustand eines Pferdes kann man eigentlich ganz gut sehen, vielleicht fragst Du da mal jemanden, der sich mit Pferden auskennt? Wenn ein Pferd wirklich so hungrig ist, dass es aus Not zum Gras zieht, wäre das ein Fall für den Tierschutzverein. Da Pferde aber naturgemäß Dauerfresser sind, sind sie naturgemäß auch immer sehr interessiert am Gras.

Herzlich,
Tania

 

Von Martina • 30. Juni 2017

Hallo Tania,
ich lese mit Interesse die ganzen Kommentare und Tipps und bin froh, dass ich mit dem Problem nicht alleine bin. Ich habe einen 20 jährigen Isländer, der echt einfach super ist und mit dem ich tolle Wanderritte unternehme. Er ist freundlich und geht prima an der Hand. Kein Ziehen und Gezerre. Achtet auch mich … alles gut. Er ist aber auch sehr stur was das Grasen angeht und daher ist das immer Thema. Auf Wanderritten will ich es ihm aber auch gerne erlauben, da einfach notwendig. Daher weiß ich auch um meine Insoquenz. Würde gerne einen guten Mittelweg finden. Er grast im Schritt und darf es, wenn er voran geht. Klappt eigentlich ganz gut. Aber er velangsamt natürlich auch gerne … und das nervt dann.
Die Idee mit den Lekkerli hatte ich auch, aber dann belohne ich doch das Grasen, weil er ja nur dann was bekommt, wenn er erst grast und dann den Kopf hoch nimmt. Er ist ja nicht doof…. 🙂
Ich suche noch eine für beide Seiten akzeptable Lösung, mit der wir beide zufrieden sind. Denn ich verstehe ihn gut: grasen und laufen ist ja normal pferdisch.
LG Martina

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Hallo Martina,

hm, ich fürchte, da muss ich passen. Ich persönlich würde Grasen und Laufen immer klar trennen, aber man kann sich das bestimmt mit viel Geduld und Feingefühl erarbeiten.

Herzlich,
Tania

 

 

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