Grundwissen über Anatomie und Biomechanik – Teil 4: Der Hals des Pferdes

Ich widme mich nun der Vorhand des Pferdes und hier zunächst der Halsmuskulatur.

Dazu benötigen Sie Grundlagenwissen über

  • das Nackenband,
  • die Halsmuskulatur,
  • die Wichtigkeit der Schulterfreiheit und
  • Sie müssen eine „gute“ Kopf-Halshaltung von einer „schlechten“ unterscheiden können.

Das Nackenband

Das Nackenband ist ein starkes, sehniges Band, das am Schädel des Pferdes beginnt, am Hals die Grundlage des Mähnenkammes bildet und über den Widerrist und über den Rücken bis zum Kreuzbein verläuft. Dieses Sehnenband ist über seine gesamte Länge mit der Wirbelsäule des Pferdes verbunden.

Wenn ein Pferd seinen Hals aus dem Widerrist heraus locker fallen lässt, zieht das Nackenband den Rücken des Pferdes hoch.

Aus diesem Grunde ist die gesamte Pferdewelt darauf aus, dass die Pferde die Nase runternehmen. Und genau deshalb gibt es eine riesengroße Vielfalt an Hilfszügeln, Spezialgebissen usw., die alle eines zum Ziel haben: dass das Pferd den Kopf runter nimmt. Allerdings gibt es kleine, aber sehr wesentliche Unterschiede, was eine tiefe Nase angeht, und hier sehe ich die größten Wissenslücken und die meisten Fehlerquellen. „Rübe runter“ reicht nicht aus, ganz im Gegenteil.

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14. Oktober 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper, Jungpferdausbildung, Longieren, Reiten 7 Kommentare »

Grundwissen über Anatomie und Biomechanik – Teil 3: Die Hankenbeugung

Als Hankenbeugung bezeichnet man die Beugung der großen Gelenke der Hinterhand, also:

  • Hüftgelenk,
  • Kniegelenk
  • und Sprunggelenk.

Je mehr das Pferd die Hanken beugt, desto mehr versammelt sich das Pferd.

Was in der Versammlung passiert

In der Versammlung wird der Schwerpunkt des Pferdes nach hinten verlagert, wodurch es zur Entlastung der Vorhand und zur Aufwölbung des Rückens kommt. Das Pferd wirkt „kürzer“ und richtet sich mehr auf. Nur wenn das der Fall ist, kann man von einer echten Hankenbeugung sprechen. Lassen Sie sich hier nicht täuschen, es gibt nämlich auch Pferde, die zwar weit untertreten können, dabei aber dennoch den Rücken nach unten wegdrücken. Wenn Sie genau hinschauen, werden Sie sehen, dass hier die Hanken nicht gebeugt sind.
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9. Oktober 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper, Jungpferdausbildung, Longieren, Reiten 4 Kommentare »

Grundwissen über Anatomie und Biomechanik – Teil 2: Die Bedeutung der Hinterhand

Im ersten Teil dieser Serie haben wir uns den Rücken des Pferdes angesehen. Sie haben erfahren, dass die gesunde Aufwölbung des Rückens ganz entscheidend von der Aktivität der Hinterhand abhängig ist.

Nur wenn das Pferd mit der Hinterhand aktiv und raumgreifend unter den Schwerpunkt schreitet, zieht die Kruppenmuskulatur von hinten am langen Rückenmuskel und hilft so, den Rücken anzuheben. Wenn Sie also beurteilen wollen, ob ein Pferd „gut“ oder „schlecht“ läuft, ist ein Kriterium, ob das Pferd mit aktiver Hinterhand läuft oder nicht.

Wie weit ein Pferd mit der Hinterhand nach vorne treten kann, ist von seiner Anatomie abhängig. Dazu gehören Rückenlänge, Kruppenform und Winkelung der Hinterhand. Von daher kann man nicht pauschal sagen, dass ein siegelndes Pferd (d.h., dass das Pferd mit dem Hinterhuf den Hufabdruck des Vorderhufes abdeckt) bereits immer gut läuft. Viele Pferde können durchaus ein oder zwei hufbreit übertreten, bei anderen ist das Siegeln schon ein gutes Untertreten. (mehr …)

7. Oktober 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper, Jungpferdausbildung, Longieren, Reiten 2 Kommentare »

Die Sache mit der inneren Schulter oder: Worauf es beim Longieren ankommt

Longieren scheint so einfach – man steht in der Mitte und das Pferd läuft um einen herum, im Schritt, Trab und Galopp. Das zu erreichen ist für die meisten recht schnell möglich, aber: WIE läuft das Pferd da um einen herum? Denn genauso wie beim Reiten ist es auch beim Longieren sehr wichtig, dass das Pferd auf eine Art und Weise läuft, die ihm nicht schadet, sondern die ihm idealerweise nützt.

Beim Longieren wird vor allem der Bewegungsapparat des Pferdes belastet, insbesondere Sehnen und Gelenke. Die Kreisform ist für ein Pferd keine natürliche Bewegungsform und so legen sich alle Pferde naturgemäß in die Kurve wie ein Motorrad. Diese Bewegungen sind aber alles andere als gut und es ist sehr wichtig, genau daran zu arbeiten.

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31. Juli 2008 von Tania Konnerth • Kategorie: Longieren 6 Kommentare »

Hilfszügel kommt von Hilflosigkeit, oder?

Ich halte nicht viel von Hilfszügeln, da die meisten von ihnen meiner Ansicht nach von der Wirkung her kontraproduktiv sind und darüber hinaus fast nie als Hilfe, sondern als Dauerkrücke genutzt werden. Es gab aber eine Phase in der Ausbildung meines Jungpferdes, in der ich ernsthaft über den Einsatz von Ausbindern nachdachte…

Und zwar hatte ich zu Beginn einige Probleme, meinem doch sehr eigenwilligen und freiheitsliebenden Hafilein klarzumachen, dass er an der Longe weder losschießen und mich durch die Gegend ziehen, noch mich frontal über den Haufen rennen und noch nicht einmal anrempeln darf. Er fand den Kappzaum zu Beginn vollkommen blöd und dass ich auch noch über ihn bestimmen wollte erst recht.

Als ich im Austausch mit anderen Jungpferdbesitzern mein Leid klagte, erhielt ich den Tipp, Ausbinder zu nutzen. Damit ließe sich der Freiheitsdrang schnell in geordnete Bahnen bringen und das Pferd würde nur so vernünftig laufen lernen. Also erwägte ich, ob es nicht wirklich sinnvoll sein könnte, ein- oder zweimal Ausbinder einzusetzen. „Einfach,“ wie ich mir einredete „damit der Youngster lernen würde, sich nicht gegen alles auflehnen zu können.“ Und ich erhoffte mir, dass er durch Beschränkung durch die festen Riemen in einer guten Haltung laufen würde.
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18. Juni 2008 von Tania Konnerth • Kategorie: Ausrüstung, Jungpferdausbildung, Longieren 12 Kommentare »

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