Buchtipp: „Finger in der Wunde“ von Gerhard Heuschmann

„Finger in der Wunde“ von Gerhard Heuschmann
5. Aufl. – Stuttgart: Kosmos, 2015. – 144 S. 
ISBN 3440147940
ca. 25,- EUR (gebunden, farbig illustriert)

Wer noch immer glaubt, dass eine Pferdenase hinter der Senkrechten akzeptabel ist, wird hier eines Besseren belehrt. Was Auswüchse der Reiterei wie die Rollkur, falscher Einsatz von Hilfszügeln und schlechtes Reiten sowohl mit der Gesundheit als auch mit der Psyche des Pferdes machen, wird darin einleuchtend aufgezeigt.

Und ganz nebenbei gewinnt man auch noch ein gutes Grundwissen in Sachen Anatomie des Pferdes.

 

10. März 2013 von Babette Teschen • Kategorie: Buchtipps, Engagement und Pferdeschutz, Reiten 0 Kommentare »

Buchtipp: „Geritten werden: So erlebt es das Pferd“ von Ulrike Thiel

„Geritten werden: So erlebt es das Pferd“ von Ulrike Thiel
Stuttgart: Kosmos, 2011. – 240 S.
ISBN-10: 344011368X.
ca. 30,- (gebunden, durchgehend farbig illustriert)

Aufgrund des Titels hatte ich bei diesem Buch ein bisschen etwas anderes erwartet. Es geht nämlich nicht allgemein darum, wie es ein Pferd erlebt, geritten zu werden, sondern es geht der Autorin darum, aufzuzeigen, was die neuen Entwicklungen im Reitsport (also die so genannte „Rollkur“ bzw. „Hyperflexion“) für das Pferd bedeuten. Die Autorin ist selbst Niederländerin und so noch dichter dran an der Wurzel des Übels, das sich offenbar inzwischen auch „neue niederländische Schule“ nennt.

Und Frau Dr. Thiel hat es mit dem letzten Drittel ihres Buches und davon vor allem mit den 50 letzten Seiten des Werks geschafft, eine so eindringliche wie wichtige Schilderung zu verfassen, die zur Pflichtlektüre eines jeden Reiters, Trainers und vor allem Richters werden sollte. Sie zeigt schmerzlich auf, was Pferden mit der Rollkur-Reiterei angetan wird und macht im direkten Vergleich zur klassischen Reitlehre die Fehlentwicklungen detailliert und kompetent deutlich. Wer das gelesen hat, kann schlicht und einfach keinem Rollkur-Reiter noch gute Noten geben. Zu schade, dass diese brillanten Ausführungen am Ende des Buches sind – sie gehören für mich an den Anfang!

In den vorderen Teilen ihres Buches beschreibt die Autorin ausführlich ihren eigenen Ausbildungsweg. Auch wenn hier vieles ein wahrer Genuss im Vergleich zu den Rollkur-Bildern ist, geht sie mir persönlich da oft nicht weit genug. Wenn man sich z.B. fragt, wie sich ein Pferd beim Reiten fühlt, muss man sich auch fragen, wie es sich mit einem Sperrriemen (zusätzlich zum Nasenriemen) fühlt, der ihm das Maul zuschnürt – und den tragen alle Pferde, die die Autorin reitet oder deren Besitzerinnen sie unterrichtet. Auch Ausbinder gehören für mich zu den Punkten, die noch kritischer hinterfragt werden müssen.

Konzeptionell hätte ich es viel sinnvoller gefunden, tatsächlich den hinteren Teil des Buches zum Zentrum zu machen und daran dann gute und konkrete Alternativen aufzuzeigen, die von Reitern und Ausbildern nachgearbeitet werden können.Aufgrund der so wichtigen und so nachdrücklich aufgezeigten Missentwicklungen im Reitsport, die für so viel Leid bei den Pferden führen, gibt es für mich eine Kaufempfehlung für das Buch – es kann gar nicht genug Aufklärung darüber geben!

4. Januar 2013 von Tania Konnerth • Kategorie: Buchtipps, Engagement und Pferdeschutz, Reiten 0 Kommentare »

Buchtipp: „Dressur: Wie man ein gutes Pferd unreitbar macht“ von Daniela Piolini

„Dressur: Wie man ein gutes Pferd unreitbar macht“ von Daniela Piolini
Stuttgart: Kosmos, 2007. – 52 S.
ISBN 3-9309-5323-4
ca. 25,- EUR (gebunden, farbig illustriert)

„S-Dressur“ ist ein Buch, das sich auf eine etwas andere Art mit den (Fehl)Entwicklungen im Dressursport auseinander setzt. Mit spitzer Feder und eindringlichen Zeichnungen von Tineke Everaarts wird – zugebenermaßen recht plakativ – dargestellt, welche Verwirrung, welchen Schmerz und letztlich auch welche Verzweiflung sich durch den Dressursport bei Pferden auslösen lässt.

„S-Dressur“ ist ein Bilderbuch für Erwachsene und zwar für solche, die bereit sind, sich selbst zu hinterfragen. Dieses Buch ist ein Frontalangriff gegen den gängigen Reitsport und es wird sich wahrlich nicht überall Freunde machen. Wer es aber mit einem offenen Herzen liest und anschaut, wird nicht um einen Kloß im Hals herumkommen – und wenn der nur bewirkt, dass wir das nächste Mal beim Einsatz von Sporen, Gerte, Gebiss und Hilfszügeln kurz innehalten und ihn hinterfragen, ist schon viel gewonnen.

 

 

9. Juni 2012 von Tania Konnerth • Kategorie: Buchtipps, Engagement und Pferdeschutz, Reiten 0 Kommentare »

Was tun, wenn das Pferd nicht “funktioniert“?

Ich gehe davon aus, dass 99 % aller Reiter/innen von einem harmonischen und gewaltfreien Umgang mit ihrem Pferd träumen. Traum und Realität gehen meistens dann auseinander, wenn etwas nicht so klappt, wie wir uns das vorstellen. Das Pferd geht beim Reiten nicht vorwärts? Dann werden oftmals Sporen und Gerte so eingesetzt, dass man von einer „feinen Hilfengebung“ nicht mehr reden kann. Das Pferd gibt den Huf nicht? Also wird es in den Bauch geboxt. Das Pferd zieht beim Führen zum Gras? Also wird am Strick geruckt. Wir alle geraten immer wieder in Situationen mit unseren Pferden, in denen wir nicht weiter wissen. Und genau in diesen Situationen wird häufig Gewalt angewendet.

Nun denke  ich aber, dass jeder, der ein Lebewesen (egal ob Kind, Hund, Katze oder ein Pferd) erzieht, sich im Vorfeld Gedanken darüber machen sollte, wie er mit schwierigen Situationen umgehen möchte.  Jeder muss grundsätzlich für sich entscheiden, welchen Umgang er mit seinem Pferd möchte und auch welchen Umgang er von anderen mit seinem Pferd toleriert. Und zu dieser Frage gehört für mich auch, sich darüber Gedanken zu machen, welche Einstellung man über die Nutzung von Pferden hat.

So habe ich zum Beispiel viel darüber nachgedacht, in wieweit ich meine Bedürfnisse nach Spaß, Entspannung und der Ausübung des Reitsportes über das Wohlbefinden eines Pferdes stellen darf.  Denn es ist ja leider so, dass es nicht alle Pferde genießen, geritten zu werden. Diese Pferde zeigen das dann zum Beispiel, indem sie nicht vorwärtsgehen mögen, eventuell auch bocken oder durchgehen und oft reicht ein Blick in das Pferdeauge, um zu erkennen, dass es dem Pferd, das gerade geritten wird, nicht gut geht.

Wenn ich also ein Pferd reiten möchte, muss ich mich entscheiden,

  • ob ich die Zeichen meines Pferdes, dass es ihm nicht gut geht, ignoriere und von meinem Pferd verlange, seinen Job zu tun,
  • oder ob ich bereit bin, meine Erwartungen herunterzuschrauben und dafür Sorge zu tragen, dass es dem Pferd gut geht.

Wenn ich z.B. einem Pferd, welches nicht gehen mag, mit Härte und Sporen vorwärts zwinge, habe ich zwar meinen Willen durchgesetzt, aber ich habe auch das „Nein“ des Pferdes ignoriert.

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10. April 2012 von Babette Teschen • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Umgang 15 Kommentare »

Warum widersetzt mein Pferd sich nur?

Jede/r von uns erlebt mit seinem Pferd Situationen, in denen uns das Pferd die Mitarbeit, oder nennen wir es „den Gehorsam“ verweigert. Es widersetzt sich unserer Anordnung. Sei es, das Pferd geht an einer bestimmten Stelle nicht vorbei oder es gibt einem den Huf nicht oder es geht nicht mit Ihnen in einen Pferdeanhänger.

Wenn Sie zu den Pferdemenschen gehören, die sich Gedanken um Ihr Pferd machen (und da gehe ich mal stark von aus 😉 ), kommen Sie nicht um die Frage herum, warum Ihr Pferd nicht das tut, was Sie wollen.

Die Gründe, warum ein Pferd sich uns widersetzt, sind vielfältig:

  • Vielleicht hat es Angst?
  • Vielleicht tut ihm etwas weh?
  • Vielleicht versteht es nicht, was es tun soll?
  • Vielleicht verbindet es eine schlechte Erfahrung mit dem, was ich gerade verlange?
  • Vielleicht will es nicht?

Tatsache ist: Ein Pferd, das sich einer Übung widersetzt, sagt – aus welchem Grund auch immer – „Nein“.

Woran Sie im Falle von Widersetzlichkeit Ihres Pferdes als Erstes denken und es abklären lassen sollten, ist die Frage, ob das Pferd aus Schmerzen oder körperlichen Unvermögen heraus „Nein“ sagt. Wenn Sie hier die Ursache vermuten, legen Sie all Ihre Bemühungen bitte zunächst dahin, die Ursache zu finden und zu beseitigen. Holen Sie dafür Fachleute, wie einen Tierarzt, Physiotherapeuten oder Ähnliches.

Wenn Sie sicher sind, dass es keine körperlichen Ursachen für die Widersetzlichkeit gibt, dann versuchen Sie einen Weg zu finden das „Nein“ Ihres Pferdes in ein „freiwilliges Ja“ zu verwandeln und zwar unabhängig davon, ob das „Nein“ aus einer Angst geboren ist oder aus einem anderen Grund.
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4. Januar 2011 von Babette Teschen • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Umgang, Verhalten 26 Kommentare »

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