Herde oder Box?

Immer wieder kommt es vor, dass Pferdebesitzer ihre Tiere bei mir einstellen möchten, aber aus unterschiedlichen Gründen (insbesondere die Angst vor Verletzungen durch andere Pferde), ihre Pferde nicht, auch nicht stundenweise, in die Herde stellen möchten. Technisch wäre bei mir eine reine Boxenhaltung möglich, doch da diese mit meinen Grundüberzeugungen einer artgerechten Pferdehaltung nicht in Einklang zu bringen ist, lehne ich das ab.

Pferde sind Herden- und Bewegungstiere! Auch wenn der Pferdebesitzer jeden Tag mit seinem Pferd arbeitet, kann er die Grundbedürfnisse seines Pferdes bei dieser Haltungsform nicht annähernd befriedigen.

Sicherlich haben unsere Herdenpferde das Risiko, sich beim Toben zu verletzen und ja, es passiert. Aber es waren noch keine schweren Verletzungen dabei und wenn ich das Risiko abwäge gegen die Gefahr von Erkrankungen die vorwiegend Boxenpferde betrifft (Die meisten Pferde stehen sich krank! Und vergessen Sie nicht die höhere Belastung für die Atemwege.), und mir den gigantischen Unterschied in der Lebensqualität für das Pferd anschaue, kann ich mich nur für die Haltung in der Herde entscheiden.

Was für ein trübsinniges Dasein muss es sein, den ganzen Tag eingesperrt zu sein, mit keinem Artgenossen Fellpflege betreiben zu können und nicht mit Kumpels spielen zu dürfen. Was haben diese Tiere verbrochen, dass sie ihr Leben in Einzelhaft verbringen müssen? Vergleichen Sie, wie viel Platz ein Pferd in einer normalen Box hat, im Größenverhältnis zu dem Platz, den eine Legehenne in einem Käfig hat. Die Haltung von den Hennen im Minikäfig wird zum Glück als tierschutzwidrig angesehen und jeder hat Mitleid mit diesen Tieren. Geht es dem Pferd besser? Wie fühlen Sie sich, wenn Sie einen Hund sehen, der einsam in einem kleinen Zwinger gehalten wird? Geht es dem Pferd besser?

Pferde leiden leider auch hier stumm. Schauen Sie Boxenpferde einmal bewusst in die Augen. Wie viele starren apathisch in die Ecke, wie viele weben oder koppen?

Fazit: Für mich ist eine reine Boxenhaltung Tierquälerei. Wenn Sie mögen, freue ich mich über einen Austausch zu diesem Thema.

1. April 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Haltung 30 Kommentare »

 

30 Reaktionen zu “Herde oder Box?”

 

Von Jenni • 1. April 2008

Danke Babette! Du sprichst mir aus der Seele!

Jeder, der nur einmal versucht hat, sich in ein Pferd hineinzuversetzen, müsste eigentlich zu dem gleichen Schluss kommen.
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Leider sprechen ja viele Menschen den Pferden eine Seele ab…
Wie unvorstellbar!
Liebe Grüße
Babette

 

Von Mareike • 7. April 2008

Dieser Artikel fasst das Thema wirklich kurz und gut zusammen.
Genau das ist meine Meinung.
ich war wirklich geschockt, als ich mein Praktikum in diesem Reitstall begann. Hier werden die Pferde tatsächlich 23 Stunden am Tag (also im Einter – das heißt das halbe Jahr) in der Box gehalten und etwa 1 Stunde zum reiten rausgeholt. Und die Besitzer finden das ganz normal!
Ich finde es grausam… 🙁
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Ja, ich auch!!!
🙁
traurige Grüße,
Babette

 

Von Tamina • 5. Dezember 2008

Hallo Babette,
sehr wahr gesprochen! Und auch wenn es uns das Gefühl schon sagt und auch wenn ein paar Schrammen kein Grund wären ein Pferd in einer Box zu halten, hier noch eine Stimme der Wissenschaft aus „Tiergesundheit aktuell, Quelle: VETimpulse, 16/2008“:

„Interessanterweise stellten die Schweizer Veterinäre fest, dass es entgegen eines Vorurteils bei Gruppenhaltung nicht häufiger zu Verletzungen kommt als bei Einzelhaltung. Bei der Haltung in Einzelboxen bzw. begrenztem Weidegang können die Tiere keine Herdenstruktur aufbauen, wodurch es immer wieder zu Kämpfen um die Rangordnung kommt.

Erhöhte Verletzungsgefahr besteht zudem, wenn fremde Pferde im Rahmen von Turnieren aufeinander treffen.“

Mal ganz davon zu schweigen, dass ein unausgelastetes Pferd was den ganzen Tag herumsteht oder sich um die eigene Achse dreht, wenn dann aus der Box geholt viel eher zu Unfällen neigt. Ich finde es beruhigend wenn ich weiß, dass das Tier auf dem ich sitze beim spielen und Toben, am besten auf unebenem Gelände, seine Bewegungen im Griff hat. In allen Lagen, auch wenn es mal ausrutscht, stolpert oder sich erschreckt.

Liebe Grüße,

Tamina
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Liebe Tamina,
diesen Abschnitt sollte man in jedem Boxenstall aushängen!!
Ich stimme Dir voll und ganz zu!
Liebe Grüße,
Babette

 

Von Petra • 25. Juni 2009

Nie wieder Box.
Angefangen habe ich mit einer Innenbox. Dann kam die Außenbox (wenigstens ein Fenster), dann die Paddockbox (wenigstens frische Luft) und dann aufgrund der ständig dicken Beine meines Pferdes die Entscheidung zum LAG Stall(Laufstall). Es war natürlich eine große Umstellung für uns. Mein Pferd musste sich daran gewöhnen (eigentlich traurig) ständig andere Pferde um sich zu haben. In den ersten Monaten kam er irgendwie nicht zur Ruhe und die Macken, oje ich war nur noch am Wunden versorgen. Aber jetzt sind wir glücklich. Er spielt, hat Fellchen kraulen kennengelernt !! und verteidigt auch endlich seine Mahlzeit. Ich kann zusehen wie er entweder spielt, in die Fressbox läuft, sich im Sand wälzt oder liegt oder einfach raus geht, döst und sich die Sonne auf den Pelz scheinen lässt. Sein Fell glänzt wie nie, er ist ausgeglichen beim Reiten und ich weiß, dass er alles hat auch wenn ich mal einen Tag nicht zum Stall gehen kann. Wenn ich jetzt Boxenpferde sehe blicke ich in ihre Augen und sie tun mir einfach nur leid.
Petra
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Liebe Petra,
ich freue mich sehr für Dein Pferd, dass es nun ein artgerechtes Leben führen darf!
Liebe Grüße,
Babette

 

Von Marlies • 8. August 2009

Hallo Babette

Ich bin auch gegen die reine Boxenhaltung, aber ich persönlich möchte mein Pferd nicht mehr in einer Gruppenhaltung, da ich schlechte Erfahrungen damit gemacht habe. (Keine seriöse Eingliederung, zu kleine, ungünstige Stallverhältnisse). Bei uns in der Umgebung kenne ich gerade mal einen Gruppenstall, der meiner Meinung nach seriös geführt wird und auch die Infrastruktur f. den Reiter stimmt (Reitplatz etc.) Mein Pferd lebt nun in einer Auslaufboxe mit täglichem Weidegang in der Gruppe. Ich denke das ist ein guter Kompromiss.
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Ja, das finde ich auch!
Liebe Grüße,
Babette

 

Von xenia • 3. September 2009

Hallo zusammen,
ich bin ein stiller und fleissiger Mitleser… aber ich habe mich bisher noch nicht getraut, selber zu schreiben.
Dieses Thema hier brennt mir aber unter den Nägeln!
Ich habe mich gefragt, ob ich mich outen soll… aber ich tue es jetzt einfach:

Mein Pferd steht EINZELN !! (und das ist gut so!)

Obwohl ich eigentlich so denke wie Ihr!!
Als ich mir den Traum vom eigenen Pferd erfüllt habe und meinen Wallach kaufte, stand für mich fest: Mein Pferd kommt nur in einen Lauf- oder Offenstall!
Gesagt, getan!
Die ersten paar Tage war er nur von Bißwunden übersäht.
Nach ca. zwei Wochen bekam er einen Eisen-Tritt auf das Vorderfußwurzelgelenk, eine ca. 6 cm breite Platzwunde erstreckte sich bis ins Gelenk, er konnte nicht mehr stehen, das Bein nicht mehr beugen. Es entwickelte sich ein Einschuss (so ein Elefanten-Bein habt Ihr noch nie gesehen) lange war nicht klar, ob das Bein steif bleiben würde. Täglich drei Spritzen und Medikamente bis unter die Hutkante…. doch das war nur der Anfang der Verletzungen durch die anderen Pferde!
Es folgten Tritte gegen alle vier Beine, die nun von Überbeinen als Zeit-Zeugen übersät sind, Prellungen an Schulter und Hüfte, ein fast gebrochener Kiefer und ein Biß in den Kehlkopf, der ihn fast ersticken ließ!
Zeitgleich entwickelte er Husten, Atemwegsprobleme, eine laufende Nase, tränende Augen, entzündete Ohren, trockene schuppige Haut, stumpfes Fell, Haarausfall, Hautpilz, Mauke, Schlauchentzündungen, angegriffene Organe durch die Medikamente, Dauer-Durchfall, Kotwasser, Magenschleimhautreizungen….. ich habe bestimmt noch das eine oder andere vergessen…
Tierarztkosten: gute 5.000,- EUR im ersten Jahr!

Doch ich hielt dran fest: ein Pferd gehört in die Herde!

Das zweite Jahr verlief noch schlimmer.. Er war eine einzige Dauer-Baustelle, hatte ich die eine Verletzung/Krankheit behandelt, bekam er schon die nächste….
Ich hatte einen eigenen Schrank voll mit einem Arsenal an Medikamenten, Verbandszeug, Cremes, Salben, Aufbaupräparaten – ich kann mittlerweile Wunden versorgen und verbinden, besser als jede Tierarzthelferin. Doch war ich selber bald kurz vor dem Kollaps – fast zwei Jahre lang jeden Tag Pferd verarzten, Wunden auswaschen, Medikamente geben hatten auch Spuren bei mir hinterlassen.
Dann bekam mein Pferdchen einen (vermutlich Eisen-mit-Stollen-) Tritt gegen den Ellenbogen. Durch den tief ins Fleisch eingebrachten Dreck/Bakterien entwickelte sich „GASBRAND“.
Versucht mal nach Behandlungsmöglichkeiten zu googeln – Ihr werdet keine finden, weil diese Erkrankung bei Pferden sowieso tödlich verläuft, bevor eine Therapie anschlägt!
(Meine Güte bekomme ich jetzt noch Herzklopfen, nur durchs drüber schreiben…)
Da war für mich das Maß voll.
In diesem Stall gab es keine Einzel-Haltungsmöglichkeit.
Also sprach ich mit der Tierärztin – mein Pferdchen wurde mit Medikamenten vollgestopft um ihn transportfähig zu machen, dann in den Hänger geschleift (ich meine das so wie ich es schreibe, wenn Ihr nicht wißt, ob Euer Pferd morgen noch lebt, habt Ihr keinen Nerv für Verladeübungen und vorher kamen wir durch die dauernden Verletzungen nicht dazu) und in einen anderen Stall gebracht. Hier bekam er eine schöne große Einzelbox mit einem sonnigen Paddock. Zwei Wochen lang bangte ich noch um sein Leben, fuhr mehrmals täglich und nachts zum Stall, um ihm die Medikamente genau nach Zeitplan zu geben, damit der Medikamentenspiegel im Blut immer gleich hoch bleibt – und mein Pferdchen erholte sich erstaunlicherweise unglaublich gut in seiner „Einzelhaft“.
Das ist jetzt über 10 Monate her!
Was soll ich sagen, es geht meinem Pferd gut!
Kein Durchfall mehr, keine Hautprobleme, keine Mauke etc. Er hat einfach keinen Stress mehr!
Weil ich aber nach wie vor diese „Das-Pferd-gehört-in-Gesellschaft-Geschichte“ verfolgt habe, habe ich versucht ihn mit einem anderen Pferd vom Hof zusammen auf die Weide zu stellen.
Wieder ging es los mit Tritten, Bißwunden und einem gestressten Pferd, was schließlich in einer Kolik gipfelte. Also trennte ich ihn wieder.
Der momentane Stand ist jetzt so:
Er hat immernoch eine Einzelbox mit großem Paddock, etwas über 30 QM groß (hier steht er über Nacht) und er hat eine eigene Weide (hier steht er den ganzen Tag, jeden Tag, Sommer wie Winter). Die Weide ist links und rechts nur durch Strombänder von den Nachbarweiden getrennt, hier stehen weitere Pferde.
Sie können sich beschnuffeln, zusammen rumstehen oder rumliegen (nur durch die Bänder getrennt) oder auch mal zusammen den Zaun entlang langfetzen, buckeln und toben. Aber sie können sich nicht treten und verletzen.
Und wenn er genug hat, kann er sich umdrehen und weggehen, ohne daß ihm das Nachbarpferd folgen kann und ihn bedrängen kann.

Mein Pferd war noch nie so glücklich!!
Es geht ihm einfach gut und er ist topfit!
Sein Immunsystem hat so aufgeholt, das ist unglaublich.

Jetzt ist es eher andersherum, die anderen Pferde im Stall kränkeln ab und an mal – nur er bleibt gesund *klopfaufholz*
Vorher war er der erste der „Hier“ schrie, wenn ein Virus durch die Luft flog – und er bekam natürlich nicht nur einen Schnupfen, sondern gleich eine halbe Lungenentzündung (seht Ihr, das habe ich oben in der Aufzählung vergessen: über 40 Grad Fieber eine Woche lang…)
Jetzt schnupft und rotzt alles um ihn herum und ich renne schon mit Fieberthermometer bewaffnet in die Box, aber ihm geht es einfach gut!
Er war noch nie so ausgelassen und glücklich!
Nachdem ich zwei Jahr lang nur Verletzungen behandelt habe, hatte ich dieses Jahr den ersten Sommer, den ich mit REITEN und SPIELEN und SONSTIGEMKRAM verbracht habe!
Wenn ich die Stallgasse betrete, schnellt sein Kopf am anderen Ende bereits nach oben (er erkennt mich schon am Klang meiner Schritte), er brummelt mich an und „fragt“ mich mit den Augen, was wir heute denn wieder anstellen, was wir heute wieder unsicher machen.

Ne, es bleibt jetzt so wie es ist, mein Pferd bleibt in
„Einzelhaft“, Schande über mein Haupt…..

Liebe Grüße
von der geouteten
xenia
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Liebe Xenia,
ich glaube, Du musst Dir keine Sorgen machen das Dich hier jemand nicht versteht und Dir Deine Entscheidung übel nimmt.
Mein Gott, was für eine Geschichte!
🙁
Zum Glück ist es ein Einzelfall das ein Pferd so gar nicht von seinen Artgenossen akzeptiert wird und wiederholt so verletzt wird.
Für Dein Pferd ist es sicher der richtige Weg den Du nun gewählt hast.
Alles Liebe für Euch,
Babette

 

Von Mirja • 21. Januar 2010

Meiner steht noch mit einen Pferd ganzjährig im Offenstall. Er ist ausgeglichen, geht nicht durch, buckelt nicht. Da ich fünf mal die Woche die Pferde versorge, mit mis´ten und ich es echt toll erwischt habe zahle ich dafür auch fast nichts. Im Reitstall hingegen sind alle Pferde seitdem Schnee liegt ni´cht mehr rausgekommen, nur zum reiten in der Halle, und dort würde ich bis zum zehnfachen mehr bezahlen.Nein, ich bin echt ein überzeugt vom Offenstall, und wenn Box dann nur mit ganzjährigen täglichen mehrstündigen Weidegang. Ein Argument vom Reitstall war das die Pferde Stollen bekämen, nun da frage ich mich warum man die Eisen zum Winter nicht unten läßt, bzw. Spezialbeschlag macht. Lieber läßt man die Pferde dann im Stall stehen, ich muß zwar 15min. zur Halle reiten, doch ist es mir das allemal wert, da es meinem Pferd viel besser dort geht.
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Liebe Mirja,
meine Pferde die Eisen brauchen, bekommen im Winter immer einen speziellen Beschlag mit Schneegrip und Stollen. So verbringen sie auch im Winter problemlos im Offenstall 😉 ,
liebe Grüße,
Babette

 

Von Silke H. • 28. Januar 2010

Mein 21jähriger Traber steht jetzt schon seit 15Jahren in Offenstallhaltung,davon knapp 2 1/2Jahren bei uns.Wir können ihn gar nicht mehr einsperren,er würd den Stall zerlegen und sich die Beine zertrümmern.Er ist zwar sofort am rotzen wenns Wetter umschlägt und läuft bei nasskaltem Wetter auch klamm aber wir haben ihm Futterzusatz gekauft gegen Arthrose und ich koch ihm bei Erkältung gern Erkältungstee,Hustentee oder Pfefferminztee was er zu seiner Medizin bekommt.Er fühlt sich draussen einfach am wohlsten.Diesen Winter haben wir ihn mit 400g Decke statt 200g stehen,aber lieber Deckenpferd als mind.20Std Box.Unserren Shetty den wir jetzt 1Jahr besitzen konnte die Vorbesitzerin auch wohl einsperren,aber jetzt würd er sich auch wohl eher die Beine kaputthauen als sich einsperren lassen.L.G. Silke Zu Xenia:So hätt ich in diesem Fall auch reagiert,er steht ja auch nicht 23 Stunden eng eingepfercht so wie ichs jetzt verstanden habe

 

Von Linda Booz • 17. Februar 2010

Hallo Babette,

Du sprichst mir aus der Seele. Ich bin keine so große Pferdekennerin – aber ich kann den Tieren „aus den Augen“ lesen. Über Umwege bin ich auf einen Bauernhof gekommen, wo ungefähr 30 Pferde leben (der Bauer hat 11 eigene). Diese Pferde leben alle in einer Box – wenn sie Pech haben, stehen sie einige Tage nur in dieser Box. Wenn sie Glück haben, kommen sie stundenweise auf die Weide.
Ich finde das absolut nicht artgerecht und versuche auch immer wieder, meine Meinung kundzutun – es hat sich auch schon einiges getan – dafür bin ich sehr froh für die Tiere !!
Liebe Grüße und mach weiter so – die Tiere werden es Dir danken !!!!
Linda Booz
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Vielen Dank Linda!
Liebe Grüße,
Babette

 

Von Anja • 14. März 2010

Hallo an alle, ich bin gerade durch meine Weideverpächter auf Eure Seite aufmerksam gemacht worden. Echt Klasse. Und was ich bis jetzt zum Thema Pferdehaltung / Offenstall gelesen habe – man da kann ich nur zu stimmen. Leider sind wir ( meine Stute und ich ) auch gebrandte Kinder. Vor meiner Versetzung hatte meine Kleine eine Außenbox mit vollem Kontakt zu den Nachbarn ( 14 weitere Pferde ) und täglich zwischen 12 und 16 Stunden Weidegang. Herrlich – tja und dann kam der Umzug und das Drama begann: Klimawechsel= Rotznase und seit dem Herbst andauernde Bindehautentzündung auf beiden Augen; Aufstallung = ständige Verletzungen ( Brust aufgespießt über 800,-Euro, Auge an Kante aufgerissen, Flanken kaputt – an vorstehenden Boxenriegeln aufgerissen, Beine ständig kaputt gehauen an Türscharnieren, die in die zu enge Stallgasse ragten; Gesamtsumme in knapp 4 Monaten etwa 2000 Euro) Jetzt ist mir der Kragen geplatzt und ich habe meine Stute in einen anderen Stall verfrachtet. Dort klappt es prima, die ersten Tage hatte ich sie nachts in der Box, aber seit zwei Tagen im Offenstall. Seitdem hat sie noch keine neue Macke dazubekommen! Baut auch langsam wieder auf und frist entspannter…herrlich…es lebe eine vernünftige Tierhaltung…
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Oje!
Da habt Ihr ja einiges hinter Euch… 🙁
Alles Gute für die Zukunft und liebe Grüße,
Babette

 

Von Katrin • 17. Juli 2010

Leider gibt es die reine Boxenhaltung noch immer.
Ich habe seit gut 3 Monaten eine Reitbeteiligung in einem relativ großen Stall. Die Bedingungen dort sind ideal – viel Weidemöglichkeiten, großer Platz, große Halle. Dennoch gibt es einige Pferdebesitzer die ihre Pferde in der Box lassen. Da steht sogar an den Boxentüren – bei Regen bitte nicht raus???. Viele stehen aber den ganzen Tag draußen und die Besitzer holen dann ihre Pferde von der Koppel wenn geritten wird. Zum Glück steht ‚meiner‘ den ganzen Tag draußen.

@Xenia – warum hast du solange gewartet bis du dein Pferd umgestellt hast?

Ich wünsche mir das bald alle Pferdebesitzer in ihren Pferde ein Lebewesen sehen und nicht nur einen Freizeitgegenstand.
LG
Katrin
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Liebe Katrin,
Deinen Wunsch teile ich…
Liebe Grüße,
Babette

 

Von Annette Thesen • 13. August 2010

Hallo Babette,
Unsere 13jährige Stute, Dressurpferd meines Sohnes( ergo Boxenpferd), was ich als Gefängnis empfinde, hat seit 3 Monaten einen Sehnenschaden und wird nicht gearbeitet.Sie kommt täglich 2 x bis zu 3 Stunden auf die Weide, aber alleine, wegen der Verletzung, dazu noch riesige Führanlage.Sie ist ein ganz ruhiges und soziales Pferd. Nun habe ich auch noch das alte Dressurpferd(20J) meiner Tochter,und der steht seit 2 Jahren in einer Offenstallhaltung mit grossen Weiden und einem Gemeinschaftsstall für den Winter und überdachten Heuraufen. Sie liegen im Winter auf Leinstroh, bekommen 2 x täglich Heu und ich füttere noch Mash und Müsli und Möhren dazu.Es ist eine Herde von 5 Wallachen, die sich bestens verstehen seit die Rangordnung hergestellt ist.Nun soll die Stute meines Sohnes in den nächsten Tagen in unseren Offenstall umziehen. Das Pferd meiner Tochter, der dort seit 2 Jahren steht, ist bester Freund von der Stute, sie standen 5 Jahre Box an Box und letztes Jahr 3 Monate zusammen getrennt von den anderen Pferden in unserem Offenstall. Ich muss dazu sagen, dass unser Wallach, Anthony,unser älteres Pferd noch einen besten Freund in der Herde hat. Das ist sein Schatten. Die Besitzerin des OS hat aber jetzt Angst dass wenn die Stute kommt es Zoff und Unruhe in der Herde geben wird,.Alle Pferde sind ohne Eisen und bei Roxy, der Stute,werden sie auch abgennommen. Kann ich die Stute sofort zu den 5 Wallachen stellen? Wird das gefährlich für Verletzungen?
Sicher werden die Jungs sich um die Stute streiten und so wie sie ist, wird sie bald Herdenchef sein. Ich habe Bedenken, dass der gute Freund von Anthony ihn beissen und schlagen wird! Wie sollen wir vorgehen? Unsere Pferde standen, wie bereits erwähnt, letztes Jahr schon 3 Monate im Offenstall dort, aber getrennt von den anderen Wallachen. Hatten nur Kontakt über den Zaun und sich auch ausgiebig beschnuppert. Als ich die Stute wegholte zum Training, also wieder Boxenhaltung, war das für sie kaum ein Problem. Nur der alte Anthony hat auf der Weide die Kollegen gemieden, nicht mehr gefressen und rannte auf und ab am Zaun und hat gewiehert wie verrückt.Die Suche nach Roxy dauerte 3 Tage, dann wurde er endlich ruhig. Wie es diesmal wird, keine Ahnung.Gibt es da Massnahmen die ich einhalten müsste?
Eine Frage noch.Unsere Pferde bekommen im Sommer kein Heu zugefüttert, auch wenn die Weiden leer gefressen sind.Ich durfte Anthony aber getrennt mit Heu zu füttern. In den Offenstall dürfen sie erst ab dem 1.November bis zu 30. April. Vorher ist der Stall zu, egal ob es schon stürmt und regnet, es gibt zwar Bäume, aber unser Anthony hasst den Regen und steht immer ganz klamm da. Meines Erachtens nach müsste der Stall das ganze Jahr über zugängig sein für die Pferde, im Sommer auch wegen der Hitze und der Fliegenplage. Ebenfalls wird in unserem Stall nie Stroh zugefüttert im Winter.Müssen die Pferde Stroh zum fressen haben,oder reicht Heu alleine?
Ich wäre so froh Ihre Meinung zu hören, denn ich weiss nicht wie ich der Besitzerin erklären soll was sein müsste und was nicht.Sie ist ziemlich stur und meint, alle Pferde, ausser unserem alten, wären dick genug und bräuchten kein Heu zusätztlich auf der Weide. Bin ganz unsicher geworden. Es war nur Anthony der abgenommen hatte, die anderen Pferde nicht, sind aber Robustpferde wie Tinker und irgendein Western-Kaltblut-Mix. Ich gehe davon aus, dass auch diese Pferde Hunger leiden wenn die Weiden leer sind.
Vielen Dank für eine Antwort,
mit lieben Grüßen, Annette
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Liebe Annette,
ich würde die Stute nicht „einfach so“ in die Herde stellen. Guck mal hier habe ich geschrieben, wie ich neue Pferde in die Herde integriere.
Wenn die Weiden leer sind, sollte auf jeden Fall Heu zugefüttert werden.
Ich füttere das ganze Jahr über Stroh dazu. Auch ein Unterstand sollte immer zur Verfügung stehen.
Gegen den Regen kannst Du Deinem Pferd eine robuste Outdoordecke aufziehen.
Liebe Grüße,
Babette

 

Von Annette Thesen • 19. August 2010

Hallo Babette,
danke für Deine Antwort. Konnte sie erst heute lesen, und da der Umzug der Stute dringend war, ist sie heute in die Herde gekommen. UND ES KLAPPTE HERVORRAGEND! Ein enormer Glücksfall. Ok, muss erwähnen, dass die 5 Wallache und unsere Stute sich schon letztes Jahr kennengelernt hatte. Die Stute und ihr alter Boxenfreund auf der einen Weide und die anderen auf einer Weide daneben. Es gab keine Keilerei, nichts damals.
Heute stellten wir die Stute eine Stunde lang wieder auf eine Weide neben den 5 Wallachen, und es war ! freudige Begrüssung. Dann wagten wir es trotz schlechtem Gewissen und Angst, die Stute in die Herde zu lassen. Was dann passierte war unglaublich. Nach ein paar Runden Galopp auf der Weide(1 Ha) wurde es ruhiger.Alle schnupperten bei Stute kurz und sie war ganz ruhig und gelassen. Noch eine Stunde später kam dann ein Wallach der die niedrigste Rangordnung hat un d hat der Stute „den Hof“ gemacht. Sie liess das kalt, sie gingen alle nur enorm viel (Schritt) hin und her. Und unser Wallach, der langjährige Freund von ihr, kam nicht an „seine“Stute ran, der Kleine biss sogar nach ihm und dann hat unser Wallach sich verzogen. Heute Abend, plötzlich, unsere Pferde friedlich nebeneinander grasend, 2 andere Wallache weiter unten und grasten und die beiden Restlichen ebenfalls. Es sah aus, als wären alle schon seit Jahren zusammen auf der Weide. Wir waren so glücklich und hoffen dass es so bleibt. Denke ich schon, es gab nicht mal ne Schramme. Uff, das war gut gelaufen. Unsere Stute ist zum Glück ein sehr friedliches und soziales Pferd, sie hat auch vorher bei der Boxenhaltung, wenn sie auf der Weide war und ein ihr fremdes Pferd dazu kam,nie getreten, gebissen oder gejagt.
Eine sehr glückliche und zufriedene Besitzerin!
Lieber Gruß, Annette

PS: Ich glaube so kann man es nur machen wenn man die Pferde kennt und die Pferde sich auch schon ein wenig vorher kannten. Wäre es schief gegangen, hätten wir die Stute sofort rausgenommen, denn es stimmt tatsächlich, wenn ich sie rufe, kommt sie.
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Super, dass das Eingliedern so gut geklappt hat 🙂 ,
alles Gute und liebe Grüße,
Babette

 

Von Christiane • 31. Oktober 2010

Ich bin auch ein großer Fan von Herdenhaltung. Dennoch finde ich es sehr wichtig, dass ein Pferd sich auch in einer Box benehmen kann.
Bei bestimmten Verletzungen muß ein Pferd eben auch mal eine Zeit lang ruhig in einer Box stehen können.
20-24h am Tag sollte jedoch kein gesundes Pferd in der Box verbringen müssen. Weidegang und der (kontrollierte) Kontakt zu Artgenossen sind meines Erachtens sehr wichtig für Zufriedenheit und Ausgeglichenheit.
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Ja, wichtiger und guter Hinweis!
Danke dafür :-),
liebe Grüße,
Babette

 

Von Tina • 8. November 2010

Hallo, mein Pferd stand nun leider auch ein knappes Jahr in einer Außenbox 23 Stunden am Tag mit zwischendurch mal Weidegang für ein/zwei Stunden. D. h. ich „musste“ jeden Tag hin, stand immer unter Spannung, weil ich ja auch arbeiten musste. Jetzt steht sie im Winter tagsüber und im Sommer Tag und Nacht draußen in einer kleinen Herde mit Heuraufe. Ich erkenne sie jetzt kaum wieder, sie hat enorm an Ausstrahlung und Selbstbewusstsein gewonnen. Wenn es Futter gibt, giftet sie nicht mehr und schlägt nicht mehr gegen die Box. Allerdings muss ich mich jetzt bemühen, dass ich für sie interessanter bin als ihre neuen Freunde, sowohl im Umgang als auch beim Reiten. Das wird sich aber denke ich geben, wenn sie begreift, dass ihr Leben jetzt immer so aussieht und sie nicht mehr eingesperrt wird. Es war die beste Entscheidung, vor allem wenn ich mein glückliches Pferd sehe. LG Tina
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Schön!
Liebe Grüße,
Babette

 

Von Julia • 11. März 2011

Hallo, ich wollte jetzt auch mal meinen Senf dazugeben, weil mich dieses Thema jeden Tag beschäftigt. Eine Bekannte hat sich vor kurzem ihr erstes Pferd gekauft. Erst stand es mit meinen Pferden im Offenstall. Da aber in unserer Herde ein ziemlich hengstiger Wallach ist, hat er das Pferd meiner Bekannten ziemlich untergebuttert. Wie sollte es auch Anfangs anders sein? Nagut, selbstverständlich hatte das Pferd ausgerissene Haare etc. Jeden Tag hab ich ihr gesagt, warte ab die raufen sich schon zusammen. Nach ein paar Tagen kam sie dann auf mich zu und erzählte mir, das sie jetzt eine tollen Reitstall gefunden hätte und da auch so schnell wie möglich hinwollte. Gesagt, getan. Als ich sie nach ein paar Wochen mal besuchen kam, war ich mittelmäßig entsetzt. Das Tier stand in einer Box, mit Gitterstäben und ohne Fenster. Koppeln gab es nicht, nur Ausläufe, die maximal 2 mal so groß wie eine Box waren. Natürlich kam das Pferd NUR alleine auf dieses Außengefängniss. (1 std. wenns hochkommt). Und sie sagte zu mir, ja der will überhaupt nicht raus. WAS??? Hat die sich schonmal mit dem Wesen Pferd auseinandergesetzt?
Ich bin dann in den Gängen rumgelaufen um mir die anderen Pferde anzuschauen. Diese Tiere waren entweder teilnahmslos in der Ecke gestanden, koppten oder schoßen aus den Boxen heraus um nach mir zu beißen. Wenn wundert es? Mich nicht. Fazit. So würde ich niemals Pferde halten und ich bin froh, das meine Pferde in diesem Moment, glücklich auf der Koppel herumlaufen können.

 

Von gabriela masanti • 18. April 2011

Wir hatten, als ich kind war springpferde in der box mit balkon. Heute habe ich und meine familie Islandpferde im offenstall, paddock und weide.
Ich könnte mir niemals mehr vorstellen getrennte boxenpferde zu haben… auch nicht mit balkon!

 

Von Margot • 3. September 2012

Ein toller Artikel und auch sehr wahr. Ich würde meine Haflingerin auch gern im Bewegungsstall halten, nur leider sind die Aktivställe bei uns nicht der HIT. Zu viele Pferde auf zu wenig Platz und der zum Großteil Beton statt Sand. Ich sehe also viele verspannte Pferde mit auch größeren Wunden von Rangkämpfen.
Außerdem kann mein Haflinger mit dem All You Can Eat Angebot bei Heu und Gras nicht umgehen. Ich halte sie also grade in der Box und es tut mir in der Seele weh, weil da die Pferde nur zwei Stunden rauskommen. Oft auf betonierten Paddocks. Aber das erste Pferd im alten Stall bekam schon Rehe von zu viel Koppel. Und der Haflinger hat schon fiese Polster an Schweif und Schulter.
Nun suche ich natürlich langfristig eine andere Bleibe. Ich wüsste evtl. einen Stall mit fünf Stunden Auslauf in kleinen Gruppen. Was meint ihr, geht das? Es muss doch gehen, dass mein Pony ein artgerechtes, nährwertarmes Leben bekommt und ich eine Reithalle!
Alles Liebe!

 

Von Vanessa • 12. September 2012

Ein sehr guter Artikel.
Mein Pferd stand bis vor 5 Monaten immer in einer Boxe ohne Auslauf. Sie war 23h pro Tag in dieser kleinen Boxe und konnte nur über das Boxenfenster den anderen Pferdekollegen „hallo“ sagen.
Im Mai dieses Jahres habe ich von einem Sportstall in einen kleinen schönen Stall gewechselt, mein Pferd hat nun eine schöne Boxe mit grossem Sand-Auslauf (12m lang und 3m breit)bei uns ist das gross 🙂 und einer angrenzenden Weide. Sie kann mit den anderen Pferden Fellpflege machen aber halt nicht richtig wie in einem Offenstall.
Natürlich würde ich mein Pferd gerne in einen Offentall stellen aber bei uns in der CH gibt es das leider sehr selten und wenn dies möglich ist, dann meistens nur für Ponys und Kleinpferde.
Meine Stute sieht sehr zufrieden aus und geniesst es selbst zu entscheiden ob sie in der Boxe, Auslauf oder auf der Weide sein möchte. Ich würde sie nie mehr in eine Boxe stellen.
Lg Vanessa

 

Von Bettina • 3. Dezember 2012

Mir tun Boxenpferde wirklich leid. Bei uns am Stall stehen die meisten auch nur in der Box, ohne Auslauf. Besonders für die Hengste ist das schlimm, so viel Energie (auch durch viel Kraftfutter weil Sportpferde), und keine Chance, sie loszuwerden. Die gehen buchstäblich an die Decke. Jetzt haben sie einen neuen Hengst gekauft, bildhübsch, Oldenburger, und ich frage mich, wozu. Das arme Tiert steht nur in der Box, seit vier Monaten (er ist jetzt fast drei), wenn er Glück hat, darf er eine halbe Stunde in die Führmaschine oder in die Halle zum Austoben. Bald fangen sie ihn an einzureiten. Er hat sich verändert: als er ankam, sah er keck aus, abenteuerlustig, mochte Menschen. Nun sieht er depressiv aus, steht lustlos in der Ecke. Er hat nicht mehr diesen Glanz in den Augen. Da er brav ist und Hengst bleibt, erwartet ihn ein Leben im Gefängnis. Leider kann ich ihn mir nicht leisten (er hat einen super Stammbaum) sonst würde ich ihn kaufen. Und was bringt ihm seine gute Abstammung…Manchmal finde ich es zum heulen. Die Stallbesitzer sind sehr erfolgreich in Springen und Dressur, und sie lieben ihre Pferde. Aber durch ihre Unwissenheit verursachen sie viel Leid.
Das Grand-prix Pferd der Stallbesitzerin kam im Frühjahr zweimal auf die Koppel, beim dritten mal verletzte er sich schwer an der Schulter. Keiner weiß, wie er das gemacht hat, er hat sich irgendwie einfach hingeschmissen. Durch die Verletzung konnte er nicht aufs Turnier. Seitdem war er nicht mehr draussen, nur eine Stunde am Tag auf dem Platz oder in der Halle. Der arme Kerl weiß einfach nicht, wie man sich vernünftig auf der Koppel verhält und hat völlig kaputte Hufe durch die Boxenhaltung (werden durch Spezialeisen zusammengehalten).
Mein Pferd kommt zwar auf die Koppel, aber im WInter nur kurz, und gar nicht, wenn das Wetter sehr schlecht ist. Ich versuche, die Stallbesitzerin davon zu überzeugen, dass Pferden das Wetter recht egal ist, aber das ist schwierig. Für die Zustände hier in Warschau ist es ein toller Stall: gutes Futter (ohne Schimmel, nicht selbstverständlich hier), tägliches Boxenmisten (manche Ställe hier misten alle drei Wochen), Reithalle, Wald. Super Trainer. Jetzt will ich anregen, einen Offenstall für eine kleine Herde von vier Pferden zu bauen, drückt mir die Daumen 🙂 Vielleicht wird der Offenstall zo beliebt, dass es scih rumspricht, oder mehr Leute kommen, die sowas für ihr Pferd wollen. Irgendwie muss man ja anfangen, die Welt zu verändern 🙂

 

Von Sina Gransee • 10. Januar 2013

Hi,

also mein 2 jähriges Pony lebte erst im Offenstall.Da stand er aber nur in der Matsche und in die Herde passte er leider gar nicht.Dann haben wir den Stall gewechselt. Nun steht er 22 Stunden in der Box und 2 Stunden am tag Einzelpaddock.Nun er wird immer unausgegelichener und ich denke es ist nicht das richtige.Nun habe ich einen neuen Stall für uns gefunden.Es ist ein Aktivstall un die herde passt zu ihm. Es sind nur junge Pferde und sogar Fohlen.24 Stunden haben die einen 2.500 Quadratmeter Paddock mit Hügeln und Stangen die die Pferde überwinden müssen um zum Wasser zu kommen.Im Sommer kommen dazu noch 7.000 Quadratmeetr Paddock.Es ist eine kleine Herde mit 10 Pferden.

 

Von Alina Kinski • 10. Mai 2013

Ich habe ein älteres Kaltblut und eine jüngere Vollblutstute die von der Rennbahn kommt, im Gegensatz zu meinem Kaltblut das auf der Koppel geboren wurde kannte mein knPP 10 jahre ihres Lebens nur das Leben eines Rennpferdes das im schlechtesten Fall einzeln dauerhaft in einer Box gehalten wird, in die Führmaschine kommt und zum training „darf“. Bei mir kam sie dann in einen Offenstall vor zwei jahren, diesen Winter habe ich mich nach vielen Rückschlägen, verletzungen und krankheiten dazu durchgerungen mein Vollblut zu meiner anderen Stute in den Odenwald auf eine Offenstallkoppel zu bringen, mit dem Risiko das sie es dort nicht schaffte Pferd zu werden. Trotz anfänglicher kleineren Blessuren merkte man ihr sofort an das eine Herde von 16 Pferden, hektar Weise platz und genügend rauhfutter besser tut als jedes gut gemeinte training im rennstall, klar sie ist immer noch dabei zu lernen wie man sich in einer herde verhält und tut sich dabei auch hin und wieder weh, aber wir sind auf dem weg und ich würde daran nichts mehr ändern wollen, beide stehen sommer wie winter draussen und haben „nur“einen unterstand zum schutz dafür aber ein Pferdeleben sommer wie winter, die pferde essen, schlafen und spielen wann sie wollen, der mensch greift kaum ein.wir werden sicher immer mal einen rückschlag haben aber wenn ich mein pferd jeden tag anschaue weis ich das es das richtige war, gerade für einen blüter der meist kein stabiles nervenkonstüm hat kann es nichts besseres geben, ich würde diesen weg immer wieder gehen und für meine tiere selbst komplett zurück stecken

 

Von Jessica • 12. Oktober 2013

Hallo,
Sehr schöner Artikel!:-) meine Stute steht zur Zeit in einem Laufstall/ Offenstall. Allerdings habe ich mit dem Stallbetreiber ein paar Probleme ( leicht vergammelte heulage, knappes Wasser im Sommer, respektlose Umgangsformen etc) und überlege nun meine Stute umzustellen. Offenstall gibt es leider nicht in meiner Nähe, also hab ich mir einen mit Boxenhaltung ausgesucht. Allerdings sind die
Tiere nur nachts in der Box trotzdem hadere ich. Ob das nicht vielleicht schon zu viel ist. Im Winter käme sie dann nur 2 Stunden raus da werde ich mich aber erkundigen ob es möglich ist dass sie den ganzen Tag draußen steht.
Was meint ihr, wäre das ein Kompromiss mit der Boxenhaltung?
Würde mich über eine Antwort sehr freuen, mfG:-)
________________________________________
Hallo Jessica,
ja, eine gute Haltung, wo das Pferd den ganzen Tag mit anderen Pferden draussen ist und Nachts in der Box steht, finde ich ok. 2 Stunden „Freigang“ sind aber viel, viel zu wenig, denn das heisst, 22 Std. am Tag ist das Pferd im Wohnklo eingesperrt. Das wäre für mich absolut inakzeptabel!
Liebe Grüße,
Babette

 

Von Sandra • 22. März 2014

Hat hier jemand Erfahrung mit älteren (ü20) Pferden mit Offenstallhaltung/Umgewöhnung.Und ich meine nicht die alten Pferde wegzustellen.Er ist noch voll Reitfähig.Ich hab Sorge das ich ihn wenn er dann irgendwann ganz alt wieder in die Box stellen muß.Stimmt es das eine Herde die alten Pferde irgendwann aussortiert?

 

Von Anna • 19. September 2014

Mein Pferd steht ganztags in einer gemischten Herde. Abends kommen sie in Paddockboxen.
Offenstall kommt für mein Pferd leider nicht in Frage, da er schwerer Allergiker ist (Insekten, Schimmelpilzsporen usw.) Ein Offenstall wäre laut TA kontraproduktiv, da er den Allergenen noch viel doller ausgesetzt wäre.
Gibt es andere Möglichkeiten? Immer her damit 🙂

 

Von gabi • 21. September 2014

Hallo Anna!
mein Pferd ist auch Allergiker (Insekten). Ich halte ihn dennoch im Offenstall. Es gibt für mich nur die Möglichkeit, dass er sich bei Bedarf in einen 3seitigen Unterstand zurückziehen darf, aber nach Herzenslust weiden, rennen und spielen darf.
Während des Beritts war aber auch schon in der Box.Dort hat er sich lt. Stallbetreiber sehr wohl gefühlt, war beim Reiten in der Halle sehr nervös und spannig. Zu Hause zurück hat er sich zuerst gewälzt und gleich gute Freunde gefunden.
Ich hoffe, ihn jetzt in der O-Haltung mit Eigenbluttherapie und Spritzen so stärken zu können, dass er weiter in 24h Weidehaltung leben kann. Ich bin immer sehr traurig, wenn ich abends sehe, dass er sich doch wieder aufgekratzt hat, obwohl sich eigentlich zurückziehen könnte. Also ich denke, du machst es richtig mit der Paddockbox.

 

Von Sunset • 17. November 2014

Ich habe diesen Artikel aufmerksam gelesen und schon wieder muss ich darüber nachdenken, ob meine Tierärztin richtig liegt….
Ich erzähle mal kurz unsere Geschichte und vielleicht hat ja jemand noch eine Idee zu der perfekten Haltung für meinen Kleinen.
Ich bin grundsätzlich kein Boxenfreund und habe immer gesagt, wenn ein eigenes Pferd kommt, steht dieses auf keinen Fall in der Box.
So, dann war es im April soweit, ich kaufte meinen 3 jährigen. Der für uns trotz Box perfekte Stall war einer, wo er früh am Morgen auf einen großen Paddock kommt mit 5 anderen Pferden (gemischte Herde) und über Nacht in eine große, sehr luftige Außenbox mit direktem Boxennachbarn und nur halb hohen Wänden. Diese Haltung galt für die Wintermonate. Ansonsten 24 Stunden Sommerweide in der gleichen gemischten Herde. Leider allerdings, gab es auf den Sommerweiden nie einen Unterstand, sondern lediglich Bäume die Schatten spendeten und direkt an einem kleinen Bachlauf lagen.
Ich dachte, ich tuh meinem kleinen Araber Mix einen Gefallen wenn er so frei gehalten wird. Dann kam der Sommer und somit die 24 Stunden Sommerweide. Schon nach kurzer Zeit merkte ich, dass mein Pferd immer müde war und sehr sehr schlapp. Außerdem schubberte er sich unheimlich stark an Schweif und Mähne. Ich ließ den Tierarzt kommen und es wurde ein Blutbild gemacht. Alles in Ordnung. Da es aber immer schlimmer wurde, ließ ich eine andere Tierärztin kommen, welche feststellte dass er Sommerekzemer ist und außerdem mit der Haltung (24 Stunden Sommerweide sowie offene Box) nicht klarkommt. Sie riet mir zu einem Stallwechsel, wo er in der Nacht seine Box hat, und zwar das ganz Jahr über. Außerdem soll ich nach einer Innenbox suchen, damit er zu der Mückenaktiven Zeit Ruhe hat. Sie sagte auch, dass mein Kleiner einfach nicht zur Ruhe kommt und es einfach sogenannte Höhlenbewohner gibt, die schätzen die Ruhe der Box und können nur so wirklich schlafen in der Nacht. Ich wechselte also sofort den Stall. Er hat nun seine Innenbox (luftig und groß) ohne Gitterstäbe oder sonstige Knastanstalten. Er ist seit dem auch nicht mehr müde und matt. Hat im Sommer ca 8 Stunden Weide, im Winter ca 4-6 Stunden Paddock mit anderen Pferden auf Nachbarpaddocks. Zwei Wochen nach dem Stallwechsel kam die Tierärztin erneut und war begeistert über die Veränderung meines Wallachs. Das Sommerekzem haben wir nun viel besser im Griff und auch die Müdigkeit/Mattigkeit ist weg. Soweit so gut. Sie sagte wenn ich meinem Pferd einen Gefallen tun will, dann lasse ich ihm sein ganzes Leben lang lieber eine Box, er sei halt ein Höhlenbewohner. Auch für eine Paddockbox sei er wegen seines Ekzems und seinem Bedarf an Schutz nicht geeignet.
Das hört sich ja auch alles ganz gut an. Leider habe ich dennoch mit meinem Gewissen zu kämpfen. Kann ich einen 3 jährigen so lange in seiner Box lassen ohne dass er traurig wird? Ich kenne mich mit Sommerekzem noch nicht wirklich aus, aber kann es wirklich sein, dass für ihn eine Box besser ist als eine Herde? In seiner alten Herde fühlte er sich nicht so sicher und schlief in der Nacht nicht, ist er wirklich nicht für einen Offenstall/Paddockbox geeignet?
Andre Ekzemer stehen doch auch in Offenställen. Eine Ekzemerdecke kommt nicht in Frage, er hat bis jetzt jede zerrissen, er scheint kein Freund davon zu sein…

 

Von Petra • 7. Januar 2015

Hallo, ich bin an diese Seite geraten weil ich mir Sorgen um mein Pferd mache, er ist 18 Jahre und seit 13 Jahren bei mir.Wo er jung war habe ich ihn in eine Offenstall Herde gestellt, da er erst mit 5 gelegt wurde war er sehr Hengstig und es gab Stress mit den anderen Einstellern, er separierte die Stuten und vermöbelte die Wallache, also stellte ich ihn in eine Paddockbox mit tgl. Weidegang mit Stuten. Er ist eher ein Einzelgänger, klebt also nicht wenn alle weg sind bleibt er ohne Probleme alleine auf der Weide! So stand er dann die restlichen 10 Jahre! Dann wurde in der Nähe ein richtig schöner Offenstall gebaut, privat nur eine 4 WG Wallache und ich dachte wenn er mal nicht mehr geritten werden kann ist so ein Offenstall einfach besser, er hat Bewegung Kumpels usw da steht er jetzt seit April 2014 die anderen drei sind schon ewig zusammen und wollten ihn nicht haben, er wurde gejagt durfte nicht fressen und der Jüngste hat ihn sich aus gesucht zum permanenten schikanieren. Er war auch oft verletzt, aber nur oberflächlich, als die Weidesaison begann wurde es besser und ich dachte supi es klappt!!! Aber weit gefehlt er darf immer noch nicht richtig mit fressen, ich hatte aber das Gefühl er bekommt genug weil die Heuraufe 24 Std. offen war und die anderen ja nicht 24 Std. durch fressen er stand dann auch alleine an der Raufe und die anderen standen zusammen wo anders! Er steht oft seperat! Ja nun das Problem, was ich die ganzen Jahre nicht hatte, eher das er immer zu dick war, er wird immer dünner, er war noch nie so dünn wie jetzt und er hat ein Fell wie ein Bär also wenn er Sommerfell hätte, mein Gott!!!! Er sieht müde aus und traurig kommt sofort wenn ich komme was er nie getan hat „arbeit geh weg ich komme“ ich reite ihn im Moment gar nicht weil er auch einen Huf heftig abgerieben hat er schart also auch noch, im OFFENSTALL hallo ich dachte er fühlt sich wohl dort, wo ich das obrige gelesen habe denke ich jetzt auch das er ein Höhlenbewohner ist der Nachts seine Ruhe braucht zum fressen und schlafen!! Ich bin echt Ratlos soll ich ihn von diesem Pferdeparadis weg stellen wieder in eine Box mit tgl. Weidegang???????

 

Von Marie • 12. Juli 2015

Hallo an alle, die diese Seite lesen..ich bin seit langem großer Fan der „Wege zum Pferd“ und arbeite gern nach dem Longenkurs. Mein kleines Pferd (Wallach, sieben Jahre, mit drei Jahren wirklich „roh“ aus schlechter Haltung übernommen)hat verschiedene Haltungsformen erlebt, auch ich kenne gute und schlechte Offen- und Laufställe und war immer der Meinung, genau so MUSS man ein Pferd halten. Ich kenne schlaflose Nächte schlechten Gewissens, weil das uns anvertraute wunderbare Tier im „Pferdeknast“ steht. Und dann musste oder durfte ich mich mit dem Gedanken anfreunden, dass es scheinbar wirklich Pferde gibt, die in der Abgeschlossenheit einer Box zur Ruhe kommen, sich sicher fühlen, endlich zunehmen (so ging es mir, alle Spezialfutter hatten bis dato nichts gebracht…)und sich sichtlich wohl fühlen, wenn sie nur stundenweise in einer kleinen, möglichst beständigen Gruppe auf die Wiese gehen und ansonsten in ihrer Box (natürlich luftig, gross und gern mit Paddock dran)sind. Mein Kleiner liegt häufig bzw. legt sich hin, wenn ich mich in die Box setze und grunzt genüsslich, wenn ich ihn kraule. Sein Fell glänzt, Ekzem und Mauke sind Geschichte, ich wundere mich immer wieder und freue mich darüber und wünsche mir mehr Menschen, die wirklich hingucken, wenn ihre Pferde ihnen „sagen“, was sie brauchen. Eure Seiten sind ein Lichtblick in der doch immer nch unglaublich düsteren Reiterwelt…danke dafür!!!

 

Von Antje • 4. November 2015

Hallo Ihr Lieben!
Habe gerade mit größtem Interesse Eure Meinungen gelesen. Meine 1. Stute hat mit 19 Jahren ein großes Luftproblem bekommen, habe sie dann in einen Offenstall an ein kleines Mädchen verkauft. Dann hab ich mir wieder eine Reitponystute gekauft, 1 Jahr lang war alles gut, dann ging es wieder los: Husten, Husten, Husten. Inzwischen haben sich die Tierarzt- und Klinikkosten auf ca. € 2400,00 summiert. Habe jetzt die Reißleine gezogen und einen Offenstall gepachtet. Dort soll sie dann zusammen mit ihrem kleinen Kumpel, einen 23-jährigen, fitten Shettywallach stehen. Meint Ihr, die Umstellung wird problematisch? Braucht auch der kleine eine Decke?

 

 

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