Das Schnappen beim Pferd und wie man damit umgehen kann

Das Schnappen eines Pferdes sorgt nicht nur für viel Unruhe im Miteinander, sondern bereitet vielen Pferdemenschen auch Sorgen, denn keiner möchte schließlich einen Beißer haben. Da wir selbst reichlich Erfahrung mit schnappenden Pferden haben, haben wir hier einmal einen kleinen Problemlösungsplan erstellt. 

Hinweis: Das Schnappen oder die Angst davor, dass ein Pferd zu schnappen beginnen kann, ist auch ein häufiger Grund, warum viele davon absehen, ihr Pferd nach dem Clickertraining auszubilden. Tatsächlich aber ist das Clickern fast nie der Grund für das Schnappen, sondern es macht nur das schon bestehende Problem sichtbarer. Die folgenden Tipps beziehen sich auf den Umgang sowohl für nicht-clickernde als auch für clickernde Pferdemenschen. 

Check: Warum schnappt das Pferd? 

Zu Beginn eines jeden Problems steht für uns die Frage: Warum macht das Pferd das? 

Das Schnappen kann ganz verschiedene Gründe haben: 

Zunächst gehört das Schnappen in gewissem Grad zum ganz normalen Verhalten von Pferden und ist vor allem für männliche Pferde schlicht und einfach typisch. Pferde erforschen die Welt mit ihrem Maul und viele Spiele untereinander sind „Maulspiele“. Indem wir das Verhalten nicht grundsätzlich als „Unart“ interpretieren, sondern zunächst einfach als ganz natürliches Verhalten, können wir ganz anders damit umgehen. 

Bei dieser Art des natürlichen Schnappens wirkt das Pferd verspielt oder auch nervig-aufdringlich, aber nicht aggressiv. Wird das Schnappen schärfer oder wirkt es wie eine Drohung, müssen wir in andere Richtungen denken: 

  • Steht das Pferd vielleicht unter Stress? Sind die Erwartungen, die wir gerade haben, vielleicht zu hoch, die Anforderungen zu schwer? Fürchtet das Pferd, bestraft zu werden, wenn es nicht tut, was es soll? Hat es vielleicht Schwierigkeiten zu verstehen, was von ihm gefordert ist? Auf Unsicherheit, Verwirrung, Angst und Stress reagieren viele Pferde mit Schnappen. 
  • Hat das Pferd ausreichend artgerechte Bewegung und Kontakt mit Artgenossen? Pferde, die ihre natürlichen Bedürfnisse nicht mit anderen Pferden ausleben können, lassen diese oft am Menschen aus, einfach, weil ihnen nichts anderes übrig bleibt. 
  • Ein sehr penetrantes Schnappen kann auch ein Zeichen dafür sein, dass das Pferd Hunger hat. Viele Pferde bekommen zu wenig Raufutter und haben deshalb ständig Hunger. Wenn wir nun mit ihnen arbeiten wollen, fällt es ihnen schwer sich zu konzentrieren, statt dessen äußern sie ihren Unmut durch Verhaltensweisen wie das Schnappen. Kommt bei einem hungrigen Pferd Futterlob als positiver Verstärker hinzu, kann es verständlicherweise gierig reagieren. 
  • Wird das Schnappen zunehmend aggressiv, ist auch an Schmerzen zu denken. Ein Beispiel dafür ist das Schnappen beim Satteln und Nachsatteln. Das Schnappen oder Beißen kann hier ein klares Zeichen des Pferdes sein, dass ihm der Sattel unangenehm ist oder sogar wehtut. Manchmal führen auch schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit zu dauerhaften Drohgebärden, weil das Pferd so etwas nicht mehr erleben will. 

Tipp: Es kann sehr hilfreich sein, einmal eine neutrale Person zu befragen, welchen Eindruck das Pferd macht oder sich das Miteinander mit etwas Abstand auf einem Video anzuschauen. In der Situation  selbst erlebt man ein Verhalten oft ganz anders als wenn man von außen darauf schaut. 

Strafen ist aus unserer Sicht der falsche Weg

Viele haben Angst, dass ein schnappendes Pferd zu einem Beißer wird, wenn sie das Schnappen nicht bestrafen. Und so wird jedes Mal, wenn das Pferd schnappt, drohend „Lass das!“ gezischt oder das Pferd bekommt einen Klaps auf die Nase. In den wenigsten Fällen lassen sich schnappende Pferde dadurch vom Schnappen abhalten, im Gegenteil, man kann den Eindruck bekommen, dass genau diese Aufmerksamkeit durch den Menschen viele Pferde geradezu herausfordert, erst recht zu schnappen. Und so verbringen nicht wenige Pferd-Mensch-Paare viel Zeit damit, dass der eine schnappt und der andere schimpft und klapst. Wirklich glücklich ist damit keiner, aber es scheint kaum einen Ausweg auf dem Dilemma zu geben, schließlich kann man dem Pferd das nicht durchgehen lassen!? Das gesetzte Fragezeichen ist entscheidend, denn unserer Erfahrung nach macht es in den allermeisten Fällen tatsächlich viel mehr Sinn, auf das Schnappen nicht einzugehen, als es zu bestrafen. Dazu gleich mehr.

Schauen wir uns zunächst noch kurz an, was oft passiert, wenn ein Mensch mit einem eh schon schnappenden Pferd zu clickern beginnt: Wenn Futter ins Spiel kommt, werden viele Pferde aufgeregt. Und unter Aufregung verstärken sich bestimmte Verhaltensweisen, wie eben auch das Schnappen. Wenn der Mensch nun auch noch inkonsequent in der Futtergabe ist, also mal nach dem Click füttert, mal aber nur, weil das Pferd so süß ist oder wenn es ihn gerade bedrängt oder um es zu bestechen, dann kann es sehr gut dazu kommen, dass das Schnappen stärker wird. Straft der Mensch dann stärker oder zieht er die Hand mit dem Futter weg, weil er fürchtet, gebissen zu werden, kann damit genau das provoziert werden: Auch das Pferd wird schneller und beißt unter Umständen auch mal zu. 

Erkennen, mit welcher Art Schnappen man es zu tun hat

Wie schon ausgeführt gehört das Schnappen mit zum natürlichen Verhaltensrepertoire von Pferden und so sollten wir es auch sehen: Es kann eine spielerische Geste sein oder auch Ausdruck von Stress oder Unsicherheit. Und diesen Unterschied müssen wir erkennen!

Der Situation angemessen reagieren

Je besser wir verstehen lernen, warum ein Pferd zu schnappen beginnt, desto pferdegerechter können wir reagieren. Schnappt ein Pferd aus Stress, Überforderung, Unsicherheit oder körperlichen Beschwerden heraus, müssen wir anders reagieren als wenn es wirklich eine Provokation ist (was sehr viel seltener der Fall ist als die meisten annehmen!). 

Bis zu einem gewissen Grad müssen wir gerade bei jungen, männlichen Pferden damit leben, dass sie maulaktiv sind. Hier sollten wir auf keinen Fall jedes Schnappen beantworten, sondern uns in Gelassenheit üben. Je mehr wir das Ganze mit Humor nehmen können, desto weniger ernst werden wir reagieren, worauf in der Folge das Pferd auch nicht selbst aggressiv werden wird. Wann immer möglich, raten wir dazu, das Schnappen zu ignorieren. Ist wirklich einmal eine Grenze zu ziehen, sollten wir das so emotionslos wie möglich machen und mit einer authentischen Autorität. Es ist wichtig, nicht wütend zu werden (oder gar zu bleiben), sondern nur ein deutliches Signal zu geben, zum Beispiel mit einer deutlichen stimmlichen Ermahnung.

Ganz wichtig: Sich selbst überprüfen

Bevor wir beim Pferd ansetzen, sollten wir immer zuerst unser eigenes Verhalten überprüfen. Viele Schnappereien sind schlicht und einfach hausgemacht, zum Beispiel durch achtlose Gabe von Leckerlies oder inkonsequentem oder achtlosen Verhalten dem Pferd gegenüber. Viele finden das Schnappen ja eigentlich auch „so süß“ und bestärken ein Pferd damit unbewusst darin.

Tipp: Hier ruhig öfter mal sich selbst im Zusammensein mit dem Pferd filmen und hinterher anschauen, es ist erstaunlich, wie viel einem da oft auffällt. 

Gegenseitiger Respekt als Basis

Statt den Fokus auf das Schnappen zu legen, raten wir generell dazu, gegenseitigen Respekt zu erarbeiten. Das geht bei aufdringlichen und rüpeligen Pferden am besten durch Abstand. 

Wir merken oft selbst nicht, dass wir einem Pferd ständig zu nahe kommen. Wir suchen die Nähe des Pferdes, weil wir es so lieb haben und weil es so schön zu streicheln und so süß ist, laden es damit aber ungewollt ein, uns selbst eben auch zu nahe zu kommen. Es hat sich unserer Erfahrung nach sehr bewährt, konsequent für einen gewissen Grundabstand zum Pferd zu sorgen, wenn wir neben ihm stehen oder am Boden mit ihm arbeiten. Es gibt hier keine feste Größe, sondern der Abstand ist dann gut, wenn der Mensch unbedrängt vom Pferd sein kann. Je nach Persönlichkeit oder Stimmungslage kann das auch mal gut mehr als eine Armlänge Entfernung sein, denn Pferde sind durch ihre langen Hälse in der Lage, uns sehr schnell sehr nah mit ihrem Maul zu kommen. 

Eine Grundregel kann lauten: Je aufdringlicher das Pferd, desto größer der Abstand. Allerdings ist wichtig zu beachten, dass der Abstand nicht dauerhaft gefordert werden sollte, sondern gerade bei anhänglichen Pferden (die oft einfach unsicher sind), gilt es, den Abstand immer wieder selbst zu verkürzen, also zum Pferd hinzutreten, es freundlich anzusprechen oder auch am Hals zu streicheln (möglichst nicht im Gesicht, da man so das Schnappen geradezu einlädt) und dann wieder für Abstand sorgt. Bei etwas bulligeren Pferden kann es eine gute Übung sein, das Pferd freundlich zu bitten, einen Schritt rück- oder seitwärts zu machen, sonst kann man auch einfach selbst wieder einen Schritt weggehen – aber gut darauf achten, dass das Pferd nicht gleich hinterher kommt!

Wird diese Respekt-Übung neu eingeführt, kann sie zu einer gewissen Geduldsprobe werden, denn es gibt durchaus Pferde, die von sich aus immer und immer wieder den Abstand zum Menschen reduzieren und ihm zu nahe kommen. Hier ist es wichtig, nicht sauer oder gar aggressiv zu werden, sondern ruhig und gelassen zu bleiben und das Spielchen des Pferdes humorvoll zu nehmen. 

Das Schnappen in eine Übung leiten

Eine weitere Maßnahme bei sehr maulaktiven Pferden kann sein, sich mit ihnen eine Übung zu erarbeiten. Wir können einem solchen Pferd beibringen, Sachen aufzuheben und darüber das Verhalten ein Stück weit steuern. Pferde lernen meist schnell, wofür es eine Belohnung gibt und wofür nicht und arbeiten entsprechend mit. 

Mein Anthony hebt zum Beispiel gerne Dinge auf, was sich als sehr praktisch erweisen kann: 

Das Schnappen beim Pferd

Fazit: Ein Problem wird oft erst ein Problem, wenn wir eines daraus machen

Für das Schnappen, wie für viele andere so genannte Unarten bei Pferden gilt, dass diese meist erst dann zu einem Problem werden, wenn wir a) nicht bereit sind zu verstehen, warum ein Pferd tut, was es tut, und b) durch unser eigenes Verhalten erst ein Problem daraus machen. Das Verhalten eines Pferdes ist zunächst immer nur als Kommunikation zu sehen und wir sollten uns immer fragen, was es uns sagen will. Dann können wir die Sache zusammen mit dem Pferd lösen, statt es zu bestrafen. Das erweist sich in der Praxis für uns immer wieder als der sinnvollste und beste Weg.

20. November 2018 von Tania Konnerth • Kategorie: Clickertraining, Jungpferdausbildung, Umgang, Verhalten 8 Kommentare »

 

8 Reaktionen zu “Das Schnappen beim Pferd und wie man damit umgehen kann”

 

Von Caro • 20. November 2018

Ha! Aber das ist jetzt ein Super Moment mein aktuelles Lage hier als Beispiel anzufügen:

Der Stallbesitzer hat sich einen neuen Wallach gekauft. Der arme Kerl hat in einer engen Box gestanden. Nicht gemistet, dicke Einstreumatten. Dunkel. Echt übel.
Nun steht er bei uns im Offenstall. Viel Luft, viel Licht, genügend Raufutter.
Das Problem ist, er ist nicht richtig sozialisiert in der Herde, der Umgang mit Menschen klappt auch mehr schlecht als Recht. Er kennt soetwas wie einen Individualraum nicht. Er muss immer im Mittelpunkt stehen, drängt alle andern weg. Ich versuche ihn mit Ruhe und Respekt zu begegnen, schicke ihn zurück, hohle meine Pferde wieder heran. Erobere mir meine Mistkarre wieder zurück und wenn es sein muss 10 Mal. Er testet jeden immer und immer wieder. Ist man zu agressiv dann schnappt er. Bleibt man respektvoll- konsequent ist es durchaus schon vorgekommen, das er steigt und mit den Vorderhufen nach einem schlägt. Es kommt sehr drauf an, bei wem er als letztes wieder durchgekommen ist. Leidtragend sind diejenigen die versuchen mit ihm respektvoll umzugehen. Intelligent ist er für 10. Hat er auch grbraucht, sonst hätte er nicht überlebt, da bin ich mir sicher.
Es ist ein anstrengender Kraftakt immer freundlich und nett zu bleiben… Es verlangt den Pferden genausoviel ab wie mir. Den Pferden vielleicht noch mehr, als uns Menschen, denn sie müssen das „Problempferd“ 24 Stunden 7 Tage die Woche ertragen.
Das dieses Kerlchen eigendlich aus ganz grosser Not heraus handelt, Überfordert mit dem Stall, ich bin sicher mit Schmerzen, ein bedenklicher Stoffwechsel, und geprägt von einer unschönen Vergangenheit ist offensichtlich. Ich bin als Einstellerin allerdings nicht dafür Zuständig diese Probleme mit einem Pferd zu lösen, das mir nicht gehört! Ich habe meine Pferde, für die ich Verantworung habe, das langt mir. Was man macht, wenn der Besitzer darauf beharrt, der Wallach brauche einfach nur Zeit und er sei einfach zu fett und müsse abspecken (Sporteinheit pro Woche: 1x p.W. 1 Stunde reiten), ist eine andere Frage…
Das schnappende Pferd, oder mit andern Unarten, ist ein GANZHEITLICHES Problem. Es verlangt genausoviel den andern Herdenbewohnern etwas ab wie uns Menschen. Es müssen ALLE an einem Strang ziehen, das solche Projekte gelingen. UND wir Menschen sind diejenigen die an uns arbeiten müssen, mehr in Richtung Erdung, Zentrierung und Meditation zu kommen. Wir sind die Vorbilder- grade für die menschenbezogenen Pferde, wie meine. Soviel habe ich in den letzten anstrengenden Wochen gelernt bzw. es hat sich bei mir endgültig zementiert. Anstrengend bleibt es trotzdem…

 

Von Sylvia • 21. November 2018

Ich habe das Problem auch ganz aktuell. Ich denke aber es lag daran, dass mein Hafi auf Diät ist. Wir setzen jetzt bei den Temperaturen aber die Raufuttermenge nach oben, ich vermute nämlich dass es eher Frustschnappen war, da er auch sonst eher missmutig und unmotiviert war. Der Tipp das ganze zu ignorieren und vorallem emotionslos zu sehen ist super. Leider ist das mit den Emotionen nicht so einfach. Vielleicht könnt ihr hier mal einen Artikel schreiben wie man das am besten lernt.

 

Von Christin • 21. November 2018

Vielleicht braucht das Kerlchen etwas mehr Beschäftigung. Ich könnte mir vorstellen dass er einfach Langeweile hat und versucht sich so seine Aufmerksamkeit zu erhaschen und anfängt zu testen. Die Besitzer sollten mal sich mit dem Pferd beschäftigen und ein Vertrauensfundament aufbauen. Gibt es in deiner Herde Ranghöhere Tiere die ihn etwas einweisen? Oder vielleicht stellst du ihn mit einem anderen Tier erstmal separat?

 

Von Nadya • 21. November 2018

Mein Wallach war, damals fünfjährig, auch sehr aktiv mit dem Maul und hat mich hàufig gezwickt oder versucht mit seinen Zähnen zu kraulen. Das war unangenehm und schmerzhaft. Bis ich ihn bekommen hatte war ich auch der Auffassung, man dürfe sich niemals zwicken lassen und müsse dieses Verhalten bestrafsn. Mein Wallach war aber so lieb und sensibel, dass ich ihn einfach nicht schlagen wollte – er war schon unsicher und nervös genug, und er mochte mich stets und bemuhte sich immer für mich. Ich habe also die Ratschläge meiner Kollegen nicht befolgt! Ihm mal Benehmen beizubringen (übrigens habe ich ihn auch für Hampeln und nervöses Scharren nie bestraft).

Ich habe lange nachgedacht und es dann so versucht: Wann immer er mich mit den Zähnen erwischt hat, habe ich einen deutlichen Schmerzlaut von mir gegeben und bin ein paar Schritte weg gegangen. Er hat nach einigen wenigen Malen (vielleicht ingesamt zehn) begriffen, dass er mir weh tut. Bis heute, elf Jahre später, schnappt und beisst er nicht im Geringsten. Er wollte mir nie weh tun, und als er verstanden hatte, dass es nicht schön ist für mich, hat er es für immer gelassen.

 

Von Tanja • 21. November 2018

Den Ansatz von Nadya finde ich ja sehr interessant. Das kenne ich von jungen Hunden. Da soll man als Mensch, wenn der Welpe zwickt, ja auch einen lauten Schmerzlaut von sich geben und das Spiel sofort unterbrechen. Das fördert die Beißhemmung. Ich glaube das probiere ich bei meinem Wallach auch mal aus. Der zupft nämlich auch gerne an mir rum…

 

Von Melanie Knünz • 26. November 2018

Wie spannend es immer wieder ist, wie ich auf Beiträge, Kommentare etc stosse, wenn ich gerade selber mich damit beschäftige!
Das Schnappen hat mich mit meinem großen Riesen jetzt fast Jahre begleitet – und erst jetzt, als es völlig weg ist, weiß ich, was es wirklich bedeutet: Er deutete mir damit schon sehr früh an, dass er massiv Stress hat und es ihm nicht gutgeht.
Jetzt wird er wegen Magenproblemen behandelt und er ist völlig ruhig, kein Schnappen mehr beim Führen, bei der Bodenarbeit etc. Alles ist so eskaliert, als er beim Putzen nach mir schnappte, weil ich seinen Bauch putzen wollte. Und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Mein Pferd wollte mir lange Zeit vorher schon sagen, dass was nicht stimmt, aber ich habe so lange nicht hingehört, mich nur über ihn geärgert und es als eine Eigenheit von ihm abgestempelt. Jetzt im Nachhinein könnte ich mich ohrfeigen, wie viel Schmerz hätte ich meinem Pferd ersparen können! Das bricht mir fast das Herz…
Und wie geduldig er mit mir war und wie zufrieden und glücklich und ausgeglichen er nun ist, seit er behandelt wird und keine Schmerzen mehr hat…!
Bitte hört auf eure Pferde und geht auf Ursachenforschung! Auch jetzt noch werde ich gefragt, ob er das beim Putzen nicht gemacht hat, weil er halt frech ist und keine Lust hat… Nein und nochmals NEIN!
Ich bin überzeugt, dass jedes Pferd uns freundlich gesinnt ist und erst zu solch deutlichem Ausdrucksverhalten greift, wenn etwas massiv im Argen liegt!!
Danke für diesen tollen Beitrag!

 

Von Nancy Franke • 26. November 2018

Da kann ich auch einen Lösungsweg beisteuern. Vor Jahren kam ein Pony siebenjährig zu mir in Beritt, das eine sehr unschöne Jugend hatte. Zu früh abgesetzt, in eine erwachsene Rüpelherde gesteckt, wo er ständig verprügelt wurde und viel zu selten ans Futter kam. Dann aus Mitleid von zwei unerfahrenen jungen Frauen gekauft, wo er gleich lernte, wieviel Kraft er hat. Seine Art Kontakt aufzunehmen, war geprägt von seiner Fohlenzeit – also Rempeln und Schnappen.

Er blieb nach dem Beritt als Dauergast und jahrelang blieb das Schnappen ein Thema. Gerempelt hat er nicht mehr. Das gierige Leckerli-Schnappen war nach einigen konsequenten Einheiten “Tischmanieren“ auch erledigt.Erst als wir anfingen mit dem Handtarget zu arbeiten war das Schnappen zum Hallo-Sagen weg. Er hatte gelernt zu Berühren/Stupsen, statt zu Schnappen.
Heute schnappt er nur noch, wenn er überfordert ist und das ist dann leicht zu ändern.

 

Von Raaga • 29. November 2018

Ich kann nur zustimmen. Auch bei uns ließ sich gewohnheitsmäßiges Schnappen im Laufe der Zeit durch „Target berühren“ und vor allem „Apportieren“ „umleiten“. Am Schönsten dabei finde ich, dass dadurch auch der Ärger und ein bisschen auch die Angst vor dem unerfreulichen Schnappen und überall Herumkauen in beiderseitige Freude „umgeleitet“ wurde. Und Freude, Erfolgserlebnisse und Spaß ist doch das, was ich mit meinem Pferd erleben will!

Liebe Grüße,

Raaga

 

 

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