Praxistest Holzpellets – Alternative Einstreu für Huster

Eine für einen Huster geeignete Einstreu zu finden, ist gar nicht so einfach. Aber nach einigem Herumprobieren bin ich nun auf Holzpellets gestoßen. 

Erst konnte ich mir gar nichts darunter vorstellen, denn Holzpellets kannte ich bisher nur zum Heizen. Aber auf einen Tipp hin recherchierte ich ein bisschen und fand viel versprechende Berichte. Also probierten wir es aus. 

Die Holzpellets gibt es in 14-Liter-Säcken. Damit aus den kleinen harten Pellets eine gemütliche Einstreu wird, muss man sie wässern und wenn ich „wässern“ schreibe, meine ich das so. Es reicht nicht, mal eben eine große Kanne Wasser auf einen Sack zu gießen, sondern ich habe für die Ersterstellung der Ersteinstreu an die 100 Liter Wasser darauf gekippt! 

Holzpellets als Einstreu

Hier sieht man, wie die Pellets noch fast im Erstzustand sind, nur in der Mitte quellen sie schon ein bisschen auf. 

Holzpellets als Einstreu

Ich habe die Pellets zunächst in den Säcken nass gemacht, da sich das Wasser da besser hält und sie leichter quellen. Hier sieht man schon, wie viel mehr Fülle sie bekommen: 

Holzpellets als Einstreu

Dann ohne die Verpackung: 

Holzpellets als Einstreu

Und so sieht die Sache bezugsfertig aus: 

Holzpellets als Einstreu

Solange sie noch so aussehen, ist noch zu wenig Wasser dazugegeben worden: 

Holzpellets als Einstreu

So ist es gut: 

Holzpellets als Einstreu

Hier schaut sich Anthony die Sache zum ersten Mal an: 

Holzpellets als Einstreu

Prüft das Ganze… 

Holzpellets als Einstreu

… und befindet es für gut 🙂

Holzpellets als Einstreu

Am nächsten Tag sah die Box so aus – und nein, so ordentlich ist er nicht immer, inzwischen äppelt er auch rein, da man das wirklich nicht fressen kann 🙂

Holzpellets als Einstreu

Fazit nach einigen Wochen

Für mich ist faszinierend, dass bei dieser Einstreu kein Geruch entsteht. Es duftet gleichbleibend leicht nach Holz, aber nicht nach Urin. Die Pellets sind sehr saugfähig und die Box ist leicht zu misten. Von der Pinkel-Stelle nehmen wir immer ein bisschen was von dem Nassen heraus, aber es bildet sich ingesamt eine trittfeste Matratze. Hin und wieder müssen mal ein, zwei Säcke nach gefüllt werden. Ich empfinde den Verbrauch als recht sparsam und im Vergleich zu anderen Späne-Varianten ist sie meiner Einschätzung nach günstiger. Und das Beste: Sie wirkte sich bei uns sehr schnell deutlich positiv auf den Husten aus. 

Kleiner Minuspunkt: Zweistellige Minusgrade über mehrere Tage bringen die Einstreu an ihre Grenzen, denn dann ist das Wässern natürlich schwer bis unmöglich und die Einstreu wird staubig. Damit ist abzusehen, dass es im Hochsommer sicher nötig werden wird, die Einstreu öfter nachzuwässern, aber da ist der Einsatz von Wasser ja unproblematischer. 

Nach etlichen Wochen Einsatz kann ich sagen, dass das bisher die beste Einstreu ist, die ich bisher hatte. Holzpellets für Pferde gibt es von verschiedenen Anbietern, bei Interesse einfach mal im Netz danach recherchieren. 

10. April 2018 von Tania Konnerth • Kategorie: Gesundheit, Haltung 6 Kommentare »

 

6 Reaktionen zu “Praxistest Holzpellets – Alternative Einstreu für Huster”

 

Von Antje • 16. April 2018

Sehr interessanter Bericht. Ich habe auch schon von Freunden positive Berichte über Holzpellets als Einstreu gehört. Was mich bisher davon abschreckt: Wie steht es mit der Kompostierbarkeit? Bisher hat mir ein Gemüsebauer meinen Mist abgenommen. Der ist sehr froh, dass ich mit Waldboden (Frischkompost) und Hanfhäcksel einstreue. Damit hat der Mist eine deutlich bessere Kompostierbarkeit als Strohmist. Holzspäne sind ja bekannt dafür, dass viele Bauern sie ungern auf dem Mist haben. Das dürfte bei den Holzpellets ähnlich sein, oder?

__________________

Ja, ich denke, das muss man im Einzelfall klären. Bei uns gibt es bis jetzt keine Probleme mit dem Mist.

Herzlich,
Tania

 

Von Sabine • 16. April 2018

Liebe Tania, wir sind auch, nach inzwischen 5 Jahren, begeistert von den Holzpellets. Wir weichen sie mit einem Wasser-EM-Gemisch auf und gerade im Winter besprühen wir regelmäßig mit EM! Inzwischen hat unsere Stallbetreiberin diese Einstreu für staubempfindliche Pferde übernommen.

Herzlichen Gruß
Sabine

 

Von Maike • 16. April 2018

Wir haben vor rund 4 Jahren auf Heißkompost umgestellt. Da wir auch 2 Pferde mit chronischer Bronchitis haben haben wir uns von Stroh zu Späne und dann zu Heißkompost gehangelt.

Der Kompost wandelt die Urinstellen ratzfatz in neuen Kompost um. Es riecht nicht und wird von den Pferden sehr gut angenommen. Zum Liegen ist es ähnlich wie Waldboden. Im Sommer muss ab und an nachgewässert werden, weil er sonst staubt. Absammeln muss man nur die Haufen.

Wir kaufen direkt vom Kompostwerk und sparen uns so auch noch den Verpackungsmüll. 😉 Der Preis liegt bei 16 – 20 € pro cbm und ist damit auch noch unschlagbar günstig.

 

Von Kirsten • 16. April 2018

Hallo, ich habe gute Erfahrungen mit Strohpellets als Unterstreu und obendrauf Flachshäcksel gemacht. Es gibt eine tolle dicke Liegeschicht,die saugfähig, aber geruchlos ist. Die Streu braucht nicht gewässert werden. Ich habe erst nach ca. 3 Monaten etwa 1/3 der Unterstreu entfernt, obendrauf immer nur Haufen absammeln, ab und an ein Sack Flachs nachstreuen. Diese Streu habe ich seit November, bis April habe ich ca. 6 Säcke Flachs und 2 Säcke Strohpellets nachgestreut. Zugegebenermaßen ist meine Stute sehr sauber und geht nur für das kleine Geschäft in die Box,der Rest liegt i. d. R. draußen.
Reine Strohpellets hat mein Pferd zum Liegen konsequent (über den gesamten Sommer) verweigert. Die mussten auch gewässert werden,was leider Schimmel unten drin zur Folge hatte.
LG Kirsten

 

Von Steffi • 17. April 2018

Hallo, wir streuen seit einigen Monaten Miscanthus(Elefantengras) ein, das saugt noch besser wie Holzpellets riecht nicht und man kann die nassen Stellen rausnehmen trocknen und wieder einstreuen. Funktioniert super. Ausserdem ist Miscanthus ein schnell wachsender Rohstoff den man ein paar mal im Jahr ernten kann und es müssen keine Bäume gefällt werden, die eh immer weniger werden.LG Steffi

 

Von Nina • 19. April 2018

Hallöchen,
interessanter Bericht zu den Holzpellets- kann man auch erfahren, wieviel der Sack kostet?
Wir sind nun dank großem Hustenproblem im Herbst (das aber komplett wieder weg ging!!) bei den Miscanthuspellets gelandet. Das ist ganz super für uns..
Im Stall gab es vorher Späne und Stroh, das war sehr staubig, sehr aufwändig zu sortieren, viel Zeit zum nachstreuen und auch noch teuer.
Ich bin sehr froh, dass ich das sortieren nun nicht mehr machen muss.

Die Miscanthus Pellets werden mit einem Rottemittel geliefert, welches man nach Dosierungsanleitung mit der Gieskanne drüber gibt. So ergibt sich auch mit der Zeit ein Verottungsprozess. Man braucht es nicht so viel Wässern, es wird dann von den Pferden kleingetrampelt und darf sich ruhig auch mit ein paar Pferdeäpfeln vermischen. Es sieht dann nach ein paar Monaten aus wie brauner Waldboden. Anstrengend ist, dass ich die nassen Stellen mit dem Spaten herausstechen muss und dass ich die mit dem Schubkarren dann rausfahre, um das in der Sonne zu trocknen. Wir haben Betonboden im Stall und wenn es da mal nass ist, dann trocknet es nicht so gut von alleine. Der Geruch im Stall ist viel besser.
Das beste ist nun, dass wir bei dem schönen Frühlingswetter die Pferde Tag und Nacht draußen lassen können, auf dem Paddocktrail. Allerdings pinkeln sie uns da gerne direkt neben die Heuraufe, was noch ein Problem darstellt. Vielleicht sollten wir draußen auch einfach solche Liege- und Pinkelflächen anbieten. Hat jemand Erfahrung dazu, wenn es ohne Überdachung ist?
Erfahrungsbericht unter DatPeerConcept -Humusana Einstreu
Lg, Nina

 

 

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