Fragen zum Longenkurs: Wie lange und wie oft?

Heute gebe ich Antworten auf zwei Grundsatzfragen zum Longenkurs:

  • Wie lange soll eine Trainingseinheit dauern?
  • Wie oft sollte man an der Longe arbeiten?

Meine Antwort:

Die Dauer der Einheiten richtet sich nach verschiedenen Faktoren, wie zum Beispiel dem Alter und Trainingszustand des Pferdes. Bei einem jungen Pferd reichen 15 min. Bei einem Pferd, das erst langsam wieder ins Training genommen wird, arbeiten wir die meiste Zeit im Schritt und steigern das Training langsam.

30 Minuten sind eine grobe Richtlinie für ein Pferd, welches das 3. Lebensjahr erreicht hat oder älter ist. Dabei darf die Einheit an sich aber auch länger sein. Die 30 min sind dann die Arbeitszeit und was noch hinzuzurechnen ist, ist die Zeit, die wir uns nehmen sollten, um eventuell verspannte Muskeln zu massieren, passende Dehnübungen durchzuführen oder einfach nur mit dem Pferd zusammen zu sein und Qualitätszeit zu genießen, also z.B. in der Bahn zu stehen und das Pferd an seiner Lieblingsstelle zu kraulen oder einfach ohne Anforderung mit dem Pferd über den Platz zu spazieren. Diese Pausen sollte man regelmäßig in die Arbeit einstreuen.

Hier einmal ein Beispiel für die Gestaltung einer Longeneinheit:

  • 10-15 min wärmen wir das Pferd im ruhigen Tempo auf ( z.B. mit Führen in Stellung, Seitengängen, Anschraten, auf Distanz im Schritt und langsamen Trab auf kurzer Distanz von ca. 2-3 Metern Bahnfiguren wandern)
  • 5 Minuten Massage/Wellness/Dehnungen/Beziehungspflege
  • 5-10 Min. schwungvolles Vorwärts mit aktiver Hinterhand, Trab-Galoppübergänge, Zirkel verschieben, ganze Bahn mit großer Longendistanz, an der langen Seite zulegen lassen, Fokus auf Lauffreude, wach machen, gemeinsam Spaß haben.
  • 5 Minuten Massage/Wellness/Dehnungen/Beziehungspflege
  • 5-10 Minuten gymnastizierende Übungen an der Hand, alternativ für fortgeschrittene Pferde Seitengänge longiert im Wechsel mit Slalom, Volten –  Schwerpunkt auf Biegung und Lastaufnahme der Hinterhand.
  • 5 Minuten Aktivierung der Hinterhand, Galopp
  • 5-10 Minuten Cool-down-Phase im ruhigen Tempo, Dehnen, Massage

In diesem Beispiel wäre man mit dem Pferd 45-50 Minuten auf dem Platz, das Pferd würde aber „nur“ ca. 30-35 Min. arbeiten, davon max. 15 Minuten im höheren Tempo, der Rest in ruhiger Manier.

Zur Häufigkeit der Einheiten

Für mich gilt der Leitsatz: „Der Muskel wächst am Ruhetag“. Wir sollten also im Training die Anforderungen an das Pferd möglichst nicht an aufeinanderfolgenden Tagen gleich halten. Deswegen longiere ich die Pferde auch nicht täglich, abgesehen davon, dass dem Pferd dann sehr wahrscheinlich die Longenarbeit auch bald fad wird und es nicht mehr motiviert sein wird. Nehmen Sie Ihr Pferd also lieber maximal jeden 2. Tag an die Longe und nutzen Sie die Tage dazwischen, die Zeit mit Ihrem Pferd“anders“ zu verbringen, sei es mit einem schönen Ausritt oder Spaziergängen, mit Clickertraining, mit Bodenarbeit zur Verbesserung der Kommunikation, für ein bisschen Freispringen oder auch für das Training unter dem Sattel …

Hat Ihr Pferd an der Longe bereits eine gute Laufmanier entwickelt und steht es körperlich gut da, „muss“ man theoretisch nicht longieren. Ich empfehle das Longieren aber auch bei gut trainierten Pferden mindestens 1 x  die Woche, um den guten Zustand des Pferdes zu halten. Und ganz grundsätzlich kann das Training an der Longe für Abwechslung sorgen und das Pferd wieder lockern, sollte es nötig sein.

Ansonsten gilt: Sie können so oft an der Longe arbeiten, wie es Ihrem Pferd und Ihnen Spaß bereitet und es Ihrem Pferd gut tut.

27. März 2018 von Babette Teschen • Kategorie: Longieren 0 Kommentare »

 

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