Das Nein als Kurskorrektur

Mit dem Nein eines Pferdes umzugehen, ist für viele von uns sehr schwierig. Herkömmlicherweise wird Pferden ein Nein kaum zugestanden, es folgt dann meist mehr (Nach)Druck oder gar eine Bestrafung. Bei ausgeprägten Nein-Sagern kann das zu bösen Konflikten führen und nicht selten werden solche Pferde irgendwann „aussortiert“. Da ich mit meinem Anthony einen Meister im Nein-Sagen habe, komme ich nicht darum herum, mich immer wieder aufs Neue mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Wie viele Zweifel, wie viel Hadern und wie viele Tränen mich seine Neins schon gekostet haben… – und zu wie vielen Erkenntnissen, zu wie vielen Einsichten und Lernschritten sie mir verhalfen!

Aktuell bin ich wieder intensiv dabei, von ihm zu lernen. 

Ja zum Nein

Bisher versuchte ich vor allem, etwas zu verändern: das Nein, die Umstände, die Ausrüstung, die Anforderungen, die Erwartungen, die Zeiten, die Dauer, die Ansprache, die Kommunikation, die Motivation, die Stimmung, ihn und mich und so weiter und so fort. Einige dieser Aktionen bewirkten nicht viel, andere wirkten kurz und manches änderte tatsächlich etwas, … aber dann folgt sein Nein an anderer Stelle. 

Kurz und gut: Was immer ich tat, Anthonys Neins blieben ein Bestandteil unserer Beziehung und inzwischen bin ich an dem Punkt angekommen, sie als zu ihm gehörend zu sehen. Denn das war vielleicht von Beginn an die Aufgabe: Ja zu seinem Nein zu sagen. 

Das Nein als Leitplanke

Anthony hat mich über die Jahre gelehrt, ein Nein nicht automatisch persönlich gegen mich zu nehmen, sondern es vielmehr als eine Art Leitplanke in unserem Miteinander zu verstehen. Mit seinen Neins steckt Anthony sein Terrain ab. Ja zu seinem Nein zu sagen heißt also, ihn anzunehmen wie er ist und mit den Grenzen, die er setzt. 

Manchmal muss ich nur warten. 

Manchmal loslassen. 

Manchmal nach einem anderen Weg suchen. 

Und manchmal schlicht und einfach wieder nach Hause fahren.

Und das alles möglichst ohne zu hadern, ohne mir leid zu tun und vor allem, ohne dagegen zu kämpfen. Und in diesem „Es-so-sein-lassen-können“ öffnet sich gerade eine neue Tür.

Mut zu anderen Wegen

Durch mein Ja zu Anthonys Nein gehen wir nun immer mehr seinen Weg. Das Annehmen seines Neins fühlt sich immer mehr so an, als nähme er mich an die Hand (bzw. an den Huf 😉 ), um mir zu zeigen, worum es ihm geht. Mein Ja zu seinem Nein macht es mir möglich, Führung abzugeben.

Und in diesem Prozess wird mir klar, das es verdammt schwer sein kann, sich anzuvertrauen und einzulassen. Ich bin voller Vorstellungen, Erwartungen und Bilder, die ich erfüllt sehen oder erreichen will, und sie alle stehen mir im Weg, wenn ich mich von Anthony führen lassen will. Ich muss sie oft mühsam zur Seite schaffen, drüber steigen oder drum herumlaufen und scheitere daran auch manchmal immer noch. Aber immer öfter schaffe ich es, bei einem Nein von ihm ganz weich zu bleiben. Weich und offen. Dann lasse ich es zu und warte einfach. Manchmal passiert etwas und manchmal nicht. Beides ist ok. 

Wir sind damit auf einem neuen Weg – Anthonys Weg. 

Ja zum NeinFoto von Horst Streitferdt

 

21. November 2017 von Tania Konnerth • Kategorie: Erkenntnisse, Umgang, Verhalten 14 Kommentare »

 

14 Reaktionen zu “Das Nein als Kurskorrektur”

 

Von Daniela • 21. November 2017

Danke für diesen Beitrag! Ich mache auch diese Erfahrungen auch und stelle fest, wie schwer es teilweise ist, sich von den eigenen Erwartungen und Bildern zu verabschieden bzw. manchmal sogar noch schwerer, sich von den Erwartungen anderer abzugrenzen, denn noch herrscht vielerorts die Meinung vor, man verzärtle, verwöhne Pferde, denen man ein Recht auf Mitsprache gibt oder denen man gar die Führung überlässt. Ich jedoch habe das Gefühl, dass meine Pferde und ich ein gelassenes Geben und Nehmen leben und so sollte das wohl in Beziehungen auch sein 🙂 Wenn man Pferde unter sich beobachtet sieht man auch genau dies.

 

Von Simone • 21. November 2017

Hallo zusammen, ich komme gerade von meinem Pony und habe ausgerechnet heute einen Neinsager Tag erlebt.Danke für Euren Beitrag – ich kann jetzt besser mit einem Nein meines Pony‘ s umgehen -hoffe ich zumindest – denn ich kenne nicht viele Menschen die mein: „o.k. dann bringe ich Dich halt zurück in den Stall „- wir machen nicht das was ich mir vorgenommen hatte – verstehen würden. Die meisten würden sagen – das geht nicht – er wird es in der Zukunft ausnutzen, er tanzt Dir auf der Nase herum-Du musst Dich durchsetzen das ist ein Haflinger-der ist halt stur usw. usw. Mein Pony bleibt an solchen Neinsager Tagen einfach stehen ( beim Spaziergang z.B.) – bringt ein Bein in Parkposition und schaut mich an – und sagt: “ nö – Simone heute habe ich keinen Bock “ – dazu atmet er nochmal tief ein und aus – senkt den Kopf und bläst gelangweilt ein paar Blättchen am Boden zur Seite. Wenn ich dann sage: doch jetzt komm wir gehen noch ein Stück spazieren – dann geht er zwei drei Schritte und steht wieder wie angewurzelt. Ich habe dann heute einfach umgedreht ihn zurück in die Box gebracht und versucht sein Nein nicht persönlich zu nehmen – so wie Du heute geschrieben hast. Er hat sogar seine Belohnungsmöhren bekommen und ich bin wieder nach Hause gefahren – morgen gibt es einen neuen Versuch…. ich hoffe sehr ihr schreibt noch mehr solche Artikel – ich bin sehr gespannt wie es bei mir und meinem Pony weiter geht. Liebe Grüße Simone

 

Von Claudia • 21. November 2017

Danke für deine offenen Worte!
Das kenne ich auch nur zu gut und leider gelingt es mir nicht immer, das Nein meines Fjordis nicht persönlich zu nehmen. Aber immer öfter verstehe ich seine Haltung und akzeptiere sie. Ansonsten wäre es ein zäher Kampf und wir wären beide frustriert. Manchmal schaue ich ihm auch nur beim Fressen zu oder hole ihn nur zum Putzen und Wellness oder gehe einfach nach Hause.

 

Von Pia Prader • 22. November 2017

Hallo miteinander

Mein Pony (Freibergerstute) ist etwas zu schwer und da heisst es bewegen, bewegen….! Wenn sie nun nein sagt? Trotz gesundheitlichen Aspekten NICHT bewegen? Ich brauch manchmal grosse Überredungskünste und Ideenreichtum, wenn sie doch lieber in den Stall ginge… was ratet ihr mir? LG Pia

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Tja,
das ist eine sehr schwierige Frage, auf die ich leider auch keine einfache Antwort habe. Es kommt, wie immer darauf an.

Zu viel Druck halte ich grundsätzlich für kontraproduktiv, weil dadurch keine Freude aufkommt und die Beziehung leidet. Und man muss halt auch immer im Hinterkopf haben, dass es auch handfeste Gründe für Bewegungsunlust geben kann. Also würde ich versuchen, über Motivation gehen: herausfinden, wie sich das Pferd am liebsten bewegt (kann sich auch immer wieder ändern) und Bewegung so positiv wie möglich belegen. Dazu gehört aber auch, Gedanken wie „Mein Pferd MUSS sich bewegen, weil es zu dick ist.“ ein gutes Stück loszulassen, denn die spüren Pferde eben auch sehr deutlich…

Herzlich,
Tania

 

Von Sylvia • 27. November 2017

Ich finde den Artikel sehr interessant allerdings sehr schwer umsetzbar. Ich habe die Erfahrung gemacht, lässt man das nein an einem Tag zu, wird es am nächsten wieder gefordert. Ich habe oft das Gefühl, dass die Pferde so lernen wie sie sich der Arbeit entziehen können. Ich bin auf der Suche nach einem Weg, durch das Nein, das Programm anzupassen. Nach dem Motto, gut du willst das nicht, dann ändern wir den Kurs, machen weniger etwas anderes usw. Ansonst habe ich irgendwann gar keine Chance mehr, ihn zu mitarbeiten zu bewegen. Den Ansatz erstmal abzuwarten finde ich super, ich neige dazu, gleich den Druck zu erhöhen anstatt ihm erstmal eine Minute zu geben, oftmals erledigt sich ja das Problem schon von alleine.

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Hallo Sylvia,
vielen Dank für Deine Gedanken, die sicher viele teilen. Und genau das ist der Grund, warum ich solche Artikel schreibe: ich würde mir wünschen, dass wir Menschen da nicht zu vorschnell interpetieren, denn meine Erfahrung ist, dass Pferde eben genau nicht so sind. Sie „nutzen“ es nicht aus, wenn man ihnen zuhört und auf sie eingeht, sondern ein Nein (in welcher Form auch immer) ist ein Versuch der Kommunikation. Wie sonst, sollen sie uns auf etwas aufmerksam machen? Sie können ja leider nicht reden (ich wünschte oft, sie könnten es…).

Wenn ein Pferd dauerhaft nicht will, hat es für mich immer einen Grund und die Gründe können soooo vielfältig sind – oft spielen gesundheitliche Ursachen hinein oder die Art, WIE gearbeitet wird, es kann die Atmosphäre sein, die eigene Ausstrahlung, Frust auf Seiten des Pferdes, weil es vieles nicht versteht, unpassendes Zubehör, Unsicherheit und Angst und… und… und… Mein Pferd ist genauso ein Kandidat, bei dem garantiert 95% gesagt hätten (und vielleicht immer noch sagen würden): bei dem muss man sich durchsetzen, der nutzt das nur aus. Ich hatte allerdings immer recht, mit meinem Gefühl, dass er oft wirklich einfach nicht kann… Das hat mich sehr demütig werden lassen in der Interpretation von einem Nein des Pferdes.

Alles Gute,
Tania

 

Von Katrin • 27. November 2017

Danke für den Artikel, wie gut kann ich jeden Schritt nachvollziehen :). Habe unterdessen gelernt, nicht (mehr) in erster Linie an mir und meinen Fähigkeiten zu zweifeln, sondern das Nein zu respektieren und in erster Linie einfach nur etwas für unsere Beziehung zu tun. Wie? Sitze sehr oft einfach bei ihm in der Herde mit einem Buch und geniesse das Herden-Leben, und bin dann ganz bei mir. Ich nehme ihn erst dann „raus“, wenn ich spüre, dass er das Halfter gerne und frewiillig anzieht. Zu meiner Freude ist das nun immer öfter der Fall – doch es hat LAAANGE gedauert. Zudem habe ich noch ganz neu herausgefunden, dass ich in meinem Leben schon sehr oft bei wichtigen Dingen nicht nein gesagt habe, wenn ich es hätte tun sollen! So sehe ich ihn nun als umgekehrten Spiegel, er will mich was ganz Wesentliches lehren!! War das ein Gefühl, als dieser 20er bei mir fiel. Und oh Wunder, seitdem ich diese Erkenntnis hatte und die so richtig „sacken“ liess hat sich die Beziehung nochmals zum viiiel Besseren verändert. Er ist unglaublich viel „williger“ geworden und lässt sich nun tatsächlich führen – in Zusammenarbeit, nach wie vor. Wenn er merkt, dass ich nicht auch gut auf ihn höre, kommt sofort das Nein als Quittung. :). Und die Reise geht weiter 🙂

 

Von Monika • 27. November 2017

Liebe Tania!
Ihr begleitet mich nun schon einige Jahre mit Euren tollen Newslettern und ich habe so wahnsinnig viel durch Euch gelernt. Ganz wichtig war die Erkenntnis dieses Newsletters, das Nein-Sagen zu akzeptieren. Dies ist mir zum Glück schnell und gut gelungen und es hat unsere Beziehung so viel entspannter gemacht. Wenn er nicht möchte, ist es absolut ok, ich lache dann und freue mich, dass er so klar mit mir „spricht“.
Nun haben wir gerade eine Situation, die mich sehr berührt. Ich habe für 6 Wochen keine Zeit, mit ihm zu arbeiten. Außer der täglichen Versorgung und Schmusen, bleibt leider keine Zeit ihn zu bewegen. Und jetzt ist unsere Situation mal umgekehrt: Er fordert mich auf, er möchte arbeiten und ich bin diejenige, die nun „Nein“ sagt. Das ist für ihn neu. Er stupst mich an, versucht mich jeden Tag zu ermuntern, doch auf den Platz zu gehen. Er bietet Dinge an, die wir in all den Jahren erarbeitet haben und bei denen er oft Nein gesagt hat. Und er ist regelrecht enttäuscht, dass ich leider nicht darauf eingehen kann. Das zeigt mir, dass wir alles richtig gemacht und eine große Vertrauensbasis geschaffen haben. Und es bestätigt, dass Pferde denken und fühlen können. Schöner kann es nicht sein.
Von Herzen vielen Dank an Euch!

Liebe Grüße
Monika

 

Von Susanne • 27. November 2017

Mir geht es so wie Pia.
Ich glaube, ich habe wenig Probleme, mich auf die Vorstellungen meiner beiden Pferde einzulassen, aber eins ist halt ein übergewichtiges Rehepferd. Sie hat mit ihren 12 Jahren schon beim Sattelauflegen eher Zwang und Muss erlebt und auch die 2 Jahre, die ich sie jetzt habe, gelang es mir nicht, ihr Freude an der Bewegung beizubringen. Alles, was auch nur andeutungsweise nach Anstrengung aussieht, wird von ihr blockiert – und Futterlob scheidet bei ihr aus. Selbst bei Schritttouren als Begleitpferd bleibt sie öfters einfach stehen und sie ist mehrfach von verschiedenen gecheckt und gesund. Reiten ist meist ein Himmelfahrtskommando, longieren generell doof, Doppellonge sieht schon wieder stark nach Arbeit aus, obwohl noch nichts anstrengendes gemacht wurde usw…. sie kaspert auch nicht mit anderen Pferden, sie ist ein richtiges Couchpferd. Da fällt Motivation schwer…

 

Von Theresa • 27. November 2017

Vielen Dank für den interessanten Artikel! Seit ich – entgegen aller sonst verbreiteter Ratschläge – ein „Nein“ ohne Probleme (okay manchmal nervt es noch ;-)) akzeptiere, hat sich die Beziehung zu meinem Haflingerwallach nochmal um Längen verbessert. Wenn ich in solchen Situationen in mich hineinhorche, merke ich häufig, dass ich gerade eigentlich auch keine rechte Lust habe!

Für alle Leidensgenossen mit übergewichtigen Pferden… Ich kenne den Teufelskreis „Es ist egal was wir beide wollen, sondern was wir MÜSSEN“ nur zu gut und mein Dicker und ich sind daran fast zerbrochen… Der Besitzer ist wahnsinnig gestresst(oft unbewusst), die Absichten dahinter nur die besten, aber davon weiß Partner Pferd ja absolut nichts. Das spürt einfach nur das miese „Karma“ und schon ist man drin in der Abwärtsspirale der Kommunikation. So ging es bis mir jemand das Buch „Artgerechte Pferdefütterung“ von Maksida Vogt empfohlen hat. Es ist am Anfang ziemlich schwierig, weil es Vielem widerspricht, was man vermeintlich für wahr hält, aber seit ich den Mut für diesen Weg aufgebracht habe, purzeln nur so die Pfunde, obwohl ich ihn gar nicht mehr „arbeite“ und mein Schatz ist wie ausgewechselt. Ich denke, weil der unbewusste Druck auf meiner Seite komplett weg ist und seine Bedürfnisse noch besser erfüllt werden.

Liebe Grüße
Theresa

 

Von Anne • 27. November 2017

Hallo,

auch ich habe einen etwas moppeligen Fribi als Reitbeteiligung. Bei ihm ist es mit der Bewegungsfreude von unserem Programm (und seiner Laune) abhängig und grade im Winter, wo wir doch öfter in der Halle unterwegs sind, ist es an mir Abwechslung in unser Programm zu bringen. Manchmal kann ich ihn von seinem Nein in ein Ja umstimmen. Aber wenn ich merke es geht gar nichts, dann horche ich in mein Inneres und weiß ich hab selbst keine große Motivation. Dann lasse ich es auch sein. Andersherum finde ich sein Ja toll. Immer wenn ich mal denke, alles doof und so (auf den Alltag bezogen), dann beweist er mir, dass er ein ganz Toller ist und läuft wie ne Eins. Danach habe ich immer gute Laune. Im Übrigen sagt er mir auch Bescheid wenn es Zeit zum Nachgurten ist 😉

Liebe Grüße
Anne

 

Von ulla • 30. November 2017

😉 meine stute lehrte mich schon als Jährling „Imperativ ist eine Zumutung“ – so kann ich verlässlich Kooperation und Gelassenheit in kampf und Temperament wandeln… anders herum fällt mir um einiges schwieriger, aber wenn das gelingt ist es umso schöner. stelle mir oft die frage, wieviel Freiheit und Führung kann man abgeben bzw. wie fühlt man sich als mensch dabei noch wohl – sicher wie immer individuell und tagesformabhängig…man wird soviel geimpft, dass man dies und das nicht durchgehen lassen kann, sonst züchtet man sich selbst ein problempferd, dem man nicht mehr herr wird… ich glaube, genau diese angst läßt uns oft unsinnig handeln. bei der Erziehung mit Pferden wissen wir doch auf die bezogen, angst ist kein guter Ratgeber…also danke für das „ja“

 

Von Manfred • 1. Dezember 2017

Liebe Tania,
Vor vielen Jahren habe auch ich mich auf ein Nein von Antares eingelassen und genau so wie Du es hier beschreibst, hat sich eine völlig neue Beziehung zu ihm entwickelt, viel vertrauter und viel tiefer. Fortan bekam ich das Gefühl ein Teil von ihm zu sein. Auch ich durfte erleben, dass ich die Führung an ihn abgeben konnte und dadurch dass wir so eng mitrinander verbunden waren, konnten wir stetz die Gefühle des anderen Wahrnehmen und entsprechend handeln.
Antares ist in seinem Selbstbewusstsein enorm gewachsen und zeigte mir das dann auch, wenn ich mal von unserem gemeinsamen Weg abkam. Dann wurde darüber debattiert und ich musste mich eben nicht ihm gegenüber durchsetzen. Nein, auch ich durfte nein sagen und er ging dann auch auf meine Bedürfnisse ein. Oftmals wollte er den Weg bestimmen, wo wir langgingen. Dann zeigte er mir sehr deutlich wohin er wollte und ich verharrte auf meiner Podition. Es gab eine Annäherung und wir entschieden dann gemeinsam darüber, sobald wir wieder auf einer Wellenlänge waren. Das konnte gut sein, dass ich ihm auch nachgegeben habe, wenn ich das Gefühl bekan, es könnte die bessere Entscheidung sein.
Oftmals entschied sich das auch schon auf der Weide, wenn ich deutlich spühren konnte, dass er monentan lieber dort bleiben wollte. Dann bin ich entweder noch etwas bei ihm geblieben oder auch wieder gegangen. Etwas später sah die Sache schon wirder ganz anders aus und er kam mir freudig entgegen, voller Ungeduld was wir wohl wieder gemeinsam erleben werden.
Abschließend kann ich heute sagen, dass genau diese Momente, in denen ich mich auf ihn eigelassen habe, die schönsten Momente dieser innigen Beziehung für mich waren und immer wieder sind. Ich habe nicht mehr das Gefühl ihn nur für meine Bedürfnisse zu benutzen sonder spüre sehr deutlich, dass uns eine gemeinsame Lebensfreude verbindet und sehe auch, dass wir gegenseitig von einander profitieren. Es ist ein beiderseitiges Geben und Annehmen. Ich empfinde es als ein Geschenk und bin unendlich dankbarcdafür, dass ich das erleben darf.
Liebe Grüße von Antares und Manfred

 

Von Christoph • 1. Dezember 2017

hallo tanja und ein hallo zusammen.

erst möchte ich sagen, dass ihr hier eine tolle bereicherung für interessierte erbringt. so viele wunderbare themen und überlegungen sowie auseinandersetzungen, die für uns alle, zumindenst sicher den großteil, oft an seine grenzen bringt, sofern man reflexion und auseinandersetzung zu lässt.

einer meiner trainer hat mal gesagt. ihr zwei seit wie eine aktiengesellschaft. dein pferd hat 49 %, du hast 51 %., du entscheidest also schlußendlich. aber dh. hör den 49 % genau zu, sonst bringen dir mittel bzw. langfritig die 51 % überhaupt nichts. ich finde das ein sehr schönes und plakatives beispiel.
zum nein sagen – jedes tier ist ein individum und so sollte und möchte es auch behandelt werden. jedoch, können wir dem pferd überhaupt gerecht werden? wir sprechen hier von einem tier der natur, welches kilometerweit, neugierig durch die landschaft wandert, immer wieder frisst, ruht und als fluchttier seinen job macht. gehen wir davon aus, dass das pferd ein energiesparer ist, dann bevorzugt es, sofern die haltung optimal ist, sicher die weide und das herdenleben – sofern die gruppe passt – vor dem menschen, der sich draufsitzt und sich seiner reiterei erfreut. ausnahmen bestätigen die regel.
wo fängt denn nun das ja oder nein an. pferde lernen sehr schnell. hat das pferd einmal kapiert, dass es seinen wünsche durchsetzen kann, werden wir aus dem ja nicht mehr rauskommen. da kommt ja auch das thema druck auf. was ist druck. wenn ich einem kind sage, bitte räume deinen teller vom tisch, bevor die weggehst wird es dies nicht unbedingt machen wollen. vielleicht einmal ja, vielleicht einam nein oder wie auch immer. aufgabe von eltern ist es doch, ua., das kind auf das leben vorbereiten und – wie in jeder gemeinschaft – heitß das auch, sich an regeln zu halten. werden diese regeln nicht eingehalten, so gibt es von irgendeiner seite santionen, das ist dann druck. diese können – ohne werten zu wollen, physisch und / oder psychisch sein. und das gleiche passiert doch beim pferd. wir müssen unseren 4beiner auf das „gefährliche“ leben draussen vorbereiten. das bedingt aber eben auch – abgesehen von der sicherheit – dass sich das pferd an gewisse regeln halten muss und der pferdebesitzer diese auch einzufordern hat. und da gibt es dann einfach den druck und das nein. sicherlich ist die große frage des wie’s – aber – das pferd würde viele entscheidungen anderst treffen als wir. und manch ein pferd würde vielleicht gar nicht erst geritten werden wollen, auch wenn der reiter noch so gut und fein sein pferd (be)reitet.
eigentlich hat doch das pferd schon verloren, wenn es mit dem menschen zusammenkommt. denn auf der anderen seite gibt es die freiheit, die herde, die natur wo sich der 4beiner vermutlich wohler fühlen dürfte.
wir halten uns pferde, manch eines 23 stunden in einer kleinen box, damit wir uns dem gaudium der reiterei für eine stunde am tag hingeben können (wo wir dann ein tolles, liebes, leistungsbereites pferd erwarten) und dieses dann noch mit müsli und karotten vollstopfen.

für mich ein extrem schwieriges, komplexes, thema „nein“, „ja“ und „druck“, um dem pferd gerecht zu werden.

man könnte stunden bzw. tagelang darüber diskutieren ….

nochmals danke für all eure bemühungen.

christoph

 

Von Susanne • 1. Dezember 2017

Gut geschrieben, Christoph

 

 

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