Irrtümer über die Freiarbeit, Teil 2

Vor einiger Zeit schrieb ich darüber, welche Irrtümer es aus meiner Sicht über die Freiarbeit gibt. In diesem Beitrag ging es um das Herumscheuchen und das unüberlegte Tobenlassen von Pferden. Heute möchte ich noch einige andere Aspekte ansprechen, die mir immer wieder auffallen, wenn von Freiarbeit gesprochen wird: 

  • Wenn ein Pferd die Gedanken seines Menschen regelrecht zu lesen scheint und sämtliche Lektionen scheinbar von allein ausführt, ist das für mich noch lange keine Freiarbeit, auch wenn es dabei kein Halfter trägt.
  • Wenn ein Pferd dem Menschen auf dem Fuße folgt und keinen Schritt von ihm weicht, handelt es sich für mich nicht um Freiarbeit, auch wenn das Pferd kein Halfter trägt. 
  • Wenn ein Pferd mit gesenktem Kopf nur auf die nächsten Signale wartet, ständig bereit zu tun, was verlangt wird, solange die Einheit geht, ist das für mich überhaupt keine Freiarbeit mehr, auch wenn es dabei kein Halfter trägt.

Ich höre jetzt schon den Aufschrei, der durch die Freiarbeits-Szene geht, denn mir ist klar, dass ich mich hier ein bisschen aus dem Fenster lehne. Aber ich habe das große Bedürfnis, einmal den Begriff „Freiheit“ herauszuarbeiten. 

Was ist Freiheit?

Laut Wikipedia definiert sich Freiheit so: Freiheit wird in der Regel als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten auswählen und entscheiden zu können.

Nun ist es natürlich grundsätzlich mit den freien Entscheidungen unserer Pferde eine schwierige Sache, denn wir müssen ja zwangsläufig den Platz begrenzen, auf dem sie sich bewegen können, und wir müssen sie auch daran hindern, sich zum Beispiel einfach loszureißen, um ihrer Wege zu gehen. Also ganz klar: wir schränken alle, die wir Pferde haben, ihre Freiheit ein großes Stück weit ein. 

Worin es aber sehr viele Variationen gibt, sind die Freiheiten eines Pferdes im Umgang und Training. Noch immer ist die Annahme weit verbreitet, dass man Pferde in jedem Moment „im Griff“ und „unter Kontrolle“ haben muss. Und auch wenn die Methoden, das zu erreichen, unterschiedlich sind, läuft es letztlich fast immer darauf hinaus, dass Pferde „funktionieren“ sollen und das am besten anstandslos und punktgenau. 

Wie passt das mit FREIarbeit zusammen?

Ich vertraue inzwischen immer weniger meinen Augen, wenn ich Vorführungen sehe, sondern vor allem meinem Bauchgefühl. Denn manches sieht zugegebenermaßen fantastisch aus, beeindruckend und atemberaubend: Pferde, die auf minimalste Zeichen die tollsten Sachen zeigen und dabei nichts und niemanden wahrzunehmen scheinen als nur den Menschen, der mit ihnen arbeitet – klar ist das eine Show! Doch wenn ich hinfühle, ist kaum noch etwas daran toll. Dann nehme ich ein Wesen wahr, das zu einer Maschine mutiert ist. Das nichts von dem tut, weil es das selbst will, sondern weil es weiß, dass es das tun soll. Ein Wesen dass nichts von sich aus vorschlägt, keine Witze macht und dass seine natürlich-stolze Ausstrahlung leider oft vollkommen verloren hat. 

Viele werden meinen, ich übertreibe, aber wer wirklich bereit ist, hinter den schönen Schein zu schauen und vor allem zu fühlen, wird sehr wahrscheinlich Ähnliches wahrnehmen. 

Wichtige Fragen zur Freiarbeit

Ich denke, wer für sich beansprucht, Freiarbeit zu machen, sollte sich diesen Fragen stellen: 

  • Was macht Freiheit wirklich aus – für mich und für mein Pferd?
  • Geht es bei der Freiarbeit um meine Freiheit, z.B. um die Freiheit meinen Willen durchsetzen und meine Ziele erreichen zu können?
  • Oder geht es um die Freiheit meines Pferdes in seinem Sein und seiner Persönlichkeit?
  • Wie viel Freiheit gestehe ich meinen Pferd bei der Arbeit zu? 
  • Kann ich ein „Nein“ meines Pferdes zulassen? 
  • Wie gehe ich mit eigenen Ideen meines Pferdes um?
  • Steckt in meiner Freiarbeit wirklich Freiheit? 

freiarbeit

23. August 2016 von Tania Konnerth • Kategorie: Allgemein, Freiarbeit, Umgang 11 Kommentare »

 

11 Reaktionen zu “Irrtümer über die Freiarbeit, Teil 2”

 

Von Manu • 23. August 2016

Guten Tag

Ach was für ein toller Artikel. Einerseits berührt er mich, weil ich weiss, dass „meine“ Freiarbeit eben noch nicht ganz dieser freien Arbeit entspricht und ich mich somit (negativ) angesprochen fühle.

Zum anderen finde ich mich in diesem Artikel auch in positiver Form wieder: mein Pony darf nein sagen. Ich ertappe mich immer wieder, beim nicht Erlauben des Neins aber eben auch beim Erlauben dessen.

Beispiel: Auf unserem Platz findet mein MiniShetty(Hengst) immer wieder einen Grashalm oder etwas anderes, das interessanter ist als meine Wenigkeit 😉

Früher habe ich ihn dann rennen lassen. Heute versuche ich ihn zu mir zu holen in dem ich in seiner Nähe stehe (mit dem gewissen Abstand, der ihm gehört), versuche ihn zum mitkommen zu animieren und belohne ihn natürlich, wenn er sein Köpflein hebt und sich für mich entscheidet.
Was ich beim Schreiben bemerke: Ich könnte eigentlich auch mal „aufgeben“ und weggehen, und ihn da stehen lassen. Weil irgendwie „zwinge“ ich ihn ja doch ununterbrochen dazu, mit mir mitzukommen 😉

Warum die Belohnung? Ach früher habe ich immer mit Belohnung gearbeitet. „Das tut der nur wegen der Belohnung“ – und schwupp habe ich mich nicht mehr damit beschäftigt. Warum nur? Sunny zeigt mir ganz klar, dass er auch ganz gut die Leckereinen ignorieren kann.

Der Kurs mit Alessa Neuner hat mir meine Augen wieder geöffnet. Warum stoppst du etwas, dass du als Richtig empfunden hast, nur weil andere finden, das ist falsch? Alessa sagte uns „erhaltet ihr bei der Arbeit Lohn?“. Na klar. Warum sollte also das Pferd keine Belohnung erhalten.
Macht Sinn. Diese Belohnung kann natürlich auch mal eine Pause oder eine Krauleinheit sein.

Also was ich eigentlich sagen wollte. Seit ich Sunnny in der Freiarbeit wieder vermehrt zu lasse, „nein“ zu sagen, ihn dann wieder frage mitzukommen und er dafür eine Belohnung erhält, ist er wieder motivierter.

Motivierter frei mit mir mitzugehen. Ich akzeptiere auch, wenn er findet „nun sind wir aber genug lange auf dem Platz gewesen“.

Dennoch gibt es diese Grenzen: wenn wir die Strasse überqueren, dann darf er sich einfach nicht kratzen. Oder mich zum Gras ziehen, scheint mir auch als Unart. Ich muss mich dann einfach hinterfragen, „Ist Fütterungszeit? Hat er hunger? Oder welches Bedürfniss muss nun zuerst gestillt werden, dass wir zusammen arbeiten können?!“.

Huch ich texte euch hier zu. Aber dieses Thema der Freiarbeit beschäftigt mich immer wieder. Wann ist frei frei?
Ich habe mir bereits einige Gedanken zur Freiheitsdressur gemacht. Und wie es der Name schon sagt: es ist dressiert.

Ich könnte noch sooo viel mehr dazu schreiben aber alles zusammen hat keinen roten Faden – Ich muss den zuerst wieder finden 🙂

Danke für diesen anregenden Artikel

Liebe Grüsse

Sunny und Manu

 

Von Jana • 23. August 2016

Danke für den tollen und (leider) Augen öffnenden Artikel.
Auch ich mache mit meiner Stute „Freiarbeit“. Wir spielen Ball, laufen einfach gemeinsam oder üben ein paar Tricks. Vieles bietet sie von selbst an und wird durchs clickern immer weiter motiviert.
Aber auch mir fällt gerade auf, dass ich ein NEIN nicht immer akzeptiere.
Wenn ich merke, dass sie einen schlechten Tag oder keine Lust (mehr) auf eine Sache hat, dann lassen wir das einfach und machen etwas anderes oder eben nichts. Das klappt sehr gut und wir können uns damit beide sehr gut arrangieren.
Aber es gibt Situationen, bei denen ich (meist unbewusst) das NEIN nicht annehme. Ich freue mich´, nun zukünftig wieder mehr darauf zu achten und Rücksicht zu nehmen.

Liebe Manu, dein Kommentar fand ich wundervoll! Danke dafür! Ich finde mich in jedem deiner Sätze wieder und könnte mir nun ebenso alles von der Seele schreiben. Vermutlich würde es für außenstehende Leser dann keinen Sinn ergeben *gg*
Ich freue mich, nun wieder mit mehr Gefühl weiter zu machen. Ein echter Pferdemensch lernt schließlich nie aus und ist immer offen für neues, und manchmal auch altes 🙂

 

Von Maria • 23. August 2016

Hallo Tania,

ein sehr mutiger und berührender Artikel! Auch ich denke in letzter Zeit oft, wie frei ist Freiarbeit wirklich? Mir fallen derzeit immer wieder Trainer auf, die anscheinend ganz toll und frei mitarbeitende Pferde haben, hinterfragt man aber die dahintersteckende Methodik, merkt man, dass es nicht um Freiheit geht, sondern nur um „ohne Halftre und Strick“.
Häufiger wird nur das Ziel gesehen (ein Pferd was super Kringel um einen galoppiert, auf feinste Hilfen Drehungen ausführt usw.), aber nicht der Weg dorthin.
Mir persönlich gefällt schon das Wort FreiARBEIT nicht. Für mich hat das viel mehr mit einem gemeinsamen Spiel und nicht mit Arbeit zu tun. Nur wenn mein Pferd mir wirklich komplett freiwillig folgt (und nicht, weil ich ihm klargemacht habe, dass anderenfalls Konsequenzen kommen) und ich merke, dass es wirklich motiviert ist, mit mir zusammen zu sein, dann ist es Freiheit. Und diese wirklich freie Phase ist, denke ich, oft nur kurz und lässt sich nicht trainingsmäßig abrufen.
Ich lerne das gerade mit meiner 5jährigen Stute, die seit 4 Monaten bei mir ist. Wir haben keinen Reitplatz, Ausbildung derzeit nur auf der Koppel möglich. Ach, was habe ich mir alles vorgenommen!: LOngentrainig und Spaziergänge und Muskelaufbau (den sie dringend nötig hätte!) und und und…Mal davon abgesehen, dass ich selber 2 Monate an Krücken laufen musste und schon von daher das Programm nicht möglich war, habe ich auch gemerkt, dass sie mit dem Kopf sofort dichtmacht, wenn ich meine, sie zu etwas zwingen zu müssen. Sie ist dann trotzdem total brav und so gut wie nie offen aufmüpfig, aber es fühlt sich absolut nicht richtig an.
Tja, meine „Freiarbeit“ sieht dann derzeit so aus: Ich geh auf die Koppel; Manchmal kommt sie, manchmal nicht. Wenn sie nicht kommt, setze ich mich hin und schaue ihr zu und bin einfach da. Irgendwann kommt sie dann doch :-). Dann kann ich maximal 10 min mit ihr was machen, dann ist ihre Konzentration zu Ende. Unser derzeitiges Freiarbeits-Programm ist kleinschrittigste Gewöhnung an die Fliegenmaske und Fliegendecke. Und wenn ich zu schnell bin oder zu lange was mache, geht sie weg: Ruhig, aber bestimmt oder sie schaltet innerlich komplett ab (ist manchmal fast bisschen gruslig, wie sie runterfährt) Dann lasse ich sie in Ruhe und frage evtl. nach 10 min noch mal an. Manchmal geht sie darauf ein, manchmal nicht. Dieses Pferd lehrt mich vor allem eines: Geduld, Geduld, Geduld und ein Hinhören, was wirklich frei ist 🙂
Übrigens trainiere ich sie mit Clickertrainig. Aber wenn sie mit mir „fertig“ ist, nimmt sie einfach keine Leckerlis mehr 🙂 Soviel zum Thema, sie machen das nur wegen der Leckerlis….

LG Maria

 

Von Svenja • 23. August 2016

Freiarbeit war/ist für mich der Schlüssel beim Clickertraining gewesen, da ich so nicht in Versuchung gekommen bin doch wieder Druck aufzubauen, also in Form von am Halfter ziehen, mit dem Strick wedeln, etc.. Wenn ich so über deine Definition nachdenke, dann kann ich sogar behaupten tatsächlich echte Freiarbeit zu machen. Mir ist es sogar am liebesten, wenn mein Pony die „Führung“ übernimmt und z.B. von sich aus wieder losgeht nach einer Pause oder um die Übung fortzusetzen. So weiß ich, dass er motiviert ist und ich die Übung so aufgebaut hab, dass es ihm Spaß macht. Manchmal fällt es mir aber auch schwer seine Vorschläge anzunehmen, wenn ich lieber meine eigenen Übungen machen will^^ Das ist für mich das schwerste an der Freiarbeit, die Balance zwischen Übungen, die mein Pony gerne machen möchte und Übungen, die ich gerne machen würde, zu waren.

 

Von Anja • 24. August 2016

Hallo Tania,
die Voraussetzung für Freiarbeit ist, die Aufmerksamkeit des Pferdes zu haben.
Mir ist jedoch nicht klar, wie ich die Aufmerksamkeit bekomme und vor allem halte, ohne ein "Nein" des Pferdes zu übersehen oder sie durch interessantere Dinge (Gras!) zu verlieren.

An unserem Reitplatz-Rand wächst Gras, das eine hohe Anziehungskraft auf mein Pferd hat ;-). Dabei die Aufmerksamkeit auf mich zu lenken, fällt mir zum Teil sehr schwer und die "Freiheit" meines Pferdes führt leider häufig dazu, dass es fressen geht 🙁
– wohlgemerkt auch dann, wenn ich ihn von der Weide geholt habe, auf der er den ganzen Tag fressen konnte, er also keinen Hunger haben kann.

Bei Dir wächst ja auch Gras, wie man sieht.
Wie reagierst Du, wenn Deine Pferde fressen möchten?

Danke und viele Grüße
Anja

_________________

Hallo Anja,

tja, das ist tatsächlich nicht ganz so einfach. Ich gebe zu: wenn möglich, arbeite ich lieber auf Sand, damit ich gar nicht erst diskutieren muss. Wenn Gras da ist, gelingt es mir manchmal recht schnell, dass es nicht mehr so attraktiv ist, manchmal nicht. Ich denke, das hängt u.a. vom Hunger der Pferde und auch von meiner eigenen Energie ab. Wenn das Gras sehr attraktiv ist, bin ich gefordert, mehr dran zu bleiben, also mehr zu steuern, in dem ich selbst präsenter bin und mit vielen Übergängen, Wechseln zwischen großen und kleinen Kreisen usw. arbeite. Wenn sie das Gras ein bisschen vergessen, kann ich wieder mehr Freiraum geben.

Herzlich,
Tania

 

Von Svenja • 25. August 2016

Hallo Anja,
ich bin zwar nicht Tania, aber ich antworte dir trotzdem mal ;), weil ich exakt das gleiche Problem hatte, also auch mit dem Grasstreifen. Ich denke zum einen ist es sehr wichtig authentisch zu sein, damit Pferde uns ihre Aufmerksamkeit schenken. Zum anderen muss man ihnen Sachen bieten, an denen sie auch Spaß haben oder auch einfach ihre Neugierde wecken. Der letzendlich ausschlaggebende Faktor bei uns war aber die Änderung der Haltungsbedingungen von Paddockbox zu Offenstall. Seit dem ist mein Pferd mir gegenüber viel aufmerksamer. Manchmal kommt es aber immer noch vor, dass er am Rand grasen geht. Dann lass ich ihn einfach fressen und nach ein paar Minuten kommt er von selber wieder an.
Vg Svenja

 

Von Carmen • 29. August 2016

Hallo Tania,

ich denke es geht uns allen so, das wir wenn wir mit unseren Pferden arbeiten hoffen alles richtig zu machen 🙂 Wenn ich mit meinem Pferd Freiarbeit mache, nimmt der Lümmel auf dem Platz im Schritt schon mal den Kopf runter um ein Blatt aufzunehmen.
Dabei ist er jedoch nicht unaufmerksam sondern immer mit einem Ohr bei mir und geht genau den Weg weiter um den ich gebeten habe.Oder wenn wir zum Beispiel cirkeln und ich Galopp anfrage schießt er manchmal buckelnd los und rennt ganze Bahn. Früher hat mich so etwas geärgert. Heute weiß ich das mein junges Pferd die Energie rauslassen muss um mir wieder zuhören zu können. Jetzt lache ich einfach und er guckt mich an und kommt dann wieder im gesetzten Galopp auf den Cirkel um den ich gebeten habe
ganz viele Grüße
Carmen

 

Von Sarah • 29. August 2016

Ich kann den Artikel nur unterschreiben. Es gehört aber viel dazu, das zu können! Ich selbst habe jetzt bestimmt zwei oder drei Jahre gebraucht, um euren Ansatz vollständig verstehen und nachvollziehen zu können. Zu Beginn ward ihr mir mit eurer Seite gleich sympathisch und ich fand eure Beiträge auch immer inspirierend, aber sie kamen mir an vielen Stellen sehr „esoterisch“ und „übertrieben“ daher. Jetzt, nachdem ich mich zwei oder mehr Jahre intensiv mit den Themenstellungen beschäftige und ich folge, kann ich von einer persönlichen Reifung, die ich empfinde. Ich kann nun voll und ganz diese „vegane“ Einstellung zum Pferd nachempfinden. Dass viele das (noch) nicht können, ist aber klar. Immerhin heißt es, dass man das Pferd nicht mehr so uneingeschränkt seinem Willen unterwerfen kann, wie man das konnte, bevor man dieses Bewusstsein erlangte. Ich versuche mich selbst immer wieder daran zu erinnern, dass man an einen Hund, eine Katze oder sonst ein Haustier auch keine Ansprüche des „Funktionierens“ stellt. „Leider“ ist mir bei diesem Prozess auch ein wenig die Lust am Reiten abhanden gekommen, weil es mir immer mehr wie Unterwerfung vorkommt. Ich liebe meine Pferde sehr und verbringe auch gerne Zeit mit ihnen, aber am liebsten lasse ich sie dabei Pferd sein.

 

Von Kelly • 29. August 2016

Hallo Miteinander,

was für ein wahrer Artikel. Danke liebe Tania, Du hast es mal wieder auf den Punkt gebracht.
Am Rande – soweit gestatet – eine Buchempfehlung meinerseits zum Thema Freiheit in der Mensch-Pferd-Beziehung: „Selbstbewusste Pferde“ von Imke Spilker bzw. Webseite http://www.kommunikativepferde.de .

Viele liebe Grüße. Kelly

 

Von Birgit • 2. September 2016

Ich glaube wir sollten nur unseren Bauch entscheiden lassen. Ich mache das seit einiger Zeit und erlebe so eine wunderbare Zeit ohne jeden Druck auf beiden Seiten.

Es kommt selten vor das mein Pferd nicht wiehernd kommt wenn ich rufe und wenn doch darf sie auf der Weide bleiben. Meist dauert es auch dann nicht lange und sie kommt nach ihrem nein trotzdem nach einiger Zeit und folgt mir ohne Halfter oder Stick. Völlig frei. Zur Zeit sind die Felder abgemäht und auch hier lasse ich sie frei laufen. Ich habe das Glück keine großen Straßen in der Nähe zu haben, deshalb und weil ich einfach ein gutes Gefühl habe, traue ich mich. Das ist so ein schönes Gefühl. Sie bleibt in meiner Nähe, galoppiert ein Stück, buckelt rum und kommt dann freudig zu mir zurück.
Bei einem Hund ist das völlig normal, schade das es bei einem Pferd so viel anders ist.
Liebe Grüße Birgit

 

Von Maria • 26. November 2016

Hey Tania,
Ich finde deine Artikel super. Ich selber habe eine kleine shetty Stute die inzwischen 28 Jahre alt ist. Ich Binn mit ihr aufgewachsen allerdings habe ich mich erst mit 7 um sie gekümmert. Ich war vor einem Jahr zum jobben bei einer Frau die mit heilpferden beruflich arbeitet. Nach einem halben Jahr habe ich mein Pony auch mitgenommen und da habe ich dann von der Besitzerin auch,, Unterrichtsstunden“ bekommen. Allerdings hat sie natural horsemanship gemacht und ich war auch erst positiv davon überzeugt. Ihre Pferde sind super brav gegangen aber meiner hat es nicht wirklich gefallen und ich habe dann immerwieder versucht mit meiner Stute “frei“ zu arbeiten. Ich fing an Sie in die Stallgasse zu stellen ohne sie anzubinden. Das hat natürlich viel Geduld auch von mir gebraucht aber inzwischen klappt es so dass ich sie auch mal alleine im Stall stehen lassen kann.
Und nach und nach habe ich angefangen ihr den strick beim spazieren gehen über den Hals zu legen und irgendwann habe ich ihr das Halfter angenommen und ihr nur den strick über den Hals gelegt damit ich zur Not etwas in der Hand habe.
Aber das war nie nötig und ich Binn immer ohne alles mit ihr ins Gelände gegangen, meine Familie war nicht gerade erfreut aber ich wollte es machen und habe es dann auch durchgezogen. 🙂
Geritten Binn ich sie auch immer ohne Sattel und sie ist auf einem Auge blind und ich finde so schöne dass sie mir überall vertraut. 😉

So und jetzt habe ich noch ein anderes Anliegen
Ich ha es seit Anfang September endlich eine reitbeteiligung gefunden bei der ich jetzt auch bleiben kann. Die hat 2 Pferde eine 24 jährige die reite ich bis jetzt noch und dann hat sie noch einen 5 jährigen mit dem mache ich bis jetzt nur Bodenarbeit machen. Letztens Binn ich mit einem Apfel zu ihm rein und habe gemerkt dass er mir ohne weiteres folgen würde. Ich habe angefangen, dass ich im padock vor ihm herlaufe und er mir nach. Ich als Belohnung hab ich ihm immer wieder einen Apfel gegeben.
Letzte Woche wollte ich mit ihm spazieren gehen aber seine Besitzerin hat gesagt Sassnitz ich es lieber lassen sollte wenn er zu aufgeregt ist. Und weil er ja erst 5 ist, ist er auch ziemlich schreckhaft und dann Binn ich fürs erste nur im Hof mit ihm rumgegangen. Da habe ich ihm dann die Zügel und den Strick auch über den Hals gehängt und habe probiert dass er mir nachläuft, das hat er auch getan. Und er hat auch aufgepasst dass wenn er mir nachgaloppiert und ich stehen bleibe dass er mich nicht überrennt
Was ich jetzt eigentlich wissen wollte:
Ich Binn jetzt 14 und ich habe mich nie richtig mit dem Thema beschäftigt. Jetzt weiß ich nicht wie ich mit ihm anfangen soll. Und weil ich ihn ihm Frühjahr auch reiten darf wollte ich vielleicht erst am Boden sein Vertrauen gewinnen da er ja noch so jung und unsicher ist
Liebe Grüße
Maria

_______________________

Hallo Maria,

toll, dass Du Dir so viele Gedanken über die Beziehung zu den Pferden machst! Deine Frage kann ich Dir so allerdings leider nicht beantworten. Die Ausbildung eines jungen Pferdes ist eine komplexe und wirklich nicht leichte Aufgabe, da ist es mit einigen Tipps hier in so einer Kommentarfunktion leider nicht getan. Ich würde Dir auf jeden Fall empfehlen, Dir bei der Ausbildung von jemanden vor Ort helfen zu lassen, der Einfühlungsvermögen hat und auf eine schöne Art mit Pferden arbeitet. Und bei allem Freilaufenlassen bitte nie vergessen, dass Pferde Fluchttiere sind und jederzeit auf und davon rennen können, egal wie innig sie einem zu vertrauen scheinen. Ein Pferd in Panik auf der Straße ist ein Alptraum!

Euch noch ganz viel Freude an- und miteinander,
Tania

 

 

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