Probleme bei der Freiarbeit und Lösungen dazu

Es gibt einige Probleme, die immer wieder bei der Freiarbeit auftauchen. Konkrete Anleitungen sind leider schwer zu geben, da die Freiarbeit sehr individuell ist und es oft auf Feinheiten und Kleinigkeiten ankommt, die gar nicht alle beschrieben werden können. Dennoch möchte ich in diesem Blogbeitrag versuchen, einige Gedanken zu den Ursachen von Problemen aufzuzeigen und mögliche Lösungsansätze geben. 

Fehler sind menschlich!

Gleich vorweg das Wichtigste: Wie bei jeder Arbeit mit Pferden gilt auch für die Freiarbeit der Grundsatz: nicht das Pferd macht etwas falsch, sondern der Mensch. Das zu verinnerlichen ist bei der Freiarbeit besonders wichtig, weil hier die Fehler des Menschen noch deutlich sichtbarer werden (sie können ja nicht durch Hilfsmittel kaschiert werden). 

Nun aber auch gleich die erleichternde Botschaft: Fehler bei der Freiarbeit sind vollkommen normal und ja, im doppelten Wortsinn menschlich. Es ist immer wieder eine große Herausforderung, sich einem Pferd verständlich zu machen. Während wir bei allen anderen Arbeitsformen Stricke, Zügel oder andere Möglichkeiten haben, uns (auf eine mehr oder weniger nette Art) durch direkten Kontakt mitzuteilen oder auch „durchzusetzen“, fällt das bei der Freiarbeit weg. Hier haben wir nur unsere Körpersprache, unsere Stimme und unsere Energie/Ausstrahlung und als Hilfsmittel vielleicht eine Peitsche (aber selbst der kann sich das Pferd im Normalfall durch Weglaufen entziehen – und ein aggressives Scheuchen oder gar ein Schlagen mit einer Peitsche ist in der Freiarbeit ein absolutes Tabu, da es jegliches Vertrauen zerstören kann und damit der Freiarbeit jede Grundlage entzieht). 

Für mich ist die Freiarbeit die ehrlichste Arbeit mit dem Pferd, da sie auf der Bereitschaft gegenseitigen Zuhörens und Respekts basiert. Und das muss sich jeder erst erarbeiten und ein Stück verdienen – also keine Angst vor Fehlern, aber dafür bitte viel Bereitschaft, sich selbst und das eigene Tun zu hinterfragen!  

Schauen wir uns einmal an, was alles passieren kann: 

Das Pferd hört nicht zu

Unter dieser Überschrift lassen sich eine ganze Reihe von Problemen fassen, wie z.B.: 

  • das Pferd rast und buckelt los und reagiert nicht auf den Menschen, 
  • das Pferd entscheidet über Richtung und Tempo,
  • das Pferd läuft Runde um Runde und lässt sich weder verkleinern noch irgendwie sonst erreichen, 
  • das Pferd steht am Tor und will nicht mitarbeiten
  • und ähnliches mehr.

Wie bei jedem anderen Problem auch, müssen wir zunächst die Ursache herausfinden, um zu überlegen, wie wir sinnvollerweise vorgehen können. 

Wenn das Pferd immer dann, wenn es frei gelassen wird, rast und buckelt, lässt sich vermuten, dass es nicht genug Bewegung oder alternativ Angst hat.

Zu wenig Bewegung ist in der Regel ein Problem der Haltung, manchmal nur punktuell, wenn  z.B. Dauerfrost oder Glatteis die Bewegungen der Pferde einschränken, meist aber ist es eine nicht artgerechte Haltung, wie Boxen, Einzelhaft und Mini-Paddocks. Hier kann nur eine Änderung der Haltung wirklich dafür sorgen, dass das Pferd sich nicht mehr sofort austoben muss, wenn es denn mal frei gelassen wird.

Rennt und tobt das Pferd aus Angst, ist herauszufinden, was seine Angst auslöst. Hat es Angst vor der Peitsche? Vor dem Menschen, der vielleicht unbewusst zu viel Druck macht? Hat es schlechte Erfahrungen beim Freilaufen gemacht, die immer noch nachwirken? Nur wenn wir erkennen, was dem Pferd Angst macht, können wir die Ursachen dafür beseitigen. 

Wenn das Pferd selbstständig über Tempo und Richtung entscheidet, hat der Mensch es noch nicht geschafft, auf eine gute Weise wichtig genug für das Pferd zu sein. Hier gilt es, beim kleinen Einmaleins der Kommunikation anzufangen und als Mensch z.B. erst einmal damit zu beginnen, auf eine friedliche, aber klare Weise Raum in der Halle bzw. auf dem Platz einzunehmen und so dem Pferd zu vermitteln, dass es auf ihn zu achten hat. Erst darauf lässt sich dann aufbauen.

Läuft ein Pferd einfach los und rennt Runde um Runde, ohne auf den Menschen zu achten (meist übrigens in Außenstellung), dann spult es das ab, von dem es glaubt, dass es von ihm erwartet wird. Man kann das oft bei Pferden sehen, die auf eine schlechte Weise longiert oder per Join up gearbeitet wurden. Solchen Pferden gilt es ganz behutsam und sanft zu zeigen, wie Freiarbeit aussehen kann und dass es auch eigene Ideen einbringen darf. Manchmal ist dafür viel Einfühlungsvermögen und Geduld nötig, denn solche Pferde haben große Angst, Fehler zu machen und dafür bestraft zu werden. 

Rennt oder geht das Pferd immer wieder zum Ausgang, um dort stehen zu bleiben, zeigt es deutlich, dass es kein Interesse an der Freiarbeit hat. Hier gilt es herauszufinden, ob es die eigene Ausstrahlung und Erwartungshaltung ist, die es dem Pferd schwer macht, oder fehlende Motivation oder Freude, oder ob es vielleicht einfach noch überhaupt nicht verstanden hat, worum es geht. 

Das Pferd will nicht laufen

Häufig wird auch beschrieben, dass ein Pferd gar nicht weg vom Menschen und sich auch nicht wirklich bewegen will. Das wird dann fast immer als „Faulheit“ oder „Respektlosigkeit“ gedeutet. Leider sind diese Interpretationen oft vollkommen falsch!

Die meiner Erfahrung nach häufigste Ursache für ein Kleben am Menschen bei der Freiarbeit ist die, dass das Pferd nicht versteht, was der Mensch von ihm will. Es ist verunsichert, weil der Mensch sich nicht klar ausdrücken kann. Manche Pferde reagieren darauf, indem sie losrennen, sehr viele Pferde aber bleiben einfach in der Nähe des Menschen. Und das unterstützt der Mensch dann oft noch durch unbedachtes Lob, in dem er sich freut, dass das Pferd „so kuschelig“ ist und es dann streichelt oder gar ein Leckerli gibt, weil es doch so süß ist. Wenn danach dann rüde versucht wird, das Pferd nun aber endlich wegzuschicken und zum Laufen zu bringen, kann das Tier überhaupt nicht mehr verstehen, was der Mensch eigentlich von ihm will …  

Wenn ein Pferd nicht laufen möchte, liegt das in den meisten Fällen an der Körpersprache oder Ausstrahlung des Menschen. Sehr viele bremsen die Lauflust ihrer Pferde ganz konkret durch falsche Signale oder durch die eigene (fehlende) Energie. Hier gilt es, sich der Körpersprache und -haltung, der eigenen Energie und Ausstrahlung und der Signale, die man selbst – oft unbewusst – sendet (vielleicht auch aus Angst, dass das Pferd fallen könnte, wenn es schneller wird, oder einen umrennt), bewusst zu werden. Videoaufnahmen von sich selbst leisten da eine gute Hilfe und natürlich auch das Feedback anderer, wenn sie denn den nötigen Blick dafür mitbringen.

Eine generelle Bewegungsunlust kann Ursachen haben, die außerhalb der Freiarbeit liegen: vielleicht hat das Pferd Schmerzen oder zu wenig Energie, vielleicht ist es traurig oder müde. 

Das Pferd hat keine Freude an der Freiarbeit

Hin und wieder beschreiben Leute, dass ihr Pferd bei der Freiarbeit irgendwie grimmig aussieht. Es tut zwar vielleicht alles, was gewünscht wird, hat aber angelegte Ohren, der Blick ist in sich gekehrt und es zeigt keinerlei Freude an dem Tun. In seltenen Fällen wird das Pferd sogar aggressiv, droht also zu treten oder zu beißen oder es steigt. 

Hier muss zunächst überprüft werden, ob unsere Interpretation tatsächlich richtig ist, denn wenn sich ein Pferd konzentriert, kann es durchaus ernst aussehen oder wenn es vor Freude einen Sprung macht, heißt das noch lange nicht, dass es tatsächlich nach uns schlagen wollte. Auch kann es sein, dass dem Pferd z.B. das Steigen beigebracht wurde und es denkt, dass es das tun soll. Hier ist es sehr wichtig, die Motivation des Pferdes zu erkennen, damit wir sein Verhalten nicht falsch deuten. 

Wenn wir uns aber sicher sind, dass das Pferd wirklich sauer ist, müssen wir auch hier versuchen, die Ursachen zu finden:

  • Ist es so nur bei der Freiarbeit oder auch in anderen Bereichen?
  • Hat es vielleicht körperliche Probleme, die die Arbeit schmerzhaft machen? 
  • Verbindet es Freiarbeit vielleicht mit etwas Unangenehmen (schlechten Erfahrungen o.ä.)?
  • Wissen wir, was unserem Pferd Freude macht?
  • Loben wir genug und vor allem auf eine Art, die für das Pferd auch wirklich eine Belohnung ist?
  • Fordern wir vielleicht zu viel?
  • Sind wir zu streng?
  • Darf das Pferd sich selbst einbringen oder muss es nur funktionieren?
  • Welche Ausstrahlung haben wir selbst bei dieser Arbeit?

Da wir bei der Freiarbeit ein Pferd nicht wirklich zwingen können, zeigen sich hier grundlegende Motivationsprobleme oder auch eine eventuelle Abneigung gegen Menschen oft deutlicher als bei anderen Arbeiten. Das macht es für uns Menschen nicht immer leicht, schenkt uns aber gleichzeitig die große Chance, solch verärgerte Pferde wirklich kennen und verstehen zu lernen und uns eine im Idealfall freudige Mitarbeit ehrlich zu verdienen. Ein verärgertes oder trauriges Pferd, das bereit ist, sich neu zu öffnen und einzulassen, ist eines der schönsten Geschenke überhaupt. 

Mehr Mut zum Miteinander

In der Summe glaube ich, dass die meisten Probleme in der Freiarbeit entstehen, weil wir nicht bereit sind, ein Pferd in seinem Pferdsein anzunehmen, sondern auch hier alles kontrollieren und bestimmen wollen. Aber genau das ist eben nicht Sinn der Freiarbeit.

Wer gerne mit seinem Pferd frei arbeiten möchte, sollte weniger auf das schauen, was oft so spektakulär in Videos gezeigt wird, als vielmehr bereit sein, seinem Pferd zuzuhören und mit ihm zusammen einen ganz eigenen Weg zu finden.

Wenn wir aufhören, etwas zu wollen und unsere Erwartungen und Vorstellungen darüber, wie das jetzt alles zu sein hat, loslassen, zeigen uns Pferde oft selbst, wozu sie Lust haben und wie die Arbeit aussehen kann. Das Wörtchen „frei“ deutet an, dass wir für die Freiarbeit eben auch eine Portion Bereitschaft mitbringen müssen, sich ein Stück weit vom Pferd leiten und vor allem überraschen zu lassen.

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 (Foto von Horst Streitferdt)

2. Februar 2016 von Tania Konnerth • Kategorie: Allgemein, Freiarbeit, Jungpferdausbildung, Umgang 12 Kommentare »

 

12 Reaktionen zu “Probleme bei der Freiarbeit und Lösungen dazu”

 

Von Astrid Reichhardt • 2. Februar 2016

Vielen Dank für deine Ausführungen. Da das leben im ständigen Wandel ist, fange ich grad irgendwie von vorne an. Glücklicherweise habe ich eine Trainerin, die mir auch sagen kann das meine Signale nicht eindeutig sind. Leider verschlampe ich das über die Woche dann immer. Ich habe aber nun erfasst, das ich mich mehr konzentrieren muss. Ich habe jedenfalls die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Deine Texte helfen mir immer sehr!

 

Von nina • 2. Februar 2016

Ich habe erst vor einiger Zeit begonnen mich bei der Arbeit im Roundpen nach meinem Pferd zu richten.
Er hat immer alles sehr gut gemacht und auch auf minimale Signale ausgeführt, sehr konzentriert.
Und ich?
Ich hab erst gemerkt, dass ich ihn überfordere als er immer unzufriedener wurde, er giftete richtig zu mir in die Mitte.
Ich wurde erst unsicher (huch, dachte die Rangfolge wäre klar, ist das Dominanz?), dann besorgt (fehlt ihm was? Osteo musste her, er ist total ok), dann hilfesuchend (was meint ihr warum er das macht?).
Mhhh, eine Stallkollegin sagte dann ich könne ihn ja öfters mal reinrufen und stehen lassen.
Tja, das schien mir logisch, hatte aber diesen Ansatz noch nicht konsequent verfolgt.
Das setzte ich dann um, irgendwann im Spätherbst im letzten Jahr. Rundenlaufen, Stopps, Wendungen, Tempiunterschiede wurden unwichtiger. Der Dialog wurde wichtig, Unbehagen erkennen, früh erkennen, Druck rausnehmen.
Ich fing an ihn zu mir zu bitten, stehen zu lassen, Kekse gab es auf einmal auch.
Das Giften wurde weniger, die harten Anforderungen auch, keine Inkonsequenz- was ich verlangte hätte ich durchgesetzt wenn mein Pferd es mir nicht gegeben hätte. Aber ich verlangte anders, freundlicher, weicher, fröhlicher.
Ich wollte ihm den Spass wiedergeben und schämte mich, was ich für ein fieser Arbeitgeber gewesen war, so hätte ich auch nicht klaglos mit mir arbeiten wollen!

Ich wollte gar keine "Freiarbeit" im Sinne von Freiarbeit wie ich es bislang verstand Pignonmäßig oder so.
Ich wollte mein Giftigkeitsproblem lösen, der Weg dahin Kommunikation.
Ich wollte, dass mein Partner wieder gerne für mich arbeitet und dabei seinen Ausdruck nicht verliert, seinen Glanz.
Ich wollte mein Pferd auf meiner Seite.
Heute bin ich sehr froh darüber was mir meine Stallkollegin im Herbst sagte.
Denn es hat sich vieles geändert, äusserlich sichtbar in meinem Miteinander mit meinem Pferd und innerlich in mir.
Mein Pferd bietet sich jetzt an.
Er macht es gern, ich kann ihn zu mir rufen und um mich herumzirkeln lassen, das klappt nicht immer 🙂 Warum auch?
Aber es klappte vor 2 Wochen sogar frei auf der Weide, bei Sonnenschein im Schnee.
Er ist einfach mit mir bis ans Ende der Weide marschiert weg von seinen Kollegen, ich hatte nur eine Peitsche, kein Halfter, nix.
Ich konnte ihn um mich herumgehen lassen, Wendungen, Trab.
Eine Trainerin sagte mal zu Freiarbeit:
Ohne Strick bleibt nur die Wahrheit!
Wow, was für ein Gefühl, er hätte mit seiner Herde grasen und sich amüsieren können aber er wollte was mit mir machen, mit mir kommunizieren.
Danach wollte ich die Pferde noch etwas draussen lassen, aber Neo ging mit mir zum Stall, ganz selbstverständlich für ihn mir einfach zu folgen.
Wow! Das werde ich nie vergessen 🙂
Ich bin sehr froh, dass er mir so deutlich gezeigt hat wie blöde ich mich verhalten habe.
Man sollte wertschätzen was so ein Pferd einem gibt.

Das Schöne ist, dass man seinen Umgang mit dem Pferd immer ändern kann, keiner muss so weitermachen wie bisher.

_____________________

Hallo Nina,

den letzten Satz kann ich nur dreimal unterschreiben! Er ist soooo wichtig.

Herzlich,
Tania

 

Von Antje • 3. Februar 2016

Hallo Nina,
schön Dich auch hier zu treffen! 🙂
Neo und Dich halte ich für Kommunikationshelden! Aber auch in dieser Beziehung kann man natürlich nichts von Anfang an!
Ich glaube, ein großes Problem von vielen Pferdeleuten ist das Bedürfnis nach Kontrolle. (Ich schließe mich voller Selbstkritik mit ein!) Man hat von klein auf und von den unterschiedlichsten Vorbildern, Reitlehrern und „Gurus“ eingetrichtert bekommen: Aufpassen, der verarscht dich!, das ist gefährlich, immer aufmerksam sein, Dominanz klären!…
Aufmerksam oder – noch lieber – achtsam sein ist auf jeden Fall ein hohes Gut! Aber man sollte zudem auch voller Vertrauen sein! Misstrauen schadet der Kommunikation oder macht sie sehr einseitig! – und man ist misstrauisch, wenn man ständig Angst hat, dass die eigene Dominanz flöten geht und damit Sicherheit und körperliche Unversehrtheit gefährdet sind.
Deshalb schätze ich Eure Seiten und Artikel so und nehme sie immer wieder gerne als Anregung, auch wenn ich häufig noch sehr an meinem Kommunikationsverhalten oder meinen diesbezüglichen Fähigkeiten zweifeln muss – werde ich doch häufig missverstanden, und schlimmer noch: Stehe ich doch vor manchem Verhalten meiner Ponys mit vielen Fragezeichen auf der Stirn und verstehe viel zu wenig!
Danke mal wieder für diesen Artikel, Tania!
Und Danke Nina für den Hinweis: …“keiner muss so weiter machen, wie bisher!“

Gruß Antje (und Kommunikationsexperte Lugi)

 

Von Nicole R. • 6. Februar 2016

Hallo Tanja,
Deine Blogs lese ich immer wieder gern, da Du Dich um so viele Dinge um das Pferd drumrum Gedanken machst, die man so nicht bzw. nur in den seltensten Büchern findet. Vor allem solche Kleinigkeiten, die oftmals das meiste Gewicht im Umgang und der Arbeit mit dem Pferdmit sich bringen und sozusagen das Tüpfelchen auf dem I sind, um auch erfolgreich mit seinem Pferd zu arbeiten und den Spass dabei nicht abzuwürgen.
Ach mir und meinem Hafi hast du damit schon sehr oft geholfen.
Deshalb heute mal ein riesiges Lob und DANKE dafür, dass Du uns an Deinen Gedanken teilhaben lässt!

 

Von Meli • 8. Februar 2016

Überraschen lassen!

Letztens hatte ich auch gedacht ich könnte mal ein Kavaletti hinstellen und etwas frei mit meinem Haffi arbeiten.
Ich dachte ich probiere erst ihn locker etwas laufen zu lassen und an unserer Kommunikation zu arbeiten weil ich diejenige bin, die ihren Körper noch nicht richtig einsetzt.
Da hat mein Duffy mir gezeigt, dass er Spass daran hat über das Kavaletti zu hüpfen und zwar mit einem Grinsen im Haffigesicht.
Das sieht für manche nach nichts aus, aber darauf kommt es auch nicht an, mich hat es aber sehr glücklich gemacht, zu sehen wie er seine Idee eingebracht hat und einfach Spass hatte.

LG

 

Von Edmund Kolowicz • 8. Februar 2016

Freiarbeit ist etwas wunderbares. Besonders wenn man es richtig gezeigt bekommt. Auf unsere Anlage ist seit kurzem genau diese Möglichkeit gegeben und ich darf begeistert mitmachen. Oftmals schaue ich einfach nur zu um zu lernen und dann kann ich das ganze aber auch in der Bahn üben. Es ist herrlich.

________________

Hallo Edmund,

vielen Dank für Deinen Kommentar! Nur bitte keine Werbung hier im Blog, wenn wir das zulassen, wird die Kommentarfunktion bald nur noch dafür verwendet…

Alles Gute,
Tania

 

Von Eva • 8. Februar 2016

Danke für diesen Beitrag und die zahlreichen Anregungen! Wie schön dass du auch darauf hinweist dass Freiarbeit ganz viel mit Hingucken, Fühlen, Wahrnehmen, Selbstreflexion und Kommunikation zu tun hat und viel weniger mit schön anzuschauenenden Ergebnissen mit denen man andere beeindrucken kann. Gerade wenn man damit erst anfängt ist freies Arbeiten eine ordentliche Herausforderung und auch hier gerät man schnell in die Erwartungsspirale. Dein Artikel hat mich wieder einmal wunderbar daran erinnert hier achtsam und offen zu sein für das was ist!

 

Von ju • 9. Februar 2016

Liebe Tania!
du hast mir im (vor)-vorigen Blog sehr hilfreich geantwortet, als ich mein Problem mit meinem Pferd, das die Freiarbeit einfach frühzeitig selbst beendet, geschildert hab.
Diese jetzigen Hinweise sind noch einmal sehr hilfreich.
Ich gehöre zu den älteren Menschen, die noch auf sehr traditionelle und ungute Art sowohl den Umgang mit den Pferden als auch das Reiten gelernt haben. Ich mache jedoch schon lange „nicht so weiter wie bisher“!
Vielen herzlichen Dank!

 

Von Tania Konnerth • 9. Februar 2016

Ein herzliches Dankeschön für all Eure Kommentare! Ich freu mich riesig über die Rückmeldung.

Alles Gute für Euch,
Tania

 

Von Olivia • 11. Februar 2016

Manni wird böse (angelegte Ohren, Drohgesicht, Schweifschlagen, aber auch früher gelernte Verhaltensauffälligkeiten wie sich selbst in die Brust beißen) wenn ich ihn überfordere, er also (noch) nicht kann, um was ich ihn bitte oder – und das wesentlich öfter – wenn er mich nicht versteht. Diesen Frust muss ich ihm dann nehmen, in dem ich etwas abfrage, was er gut kann und wofür ich ihn ausgiebig belohnen kann.
Und dann noch mal von vorn, gaaaanz behutsam und in mini kleinen Schritten, so dass er die wiedergewonnene Sicherheit behält.
Zu Beginn unserer Freiarbeit machte ihm sogar einfach nur neben ihm her zu laufen riesen Stress.
Zu verstehen, dass das mit Dominanz, ungehorsam oder „Verarschen“, wie es so schön im Stall hieß, nichts zu tun hat, hat bei mir einige Zeit gedauert.

Als Manni vor einigen Tagen traurig war, weil sein einziger Kumpel gestorben ist und er sich im neuen Stall nicht wohl fühlte, blieb er in der Freiarbeit ungewöhnlich nah bei mir. Gut fürs Ego, könnte man meinen. Mir hat es aber fast das Herz zerissen, weil er so ein Verhalten gewöhnlich nur zeigt, wenn er sich schrecklich einsam fühlt. Was er also eigentlich gesucht hat, war eine sichere Herde. Hat er jetzt zum Glück wieder.

 

Von Olivia • 11. Februar 2016

„Wenn wir aufhören, etwas zu wollen und unsere Erwartungen und Vorstellungen darüber, wie das jetzt alles zu sein hat, loslassen […]“

Lacht mit Euren Pferden, auch wenns mal nicht klappt! Das bewahrt vor Verzweiflung. Selbst Pferd hat schon kapiert, dass Lachen Entspannung bringt. Da wandern die Ohren gleich wieder ein Stück nach vorne 😀

 

Von Alexandra • 14. Dezember 2017

Hallo!!
Ich habe erst vor kurzem mit der Freiarbeit begonnen…eigentlich stehe ich noch ziemlich am Anfang.
Mein Problem liegt darin…Wenn wir nebeinander laufen…im Trab versucht er immer mich in den Oberarm zu zwicken..Ich heb dann immer meine Hand in Richtung seines Kopfes um Raum zu schaffen.es klappt dann für ein paar Minuten…Dann beginnt er wieder damit.ich denke dass das ein Dominanzverhalten ist….Wie kann ich das am besten abstellen.
Danke
Liebe grüße Alexandra

______________________

Hallo Alexandra,

mich macht es immer sehr traurig, dass noch immer „Dominanz“ als Erstes vermutet wird, wenn etwas nicht so klappt, wie man sich das vorstellt. Dieser Ansatz ist inzwischen komplett überholt, denn es handelt sich um ein menschliches Konzept (s. dazu auch diesen Beitrag: https://www.wege-zum-pferd.de/2017/05/30/dominanz-ist-nicht-pferdegerecht/ ).

Das Schnappen kann ganz verschiedene Gründe haben, z.B. Unsicherheit, Stress, Verwirrung, Überforderung, Übermut und anderes mehr. Was es bei Deinem Pferd ist, kann ich aus der Entfernung leider nicht sagen.

Ich würde Dir empfehlen, Euch einmal bei der Freiarbeit zu filmen und Dir das dann mit etwas Abstand anzuschauen. Manches wird einem so viel bewusster.

Alles Gute,
Tania

 

 

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