Das leidige Thema „Ablongieren“

„Dann longier ihn halt ab!“ – das wurde mir früher geraten, wenn mein Pferd lustig drauf war. Dieses Ablongieren bestand dann darin, das Pferd an die Longe zu nehmen und so lange im Kreis rasen zu lassen, bis es „sich beruhigt“ hatte. Eine Praxis, die man überall immer wieder sehen kann.

Mich hatte der Rat schon damals nicht überzeugt.

  • Erstens hing ich ungerne an einer Longe, an dessen anderem Ende ein Pferd wie blöde zog und raste.
  • Zweitens schien mir diese Praxis alles andere als gesundheitsfördernd für das Pferd zu sein.
  • Und drittens fragte ich mich, ob ich auf diese Weise meinem Pferd nicht eine enorme Kondition antrainieren würde, von der ich mir nicht sicher war, ob ich diese dann in Zukunft händeln könnte.

Ich habe mich also schon damals gegen diesen Rat entschieden. Jetzt, mit dem Wissen über die biomechanischen Zusammenhänge und das was gutes Longieren ausmacht (s. auch unseren Longenkurs), kann ich nur noch dringend vom herkömmlichen Ablongieren abraten. Ihr gefährdet damit nicht nur die Gesundheit Eurer Pferdes, sondern Ihr sabotiert auch noch jeden Ansatz von sinnvoller gymnastizierender Arbeit. Und nein, der Griff zu Ausbindern oder Dreieckszügeln macht die Sache leider auch nicht besser. Ganz im Gegenteil: durch die Hilfszügel erfährt das Pferd beim Toben auch noch erhebliche Schmerzen und wird auf diese Weise sowohl mit dem Gebiss als auch mit dem „Longieren“ Negatives verbinden.

Was aber tut man nun, wenn ein Pferd offensichtlich zu viel Energie hat und man diese Energie nicht unbedingt vom Sattel aus ausgelebt sehen will? Dazu habe ich einige Tipps zusammengestellt.

Tipp 1: Haltung überprüfen

Als Erstes würde ich mir Gedanken über die Haltung machen:

  • Hat mein Pferd ausreichend Bewegung?
  • Wirklich?

Ein paar Stunden auf einem Paddock reichen für kein Pferd aus. Pferde sind Bewegungstiere und sollten die Möglichkeit haben, sich am besten rund um die Uhr frei bewegen zu können. Auch sollte jedes Pferd Kontakt zu anderen Pferden haben, um seinen Spieltrieb ausleben zu können. Gerade bei „heißen“ Rassen sind ausreichend Bewegungsmöglichkeiten ein Muss. Stimmen die Haltungsbedingungen grundsätzlich nicht, bleibt alles ein Herumdoktern an Symptomen.

Tipp 2: Fütterung überprüfen

Zweitens wäre die Fütterung zu überprüfen:

  • Bekommt das Pferd vielleicht über das Futter zu viel Energie, die es gar nicht ausleben kann?

Viele Pferde bekommen große Portionen Kraftfutter, ohne dass sie entsprechend gearbeitet werden. Der dadurch aufgebaute Energieüberfluss entlädt sich dann oft unkontrollierbar.

Notwendig sind ausreichende Raufuttergaben (ohne die es übrigens schnell zu gesundheitlichen Problemen kommen kann, die sich in so genannten „Widersetzlichkeiten“ äußern – Pferde mit Magenschwüren können z.B. durchaus – und verständlicherweise – ungnädig reagieren), aber beim Kraftfutter ist weniger oft mehr.

Tipp 3: Eigene Ausstrahlung überprüfen

Drittens würde ich meine eigene Ausstrahlung überprüfen:

  • Mit wie viel eigener Anspannung komme ich zum Pferd?
  • Wie viel Druck ist in mir, der sich aufs Pferd überträgt?
  • Wie kann ich selbst mehr innere Ruhe und Gelassenheit entwickeln, die dann auch auf mein Pferd ausstrahlt?

Wenn ich selbst unter Dampf stehe, muss ich mich nicht wundern, wenn es auch mein Pferd ist. Hier gilt es, erst einmal an meiner eigenen inneren Gelassenheit zu arbeiten, bevor ich von meinem Pferd Ruhe und Entspannung fordere.

Tipp 4: Arbeit überprüfen

Viertens ist die Art der Arbeit zu überprüfen:

  • Hat mein Pferd Freude an dem, was ich mit ihm mache oder fürchtet es vielleicht Stress, Druck oder gar Schmerzen?

Ein Pferd, dass die kommende Arbeit fürchtet, kann versuchen, sich seiner Angst und den unguten Erwartungen durch Bewegung zu entledigen. Hier sind zum einen gesundheitliche Probleme auszuschließen und die Ausrüstung ist zu überprüfen (ein nicht passender Sattel bringt viele Pferde zum Rennen und Buckeln). Und hier ist auch die Art der Arbeit zu prüfen:

  • Kann das Pferd leisten, was verlangt wird oder ist es überfordert?
  • Versteht es, was man von ihm will oder muss man noch einmal neu ansetzen?
  • Ist die Arbeit abwechslungsreich und interessant für das Pferd?

Fazit: Ablongieren ist aus meiner Sicht die schlechteste aller Lösungen

Bewegungsdrang und Energie gehören zum Pferdsein dazu. Es gilt, dass diese auf eine pferdegerechte Art ausgelebt werden können. Ein Ablongieren gehört ganz sicher nicht dazu.

Wenn ich merke, dass meine Pferde „gut drauf“ sind, lasse ich sie vor der Arbeit in die Halle zum Toben. Dort kann dann der eine oder andere Buckler herausgelassen und ein bisschen Freiheit gelebt werden. Hier reichen oft wenige Minuten.

19. Mai 2011 von Tania Konnerth • Kategorie: Longieren 16 Kommentare »

 

16 Reaktionen zu “Das leidige Thema „Ablongieren“”

 

Von Sylvia • 19. Mai 2011

Hallo Tania,
Du hast vollkommen Recht, wenn Du schreibst, dass „Ablongieren“ die schlechteste Art ist, um Pferden die überschüssige Energie zu nehmen. Einfach nur in der Mitte eines Kreises zu stehen und die Pferde an der Longe (womöglich auch noch mit der Trense) um sich herum rennen zu lassen ist nun wirklich keine Lösung!
Allerdings finde ich, gibt es durchaus Unterschiede wie man ein Pferd longiert. (Was Du ja auch mit Deinem Longen-Kurs erwähnst) Wenn man sich nämlich ernsthaft die Arbeit macht, mit einem Kappzaum zu longieren und dazu nicht stupiede in der Mitte steht, kann das „warm machen“ um ggf. überschüssige Energie los zu werden, vom Boden aus durchaus Sinn machen! Nicht alle haben eine Halle, in der sie ihre Pferde toben lassen dürfen. Wie wir auch! Und das Longieren muss auch nicht immer lange dauern…
Ich habe einen Freiberger. Ein Kaltblut, dessen Muskulatur einige Unterschiede zum Warmblut aufweist und viel länger braucht, um „warm“ zu werden. Ehe seine Muskeln geschmeidig sind und die Muskelflüssigkeit auch wirklich nicht mehr verklebt, kann durchaus eine halbe Stunde vergehen an manchen Tagen.
Diese Arbeit dann von oben zu erledigen ist wiederum für das Pferd eine Plagerei und nicht selten auch für den Reiter! Eigentlich für beide unzumutbar, sich auf so ein festes Pferd zu setzen!
Dazu kommt: Überschüssige Energie haben vor allem im Mai doch fast alle Vierbeiner! Das Gras sprießt und viele Pferde werden angeweidet, wenn sie nicht sogar ganzjährig auf den grün werdenden Koppeln verbringen….was bei uns nicht der Fall ist. Schon der Wechsel zu einer anderen Koppel mit anderer Kräuter-Zusammenstellung kann sich wie Doping für das Pferd auswirken. Also haben wir sicher alle mal das Problem, dass unsere lieben Pferde zu viel Energie haben! ;o)

Ich möchte gern darauf hinaus, wenn man dann das „vorher Longieren“ sinnvoll einsetzt, kann man sich auf ein wunderbar weiches und entspanntes Pferd setzen und tun, was man zuvor eigentlich tun wollte.
Ich longiere grundsätzlich nicht nur im Kreis, sondern nutze die ganze Bahn und gebe von unten Biegung und Stellung vor. Wendungen und Wechsel werden spielerisch und sinnvoll zum rechten Zeitpunkt eingesetzt und auch ein Galopp im Kreis wird dann von den Pferden gern, ohne an der Longe zu reißen, genommen und mit vergnügten Gesichtern ausgeführt. (Was für ein einigermaßen ausbalanciertes Pferd auch kein Problem sein dürfte)
Der richtige Zeitpunkt dazu ist eben wichtig! Wenn ich gleich am Anfang mein Pferd an der Longe 10 Runden im Galopp jage, dann macht das natürlich keinen Sinn! Setzte ich Biegung und Tempiwechsel aber gezielt und behutsam ein und achte dabei auf mein Pferd, dann ist das „vorher Longieren“ sinnvoll! Sie verbrauchen dabei viel Energie! Und das, ohne sie durch den Ring zu scheuchen.
Auch mir ist es dann schon passiert, dass der Freiberger seinen Knoten im Rücken mit einem vergnügten Buckler löste und auch mal etwas schneller wurde. Aber auch das hatte nichts mit dem herkömmlichen „Ablongieren“ zu tun!

Ich gebe zu, ein Reiter zu sein, der vor dem Reiten seine Pferde immer longiert und von unten aufwärmt. Das mag daran liegen, dass ich von unten einfach besser sehe und es dauert mir von oben viel zu lange. Aber ich finde es grundsätzlich gut und würde es wahrscheinlich nie wieder anders handhaben. Auch mit unserem Hafi machen wir das so und er nimmt es gern und fleißig an!

Viele liebe Grüße, Sylvia

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Da sind wir voll und ganz einer Meinung – sinnvolles Aufwärmtraining stand für mich nie zur Diskussion. Ich schreibe hier über das, was landauf, landab als „Ablongieren“ gemacht wird. Und das hat eben leider mit sinnvollem Aufwärmtraining nichts zu tun.

Herzlich,
Tania

 

Von Nicole • 19. Mai 2011

Hallo Tanja,
da bin ich voll Deiner Meinung. Ein Pferd sollte immer die Möglichkeit haben in seiner „Freizeit“ zusammen mit Kumpels bzw. in einer festen Herde seinem Bewegungsdrang ausleben zu dürfen, damit es sich voll und ganz in der Zeit auf uns konzentrieren kann, wenn wir mit ihm arbeiten wollen. Zum Glück kann ich das meinem Navaro bieten: eine Ganzjahres – Offenstallhaltung in einer festen Pferdegruppe. Er ist dann in der Arbeit sehr ausgeglichen und total cool im Gelände, obwohl er erst 4-Jährig ist. Selbst, wenn ich mal ein paar Tage nichts mit ihm machen konnte, kann ich ganz ruhig mit ihm arbeiten, ohne daß er gleich ausflippt. Man merkt ihm schon an, daß er so mit seinem Leben sehr zufrieden ist. Eine andere Haltung käme mir für mein Pferd nicht mehr in Frage.

LG Nicole

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Bestens!
Tania

 

Von Nicole • 19. Mai 2011

Hallo Tanja,
ach ja, es ging ja eigentlich um das ablongieren. Grundsätzlich gibt es nichts, was dagegen spricht, wenn man es richtig macht, so wie Sylvia oben schon schön geschrieben hat. Ein „stupides zentrifugieren“ ist auf jeden Fall die falsche Lösung. Dann ist es wesentlich besser, wenn man das Pferd erst einmal ohne Ausrüstung frei laufen lassen kann auf dem Platz – sofern das möglich ist. Danach ist es meistens bereit, konzentriert mit uns zusammen zu arbeiten.

LG Nicole

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Jep, grundsätzlich würde ich auch immer eher zum Laufenlassen raten; nur muss man dabei beachten, dass ein Kaltstart auch böse Folgen kann. Davor müsste man also ein Pferd entsprechend führen.
Tania

 

Von Petra • 24. Mai 2011

Hallo Tania,

das Problem mit der „überschüssigen Kraft“ habe ich zum Glück nicht.

Unsere „Püppies“ wohnen in einem Offenstall mit angrenzendem richtig großem Paddock und Wiese. Klar ist, dass nicht jeder diese Möglichkeit hat oder mag. Ich habe mich jedoch bewusst für diese Art der Haltung entschieden, da die beiden ständig unterwegs sind und nur zum dösen kurz verweilen. Somit haben wir auch die Problematik mit dem „Kaltstart“ gelöst.

Im Winter haben beide große Doppelboxen – in denen sie aber nur nachts stehen und selbst da können sie sich ganz gut bewegen. Im Sommer werden die Boxen nur kurz zur Fütterung benutzt damit beide Ruhe dabei haben.

Bersönlich halte ich eine reine Boxenhaltung für nicht so geeignet. Ich möchte ja auch nicht 23 Stunden am Tag in einer Besenkammer stehen. Dann wüßte ich auch was ich an der Longe machen würde ;-). Aber so hat ja jeder seine eigene Meinung dazu.

Wir longieren generell mit Kappzaum und nicht mit Trense und ohne Ausbinder. Wir nehmen es als Einstieg in das Training, danach folgt je nach Lust und Laune – nicht meiner, hier sind die beiden Damen gefragt – Bodenarbeit, reiten oder einfach nur spielen und toben. Da wir reine Freizeitreiter ohne Turnierambitionen sind ist das auch absolut ausreichend.

Früher habe ich mir immer eine Plan gemacht was ich in den Stunden bei den Pferden so machen möchte und kam eher gefrustet nach Hause. Heute entscheiden die Püppies und das macht die ganze Sache rund.

Liebe Grüße
Petra

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Also für mich klingt das so, als wenn alle Pferde so und mit dieser Einstellung gehalten würden, ich kaum noch Artikel schreiben müsste 😀
Tania

 

Von thekla • 29. Mai 2011

Noch nicht von Euch erwähnt: Einem unliebsamen Aspekt des „mal eben SCHNELL ablongierens“ begegne ich immer wieder: solchermaßen gewohnheitsmäßig „entschleunigte“ Pferde verknüpfen mit Longenarbeit ganz schnell nur noch das „Herungerase“ in gelenkschädigender Schieflage -also alles andere als entspannt, gelassen und balanciert. Dieses Verhalten zu korrigieren kann meiner Erfahrung nach ziemlich lang dauern, besonders, wenn es sich um eigentlich arbeitswillige und lerneifrige Naturen handelt. Auch wieder so ein typisches Beispiel der Fehlprägung, über die ihr neulich berichtet habt!

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Jep, eine wichige Ergänzung!

Danke,
Tania

 

Von Domenica • 6. September 2011

Hallo,

diesen Winter hatte mein Reitbeteiligungspferd einen kleinen berechtigten „Schaden“ 🙂
Durch den vielen Schnee und das Eis im bergigen Odenwald war es leider über mehrere Tage nicht möglich ihn zu bewegen(weiter steiler vereister Weg bis zur Reithalle), er konnte lediglich tagsüber auf das Paddock mit seinem Kumpel… aber mit Toben ist da bei den Bodenverhältnissen auch nicht viel.
Naja als ich ihn dann wieder Reiten wollte war nichts zu wollen… er hat zu viel Energie gehabt und wollte diese unbedingt auslassen (er gehört normal zur extrem faulen Fraktion).
Das Temperament hielt über mehrere Wochen an und wenn die Halle nicht frei war und ich ihn nicht rennen lassen konnte blieb mir nichts anderes übrig als ihn an die Longe zu hängen.
Gibt es für diese Notfälle einen Tipp wie ich ihn möglichst schonend sich austoben lassen kann?
LG Domenica

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Ja, solche Phasen sind natürlich immer doof. Ich würde in einem solchen Fall warten, bis die Halle frei wird und immer eher laufen lassen als das Pferd an der Longe austoben lassen.
Tania

 

Von Andrea • 18. Januar 2012

Das sehe ich auch so. ABER: wenn man die Pferde statt zu longieren einfach laufen lässt, sind sie doch auch kalt und ist das gut, wenn sie dann kreuz und quer durch die Gegend schießen? Bei uns im Stall sehe ich das Ablongieren der Boxenpferde auch, die andere Fraktion, die Westernreiter, haben ihre Pferde im Offenstall. Die Schulpferde wie auch die Privatpferde, vom polnischen Kaltbluttyp bis Vollblüter von der Rennbahn müssen nicht so hart arbeiten wie die Springpferde aus der Box. Aber diese Offenstallpferde nun verkraften auch ein paar Ruhetage (z. B. Feiertage) und gehen danach trotzdem brav im Unterricht oder mit den Privatreitern in der Bahn. Eine besorgte Reitschülerin meinte neulich sogar, die tragende Vollblutstute sei jetzt aber wirklich viel zu müde für den Unterricht. Und wurde anschließend eines besseren belehrt, weil die Pferde NACH dem Unterricht durch die Halle toben durften und wir mit großen Augen und dankbar zuguckten, weil die Pferde mit diesen Bocksprüngen solange gewartet hatten! Einfach herrlich!
LG

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Ich würde vor dem Freilaufenlassen ein Boxenpferd immer erst im Schritt führen, die Verletzunggefahr ist sonst viel zu groß. Aber wenn es warm ist, finde ich das selbstbestimmte Laufen gesundheitsförderlicher als das Zentrifugieren an der Longe, sofern das Pferd nicht komplett auskekst, natürlich.

Tania

 

Von Beate • 17. März 2012

Hallöle 🙂

Ich riete drei Mal dir Woche in einem Reitstall. Dort reite ich aktuell eine junge Stute ein. Diese ist oftmals auch noch lustig drauf, was man einerseits darauf schieben kann, das sie noch jung ist und mal ein wenig testet, was aber definitiv auch daran liegt, das sie aktuell, wo alles noch matschig war (bis vor kurzem) nicht auf die Koppel können (Unsere eigenen Pferde stehen im Offenstall, ich halte davon nicht viel, hänge leider aber viel zu sehr an den Leuten dort, vor allem aber auch an der Stute, als das ich mich durchringen könnte, zu gehen. Die Stute ist nämlich definitiv nicht einfach und – so eingebildet es auch klingen mag, es stimmt – die Leute dort haben nicht die Geduld dazu, und der Reitlehrer reitet leider mit relativ harter Hand, was sie üüberhaupt nicht ab kann…).
Also sollte ich sie auf Geheißen des Stallbesitzers ablongieren. Ich bin definitiv dagegen, weshalb ich es so „human“ wie möglich mache.
Ich führe sie zuerst 5 Minuten auf beiden Händen, dann darf sie beim Longieren immer in dem Tempo laufen, das ihr behagt (Wobei sie genauso viel traben wie galoppieren soll). Ich jage sie nicht und bremse sie auch, wenn sie zu schnell wird. Ich mache viele Handwechsel und schaue, dass sie ordentlich läuft, also nicht wie eine Irre (wobei sie relativ viel wie eine Irre macht :P) an der Longe rumzieht.

Also longiere ich letztendlich nicht wirklich ab, das ganze geht nämlich meistens 20 Minuten.
Ich longiere also zuerst und reite dann.

Anders finde ich es ebenfalls total schrecklich, und meine eigenen würden NIEMALS ablongiert werden.

LG

(PS: Ich bin erst 15 Jahre alt, habe also nicht das riesige Hintergrundwissen. Wenn ich also irgendwo falsch liegen sollte, deiner Meinung nach, freue ich mich, wenn du das ein wenig genauer erläuterst ;), wobei ich natürlich versuche, mir möglichst viel anzulesen… ;))

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Für mich klingt das gut, was Du machst,
Tania

 

Von Christine Grasberger • 7. Oktober 2013

Ablongieren find ich auch ganz furchtbar .mein Hafi war ja ein schlimmer
Buckler und Beißer .
die Lösung :Clickertraining

 

Von Christine Grasberger • 7. Oktober 2013

UPS da fehlt noch was.ich wärme ihn frei mit Ballspielen auf.den Ball kann man auch weiter weg kicken,da buckelt er freudig hinterher
Also für uns die beste Lösung.Hafi war ja ein Schlimmer Buckler und Beißer.Seit wir Clickern hat er sich sehr gebessert .
Liebe Grüße

 

Von Kati • 7. Oktober 2013

Hmm, interessanter Artikel. Ich sehe das ein bisschen anders, bzw. meine Erfahrungen mit meinem jungen Pferd haben mir gezeigt, dass ich um ein Ablongieren nicht herumkomme, wenn ich mit ihr vorhabe konzentriert und entspannt zu arbeiten.

Ich habe zwei großartige Stuten, die eine 8, die andere gerade 4 geworden. Die 8-jährige kann ich egal wo ohne Longe, ohne Kappzaum (ohne irgendetwas) nach dem LK longieren (oder auch andere Bodenarbeit oder Bodenspiele machen) und sie wird immer auf den kleinsten Fingerzeig und das leiseste Wort hin perfekt und hochmotiviert reagieren, weil sie sich immer vollkommen auf mich konzentriert und die Körperhaltung/Bewegungsabläufe des LK mit Hilfe vieler Leckerchen verinnerlicht hat.

Die Kleene habe ich erst seit gut 4 Wochen. Folglich kann sie das alles natürlich noch nicht. Erschwerend kommt hinzu, dass wir am Stall einen überdachten Longierzirkel haben, der so unglücklich angelegt ist, dass die Pferde animiert werden, den Kopf möglichst hoch zu nehmen (also Unterhals raus und Rücken runter und schön fest), damit sie über die hohe Holzbande ihre Weidekumpel ringsum auf der Wiese sehen können. (Woanders dürfen wir weder longieren noch laufen lassen.) Davon macht die Kleene natürlich regen Gebrauch. Wenn dann auch noch einer ihrer Weidekumpel wiehert oder Bewegung auf der Wiese ist, weil möglicherweise Pferde rein oder rausgebracht werden, wird sie sehr unruhig. Ich kann dann zwar darauf bestehen, dass sie Schritt geht, wenn ich sie führe, allerdings wird sie dann immer wieder versuchen, hektisch den Kopf hochzunehmen um zu beobachten, was ihre Kumpels machen, sie wird tänzeln und regelmäßig wegspringen. Ihre Konzentration habe ich dabei überhaupt nicht und werde sie auch nicht bekommen, weil sie noch viel zu spannig ist. Lasse ich sie dann ein paar Runden bocken und rennen, ist gut. Dann erst kann ich mit ihr an einer Dehnungshaltung an der Longe arbeiten. Vorher hat sie überhaupt keine Bereitschaft, den Hals fallen zu lassen. Also ist der vorübergehende Deal: sie darf erst ihren „Kaspar“ loswerden und dann erkläre ich ihr in Ruhe, was ich mir wünsche. (Sie steht übrigens den ganzen Tag lang in einer gemischten Gruppe auf der Weide und bewegt sich dort sehr viel, also Bewegungsmangel kann es nicht sein, sondern wahrscheinlich eher anfängliche Aufgeregtheit, weil sie nicht bei ihren Kumpels ist, aber das kann ich ihr ja nun nicht anders als durch vorübergehende Trennung beibringen).

Also, auch wenn ich da nicht gerade froh drüber bin, dass sie sich am Anfang an der Longe aufführt, wie durchgeknallt, sehe ich für mich da erstmal keine andere Lösung und hoffe, dass sie mit der Zeit gelassener wird.

 

Von Bettina • 7. Oktober 2013

Hallo Tania,

ich finde diese Ablongiererei auch schrecklich. Hier in Polen ist es absolut üblich, das Pferd gut verschnürt eine halbe Stunde im Kreis zu scheuchen bevor man sich draufsetzt. Die Pferde stehen den ganzen Tag in der vergitterten Box, werden auch dort geputzt, dort werden auch schon die Hilfszügel angelegt. Und dann geht’s halt los, sobald diese armen Tiere in der Halle sind, ist ja klar.
Oft nimmt mich das ganz schön mit, wieviel Unwissenheit hier über Pferdehaltung herrscht. Ich habe nun endlich einen Stall gefunden, in dem mein Pferd 10-12 Stunden am Tag in einer kleinen Herde rauskommt. Mehr ist hier nicht drin, Offenställe gibt es nicht. Und ihr würdet mir nicht glauben, wieviel Hafer die Pferde hier kriegen, der Vorschlag der Stallbesitzerin für meinen Warmblutwallach war 4,5 Kilo ungequetschter Hafer täglich!!!
Ich longiere mittlerweile kaum noch, mein Pferd mag es einfach nicht. Ich mache lieber Handarbeit oder Freiarbeit. Und wenn er, z.B. im Frühjahr, mal richtig Dampf ablassen muss, dann lasse ich ihn auch in der Halle rumtoben, so wie du sagst, von meinem Gefühl her ist das das Beste. Ein paar Sprints, ein paar Buckler, und dann ist ja meist wieder gut.

Liebe Grüße aus Warschau,

Bettina

 

Von Sandra • 8. Oktober 2013

Hallo Tania

muss mich outen zu dieser Praxis 😉
Habe meine Stute von Fohlen an und leider war es immer genau das was sie brauchte um sich wohl irgendwie abzureagieren.Sie hat immer im Offenstall gestanden und hat das in jungen Jahren, jetzt ist sie 14, auch auf der Weide/Paddock immer mal gezeigt.Dann hat sie ihre dollen 5 Minuten bekommen und ein paar Runden gerannt und gepupst und gebuckelt und dann war gut.Sie ist dann entspannt und bereit für die Arbeit.:D Also nicht hauen für sie war das immer das Richtige.Habe ich früher „einfach so“ ausreiten wollen war sie oft so angespannt das an ein entspanntes Ausreiten nicht zu denken war.Hab ich sie zu hause dann auf den Platz oder in die Halle getan hat sie sich ertmal ausgetobt und dann war sie wieder ganz relaxt.Das ist mit den Jahren aber fast ganz aufgehört.Heute hat sie das selten das sie so extrem das Bedürfnis hat sich so freizubuckeln.ich denke dass war einfach ihr Temperament und ihr Alter.Sie hat Araber mit drin und war in allem sehr schnell Reaktionen z.B. oder gelangweilt von Wiederholungen bei Übungen.:D In jungen Jahren war sie wirklich seeehr anstrengend!Jetzt ist sie immer ruhiger geworden und ich bin froh das sie diese wilde Zeit hinter sich hat.:)

Liebe Grüsse Sandra und Sarina

 

Von blanca • 10. Februar 2014

Und ich weis keinen Rat mehr, wir haben keine Reithalle und wir haben 3 ponys die ich longieren darf, weil sie sich draussen auf der Bahn nicht austoben können, da sie durch die Balken flitzen und abhauen, 2 sind gemútlich laufen in Kreis und ich mache paar übungen, aber der kleinte (und auch noch Hengst, rast wie ein wilder im Zirkel, ich kann ihn auch nicht stoppen, aber auf ihm müssen nacher kleine Kinder drauf. Ich wollte mir den Longenbuch kaufen, würde mir das helfen??
liebe Grüsse

_____________________

Hallo Blanca,

die Frage ist, warum das Pferd so rast. Hat er genug Auslauf und Bewegung? Ist es ein Balance-Problem? Körperliche Beschwerden? Hat er je gelernt, auf einer Kreislinie zu laufen?

Der Longenkurs ist ein Programm, mit dem Du einem Pferd von der Basis aus das korrekte Laufen auf dem Kreis vermitteln kannst. Ein Balance-Problem ist damit auf jeden Fall lösbar. Aber das geht nicht von heute auf morgen, sondern mit viel Geduld. Sollte das Pferd einfach überschüssige Energie loswerden müssen, dann kann da der Longenkurs leider nicht helfen.

Herzlich,
Tania

 

Von Regina Wirth • 29. Januar 2015

Hallo, ich habe mir den neuen Longenkurs gekauft und möchte nun noch eine Bogenpeitsche erwerben. Habt ihr einen Tipp? Ich selber bin 160 cm groß,
meine beiden Pferde (ca) auch. Ich wäre sehr dankbar für eure Erfahrungen.

___________________

Hallo Regina,

ich habe mir da keine sooo großen Gedanken gemacht und einfach eine bestellt 🙂 (da gab es auch nicht so viel Auswahl). Kann Dir nicht mal sagen, wie lang die ist…

Herzlich,
Tania

 

Von Olivia • 30. November 2015

Hallo,

Ablongieren kenne ich auch von früher. Klar, dass ich es bei meinem neuen Pferd auch gemacht habe. Auf Anraten anderer Reiter und Reitlehrer mit abenteuerlichen Zäumungen (z.B. Stallhalfter über englischem Reithalfter mit Gebiss, wobei Longe in Gebissring UND seitlichen Halfterring eingehakt wurde, um ein heruasziehen des Gebisses zu verhindern oder später ein teurer, aber völlig unpassender Kappzaum). Doch mein Pferd sagte einfach nö. Er buckelte, riss sich los, verrenkte mir dauernd die Halswirbel mit seinen Rucken an der Longe und unternahm spektakuläre Fluchten vom Reitplatz zurück in den Stall. Was muss das Pferd für eine Not gehabt haben…
Gott sei Dank fügte er mir dabei ähnliche Schmerzen zu wie ich ihm, so dass ich Angst bekam und anfing, Alternativen zu suchen. Mittlerweile habe ich einen Stall gefunden, in dem das Pferd nicht permanent hinter Gittern und meistens satt ist. Und zum Glück habe ich Euren Longenkurs und Eure Homepage entdeckt. Seit ich endlich in Babettes Kappzaum eine vernünftige Zäumung und im Buch und den Selbstlernkursen sinnvolle Trainingsarten gefunden habe, gab es beim Longieren keine einzige brenzlige Situation mehr.

 

 

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