Gedanken zur Ausrüstung

In der letzten Woche machte ich mir Gedanken zum Wesen Pferd und schrieb darüber, dass wir aus meiner Sicht von einer falschen Grundannahme ausgehen: nämlich dass Pferde gefährlich sind, wenn wir sie nicht ständig kontrollieren und beherrschen.

Diese Tatsache zeigt sich sehr deutlich in der Ausrüstung – die ganz oft zur Aufrüstung wird. Wenn man sich mal umschaut, was im Pferdebereich angeboten und gekauft wird, sollte man meinen, Reiter/innen ziehen in den Krieg. Ein übertriebendes Bild? Ich finde nicht, wenn ich mal so aufzähle:

  • Scharfe Gebisse mit fiesen Hebelwirkungen.
  • Riemen, die Mäuler zuschnüren.
  • Hilfszügel, die Köpfe justieren oder Zügeleinwirkungen verstärken.
  • Sporen, die pieksen.
  • Gerten und Peitschen, die schlagen.
  • Kappzäume mit Metallzacken.
  • Halfter aus dünnen Plastikschnüren, die scharf sind.
  • Und anderes mehr.

Ich habe früher sehr viel für meine Pferde eingekauft. Ich habe zwar nicht alles mitgemacht, aber auch bei mir fanden sich Ausbinder, scharfe Gebisse, Sporen und dergleichen mehr. „Wenn man sie gekonnt und behutsam genug einsetzt, dann tun all diese Mittel nicht weh, sondern dienen der Verfeinerung der Hilfengebung.“ – das habe ich mir immer selbst gesagt (oder besser gesagt schön geredet…).

Heute sehe ich das anders. All diese Hilfsmittel haben mich in die falsche Richtung gehen lassen. Sie haben mich in dem Gedankengang unterstützt, dass ich mein Pferd dazu bringen muss, zu tun was ich will – notfalls eben mit Mitteln, die meinen Wunsch verdeutlichen (und damit zum Befehl machen).

Heute ist mein Sattelschrank deutlich leerer und ich habe lange nichts mehr Neues gekauft. Heute kann ich auf immer mehr Hilfsmittel verzichten. Heute arbeite ich lieber mit meinem Pferd gemeinsam als dass ich auf Hilfsmittel setze. Klar, ich muss noch immer aufpassen, nicht wieder in alte Verhaltensmuster zu fallen, aber das gelingt mir immer öfter. Und damit erreiche ich heute viel effektiver die Ziele, die ich eigentlich auch schon ursprünglich verfolgt habe:

  • Hilfen verfeinern und reduzieren,
  • eine harmonische Kommunikation,
  • motivierte Pferde
  • und beidseitige Freude am gemeinsamen Tun.

Und wenn ich mir diese Ziele anschaue, dann frage ich mich wirklich, wie ich je darauf kommen konnte, sie mit Gewalt und Zwang erreichen zu können…

10. März 2011 von Tania Konnerth • Kategorie: Ausrüstung 18 Kommentare »

 

18 Reaktionen zu “Gedanken zur Ausrüstung”

 

Von Heide Zwirner • 10. März 2011

Einfach WUNDERSCHÖN,Tanja !
danke .
SOOOO ermutigend!
Ich habe Eure website in meinem Rundbrief erwaehnt=empfohlen !
Ist das ok ?
Herzliche Gruesse und alles Liebe aus der Waerme..
Heide (Mosambik)

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Hallo Heide,

ja, klar, gerne kannst Du auf uns hinweisen – wir freuen uns!

Alles Gute in die Ferne,
Tania

 

Von Iris • 10. März 2011

Liebe Tania,

wie wahr, wie wahr! Ich hab vor einiger Zeit mal den Katalog eines bekannten Pferdesport-Händlers im Büro angesehen, und als mir ein Kollege auf der Seite mit den Trensengebissen über die Schulter guckte, fragte er mich ganz entsetzt, was denn das für Marterwerkzeuge seien, oder ob ich jetzt der SM-Szene angehören würde ;-). Obwohl er absoluter Pferdelaie ist, war ihm vom bloßen Ansehen klar, dass vieles, was da angeboten wird, geeignet ist, Schmerzen zuzufügen.

Liebe Grüße, Iris

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Oh ja, das kenne ich auch, dass Nicht-Pferdemenschen viel öfter fragen: „Tut dem Pferd das nicht weh?“ Leider werden sie dann eben genauso oft als „unwissend“ verlacht; dabei sollten wir genau solche Bemerkungen zum Anlass nehmen, nachzudenken und unser so gewohntes Tun hinterfragen.

Lieber Gruß,
Tania

 

Von Nicole • 11. März 2011

Hallo Tanja,
ja, da erkenne ich mich auch wieder. Mir ging es im laufe der Zeit auch so, weil ich es so gelernt bekam. Vor allem das Thema mit den Hilfszügeln und Reittrensen bekam ich auf die herkömmliche Art beigebracht. Bei meiner kritischen Frage: Muß man denn unbedingt die Nasenriemen bis zum Anschlag zumachen und ist denn ein Sperrriemen wirklich unbedingt nötig? Wurde immer mit „ja, natürlich!!!“ beantwortet. Schließlich sollen ja Pferde nicht lernen bzw. daran gehindert werden, die Zunge übers Gebiss zu legen oder gar rauszustrecken. Das hatte mich aber nie wirklich überzeugt. Also hatte ich von der Trense alles abgebaut, was dem Pferd die Nase zubindet. Das war noch zu der Zeit, als ich mein letztes Pflegepferd betreut hatte. Ich Ritt also ohne Nasen- und Sperrriemen und mein Pflegehafi hatte trotzdem nicht die Zunge übers Gebiss gelegt oder das Maul aufgesperrt, es sei denn ich hab doch mal zu stark gezogen bzw. eingewirkt. Aber dieses Signal war dann immer für mich ausschlaggebend, leichter in der Hand zu werden und weniger ziehen. Das reiten machte auf einmal viel mehr Spaß, weil auch endlich mal das Pferd die Möglichkeit bekam, zu sagen: „So nicht!“ oder „Das tut weh“ Seit ich nun Euren Longenkurs kenne, sind auch meine Ausbinder überflüssig geworden.

LG Nicole

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Jep, das sehe ich genauso wie Du: Pferde zeigen einfach, wenn sie Schmerzen haben und das sollten wir nicht wegschnüren, sondern ernst nehmen!
Tania

 

Von Karin • 11. März 2011

Liebe Tanja,
meist freue ich mich nur kommentarlos an Deinen Blogbeiträgen, aber zu dem wunderbaren Beitrag „über das böse Pferd“ muss ich Dir noch nachträglich gratulieren und dieser Beitrag schließt sich nahtlos an. Ich bin in meinen ersten Pferdejahren auf Isländern durch die Natur geprescht, eine schöne Zeit mit viel Freude am Pferd! Dann wollte ich „richtig reiten“ lernen. „Der verarscht Dich!“ und „Setz Dich durch!“ waren die Lehrsätze, die auch ich zu hören bekam. Ich ritt Pferde, deren Trensenringe oval gezogen waren mit Sporennarben an den Seiten, die Gerte war ein Instrument mit dem man ein Pferd vorwärts trieb oder „ bestrafte“.
Später wechselte ich zum Westernreiten. Das Maul wurde nun nicht mehr mit einem Reithalfter zugeschnürt, sondern mit einem „Mouthcloser“ und die Schlaufzügel hießen „German Reins“. Wenn das Pferd „schwierig“ wurde, benutzte man das „Correction-Bit“. Dieses martialische Teil gehört immer noch zu meiner privaten Sammlung von Folterwerkzeugen und hätte auch nie ein Pferdemaul gesehen. Dennoch besaß ich eine reichhaltige Auswahl von Ausbindern, Gebissen, Sporen und Longier“hilfen“ und habe sie auch benutzt. Allerdings hatte ich ein Pferd, dass keinen Druck akzeptierte. Wenn andere Pferde sich arrangierten, er nicht! Dennoch wollten unsere Ausbilder uns in eine bestimmte Form pressen und empfahlen die „erforderlichen“ Hilfsmittel. Längst hätte ich die Konsequenz aus der Erkenntnis ziehen müssen, dass der Zustand des Pferdes sich durch diese Trainingsmethoden zunehmend verschlechterte. Statt dessen kompensierte ich es mit medizinischer Behandlung, versuchte die Trainingsmethoden zu „verbessern“ oder wechselte sie.
Ich nahm sie einfach nicht wahr, die Botschaften meines Pferdes. Der Wendepunkt kam, als mein „Großer“ körperlich und mental am Ende war und „dichtgemacht“ hatte. Wir haben daraufhin einen echten Neubeginn gemacht und alles auf Anfang gesetzt. Dazu gehörte auch eine komplette „Abrüstung“. Begonnen haben wir wieder mit einem gut angepassten, gepolstertem Kappzaum und dem Longenkurs. Der Longenkurs half dem Pferd seine Bewegungsfreude in Freiheit wiederzufinden. Der Kappzaum sitzt so gut, dass die richtige Verschnallung ist, wenn das Pferd noch genüsslich seinen Belohnungskeks kauen kann. Endlich ein Ausrüstungsstück, dass Mensch und Pferd gefällt. Zum Reiten hat sich mein Pferd von mehreren Angeboten für ein Mylergebiss und das Glücksrad entschieden. Das Gebiss nimmt er besonders gerne, wenn es ins Gelände geht, die Reitgymnastik macht er lieber mit dem Glücksrad. Sporen brauchen wir nicht mehr und eine Gerte ist eine gute Hilfe für die Ausbildung an der Hand.
Und noch etwas haben wir mit all der überflüssigen Ausrüstung abgeschafft: die Erwartung an das Pferd, in einer bestimmten Zeit ein vorgegebenes Ziel zu erreichen. Seitdem nehme ich auch Reitunterricht bei meinem „Großen“. Und es gehört zu den magischen Momenten, wenn er inzwischen wieder aus eigener Entscheidung auf den Reitplatz geht, sich umdreht und seine Augen fragen: „Wie wäre es mit einer kleinen Einheit? Dann schnapp‘ ich mir das Glücksrad und wir kringeln mit dieser Minimalausstattung über den Reitplatz. Einen Sattel haben wir natürlich auch noch und da die Ausgaben für unnötige Ausrüstung, falsches Training und die dadurch erforderliche medizinische Betreuung entfallen sind, besitzen wir seit kurzem einen Maßsattel, mit dem Ross und Reiter zufrieden sind.

Lieben Dank Karin

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Ich danke Dir für diesen wundervollen Bericht, den ich mit einer Gänsehaut und dem einen oder anderen Freudentränchen gelesen haben.
Einfach schön!
Tania

 

Von Sandra • 14. März 2011

Hallo babette
danke für deinen super beitrag!
Oh ja auch ich erkenne mich teilweise wieder.Auch wenn ich im gegenatz zu anderen immer schon „anders“ gedacht und gehandelt habe und viel hinterfrage gibt es doch einige Dinge die ich getan habe wo es mir im nachhinein gruselt, und das obwohl man ja schon versucht weiterzudenken!:(
Hatte gestern ein schönes Erlebnis zum Thema kontrolle und Abrüsten mit meinem Hotti.Habe gestern das erste Mal auch die Trense/Halfter beim reiten abgenommen und nur mit Halsring geritten und was soll ich sagen es hat genauso gut funktioniert wie als wär die Trense noch drauf!:)Hotti war super brav und zufrieden!Oft stehen wir uns ja selbst im Weg aber ich denke wenn uns das schon mal bewusst ist kann es nur besser werden!:D

Liebe Grüße und weiterhin viel Spaß mit euren Hottis

Sandra

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Danke Sandra, klingt wunderschön bei Euch!
Tania (nicht Babette 😉 )

 

Von Manuela • 14. März 2011

Hmm – ich sehe das nach wie vor differenzierter: Nicht jeder Sporen sticht, nicht jeder Riemen sperrt Mäuler zu und Gerten/Peitschen müssen nicht schlagen. Und ich habe lange mit Knotenhalfter longiert, weil mir den Kappzaum keiner erklären und die Pferde entsprechend arbeiten konnte. Und nach wie vor bin ich der Meinung: besser gut mit Dreieckern longiert, als ungut mit Kappzaum…

Wir haben „abgerüstet“, weil es einfach nicht notwendig ist! Weil es andere Wege gibt, Pferde zur vertrauensvollen Zusammenarbeit zu motivieren. Aber damit muss man sich auseinander setzen und lesen und schauen und nachmachen – von nix kommt nix.

Ich glaube das Hauptproblem ist die Angst der Leute vor ihren „grossen“ Pferden und das Bedürfniss – die „Notwenigkeit“, es „kontrollieren“ zu können-zu müssen (zeigs ihm!); das Unverständnis für deren Bedürfnisse und „weil es immer schon so gemacht wurde“ – leider!

Ich finde es sehr gut, dass es Euch gibt und das Ihr den Weg „Es geht auch anders“ konsequent geht!

Vielen Dank dafür!

Herzliche Grüsse
Manuela

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Danke, Manuela für Deine Zeilen!
Tania

 

Von Kerstin • 14. März 2011

Hallo Tanja,

auch ich bin mit der leider noch herkömmlichen Reitweise groß geworden. Lange habe ich Reitunterricht gehabt, wo es hieß: Jetzt hau ihm mal die Gerte auf den Hintern, damit der mal vorwärts läuft. Das habe ich leider!!! auch getan. Nicht oft, aber das wenige Mal war trotzdem zu viel! Das Resultat war, dass das Pony gebuckelt hat wie wild. Ist ja auch kein Wunder! (unpassender Sattel, schon 2 Sunden gelaufen und das meistens noch mit Ausbindern!) Mitlerweile habe ich mein eigenes Pferd und habe mich komplett umgestellt. Bevor ich mir mein Pferd gekauft habe, habe ich ein Freiwilliges ökologisches Jahr gemacht auf einem Therapiezentrum für Pferde. Da habe ich auch meinen Schlumpf kennen gelernt 😉 Auf dem Hof habe ich einen ganz neuen Weg kennen gelernt, mit Pferden umzugehen. Dort standen die Pferde in einem Offenstall, konnten den ganzen Tag spielen, toben, dösen, worauf sie halt Lust hatten und so etwas wie Turniere gab es dort nicht. Alles ganz entspannt.
Als ich dann mein Pferdchen gekauft habe, habe ich meine herkömmliche Reitweise auch so gut wie „verlernt“. Mein Pferd wird jetzt mit einer gebisslosen Trense geritten. Sporen wird er nie wieder sehen bzw. fühlen und longiert wird er nach eurem Longenkurs. Es geht definitiv ohne den ganzen Schnickschnack von dem die Reiterbranche so vorgibt, das man ihn bräuchte. Die Pferde sind so viel Dankbarer und gehen so viel entspannter als mit dem ganzen Folterwerkzeug. Leider haben das bisher noch zu wenig Reiter begriffen!!!

Viele Grüße und macht weiter so!

Kerstin

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Dankeschön, Kerstin!
Tania

 

Von Claudia • 15. März 2011

Liebe alle,

ich kann mich hier den meisten nur anschliessen. Bei mir im Keller liegen auch noch Longiergurt, Dreieckszügel, Martingal ( nur von den Schlaufis hat mich keiner überzeugen können . In meinem Spind im Stall gibt es nur noch 1 Kappzaum und ein Zäumchen mit seinem ollen, dicken Gebiss, eine Reitgerte und eine Handarbeitsgerte.
Das hat auch bei mir ein eine Weile gedauert bis zur Erkenntnis aber wenigsten läuft jetzt das Abrüstungsabkommen…
Bei der Gelegenheit fällt mir ein, ich könnte mal wieder den Keller misten ;-))

Liebe Grüsse
Claudia

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😀
Tania

 

Von Sandra • 15. März 2011

Oh entschuldige Tania!

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Kein Problem 😀
Tania

 

Von Petra • 18. März 2011

Hallo Tania,

ich bin absolut kein Fan davon wenn die Pferde wie Pakete verschnürt werden.

Sicherlich gehen da auch die Meinungen auseinander aber ich mache das nicht. Bei mir ist was das angeht, nur das notwendigste Material vorhanden. Ich lasse mich dafür dann bei Schabracken aus, die ich „bergeweise“ auf meinem Dachboden horte.

Meine „Püppi“ und ich brauchen das alles nicht. Wir mögen gemütliche Ausritte durch Feld und Wald. Ab und zu machen wir ein paar kleine Lektionen in der Bahn. Aber am liebsten beschäftigen wir uns mit allem möglichen Dingen die so auf einem Paddok oder Wiese als Spielzeug dienen könnten.

Liebe Grüße
Petra

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Schön!
Tania

 

Von Manu • 28. April 2011

Hey ihr.
Ich muss zugeben: Im Gegensatz zu euch bin ich noch nie Gebisslos geritten. Ich reite Schulpferde und da gibt’s halt eben nur die ollen Gebisse.
Mein Pflegepferd soll jetzt nach langer Krankheit wieder geritten werden und wir bereiten sie gerade an der Longe wieder darauf vor Gewicht zu tragen. Das machen wir mit einem Kappzaum und es geht total super. Sie dehnt sich an den Zaum und geht flott vorwärts-abwärts ohne die Zickereien die sie früher bei der Gelegenheit immer gemacht hat. Da dass so super funktioniert wollen wir auch mal testen wie sie mit einem LG-Zaum auskommt. Das „Ding“ ist halt: Sie ist nicht mehr wirklich jung ^^ Und wir wissen nunmal nicht wie sie reagiert und Die Zäume sind ziemlich teuer muss ich sagen :S Wir haben sie zwar schon immer eigentlich ohne Hand geritten (mit weit geschnalltem Nasenriemen und Doppeltgebrochener Wassertrense) weil sie sehr sensibel im Maul ist, aber wir sind uns eben nicht sicher ob sie nach 14 Jahren in denen sie nur mit Gebiss geritten wurde den anderen Zaum annimmt. Hast du Erfahrungen mit „alten“ Pferden und der Umstellung? Wir würden sie gerne ohne Gebiss reiten, aber wir sind halt skeptisch ob sie das auch so mitmacht.
Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen 🙂

Lieben Gruß Manu

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Meiner Erfahrung nach können auch ältere Pferde sehr gut auf das gebisslose Reiten umgestellt werden. Entscheidend ist da aus meiner Sicht weniger das Alter, als vielmehr das „Wie“ – also, ob man sich z.B. die Zeit nimmt, dem Pferd die neue Zäumung zu erklären, ob man selbst gut genug damit reitet, dass das Pferd auch verstehen kann, was man meint u.ä. Ich würde jeden ermutigen, es auszuprobieren, denn viele Pferde reagieren sehr positiv auf eine gebisslose Zäumung.
Tania

 

Von Sabine • 21. Januar 2012

Hallo tania
Ich habe vor kurzem gelernt wie man den Kopf von Pferden ohne Hilfszügel unten behält,bei einem vierjährigen pferd das ich reite klappt es aber noch nicht. Bei ihm schnalle ich lieber lockere Dreieckszügel ein als ihn mit dem kopf oben zu reiten oder zu probieren seinen Kopf runter zu zerren.
Ich werde mir auch gleich euren Longenkurs anschauen ,da ich ihn auch sehr oft longiere.
Seit kurzem mache ich mit ihm und einem alte Traber auch bodenarbeit und Zikustricks, sie haben beide sehr viel Spass und der kleine, der ein riesiger Angsthase ist, ist seitdem viel ruhiger geworden.
Der Traber geht mit hackamore besser als mit Trense und er hilft mir eine leichte Hand zu beckommen,da er auf zu viel Druck mit der Hand mit Durchgehen und gegen den Zügel ziehen reagiert.
Beim Kleinen habe ich auch hackamore ausprobiert, aber er läuft besser mit einer dicken doppelt gebrochenen Wasserkopftrense.
Macht weiter so, die pferde haben es verdient
Gruss Sabine

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Danke, Sabine, für Deinen Kommentar. Klitzekleiner Gedankenanstoß: Es geht nicht darum, bei einem Pferd „den Kopf unten zu behalten“, sondern ein Pferd soll lernen, sich selbst so zu tragen, dass es über den Rücken gehen kann. Dazu gehört dann eine entspannte Kopfhaltung. Aber Du erreichst ein korrektes Laufen nicht dadurch, dass Du den „Kopf runter bekommst“.

Herzlich,
Tania

 

Von Silke Laub • 21. Mai 2012

Hallo,
ab und an war ich hier auf euren Seiten.
der Artikel“Ausrüstung“sprach aus meinem Innersten.
Letztes Jahr erwarben wir ein zweites Fahrpferd vom Händler.
An dem wir gelernt haben -weniger ist mehr!
Anfangs „korrekt „Dreieckszügel und Gurt benutzt,das Pferd ließ einfach nicht den Kopf fallen,wurde mir das ganze zu stressig,das zeug weggelegt,Kappzaum angelegt,ohne Gebis,der AHA-Effekt stellte sich ein,erst zögerlich,mit zunehmender Zeit immer öfter.
Wir sind begeistert.
Unser Pferd nach einem Jahr zutraulich u.bedeutend ruhiger.
Wir wissen nicht was es erlebt hat bevor sie in unseren Besitz kam.
Es ist aber höchst bemerkenswert wie innerhalb von einem Jahr sich Pferde ändern können.

Was ich gelernt habe,Geduld u.viel Zeit investieren.

Liebe Grüße aus der Pfalz
Silke Laub

_________________________________

Super, das ist aus meiner Sicht der richtige Weg!
Tania

 

Von Bettina • 8. Juli 2013

Hallo Tania,

je mehr ich über Pferde weiß, desto mehr rüste ich ab. Es war wohl ein allmählicher Prozess, aber wenn ich mich so im Reitstall umschaue bin ich wohl auch ganz unbemerkt Minimalistin geworden!
Ich bin zum Beispiel die einzige, die konsequent ohne Hilfszügel und ohne Pullerriemen reitet. Mittlerweise ist es mir egal, ob mein Pferd immer in Anlehnung geht. Und siehe da, die Anlehnung hat sich unglaublich verbessert!
Das musste sogar meine Reitlehrerin zugeben. Mir der hatte ich einen Riesenkrach, weil sie der Meinung ist, dass man meinem Pferd das Maul zuschnüren muss, weil er sonst bei starken Zügelanzug die Zunge raushängt. Was für eine Logik!!! Sie hatte mein Pferd ein paar mal geritten, da ich krank war, und ich dachte, sie hätte Ahnung (reitet hier in Polen bis Grand Prix) und ich könnte ihr mein Pferd anvertrauen. Das mache ich nie wieder! Maul zuschnüren, ordentlich Druck mit der Hand, treiben treiben treiben, Gerte, das sei der einzige Weg, um mein Pferd flott zu machen. Dadurch, dass wir zwei nun aber mit ganz leichter Hand, leichten Schenkelhilfen, ohne Gerte und ohne Verschnürung riesige Fortschritte machen, mehr als zuvor, beweise ich ihr gerade das Gegenteil 🙂 (Und bin fast ein bisschen schadenfroh 🙂 )

Zum Abrüsten braucht man Mut. Man braucht Vertrauen in das Pferd, Geduld, Kosequenz. Ich bin wirklich dankbar über die vielen Anregungen und Denkanstöße, die ihr mir durch Eure Seite ständig gebt! Und mein Pferd bestimmt auch 🙂

Herzlich.

Bettina

 

Von Monika • 8. Juli 2013

Hallo Tania Eure Denkanstöße sind wirklich immer toll für mich, denn auch ich hab vor dreißig Jahren gelernt, daß man beim Pferd Chef sein muß und die „Mäuler“ zugeschnürt werden, ja ja, so war das halt, es ist einfach schön jetzt zu merken wie es eben doch anders geht und was man dann von Pferden an Vertrauen geschenkt bekommt. Natürlich ist es ein weiter Weg bis dahin, aber ich glaube es ist ein schöner Weg an dessen Wegesrand es viele schöne Dinge zu entdecken gibt.
Also Danke nochmals für Eure tollen Seiten.

Herzlich
Monika

 

Von Tania Konnerth • 8. Juli 2013

Danke Euch beiden für Eure Kommentare und Erfahrungen!

Herzlich,
Tania

 

Von Anni • 9. Juli 2013

Hallo Tania und alle, danke für Eure Beiträge!
Gerade „alte“ Pferde verdienen einen schönen Lebensabend, darum keine Angst vor Umstellung bei Ausrüstung etc.!
Als Mutmachbeispiel:
Meine Fjordstute habe ich vor einem Jahr gekauft: 23 Jahre, völlig kaputte Hufe, bereits ihr Leben lang beschlagen, fett und ohne Muskeln, Trensengebiss mit laaaangen Anzügen und einem Halfter auf dem „störrisch“ aufgestickt war, mit eingefädelter Führkette – da weiß man doch was für ein Pferd man sich vorzustellen hat.
Heute, nach nur einem Jahr, hat sie gute Hufe(dank Barfußbearbeitung und Biotin), ist für ihr Alter recht gut geformt (dank engmaschigem Heunetz, 24Stunden Freilauf, regelmäßiger leichter Beschäftigung), geht mit Glücksrad über Stock und Stein und erst nach Hause wenn wir das wollen.
Wenn ich das gerade noch mal lese, klingt es ganz wunderhaft, es waren aber eigentlich nur Zeit und Geduld nötig.

Schöne Grüße, Anni.

 

Von Alice • 4. September 2017

hallo Tanja,
etwas erstaunt lese ich heute den Beitrag Ausrüstung reduzieren. Dank euch habe ich mir überhaupt erst einen Kappzaum zugelegt und damit gearbeitet. Vorher gings nämlich auch ohne. Was soll man von all dem halten? demzufolge habe ich mich euretwegen zurückentwickelt. Na super. danke dafür.

_______________________

Naja, das ist nun eine etwas radikale Interpretation dieses Artikels 😉 Ich habe nicht geschrieben, dass man gar keine Ausrüstung mehr braucht, sondern nur, dass es viele Ausrüstungsstücke gibt, auf die man meiner Ansicht nach sehr gut verzichten kann. Einen guten Kappzaum habe ich auch immer noch und würde den nicht abschaffen, denn der macht sehr viel Sinn, wenn man ein Pferd korrekt longieren möchte.

Herzlich,
Tania

 

 

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