Hilfe, mein Pferd reißt sich beim Spazierengehen los und rennt Richtung Autobahn

Ich habe Euch letzte Woche gebeichtet, dass ich mich in unserer Weihnachtspause in Fremdforen rumgetrieben habe. Und ich habe schon durchklingen lassen, dass ich von dem, was ich da gelesen habe, sehr betroffen war. Aber, wie alles im Leben, hatte auch das etwas Positives, denn nun bin ich noch stolzer und glücklicher über unser „kleines“ 😉  Forum, indem eine so positive Grundstimmung untereinander und eine klare „pro Pferd“- Einstellung vorherrscht.

Nun aber zu der Geschichte, die mich dazu gebracht hat, mich in einem anderen Forum anzumelden und in einem Thread meinen Senf dazuzugeben:

Das Problem

Ein ca. 16-jähriges Mädchen (geschätzt nach Betrachtung von ihrem Foto) mit einer Reitbeteiligung auf einer 15-jährigen Ponystute (Endmaßpony) hat eröffnete einen Thread, da sie folgendes Problem hat: Die Stute reißt sich regelmäßig beim Führen los und lässt sich dann nicht wieder einfangen. Das macht die Stute wohl bei allen Personen (selbst bei gestandenen Männern), die mit ihr umgehen und mit schöner Regelmäßigkeit. Von der Beschreibung her hat das Mädchen es hier mit einem echten „Losreiß-Profi“ zu tun.

Das Ziel: Ohne Angst Spazierengehen zu können

Nun wollte die Threaderstellerin gerne wieder mit dem Pony spazierengehen und fragte, was sie tun kann, um das Pony am Losreißen zu hindern. Sie schrieb, dass sich der Stall in unmittelbarer Nähe einer Autobahn befindet und es keine Wege gibt, die nicht entlang der Autobahn führen. Beim letzten Spaziergang riss sich das Pony wieder los und lief Richtung Autobahn. Das Pony ließ das Mädchen immer nur bis auf ca. Hüfthöhe an sich herankommen, um dann weiterzulaufen. Das Mädchen hat nach eigener Aussage dann große Angst bekommen, dass das Pony auf die Autobahn laufen könnte…

Die Antworten in diesem Thread gingen alle in dieselbe Richtung: Krieg dem Pferd!

Es wurden reichlich Tipps gegeben, wie man dem Pony das Verhalten austreiben sollte. Diese Tipps waren für mein Empfinden sehr pferdunfreundlich, denn es wurde vor allem zur Gewaltanwendung geraten. In der Summe ging es darum, im Kampf gegen das Pferd aufzurüsten, das Pferd gezielt zu schlagen und schärfere Zäumungen zu verwenden.

Ich war beim Lesen der Antworten auf das Problem entsetzt, wütend und traurig, weil ich aus eigener Erfahrung weiß, wie wenig hilfreich sie sind.

Die Threaderstellerin ging dann, mit diesen Ratschlägen versorgt, auf ein Neues mit dem Pferd spazieren. Das Ergebnis sah leider wieder so aus, dass das Pony frei in der Gegend herumlief und sich nicht mehr einfangen ließ.

Ich habe während meiner Ausbildungszeit eine Weile bei einem Tierarzt gearbeitet und habe miterleben müssen, wie schlimm es enden kann, wenn ein Pferd in ein Auto läuft. Diese furchtbaren Bilder in meinem Kopf haben also dazu geführt, dass ich mich angemeldet und auf diesen Thread geantwortet habe.

Mir machten hier zwei Dinge zu schaffen

Zu schaffen machten mir diese Punkte:

  1. die in meinen Augen recht große Gefahr für alle mittelbar und unmittelbar Beteiligten und
  2. die negative Grundeinstellung bei den Ratgebenden, die dem Pferd gegenüber vorherrscht, die aus meiner Sicht zu keiner guten Lösung führen kann.

In meinen Augen ist die Situation brandgefährlich für alle Beteiligten

Wenn ich mir die Szene vorstelle, sehe ich vor meinen inneren Augen wie ein junges Mädchen versucht, mit einem Hieb mit der Gerte ein Pony am Wegrennen zu hindern. In der Regel ist das Pferd in diesem Moment aber schon am Durchstarten, das Mädchen steht also mit hoher Wahrscheinlichkeit schon etwas hinter ihrem Pferd. Bekommt das Pferd nun noch einen schmerzhaften Schlag mit der Gerte, ist es nicht unwahrscheinlich, dass das Pferd als Reaktion auf den Schlag austritt und dabei das Mädchen erwischt. In jedem Fall aber wird das Schlagen das Pferd in seiner Idee bestärken, weg von dem Mädchen zu wollen. Gewalt fördert also das eh schon problematische Verhalten und ist nicht dazu angetan, dass sich das Pferd umentscheidet!

Damit entsteht eine unmittelbare für das Mädchen.

Weiterhin sehe ich eine große Gefahr für die Gesundheit des Ponys, das nur noch mehr Gründe zum Wegrennen bekommt – und wie leicht kann es sich auf seinen Freigängen verletzen, und das nicht nur im schlimmsten Fall, wenn es tatsächlich auf die Autobahn rennt…

Und letztendlich sehe ich auch eine sehr große Gefahr für alle Fahrer auf der Autobahn. Ein panisch oder auch aus Wut davon rennendes Pferd achtet nicht auf Autos – und wie schlimm solche Unfälle aussehen können, möchte ich hier gar nicht beschreiben.

Auffällig: Die negative Grundeinstellung dem Pferd gegenüber

Es war für mich schlimm zu lesen, wie negativ über das Pony geschrieben wurde. Es ging nur darum, Strategien im Kampf gegen das Pony zu entwickeln. Es wurde überlegt, wie der entscheidende „Schlag“ gegen die Stute aussehen müsste, damit sie ihr Verhalten abstellt.

Ich bin mir sicher, dass alle, die in dem Thread mitgeschrieben haben, Pferde eigentlich sehr lieben. Sie alle träumen mit Sicherheit von einem harmonischen Zusammensein mit ihren Pferden. Und dennoch wird so häufig zu massiver Gewaltausübung geraten, die Pferde als „Biester“ bezeichnet.

Wie passt das zusammen?

Sehen wir die Sache realistisch

Wir haben es mit folgender Situation zu tun: Das Pony ist in seinem Fehlverhalten ein Spezialist geworden. Es wird in der Lage sein, jede Chance sich losreißen zu können zu erkennen und diese auch zu nutzen wissen. Wie kann man in einer solchen Situation einem jungen Mädchen raten, das Pferd zu schlagen? Wie soll das Pferd durch Gewalt erkennen, dass es lieber bei dem Mädchen bleiben soll?

Entscheidend ist aus meiner Sicht, dass das Pferd sich nicht losreißt, um den Menschen zu ärgern oder weil es ein „böses“ Pferd ist. Es handelt so, weil es die Erfahrung gemacht hat, dass es beim Menschen nicht gut, nicht schön und nicht nett ist, sondern dass es „frei“ schlicht und einfach besser dran ist. Solange das Pony nur im Sinn hat: „Ich will weg von dem Menschen“,  wird das ein ewiges Thema zwischen Mensch und Pferd sein. Mal wird der Mensch „gewinnen“, meist aber das Pony…

Mein Ansatz wäre der, mich für das Pferd so attraktiv zu machen, dass es nicht mehr von mir weg will. Und das funktioniert nicht über den Weg der Strafe und des „Sich-durchsetzen-wollens“, sondern hier ist es viel schlauer, über die positive Verstärkung zu gehen. Und dass das auch bei schlimmsten Losreißern funktioniert, habe ich selbst mehrfach erlebt.

Mein Weg würde anders aussehen

Ich habe es in meiner Zeit als Pferdeausbilderin schon mit einigen „Losreiß-Spezialisten“ zu tun gehabt.

Ich habe mit diesen Pferden zunächst Führ- und Bodenarbeitsübungen in einem geschützten Bereich (Reitplatz, Reithalle, einzäuntes Stück Wiese o.ä.) gemacht. Ich habe mit positiver Verstärkung im Sinne des Clickertraining mit dem Pferd kommuniziert. Ich habe dem Pferd kleine Spiele beigebracht, wie z.B. das „Tanzen“ oder die Übung „Bein hoch“ und ich habe sehr viel gelobt – mit Stimme, Streicheln und natürlich 😉 Leckerlies. Sehr sinnvoll ist es auch, diese Pferde auf ein Target zu konditionieren.

Wenn ich das Gefühl hatte, dass das Pferd gerne bei mir und entspannt ist, begann ich mit ganz kleinen, kurzen Spaziergeh-Runden, während denen ich mit dem Pferd immer wieder die gelernten Spiele spielte. Ich beschäftigte das Pferd im positiven Sinne.

So erreichte ich, mich attraktiver, lohnender und schmackhafter als das Gras am Wegesrand oder die lockende Freiheit zu machen. Mit dieser Strategie bin ich immer sehr gut gefahren. Nach kurzer Zeit war das Losreißen auf diesem Weg kein Thema mehr und ich konnte mit diesen Pferden normal spazierengehen. Strafen war nicht nötig!

In diesem Sinne habe ich also dort geschrieben und hoffe, ich konnte damit etwas andere Ideen zum Lösen des Problems beisteuern.

25. Januar 2011 von Babette Teschen • Kategorie: Umgang 33 Kommentare »

 

33 Reaktionen zu “Hilfe, mein Pferd reißt sich beim Spazierengehen los und rennt Richtung Autobahn”

 

Von Catja • 25. Januar 2011

Es ist fuer mich selbstverstaendlich, dass es keinen Sinn hat einen Lossreisser zu strafen, nicht wenn er weglaeuft und auch nicht nachdem man ihn wieder eingefangen hat.

Ich habe auch so einen. Hab mit ihm schon lange und regelmaessig alles betrieben was du oben beschrieben hast: Fuehrtraining, Spielchen, viele Uebungen hier aus deinem Blog, Clicker, Freiarbeit. Wir sind auch schon seit 6 Jahren zusammen, und er ist ganz bestimmt nicht der Meinung, dass es ihm bei mir schlecht geht.

Trotzdem, an manchen Tagen findet er es einfach verlockend, sich mal kurz selbstaendig zu machen, und er tut das dann auch. Probleme beim wieder einfangen hab ich allerdings wenige, er laesst sich nie zu lange bitten.

Ich hab mich damit abgefunden und gehe einfach nicht mit ihm an der Leine spazieren, muss man ja nicht unbedingt.

 

Von Bea13 • 25. Januar 2011

Hallo Babette,

mich würde mal interessieren, wie die Reaktion auf deine Vorschläge bei dem Mädchen und den anderen Forumsteilnehmern war? Ist da auch nur eine Spur von Verständnis gewesen?

Wie um Himmels Willen erziehen heut zu Tage Eltern ihre Kinder? Gibts da auch noch die Prügelstrafe….oder ich bin der Chef und du mein Kind bist nichts? Nee, das regt mich so auf.

 

Von Angela • 26. Januar 2011

Aaaaarrgh, die Vorfälle um das womöglich minderjährige Mädchen machen einem ja echt zu schaffen! Das ist ja entsetzlich. Ich kann mir vorstellen Babette, wie Dir jetzt noch die Haare zu berge stehen.

Erste Frage die sich mir direkt aufdrängt: Warum zum Kuckuck geht die Person oder überhaupt eine Person mit einem Pferd spazieren, bei dem dieses Problem bekannt ist. Empfinde ich als grob fahrlässig.

Ansonsten bin ich persönlich ja nicht der grosse Fan von Leckerlies, aber in Fällen wie diesen, ist das doch fast das Einzige woran man denkt um dieses Pferd zum dableiben zu bewegen.

Mit Gerte oder Strafmassnahmen ist das beim Pferd exakt wie beim Hund. Schimpfen oder gar hauen wegen abhauens ist ein absolutes NO GO! Ich hab beim Hund auch einige (Jugend)jahre gebraucht um das zu kapieren. Seither folgen meine Hunde IMMER prompt und in jeder Situation.

Ich kann nur mitleidig lächeln, wenn Leute immer noch behaupten: Nein, der weiss dann schon, dass ich ihn fürs weglaufen bzw. nicht kommen bestrafe……

LG
Angela

 

Von Carola Schlanhof • 26. Januar 2011

Hi Babette,

da hast du ja ein ausnehmend unangenehmes Forum erlebt. Ich kenne es aus anderen Foren doch so, daß in solchen Fällen eher Ratschläge wie „hole dir einen Profi“, „dieses Pferd ist für dich ungeeignet“ kommen (vielleicht auch nicht wirklich hilfreich, aber zumindest gefahrenabwendend, speziell wenn der Ratgeber nicht sieht, wie es vor Ort wirklich zugeht).

Hast du die Dinge mit der Gefahr für Pferd und Mensch auch in diesem Forum geschrieben?

Die Tipps geben m. E. mal wieder die Hilflosigkeit im Umgang mit diesen großen Tieren wieder.

Wie man auf die Idee kommen kann, mit einem Pferd, das für´s Losreißen bekannt ist, das abgezäunte Gelände zu verlassen oder noch schlimmer, ein Kind mit diesem Tier rauszulassen, das ist allerdings auch mir ein Rätsel.

Möglicherweise fehlen da einfach noch vielen Menschen die Ideen, was man Pferden noch als Abwechslung zum Reiten oder Longieren bieten kann.

Viele Grüße

Carola

PS ich gehe mit meinem Jungpferd (noch ungeritten)im Moment auch nicht raus. Sie ist meistens sehr ruhig, aber fallweise gibt´s einen Hochenergieanfall, den ich normalerweise locker abfangen kann,aber bei der aktuellen Schneefahrbahn mit Glätte nicht riskieren will.
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Hallo Carola,
ja, ich habe dort sehr deutlich zum Ausdruck gebracht wie gefährlich ich die Situation empfinde. Ich habe sogar geschrieben, dass ich ihr Verhalten als verantwortungslos und grob fahrlässig empfinde. Aber damit stand ich alleine auf weiter Flur…
Liebe Grüße,
Babette

 

Von Carola Schlanhof • 26. Januar 2011

Hi Babette,

nennt sich das Forum Kamikaze-Reiter oder so;)?

Möglicherweise ist dein persönliches Thema (wie auch bei mir öfters) die Abgrenzung?

Es ist frustran, wenn man zugucken muß, wie etwas verdammt schief läuft (und oft auch wirklich in seinen Befürchtungen durch die Ereignisse bestärkt wird)und nichts daran ändern kann, einfach weil man für die Situation nicht die Verantwortung hat.

Aber es IST oft einfach so!
Und viele Leute müssen eben einfach ihre eigenen Erfahrungen machen, um daraus zu lernen…

Bitte nimm´ es dir nicht zu sehr zu Herzen!

Viele Grüße

Carola

 

Von Jochen • 27. Januar 2011

Liebe Babette,

es ist schon erschreckend, was Du da berichtest. Dieses Pferd braucht m. E. zunächst eine Auszeit von der Autobahn, evtl. eine definitive, wenn die Phobie zu fest verankert ist. Zusätzlich zu den absolut richtigen Ansätzen, die Du bereits vorgeschlagen hast, würde ich vielleicht (Ferndiagnosen sind immer sehr heikel) einen 180° Notstop trainieren, wie ihn Elisabeth de Corbigny (Schule John Lyons) hier in Frankreich empfiehlt.
(Dazu als Vorbereitung, frei und später am Strick: Kopf geben lassen (nicht „nehmen!“, nach links, rechts, oben, unten) – Flexion 90° – Schulter weichen (mit und ohne Flexion) – Hanken weichen (idem) – Ganzkörper weichen (idem) – Hanken weichen 90° und mehr aus der Flexion und ohne Flexion. Alles natürlich nach rechts und nach links. Dabei viel loben, spielen, schmusen, Spaß und Vertrauen aufbauen.)

Darüber hinaus hege ich den Verdacht, daß man dieser jungen Dame nie den Unterschied zwischen „ein Pferd führen“ und „von einem Pferd geführt werden“ erklärt hat. (Letzteres nennt man in Züchter- und Sportlerkreisen „ein Pferd vorführen“, aber da geht es ja nicht um die Pferde, sondern um die Gelder oder Gummipunkte, die man mit ihnen machen kann.)

Eine Leitstute führt ihre Gruppe an, befindet sich also vor den anderen; der Hengst führt (treibt) von hinten die Nachzügler und von der Seite die abdriftenden (Jung-)Tiere zurück zur Gruppe; beide führen gemeinsam die anderen.
Wenn also ein Mensch ein Pferd führt, befindet er sich entsprechend entweder vor dem Pferd (Limit: der „verflixte Zentimeter“, um den die Menschennase vor der Pferdenase bleiben muß und um den manche Stuten so gerne rangeln), oder er führt das Pferd von der Seite oder von hinten (neben dem Sattel, hinter dem Pferd hergehend, vom Kutschbock aus, schließlich vom Sattel aus).
Wenn umgekehrt das Pferd den Menschen führt, hat es den „verflixten Zentimeter“ gewonnen (oder mehr), und damit trägt es die Verantwortung für das, was da wie ein Fohlen am Schürzenband der Stute mitläuft.

Diese Verantwortung nun, kann ich mir gut vorstellen, wird dem Pferd der jungen Dame einfach zuviel, wenn zu allem Elend auch noch die Autobahn hinzukommt. Das unbedarfte Menschenjunge da ist ganz offenbar nicht in der Lage, mit diesen ganzen Menschendingern zurechtzukommen, obwohl sie doch selbst ein Mensch ist, und ich Pferd soll ihr jetzt trotz meiner Angst auch noch zeigen, wo’s lang geht. Es ist zuviel verlangt, ich will sie aus meinem Verantwortungsfeld heraushaben. Und sie soll sich nicht immer wieder hineinzudrängen versuchen. Bei aller Liebe – ich KANN sie nicht beschützen, ich MUSS sie ihrem Schicksal überlassen!

(Obwohl das Pferd sich nicht einfangen läßt, hat es sich nicht nur einmal losgerissen sondern mehrmals, es ist also immer wieder doch noch irgendwie nach Hause gekommen. – Ich tippe mal ins Blaue: Es gab kein berittenes Einfangkommando, sondern wenn die junge Dame die Jagd endlich aufgegeben hatte und der Adrenalinschub verdaut war, ist Hotta von alleine zurückgewandert.)

Was die „gestandenen Männer“ betrifft, da fallen mir im Augenblick drei Möglichkeiten ein:
– Wenn diese Männer in den Augen des Pferdes im allgemeinen Leben genauso unbedarft sind wie die junge Dame, so liegt der Fall wie bei ihr.
– Wenn sie im allgemeinen Leben kompetenter sind als die junge Dame, dann ist ihre Inkompetenz an gefährlicher Stelle umso beunruhigender und die Verantwortung für sie umso schwerer zu ertragen.
– Wenn sie aggressiv sind und sich an der Stelle befinden, wo das Fohlen am Schürzenband der Stute hängt, wo aber auch der Freßfeind die Halsschlagader sucht, dürfte wohl die Psyche in den reinen Überlebensmodus schalten.
Aus Menschensicht ist das Resultat in allen Fällen annähernd das gleiche.

Damit es nicht zu Mißverständnissen kommt: Ich bin keineswegs der Ansicht, durch Führen vor dem Pferd seien Wunder zu bewirken! Hingegen bin ich der Ansicht, daß Pferde im Normalfall ohne Einzäunung in Autobahnnähe nichts zu suchen haben. Aber vielleicht läßt ja später mal (falls die phobischen Reaktionen sich weit genug relativieren lassen) ein freundlicher Autobahnanlieger eine Zeitlang weiden, zum Drangewöhnen – auf einer vernünftig eingezäunten und hinreichend großen Fläche, damit das Pferd sich langsam an den Gefahrenbereich herantasten kann. Dauerstress wäre hier nämlich genau das Falsche, alldieweilen Pferde zur Angstbewältigung (genau wie Menschen auch) in die jeweilige Situation hineinwachsen müssen, und nicht hineinschrumpfen. Sonst besteht Explosionsgefahr.

Mit was für Pferden lebt dieses hier übrigens zusammen? – Na ja…

Liebe Grüße aus der Provence, Jochen

 

Von Katha • 28. Januar 2011

Liebe Babette,

vielleicht wäre es gut gewesen, doch einen Link einzustellen. Ich habe mir den Faden durchgelesen und zwei Dinge kommen hier nicht zur Sprache, was zu eben solchen Kommentaren führt…

Zum einen gab es ja, neben vielen zugegebenermaßen „gruseligen“ Vorschlägen, auch vor deinem Beitrag konstruktive Ideen (Führtraining, Arbeit mit Belohnung/Leckerlis)

Zum anderen wirkte die Fragestellerin auf mich sehr unsicher. Sie war deinen sehr wertvollen Tipps gegenüber ja durchaus auch aufgeschlossen und hatte sich für einen Teil davon auch bedankt. Als „Außenstehende“ glaube ich daher schon, dass du in kleinen Teilen etwas bewirken konntest 🙂

Trotzdem verstehe ich deine Reaktion und bin über einige Beiträge dort auch wirklich entsetzt 🙁 Wie schön, dass es in eurem Forum nicht so ist!

Lieben Gruß, Katha

P.S. Vor der Autobahn ist auch ein hoher Zaun gewesen. So wie ich das verstanden habe, bestand gar nicht die ganz konkrete Gefahr, dass das Pferd dort wirklich raufläuft?!

 

Von Beate • 30. Januar 2011

Naja, ich habs mir mal durchgelesen und mir lief es eiskalt den Rücken runter.
Die TE fand die Tipps zum Schlagen gut, deine Tipps nicht.
Schon beängstigend, welche Kommentare du geerntet hast.

Ich habe dort vor langer Zeit auch mal gegen die Gewalt an Pferden plädiert und gehofft die Leute zum Umdenken zu bewegen. Auch ich war allein auf weiter Flur, allerdings musste ich gegen ein paar mehr ankämpfen 🙂
Da mich dies aber zu sehr aufgewühlt hatte und ich selbst bei meinen Pferden an diese Leute und dieses Forum denken musste, hab ich mich ganz schnell ausgeloggt.

Du wirst diese Leute nicht in ihrem Umgang mit dem Pferd bekehren können, sie haben es immer schon so gemacht und werden es immer wieder tun. Geniesse deine Einstellung zu deinen Tieren, den anderen kannst du nicht helfen, auch wenns weh tut.

Ich fand übrigens den Vergleich mit den Kindern treffend.

Ich habe genau so ein Pferd wie du da beschrieben hast: es kommt nur zu mir, vor anderen läuft es weg. Hört es meine Stimme, mein Pfeifen, kommt es angerannt und lässt Gras Gras und Heu Heu sein. Da kann pfeifen wer will, nur mein Pfeifen zählt. Dieses Gefühl und die Gesichter der anderen Menschen dann – unbeschreiblich schön. Dieses Pferd war ein – so sagten andere – dominantes Pferd, welches mal gezeigt bekommen muss, wer der Chef ist. Auf unserm Hof haben sie mich belächelt – die kriegt das nie hin.
Naja, 2 Jahre hat es schon gedauert, hat manche Tränen gekostet,aber ich kann mit Recht behaupten: nie ein Gertenschlag, nie ein Peitschenhieb, immer nur loben und Leckerlis – heute werd ich um dieses Pferd beneidet.

 

Von Minnelayde • 31. Januar 2011

Liebe Babette,

trauriger Alltag – diese Ratschläge sind unglaublich und grausam.
Ich selbst habe iene Ranghohe Hafi Stute, die manchmal eben gern ihren Willen durchsetzen möchte, kommt man ihr mit Gewalt und Druck, dann spielt sie ihre Kraft aus, man muß kooperativ mit ihr umgehen, dann ist sie sanft und verständig.
Aber selbst von den Anhängern des Natural Horsemanships habe ich nur übungen und ANweisungen von Druck erlebt und es geht die ganze Zeit darum, daß das Pferd „funktioniert“ und das ist auch die Intention, „er/sie muss funktionieren“, also stehenbleiben wie angenagelt, hinter einem herschlurfen wie so ein Glöckchen, wenn es nicht klappt, gibt es eins mit dem Strick – toll. Ausgesackt wird auch, damit es sich draußen nicht erschrickt und wenn es sich losreißt und der gute Trainer das nicht halten kann wird das Pferd festgebunden daß es sich wie wild gegen den festen Gegenstand wehrt, bis es aufgibt – was für ein armes Wesen!! Das alles ist dann gaaanz natürlich und pferdegerecht…würde das jmd. mit mir machen, ich wäre schlimmer, als meine Stute!
Jeden Tag muß ich mir irgendwelche Kommentare anhören, in denen mir klar gemacht wird, daß mein Pferd als ein Alphatier ein Stein des Anstosses ist, weil es nicht gefügig ist. Macht nichts – ich bin auch ein Alphatier und wir kommen prima klar – und ich liebe an meinen Tieren, daß sie alle ihren Charakter haben und noch einen glanz in den Augen – und eben keine gedrillten, willenlose und unglücklichen Lemminge…

 

Von Laerke • 31. Januar 2011

Liebe Babette,

ich finde deine Ansätze zur beschriebenen Situation und auch deine Sichtweise sehr richtig. Ich habe bisher keines solcher Losreißer-Pferde um mich gehabt, kann also wenig Praxiserfahrung beitrag. Aber mein logischer Menschenverstand sagt mir genauso wie dir: bestrafen fürs weglaufen wirds nicht bringen.
Ich muss sagen, dass mir das WzP-Forum maßgeblich eine ganz andere und sehr viel positivere Sicht- und Handlungsweise vermittelt. Dies wiederum lässt sich solche Forenthemen, wie du es hier zB beschreibst kaum noch lesen geschweige denn kommentieren. Ich habe jetzt mehrfach die Probe aufs Exempel gemacht und versucht den anderen meine „Pro Pferd“-Sichtweise anderen nahe zu bringen.
Und es fruchtet wenig bis null, der Grundton ist meist: Dem muss man ordentlich eine verpassen, der muss lernen, wo oben und unten ist, Pferde wiegen x-hundert Kilo und sind damit Kampfmaschinen, die muss man gefügig machen.
Bevor ich versuche andere umzuerziehen, verwende ich meine Energie lieber für mein Pferd und wandel sie positiv um. Leider Gottes hilft missionieren so oft nicht, so schade es auch ist.

LG

 

Von Eseltier • 31. Januar 2011

Vom Schlagen halte ich in so einer Situation auch nichts, das ist eher kontraproduktiv. Ich bin aber auch vorsichtig mit Vorschlägen, wie sie Babette geliefert hat. Sicher sind die Ansätze richtig, aber ein so fest eingebranntes Verhalten lässt sich in den meisten Fällen auch durch solch ein Training nicht komplett abstellen. D.h. es bleibt bei so einem Pferd immer ein sehr großes Restrisiko.
Auch ich habe fürchterliche Bilder vor Augen, wenn ein Pferd in ein Auto rennt. Und zwar nicht nur vom Pferd, sondern auch von den betroffenen Autofahrern.
Man muss nicht mit jedem Pferd draußen spazierengehen. Für mich gehört zu pferdefreundlichem Verhalten, dass man auch die Fehler und Macken eines Pferdes akzeptieren kann, einfach akzeptieren ohne sie auf die eine oder andere Weise zu therapieren.
Man sollte dem Mädchen klar machen, dass es absolut unverantwortlich ist, mit so einem Pferd überhaupt spazieren zu gehen. Man kann ja so viele andere schöne Dinge mit dem Pferd machen.
Ganz abgesehen von dem strafrechtlichen Aspekt – wenn da was passiert ist man mit Sicherheit z.B.wegen fahrlässigem Totschlag dran, man war sich ja des Risikos durchaus bewusst.

 

Von Payaso Auckland • 31. Januar 2011

Hallöchen,

also, das hätte ich jetzt nicht gedacht, dass aus dem Forum solche Vorschläge kommen … habe bisher bei verschiedenen Themen andere Erfahrungen gemacht … aber, gut, dass ein Admin ein Auge darauf hat und sich dann ggf. einmischt!!!
„Vertrauen statt Dominanz“ wird häufig in den Foren erwähnt und das sollte der Weg sein, es gibt immer ein Grund, warum ein Pferd sich „widersetzt“ – aus Unvermögen, Unverständnis und Angst … wir sind die Ursache und haben die Aufgabe das Pferd hier abzuholen und unsere Fehler zu erkennen 🙂 Habe selbst die Erfahrung gemacht, wie es ist, wenn ein Pferd sich losreißt und Richtung Autobahn rennt! Aber ich hatte ihm zum Glück schon beigebracht auf Zuruf zu kommen und das hat funktioniert – und ich bin dann wieder einige Schritte zurück gegangen und habe jetzt, 1 Jahr später, das Gefühl, dass er mir wirklich vertraut und dass er sich nicht mehr losreißt! Die Zeit haben wir beide gebraucht und ich bin dankbar für die Lektion 🙂

 

Von Maritta • 31. Januar 2011

Hallo,
ich finde es sehr bedenklich, wenn nun schon zum zweiten Mal angedeutet wird, dass andere Foren nichts taugen, bzw. in diesem Fall gefährdend und quälerisch sind und nur dieses Forum bei Problemen hilfreich ist. Wer nur sich selber gut findet und andere pauschal verurteilt, hat nicht unbedingt mein Vertrauen.
Maritta
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Hallo Maritta,
bei meinen letzten beiden Beiträgen habe ich von meiner Erfahrung in einem Forum berichtet, welches mich sehr geschockt hat. In keiner Weise wollte ich vermitteln, dass ich andere Foren pauschal nicht gut finde und nur „unser“ Forum toll ist. Wenn Du in unsere Linkliste guckst wirst Du sehen, dass wir diverse andere Foren ausdrücklich empfehlen.
Liebe Grüße,
Babette

 

Von Dagi • 31. Januar 2011

Hallöchen

Leider ist das so, dass in anderen Foren ein sehr schlechter Umgangston, und sehr destruktive Lösungsvorschläge herrschen!! Das hat überhaupt nichts mit Eigenlob zutun! In Babettes Forum herrscht ein anständiger Ton und es werden sehr pferdefreundliche Lösungsvorschläge gebracht. Ich habe mich auch über Weihnachten in anderen Foren rumgetrieben, wenn auch vorallem wegen dem Longenkurs, und es war schon recht bedenklich!

Schlimm finde ich auch, wenn man sich mal kritisch äussert, über die teils sehr groben Umgang mit dem Pferd, wird man schnell zur Emma gemacht. Viel wird auch aus Unwissenheit verursacht!

Mich hat es sehr traurig gemacht, über das enorme Fehlverhalten gegenüber den Pferden, obwohl heute ja sehr viel Aufklärung, Literatur, Kurse usw. stattfinden und letzthin hätten wir ja sowas wie der gesunde Menschenverstand! Immer sind die Pferde schuld. Letzthin hat mir ein Reiter gesagt, dass halt das Pferd ein schlechte Gebäude hat, und eben sehr schwierig im Umgang seie. Darum komme er auch nicht weiter.

Genauso wenig wie wir, haben es die Tiere gern, wenn man sie grob, verständnislos zu etwas zwingen, das ihnen nicht mal erst erklärt wurde, und dann noch Schmerzen verursacht!
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Danke Dir 🙂

 

Von Claudia • 31. Januar 2011

Liebe Babette und alle,

ich habe auch so einen Ausbrecher. Leider hatte er sich das schon angeeignet als er noch beim Vorbesitzer war und jede Menge Reitbeteiligungen hatte. Zu jener Zeit war unter anderen auch die Haltung mit Schuld an seinen Wanderschaften und ich habe auch Tipps wie „mit der Gerte auf die Brust schlagen“ und rumreissen am Gebiss und wenn man ihn eingefangen hat, gleich nochmal probieren damit er ja weiss dass er’s nicht machen kann etc bekommen UND auch ausprobiert.. mit dem Ergebnis dass das arme Tier noch „verrückter“ geworden ist. Nachdem ich ihn übernommen hatte, hab ich die Haltung geändert und langsam war das Abhauen kein Thema mehr – bis wir in einen anderen Stall umgezogen sind. Er ist mir dort 2 -3 mal an der Hand aber sowas von heftig abgehauen und ab im Renngallopp in den Stall. Meine TA und ich sind uns sicher, dass er in dieser Umgebung im Moment völlig überfordert ist und sie hat empfohlen, im Moment mit ihm am besten gar nicht spazieren / ausreiten zu gehen (wir haben auch eine Bundesstrasse in der Nähe ). Stattdessen arbeite ich mit Anti Angst Kurs von Babette im Moment mit Führübungen und kleinen Aufgaben in der Halle – was er mag weil das gibts Essen!! Ich schreibe das weil ich 100% davon überzeugt bin, dass es nichts bringt, etwas erzwingen zu wollen und ständig wieder nach dem selbem Muster vorzugehen, z.B. wenn das Pferd auf 2 Spaziergängen 2x abgehauen ist muss es ja nicht noch ein drittes Mal passieren. Es ist einfach in erster Linie für alle wahnsinnig gefährlich – mit oder ohne Autobahn in der Nähe und ich finde es macht wenig Sinn das selbe im wieder zu probieren ohne nicht irgendwelche Änderungen einzubringen z.B. ist das Pferd vielleicht kernig, dann erst das Pferd bewegen und dann vielleicht noch ein paar Schritte um den Hof gehen… Ich finde es gut und wichtig, dass Du Dich zu dem Thema eingebracht hast, Babette. Wäre ich bei meiner Suche nach anderen Ideen nur auf die Peitschen/Zügelreissmethode gestossen würde ich heute vielleicht immer noch mit der Gerte auf die Brust klopfen.
Bin gespannt ob Du uns auch etwas zur Resonanz auf Deine Vorschläge berichten kannst 😉
Eine schöne Woche
Liebe Grüsse Claudia
______________________________________________
Liebe Claudia,
danke, dass Du uns an Deinen Erfahrungen teilhaben lässt!
Und was die Resonanz auf meine Vorschläge angeht…
🙁
Die kamen gar nicht gut an…Ich habe dort ganz schön auf die Mütze bekommen.
Liebe Grüße,
Babette

 

Von Claudia • 1. Februar 2011

Liebe Babette,

schade! Das tut mir leid – auch für die Pferde! Es ist auch wirklich schwierig sich den Leuten mit dieser Art Kritik, obwohl wirklich konstruktiv gemeint, zu nähern. Es gibt überall Unbelehrbare aber Reiter sind einfach ein spezielles Völkchen. Da gibt’s noch einiges an Entwicklungsarbeit zu leisten ;-))
Manchmal bleibt einem wirklich nur für einen selber zu schauen. Aber ich hoffe Du lässt Dich davon nicht abschrecken. Vielleicht hat es bei dem einen oder anderen doch einen Denkanstoss gegeben – öffentlich möchte man sich natürlich nicht die Blösse geben ;-))

Liebe Grüsse Claudia

 

Von Susanne • 2. Februar 2011

oh weia
Babette ich han Di gern!
Deine Art Dinge zu beleuchten ist uh schön, v.a. wenn du mich an Deinem Weg im Deinem Leben teilhaben lässt, das berührt und oft ist hier die Knacknuss. Auch bei mir.. was berührt noch ??..WIE komm ich an den Menschen ran, dass der auch merkt, dass da nicht einfach Besserwisserei sondern wirkliches Interesse, Verletzung, Trauer über Bereits Erlebtes, als falsch Erkanntes dahinter steht? v.a. auch im GESCHRIEBENEM Wort..wir müssen wieder mehr fühlen lernen! Beziehung vor Erziehung….kann das übers Internet passieren? Ganz liebe Grüsse aus der Schweiz Susanne

 

Von cicero • 2. Februar 2011

In anderen foren herrscht tatsächlich nicht allgemein so ein freundlicher Umgangston wie hier!
Aber man darf das nicht verallgemeinern! Auch in anderen Foren gibt es „solche und solche“, d. h. in mehreren Unterbereichen dort KANN es durchaus auch freundlicher zugehen.

 

Von Anja • 6. Februar 2011

Oje..
na das ist leider kein Ausnahme Forum, von solchen habe ich schon mehrere kennen gelernt und mich ganz schnell wieder abgemeldet.

Leider ist dieses ‚Über-Dominanz-Gewalt Verhalten‘ auch in unserem Alltag zu finden ( Mensch – Mensch ). Und das erschreckt mich doch immer mehr.

Solche Ratschläge wie „Hau drauf- wenn’s nicht gehorcht“ habe ich zu genüge im alten Stall zu hören bekommen.
Jungpferd geht nicht gleich duch eine enge Tür? – HAU DRAUF- dann kapiert sie es schon.

So was finde ich mehr als bedenklich, zumal meine jetzt 3jährige VB Stute bedingt durch Glatteis drinnen stehen muß und immer wieder zu Energieausbrüchen neigt.
( Macht sich Luft mit Steigen in der Box, vermehrtem Hufgescharre, gegen die Wände klopfen uä.) Wenn ich im Stall bin, versuche ich sie in der geräumigen Boxengasse kopftechnisch so zu arbeiten, dass sie etwas ruhiger / ausgeglichener wird ( Zirkuslektionen uä.). Einmal ist mir dabei ein Besen umgefallen und sie hat sich so erschrocken, dass sie wutsch in der äußersten Stallecke verschwunden ist.

Kann man dafür ein Flucht-/ Beutetier bestrafen??? NEIN – ich bin das Leittier und muß ihr die nötige Sicherheit geben.

Liebe Grüße

 

Von Sarah • 9. Februar 2011

Tja, auch mit einem echten Losreißerprofi gesegnet, kann ich ein Lied von den „wertvollen“ Tipps singen, die man im echten wie im virtuellen Umfeld bekommt (oft auch ungefragt).
Der einzige gute kam von dir, und es dauerte leider noch einige Zeit, bis ich ihn in all seiner Konsequenz verstanden habe. „Er muss lieber bei dir sein als von dir weg zu laufen“ Das ist die Grundlage.
Und dazu brauchts Führungsqualität, im wahrsten Sinne des Wortes (und im positivsten!).

Mittlerweile bin ich so weit, dass ich auch bei Fragen wie „Hilfe, mein Pferd rammt an Stelle xy im Gelände die Beine in den Boden und geht nicht mehr weiter“ Ganz hellhörig werde, weil dieses Verhalten meiner Erfahrung oft der erste Ausdruck von Unsicherheit und Angst ist, der, wenn er mißachtet wird, schnell in Losreißen mündet.
Ich rate auch dann, erst zuhause intensiv an der Gemeinsamkeit zu arbeiten und im sicheren, ersten Umfeld zu bleiben.
Aber es ist nun mal sehr viel einfacher, das Pferd als schuldigen anzusehen, als sich intensiv mit dem thema Beziehung, Vertrauen und den eigenen (mangelnden?) Fähigkeiten, Sicherheit zu vermitteln, auseinander zu setzen…

Liebe Grüße,
Sarah und ups-jetz-isser-weg-Nandi

 

Von Emma • 15. Februar 2011

Hallo,
also jetzt muss ich auch noch mal kurz dazu sagen, dass ich wirklich auch die Erfahrung gemacht habe, dass der Umgangston in anderen Foren bei weitem nicht so angenehm ist wie hier. Und meiner Meinung nach bekommt man auch tatsächlich hier die allerbesten und pferdefreundlichsten Tipps!
Also, liebe Babette und liebe Tania, macht weiter so….
VLG Emma

 

Von Chantal • 16. Januar 2013

Hallo,
ich habe das selbe problem mit meiner Stute nur das sie noch sehr dominat ist. Wenn ich mit ihr spazieren gehen möchte geht es ein paar Meter sobald sie aber von ihren spielfreunden weg ist fängt sie an zu steigen und sich los zu reißen meistens tritt sie dann nach vorne aus oder nach hinten wenn sie es nicht schafft beim erstenmal. Sie hat mich jetzt mehrmals schon getroffen gehabt. Egal wer mit ihr spazieren gehen möchte sie versucht es immer wieder, bei einer Freundin hat sie es auch versucht aber sie hat sie dann im kreis geschickt und den strick aufm Po gehauen damit sie in bewegung bleibt damit sie für diesen moment beschäftigt ist. Das habe ich auch alles versucht da ich nicht so groß bin und nicht so viel kraft habe ging es beim letztenmal schief sie hat sich losgerießen und ist auf ein Fußballplatz gerannt und dann auf die straße. Habe dann eine Freundin im stall gefragt die sich bisschen besser mit bodenarbeit auskennt als ich sie hat sie dann für 10 min longiert da wollte sie auch nur weg rennen und tretten. Aber als sie dann gemerkt hat das sie nichts böses möchte war sie total brav lies sich führen und alles. Und dort wo sie zurzeit steht habe ich keine möglichkeit mit ihr Bodenarbeit zu machen da gibts keine halle oder ein Platz. Ich weiß nicht wie ich es ihr jetzt abgewöhnen soll das sie sich losreißt und tretten tut. könntet ihr mir vielleicht paar tipps geben würde mich freuen.
(sorry für paar rechtsschreibfehler)
Lg CHANTAL
___________________________________________
Liebe Chantal,
wie mein Weg aussehen würde, habe ich in dem Beitrag beschrieben.
So wie Du die Situation beschreibst, halte ich ein weiteres Versuchen auf eigene Faust für extrem gefährlich für alle Beteiligten. Auch würde ich keinen „nicht-Profi“ weitere Versuche starten lassen. Bitte, bitte, hole Dir gute!, professionelle Hilfe vor Ort!
Liebe Grüße,
Babette

 

Von Franzi • 11. Januar 2014

Hallo,

ich habe leider ein etwas „komisches“ Traberchen, der sich auch gern auf dem Weg vom Stall zur Weide oder auch umgekehrt, los reißt.
Gekauft habe ich ihn im Juli, er ist 9 Jahre alt und ging schon durch viele Hände.
Mit Bodenarbeit haben wir schon einiges erreicht.

Leider besteht das „Losreiß“ – Problem aktuell. An manchen Tagen ist er brav wie ein Lamm, an anderen Tagen „tickt“ er richtig gehend aus. Er ist ein Energiebündel, geritten wird er nicht (dafür ist er noch zu unausbalanciert).
Manchmal weigert er sich auch weiter zu laufen, bleibt einfach stehen. Mit Druck erreicht man nichts, außer, dass er steigt.

Wenn er sich los reißt springt er meist mit allen Vieren in die Luft und tritt auch manchmal um sich – aber nicht NACH mir.

Ich werde den Weg einleiten ihn zu beschäftigen, wenn ich ihn führe. Ein sehr gelehriger Kerl ist er ja. Ich bin gespannt, ob und wenn ja, wie diese Strategie wirkt 🙂

Es grüßt herzlich,
Franzi

 

Von Alexa • 10. Februar 2014

Hallo Babette,
Ich habe zwar kein Losreissprofi, aber doch meine Schwierigkeiten mit dem Spazierengehen .ich habe vor einem halben Jahr eine 20jährige Stute aus “unschönen Verhältnissen“ gekauft und nun haben wir einige “Baustellen“…. deine Herangehensweise gefällt mir gut und ich werde es versuchen.
Ich glaube das “Problem“in vielen Foren ist das,dass man gerne eine schnelle Lösung möchte ( was ja auch bei vielen Pferden funktioniert).Ich kenne das von mir 🙂
Aber gerade bei “problemlosen“ geht eben nichts schnell schnell….
Ich fühle mich hier jedenfalls gut aufgehoben 🙂

Grüße
Alexa

 

Von diana • 7. Januar 2015

Hallo alle zusammen,
Ich bin sehr froh, dass es diese Internetseiten v. Babette und Tanja gibt.
VIELEN DANK.
Heute ist mir mein Pferd im Gelände beim Führen am Strick auch abgehauen.Ich bin sehr froh, dass es unbeschadet und ohne Schaden anzurichten, über 2 stärker befahrene Strassen, im Stall ankam.
Ich werde den Tipp von Babette beherzigen und weiterhin unsere Bodenarbeit machen. Ausserdem muss das Pferd immer auf mich achten, sowie ich mein Pferd immer genau beobachten. Da war ich heute wohl etwas zu lasch.
Ich werde also weiterhin an mir arbeiten müssen damit so etwas möglichst nicht mehr vorkommt.
Ich möchte dazusagen, dass man mit Emotionen nicht sehr weit kommt.
Daher habe ich das Pferd, Sondaz, ruhig trocken geführt, kleine Schrittübungen am Strick (Seitengänge) eingeflochten und ihn “ normal“ behandelt. Wut ist keine Lösung. Dieses Pferd würde sich nur auflehnen.

NOCHMALS VIELEN DANK FÜR EURE TIPPS.
Ihr habt mir schon oft auch Mut gemacht.

Diana

 

Von Steffi • 4. November 2015

Hallo alle zusammen,

Wir haben auch ein Problem mit unserem jungen Tinkermix aus schlechter Haltung.
Er ist jetzt knappe 4 Jahre alt,natürlich noch ungeritten und war komplett verängstigt,als wir ihn vor ein paar Monaten bekamen.
Aufhalftern,Annähern,Striegeln,Hufengeben…Das mußte alles in kleinen Schritten gelernt werden.
Da er fix Vertrauen fasste und schnell lernt,konnten wir stetig weitere Schritte mit ihm machen.
Die Platzarbeit gestalten wir in Freiarbeit und mit verbaler und nonverbaler Kommunikation,worauf er naturgemäß sehr gut anspricht.
Spaziergänge draussen waren nach viel Bodenarbeit und Antischreckparcouren kein Problem,obwohl er sich,als wir ihn uns angesehen hatten,zweimal losriss und das wohl auch gut für sich als Lösung seiner Probleme und zum Druckablassen angewöhnt hatte.
Leider hatte er sich bei einen unserer Spaziergänge erschrocken und verfiel sofort in das alte Muster.
Er riss sich los und donnerte davon.
Zum Glück hatten wir ihn soweit schon gut konditioniert,sodass er schnell wieder zu uns zurückgaloppierte und Schutz suchte.
Wir haben weder Führungsprobleme(er läuft brav und ruhig hinter uns)noch Kommunikationsprobleme-hier ist es so geartet,das er sich in wilder Angst/Kurzschluß losreisst,erstmal rennt und dann wieder zu uns zurück kommt.Es scheint ein antrainierter Schutzmechanismus zu sein,der sofort greift,wenn die Panik zu groß wird.
Leider riss er sich bereits mehrfach los und es ist natürlich wahnsinnig gefährlich.
Wir haben bereits auch schon wirklich gut gemeinte Ratschläge erhalten und uns wurde ein Führkette ans Herz gelegt,die wir aber nicht benutzten.
Ich habe mich dann sehr lange mit möglichen Vorbeugungsmaßnahmen beschäftigt ohne Zuhilfenahme von Erziehungshilfen.
Er reisst sich ja auch nicht grundsätzlich los,wenn er sich erschreckt,sondern nur,wenn es für ihn ganz besonders unerträglich ist.
Kleine Sprünge/Sätze nach vorne bei kleineren Schrecksituationen können mein Mann und ich gut abfedern und ihn sofort beruhigen.
Aber es gibt diese einige wenigen Male,wo er sofort in fullspeed losfegte-explosionsartig.
Nach meinen Recherchen fand ich eine simple Methode,die sehr gut greift:Wir beobachten ihn und lassen sein Mi8mikspiel nicht eine Sekunde aus den Augen.Bei den ersten Anzeichen von Unsicherheit(festmachen,starren,großmachen,stehenbleiben,Kopf drehen und fixieren)zupfen wir leicht an dem Führstrick und sprechen mit ihm.Dreht er dann den Kopf,das Ohr,sein Auge zu uns und widmet seine Aufmerksamkeit uns,dann wird er belohnt(mit Leckerlies und verbal).Dadurch haben wir ihm erklärt:Hör mal Schätzelein,diverse Monster übernehmen wir und Du bleibst einfach ruhig hinter uns.
Bislang klappt das sehr gut.
Für den Notfall gibt es einen speziellen Griff und eine gute Hebelwirkung:Springt er nach vorne,dreht man ihn(seinen Kopf)blitzschnell mit dem Ellenbogen abgestützt an seinem Hals und das Gewicht des Menschens nach unten verlagert nach links(der PÜferdekopf ist nun seitlich nach unten gezogen).Das muß natürlich blitzartig passieren,damit er nicht soviel Speed holen kann.Das Pferd läuft nun ein paar Schritte in einer Volte und kommt zum stehen.Danach wird er in seine sichere Komfortzone hinter uns verbracht und wir schauen uns sein Monster in Ruhe zusammen an.
Neben täglicher Boden/Führarbeit und dem wöchendlichen Antischreckparcour ist es immens wichtig,das das Pferd komplett ausgelastet und artgerecht gehalten wird.
Energiestau können wir nicht gebrauchen und eine reine Boxenhaltung ist schlichtweg tierschutzrelevant genauso wie das Schlagen!
Unser Pferd steht in Offenstallhaltung und mit Artgenossen zusammen.
Wir haben noch einen langen Weg vor uns.Gerade weil er zu explosionsartigen Entladungen seiner Energien neigt,aber wir arbeiten weiter daran.
Über weitere Tipps im Umgang würde ich mich sehr freuen und ich hoffe,das einigen Usern unsere Tipps auch weiterhelfen können.

Liebe Grüße Steffi

 

Von Marlis • 8. November 2015

Hallo zusammen,
Gerade hab ich auf euren Homepage etwas über ausbrechen Pferde gesucht und habe diesen Beitrag gefunden.
Puh… Gott sei Dank liege ich mit meiner Meinung nicht ganz alleine da, das es verkehrt ist mit Gewalt einem Pferd das wegrennen zu vergraulen. Ich stehe auch eher auf dem Standpunkt mich lieber interessant zu machen. Leider habe ich auch schon oft zu hören bekommen “ dem würd ich mal richtig stramm stehen lassen“.
Ich habe das Problem mit dem wegrennen beim longieren. Mein Blick ist immer bei ihm, man kann sein Minensoiel beobachten und erkennt relativ schnell, wenn er etwas im Schilde führt. Nur leider geht das manchmal so Blitz schell, das ichnicht mehr reagieren kann. Einfangen lässt er sich immer sofort wieder. Entweder testet er immer wieder oder ist einfach nur frech oder… Ich weiss es nicht. Es kostet mich manchmal richtig Nerven, aber mit Geduld und Ausdauer komme ich bei unserem Pony am ehesten weiter. Er macht nämlich „dicht“ wenn man ihn zu viel unter Druck setzt. Da denke ich mir lieber kleine Umwege aus um die Arbeit die ihm in dem Moment auf den „Nerv“ geht, interessant zu machen. Ich bin damit gut Gefahren. Es dauert mit unter etwas länger, aber wir haben 2 turbulente Jahre hinter uns und werden immer mehr „dicke Freunde“.
Ich stöber immer wieder gerne hier im Longenkurs herum und hole mir immer wieder Tips und Anregungen. Das longieren klappt auch relativ gut. Nur meine Konsequenz ließ ein bisschen zu wünschen übrig, nun muss ich erst mal wieder erarbeiten das ein reinlaufen in die Mitte nicht erwünscht ist.
Über Anregungen und Tips freue ich mich natürlich gerne!
Viele Grüsse Marlis

 

Von Olivia • 30. November 2015

Hallo,

Manni hat sich auch ständig losgerissen, oder es zumindest versucht. Er ist aus Angst weggerannt oder weil er auf die Weide wollte. Begegnet bin ich dem zunächst auch mit abenteuerlichen Zäumungen, die aber den Fluchtdrang nur verstärkt haben.
Mit zunehmender Übung bei der Bodenarbeit und wachsendem Vertrauen zwischen uns zweien ging es dann mit der Zeit immer besser.
Am besten hat sich eine Führkette bewährt, denn ein Pferd auf der Autobahn wollte ich auch nicht haben (nicht über Nasenrücken verschnallen, nur unter Kinn!). Damit konnte ich seine zum Glück immer weniger werdenden Ausbruchversuche abfangen um wenigstens die Möglichkeit zu haben, alternative Lösungen anzubienten.
Aber erst, seit ich ihm ausreichend bewiesen habe, dass ich als Leittier und Beschützer tauge, versucht er es gar nicht mehr. Im Gegenteil, das 1,70 große Pferd versucht sich hinter meinem Rücken zu verstecken, wenn was gruseliges kommt 😉 Das hätte die Kette alleine nie erreicht.
Regel Nr. 1: Mensch und Pferd brauchen eine gemeinsame Sprache (Clicker, eine bestimmte Berührung, etc.)
Regel Nr. 2: Ich gehe immer vor, der Pferdekopf ist auf meiner Körperhöhe.
Regel Nr. 3: Ich bestimme Richtung und Tempo.
Regel Nr. 4: Ich laufe immer zwischen dem Pferd und der Gefahr (Tip am Rande von Babette auf einem Seminar und sooo hilfreich!).
Regel Nr. 5: Im Idealfall weiß ich vor dem Pferd, wo etwas aufregendes ist (Monster, Weideeingang, ein anderes Pferd verlässt uns) und lenke ihn im Voraus ab.
Regel Nr. 6: Ich schule meine Wahrnehmung, erkenne jede noch so winzige Spannung am Pferd, fordere seine Aufmerksamkeit und wirke beruhigend und zuversichtlich.
Regel Nr. 7: Richtiges Verhalten wird belohnt. Ständig.
Regel Nr. 8: Ich muss seine Aufmerksamkeit schnell auf mich lenken können (siehe Babettes Übungen wie Tanzen).
Regel Nr. 9: Erst gucken und denken, dann rennen (wenn es dann noch sein muss)
Regel Nr. 10: Ich kommuniziere ständig mit dem Pferd.
Regel Nr. 11: Niemals mit einem Pferd weit weg gehen, das man nicht unter Kontrolle hat. Immer erst in sicherem Terrain üben.
Regel Nr. 12: IMMER Handschuhe tragen. Eine Gerte in der Hand kann Richtungs- und tempoweisend sein.

Die Aufzählung ist bestimmt nicht abschließend. Konsequenz ist einfach wichtig und viel viel Übung.

Ohne Kette gehe ich allerdings auch heute noch nicht raus, sicher ist sicher. Dafür muss noch ein bißchen Zeit ins Land gehen. Ich muss sie ja nicht benutzen, wenn alles gut läuft.

 

Von Ena • 30. November 2015

Danke für den Beitrag. Er hat mich direkt angesprochen, weil mein Pferd sich nach 11 Jahren zum ersten Mal losgerissen hat und weggaloppiert ist (es war unsere übliche Trabstrecke). Da habe ich gemerkt – Erziehung ist gut – aber man muss sie auch immer wieder durch Bodenarbeit auffrischen und immer wieder das Pferd daran erinnern.

 

Von Viktoria • 17. April 2016

Danke für den Artikel und die Reaktionen.

Leider wurde ich nicht fündig, mein Pferd ist auch „Losreiss-König“, ABER nur dann wenn ihm etwas gegen den Strich geht, ganz sicher nicht aus Angst. Also zB wenn ich ihm Füße waschen will… am Weg zum Waschplatz, er hasst Füße waschen und ich kann das wegen einer derzeit nötigen Behandlung auch nicht weglassen. Ich habe ihn erst seit wenigen Monaten und wir haben ein gutes Verhältnis…… bis auf das Losreissen.

Ich strafe ihn natürlich nicht danach, sondern fange ihn ein und dann gehen wir Füße waschen. In Ruhe.

Bin allerdings schon unsicher, weil von der Koppel muss ich ihn auch über „Freigelände“ holen und wenn ihm da mal einfällt, wegzurennen? Einmal büchste er vom Hof aus und war dann am Weizenfeld 3 Stunden nimmer zu kriegen.

Habt ihr Ideen für mich?
Danke!

 

Von Annett • 7. Juli 2017

Hallo,
auch ich habe so einen Losreisser. Zur Zeit mache Führübungen nur noch auf der Koppel. Da kann wenigstens nichts passieren. Er macht mit Freude und Elan mit. Und plötzlich, zack, dreht er sich blitzschnell weg, legt sein ganzes Gewicht auf den Strick und lässt sich mit nich Horseman hin oder her.

 

Von Lisa • 1. August 2017

@Viktoria 17.4.2017:

spät, aber vielleicht bringts noch was, Dir oder jemand anderem hier.

Meiner reißt sich auch los, wenn ihm klar wird, dass ich was vorhabe, was er nicht will. Abspritzen oder Tierarzt sind bleibte Gelegenheiten.

Um das abzuwenden, gehe ich kleinschrittig vor. Ich laufe zum Abspritzplatz, ohne vorzuhaben, ihn abzuspritzen. Ab einer Entfernung zum Abspritzplatz, aber der es kritisch wird (er reißt sich vorher los und rennt dran vorbei), hole ich mir seine Aufmerksamkeit durch Clickern, bis wir den Abspritzplatz erreicht haben. Dann wieder weggehen.
Klappt das gut, nehme ich den Schlauch in die Hand, zunächst auch ohne die Absicht, gleich zu spritzen. Einfach nur in die Hand nehmen, und das Dableiben des Pferdes belohnen. Dann wieder weggehen.
Klappt das gut, mache ich mal das Wasser an. Belohnen, fertig, weggehen.
Dann Beine mit Wasser berühren. Aber nur kurz, dann clickern, gleich wieder aus und weg.

Und das eben so oft es nötig ist. Das kostet Zeit, ich weiß.

Seid ihr mal befürchtugnsfrei am Waschplatz angekommen, könntest Du versuchen, herauszufinden, was ihn eigentlich genau so stört. Die Wassertemperatur, das Spritzen, die Druckstärke des Wasserstrahls, der Schlauch, die Körperstelle? Geht es vielleicht mit warmem Wasser besser?. Oder mit geschüttetem Wasser aus einem Eimer? Oder mit einem Schwamm?

Beim Tierarzt hat meiner besonders Angst vor Spritzen. Sieht er eine, ist er weg. Hier half, mit ihm das Spritzen zu üben, in dem ich eine leere Spritze genommen und alle Bewegungen des Tierarztes mit dieser Spritze in der Hand gecklickert habe. Es stellte sich heraus, dass er nicht nur Angst vor dem Stich-Schmerz hatte, sondern auch keine Ahnung, wie er sich alternativ verhalten könnte. Ihm fiel einfach nur weglaufen ein. Also habe ich ihm ebenfalls per Clicker erklärt, was er alternativ zum kopfschlagen/Weglaufen tun soll, nämlich den Hals stillhalten. Als dann der TA das nächste Mal da war, hat er sich bereit erklärt, es dem Pferd selbst auch noch mal zu erklären. Sprich der TA ist mit der Spritze und meinem Clicker ans Pferd rangegangen und hat auch noch mal geübt. Das war wichtig, denn das Verstehen und Vertrauen war personenabhängig. So konnten wir ihm gemeinsam erklären, was wir vorhaben und wie er (das Pferd) sich dabei verhalten soll. Hat etwa 5 min, gedauert, und dann durfte der TA spritzen.

 

Von Silke • 17. Oktober 2017

Hallo. Aus aktuellem Anlass bin ich auf dieses Thema gestoßen. Ich habe Shane seit er drei ist, nun also seit 3,5 Jahren. Ich habe ihn immer gut behandelt. Wir machen viel Bodenarbeit, Führtraining, Freiarbeit, Schrecktraining , gehen spazieren, reiten und reiten auch aus. Aber er hat immer wieder Phasen, an denen bei ihm wie ein Schalter umgelegt wird. Heute war er tiefenentspannt. Wir sind durch den Ort, am Sportplatz, Menschen- alles kein Problem. Auf dem Rückweg dann Jugendliche die laut waren und mit einem Mofa. Ganz weit vor uns. Ich merke wie er sich aufregt. Mache unsere Entspannungsübungen, will ihn langsam aus der Situation rausbringen. Auf einmal fängt er an mich umwerfen zu wollen, hat das auch geschafft und ist dann heim zum Stall gerast. Alles was wir uns über Monate erarbeitet haben, wieder wie weg. Es ist jetzt das 2. oder 3 Mal passiert. Immer bei Dingen die er eigentlich kennt. Langsam bin ich am Verzweifeln, besonderd da es ja für beide gefährlich werden kann und es so unvermittelt kommt

 

 

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