Pfundskerle – oder: Die Jungs haben Idealgewicht

Das Gewicht meiner Pferde ist immer wieder ein Thema für mich, seitdem mir klar geworden ist, wie gefährlich Übergewicht sein kann. Nun ist ja das Wiegen eines Pferdes nicht ganz so einfach. Hängerfahrten zur nächsten Großwaage sind meist aufwändig und auch nicht wirklich genau. Gut, dass sich da findige Leute eine mobile Pferdewaage ausgedacht haben.

Ich hatte Aramis 2003 schon einmal von denen wiegen lassen und war damals höchst erstaunt gewesen. Ich hatte mich um 100 Kilo verschätzt – Aramis brachte damals 604 Kilo auf die Waage. Seine Figur hatte sich nun mehrfach ziemlich verändert – einmal durch das deutlich größeres Gelände, das uns nach meinem Umzug zur Verfügung stand und Aramis ordentlich Muskeln bescherte, aber auch durch eine teilweise zu üppige Fütterung. 2007 standen wir knapp vor einer Hufrehe und danach war strikte Diät angesagt. Seit zwei Jahren habe ich nun immer mit Argusaugen auf sein Gewicht geachtet, war aber doch vom reinen Augenmaß her oft ziemlich unsicher – manchmal wirkt er wieder zu dick, dann wieder zu dünn…

Und was Anthony Gewicht angeht, habe ich ihn immer im Vergleich zu Aramis eingeschätzt. Aber es sind schon auch ziemliche Unterschiede in der Verteilung, so dass ein Vergleich nicht so einfach ist und ich eigentlich auch nicht so recht wusste, ob er nun ok so ist oder auch ein etwas zu viel drauf hat.

Also habe ich die Jungs nun endlich wiegen lassen.

waage.jpg


Diese Dienstleistung ist schon eine feine Sache. Die Pferde gehen in der Regel problemlos auf die flache Waage, die mit einem Teppich abgedeckt ist:

waage3.jpg

Innerhalb von Sekunden erhält man dann wirklich eine exakte Gewichtsangabe. Mehr noch: Auf Wunsch wird auch der so genannte Bodyconditionscore (BCS) ermittelt. Dieser Wert beschreibt das Verhältnis von Fettmasse zu fettfreier Masse im Körper. Um den zu ermitteln, werden bestimmte Körperregionen nach ihrem Fettgehalt untersucht und zwar durch Messen und Abtasten. Hier seht Ihr, wie bei Babettes Ronaldo gerade das Kammfett gemessen wird (was bei dem dünnen Kerl allerdings nicht gerade ausgeprägt ist):

waage2.jpg

Ein BCS von unter 5 ist in der Regel zu niedrig, über 7 gefährdet die Gesundheit. Meine Jungs haben, bei einer etwas unterschiedlichen Verteilung, beide einen Wert von 5,7 und sind damit richtig gut in Form. 🙂

Ich bin sehr erleichtert und kann nur empfehlen, Eure Pferde auch (wieder) einmal wiegen zu lassen. Ich werde die Pferdewaage im nächsten Frühjahr wieder kommen lassen, um das Gewicht und den BCS zu vergleichen, bevor die Weidezeit beginnt.

10. September 2009 von Tania Konnerth • Kategorie: Gesundheit 8 Kommentare »

 

8 Reaktionen zu “Pfundskerle – oder: Die Jungs haben Idealgewicht”

 

Von Maike • 10. September 2009

Hallo Tania,

ich messe das Gewicht immer. Es gibt verschiedene Hersteller von Maßbändern, einfach mal googeln. Da ich schon mal in einem Stall stand, der auch eine Waage hatte, weiß ich das es recht genau ist, so auf ca. 5% oder 20-30 kg. Das regelmäßige Gewichtmessen ist zwar nicht 100% exakt hilft einem aber sehr gut weiter bei der ewigen Fragerei nach zu dick oder zu dünn. Mit der Schätzung liegt man ja doch sehr oft daneben und das 500 kg Normpferd ist wohl eher die Ausnahme.

Gemessen wird vom Buggelenk bis zum Sitzbeinhöcker am besten mit einem Metermaß. Und dann einmal um die Gurtlage aber mit Widerrist. Berechnet wird nach folgender Formel: (Brustumfang * Brustumfang * Körperlänge) / 11900. Einfacher geht es natürlich mit Software zur Rationsberechnung oder hier: http://www.4horseman.de/seiten/pferdegewicht.html

Man kann die Pferdewaage ja schließlich nicht alle Käs lang kommen lassen, gelle.

Liebe Grüße
Maike

________________________

Ah, interessant! Ich hatte bisher schon öfters gehört, dass das nicht ganz so genau sein soll, aber gerade nach einem Wiegetermin hat man ja dann auch noch einen guten optischen Vergleich.

Danke für den Tipp,
Tania

 

Von Nadine • 11. September 2009

Hallo Tania,

erstmal viel Lob für Dich und Babette. Eine tolle und sehr informative Seite habt ihr zwei da ins Leben gerufen, und gottseidank geht seit einigen Jahren ja der Trend zum „Freund Pferd“ – man macht sich Gedanken, wie man es besser machen kann. Da seid Ihr eine große Hilfe mit euren Tipps und Anregungen. Danke dafür.

Nun zum eigentlichen Thema: Auch wir hatten letzten Samstag die Pferdewaage am Stall, auch meine beiden (14j. Traberstute und 2j. Isistute) wurden gewogen. Leider wurde dort der BCS-Wert nicht ermittelt, wir haben das reine Gewicht bekommen und das Stockmaß wurde gemessen. Hast Du vielleicht einen Tipp, wie man den BCS-Wert evtl. selber ermitteln kann?

Vielen lieben Dank und Grüße aus Hagen,

Nadine

_________________________

Hallo Nadine,

nein, da kann ich Dir leider nicht weiterhelfen, weil ich selbst nicht genau weiß, wie das geht. Man braucht wohl auch einiges an Erfahrung dazu, sprich den Vergleich mit möglichst vielen Pferden.

Herzlich,
Tania

 

Von Anne-B. • 13. September 2009

Lucas mein Knabstrupper hat auch Probleme mit dem Übergewicht. Ich habe ihn vor einigen Monaten von einem stressigen Sportpferdehof in einen kleinen Privathof gestellt. Dort wird er gefüttert wie ein Freizeitpferd und nicht mehr wie ein Leistungssportler, er kriegt Hafer nur, wenn er viel macht oder mal Mineralfutter rein muß, ansosten viel Heu aber überschaubare Mengen Grünes auf der Koppel. Er steht nicht mehr auf Str0h, sondern hat Gummiboden, Stroh nur zum Hinlegen oder Draufpullern, er hat immer Bewegung, da er raus und rein kann. Sein ganzes Pferdeleben verläuft wesentlich entspannter und er hat schon einiges abgenommen. Er ist seitdem nicht mehr schreckhaft im Gelände und wird auch physisch und mental entsannter.Der Longenkurs hilft weiter auf dem Weg. LG Anne.

____________________

Na, das hört sich doch super an bei Euch!

Weiter so,
Tania

 

Von Brigitta Lökenhoff • 14. September 2009

Hallo Tania,

danke, dass du dieses wichtige Thema aufgreifst! Und ich habe einen Tipp für alle, die selten die Gelegenheit haben, ihre Pferde zu wiegen. Von http://www.equi-life.de gibt es ein Gewichtsmaßband. Wir konnten uns kürzlich davon überzeugen, dass es ziemlich genaue Werte liefert weil ein Pferd, welches mit dem Maßband vermessen wurde, kurz zuvor gewogen worden war und die Ergebnisse identisch waren. Ist sicherlich allemal besser, als das Gewicht gar nicht zu kontrollieren 😉

Liebe Grüße
Brigitta

__________________

Danke für den Tipp!
Tania

 

Von Jessica R. • 14. September 2009

Huhu Tanja

Bei uns war die Pferdewaage im August und ich war erstaunt, dass mein 3,5-jähriger Hafi-Wallach stolze 493kg auf die Waage bringt, per Laser vermessenes Stockmaß lag bei 1,47m.
Nun muss ich dazu sagen, dass mein Hafitier erst im Juni von der Hengstweide gekommen ist und zum Zeitpunkt des Wiegens noch kaum etwas getan hat (das fängt jetzt an mit eurem Longenkurs 😉 )

VG
Jess

__________________

Na, damit könnten sich dann einige Muskeln entwickeln – also keine Angst haben, wenn er dann mehr wiegt, Muskeln wiegen schwerer 🙂

Tania

 

Von Dorothee • 3. September 2012

Hallo Tania, wir haben am Stall eine Waage, die jederzeit genutzt werden kann. Ein echter Luxus, den ich gerne regelmäßig gebrauche. So habe ich das Gewicht meines Pferdes im Auge und kann gezielt helfen, wenn es notwendig ist 🙂

 

Von Esther Koplin • 3. September 2012

Hallo, im Internet gibt es bei equilife ein Gewichtsmaßband. Da entfällt das lästige Rechnen. Kammfett 4 – 5 cm sind ein gutes Maß, alles was darüber ist, zeigt „Gefahr“ an. Kopf des Pferdes muss ganz nach unten gesenkt sein, dann kann man das Kammfett gut ertasten.
Liebe Grüße
Esther

 

Von annasbg • 3. September 2012

Hallo Alle!

Also ich bin immer gut mit der alten Methode gefahren: mit der Hand an der Seite entlang fahren. Wenn man die Rippen leicht spürt, ist das Gewicht ok. Aber natürlich ist es interessant, wie viel so ein Kerl wirklich auf die Waage bringt……

GLG Anna

 

 

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