Herdenleben – oder der Kampf ums Stroh

Die Jungs leben ja inzwischen in einer 20köpfigen Herde. Ich liebe es, mich ein Weilchen an den Rand zu setzen und von dort das Herdenleben zu beobachten. Man kann dabei so viel über Pferde lernen und entdeckt auch an den eigenen immer wieder etwas Neues.

Ich habe Euch heute mal einige meiner Beobachtungen mitgebracht. Und zwar geht es um die Eroberung der Heuraufe 🙂

Zu Beginn standen die Jungs immer deutlich abseits – die Herde fraß an der Raufe und die Jungs sahen zu:

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Waren die anderen fertig, konnten dann meine ran:

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Immer öfter wagten sie sich dann auch schon mal dazu, wenn noch andere an der Raufe standen – aber nur bei bestimmten Pferden und auch nur, wenn es wirklich schon recht leer war.

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Bei der Annäherung gingen sie taktisch ziemlich klug vor – nicht einfach ran und Ärger kassieren, sondern sie robbten sich schön langsam und unauffällig immer näher. Die folgende Fotoreihe zeigt das ganz schön und dokumentiert einige Minuten vorsichtiger Annäherung:

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Und so eroberten sie sich nach und nach das Recht, auch an der Raufe zu fressen.

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Mit leichtem Ärger muss man immer mal wieder rechnen:

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Und auch mit etwas größerem Ärger:

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Aber mit Geduld und auch einer Portion Selbstbewusstsein gehören sie nun schon fast richtig dazu:

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Und dürfen inzwischen auch schon mitten drin mitfressen:

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Deutlich wurde mir, dass es da gar nicht primär ums Fressen geht. Klar, das spielt auch eine Rolle (besonders bei Hafis 😉 ), aber es geht vor allem auch darum, sich nach und nach eine bessere Position in der Herde zu erobern. Meine Jungs sind ja beide eher ranghoch und es war höchst interessant zu sehen, wie sie vorgehen. Sie haben sich nicht einfach mit Gewalt durchgesetzt, sondern sie sind ganz klar strategisch vorgegangen. Und das zu sehen, ist spannender als ein Krimi, findet Ihr nicht?

 

30. Juli 2009 von Tania Konnerth • Kategorie: Verhalten 5 Kommentare »

 

5 Reaktionen zu “Herdenleben – oder der Kampf ums Stroh”

 

Von Maja2009 • 30. Juli 2009

Hey Tania, finde es auch sehr spannend zu sehen, welche Strategie die einzelnen Pferdepersönlichkeiten an den Tag legen um sich in die Herde zu behaupten. Und eine 20 köpfige Herde – WOW !

Vor allem ist es sehr spannend Deinen beiden Jungs zu zusehen, denn es kommt selten vor, das man ein so eingespieltes Team beobachten kann. Die beiden sind ja schon ein Dreamteam, diese Situation schweißt sie sicher noch einmal fester zusammen 🙂

VLG

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Jep, genau die Tatsache, dass sie zu zweit sind und wie das ihre Strategien beeinflusst bzw. auch wie sich ihre Vorgehensweise auch immer wieder verändern, je nachdem, welche Pferde gerade in der Nähe sind, ist höchst spannend. Und dass sie sich auch andere Freunde suchen – hier allerdings unterschiedliche, finde ich sehr interessant.

Tania

 

Von Silvia • 30. Juli 2009

Wirklich spannend. Man lernte sein(e) Pferd(e) da wirklich ganz neu kennen. Geht mir ja auch grad so mit meiner Ponystute. Find ich super, wie deine beiden das hin bekommen. Zu zweit geht eben alles einfacher.

Übrigens find ich das graue Pony da echt süß. 🙂

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Jep, der kleine Kerl ist ganz entzückend!
Tania

 

Von Ulrike • 1. August 2009

Ich finde es auch immer sehr spannend das eigene Pferd in der Herde zu beobachten.
Dadurch erhielt ich (vor allem in unserer Anfangszeit) so manchen Tip, wie ich in bestimmten Situationen effektiv mit meinem Pferd umgehen kann.
Man kann sich sozusagen abschauen, wie das Pferd angesprochen bzw. behandelt werden möchte.

Deine Strategie-Fotoserie ist wirklich super !

LG Ulrike

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Ja, stimmt – man kann da tatsächlich viel für seine eigene Arbeit mit dem Pferd lernen. Ich habe mir tatsächlich auch schon manches von Aramis abgeschaut Anthony gegenüber.

Herzlich,
Tania

 

Von maria • 12. August 2009

hallo tanja, tolle bilder und tolle pferde! schöne grüße aus berlin

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Dankeschön, Maria! 😀
Tania

 

Von Sheitana • 18. August 2009

Hallo Tania!

Tolle Bilder..:) Was du beschreibst erinnert mich sehr daran, was Mark Rashid in seinem Buch über den „passive leader“ schreibt.

Gerade das halte ich für ein wichtiges Argument, warum die Ansicht „Ich muss Chef sein und das immer und überall knallhart durchsetzen“ –> die so vielfach beschriebene Dominanz (und die daraus entstandenen „Dominanzprobleme“) gegenüber den Pferden einfach überholt sind. Deine Pferde sind ein anschaulicher Beweis dafür.

LG
Sheitana

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Jau, da hast Du recht! Ich habe auch gedacht, dass die schlau genug sind, keine ernsten Verletzungen zu riskieren und geschicktere Weg wählen. Wir können so viel lernen von ihnen!
Tania

 

 

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