Vorgeführt?! Oder: Wie schnell sich Vertrauen missbrauchen lässt

Ich schau mir immer gerne Vorführungen und auch Videos von allen möglichen Pferdemenschen an – gerade in der Vielfalt und in den Unterschieden kann man viel lernen. Manches macht mich allerdings nachdenklich, vor allem wenn Vorführungen oder Filme unter der Überschrift „Partnerschaft mit Pferden“ oder „Vertrauen laufen“.

  • Ist es z.B. ein Ausdruck von Vertrauen, wenn ein Pferd zu Showzwecken Lektion um Lektion, Übung um Übung abspulen muss?
  • Zeigt sich Vertrauen darin, dass sich ein Pferd vor einem Publikum ablegen lässt, aber wenn es signalisiert, gerne den Kopf wieder hochnehmen zu wollen, sanft, aber bestimmt runtergedrückt wird, damit der nächste Show-Akt noch gezeigt werden kann?
  • Ist es Ausdruck von Vertrauen, ein Pferd mit der Hinterhand auf einem Podest stehen zu haben, während es mit der Vorhand darum dreht und das noch mit einem nicht unbeachtlichen Reitergewicht auf dem durchgedrückten Rücken?
  • Zeigt sich Vertrauen darin, einem Pferd eine Nachtmütze aufzusetzen und es inmitten eines Berges von Kuscheltieren schlafen zu legen?
  • Ist es Ausdruck von Vertrauen, wenn sich ein Pferd auf den Rücken legen lässt und in dieser Position liegen bleibt?

Vielleicht bin ich wieder einmal viel zu kritisch, aber ich frage mich immer öfter: Wie viel hat es mit Vertrauen zu tun, wenn wir das, was unsere Pferde für uns tun, als Show einstudieren? Als etwas, womit wir andere beeindrucken wollen? Sind wir hier nicht bereits mitten im (Vertrauens)Missbrauch drin?

Ich stelle mir diese Fragen, weil ich selbst leider ziemlich zum Angeben neige. Wie sehr viele Menschen liebe ich Anerkennung und Lob. In der Kombination mit meinem Ehrgeiz kann ich mich gut zu Höchstleistungen treiben. Ich weiß über diese Schwäche und mein Großer hat mir auch schon sehr deutlich gemacht, was er davon hält – ich habe mir auf diese Weise fast sein Vertrauen verspielt…

Natürlich ist es höchst verlockend zu zeigen, wie toll man mit seinem Pferd umgehen kann, wie „gut“ man ist (was immer das auch für jeden Einzelnen von uns bedeutet – für den einen sind die beschrieben Kunststückchen, für einen anderen Turniergewinne, für wieder andere ist es unbedingter Gehorsam usw.) Wenn wir aber über einen pferdegerechten Umgang sprechen, dürfen wir uns eigentlich nicht um die Frage herumdrücken, wie pferdegerecht jede Art von „Vorzeigen“ ist, denn das Vorzeigen-Wollen ist eine zutiefst menschliche Eigenschaft. Die Grenze muss – wie immer – jede/r für sich selbst ziehen. Natürlich kann es vollkommen ok sein, an einem Wettbewerb teilzunehmen oder einer Freundin etwas zu zeigen. Und ja, es gibt auch Pferde, denen es Freude macht, vor Publikum aufzutreten (aber diese Pferde sind wohl eher die Ausnahme). Entscheidend ist, denke ich, immer unsere Motivation und ob wir dabei unser Pferd aus den Augen verlieren.

Ich sehe es für mich ganz persönlich als eine wichtige Lernaufgabe, der Versuchung, andere Leute beeindrucken zu wollen, zu widerstehen und bei allem, was ich mache, bei meinem Pferd zu bleiben. Denn sein Vertrauen ist unendlich viel kostbarer als jeder anerkennende Blick von anderen, oder nicht?

29. August 2008 von Tania Konnerth • Kategorie: Umgang 11 Kommentare »

 

11 Reaktionen zu “Vorgeführt?! Oder: Wie schnell sich Vertrauen missbrauchen lässt”

 

Von Susanne • 1. September 2008

Der tollste Beweis seines Vertrauens habe ich heuer erlebt auf der Alp. Kein Pferd zu sehen, einmal gerufen und Winetou ( 11 Jährig) prescht aus dem Wald. Wär fast am heulen gewesen.
Der Junge (5 jährig) ist eher ein Spieler. Etwas aufheben, Verbeugung…
Ihm macht es Spaß, und das fördere ich dann auch.
Bremgarten, Schweiz, heuer. Die Parelli Instruktoren zeigten ihr können, da sieht man die Freude den Pferden an. Und manchmal ist es nicht „perfect“, den Pferde sind Lebewesen mit guten und schlechten Tagen.

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Ohhh ja, dieses Kommen auf Pfiff oder Ruf kann mich auch immer wieder zu Tränen rühren – das ist eine Form der Freiwilligkeit, die mehr als kostbar ist.

Was das Parelli-System angeht, so kann ich aus meiner Erfahrung nur sagen, dass man hier genau hinschauen sollte. Ja, es gibt Paare, bei denen es so ist, wie Du schreibst, aber es gibt auch etliche Gegenbeispiele, bei denen sich leider genau die Fragen stellen, die ich hier mit diesem Beitrag aufwerfen wollte.

Herzlich,
Tania von „Wege zum Pferd“

 

Von Inez Emperle • 1. September 2008

hallo babette,
als ich mit mino die ersten male zum unterricht gekommen bin war mein ziel, mehr Vertrauen seinerseits zu gewinnen… was auch gelungen ist 🙂 jeder funken vertrauen mehr macht mich so glücklich 🙂 🙂
egal, ob jemand da ist und etwas lob oder bewunderung bekundet…
natürich freut man sich über den zuspruch anderer, wenn etwas besonders gelungen ist, aber wir sind doch auch nur menschen 😉
als unser erstes kompliment funktionierte, bin ich wild durch unseren stall gelaufen um jemanden zu finden der diesen moment via kamera festhält um dir dieses foto zukommen zu lassen.
und ich habe mich sehr über deine antwort gefreut, dass du dich mit mir freust.
ich würde mit mino nicht zu show’s fahren, aber freunden zeige ich gern die fortschritte die wir machen, genauso freue ich mich mit, wenn eine freundin mir etwas besonders gelungenes mit ihrem pferd zeigt.
es ist doch schön, wenn jemand etwas erarbeitetes zeigt und man sich mit ihm oder ihr freuen kann. ich finde dort erlebt man ein kleines stückchen glück, und den mut weiterzumachen.
wenn mein mino einmal soweit sein wird, dass er sich auf komando hinlegt, und sein blick sich auf ein leckerlie freut ist das doch ein moment worauf ich mich freuen kann! und für solche momente sollte man sich nicht schämen, sondern sich über seine erfolgreiche arbeit freuen 😉
ich finde deine arbeit mit pferden nachahmenswert! und wenn du diese arbeit nicht vorführen würdest, würde es vielleicht keinen geben der deine arbeit nachmachen wollen würde, weil sie keiner kennen würde…
jeder einzelne mehr, der so mit seinem pferd arbeitet, nur weil er dich mit deinem pferd als team gesehen hat, ist es wert diese arbeit vorzuführen!
wenn ein pferd sich bei dir das erste mal hinlegt und dir vertrauensvoll einen „keks“ abnimmt, freust du dich doch. egal ob gerade zuschauer dabei sind oder nicht…
oder?!
sei nicht zu selbstkritisch mit dir!
an dieser stelle viele liebe grüße und ein kompliment von mino und mir an dich 🙂

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Hallo Inez,

der Text stammt nicht von Babette, sondern von mir 😀 Aber, ich denke, auch mir ist klar, was Du mit Deinen Zeilen meinst. Es geht wohl, wie überall darum, einen guten Mittelweg zu finden. Vertrauen lässt sich leicht missbrauchen, deshalb finde ich eine gewisse selbstkritische Wachsamkeit wichtig. Aber klar, zu selbstkritisch sollte man auch nicht sein, denn dann wird es Krampf.

Herzlich,
Tania von „Wege zum Pferd“

 

Von Ulli • 1. September 2008

Hallo Tanja,

ich kenne dich bis jetzt nur aus diesem forum und habe hier den eindruck gewonnen das du schon recht selbstkritich bist.
ich kann mir nicht vorstellen das du das wohl deiner pferde aus den augen verlierst.
ein bisschen stolz gehört doch dazu und wen man sein pferd dabei nicht überfordert ist es doch klasse seinen erfolg freunden und bekannten zu zeigen!

allerdings stehe ich den schows auch recht kritisch gegenüber, die pferde werden dabei körperlich sehr gefordert und es ist ebend nicht immer pferdegerecht!!!
das ist grundsätzlich so bei schows die mit tieren zu tun haben, warum muss zum bsp. eim M.R. ein dreijähriges rohes jungpferd innerhalb von 20 min reitbar machen oder auch ein P.P. innerhalb von 2h einen wilden mustang?!
auch wen bei beiden die ziele vielleicht irgendwann mal anders aussahen handeln sie ebend nicht mehr nur zum wohl des pferdes !!!

Hallo inez, ich freu mich für dich und mino–juhu- ihr könnt wirklich stolz auf euch sein. schade das ich nicht mal mäuschen spielen kann!

liebe grüße ulli

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Danke, Ulli, für Deine Zeilen. Ja, ich bin schon ziemlich selbstkritisch. Leider habe ich mein Pferd schon öfters aus den Augen verloren – deswegen schreibe ich wohl auch solche Beiträge, einfach weil ich aus eigener Erfahrung weiß, wie schnell das gehen kann. Vieles fängt mit einer so guten Absicht an, aber Ehrgeiz, Anerkennungs- und auch Machtstreben sind in vielen von uns ziemlich fest installiert. Ich möchte bei mir auf jeden Fall wachsam bleiben, damit mir genau so etwas in Richtung der von Dir erwähnten Vorführungen nicht passiert.

Herzlich,
Tania

 

Von Almut • 1. September 2008

Liebe Tania,
ich habe mich, nachdem ich als Jugendliche ein paar Jahre „aktiv“ dabei war, inzwischen von den Turnieren derart distanziert, dass ich mir so etwas schon gar nicht mehr ansehen mag. Aber die Beispiele aus den Shows, die Du da anführst, sind kein bisschen besser als das, was man auf dem normalen „Gurkenfest“ präsentiert bekommt. Mit Vertrauen hat das meiner Meinung nach nicht mehr viel zu tun – eher mit Selbstdarstellung auf Kosten der Pferde, erzwungenem Gehorsam, Gesundheitsschädigung und auch mit einem gewissen lächerlich machen – und das haben die Pferde nicht verdient. Mir kam dabei der Gedanke, dass man Pferde eben auch psychisch an den Hilfszügel legen kann…
Mir ist das Vertrauen meiner Pferde – inzwischen – sehr viel wichtiger als wie auch immer geartete Erfolge. Aber klar, ich freue mich ebenso, wenn jemand baff über mein kleines bisschen Freiheitsdressur ist. Nur führe ich das eigentlich nie bewusst vor und es handelt sich fast immer um zufällige Zuschauer. Das ist auch besser so für meine beiden Ponynasen und vor allem für mich – damit ich gar nicht erst wieder in die Versuchung komme anzugeben 🙂
Liebe Grüsse, Almut

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Das mit den psychischen Hilfszügeln finde ich ein starkes Bild. Ich denke auch, dass es Pferde, die sich komplett unterwerfen, eine bestimmte Persönlichkeitsstruktur haben, mit der es einfacher ist, ihnen wirklich alles abzuverlangen. Aber deshalb muss es ja nicht richtig sein…

Ein lieber Gruß,
Tania

 

Von Kerstin • 1. September 2008

Hallo Tania,
ich habe einen 9 Jahre alten Tinkerwallach. Mit ihm bin ich eigentlich immer nur gemütlich durch die Wälder gezockelt. Irgendwann habe ich aus „Just for Fun“ und um einfach mal was anderes zu machen, bei Babette einen Zirkuslektionenkurs belegt. Mein Tinker hat sich als – ich würde mal sagen- begabt herausgestellt. Er hat wahnsinnig viel Spaß daran und hat mehr oder weniger mich damit angesteckt. Ich war wahnsinnig Stolz auf meinen Dicken, als er sich das erste mal hingekniet hat, gelacht hat, mir die Mütze vom Kopf geklaut hat etc. Und es war mir total egal, wer da gerade in der Nähe stand. Ein Jahr später wurden wir auf einem Hoffest gebeten als „Showeinlage“ aufzutreten. Mein Tinker hat noch nie vor Publikum und Lärm seine „Kunststückchen“ gemacht und ich rechnete mit mittelschweren Katastrophen bis hin zur Ignoranz der Lektionen bei meinem Pferd. Okay, es kam anders, aber: wäre es schief gegangen wäre es mir total wurscht gewesen. Wichtig ist doch, dass nur das gemacht wird, woran das Pferd Spaß hat und absolut ohne Gewalt!
Mein Hintergedanke war nicht, mich in irgendeiner Weise zu profilieren oder gar anzugeben, sondern den Mitmenschen zu zeigen, dass so ein schwerfälliges Pferd wie ein Tinker in der Lage ist, mit Spaß und Freude (mein Tinker fährt jedesmal aus, wenn es um Zirkuslektionen geht)bei der Sache sein kann. Voraussetzung natürlich: soweit es der Körperbau und die gesundheitliche Verfassung des Pferdes zulässt.
Ich gebe zu, ich bin stolz, wenn mein Pferd seine „Lektionen“ zeigt- aber ich tue das für mich und zur Gymnastizierung meines Pferdes und nicht für andere!
Mein Pferd motiviert mich immer weiter zu machen, nicht ich ihn.
UND: Ich will damit kein Geld verdienen und kein Buch schreiben oder tolle Videos auf den Markt bringen. Wenn solche Sachen auf Profit abzielen, wird ein Tier irgendwie zur Ware und muss funktionieren. Im Privatbereich sehe ich das halt anders.
Liebe Grüße
Kerstin

___________________________________

Hallo Kerstin,

das klingt, als hättet Ihr beide viel Spaß miteinander! Und das ist doch auch superschön. Ich will auch Vorführungen nicht generell verdammen, ich halte es nur für sinnvoll, gerade dann, wenn man vor anderen auftritt, noch bewusster darauf zu achten, die Sachen weiterhin fürs Pferd zu tun und eben nicht fürs Publikum oder für die Anerkennung. Wer das schafft, wird ggf. auch eine Vorführung abändern oder sogar abbrechen, wenn das Pferd an diesem Tag nicht will oder kann – und dafür würde ich dann mehr als nur einen Hut ziehen.

Herzlich,
Tania von „Wege zum Pferd“

 

Von Anna • 6. September 2008

Danke, Tania, für diesen Artikel 🙂 Unglaublich wie oft es mir jetzt schon passiert ist, dass ich gerade eine Situation erlebt habe, die mich zum nachdenken brachte, und gleich ein paar Tage später sehe ich hier, dass Du mal wieder genau an den selben Themen knabberst…
Ich war vor einigen Tagen mit meinem Kleinen in der Halle. Ich hatte den Stall fertig gemacht und alle Pferde versorgt – es war also schon reichlich spät und dementsprechend dunkel. Außerdem regnete und gewitterte es. Du kennst den Kleinen, er ist unheimlich schreckhaft und leicht verunsichert, aber aus einem Gefühl heraus arbeitete ich trotzdem unter diesen Bedingungen. Und was soll ich sagen? Obwohl der Regen wie verrückt auf das Dach prasselte, die Halle regelmäßig von Blitzen erleuchtet war und wir ganz alleine in der großen dunklen Halle (wir haben noch kein Licht) waren, war er voll da! Ich hatte meine Erwartungen im Griff und konnte mich auf ihn einlassen – ohne groß zu wollen, ich war einfach neugierig was ging und fragte an, allerdings ohne Druck und ohne „Ich will jetzt aber“. Und es war wunderschön! Er zeigte sein gesammtes Zirkusprogramm – zum Teil sogar nur am Halsriemen, lies das Gewitter Gewitter sein und wir hatten eine ganz besondere Einheit.
Am Tag drauf ähnliche Herausforderung: Kursvorbereitungen in der Halle,wieder dämmrig, Stangen wurden über die Bande geworfen, Bänke aufgebaut und auf einmal fuhr der Trecker (ohne dass wir vorgewarnt wurden, sonst hätte ich davor die Halle verlassen) mit voller Festbeleuchtung in die Halle – und wir wieder mittendrin. Diesmal allerdings mit Publikum. Und was soll ich sagen?! Der Kleine machte wieder toll mit, gab sich ganz viel Mühe – war aber sichtlich mehr von seiner Umgebung beeindruckt als beim letzten Mal. Ich lies ihn gucken und sich beruhigen, aber trotzdem war da dieses „Ich will jetzt aber zeigen wie cool er ist, wie toll er mitmacht und wie sehr er mir vertraut“ und forderte diesmal dann doch. So wollte er sich beispielsweise nicht so recht hinlegen und zögerte auffallend lange. Anstatt es abzuhaken und es zu respektieren (denn es war ja wirklich eine Menge los und er hatte allen Grund sich nicht ablegen zu wollen!) insisitierte ich. Er legte sich ab und blieb sehr lange liegen, und auch sonst gab er sich alle Mühe meinen Wünschen zu entsprechen – das heißt die Vorstellung gelang, das „Publikum“ war auch einigermaßen beeindruckt, aber eigentlich war in dieser Einheit so ziemlich alles schiefgelaufen. Der KLeine hatte den Tanzbären spielen müssen und ich hatte über meinem Egotrip nicht genügend wahrgenommen wie sehr er sich bemühen musste die Ruhe zu behalten und sich wirklich überwand um das zu tun was man von ihm verlangte, und wie wenig ich ihm dabei beigestanden hatte…
Eigentlich bin ich auch deswegen mal wieder auf Eurer wundervollen Seite gelandet, denn eigentlich hatte die Geschichte (in Kurzform) auf dem Misthaufen landen sollen. Daher auch noch mein Vorsatz:
Ich habe ein wundervolles Pferd, das mir mal wieder, ganz deutlich gezeigt hat, zu wie viel er bereit ist – und genau daraus resultiert meine Verantwortung: Meine Wünsche und Forderungen im Griff behalten und ihn nicht aus den Augen verlieren. Es geht uns beiden so gut, wenn wir MITEINANDER sind und arbeiten – und darum geht es! GEMEINSAM Spaß haben, sich GEMEINSAM freuen und GEMEINSAM arbeiten.

Ganz herzliche Grüße und bis bald!
Anna

Ps: A propos Schlafmütze und Kuscheltiere. Hier erlebe ich genau das Gegenteil von dem was Du hinter dieser Nummer siehst. Respekt und Liebe stehen an erster Stelle! Man sieht selten Menschen, die so sehr auf ihre Pferde eingehen und ich wünschte Du würdest doch mal vorbeikommen um Dich selbst davon zu überzeugen 🙂 Und letztens habe ich eben diese Nummer live gesehen – sie war nicht ganz perfekt, aber sooo schön!

___________________________

Liebe Anna,

wie schön, von Dir zu lesen! Und mit diesem Beispiel triffst Du exakt den Punkt, den ich meine. Es geht viel weniger um das was, als um das wie. Und da hast Du in der Reflexion sehr gut analysiert, wo ein Vertrauensmissbrauch beginnen kann – ganz lieben Dank dafür.

Du und Dein Tabs, Ihr seid auf einem tollen Weg – einem gemeinsamen!

Und was die Schlafmützen angeht, glaub‘ ich Dir aufs Wort, was Du schreibst. Auch die Arbeit mit Schlafmützen und Kuscheltieren kann ok sein, aber sie kann eben auch so gemacht werden, dass das Pferd zum Tanzbären wird (ein starkes Bild ist das!). Auch hier ist es das wie, nicht das was, denke ich.

Lieber Gruß,
Tania

PS: Ein Nachtrag: Ich habe noch ein bisschen über die Schlafmützen und Kuscheltiere nachgedacht und irgendwie habe ich damit doch Bauchweh. Ich kann es noch nicht ganz in Worte fassen, aber es hat für mich etwas mit Vermenschlichung zu tun. Ich denke, ich schreib dazu noch mal was Ausführliches.

 

Von Marie Theres • 21. Juni 2010

Hallo!

Seien wir doch auch dankbar für die Kleinigkeiten im Leben.
Mein Traber hatte wohl nie ein wirklich fürsorgliches Zuhause bzw war das Interresse an ihm immer sehr schnell wieder vorbei.
Ich freue mich wenn er auf der Koppel freiwillig zu mir kommt, wenn er sich Augensalbe in die Augen machen lässt, bei Bodenarbeit über Plastikplane geht usw. Einfach wenn er einem das Vertrauen schenkt. Das ist das größte Geschenk das er mir machen kann.

Ganz liebe Grüße
Marie Theres & Erbai

______________________

Da stimme ich Dir vollkommen zu!
Tania

 

Von Susanne • 21. Oktober 2010

Liebe Tanja
Ja das macht wirklich Sinn, da genauer hinzuschauen und zu spüren….Danke für diesen Artikel, der es aber auch wert ist noch genauer hinzuschauen. z.B.Erziehungsmethoden bei uns Menschen, Vorgeführt werden von Kindern, es ist wie bei der Bemuskelung von Pferden, oder Pferdehufen oder Longieren….man sieht soviel was nicht okay ist, dass man meint so gehöre das….etc.

vo Herze Susanne

_______________________

Und danke Dir für Deine Rückmeldung,
Tania

 

Von christine • 28. Januar 2012

Der Gedanke mit Hilfe des Pferdes zu glänzen ist nachvollziehbar .
Ich erlebe diese versuchung immer wieder und möchte die Erwiderung meines Pferdes schildern:
Es ist, als zöge es eine Augenbraue in die Höhe. Auch einen Mundwinkel. Es schmunzelt über diese menschliche Egoschwäche.
Aus seiner Liebe zu mir, aus seiner Güte und Nachsicht wächst die Bereitschaft mir zu dienen.
Und deswegen. Nur deswegen. Gibt er in diesem Moment alles.
Alles, was er hat, mehr als er kann. Einfach alles.
So erlebe ich also manchmal, wenn ich eigentlich menschlich dumm und „angeberisch“ handle, die absolute und bedingungslose Liebe meines Pferdes.

Jeder Moment der Schwäche birgt in sich den Moment der Größe.
Vielleicht sollte man das in der Be/Verurteilung anderer nicht vergessen…

_________________________

Danke, für Deine Gedanken, Christine!
Tania

 

Von Nadine • 20. Mai 2014

Hallo Tania,

ich weiß ganz genau was du meinst! Zum Einen ist es auch in mir verankert sich über Bewunderung und Anerkennung, Selbstbestätigung zu holen. Man ist auf dem richtigen Weg.

Aber bei mir kommt noch etwas dazu. Mein Pferd ist das absolut tollste auf der ganzen Welt und ich möchte das so gerne auch anderen begreiflich machen.

Dann kommt man eben schnell in ebensolche Situation. Es muss besonders relaxt laufen, als Verlassbegleitpferd, nein es muss sogar „Pferd sein “ vergessen und darf nicht miterschrecken. Er muss schneller und braver durchparieren, als alle anderen, wenn die Gruppe heiß läuft. Eben lauter solcher Alltagssituationen, die das Pferd aufeinmal überaus gut meistern muss, statt gut, wie es sonst auch ausreicht.

Zum Glück entzieht sich mein Pferd so etwas! Denn wenn ich ganz besonders gerne vorführen will, wie toll mein Pferd ist, ist meine Körperspannung viel höher. Darauf reagiert mein Pferd sehr sensibel und wird sellbst spannig. Klar das alles dann eben nicht noch besser funktioniert! Daher funktionieren WIR am Besten alleine!

Ich bin froh, dass mein Pferd so intelligent ist, dass es auch Höflichkeit einfordert, wenn es selbst schon höflich ist!

 

Von Birgit • 6. April 2015

Hallo Tania

Das ist wieder so ein toller Bericht wo ich genau weiss, was du meinst.

Gerade gestern ist es mir wieder passiert.

Der Vorführeffekt.

Wenn Lui und ich allein sind und wir uns ganz in Ruhe aufeinander konzentrieren können, klappt fast alles ganz von allein. Es macht uns Spass und dann ist es wie ein Pingpong-Effekt. Wir spielen Fuß- und Kopfball MITEINANDER, machen den Span. Gruß zusammen, Podest, Freiarbeit. Es ist ein Spiel das sich leicht anfühlt.

Gestern waren meine Schwiegereltern da. Schönes Wetter: Ach kommt mal mit, wir fahren zum Stall, ich zeige euch mal, was Lui und ich so machen…….

Es hat so gut wie nichts geklappt- und wenn, dann halbherzig. Das Pferd oft abgelenkt, nicht bei der Sache.
Er ist mein Spiegel.
Ich war in Erwartungshaltung, dadurch vielleicht auch etwas ungeduldig, wenn etwas nicht klappte- unsere Zweisamkeit und Bindung war nicht da.

Wenn ich bedenke, wieviel Spass Lui und ich haben, wenn wir allein sind, wenn wir „nichts beweisen müssen“(wollen). Ich hatte schon überlegt, bei der nächsten Stallweihnachtsfeier ein wenig von unseren Spielereien vorzuführen. Ich lasse es.
Ich kann mit dem Erfogszwang nicht umgehen- und dann wird es auch nichts. Lui und ich bleiben frei und ungezwungen miteinander verbunden.
Punkt.

 

 

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