Neues neugierig erkunden oder: Wie Pferde selbstbewusster werden

Babette hat vor kurzem in einem Beitrag ihren Weg vorgestellt, Pferde an Neues zu gewöhnen. Ich habe es bisher mit meinen Jungs nicht ganz so systematisch, aber schon sehr ähnlich gemacht: Wann immer etwas „gruselig“ ist, bin ich mit ihnen hin und habe sie ermuntert, sich die Sache anzuschauen und möglichst auch mit der Nase zu berühren. Für solchen Mut gab es dann immer ein großes Lob und auch ein Leckerli.

Ich suche auch regelrecht solche Situationen, sprich wenn auf dem Hof etwas los ist oder auf dem Weg etwas Unbekanntes steht, weiche ich nicht aus, sondern im Gegenteil, ich nutze es als Möglichkeit, meinen Pferden etwas Neues zu zeigen. Hier ist z.B. ein Bild zu sehen, wo ein Party-Zelt auf unserem Hof aufgebaut war:

neugier0.gif

Mein Motto: Wenn etwas gruselig ist, schauen wir es uns an.

So lassen sich auf einem Spaziergang viele spannende Sachen finden, wie z.B. eine große blaue Plane:

neugier1.jpg

Oder Holzstapel:

neugier2.jpg

neugier3.jpg

Klar, dieser Weg dauert manchmal etwas länger, als wenn ich mein Pferd schnaubend vorbei tänzeln lasse und entscheidend dabei ist, dass ich keinen Zweifel darüber aufkommen lasse, dass die Sache nicht gefährlich ist. Als Ergebnis fällt mir im Vergleich mit vielen anderen Pferden auf, dass meine Pferde die Tendenz haben, im Zweifel zunächst stehen zu bleiben und dann vorsichtig hinzugehen – seien es nun landwirtschaftliche Geräte auf Wegen, Müllbeutel auf Straßen oder Baumaterialien auf dem Hof.

Sie habe ihre angeborene Vorsicht nicht verloren, aber sie haben die Erfahrung gemacht, dass es

a) gefahrlos ist, wenn ich sie ermutige, sich eine Sache anzuschauen,
b) oft erlebt, dass sich die Sache lohnen kann und
c) sie haben gelernt, Eigeninitiative zu entwickeln.

So lagen neulich an einem Tag, wo bei uns der Verpackungsmüll abgeholt wurde, überall vor den Gartentoren gelbe Säcke herum. Während viele Pferde nun vor jedem neuen Sackhaufen scheuen, lief mein Kleiner im Zick-Zack von einem Haufen zum nächsten und stupste begeistert jeden an. Als er dann allerdings auch noch einen Sack mit den Zähnen fasste und mitnehmen wollte, bremste ich dann doch seinen Eifer 🙂

Oft wird das Scheuen von Pferden mit dem Argument entschuldigt, Pferde seien schließlich Fluchttiere. Das stimmt natürlich und das werden sie auch nie ganz verlieren. Aber Pferde, die lernen, dass die Welt nicht ganz so gefährlich ist, wie sie glauben, entwickeln ein neues Selbstbewusstsein. Mit etwas Geduld und Einfühlungsvermögen können auch sehr ängstliche Pferde lernen, dass nicht alles gruselig sein muss, sondern dass sich so manch ein Spaß hinter einem vermeintlichen Schreckgespenst verbergen kann. Und das ist den Mehraufwand doch wert, oder nicht?

16. Juli 2008 von Tania Konnerth • Kategorie: Umgang 12 Kommentare »

 

12 Reaktionen zu “Neues neugierig erkunden oder: Wie Pferde selbstbewusster werden”

 

Von Anette Kaczor • 21. Juli 2008

Liebe Tania!

Ich kann Dir nur zustimmen, genauso arbeite ich auch mit meinen Pferden und habe die gleichen Erfahrungen gemacht.
Mein anfangs sehr schreckhafter Oldenburger z.B. reagiert mittlerweile so, dass er, sollte etwas „furchtbar“ aussehen, ohne Zutun aufseufzt, dann zielgerichtet auf das Schreckgespenst zugeht, seine Nase draufstubst und ein Leckerlie erwartet. Das bekommt er natürlich postwendend!
Deutlicher wird es noch, wenn er noch keine Lust hat, nach Hause zu gehen, dann sucht er Dinge, die potentiell schrecklich sein könnten und luchst mir auch da einen Keks ab.
Diese Eigeninitiative finde ich nicht schlimm, im Gegenteil, mir ist ein Pferd lieber, das im Zweifelsfall stehenbleibt als auf dem Absatz kehrt zu machen und loszustürmen!
Dies hat er übrigens noch nie gemacht und das, obwohl er durch einseitige Blindheit gehandicapt ist.

Liebe Grüße
Anette

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Ach schön, das liest sich toll von Euch beiden! Und bei einer einseitigen Blindheit ist das doch nochmal was ganz Besonderes.

Herzlich,
Tania von „Wege zum Pferd“

 

Von Carina • 24. Juli 2008

Liebe Tania,

wieder einmal ein toller Bericht, wo man denkt „das muss ich gleich auch mal ausprobieren“.
Nur stehe ich im Moment sozusagen vor einer Zwickmühle: früher habe ich den Pferden auch immer die gruseligen Dinge gezeigt und wollte ihnen damit klar machen, dass sie gar nicht so gefährlich sind wie sie im ersten Augenblick vielleicht aussehen. Hat auch eigentlich ganz gut geklappt. Vor ca. einem Jahr habe ich nun beide „Be strict“ Bände von Michael Geitner gelesen und lernte da wiederum hinzu, dass das, was ich all die Jahre gemacht habe falsch war. Und zwar meinte Geitner, dass man den Pferden erst recht zeigt, dass das gruselige Ding gefährlich ist, wenn man das Pferd mehr oder weniger dazu ermuntert es sich genauer anzuschauen nach dem Motto „Schau, das Ding ist total gefährlich, das solltest du dir im Gedächtnis behalten für das nächste Mal“.
Jetzt habe ich Ihren Beitrag gelesen und fand meine Theorie von früher bestätigt, den Pferden neue Dinge erstmal zu zeigen. Aber die Methode von Geitner klingt für mich auch irgendwie logisch.

Hätten Sie einen Tipp für mich?

Liebe Grüße und machen Sie weiter so!
Carina

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Hallo Carina,

hui, da sind wir mitten drin in einer echten Herausforderung: Es gibt so viele verschiedene Ansätze, dass man manchmal gar nicht mehr weiß, wo einem der Kopf steht. Ich persönlich verlasse mich inzwischen immer mehr auf mein Bauchgefühl – es darf auch meinen Kopf manchmal überstimmen 🙂

In diesem konkreten Fall hängt meiner Ansicht nach sehr viel davon ab, mit welcher Energie man dem Pferd Dinge zeigt. Für mich ist es vollkommen selbstverständlich, dass wir uns scheinbar Gruseliges anschauen, so dass ich wahrscheinlich viel Ruhe ausstrahle und das Pferd merkt, dass das nichts ist, wovor man sich gruseln muss. Wenn ich natürlich selbst so etwas denke wie „Oh, das findet das Pferd aber bestimmt sehr schlimm.“ wird es das auch spüren.

Grundsätzlich versuche ich, bei allem, was wir unterwegs so finden, davon auszugehen, dass meine Pferde davor keine Angst haben – ich könnte mir vorstellen, dass genau das von Herrn Geitner gemeint ist: eben nicht schon von sich aus „Schreckgespenste“ zu sehen. Aber wenn mein Pferd vor etwas Angst hat, darf es sich die Sache anschauen und davon überzeugen, dass es nichts Schlimmes ist. Ich bin bisher damit mehr als gut gefahren.

Ein herzlicher Gruß von
Tania von „Wege zum Pferd“

 

Von Silke • 3. September 2009

Hallo Tania, ich muss mich meinen Vorrednern anschließen-superklasse was ihr hier auf die Beine stellt!!! Gerne würde ich meinem „Großen“ auch die Schreckgespenster dieser Welt zeigen. Leider ist mein Hotte nicht so neugierig und möchte es anschauen sondern macht bei für ihn schrecklichen Dingen auf dem Absatz kehrt und geschätzte 700kg kann ich dann nicht mehr überzeugen :o(. Dazu muss ich sagen, dass ich schon einige Erlebnisse mit ihm hatte und wahrscheinlich mittlerweile auch „ausstrahle“, dass das Schreckgespenst gefährlich sein könnte. Ich arbeite aber daran und versuche geduldiger und ruhiger zu werden und euer Forum bzw. eure Blogs und der LK sind mir eine sehr wertvolle Hilfe :o))))) Vielen Dank dafür und liebe Grüße von Silke

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Herzlichen Dank, Silke, für Dein tolles Feeback. Zur Angst Deines Großen könnte vielleicht dieser Beitrag interessant für Dich sein. Probier mal aus, „gruselige“ Gegenstände von ihm wegzubewegen, nicht auf ihn zu.

Herzlich,
Tania

 

Von Silke • 23. September 2009

Hallo Tania, habe jetzt erst deine Antwort gelesen :o). Habe es gleich ausprobiert und mittlerweile trabt er über eine Plane rüber *freu*. Ein Problem habe ich jetzt noch mit dem Schilf, das am Weidenausgang wächst – er hat totale Panik davor bleibt 30 Meter davor schon stehen und haut mir öfters mal ab, wenn das Schilf raschelt. Ist leider auch ein „Engpass“ auf dem Weg Weide – Stall. Hättest du da auch eine Idee? Ganz liebe Grüße, Silke

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Hm, das ist aus der Ferne schwer zu beurteilen. Grunsätzlich ist hohes Schilfgras einfach tatsächlich sehr gruselig für Pferde (da können sich Raubtiere gut verstecken), so dass einfach viel Grundvertrauen da sein muss. Ich würde als weiter an der Beziehungsbasis arbeiten und viel, viel Geduld aufbringen.

Tania

 

Von Melanie • 1. März 2010

Hallo, der Beitrag hat mich sehr inspiriert. Meine Große (14 Jahre, Warmbut) schaut sich nun gruselige Sachen ganz genau aus Eigeninitiative an ohne sofort in Panik auszubrechen… Sie hat auch Angst vor Joggern und Radfahren etc. An denen kann man ja meist leider nicht schnuppern 😛 Mittlerweile haben wir es so weit gebracht, dass ich mit einem Schnalzen ihre Aufmerksamkeit gewinnen kann und sie auf die Aufforderung „Kopf tief“ den Kopf senkt und meist entspannt. Wenn nicht wiederholen wir das Kopf Senken mehrmals- aber das funktioniert immer besser. Aber wir haben ein großes Problem- andere Pferde im Gelände. Ein anderes Pferd ist meist noch okay, aber bei mehreren ist sie dann total angespannt und reagiert auf keinerlei Ablenkungen. Sie ist in Panik und fängt an zu Steigen, zu buckeln, treten, einfach alles. Rückwärtsgehen, etc. regt sie nur mehr auf. Ich weiß gar nicht was ich dagegen machen kann. Hätten Sie da vielleicht eine Idee?

Lg

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Ich würde in einem solchen Fall absteigen und die Sache vom Boden aus zu lösen versuchen. Babette hat mal einen prima Artikel geschrieben – vielleicht hilft der weiter.
Tania

 

Von Daniela • 15. Oktober 2011

Hallo

Habe gerade den Beitrag gelesen, weil mein 20jges (!) RB-Hotti so ein „Riesenschisser“ ist.

Erst hat es mich genervt (der ist immerhin 20ig!) dass er abbremst, stehenbleibt, umdreht, auf Bein und Gerte kaum bis gar nicht oder mit Gegenwehr reagiert. Einmal wollte er mich gar runterbuckeln!

Dann habe ich mich daran erinnert, was ich vor langer Zeit mit meinem Pferd gemacht habe => alles anschauen gehen, was „böse und gefährlich“ ist (wenn es sein muss halt zu Fuss).

Also habe ich versucht, die Dinge nicht anzuwenden, auf die er sowieso nicht oder mit Gegenwehr reagiert (Bein, Gerte) und nur mit Stimme: ein strenges vorwärts, und wenn er darauf auch mit vorwärts reagierte sofort: braaaaaav gesagt. Bei allem Bösen hingeritten und ihn das anschauen und beschnüffeln lassen und ausgiebig gelobt.

Tja, was soll ich sagen, innert kurzer Zeit ist der alte Herr viel selbstbewusster, schaut zwar noch, läuft aber zu, auf ein braaav entspannt er sich sofort und geht manchmal sogar ganz von alleine zu dem „bösen“ um es anzuschauen. So reagierte damals mein Pferd auch und wurde innert kurzer Zeit von einem Steiger mit massiver Gegenwehr (und wehe man machte da etwas anderes als ganz nett „Bitte“ sagen) ein neugieriges und mutiges Verlasspferd, das überall durchlief.

Habe auch erfahren, dass die RB die ihn früher ritt sogar mit 2 (!) Gerten „bewaffnet“ ins Gelände ging! Logisch das er so nie lernte, dass das „böse“ ihm nichts tut, wenn er nur neben dem „bösen“ durchgeprügelt wurde: Angst vor dem „bösen“ und vom Reiter noch Prügel dafür, wie soll er lernen, dass es nicht „böse“ ist??

Manchmal ist das Einfache so nah…

LG

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Ganz genau! Danke für den Erfahrungsbericht,
Tania

 

Von Akino • 19. März 2012

Wir wollten mit dem Pony, dass ich reite, mal im Rahmen von ner Bodenarbeitsstunde eine Art Schrecktraining machen und waren ausgerüstet mit Plastikraschelfolien und Schirmen und allerlei Kram und haben dann auch versucht ihm das „vorsichtig“ nahezubringen. Tja, und das Pony stand da, fands langweilig und hat sich glaub ich einfach nur gewundert, was wir Menschen da schon wieder machen.

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Na, dann kann man an die Fortgeschrittenen-Version gehen und mal jemanden bitten, draußen solche Sachen zu verteilen. Eine Plastikplane am Wegesrand ist nämlich auch für die sonst gelangweilten Anti-Scheu-Kandidaten meist nicht mehr ganz soooo ohne 😉
Tania

 

Von Sonja • 20. März 2012

…und wie kriegt mans Hüh auch wieder dazu einfach mal NUR mitzukommen und nicht ALLES anzustupsen, reinzubeissen, draufzuklettern? Spass beiseite, die Sache mit der Eigeninitiative und einem individuellen Hang zum Übertreiben (wenn ich jetzt in den Traktorreifen klettere – also auf die Felgeninnenseite – schau mal, dann kann ich, wenn ich mich gaaanz nach oben strecke, den Rückspiegel da oben auch noch anstupsen, und das gibt bestimmt einen extra Keks?) kann sich auch ins Gegenteil verkehren. Also zwischen Lachtränen und Selbstmord (nein!!!, nicht auf den Tieflader, Pflug, Regentonne, etc. klettern, umschmeissen, etc!!) ist alles drin …. manchmal wäre mir ein bisschen scheuen oder vorbeitänzeln fast schon lieber als all die guten Ideen, aber nur fast 😉

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Danke, für den köstlichen Kommentar! 😀
Tania

 

Von Susanne • 20. März 2012

Hallo Tania,
gibt es auch einen Tipp für / gegen Seeungeheuer? Wir haben eine wunderschöne kleine Reitstrecke an einem Fluß entlang, aber mein Großer ist nicht gewillt, irgendwann auch mal das Geräusch durch auffliegende Enten oder sonstiges Geflügel hinzunehmen, auch das Gefauche von einem Schwan läßt kein anderes Gefühl als Flucht aufkommen. Es versetzt mich jetzt nicht in Panik und trotz allem ist er sehr darauf bedacht, mich nicht zu „verlieren“, aber weniger aufregend liese sich die Landschaft besser geniesen…

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Hui, das ist knifflig. Solange Du keinen zahmen Schwan auftreiben kannst, mit dem man „üben“ könnte, fürchte ich, wirst Du so hinnehmen müssen. Es sind und bleiben Fluchttiere und aufflatternde Enten oder gar fauchende Schwäne sind ja auch wirklich schon eine gruselige Angelegenheit. Ich persönlich würde wahrscheinlich an dieser Stelle absteigen und führen, dem Pferd alles genau zeigen und mit viel Futterlob versuchen, die Stimmung zu entspannen. Aber ich schätze, bei plötzlichen Flatterbewegungen würde jedes Pferd unruhig werden.

Herzlich,
Tania

 

Von Steffi • 22. März 2012

Hallo Tanja,
das war wirklich ein großartiger Tip/Denkanstoß! Mein Jungpferd (2) findet so manche Dinge gruselig. Dann mit Druck reagieren ist einfach nicht mein Weg, da fühlt sich nicht nur mein Kleiner unwohl.
Aber der Trick, ihn alles erkunden und beschnuppern zu lassen ist genial. Ganz in Ruhe, mit viel Gedult und positiver Bestärkung. Mittlerweile können wir an fast allem gelassen vorbei gehen, sogar an einem Fußballspiel mit laut jubelnden Fans oder tänzelnden/nervösen Pferden mit Reiter ohne das mein Herr Pferd mit der Wimper zuckt.
Hauptsache „Mama“ ist dabei und ruhig 😉
Klar so ein zusätzliches Leckerchen motiviert noch mal ungemein bei den gaaanz gruseligen Pferdefressern wie Planen

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Super, Steffi!
Tania

 

Von Kerstin • 23. Februar 2015

Liebe Tanja,
zunächst mal ein großes Lob an euch es ist in jedem Beitrag so viele tolle Tips dabei, die ein um-oder bedenken ermöglichen. Danke dafür!!!!!
Zum Scheutraining möchte ich euch schreiben, das es für mich wichtig ist, um mehr Gelassenheit und Vertrauen auf beiden Seiten auf zu bauen.
In der letzten Zeit habe ich mal was neues ausprobiert und zwar Dinge zu verfolgen wenn sie gruslig sind.( Beispiel Fahrrad ) Natürlich keine Hetzjagd – einfach nur verfolgen- um meinem Fluchttier zu zeigen-sieh mal das reißt vor dir aus! Damit hatte ich endlich das Problem „Fahrrad“ geklärt, welches durch anschauen und beschnüffeln einfach keinen Erfolg hatte.
Ich freue mich schon auf euren nächsten Beitrag.
Liebe Grüße Kerstin

 

Von Anja • 15. Oktober 2015

Hallo Tania,

auch wenn der Eintrag schon etwas älter ist, ist er für mich gerade aktuell.
Mein Pferd hat (inzwischen) gelernt, dass „stationäre“ Dinge nicht gefährlich sind und läuft bereitwillig auf Mülltonnen, Steinhaufen oder ähnliches zu, um es sich anzuschauen.
Problematisch sind bei uns die Dinge, die sich bewegen (auf uns zu) und unbekannt für ihn sind. Z.B. Rollstuhlfahrer, Inlineskater, Kutschen, Kinderwagen usw. Hier hat er anscheinend zu wenig Vertrauen zu mir und macht schonmal „auf dem Absatz kehrt“… Hast Du eine Idee, wie ich das mit ihm üben kann?
Ball auf ihn zurollen, Regenschirm aufklappen, usw. kennt er und wenn er sich die Sache angesehen hat, ist das auch kein Problem mehr. Aber ich kann ihn ja schlecht Rollstuhlfahrer beschnuppern lassen … 😉

Danke und liebe Grüße
Anja

____________________

Hallo Anja,

naja, doch eigentlich schon 🙂 Ich habe auch schon Leute gebeten, dass mein Pferd sich etwas anschauen darf (Hinterherziehautos von Kinder oder andere seltsame Gefährte), sie reagieren meist sehr offen darauf! Bei einem Rollstuhlfahrer wird das Pferd unter Umständen einfach nicht erkennen, was das Seltsames ist, allein, wenn man den Rollstuhlfahrer freundlich grüßt und er etwas sagt, erkennen viele Pferde, dass es auch nur ein Mensch ist (eben ein sitzender) und nichts Gruseliges. So mache ich das auch mit Pilzsuchern, die so geduckt, wie die unterwegs sind, ja auch oft gruselig wirken.

Grundsätzlich kannst Du so etwas aber auch vorbereitend am Stall üben: Bitte jemanden mit einem Kinderwagen oder etwas Vergleichbaren zum Stall zu kommen und dann, ganz wichtig: lass das Gruselobjekt immer erstmal vor dem Pferd weichen. Wir machen oft den Fehler, die beängstigenden Sachen hin zum Pferd zu bewegen, dabei wird alles viel weniger bedrohlich, wenn es sich weg vom Pferd bewegt. Und wenn das Pferd mehr Zutrauen hat, kann das Gefährt auch langsam zu ihm kommen, aber ganz behutsam, um es nicht wieder zu verschrecken. So werden mit der Zeit immer mehr Sachen „normal“.

Herzlich,
Tania

 

 

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