Zu schade … oder vielleicht auch nicht?

Ich erlebe immer wieder Momente mit meinen Pferden, bei denen ich es doch ein bisschen schade finde, dass ich sie mit niemanden außer ihnen teilen kann.

Wenn ich z.B. mit Aramis durch die Wälder streife und wir vollkommen auf einander eingespielt sind und ich ihm zu 100% vertraue, dann denke ich manchmal: Oh, wenn das doch nur jemand sehen oder auch so empfinden könnte… Oder wenn ich die nächste Vertrauensstufe mit Anthony erklimme, denke ich: Ach, wenn doch jemand dabei wäre! Oder wenn mal wieder eine Lektion mit einem von ihnen in wunderbar leichter Perfektion klappt. Oder …, oder…

Der zweite Gedanke ist dann allerdings immer der, dass ich das genauso wahrscheinlich nicht erleben würden, wenn denn tatsächlich jemand dabei wäre! Wie heißt es so schön: der Beobachter verändert das Experiment. Und ich weiß ja, wie anders alles oft ist, wenn jemand Fotos macht oder einfach nur zusieht.

Ja, vielleicht sind die schönsten Momente mit unseren Pferden einfach wirklich nur für uns selbst bestimmt. Und so ist es, wenn man genau darüber nachdenkt, eigentlich gerade schön, dass man sie mit niemand anderen teilen kann, als mit dem Pferd selbst 🙂

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Oder, was denkt Ihr?

29. April 2010 von Tania Konnerth • Kategorie: Erkenntnisse 7 Kommentare »

 

7 Reaktionen zu “Zu schade … oder vielleicht auch nicht?”

 

Von Milka • 29. April 2010

Das glaube ich auch, Tania. Gerade, wenn niemand dabei ist und man nur in sich und das Pferd reinhorchen kann, sind die Momente, in denen ich vollkommen glücklich bin.
Sobald jemand dazukommt, kann man nicht mehr so loslassen, finde ich.

Und auch wenn man sich Anerkennung, Lob etc von anderen wünscht sind diese kleinen Momente allein mit dem Pferd immer noch das schönste, was es in dieser Zweierbeziehung geben kann.
Herzliche Grüße
Meike

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Das stimmt!
Tania

 

Von Corinna • 29. April 2010

Bei mir ist es immer so, wenn jemand dabei ist, bin ich doch immer abgelenkt und konzentriere mich noch so auf Nanigo wie wenn ich allein bin.
Früher wollte ich auch immer von den anderen, das Lob und die Anerkennung und wollte gern hören: Oh, wow schau mal, toll ist ihr Pferd.
Jetzt denk ich anders, mir gibt mein Pferd so viel zurück in dem Moment, dass ich soooooo glücklich darüber bin, egal ob ich allein war oder es vielleicht doch jemand gesehen hat.
Es ist und bleibt in meinen Erinnerungen und auch in Nanigos und das ist für mich viel mehr Wert. 🙂

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Ach, das klingt einfach nur schön – genauso meine ich das! Können wir es also doch auf eine gewisse Art teilen 😀
Tania

 

Von no0815girl • 29. April 2010

Jaa, das kenne ich, immer diese Wunsch nach Anerkennung.

Ich muss dazu aber auch sagen, dass ich oft besser reiten, wenn mir jemand zusieht. Ich kann auch sehr gut die Umgebung (und evt. vorhandene Zuschauer) ausblenden und mich völlig auf mein Pferd konzentrieren.

Mir gefällt der Mix. Mal ein „einsamer“ Ausritt, nur ich und mein Pferd oder auch eine gemütliche Schwatzrunde, eine Reitstunde, bei der ich merke, wie es aufwärts geht und alleine etwas neues ausprobieren. Ich brauche beides und möchte keines davon missen.

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Ja, da hast Du natürlich recht – ganz und gar „einsamer Wolf“ ist auch nicht das Wahre. So einen netten Ausritt mit Babette z.B. weiß ich auch seeeehr zu schätzen 😀

Tania

 

Von Kadda • 29. April 2010

Das kenn ich, bei meiner kleinen Damen fällt mir das besonders auf sie merkt ganz genau wenn ich mit meinen Gedanken nicht voll bei ihr bin. Ich denk das ist der Puknt wenn wir mit unseren Pferden allein sind ist unsere Konzetration stärker bei ihnen.

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Jau, das dürfte stimmen,
Tania

 

Von prue • 1. Mai 2010

Ich finde es am besten, wenn es tolle zweisame Momente gibt und auch tolle Momente mit mehreren Reitern (beim Ausreiten, am Stall..). Damit man das eine wie auch das andere geniessen kann, muss es meinem Empfinden nach beides geben. Aber die zweisamen Momente mit dem Pferd sind wirklich ganz tolle gefühlvolle Momente. Und wenn man sie mit jemanden teilen will, kann man es ja erzählen. Freunde mit Pferd können da sicher auch im Nachhinein mitfühlen/sich mitfreuen.

LG prue

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Ja, da kann ich zustimmen 😀
Tania

 

Von Claudia • 3. Mai 2010

Guten Morgen,
ich glaube auch dass es mit damit zusammen hängt dass man alleine einfach mehr ist beim Pferd ist und auch selber lockerer ist als wenn jemand anders mit dabei ist. Man muss sich ja nicht unbedingt verkrampfen weil man weiss es sehen andere zu (obwohl gar nicht immer so einfach ;-)) ) aber wahrscheinlich ist man halt einfach nicht 100 % beim Pferd. Ich habe solche Erlebnisse meistens im Gelände und versuche dann auch immer begeistert anderen zu berichten… die das dann irgendwie nicht so nachvollziehen können. Aber ist ja auch egal, ist doch das Schönste wenn das Lob vom Pferd kommt, oder ;-)))

Liebe Grüsse
Claudi

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Jau, ganz genau!
Tania

 

Von Beate • 3. Mai 2010

Mir geht es aähnlich wie meinen Vorschreibern. Dazu kommt, dass man Gefahr laufen kann, wenn andere dabei sind , sich manchmal solche kleinen Momente kaputtzumachen.
Einfach aus dem Grund, weil ja die Auffassung über das „Glück“ so verschieden ist.
Was mich an meiner Stute unheimlich freut, betrachten andere vielleicht als „unmöglich“. Zum Beispiel mal ein freundliches aber etwas aufdringliches zu Nahe kommen eines sonst eher verschlossenen Pferdes.Oder das eigenständige herumwerfen von Putzutensilien eines Pferdes , dass eigentlich eher nicht der Spieltyp ist.
Deshalb freue ich mich meist auch lieber für mich allein, ohne mich beflissen fühlen zu müssen, einige Dinge zu erklären.

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Ohhhhhh, da hast Du sooooo Recht! Danke für diese tolle Ergänzung!
Tania

 

 

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