Babettes Praxis-Blog

Hier berichtet Babette Teschen von ihrer täglichen Arbeit als Reitlehrerin und Ausbilderin und bringt Tipps und Anregungen direkt aus der Praxis mit. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.

Das Anheben des Rückens

Nachdem wir uns letzte Woche mit dem hinteren Ende der Wirbelsäule befasst haben, kümmern wir uns dieses Mal um die Körpermitte Ihres Pferdes. Mit der folgenden Übung möchten wir erreichen, dass unser Pferd erst den Widerrist anhebt und dann seine Brust -und Lendenwirbelsäule aufwölbt. Diese Übung können Sie sowohl vor als auch nach der Arbeit durchführen.

Und so geht es

Zunächst möchten wir den Widerrist des Pferdes anheben. Hebt das Pferd den Widerrist an, öffnen sich die Dornfortsätze des Widerristes, d.h., sie gehen weiter auseinander. Nur ein Pferd, welches den Widerrist anheben kann, ist in der Lage, ein korrektes Vorwärts-Abwärts zu gehen und später, eine ehrliche Aufrichtung zu gelangen.Durch diese Übung können Sie also gut überprüfen, ob Ihr Pferd diesen Bereich überhaupt aufwölben kann und Sie können damit die Beweglichkeit der Wirbelsäule fördern.

Stellen Sie sich auf Schulterhöhe Ihres Pferdes auf. Gehen Sie leicht in die Knie. Legen Sie beide Hände unter den Bauch des Pferdes. Eine Hand befindet sich vor den Vorderbeinen, die andere direkt dahinter.

anheben1.jpg

anheben2.jpg

Streichen Sie Ihr Pferd diesen Bereich mit den Händen ab. Beobachten Sie dabei die Reaktion Ihres Pferdes. Genießt es die Berührung oder zeigt es „Kitzeligkeit“? Droht es vielleicht sogar?

Vorsicht! Viele Pferde sind in der Sattelgurtlage sehr empfindlich. Dieses oft als “Kitzeligkeit” interpretierte Verhalten kann in Wahrheit eine starke Verspannung der Muskulatur in diesem Bereich sein. Eine solche Verspannung entsteht oft durch zu straffes Angurten oder auch durch einen schlechten Bauchgurt, der das Gewebe quetscht.

Halten Sie Ihre Hände mit den Handinnenflächen nach oben.

anheben3.jpg

In dieser Handhaltung gehen Sie nun mit Ihren Fingerkuppen auf die Bauchlinie Ihres Pferdes.

Beginnen Sie damit, Ihr Pferd mit den Fingerkuppen beider Hände „hochzukitzeln“. Mit sehr langen Fingernägeln ist diese Übung nicht wirklich durchführbar, aber etwas Fingernägel sind hierzu oftmals sehr hilfreich.

Behalten Sie, während Sie mit Ihren Fingern spielen, die Reaktion Ihres Pferdes, den Widerrist und die Muskulatur neben dem Widerrist im Auge. Es gibt in der Regel keine große Bewegung. Erwarten Sie also nicht zuviel.

Halten Sie den Widerrist des Pferdes mindestens für eine Minute angehoben, bevor Sie Ihre Hände langsam von ihren Plätzen entfernen.

Nach dem Anheben des Widerristes geht es weiter mit der Aufwölbung der Brustwirbelsäule. Nun nehmen Sie auch die zweite Hand mit hinter das Vorderbein.
Wiederholen Sie nun das Hochkitzeln des Rückens etwas weiter hinten. Dabei behalten Sie den Bereich hinter dem Widerrist im Auge. Können Sie erkennen, dass sich der Rücken des Pferdes anhebt?

Hier einmal ein Beispiel:

Auf dem folgenden Foto ist der Rücken „unten“:

anheben4.jpg

Und auf diesem Bild ist der Rücken angehoben:

anheben51.jpg

Auch hier halten Sie die Aufwölbung des Rückens mindestens eine Minute lang bei.

Gehen Sie mit Ihren Händen nun noch ein kleines Stück weiter Richtung Hinterhand und wiederholen Sie auch hier das Anheben des Rückens. Hier erreichen Sie das Aufwölben der Lendenwirbelsäule.

Aber Vorsicht: Hier beginnen viele Pferde mit Abwehrreaktionen wie das Drohen mit dem Hinterbein. Unterlassen Sie in diesem Fall die Übung so weit hinten.

Wiederholen Sie die gesamte Übung von vorne bis hinten drei- bis fünfmal.

25. August 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Übungen 12 Kommentare »

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12 Reaktionen zu “Das Anheben des Rückens”

 

Von Ines • 31. August 2009

Oh, das ist eine gute Übung, die ich auch mit meinem hufbeingeprellten Pferd machen kann. So kann er wenigstens bissel was sinnvolles tun. Er wird sich freuen! Danke, die Übung kommt genau zur rechten Zeit für uns!
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Das freut mich :-) !
Und gute Besserung an Dein Pferd,
liebe Grüße,
Babette

 

Von Sigrun • 31. August 2009

Wieder mal ein toller Tipp genau zum richtigen Zeitpunkt! :D Vielen Dank! (und das von letzter Woche lese ich mir auch gleich noch einmal durch ;-) )
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Das freut mich!
Liebe Grüße,
Babette

 

Von Jenny • 31. August 2009

Huhu,
die Übung hat mir schon mal meine Pferdepyhsio gezeigt,
meiner Stute ist es lang schwer gefallen den Rücken zu wölben.Und auch ich habe einige Zeit gebraucht das richtige Fingerspitzengefühl dafür zu bekommen.
Finde die Übung aber echt gut.
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:-)
Ich auch!
Liebe Grüße,
Babette

 

Von alfamops • 1. September 2009

Hallo Babette,
eine kleine Frage hab ich da noch, das mit dem Hochkitzeln, wie genau meinst du das, meine Hände bleiben an ein und dem selben Fleck und kitzeln dort oder gehen die Hände auch mit hoch Richtung Wirbelsäule???? MMMMMhhhhh ich steh da glaub ich ein bißchen auf der Leitung;-(((
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Hallo!
Die Hände bleiben da, wo Du sie auf dem Fotos sehen kannst.
Liebe Grüße,
Babette

 

Von Christiane • 3. September 2009

Und was mach ich falsch, wenn sich der Rücken nicht hochwölbt? Bei unserer Physio hat das immer so super geklappt…

Liebe Grüße

christiane
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Liebe Christiane,
das kann ich Dir leider aus der Ferne nicht sagen. Manche Pferde brauchen schon etwas mehr Stimulation, z.B. indem man mit chinesischen Essstäbchen etwas nachhilft.
Lass mal jemand anderes die Rückenlinie Deines Pferdes beobachten, ob sich wirklich nichts tut wenn Du an der Bauchnaht kitzelst. Manchmal sieht man es einfach selber aus seiner Position heraus nicht.
Wenn sich der Rücken gar nicht aufwölben lässt, kann das ein Zeichen für einen blockierten Rücken sein. Laß Dir die Übung vielleicht nochmal von Deiner Physio zeigen.
Liebe Grüße,
Babette

 

Von Chris • 4. September 2009

Hallo Babette,
nachdem die Schweifübung super geklappt hat und er das ganz offensichtlich geniesst – hab ich diese Übung natürlich auch gleich ausprobiert. Er steht zwar ganz ganz still, und es scheint ihm zu gefallen, aber heben tut sich da gar nichts!
Wie stark sollte denn der Druck mit den Fingerkuppen sein? Streicheln oder eher etwas stärkeren Druck ausüben?
Die Übungen sind ansonsten klasse und wir lassen fast nichts aus! :-) ))
Liebe Grüße
____________________________________________
Liebe Chris,
lies Dir auch bitte meine Antwort, die ich Christiane gegeben habe durch. Meistens klappt es mit Kitzeln wirklich am besten,
liebe Grüße,
Babette

 

Von Rike • 4. September 2009

bei meinem tut sich auch nix. ich hatte das schon früher probiert, aber den bauch hab ich noch nie hochgekitzelt bekommen.

er fängt dann erst das kreiseln an (von mir weg), dann werd ich mir der nase drauf hingewiesen, dass ich das doch bitte lassen soll, und weiter hinten kommt dann das hinterbein hoch. klare ansage ?!

allerdings: ich hab nach dieser anleitung das erste mal versucht, den widerrist anzuheben. und das hat beim ersten mal (nur beim ersten mal) funktioniert. und zwar erstaunlich deutlich. pferd war plötzlich 10 cm größer.

naja, ich werd mal weiter pieksen und kitzeln…
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Liebe Rike,
auch an Dich die Bitte, Dir die Antwort die ich Christiane gegeben habe, durchzulesen.
Aber das mit dem Anheben des Widerristes ist schon mal toll!!!
Viel Erfolg und liebe Grüße,
Babette

 

Von Sonja • 30. November 2009

Hallo Babette,
ich würde diese Übung gerne mal versuchen, traue mich aber nicht so ganz, da mein Pony beißt wenn ich es an der Gurtlage putze oder auch streichle. Sie ist dort sehr empflindlich. Ob es auch daran liegen könnte dass sie einen dicken Bauch hat und der Gurt einfach drückt?

LG
Sonja
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Liebe Sonja,
so eine Empfindlichkeit in der Gurtlage deutet meistens auf eine verspannte Bauchmuskulatur hin. Oftmals wird so eine Verspannung tatsächlich durch falsches Angurten oder einen schlechten Gurt ausgelöst (Stichwort Sattelzwang).
Du kannst viel gegen diese Verspannungen tun wenn Du Dein Pferd z.B. mit Tellington Touches behandelst und später auch mit Massagen. Und natürlich solltest Du sehr vorsichtig beim Angurten sein,
liebe Grüße,
Babette

 

Von Silke H. • 29. Januar 2010

Hallo Babette,die Übung find ich klasse,führe sie auch des öfteren durch,muss aber mit dem Hufkratzer leicht nachhelfen.Nur will meiner mich auch schnappen,wenn ich die Gurtlage hochkitzeln möchte,geht auch einige Schritte von mir weg und hebt auch das Vorderbein.Woran liegt das wohl?Wenn er merkt das mich sein Verhalten nicht an der Durchführung hindert,bleibt er still ganze 20sek.Da ich keine Halle habe bin ich schon bestimmt 1 1/2 monate nicht mehr geritten und er hat den Gurt also so lang nicht umgehabt.Hast du ne Vermutung?
Liebe Grüsse Silke
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Liebe Silke,
mit dem Hufkratzer ist es natürlich für die Pferde unangenehm und wenn sie erwarten das gleich der Hufkratzer eingesetzt wird, ist es verständlich wenn Dein Pferd Abwehrreaktionen macht. Ich würde also nicht mehr mit dem Hufkratzer nachhelfen. Und es ist möglich, dass Dein Pferd unter verspannter Bauchmuskulatur leidet. Auch das führt zu den Abwehrreaktionen, auch wenn Du lange keinen Gurt mehr verwendet hast. Die Verspannungen sind ja deswegen nicht weg. Lies mal meinen Bericht über Stresspunkte. Vielleicht findest Du da einen Ansatz,
liebe Grüße,
Babette

 

Von Nadine • 7. März 2010

Hy,das ist noch was für mein Pony,ich finde das total hilfreich.Ein Teil hatte mir eine alte Freundin gesagt.Aber nach dem ich so Probleme mit den Longieren meines Pony`s hatte und mir niemand wirklich helfen konnte,habe ich nicht mehr daran Gedacht.Hab ich mich von allen Seiten bequatschen lassen.Arbeite seit einer Woche nach dem Longenkurs und auf einmal klappt wieder alles(fast alles) wunderbar mit mein Schatzy.
Super Seite und das Buch ist total hilfreich,echt klasse.

LG Nadine
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Das freut mich riesig!!!
:-D
Liebe Grüße,
Babette

 

Von Claudia • 26. Mai 2010

Danke für die tolle Übung!
Mein Pflegepferd liebt es sowieso total wenn man sie am Bauch krault/putzt/etc. ;)
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Wie schön!
Dann viel Spaß beim Verwöhnen :-) ,
liebe Grüße,
Babette

 

Von Dani • 28. November 2011

Hallo,
ich finde deine Tipps super! Ich mach auch das “Rücken aufwölben” bei meiner Stute. Mir hat jemand gesagt, ich soll es mit chinesische Stäbchen und mit ziehmlich festem Druck machen. Geht das, ohne dem Pferd dabei weh zu tun? Wenn ich nur mit leichtem Druck mache, wölbt sich der Rücken kein bisschen auf. Glg. Dani

 

 

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