Medikamente ins Maul geben und zwar ohne Stress
Leider sind nicht alle Pferde von der Notwendigkeit einer Wurmkur oder Medikamentengabe überzeugt und so reißen nicht alle gierig ihr Mäulchen auf, um die Medizin zu schlucken – im Gegenteil, die Gegenwehr kann heftig aussehen.
Auch hier ist es sinnvoll, die Prozedur mit dem Pferd zu üben, um nicht mind. 4 x im Jahr mit Gewalt und Stress die Medikamente irgendwie ins Pferd zu bekommen.
So können Sie Ihr Pferd an orale Medikamentenverabreichung gewöhnen
Stellen Sie sich seitlich neben Ihr Pferd und machen Sie einige Tellington Touches (kreisförmige Massage) um das Maul Ihres Pferdes rum. Arbeiten Sie sich langsam an das Maul heran und massieren und streicheln Sie die Lippen und Maulwinkel Ihres Pferdes. Gehen Sie dabei immer mal wieder von der Seite im Maulwinkel mit dem Zeigefinger in das Maul Ihres Pferdes. Loben Sie Ihr Pferd wenn es still hält und den Kopf gesenkt hält.

Wenn Ihr Pferd den Kopf hoch reißt, üben Sie die Übung Kopf tief.
Dann nehmen Sie ein 20 ml Spritze ohne Kanüle (die bekommen Sie in der Apotheke) und füllen Sie diese mit etwas Leckerem (z.B. Apfelmus). Bestreichen Sie die Spritzenspitze ruhig dick mit dem Apfelmus. Halten Sie Ihrem Pferd die Spritze vor die Nase und belohnen Sie jedes Hin (am Anfang reicht Aufmerksamkeit) zur Spritze mittels Lobwort und Leckerbissen.

Schnuppert Ihr Pferd an der Spritze? Super! Loben Sie! Leckt Ihr Pferd an der Spritze? Sehr gut. Passen Sie bitte nur gut auf, dass Ihr Pferd nicht die Spritze zerbeißt!

Nun halten Sie die Spritze in der Hand mit der Sie das Pferd auch vorher schon am Maul massiert haben. Versuchen Sie dann vorsichtig von der Seite her die Spritze in den Maulwinkel zu schieben. Jedes Zulassen wird sofort mit Lobwort und Leckerbissen belohnt. Dann spritzen Sie ein kleines bisschen vom Apfelmus ins Maul.

Bauen Sie diese Übung für eine längere Weile regelmäßig in Ihren alltäglichen Umgang mit Ihrem Pferd ein. Bald wird sich Ihr Pferd auf die leckere Spritze freuen. Wenn es dann mal ab und an nicht so lecker ist, wird es Ihr Pferd sicherlich verkraften.
15. Juli 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Sonstiges • 4 Kommentare »

