Ob jung, ob alt: Regelmäßig Zähne machen lassen!

Im letzten Frühjahr schrieb ich voller Enthusiasmus einen Blogbeitrag zum Thema Zähne. Damals hatte ich erkannt, wie wichtig es ist, einen Zahnspezialisten zu holen. Und damals schrieb ich aber auch, dass ich mich als Zahnarztphobikerin naturgemäß schwer mit dem Thema tue. Nun habe ich leider noch eine Lektion erhalten…

Während ich Aramis nun regelmäßig korrigieren ließ, dachte ich mir bei meinem Youngster Anthony, dass so ein Jungpferd ja wohl noch keine großen Zahnprobleme haben kann. Und genau damit habe ich mich gewaltig geirrt.

Anthonys Zähne wurden bisher einmal, relativ bald nachdem ich ihn bekam, angeschaut. Anlass waren die Wolfszähne gewesen, die gezogen werden mussten. Die Untersuchung brachte zu diesem Zeitpunkt keine Haken o.ä. und damit ließ ich die Sache dann ruhen. Einen Anlass, den Kleinen auch dem speziellen Zahnarzt vorzustellen, sah ich nicht – bis er nun für Aramis eh wiederkam und ich da nun gleich beide Pferde begutachten ließ.

Das Ergebnis der Untersuchung war ziemlich erschreckend: Anthony hatte auf beiden Seiten scharfe Haken. Die Schleimhaut des Mauls war auf beiden Seiten verletzt, rechts deutlich schlimmer als links. Mir wurde auch gesagt, dass solche scharfen Haken gerade bei Jungpferden typisch seien und es wird empfohlen gerade Jungpferde zweimal im Jahr korrigieren zu lassen! Wie ich mich dabei fühlte, als ich das erfuhr, könnt Ihr Euch vielleicht vorstellen…

Also wurde der Kleine behandelt.

zaehne.jpg

Gleich am nächsten Tag nach der Behandlung zeigten sich bereits Veränderungen: Zum einen beim Fressen. Es war auffällig, dass er vorher beim Möhrenfressen nie so rumgematscht und gesabbert hat wie Aramis – er fraß erstaunlich trocken. Tja, jetzt sabscht er genau wie der Große :-)

Und nun kommt der Clou: Wir hatten ja immer wieder einige Rittigkeitsprobleme in der Form, dass er gerne mal nach rechts losbüffelte. Auch war seine Laune im Großen und Ganzen eher schlecht als gut. Tja, und seit nun die Zähne gemacht sind, erlebe ich wundervolle Veränderungen. Das Büffeln hat fast komplett aufgehört und seine Laune ist so viel besser, dass ich nur staunen kann. Er hat einen ganz anderen Blick bekommen, eine ganz neue Begeisterungsfähigkeit. Ohne zu übertreiben kann ich sagen: das ist jetzt ein ganz anderes Pferd!

Das war wieder mal eine Lektion, die ich nun hoffentlich wirklich gelernt habe: Regelmäßig Zähne kontrollieren lassen und das bei jedem Pferd!

7. Mai 2009 von Tania Konnerth • Kategorie: Gesundheit 5 Kommentare »

 

5 Reaktionen zu “Ob jung, ob alt: Regelmäßig Zähne machen lassen!”

 

Von Milka • 8. Mai 2009

Hallo Tania,

ich bin tatsächlich sehr erschrocken – ich habe in den drei Jahren, in denen ich mich um Milka kümmere noch nie ins Maul schauen lassen!!
Obwohl das bei meinen anderen Tieren alle halbe Jahr beim regelmäßigen TA-Besuch fällig ist, bin ich da wirklich noch nie drauf gekommen!
Hast du einen Zahnspezialisten, oder kannn ich auch meinen ganz normalen TA reingucken lassen?
Vielen dank für diese überaus wichtige Anregung!!
Meike

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Gern geschehen! Ich würde nur noch einen tatsächlichen Zahnexperten holen, da die meiner Erfahrung nach deutlich gründlicher arbeiten. Bei mir ist der Zahnarzt auch normaler Tierarzt, ich habe also beides in einem. :-)
Tania

 

Von Erdmuthe • 11. Mai 2009

Hallo Tania,

das ist ja sehr interessant! Danke für diesen aufschlussreichen Bericht!
Seit ich meine Stute habe (seit 2,5 Jahren; ich bekam sie mit 3 in rohem Zustand), versuche ich, sie an das Gebiss zu gewöhnen. Das ging anfangs sehr gut, und sie hat es ganz gelassen angenommen, “bremsen” hat sie sehr leicht verstanden, aber lenken lassen wollte sie sich von Anfang an nicht gut. Ich habe immer wieder wochenlange Pausen eingelegt, Anfang des Jahres auch mal das Gebiss gewechselt, da ich gehört habe, dass die Gelenke des doppelt gebrochenen auf den Kiefern stören können, und meine Pferd hat sehr schmale Kiefer. Mit dem neuen Gebiss war es etwas besser, aber das Lenken, besonders rechts, ging immer noch nicht gut. Nachdem ich kürzlich probiert hatte, sie mit Kappzaum und Zügel zugleich zu lenken, damit sie versteht, was ich meine (Ich Depperla: Mein schlaues Pferd versteht immer sehr schnell, was ich meine!) und es immer noch nicht ging, gab ich erstmal auf. Seitdem reite ich nur auf Kappzaum, was mich persönlich einige Überwindung gekostet hat. Aber was durfte ich feststellen? Sie läßt sich super reiten, und ich merke, sie hat sehr wohl verstanden: Stellung, Biegung, Richtungswechsel… Da erst war mir klar: Ich sollte mal auf die Zähne schauen lassen! Und Dein Bericht hat mich nun vollends überzeugt.
Nun muss ich nur noch einen guten Zahnarzt in meiner Nähe finden!

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Da kann ich Dich nur ermutigen!!!

Herzlich,
Tania

 

Von Natascha • 11. Mai 2009

Hallo Tania,

kannst Du einen Zahnarzt empfehlen?
Bin bei Dir um die Ecke :-)

LG, Natascha

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Ich schick Dir ‘ne Mail,
Tania

 

Von Erdmuthe • 18. Mai 2009

Hallo Tania,
es ist anscheinend nicht einfach, einen guten Pferdezahn- äh -behandler zu finden. Pferdezahnarzt darf man ja anscheinend nicht sagen. Den Tierärzten wird in dieser Richtung wohl nicht so viel zugetraut, dafür aber den Pferdedentisten. Kennst Du einen Vertrauenswürdigen, der im Raum Mittelfranken unterwegs ist?
Viele Grüße, Erdmuthe

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Nein, da muss ich leider passen, ich bin froh, dass ich hier jemanden gefunden habe. Soweit ich das mitbekommen habe, fährt man in der Regel ganz gut mit Leuten die nach der kanadischen Schule ausgebildet sind.

Herzlich,
Tania

 

Von Erdmuthe • 2. Juni 2009

Hallo Tanja,

Montag letzter Woche hatte mein Pferd eine Zahnbehandlung, und so wie ich es verstanden habe, verursachte meiner Stute u. a. ein ganz kleiner Wolfszahn einiges an Unbehagen. Der saß allerdings links oben direkt vor den Backenzähnen, und die Probleme mit dem Gebiß hatte ich hauptsächlich rechts. Wie auch immer: Seit der Zahnbehandlung bin ich 5 Mal auf Trense geritten, und der Unterschied ist phänomenal! Keinerlei Nörgeln mehr und nur noch leichter Widerstand beim Stellen nach rechts.
Ich könnte mich heute in den Popo beißen ;-) dass ich erst so spät (nach einem Jahr…) drauf gekommen bin, dass die Schwierigkeiten beim Reiten mit Gebiss (die meiste Zeit hatte ich das Gebiss nur im Maul liegen und benutzte nur die Kappzaumzügel!) an den Zähnen liegen könnte. Danke nochmal für die Veröffentlichung Deiner Erfahrungen, und auch mein Rat an alle Pferdebesitzer lautet: Lasst regelmässig (einmal im Jahr) Eurem Pferd auf die Zähne schauen!
Liebe Grüße,
Erdmuthe

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Danke für Deinen Erfahrungsbericht, der hoffentlich auch noch viele dazu motiviert, die Sache mit dem Zahnarzt wirklich ernst zu nehmen.

Herzlich,
Tania

 

 

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