Ein herzliches Hallo an alle.

Wege zum Pferd– NewsletterAusgabe: 402

Datum: 5.6.2017

Redaktion:

Babette Teschen und Tania Konnerth

Es gibt ein Thema, mit dem wir uns – leider! – immer wieder beschäftigen müssen. Leider, weil uns wehtut, für wieviel Leid dieses Thema immer wieder sorgt und zu welchen Irrgriffen und Irrwegen es führt…

Gemeint ist das Thema „Dominanz“. 

In der letzten Woche hatten wir allerdings Anlass zur Freude, denn es wurde ein Artikel veröffentlich, in dem Studien zitiert werden, nach denen Dominanztheorien NICHT pferdegerecht sind.

Nichts Neues?

Für uns und für Euch vielleicht nicht, aber für weite Kreise eben leider doch. Und man kann z.B. bei Facebook gut sehen, dass dieser Artikel und entsprechende Nachfolge-Artikel zu dem Thema heftig diskutiert werden. Unser Artikelpost hat bei Facebook schon über 120.000 Menschen erreicht! 

So traurig es ist, dass das Thema überhaupt immer noch diskutiert werden muss, so ist es aus unserer Sicht eine sehr gute Sache, dass da jetzt wieder richtig Bewegung reinkommt, denn hier ist Aufklärung noch immer sehr nötig. Also: Diskutiert mit, auf dass Dominanz gegenüber Pferden irgendwann einfach nur noch als Irrtum angesehen wird… 

Mit immer wieder aufs Neue engagierten Grüßen,
Babette & Tania

caruso

 

Mein Weg zum Pferd…

„Mein Weg zum Pferd ist am kürzesten, wenn ich ihn mit Wertschätzung, Respekt und auf Augenhöhe gehe.“

Ute

 

Neu bei uns

Dominanz ist nicht pferdegerecht

Von Tania Konnerth

Was wir hier schon lange immer wieder aufs Neue schreiben, ist nun endlich auch wissenschaftlich bestätigt: Die Dominanztheorie ist menschliches Denken und NICHT pferdegerecht. 

Wissenschaftliche Studien widerlegen die Dominanztheorie

In diesem mehr als wichtigen Artikel wird ein Positionspapier der Internationalen Gesellschaft für Pferdewissenschaften ISES (International Society for Equitation Science) zusammengefasst – den Originaltext gibt es hier

In diesem Papier wird

  • einerseits darauf hingewiesen, dass zahlreiche Studien des Sozialverhaltens von wild lebenden Pferden sowie von Hauspferden gezeigt haben, dass es in den Herden keine Dominanz-Hierarchien oder Alpha-Positionen gibt
  • und andererseits wird deutlich betont, dass Ausbildungskonzepte und Beziehungen, die auf der Dominanz-Theorie aufbauen, gegen das Pferdewohl gehen können. 

Mehr noch: Das immer wieder als „natürliches Pferdeverhalten“ erklärte Dominanz-Gebahren ist Pferden fremd. Pferde sind auf ein soziales Miteinander angewiesen. Kommt es zu einem Streit um Ressourcen, findet dieser punktuell statt, aber es konnte nicht beobachtet werden, dass es Pferden darum geht, ein anderes Pferd grundsätzlich zu beherrschen. 

… und beschreiben den oft daraus resultierenden Missbrauch

Weiterhin wird ganz klar benannt, dass die Dominanz-Theorie häufig dazu dient, nicht pferdegerechtes Verhalten zu rechtfertigen, z.B.:

  • Bestrafung,
  • aggressives Verhalten dem Pferd gegenüber,
  • Einschüchterung,
  • Missbrauch,
  • Gewalt.

Aggressivität löst bei Pferden Angst aus und natürlicherweise versuchen Pferde einem aggressiven Gegenüber auszuweichen und Begegnungen mit ihm zu vermeiden. Das heißt, dass nicht nur die Pferde unter der falschen Behandlung leiden, sondern auch die Beziehung von Mensch und Pferd.  

Wie Mensch-Pferd-Beziehungen aussehen sollen

Die Dominanztheorie ist als Basis für eine harmonische Beziehung von Mensch und Pferd nach Ansicht der Forscher ungeeignet. Mensch-Pferd-Beziehungen sollten immer auf einem Verständnis der natürlichen Verhaltensweisen von Pferden basieren und nicht auf menschlichen Interpretationen aus der eigenen Erfahrenswelt. 

Wichtig für ein harmonisches Verhältnis sind also echtes Verständnis für Pferde und ein ruhiger, klarer und beständiger Umgang. 

dominanz_ist_nicht_pferdegerecht

 

Einen Kommentar schreiben

 

Der „Wege zum Pferd“-Shop

Selbstlernmedien und Seminare für eine sinnvolle Ausbildung, einen pferdegerechten Umgang und mehr Harmonie im Miteinander mit dem Pferd.

     
wir_s kappzaum_sh        

 

Interessant und lesenswert

Schon gesehen?

 

Auf Wiedersehen bis zur nächsten Ausgabe!

Ihnen und Ihren Vierbeinern eine schöne Zeit,

Babette Teschen und Tania Konnerth

 

Diese Seite verwendet Cookies. Personenbezogene Daten werden zum Beispiel bei den Kommentaren gespeichert. Mehr erfahren

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen