Der Tod einer Stute und was er in mir ausgelöst hat

In der Pferdewelt dreht sich seit Wochen vieles um eine Tragödie: Bei einem Kurs für zirzensische Lektionen kam beim Training der Lektion „Kompliment“ ein Pferd um’s Leben. Auf Facebook wird nun diskutiert, wer Schuld daran ist und der Trainer wird unter anderem als „Mörder“ verurteilt. 

Ein Blick zurück

Mich hat das Geschehen tief bewegt, denn ein fast identischer Vorfall hat vor vielen Jahren ein Umdenken bei mir in Gang gebracht. Wer das Interview, welches Antoinette Hitzinger in der Pferdekonferenz mit Tania und mir geführt hat, gesehen hat, kennt die Geschichte bereits, denn dort habe ich sie erzählt. Und auch in einem früheren Beitrag von mir, mein Dank an mein Pferd Mariscal, habe ich von diesem Vorfall bereits berichtet.

Damals war mein Pferd Mariscal in derselben Situation wie die Stute Evita aus besagtem Kurs. Ich wollte, dass Mariscal lernt, so lange im Kompliment zu bleiben, bis ich das Kommando „Auf!“ gebe. Er hatte schon gelernt, nur auf das Anlegen der Gerte ans Röhrbein ins Kompliment zu gehen, aber er stand schnell wieder auf. Da ich mit Mariscal damals auf Vorführungen ging und mir auch einiges in dieser Richtung für die Zukunft für uns erträumte, machte so eine halbgut ausgeführte Lektion freilich nichts her. Also bat ich einen bekannten, in der Pferdewelt hoch angesehenen Trainer (es handelte sich nicht um den Trainer, bei dem Evita zu Tode kam), mir zu zeigen, wie ich Mariscal dazu bringen konnte, im Kompliment zu verharren. Ich bat ihn dabei aber auch, auf Gewalt und Zwang zu verzichten, da ich schon damals in der Richtung „Freiwilligkeit“ unterwegs war und vor allem auch wusste, wie Mariscal bei Druck und Zwang reagierte.

Mariscal kannte die Arbeit mit der Beinlonge, die auch bei der Stute Evita angewandt wurde. Er hatte an sich auch kein Problem damit, nur wenn man versuchte ihn mit der Longe unten zu halten, reagierte er panisch. Das sagte ich dem Trainer und bat ihn, Mariscal nicht unten zu halten. Genau das aber machte der Trainer. Auch mein Pferd kämpfte, kam aber bei der Aktion mit dem Leben davon, denn irgendwann hatte der Trainer es „geschafft“: Mein Pferd blieb unten. Mit einem Gesichtsausdruck der Resignation, gebrochen, aufgegeben …

Und ich hatte nicht eingegriffen.

Ich war zu feige gewesen, hatte zu viel Respekt vor dem Trainer und wollte doch auch so gerne das Zielbild erreichen. Bis heute fühle ich mich unendlich schlecht, wenn ich an diesen Vorfall denke. Wie konnte ich meinem Pferd nur so was antun? Wie ihn so im Stich lassen? Und wofür? Für mein Ego? Damit ich auf Shows mit ihm angeben konnte? Damit mich die Zuschauer dafür bewundern würden, wie viel Vertrauen doch mein Pferd zu mir hat? 

Ich stand damals ganz am Anfang meiner Trainerlaufbahn. Ich fing gerade erst an, Unterricht und Kurse zu geben und war auf der Suche nach Kunden. Mein Hof stand finanziell schlecht da, Geld musste reinkommen. Und wie bekommt man Kunden? Zum Beispiel indem man Auftritte macht und auf Messen geht. Meine Motivation war sicherlich eine Mischung aus „Es muss gut sein, damit die Menschen mich gut finden und bei mir Unterricht nehmen wollen.“ und meinem persönlichen Ego, welches zeigen wollte, was ich alles Tolles mit meinen Pferden kann. 

Rechtfertigt eine dieser Motivationen es, ein Lebewesen so gegen sein Nein zu zwingen? Ja, dann welche? Das eigene finanzielle Überleben? Wenn nein, gibt es überhaupt eine Motivation, die rechtfertigt, dass wir ein Lebewesen so bezwingen dürfen? 

Was ist eine Lektion wert?

Und wie schaut es mit anderen Bereichen im Umgang mit dem Pferd aus? Was ist mit einem „Nein“ des Pferdes unter dem Sattel? Wo ist es richtig, dass wir uns „durchsetzen“ und wo fängt Gewalt an? Wer schon länger auf unserer Seite mitliest weiß, dass uns diese Fragen immer und immer wieder beschäftigen.

Ich lebe seit über 5 Jahren aus ethischen Motiven vegan. Ich möchte nicht, dass Tiere für mich getötet werden oder dass sie für mich leiden müssen. Dadurch setze ich mich auch immer wieder mit der Frage auseinander „Wie vegan ist es, Pferde zu reiten, zu trainieren  und, ja, auch zu longieren?“ 

Auf meinen Kursen treffe ich regelmäßig auf Pferde, die nein zum Longieren sagen. Die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich. Einige Pferde haben Angst, andere keine Lust, andere haben körperliche Probleme … – und bei jedem Pferd versuche ich den Spagat

  • zwischen meinem Sein als Trainerin, die dem Pferd helfen möchte sich besser bewegen zu können und es gut auf seinen Weg als Reit-oder Fahrpferd vorzubereiten und
  • meinem Sein als Tierliebhaberin, Tierrechtlerin und Veganerin. 

Ich bin heute in der glücklichen Situation als Trainerin gefragt zu sein. Meine Kurse sind seit Jahren gut besucht und ich habe es heute nicht mehr nötig, mich auf Messen „auszustellen“. Meine Pferde müssen also nichts mehr zeigen, ich bin raus aus dem Druck.

Was aber wäre, wenn es anders wäre? 

Schöner Schein, doch wie sieht es dahinter aus?

Shows wie die Apassionata und andere werden massenhaft besucht. Die Menschen wollen Pferde sehen, die sich in jeder Situation hinlegen und alles mit sich machen lassen. Und ja, sicherlich wird es das eine oder andere Pferd geben, welches solche Lektionen tatsächlich freiwillig und ohne Zwang gelernt hat, aber ich habe genug Einblick hinter die Kulissen, dass ich weiß, dass gerade auch bei Zirkuslektionen oft mit sehr viel Druck und Zwang gearbeitet wird. Dem Pferd dann als Belohnung ein Leckerchen ins Maul zu schieben, ändert nichts an der Tatsache, dass oft mit sehr viel negativer Verstärkung gearbeitet wird bis hin zu drastischer Gewalt. Wer mit seinem Pferd auf Aufritten brillieren möchte, kann eben nicht auf Freiwilligkeit setzen, hier müssen die Pferde „funktionieren“.

Und so sollte sich also meiner Ansicht nach jeder, der nun über den schlimmen Vorfall von Evita urteilt, auch sehr genau überlegen, wobei sie/er selbst applaudiert: Für eine beeindruckende Messevorführung? Bei einer Show wie Apassionata? Bei einer Dressurvorführung? Bei einem Springturnier? Bei einer Vielseitigkeitsprüfung? Wie sicher können wir uns sein, dass die Pferde dort freiwillig tun, was von ihnen verlangt wird?

Der Weg ist wichtiger als das Ziel

Ich habe inzwischen gelernt, dass ich mich nicht mehr von einem Zielbild beeindrucken lasse. Bevor ich beurteile, ob ich gut finde, was ich sehe oder nicht, will ich wissen, wie der Weg dorthin aussah. Ich will wissen, wie mit einem Nein des Pferdes umgegangen wird. Darf das Pferd nein sagen? Wird dann vielleicht nach einem anderen Weg gesucht? Wird vielleicht sogar ganz auf diese Übung verzichtet? Mir ist sehr wohl bewusst, dass man nicht jedes Nein eines Pferdes einfach so annehmen kann, denn dann wäre eine gefahrlose Lebensgemeinschaft nicht möglich. Wenn mein Pferd gerade nicht am Straßenrand stehen bleiben möchte, obwohl ein Auto kommt, kann ich natürlich nicht sagen: „Na gut, dann geh halt …“

Ein Aufruf zu mehr Achtsamkeit

Mir tun alle Beteiligten dieses Vorfalls sehr leid, allen voran natürlich Evita. Aber vielleicht kann ihr Tod dazu beitragen, dass wir Pferdemenschen achtsamer werden:

  • dass wir bereit sind mehr hinzuspüren, ob das, was wir gerade tun, richtig ist.
  • dass wir uns fragen, ob wir das, was wir gerade tun, aus ethisch-moralischer Sicht „tun dürfen“
  • oder ob wir die Grenzen unseres Pferdes gerade überschreiten.
  • dass wir lernen, ein „Nein“ eines Pferdes nicht als „Ungehorsamkeit“ zu sehen, sondern als Ausdruck seiner Not, seines „Nicht-könnens“ oder „Nicht-verstehen“.

Vielleicht kann Evita so helfen, dass Leben und die seelische Gesundheit anderer Pferde zu retten. 

Ich hoffe, dass Mariscal mir verziehen hat, und vielleicht kann ich mir irgendwann auch verzeihen. Ich werde mir den Rest meines Trainerlebens die größte Mühe geben, den Spagat zwischen Trainerin und pferdeliebende Veganerin hinzubekommen. Ich möchte immer weiter lernen, das Nein eines Pferdes zum richtigen Zeitpunkt zu akzeptieren und ansonsten daran arbeiten, es auf pferdefreundlichen, sanften Wegen zu versuchen, ein Nein in ein freiwilliges Ja umzuwandeln. Denn ich möchte, dass es den Pferden mit uns Menschen gut geht! Körperlich und seelisch. Und ein schönes, pferdefreundliches Training hilft dem Pferd dabei, dass es ihm gut geht. Da ich merke, wie vielen Pferden die Arbeit nach dem Longenkurs gut tut, dass sie Freude daran haben, es ihnen körperlich und seelisch besser geht, ist es für mich keine Option zu sagen, dass ich keine Trainerin mehr sein möchte. 

Das Thema „Verurteilung“ von anderen

In den Diskussionen stürzen sich viele Menschen verurteilend auf die Beteiligten des Unfalls:

  • Die Besitzerin ist schuld, weil sie nicht eingegriffen hat. Ich bin leise und danke dem Schicksal, dass mein Pferd damals nicht zu Tode kam, als ich verantwortlich war, dass mein Pferd mit einer Beinlonge am Boden lag.
  • Der Trainer ist schuld, weil er die Situation nicht richtig eingeschätzt hat. Ich bin leise und danke dem Schicksal, dass noch kein Pferd, welches ich gearbeitet habe, bei den vielen Situationen, die ich in meinem Trainerleben falsch eingeschätzt habe, zu Schaden kam.

Jeder, der hier jemand anderen als „schuldig“ und als „Mörder“ verurteilt, sollte reflektieren, was er selbst mit seinem Konsum verschuldet. Jedes Schnitzel war mal ein lebendiges, fühlendes Leben und mit dem Kauf von Fleisch geben wir rückwirkend seine Tötung in Auftrag. Und ja, auch ich habe die längste Zeit meines Lebens Fleisch gegessen. 

Lasst uns doch auf hören zu verurteilen, sondern statt dessen anfangen zu reflektieren! Selbst anfangen, achtsamer zu werden, unsere Motive und Techniken mehr zu hinterfragen und uns bemühen immer behutsamer und liebevoller mit Mensch und Tier umzugehen. Genau hinzuschauen. Vor der eigenen Tür zu kehren und Mitgefühl entwicklen. Für den Trainer, für die Besitzerin des Pferdes, für Evita und für all die anderen Pferde sowie für die Masse an Lebewesen, die für unseren Genuss, für unseren Spaß leiden und sterben. 

Was wir durch Evitas Schicksal lernen können

  • Schauen Sie sich den Trainer, bei dem Sie mit Ihrem Pferd einen Kurs belegen möchten oder bei dem Sie Unterricht nehmen möchten, zunächst als Zuschauer an. Machen Sie sich in Ruhe ein Bild, ob Ihnen die Art des Trainers mit Pferden umzugehen, gefällt und entspricht.
  • Machen Sie sich mit den Inhalten des Kurses vertraut. Welche Lektionen werden trainiert? Welche dieser Lektionen möchten Sie üben? Warum möchten Sie die Lektion üben? Wie wichtig ist Ihnen diese Lektion? Welche unterschiedlichen Methoden gibt es, die Lektionen zu üben? Welche sagen Ihnen zu, welche nicht? Welchen Weg möchten Sie gehen?
  • Machen Sie sich im Vorfeld bewusst, was Sie möchten und was nicht. Überlegen Sie, in welcher Situation Sie eine Übung oder einen Kurs abrechen werden. Wo sind Ihre Grenzen? Was möchten Sie unter keinen Umständen zulassen? Üben Sie im Vorfeld, wie Sie einschreiten könnten. Was sagen Sie, wenn der Trainer etwas mit Ihrem Pferd macht, was Sie nicht möchten? Trainieren Sie ein Einschreiten mental, damit Sie dann, wenn es nötig werden sollte, vorbereitet sind. Ansonsten ist die Gefahr groß, dass Sie in der Situation überfordert sind und nicht reagieren werden.
  • Machen Sie sich Ihrer Verantwortung für Ihr Pferd jeden Tag aufs Neue bewusst. Lernen Sie es kennen und lernen Sie, sein Nein zu hören. Und lernen Sie, welchen Umgang, welche Hilfengebung es braucht, damit es ja sagen kann.

16. Januar 2018 von Babette Teschen • Kategorie: Engagement und Pferdeschutz, Erkenntnisse, Sonstiges, Umgang 25 Kommentare »

 

25 Reaktionen zu “Der Tod einer Stute und was er in mir ausgelöst hat”

 

Von Nina • 16. Januar 2018

Ich habe nichts wirklich sinnvolles beizutragen, aber auch mich hat der Vorfall beschäftigt und ich war immer hin- und hergerissen zwischen den vielen Stimmen, die sich dazu geäußert haben, die sich mal auf die eine, mal auf die andere Seite gestellt haben.
Bei den vielen Gedanken dazu hat sich immer ein kleines Stimmchen in mir gemeldet, das gefragt hat „hättest du denn nein zum Trainer gesagt?“….und genau das hat mich beschäftigt. In vielen Situationen, in denen ein anderer Mensch am Tier ist (zB Hufschmied) beobachte ich eine Reaktion am Pferd und weiß, ich selber hätte jetzt eine kurze Pause eingelegt. Aber in diesen Situationen harre ich aus und lasse die Reaktion des Pferdes ins Leere laufen. Das ärgert mich im Nachhinein und ich arbeite daran, früher Partei für mein Pferd zu ergreifen (so langsam werde ich auch besser).
Danke Babette für diesen (wieder mal) sehr hilfreichen und wahnsinnig reflektierten Beitrag, der hoffentlich die Pferdewelt etwas verbessern wird. Der mir sehr hilft, sich selbst zu hinterfragen und anders zu denken.
Außerdem vielen Dank für deinen Mut, eigene Fehler zuzugebenen. Eine Eigenschaft, die in der Pferdewelt leider oft zu kurz kommt und oft als Schwäche (statt als Stärke) ausgelegt wird, besonders dann, wenn es von einem Profi kommt.
Danke, danke, danke!

 

Von Ilona Moll • 16. Januar 2018

Vielen Dank für deine persönliche Meinung zu so einem heiklen Thema. Ich lese regelmäßig deinen Blog und habe seit meinem Lehrgang bei dir eine andere Art mit meinem Pferd zu arbeiten. Wir sind wesentlich entspannter und ich kann wenn es mal nicht so toll läuft einfach mal fünf gerade sein lassen.
Vielen Dank dafür
Liebe Grüße
Ilona Moll
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Liebe Ilona, ich freue mich sehr über Deinen Kommentar! Wenn ich das bei einigen meiner Kursteilnehmer erreichen kann, bin ich unendlich dankbar und glücklich! Denn DAS ist in meinen Augen noch um ein vielfaches wertvoller, als gutes Longieren zu lehren 🙂 (wobei ich hoffe, dass ich bei dem Thema auch etwas Gutes mitgeben konnte … 😉 ) , liebe Grüße, Babette

 

Von Jasmin • 16. Januar 2018

Mit diesem Text sprichst Du mir aus der Seele. Ich habe mir auch viele Gedanken zu diesem Vorfall gemacht und kann beide Parteien gut verstehen. Das erinnert mich an Fehler, die ich selbst gemacht habe und noch immer mache. Fehler gehören nunmal zum Leben dazu und einige sind fataler als Andere, aber man kann nur selten einer einzelnen Partei die volle Schuld geben.

Ich fahre demnächst zum ersten Mal mit meinem Pferd zu einem Kurs und hoffe sehr, dass ich zu jedem Zeitpunkt in seinem Sinne handeln werde. Ich weiß selbst, dass ich mich leicht unter Druck setzen lasse und dann auch meinem Pferd gegenüber häufiger ungerecht reagiere. Das tut mir im Nachhinein wahnsinnig weh, aber solche Veränderungen brauchen auch Zeit und es würde nichts bringen, mich in der Hinsicht noch mehr selbst zu verurteilen.
Auch was Nina zwei Kommentare zuvor geschrieben hat, kann ich voll nachempfinden.

Der Absatz, sich im Vorfeld bewusst zu machen, wie und wann man reagieren will, hat mich sehr nachdenklich gemacht. Wie würde ich reagieren? Würde ich zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt reagieren oder wäre ich wie geblendet und würde die Überforderung meines Pferdes gar nicht wahrnehmen? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht und ich werde versuchen, das noch vor dem Kurs zu klären. Wie erkläre ich de Trainer, dass es nun reicht? Mit welchen Worten und welcher Begründung? Wie behalte ich die Bedürfnisse meines Pferdes im Blick, während mein Umfeld mich doch immer mehr unter Druck setzt?

Ich hoffe sehr, dass sich das möglichst viele Menschen zu Herzen nehmen.

Liebe Grüße
Jasmin

 

Von Doreen Hoernig • 16. Januar 2018

Hallo Babette,

danke für deinen Beitrag den ich auch sehr wichtig finde. Auch wie schon gesagt wurde, das du selbst Fehler eingestehst und hier öffentlich dazu stehst, hat für mich eine Vorbildfunktion.

Auch mich hat die Teilnahme an einem deiner Kurs im letzten Jahr verändert. Ich war sehr beeindruckt wie gefühlvoll und sinnig aber im Einklang mit jedem Pferd und Besitzer gearbeitet hast. Klare Message bei jeder Lektion war, kein Druck oder überhaupt Gewalt oder Zwang.
ICh war beeindruckt wie gut jedes der unterschiedlichen Pferde am Ende der Lektionen mit Spaß und Freude beim Training war. Besonders gut fand ich aber, wie du bei einem Pferd mehr als genau hingeschaut hast und gemerkt hast, das mit Ihm etwas nicht stimmte und dann auch die Lektion verkürzt hast und der Besitzerin geraten hast, jemanden vom Fach drauf schauen zu lassen.

Ich hoffe auch, das Evitas Tod im nachhinein viele zum nachdenken anregt. Ich hab auch zuerst gesagt, die Besitzerin hätte viel früher ihrem Pferd zuhören und einschreiten müssen!“ Aber, hätte ich den Mut gehabt dem Trainer zu widersagen es nochmal zu probieren etc. Von daher trifft dein Beitrag genau den wichtigen Punkt. Selbstreflektion und Zuhören lernen.

Wieder mal ein ganz dickes Lob an euch.

 

Von Sonja Schmidt-Liebert • 16. Januar 2018

Hallo Babette,

Ich hatte das Glück, dass mein erstes Pferd ein echtes Alphatier war. Er war schlicht und einfach nicht bereit mit Druck gearbeitet zu werden. Keine der gängigen „Methoden“ funktionierte. Er war schlicht und einfach nicht bereit sich von irgendjemandem etwas sagen zu lassen. Erst wenn alles mit ihm und mir passte, zwischen uns klar war, war die Zusammenarbeit möglich. Und es war genial. Er war 2 Jahre und 2 Tage älter als ich selbst.
Er brachte mir bei, dass ich fernab aller „das macht man so und so“ auf mein Gefühl hören musste, lehrte mich zu führen, damit er mir folgen konnte.
Bei meinem 2. Pferd passierte mir genau das: Beinlonge, Kurs, Trainer zwingt das Pferd ins Kompliment und lässt ihn nicht hoch. Ich habe keine Sekunde gezögert und bin dazwischen gegangen.
Es geht nicht darum den Schuldigen zu suchen. Es geht darum den Weg aus der Angst zur Liebe zu finden. Ich kenne die Mechanismen, die uns selbst dazu bringen, uns selbst klein zu machen. Ich habe das selbst oft erlebt, in anderen Lebensbereichen. Das innere Kind will gefallen, will es anderen Recht machen, usw.
Es geht nicht um Schuld, sondern darum, dem eigenen Gefühl Vertrauen zu lernen. Durch alte nicht gefühlte Verletzungen blockieren wir unser Fühlen selbst. Es ist Zeit die Verantwortung für das eigene Fühlen zu übernehmen, es wieder zu lernen.
So sehe ich das.

Der bewusste Weg mit deinem Pferd braucht Mut! Erst gestern habe ich davon geschrieben. Und diesen Mit bekam ich aus meinem bewussten Weg mit meinem Pferden, vor allem dem Bewusstsein für die Kraft der Gefühle – meine und die meines Pferdes!

Herzensgrüße,
Sonja

 

Von Juliane • 16. Januar 2018

Danke für diese Worte, die alle Achtsamkeit für sich und sein Gegenüber – ich möchte es sogar schon so sagen – fühlbar machen.

Natürlich habe auch ich Ziele mit meinem Pferdchen… und ich hoffe, das wir die Sachen, die ich mit ihm erarbeite und tue, zumindest „gut“ sind (perfekt ist nun wirklich anders :-)… ); so gut wie möglich sollen sie sein, damit (oooh, das ist immer meine grösste Angst vor meinen eigenen Fehlern in den Übungen) sie ihm positiv nützen und nichts „verschleissen“ an ihm.
Das, was mir das allergösste Lächeln und Lachen ins Herz bringt, ist die Freude, die wir gemeinsam haben. Wenn er strahlt, Ideen einbringt, zuhört, mich verstehen versucht und dies dann auch klappt, ich ebenso ihn zu verstehen versuche und auch dieses klappt 🙂 (!)

Auch ich bin manchmal auch nicht stark genug, mich gegen Entscheidungen eines anderen, der mein Pferdchen gerade in der Hand hat, zu wehren… aber ich bin schon viel stärker geworden; das ist keine einfache Sache, für sein Tier exact in der „Sekunde“ einzustehen. Denn diese Handlungen kommen oft sehr schnell, und es macht (bei mir) zuerst der Bauch sein „nein“ und erst nachher kommen die Worte…
Zum Glück war noch nie etwas richtig „krasses“ dabei! Aber ich hinterfrage durchaus jeden Handgriff…

 

Von Maja • 16. Januar 2018

Liebe Babette,

vielen Dank für Deinen Artikel und ich hätte ehrlich gesagt nie gedacht, dass ein Pferd bei einer „vermeintlich harmlosen Übung“ wie das Kompliment überhaupt zu Tode kommen kann.
Ich kannte die Geschichte auch aus Deinem Interview mit Antoinette, aber hätte ich das nicht gewusst, wäre mir vermutlich nie in den Sinn gekommen, dass dabei so etwas Schlimmes passieren kann.
Seit ich mein eigenes auch sehr selbstbewusstes Pferd groß gezogen habe, bin ich in dieser Zeit immer wieder Menschen begegnet die an irgendeinem Punkt grob werden sobald das Pferd nicht entsprechend reagiert oder ruhig steht; sei es der Trainer, Hufschmied oder Tierarzt.
Bei Letzteren kann es schnell mal gefährlich werden wenn das Tier nicht still hält und gerade wenn z. B. ein Jungpferd das alles noch nicht kennt oder schlechte Erfahrungen gemacht hat. Nur wie reagiert man angemessen und freundlich wenn das Pferd einfach nur weg will?
Ich habe darauf noch keine wirklich passende Lösung gefunden; ausser weiter nach einem Menschen Ausschau zu halten der ruhig und freundlich im Umgang ist und vor allem auch die Zeit mit bringt. Ich denke das ist häufig das Problem und natürlich auch der finanzielle Aspekt.
Shows wie Apassionata, Turniere etc. schaue ich mir inzwischen nicht mehr an da ich mir nicht vorstellen kann, dass dort vieles auf Freiwilligkeit entstanden ist.
Mein Weg sieht derzeit so aus, dass ich versuche mich selbst in allen möglichen Bereichen weiterzubilden um uns und vielleicht auch anderen pferdegerecht weiterhelfen zu können. Bevor ich es selbst nicht besser weiß, kann ich niemanden verurteilen. Trainer, Tierärzte, Hufschmiede etc. üben auch häufig Druck auf den Besitzer aus, dass dieser das Tier nicht im Griff hat und sich nicht durchsetzen kann. Dann ist es sehr sehr schwer sich gegen solche Personen durchzusetzen wenn man nicht selbst genügend Rückrad hat.

Liebe Grüße und macht weiter so

 

Von Helen Michel • 16. Januar 2018

Liebe Babette
Du schreibst mir aus der Seele, auch wenn ich kein eigenes Pferd besitze, bin ich doch immer wieder erstaund, wie Pferdebesis, mit ihren Pferden umgehen, Diese Hektik und die Meinung, alles was wir üben möchten gleich zu können, ohne dem Pferd, die Zeit zu geben, erst mal darüber nach zu Denken… Ich versuche stets, zu vermitteln, dass ein sanfterer Umgang mit dem Pferd, die besseren Resultate ergibt.. Und dass ihr Pferd nun mal kein Motorrad sei, dass zu funktionieren hat.. Ist sehr kräfte zerend, aber ich mache das sehr gerne, weil ich danach beide, Mensch und Tier zufrieden vom Platz gehen sehe und das ist mein wichtigstes Ziel… Und ich bin Glücklich, dass es mir immer besser gelingt zu vermitteln, ohne zu tadeln. Ich kann aber auch auf keine Veranstaltung mehr gehen, wie die Passionata etc, oder an Messen, ich schaffe es nicht mehr, diesen Trainer zuzuschauen, die um ihres Ego willens alles mit Zwang und Gewalt erreichen zu wollen und auch tun. So kämpfe ich nur noch beim Unterricht und zeige den Leuten, die feinen tollen Hilfen, die so wunderbar funktionieren. Auch dank deinem neuen Kurs, mit den vielen Videomaterial, wo man sich ständig wieder dran erinnern kann, wie es eben anders auch geht. Vielen lieben Dank für diesen tollen Artikel, an dem ich mich auch festhalte, einen besseren Unterricht zu geben, auch wenn es einmal nicht läuft, nicht zu resignieren, oder gar zu strafen. Und es Funktioniert.
Herzensgrüsse
Helen Mich

 

Von Rita von Büren • 16. Januar 2018

liebe frau teschen wie wohltuend und bereichernd ihre worte, sprechen sie mir in jedem detail aus dem herzen.spät stieg ich in die pferdewelt ein, wusste daher vielleicht eher ob und wann ich einmal Nein sage.. szenen aus meinen bei profis besuchten zirz. lektionen kommen mir in den sinn: beinlonge/kompliment üben: wurde vorgezeigt an musterpferd , ich fragte als wir an der reihe waren: geht das auch anders? antwort: bei mir lernt es das pferd so! ich daraufhin, in diesem falle lasse ich diese uebung weg! bemerkung kursleiter: ob ich wohl am richtigen ort sei??
no more words
oder:
einreiten meiner jungen vba stute von gutem westerntrainer. man benutzte sporen, trotz meiner ablehnung und mehrfachen : warum wieso etc. blieb man dabei… tut mir heute noch weh, konnte mich nicht durchsetzten, verstand zu wenig von der materie! berühren an bauch und flanke etc. hasste sie schon immer, und dann das- trainerwechsel, nie mehr sporen und lief keine sekunde schlechter… hören wir auf die tiere znd helfwn ihnen auf ein artgerechtes miteinander

 

Von Irina Polaschek • 16. Januar 2018

Liebe Babette,JA ! Denken, Mitdenken und vor allem Fühlen. Den eigenen, manchmal falschen Ergeiz hinterfragen, wach bleiben, kritikfähig bleiben, auch gegen sich selbst.Das Verhalten von Pferden in der Herde beobachten gibt viele Aufschlüsse. Über eine gute Kommunikation und gutes Einfühlungsvermögen mit dem Pferd mittels Körpersprache, eines ihrer eigenen wichtigen Kommunikationsmittel, kann man eine Ebene finden, wo das Pferd lernt den Menschen zu verstehen und als Leittier zu akzeptieren. Ab diesem Punkt wird es immer mehr freiwillig geben, vorausgesetzt, die Vertrauensbasis zum Leittier ist vorhanden. Wohl ist angemessener, aber auf den Punkt gebrachter Druck manchmal nötig, denn Pferde in ihrem Naturell hinterfragen ihre eigene Position immer mal wieder.Ein Schritt zurück in der Ausbildung von Pferd und Mensch wenn das Pferd verweigert, ist oft besser als alles andere…. Zeit ist so kostbar geworden, wir müssen es nur begreifen. Irina Polaschek

 

Von Greta Heine • 17. Januar 2018

Liebe Babette,
ich longiere meinen Wallach nach deinem Longenkurs und muss sagen, dass du und deine Arbeit mir durch diesen Beitrag hier noch sympathischer geworden seid. Ich lebe ebenfalls vegan (seitdem ich 14 bin, also nunmehr neun Jahre!) und stelle mir die gleichen Fragen wie du immer wieder aufs Neue. Gerade wenn ich mit meinem Merlin arbeite, der bei seinen Vorbesitzern viel Negatives erleben musste. Was darf ich von ihm verlangen? Wie kann ich seine Grenzen erkennen? Schließlich sagt er bei jeder neuen Lektion erstmal „Nein, das kann ich nicht!“ Bei den Zirkuslektionen war es aber immer so, dass es sich schnell in ein „Oh, das macht ja Spaß!“ und „Schau mal, wie gut ich das kann!“ gewandelt hat. Daher ist es natürlich erst recht schwierig zu unterscheiden, wann er einfach nicht so wirklich möchte oder es halt wirklich nicht kann.
Denn das sind zwei ganz verschiedene Dinge, auf die wir – wie du richtig gesagt hast, als Trainer, Besitzer und vor allem Pferdeliebhaber eingehen müssen!
Und auch dass die Menschen mehr vor ihrer eigenen Tür kehren sollten, als ständig andere zu verurteilen, ist ebenfalls ein wahres Wort. Als Veganerin werde ich ständig gefragt, warum ich denn z.B. einen Sattel aus Leder verwende – die fragende Person hat aber meist selbst noch nie reflektiert, wie viele Tierprodukte sie konsumiert. Aber es ist ja einfacher, andere schlechtzumachen, als sich selbst zu ändern…
Vielen Dank also für diesen Beitrag, der mir sehr aus dem Herzen spricht.

 

Von Petra • 18. Januar 2018

Guten Tag,
seit Jahren besuche ich Kurse zur Selbstreflektion, zum Clickertraining usw. Bei mir geht das ganze Reflektieren total nach hinten los. Bei allem was ich tue habe ich mittlerweile ein schlechtes Gewissen und Zweifel. Ich bin nahe dran, die Reiterei aufzugeben, weil mich jeder zögernde Blick des Pferdes wieder in Grübeleien stürzt. Ich arbeite seit Jahren an mir und reflektiere alles im Umgang/Haltung/Beschlag/Sattel/Bodenarbeit/Ausbildung/Reitweise mit den Pferden. Irgendwie möchte ich auch mal Sein-dürfen und nicht immer nur an mir arbeiten müssen. Ich kann gar keine Freude mehr mit Pferden empfinden, weil ich dauernd darüber nachdenke, ob dies oder das so richtig ist und was ich besser machen könnte. Ich weiß nicht, ob es anderen auch so geht und wie man aus dieser Spirale wieder rauskommt ohne dass man die Pferde aufgeben muss.
Lg. Petra

 

Von Manuela • 19. Januar 2018

Liebe Petra,
darauf muss ich Dir jetzt spontan antworten, denn genauso wie Dir ging es mir auch.
Ich habe vor knapp 40 Jahren das erste Mal auf einem Pferd gesessen und habe immer nur die pure Freude am Reiten empfunden – bis ich mir dann vor gut 10 Jahren mein erstes eigenes Pferd kaufte. Es war leider ein „Montagsmodell“ und hatte von Anfang an gesundheitliche Probleme. Ich würde in kürzester Zeit zum „Experten“ für Osteopathen, Sattelverkäufer, anatomisch korrektes Reiten und Longieren, Akupunktur und Pferde-Ernährung. Lief mein Pferd mal ausnahmsweise lahmfrei und ich setzte mich mal wieder drauf, empfand ich keine Freude mehr sondern dachte immer nur daran, ob ich ihn jetzt nicht überlaste. Vor allem weil er generell ein totaler „Nein“-Sager ist und an nichts wirklich Freude hat, was mit „was machen“ zu tun hat… Wir kamen in eine Negativ-Spirale, weil ich alles hinterfragte… Das übertrug sich dann leider auch auf die anderen „gesunden“ Pferde, die ich immer mal wieder ritt. Ich begann mich zu fragen, ob reiten nicht generell Tierquälerei ist und ein Pferd wirklich Freude empfinden kann, wenn ein Mensch da so auf ihm rumjuckelt. Ich hatte jedenfalls keine Freude mehr… Eine wirklich sehr gute, intuitiv arbeitende Reitlehrerin half mir dann aus diesem Teufelskreis mit den Worten: „Hör doch einfach auf Deinen Bauch! Und dann handle konsequent danach…“ Nun bin ich tatsächlich ein absoluter „Bauchtyp“ – jede Entscheidung „aus dem Bauch“ ist bei mir richtig. Das Ergebnis dieses Ratschlags: mein eigenes Pferd bin ich seitdem nicht mehr geritten. Ich weiß, er hasst es, ist nicht dafür gebaut und hat mir lange genug klar gemacht, dass er das echt nicht möchte. Ich kann sehr gut mit dieser Entscheidung leben, was ich echt nicht gedacht hätte!!! Wir machen jetzt eben andere Dinge, bei denen ich das Gefühl habe, dass er Freude dabei empfindet. Es gibt so vieles außer Reiten… Unsere Beziehung hat sich seitdem komplett verändert, er ist jetzt wie ein Hund für mich. Er ist so offen, liebevoll und anhänglich geworden, und er ist gesund – ein echtes Geschenk…
Bei anderen Pferden, die ich immer mal reite, höre ich in mich und das Pferd hinein. Wenn es passt, wenn ich Harmonie spüre, dann reite ich weiter. Wenn nicht, dann nicht. Damit kann ich für mich wieder Freude im Umgang mit Pferden empfinden. Evtl. hilft Dir das?
Vergiss die ganzen „guten Ratschläge“ und höre auf Deinen Bauch, fühle in Dich hinein. Du scheinst ja sensibel und empfänglich für Stimmungen zu sein, sonst würdest Du Dir nicht solche Gedanken machen… Wecke die kindliche Freude in Dir, die wir alle mal hatten, und die wir unter Sorge und Angst und „bloß nichts falsch machen“ begraben haben. Sei einfach Du selbst im Umgang mit Deinem Pferd – es wird Dir den Weg zeigen, wenn Du es lässt …
Ich denke, das passt auch generell zu Babettes Artikel hier… Wir verbieten viel zu oft unserem Bauch das Wort, weil wir wohl zu gut erzogen sind…?! Weil wir gefallen wollen…?! Im Fall des toten Pferdes kam wohl so einiges zusammen, aber abschließend kann man wohl sicher sagen: hätte mal EINER in der Runde (ja, ich sehe da auch die Zuschauer des Kurses in der Pflicht!!!) das Pferd gefragt, ob es Zeit ist aufzuhören – diese ganze Tragödie wäre sicher nie passiert… Insofern: Danke an Dich, Babette, dass Du in der Lage bist, ein solch emotionales Thema so sachlich aufzuarbeiten. Wenn solche Albträume zu irgendwas gut sind, dann zum daraus- Lernen…
Liebe Grüße von Manuela

 

Von Flo • 21. Januar 2018

Es wäre schon viel geholfen, wenn sich immer mehr auf einen anderen, freundlichen und respektvollen Weg im Umgang mit (nicht nur) Pferden begeben. Dann werden auch diese Stimmen lauter. Das erleichtert auch gerade Anfängern auf das gesunde Bauchgefühl zu hören, und Partei für das Pferd zu ergreifen. Ich gebe die Hoffnung ja nicht auf, dass es kleine Schritte in diese Richtung geben kann….Ich muss leider immer wieder erleben, dass der Druck doch sehr groß ist, die Erwartung „das Pferd muss funktionieren“ zu erfüllen. So übergehn auch an sich auch sensible Reiter die Bedürfnisse ihres Pferdes. Machen sie die Erfahrung, dass sich auch nur einer solidarisch mit einem freundlichem Miteinander mit dem Pferd zeigt, haben die andren Stimmen weniger Macht. Es sind ja die kleinen Schritte, die langfristig Änderung bewirken….

 

Von katharina nitzsche • 22. Januar 2018

Du sprichst mir aus der Seele! Vielen Dank! Wir können gar nicht genug über diese Dinge Nachdenken um damit uns ein Umdenken zu ermöglichen.

 

Von Monika • 22. Januar 2018

Liebe Babette, ein ganz ganz großes DANKE für diesen Artikel, der hoffentlich vielen Pferden helfen wird, mehr gehört zu werden.

Zu den Kommentaren von Petra und Manuela möchte ich sagen: Petra, höre auf Dein Bauchgefühl und glaube an Dich, so wie Manuela es auch empfiehlt. Ich war in einer ähnlichen Situation. Keine Ahnung von Pferden, Pferd kränklich, habe mich dann zur Krankheitsexpertin entwickelt und das Pferd noch kranker gemacht mit meiner Angst. Und dann für mich irgendwann den Schlussstrich gezogen und mir und meinem Pferd jeglichen Druck genommen, ihn jemals zu reiten. Ich habe ihn jetzt 13 Jahre und habe noch nie auf ihm gesessen. Aber wir haben soooo viel Spaß, weil es so viel andere schöne Dinge gibt, die man mit einem Pferd gemeinsam machen kann. Ich kann nur sagen, der Mut zum NEIN hat sich gelohnt, wir sind gesund und haben Spaß. Es war und ist für uns der richtige Weg.

Liebe Grüße
Monika

 

Von Jana • 22. Januar 2018

Sehr schöner Bericht!!
Gerade unser Bauchgefühl wird von vielen leider unterdrückt. Man sollte daran glauben und es nicht aus Angst ausgelacht zu werden, unterdrücken. Ich bin nicht perfekt, bin ängstlich und brauch auch mal einen arschtritt, aber ich höre auf mein Bauchgefühl und bin wenigstens in der Sache mutig es anzusprechen

 

Von Verena • 22. Januar 2018

Danke für den super geschriebenen Artikel! Ich bin immer wieder fassungslos, wie rasch manche Menschen (vor allem in den Social Media) urteilen und wie wenig Mitgefühl da ist für diese in mehrfacher Hinsicht schwierige Situation von dem tödlichen Unfall.
Ich erinnere mich an ein Verladetraining vor vielen Jahren, das von einem damals in Ausbildung stehenden Bekannten (heute Parelli Trainer) durchgeführt wurde. Auch mein Pferd hat ‚geschrien‘ und ich habe nur zugeschaut, obwohl mein Herz mir immer wieder sagte, greif ein. Es hat viele Jahre gebraucht, bis ich für mein Pferd eingestanden bin.
Schön, wie Du beschreibst, Babette, wie gross der Druck ist, wenn man selbständig ist und mit Pferden arbeitet. Nicht immer alles läuft perfekt, nicht alle Menschen haben Verständnis dafür. Es wäre zu wünschen, dass mehr Mitgefühl und Verständnis, mehr Freude und auch Unperfektes in der Reiterwelt Platz hat – die Pferde haben das alles ja, lustigerweise.
Liebe Grüsse, Verena

 

Von Brigitte Spellerberg • 22. Januar 2018

Vielen Dank für diesen Artikel, das überzeugt mich mal wieder das ich mit meinem Narcos auf dem richtigen Weg bin.Ich habe ihn nun fast fünf Jahre und er war am Anfang zeimlich schwierig.( Er sucht sich seine Menschen gründlich aus).So habe ich angefangen mit ihm viel Bodenarbeit und Zirkuslektionen zu machen und ja auch das Kompliment, da ich aber alleine war und mir das mit der Fusslonge nicht zugetraut habe , habe ich es übers Plie versucht. Als ich merkte das Narcos zwar das Plie anstandslos machte, aber beim Kompliment richtig Stress hatte, haben wir es einfach aus dem Programm genommen, es gibt ja noch soooo viel anderes was man machen kann. Irgendwann war ich dann mal mit ihm auf dem Reitplatz und wollte ihm die Hufe auskratzen bevor wir vom Platz gingen und siehe da mein Narcos bot mir ganz von selbst das Kompliment an, ganz ohne Stress auf beiden Seiten. Unsere Pferde geben uns so viel wenn wir ihnen zuhören .Das habe ich daraus gelernt und mache genauso weiter. Liebe Grüsse Brigitte

 

Von Karin-Kelly • 23. Januar 2018

Hallo Zusammen,

ich war im vergangenen Herbst als Zuschauer auf einem Reitkurs bei einem namhaften Trainer. Der Reitstall, in dem der Kurs stattfand schreibt sich u.a. „im Sinne des Pferdes“ auf die Fahnen. Ich habe die ersten drei Pferd-Reiter-Paare gesehen… allen 3 Reiterinnen wurde zu Gewalt geraten und diese auch von Seiten des Trainers eingesetzt. Ich meine richtige Gewalt in Form von Kopfrunterziehen und mit der Gerte schlagen, nicht nur „Touchieren“. Alle Pferde wirkten verstört bis panisch. Als ich zuerst eine der Pferdebesitzerinnen, als sie sich nachdem sie dran war in die Zuschauerreihe setzte, ansprach und dann den Trainer zur Rede stellte, wurde ich vor versammeltem Publikum lächerlich gemacht. Nicht einer der vielen Zuschauer sagte etwas als ich vom Trainer niedergemacht wurde. Als ich die Stallbesitzerin, die den Kurs mit besagtem Trainier auf ihrer Anlage organisiert hatte, ansprach, sagte sie mir, ich würde wohl nicht verstehen, worum es ginge. Sie wirkte zwar schon etwas betroffen wegen meiner Worte, aber sie war in keinster Weise bereit irgendwie einzulenken. Ich bin dann nach Hause gefahren…

Vor einigen Jahren war ich auf der Suche nach pferdegerechtem Unterricht auf eine Reitschule gestoßen, die sich die Reitkunst der alten Meister und Reiten nach anatomischen Grundsätzen auf die Fahnen schreibt. Was mir widerfuhr und was ich darüber geschrieben habe, könnt Ihr bei Interesse hier nachlesen: http://www.meinpferdetraum.de/meinPferdetraum/seite309.php?blatt=82#goal . Die angesprochene Reitlehrerin hat nach wie vor viele, viele Schüler, die ihr Konzept das Pferd zu erniedrigen für richtig halten, befürworten und umsetzen.

An eine mit mehreren Sternen ausgezeichneten Reitschule habe ich folgenden Brief geschrieben: http://www.meinpferdetraum.de/meinPferdetraum/seite309.php?blatt=17#goal . Ich habe darauf keine Reaktion erhalten.

Das sind nur einige wenige Beispiele, die ich in den vergangenen Jahren erlebt habe.

Jenem Trainer, der den Tod der Stute zu verantworten hat, habe ich vor Jahren einen öffentlichen Brief in einer bekannten Pferdezeitschrift geschrieben (wer diesen Brief lesen möchte, ich habe ihn hier veröffentlicht: http://www.meinpferdetraum.de/meinPferdetraum/seite309.php?blatt=16#goal ). Ich wurde nicht nur von der Redaktion der Zeitung, sondern auch von diversen Lesern in nachfolgenden Leserbriefen als Laie und Unwissende abgestempelt.
Manchmal denke ich, die Pferdebesitzer wollen die Wahrheit gar nicht wissen, denn der Weg zu einer echten auf Vertrauen basierenden Mensch-Pferd-Beziehung ist aufwändig und mitunter mühsam. Da sind doch diverse Horsemenship-TRICKS viel leichter umzusetzen und noch dazu wird das eigene Ego gehoben, da man das Pferd (bewusst oder unbewusst) seiner Untertan macht. Die meisten Pferde machen dieses „Spiel“ klaglos mit, da Pferde sehr harmoniebedürftige Lebewesen sind und alles tun um den „Frieden“ zu wahren.

Es gibt noch so viele Missverständnisse im Umgang mit Pferden. Wir Pferdebesitzer dürfen uns nicht auf die Urteile vermeintlicher Profis verlassen.
Jeder Pferdebesitzer und Jeder, der mit Pferden umgeht ist meiner Meinung nach in der Pflicht, die Sprache der Pferde lesen zu lernen und auf die Signale des Pferdes entsprechend zu reagieren. Denn da fängt es doch schon an: diese Quälerei wird dann auch noch als „pferdegerecht“ angepriesen. Wir Menschen müssen lernen, auf die Pferde zu hören, denn nur sie können uns sagen was ihnen wirklich gerecht wird.

Nachdenkliche Grüße. Karin

 

Von Silke Holy • 23. Januar 2018

Hallo Fr. Teschen ,
Je Selbstsicher und Partnerschaftlicher ich im Umgang mit meinen Pferden wurde,
desto leichter und bestimmter kommt jetzt ein „NEIN“ von mir.
Es war und ist ein Lern-und Entwicklungprozess der seine Zeit braucht.

Danke für Ihre immer tollen Artikel, die mich sehr inspirieren!!!
Mit lieben Grüßen
Silke und Domingo

 

Von Elisabeth Pachinger • 23. Januar 2018

Liebe Babette!
Vielen vielen Dank für deine offenen Worte! Ich durfte dich letzten Sommer persönlich kennen lernen und weiß, daß dies nicht nur schöne Worte von dir sind, sondern daß du wirklich auch in schwierigen Situationen noch in diesem Sinne handelst.
Schön daß es Pferdemenschen wie dich gibt!
Liebe Grüße Elisabeth

 

Von Sonja • 26. Januar 2018

Liebe Babette, danke für diesen ergreifenden Artikel. Danke, dass ich mich selbst darin so gut wiederfinden kann, dass er mir ganz konkret weiterhelfen wird. Ich bin mit meiner Trainerin an genau diesem Punkt gelandet. Ich kenne sie seit 10 Jahren als Reitlehrerin und Freundin. Ihre Arbeitsweise habe ich immer als sanft und respektvoll eingestuft. Nur….jetzt weiß ich mehr. Nicht mehr als sie – aber mehr als zuvor.

Obwohl ich selbst nur einen Bruchteil ihrer Erfahrung habe, MUSS ich mich ihr nun in Teilen entgegenstellen. Ich habe mich in einer anderen Philosophie im Umgang mit dem Pferd wiedergefunden.

Hat man einmal erfahren, dass es auch anders geht, gibt es einfach keinen Weg zurück mehr. Wer einmal sehen gelernt hat, wird nie wieder blind sein können. Durch Deinen Artikel ist mir ist klar geworden: Ich bezahle sie dafür, dass sie mir hilft, meinen Weg mit meinem Pferd zu gehen. Nicht ihren. Sie steht in MEINEM Dienst. Habe ich da nicht alles Recht, zu bestimmen, wo eine Grenze ist?

Gehen Trainer nicht oft genug über die Grenzen des Pferdes hinweg, weil sie sich im Druck glauben, für uns als Auftraggeber einen schnellen, beeindruckenden Erfolg erzielen zu müssen? Welcher Kunde ist begeistert, wenn er 60 Minuten Trainer bucht und zahlt und dieser nach 10 Minuten sagt: Es ist gut für heute….

Ich habe mir vorgenommen, meine Trainer von dieser „Pflicht“ zu entbinden.

Wir können die Verantwortung dafür, eine Trainingsstunde übers Ziel hinausschießen zu lassen, nicht an die Trainer abgeben. Es ist unsere Pflicht als erwachsene Menschen, die Stärke zu entwickeln, unsere Pferde zu schützen. Dafür vertrauen sie uns – und niemand kennt sie besser als wir selbst. Auf dem Weg dorthin müssen wir Fehler machen – so wie Du, Babette, es beschrieben hast. Hoffentlich machen wir nur nicht dieselben Fehler immer wieder….Einstweilen werde ich mir neue Trainingsmethoden oder Trainer erstmal ohne mein Pony ansehen.

Liebe Grüße
Sonja

 

Von Claudi • 29. Januar 2018

Liebe Babette, ich mag eure Beiträge, weil sie vor allem immer eines sind: authentisch. Niemand kommt von Heute auf Morgen an den Punkt, an dem alles perfekt und stimmig ist. Aber viele können es so verkaufen.
Euer Longenkurs hat mir und vor allem meiner älteren Stute vor 5 Jahren ganz neue Türen geöffnet und dafür bin ich unendlich dankbar. Dennoch war ich auch noch im „Horsemanship“ unterwegs und habe an Kursen dazu teilgenommen. Der letzte Kurs war dann leider auch einer zum abgewöhnen. Auch mein Pferd kam in eine Situation mit der Trainerin, in der ich zu geschockt war, um reagieren zu können. Innerlich weiß man in diesem Moment, dass es so nicht sein darf, aber man ist unfähig so schnell zu reagieren. Meinem Pferd ist dabei zum Glück nichts passiert (körperlich), dennoch bleibt immer diese quälende Frage: „Warum hast du nicht laut und deutlich Stop gesagt für dein Pferd??“ Es war schlicht und ergreifend Angst. Und die irrige Annahme, dass man es ja selbst nicht besser weiss, schließlich ist man nicht der Trainer, sondern der Schüler. Ich liebe mein Pferd von ganzem Herzen und dieser Moment des Versagens soll sich nie wieder wiederholen. Wir machen unser Ding allein, angelelehnt an Longenkurs und Clickerkurs von euch. Wir machen, wozu wir Lust und Laune haben. Alles kann, nichts muss. Es war ein langer Weg bis zu dieser Einstellung und ich danke meinem Pferd, dass sie ihn so geduldig mit mir gegangen ist.. Liebste Grüße

 

Von Michelle • 19. Februar 2018

Ein wundervoller Beitrag!
Aber es gibt einen Unterschied…so sehr ich diese ganze Hetze gegen den Besitzer oder den Trainer verabscheue. Aber der Trainer sieht im Gegensatz zu dir seinen Fehler nicht ein. In allen Interviews verteidigt er sich, unter anderem mit Quatsch-Aussagen wie, man hätte ihm einen Steiger untergeschoben. All das bringt Evita nicht zurück.
Aber ich finde es widerlich seinen Fehler nicht einzugestehen. Ich könnte nie wieder mit einem Pferd arbeiten und dabei Geld vom Besitzer nehmen, wenn ich ein Pferd wegen mir zu Tode gekommen wäre (ob als Besitzerin die nicht eingreift oder als Trainer)

 

 

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