Irrtümer über die Freiarbeit

Ich bin ein großer Fan der Freiarbeit, weil sie für mich eine der schönsten Möglichkeiten ist, mit einem Pferd tatsächlich auf Augenhöhe zu arbeiten. Leider wird viel Unfug in ihrem Namen gemacht, sei es aus Unwissenheit, sei es aus Unvermögen. Mit diesem Blogbeitrag möchte ich einige Irrtümer über die Freiarbeit benennen und aufzeigen, wozu sie führen. (Die Fotos stammen von Horst Streitferdt aus einem Shooting für unser Buch, vielen Dank dafür!)

  • Ein Pferd einfach nur laufen und toben zu lassen, ist NICHT Freiarbeit. Viele lassen ihr Pferd in die Halle oder auf den Reitplatz, damit es sich dort austoben kann und nennen das Freiarbeit. Ein Pferd aber einfach nur toben zu lassen, hat so gut wie nichts mit Freiarbeit zu tun. 
  • Ein Pferd mit einer Peitsche durch die Halle zu scheuchen, ist NICHT Freiarbeit. Eine weitere, häufig als „Freiarbeit“ bezeichnete Aktivität besteht darin, ein Pferd in der Halle oder auf dem Reitplatz mit einer Peitsche zu scheuchen, damit es mal richtig rennt. Je phlegmatischer das Tier, desto mehr Peitschengefuchtel oder -geknalle kommt zum Einsatz. Auch das hat nichts mit Freiarbeit zu tun.
  • Ein Pferd solange rennen zu lassen, bis es müde wird und zum Menschen kommt, ist NICHT Freiarbeit. Diese angebliche Art der Freiarbeit wird von einigen großen Trainern betrieben und auch als „Join up“ bezeichnet. Hierbei wird ein Roundpen genutzt und das Pferd wird so lange zum Laufen gebracht (je nach Temperament mit mehr oder weniger Druck), bis es genug hat und sich dem Menschen zuwendet, damit er das Treiben einstellt. Auch das ist für mich keine Freiarbeit.

Die Probleme falsch verstandener Freiarbeit

Falsch verstandene Freiarbeit kann zu massiven Problemen und negativen Folgen führen. 

Gefahren für den Menschen

Es kommt häufig vor, dass temperamentvolle Pferde oder solche, die unter Bewegungsmangel leiden, vor der eigentlichen Arbeit erst einmal frei laufen gelassen werden, damit sie überhaupt händelbar werden. Ich buche das allerdings mehr unter Verzweiflungstat ab als unter Freiarbeit. 

Beim reinen Tobenlassen hat der Mensch keine Möglichkeit zur Kommunikation, da das Pferd nicht zuhört bzw. vor Aufregung gar nicht zuhören kann. Und das kann für den Menschen sehr schnell gefährlich werden. 

Zur Veranschaulichung ist hier eine Szene zu sehen, in der Anthony nicht auf mich achtet, sondern einfach losbuckelt:

freiarbeit5

Da ich grundsätzlich nicht allzu nah am Pferd arbeite, wurde es für mich in dieser Situation nicht gefährlich und er war auch schnell wieder mit seiner Aufmerksamkeit bei mir. Aber gerade wenn Menschen noch unerfahren in der Freiarbeit sind, sind sie oft viel zu nah am Pferd oder rechnen nicht mit den zum Teil blitzschnellen Richtungswechseln, zu denen Pferde in der Lage sind. So laufen sie Gefahr umgerannt oder von Hufen getroffen zu werden. Der Fehler dabei liegt aber nicht in der Methode der Freiarbeit, sondern in der Unwissenheit und der Vorstellung, dass ein unkontrolliertes Rumtoben schon Freiarbeit ist!

Wichtig: Sowie ein Pferd sofort, wenn das Halfter abgemacht wird, das mit der Aufforderung zum wilden Herumtollen verbindet, ist bereits etwas grundlegend falsch gelaufen. Das Pferd sollte, wenn wir das Halfter abmachen, erst einmal ruhig stehen bleiben und auf unser Signal achten, das ihm sagt, ob es nun loslaufen soll oder ob vielleicht erstmal eine ganz andere Übung ansteht.

freiarbeit1

Achtet das Pferd nicht in dieser Weise auf den Menschen, hat das nichts mit Freiarbeit zu tun! Und genau dieser Grundsatz sollte sich durch die ganze Einheit der Freiarbeit ziehen: Der Mensch muss jederzeit in der Lage sein, die Aufmerksamkeit des Pferdes auf sich ziehen, das Pferd zu sich rufen und Ruhe in die Sache bringen zu können. Gelingt das nicht, wird es in der Freiarbeit nicht nur schnell für den Menschen gefährlich, sondern auch für das Pferd.

Körperliche Gefahren für das Pferd

Während ein frei rennendes Pferd auf gerader Strecke meist noch ganz manierlich läuft, zeigt sich auf engerem Raum, nämlich spätestens dann, wenn es um eine Kurve muss, wie schlecht es naturgemäß darauf vorbereitet ist. 

Hier ist Anthony beim freien Galoppieren an der langen Seite des Reitplatzes zu sehen – er ist in Balance und gut aufgerichtet: 

freiarbeit17

Und so sieht es aus, wenn er ohne Unterstützung in zu hohem Tempo um die Kurve will – er verliert das Gleichgewicht und fällt massiv nach innen. Solange der Boden griffig ist, wird die Gefahr eines Sturzes gering sein, aber Sehnen und Gelenke werden bei solchen Aktionen immer auf eine ungesunde Art belastet und können Schaden nehmen. 

freiarbeit19

Kurze Temperamentsausbrüche dieser Art schaden in der Regel nicht, wer aber sein Pferd minutenlang Runde um Runde auf diese Weise herumrasen lässt, muss sich über gesundheitliche Schäden nicht wundern. 

Deshalb gilt: Ein Pferd in schiefer Lage im Kreis laufen oder gar rasen zu lassen ohne korrigierend einzuwirken, handelt grob fahrlässig. Und mit Freiarbeit hat das einmal mehr nichts zu tun. 

Psychische Folgen falsch verstandener Freiarbeit

Neben körperlichen Problemen, die durch ein unkontrolliertes Tobenlassen und Scheuchen von Pferden auftreten können, können Pferde, denen in der Halle oder auf dem Platz ausdrücklich jede „Narrenfreiheit“ gewährt wird, das gesunde Maß für den Respekt gegenüber dem Menschen verlieren.

Da wir Menschen Pferden körperlich unterlegen sind, ist es wichtig, dass Pferde immer gut auf uns achten. Sie müssen verstehen, dass sie einen gewissen Abstand zu uns halten sollen und uns nicht umrennen dürfen. Pferde, die regelmäßig im Beisein ihrer Menschen immer wieder wild  und ohne Rücksichtnahme toben dürfen, lernen genau das nicht – im Gegenteil, sie können so regelrecht verlernen, auf den Menschen zu achten. Und das nicht einmal aus Bösartigkeit, sondern vor allem deshalb weil das Austoben lustvoll für ein Pferd ist (vor allem, wenn es sonst zu wenig Bewegung hat). Ohne kontrollierende Einwirkung steigern sich viele Pferde regelrecht in eine Euphorie darüber hinein, sich endlich ganz frei bewegen zu können, und vergessen dabei alles andere. Nur wenn der Mensch sich von Beginn an aktiv in die Freiarbeit einbringt und ein besinnungsloses Toben in vernünftige, aber dennoch für das Pferd angenehme Bahnen führt, wird das Pferd es mehr und mehr als selbstverständlich empfinden, auf den Menschen zu achten, um sich gemeinsam mit ihm zu bewegen – und das ist unerlässlich dafür, dass die Freiarbeit für den Menschen nicht gefährlich wird. 

Die andere Seite falsch verstandener Freiarbeit zeigt dann das komplette Gegenteil: Der Mensch kontrolliert jede Bewegung, jede Regung des Pferdes und erwartet 100%igen Gehorsam, sodass das Pferd rein mechanisch und ohne Freude alle Lektionen auf kleinsten Fingerzeig  hin abspult. Diese Art so genannter „Freiarbeit“, die für mich eher ein Abrichten ist, wird meist mit großen psychischen (und manchmal auch physischen) Druck erarbeitet. Pferden wird dabei vermittelt, ohne Wenn und Aber zu funktionieren und auf keinen Fall eigene Ideen einzubringen oder gar einen eigenen Willen zu zeigen. Der Mensch kann dann so ziemlich alles auf Signal wie bei einer Maschine abrufen, doch mit Freiarbeit hat auch das aus meiner Sicht nichts mehr zu tun. Pferde, die so gearbeitet werden, wirken auf eine traurige Art resigniert und abgestumpft und eben genau kein bisschen „frei“.  

Fazit

Mit diesem Blogbeitrag möchte ich aufzeigen, dass viele Freiarbeit leider so gründlich missverstehen, dass sie im schlimmsten Fall damit sich selbst in Gefahr bringen und auch dem Tier massiv schaden können. 

Freiarbeit, so wie ich sie verstehe, steht für diese Punkte: 

  • Beiderseitige Freude am gemeinsamen Tun in einer konstruktiven, motivierenden und lockeren Atmosphäre. 
  • Das Erarbeiten einer gemeinsamen Kommunikation über Körpersprache und stimmliche Signale. 
  • Gemeinsames Arbeiten an Themen wie Respekt und Achtsamkeit. 
  • Einflussnahme auf die Bewegungen des Pferdes, so dass es in einer guten Manier läuft. 

Im nächsten Beitrag gehe ich noch ausführlicher auf die Umsetzung einer für mich guten Freiarbeit ein.

12. Januar 2016 von Tania Konnerth • Kategorie: Freiarbeit, Jungpferdausbildung, Umgang 18 Kommentare »

 

18 Reaktionen zu “Irrtümer über die Freiarbeit”

 

Von Sonja • 12. Januar 2016

Hallo Tania!
Dein Blogbeitrag erinnert mich an die letzte Freiarbeit mit meinem Pferd. Er ist grundsätzlich eher phlegmatisch, blüt aber total auf, seitdem wir clickern. Er trabt problemlos mit Handtarget neben mir her. Letztes Nal habe ich ihn das erste Mal zum Galopp motiviert bekommen deutlich mehr (in dem deutlich mehr Energie gezeigt habe) und er ist tatsächlich angaloppiert. Dabei hat er aber vor Lebensfreude oft losgebuckelt, ohne mich zu treffen, aber schon ziemlich nah dran. Sobald ich aber gebremst habe, ist er sofort durchpariert und er blieb auch dauerhaft neben mir. Meine Idee war jetzt, dass ich mich über seine Energie freue und gezielt clicke, wenn er gesittet galoppiert. Dann müsste er ja mit der Zeit ruhiger werden. Trotzdem ist unsere Arbeit nicht ganz ungefährlich momentan.
Nach dem Lesen deines Blogbeitrags habe ich mich gefragt, ob ich nicht doch etwas anders machen sollte. Wie siehst du das? 🙂

Liebe Grüße, Sonja

________________________

Hallo Sonja,

aus der Entfernung, also ohne Euch zu sehen, kann ich leider kaum eine Einschätzung oder konkreten Rat geben, da so viele individuelle Aspekte zu beachten sind. Grundsätzlich aber ist es ganz wichtig, in höheren Gangarten nie zu nah am Pferd zu arbeiten. Ein Buckler aus Lebensfreude ist etwas Schönes in der Freiarbeit, aber er kann sehr gefährlich werden, wenn Du zu nah am Pferd bist.

Herzlich,
Tania

 

Von Christina • 12. Januar 2016

Hallo Tanja,

schöner Artikel. Ich übe mich zur Zeit in der Freiarbeit und es klappt leider noch nicht immer alles. Ich habe oft die Aufmerksamkeit meiner Stute, aber noch nicht immer. Wir arbeiten dran. 🙂

Gerade die letzte Woche, wo der Boden draußen gefroren war, ist sie schon mal öfter einfach losgeschossen, hat gebuckelt und ich hatte das Gefühl, sie hat sich gefreut, sich mal richtig bewegen zu können. Da war sie tatsächlich auch nicht mehr abrufbar und einschätzbar für mich, kommt aber sehr, sehr selten vor. Normalerweise reicht eine leichte Drehung oder Kopfneigung und sie bleibt sofort stehen.

Viele Grüße

 

Von Birgit • 12. Januar 2016

Hallo Tania,

beim Lesen deines Artikels dachte ich die ganze Zeit: warum sollte mein Pferd losbuckeln, wenn ich es in dei Reitbahn bringe??? Keine der von dir beschriebenen Reaktionen würde mein Pferd zeigen.
Und mein Begriff von Freiarbeit ist auch ein anderer…

…und dann fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren =;oP

Ja, es gibt sie ja doch immer noch, die Pferde, die den Großteil ihres Lebens in der Box oder auf kleinen Paddocks verbringrn.
Die sich nicht bewegen können wie sie wollen wann sie wollen sondern nur genau dann und genau so, wie es der Reiter / Ausbilder / Pfleger vorgibt. Und die explodieren, wenn mehr Platz ist als in der Box.

Meine erste Ponystute wird im Februar 34, ist trotz ALterscushing total fit an Knochen, Sehnen und Lunge, galoppiert nach ihrem Essen auf Rädern aus dem Stand im Galopp los und freut sich des Lebens auf 2ha Koppel inklusive eigenem kleinen Männerharem =;oD

Sie hat, seit ich sie 1,5 jährig kaufte, keinen einzigen Tag in einer Box verbringen müssen, und genauso erging es ihren jetzt 20 und 6 jährigen Nachfolgern. Bewegung wann sie wollen wie sie wollen und wieviel sie wollen. Bewegungsausbrüche der beschriebenen Art sind mir daher von meinen eigenen Ponies gar nicht bekannt.

ABER:
Dickes Danke daß du eben auch an die Anderen denkst, deren Pferde diese Freiheiten (noch) nicht haben. Daß du sie nicht vergisst ist ganz wichtig!

Aus Erfahrungen mit anderen Pferden kenne ich das auch, dieses Streckenwollen, Explodieren und Buckeln… Das hieß bei uns früher FreiLAUF; sobald gearbeitet werden sollte, kam dann das Pferd an die Longe.

Für mich bedeutet Frei-Arbeit, daß mein Pony während seiner Arbeit, die bei uns aus Bodenarbeit, Gymnastizierung und Muskelaufbau ebenso wie Vorbereiten auf das Reitponyleben besteht, bei mir bleiben oder eben auch weggehen kann. Ich bilde alles ausnahmslos über den Clicker aus und das geht nur mit einem freiwilligen Pferd. Wenn es gehen möchte, kann es gehen.

Dieser Aspekt der Frei-Willigkeit steht für mich hinter dem Begriff Frei-Arbeit.

Vielen Dank für deinen Artikel, der mich mal wieder zum Nachdenken angeregt hat…

GglG,
Birgit

 

Von Manuela • 15. Januar 2016

„In einem nächsten Beitrag werde ich noch ausführlicher auf die Umsetzung einer für mich guten Freiarbeit eingehen.“ – Juhu! Darauf freue ich mich jetzt schon … 😉

Lieben Gruß
Manuela

 

Von tara • 17. Januar 2016

Bedingt durch eine Verletzung im Gesicht kann ich meinem Pferd kein Zaumzeug anlegen, und so üben wir uns in Freiarbeit im Roundpen.
*Also erst im Schritt gehen, mit Handtarget Stellung erfragen >> hat gut geklappt
*halten, zurück, antreten >> war auch sehr schön
das Polo war immer bei mir, er schien richtig Lust zu haben, was mit mir zu tun.
*FiS ohne anfassen, dann auch etwas übertreten, auch ohne anfassen, aber mit Gertenunterstützung >> rechts besser als links
*dann hab ich doch mal die Hand an die Nase gelegt, Übertreten auf kleiner Volte, daraus Travers, und das dann zu einer 1/4 Pirouette umgeformt. >> hat er auf beiten Händen toll gemacht, ich war so überrascht, daß das geklappt hat. gut, das äußere Hinterbein ist noch nicht korrekt bei jedem Schritt wirklich untergetreten, aber die Tendenz war deutlich zu erkennen.
es gab natürlich ganz viele Kekse und Streicheleinheiten, und verbales Lob, wie toll er doch ist.
* auch im Trab konnte ich Stellung durch Handtarget abfragen.
* Übergänge, Volten, Handwechsel, alles im bunten Mix >> das Polo war immer sehr aufmerksam bei mir.
* auch angaloppieren war gut, Polo war in Spiel-Laune und hat 2 Buckler rausgelassen, und mal ausgekeilt, nach außen, nicht zu mir, sehr anständig.
*aber das tollste kommt noch: aus dem Trab halten, durch winken rückwärts richten, und daraus antreten. Und was macht das tollste Polo? Galoppiert aus dem Stand an, also aus dem Rückwärts, aber so toll, gesetzt, nach vorne oben.
auch da gab es natürlich ganz viele Kekse und Streicheleinheiten, und verbales Lob, wie toll er doch ist. Und das beste war, es war reproduzierbar, 2-3 mal, auf jeder Hand. Ich war so begeistert, ich könnte ihn immer noch knuddeln dafür. OK, die innere Schulter war nicht korrekt aufgerichtet, und die Stellung war auch nicht optimal. Aber er hat es von sich aus angeboten, ich wollte ja eigentlich nur energisches vorwärtstraben…
Freiarbeit hat sich bei uns so entwickelt, und ich bin gespannt, was sich noch entwickeln wird.
Dank eurer Anregungen, Babette und Tanja, finde ich immer wieder neue interessante Dinge, die man mit dem Pferd spielerisch er“arbeiten“ kann. Danke dafür.

 

Von Tine • 18. Januar 2016

Mein Pony liebt die Freiarbeit, ist aber leider der Typ, der einem gerne auf die Pelle rückt. Da mir das zu gefährlich ist, habe ich nach einer Lösung gesucht. Dabei herausgekommen ist eine Art
Roundpen auf dem Reitplatz, in dem ich innen laufe und er außen rum. So bin ich geschützt und wir können wunderbar unsere Gymnastik machen.
Das schöne an der Freiarbeit ist das völlig zwanglose miteinander und wenn mein Pony keine Lust mehr hat, dann geht er einfach.

 

Von Edmund Kolowicz • 18. Januar 2016

Ein schöner Artikel dem ich voll und ganz zustimme.
Besonders unter dem Gesichtspunkt das Freitoben nicht Freiarbeit darstellt. Es wäre gut nicht einfach etwas auzuprobieren sondern sich fachlich anleiten zu lassen.
Auf der Anlage wo ich bin ist das der Fall und ich nutze das gerne. Es ist etwas besonderes mit einem Pferd komunizieren zu können und das Gefühl zu haben „wir verstehen uns“. Kann ich jedem nur wärmstens empfehlen. Wir geben oft viel Geld aus um eine Fremdsprache zu lernen – warum dann nicht auch die unserer treuesten Freunde – der Pferde. Sie danken es uns mit großer Freude.

 

Von Britta • 18. Januar 2016

Hallo Tania,

das war ein toller Beitrag, der meines Erachtens alle wichtigen Punkte angesprochen hat und hilft, sich auch selber noch einmal zu „überprüfen“.

Liebe Grüße

Britta

 

Von Elke • 18. Januar 2016

Liebe Tanja,

als Pferdeneubesitzerin (seit ca. 1 Jahr) wurde mir jüngst auch geraten, meine Traberstute (11 J.)bevor ich etwas mit ihr mache, auf dem Platz rennen zu lassen, damit sie „ruhiger“ wird, bzw. „ausgepowert“ ist. Ich habe, wie fast jede(r) Traberbesitzer(in), mit den Vorurteilen gegenüber eines Trabers zu „kämpfen“. Ich hatte also kein gutes Gefühl dabei, habe sie trotzdem ein paar Mal auf dem Platz „gescheucht“ und die Reaktion meines Pferdes hat mir deutlich gezeigt, dass sie das nicht wirklich mag bzw. ihr gut tut.

Dein Beitrag nun bestätigt mir mein Gefühl und meine Bedenken. Das ist zusätzlich noch der Beweis, das ich mich auf mein Gefühl sehr gut verlassen kann und ich auf dem richtigen Weg bin. Und das hat mir meine Stute bisher immer gedankt.

Herzlichen Dank für diesen wichtigen Beitrag.

Liebe Grüße
Elke

 

Von Angelika • 18. Januar 2016

Hallo Tania,
ich habe seit kurzem ein Problem mit meiner 9-jährigen Haflingerstute. Bei der Bodenarbeit/Freiarbeit hat sie früher immer fleißig mitgemacht, seit einiger Zeit fängt sie jedoch an zu steigen und auch nach mir gezielt auszuschlagen, einmal hat sie mich schon am Oberschenkel getroffen und ich bekam einen rießigen Bluterguß, seitdem habe ich Angst und die Bodenarbeit eingestellt, nun zeigt sie dieses Verhalten aber auch beim Longieren, ich weiß mir nun keinen Rat mehr.
Hat sie ein Dominanzproblem? Wie kann ich die Situation wieder entschärfen?
Liebe Grüße
Angelika

__________________

Hallo Angelika,

aus der Ferne kann ich dazu nicht wirklich viel sagen, das wäre mehr als unseriös. Ich glaube allerdings nicht an das Märchen vom "Dominanzproblem". Gerade wenn das Pferd vorher kooperativ war, wird es sehr sicher eine Ursache für das Verhalten geben. Das können körperliche Probleme sein (Schmerzen!), das kann eine Veränderung in der Umgebung oder in Deinem Verhalten sein oder ähnliches. Mein Rat: versuch achtsam herauszufinden, was Deiner Stute die Mitarbeit erschwert und such Dir Hilfe dafür, also z.B. einen guten Physiotherapeuten bzw. jemanden, der pferdegerecht auf Eure gemeinsame Arbeit schaut und Dir Anregungen geben kann usw.

Alles Gute,
Tania

 

Von ju • 18. Januar 2016

Zur Freiarbeit teile ich das Viereck mit einer Schnur ab, da sonst ich es bin, die sich außer Atem rennt. Leider bestimmt dann mein Pferd von sich aus, wann Schluß ist und rennt einfach durch die Schnur und zerreisst sie. Wenn ich jemanden zweiten bitte, kann ich das ganze Viereck mit dem Pferd benützen und es versteht worum es geht.
Bitte, was kann ich besser machen?
Danke und lG j.

______________________

Hallo,

für mich klingt noch nicht so, als hättet Ihr eine gute Kommunikationsbasis, dann wird das Ganze eher ein Freilaufen lassen, bei dem vor allem das Pferd entscheidet. Ich würde ganz an den Anfang zurückgehen und mir die Kommunikation mit dem Pferd sehr kleinschrittig aufbauen. Dabei kann das Clickern ein toller und hilfreicher Weg sein – s. auch http://www.clickerkurs.de

Alles Gute,
Tania

 

Von Heike • 19. Januar 2016

Hallo liebe Tania,

Danke für diesen tollen Artikel. Ich lese seit ca. 1 Jahr hier mit und möchte Euch ein riesengrosses Kompliment aussprechen. Durch Euch konnte ich einen komplett anderen Weg zu und mit meiner 5 jährigen Stute gehen, die noch ungeritten ist.

Wer erleben darf, wie sein Pferd ohne Halfter und Strick nur auf Fingerzeig und Körperenergie sich für seinen Besitzer freiwillig „verbiegt“, mit einer Freude in den Augen, in der nächsten Sekunde abschiesst und losbuckelt vor lauter Lebensfreude, dann auf Pfeifen wieder zu einem kommt….ja der will gar nicht mehr longieren oder gar reiten.

So geht es meiner Stute und mir seit einem Jahr. Mein Pferd ist sehr muskulös, kräftig, stark und sehr selbstbewusst.

Hans-JÜrgen Neuhauser (HJN-Reiten) hat uns auch sehr inspiriert. Ich hoffe ich darf das hier sagen. Sein Satz „Ab dem Augenblick, in dem ein Pferd dahin gehen will, wo auch ich hin gehe kann ich mit dem Ausbilden beginnen – keine Sekunde vorher“.

Danke, dass es Euch liebe Tania und Babette gibt und dass ihr beide hoffentlich noch viel „neuen Wind“ in die Pferde- und Reiterwelt bringt.

Alles Liebe Heike (und Garizona :-))

 

Von Michèle • 19. Januar 2016

Das hast du sehr schön zum Ausdruck gebracht. Ich bin absolut der gleichen Meinung!

 

Von Siri • 20. Januar 2016

Hallo Tania!
Ich arbeite in Moment mit einem sehr schönen Freibergerwallach. Er reagiert wunderbar auf Körpersprache und lauft sehr schön an der Longie. Leider hat man ihn früher (aus nichts-besseres-Wissens) immer nach jeder Arbeitsstunde freigelassen um Herumzutoben, was dazu geführt hat, dass es jetzt unmöglich ist ihm in eine ruhige balancierter Galopp zu führen, obwohl er Körperlich ganz in der Lage wäre das zu machen. Er verknüpft einfach Galopp mit wilder, unkontrollierter herumspringen. Wie schwierig es ist diese frühere nicht-bös-gemeinte Gewohnheiten zu korrigieren!

Siri

 

Von Olivia • 21. Januar 2016

Hallo,

als mein Pferd vor 1,5 Jahren noch meine RB war, hab ich zum ersten Mal mit Freiarbeit begonnen. Davor kannte ich auch nur das Rennen lassen und Scheuchen. Zwar hab ich beides in der Freiarbeit weggelassen, hab mich aber trotzdem über jeden lustigen Hüpfer des Boxenpferdes gefreut – und war dabei aus Naivität viel zu nah dran. Bis mir eines Tages die Hinterhufe so dicht über den Kopf flogen, dass ich sie nicht mehr sehen, dafür aber das windige Geräusch der sausenden Hufe erschreckend deutlich hören konnte. Glück gehabt..

Liebe Grüße!

 

Von Sarah • 9. Februar 2016

Großartig! Ich habe den Sinn hinter diesem exzessiven Herumscheuchen noch nie verstanden!

 

Von zuaberfee • 13. Februar 2016

Echt schön geschrieben, vielen Dank für solche aufführlichen Artikel.

Ich habe meine stute 9 monate und arbeite seit einigen monaten auch mit der freiarbeit. Zirkustricks beherscht sie schon ein paar (ja sagen, nein sagen, lachen, küsschen, beine kreuzen,spanischer schritt,komplimemt, knien, liegen…)
eien zeit lang war sie bei der freiarbeit immer sehr motiviert und es hat uns sehr spaß gemacht.
Doch seit kurzer Zeit ist sie
-sehr abgelenkt
-unaufmerksam
-faul und unmotibert
usw

Dadurch bin auch nicht gerade glücklich. Egal wie viel motivation ich zeige, es wird nichts. ich habe das gefühl sie hat gar keine lust mitzumachen :/
oft kommt sie mir zu nah und ich weiß nicht mehr weiter!

Danke für den bericht!

Ganz liebe grüße

*******************

Ich mache auch immer wieder die Erfahrung, dass Erwartungen und Freiarbeit sich oft widersprechen… Aber ich denke, das liegt in der Natur der Sache, FREIarbeit lässt sich nicht erzwingen (auch nicht auf eine nette Art 😉 ). Schau doch vielleicht mal, was passiert, wenn Du nichts willst.

Herzlich,
Tania

 

Von Nicole • 13. März 2016

Ich habe das Reiten und den Umgang mit dem Pferd auch noch anders gelernt. Da musste das Pferd einfach funktionieren.
Seitdem ich mein neues Pferd habe, machen wir viel Bodenarbeit und seit einiger Zeit auch Freiarbeit. Anfangs hielt mein Pferd nicht viel von mir oder einer Zusammenarbeit zwischen uns. Ganz langsam Schritt für Schritt fanden wir zueinander, dass vertrauen wuchs und unsre Kommunikation wird immer besser. Es ist ein wahnsinnig tolles Gefühl wenn mein Pony heute auf Zuruf gelaufen kommt und freudig mitmacht. Da vergisst man das Reiten schon mal. Ich kann nur bestätigen, dass es meist nicht klappt wenn ich unbedingt etwas erreichen will, einfach weil ich dann oft zu verbessern bin, das es auch klappt. Sich immer wieder bei der Arbeit zu reflektieren ist wichtig und ein langer Prozess. Aber bekanntlich ist der ja der Weg das Ziel. Viel Freude euch weiterhin bei der Freiarbeit.

 

 

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