Wenn es so sein müsste, dann würde ich das Reiten und den Umgang mit Pferden lieber sein lassen…

Meine Tätigkeit als reisende Seminarleiterin bringt es mit sich, dass ich sehe, wie Pferde in anderen Ställen gearbeitet, geritten und gehalten werden. Und was ich da so zu sehen bekomme, ist schon sehr unterschiedlich.

In manchen Ställen herrscht eine richtige Wohlfühlatmosphäre. Mensch und Pferd strahlen Ruhe und Zufriedenheit aus, der Umgang ist respekt- und liebevoll und das Reiten und die Arbeit mit den Pferden ist schön anzusehen. In solchen Ställen ist es ein Vergnügen, einen Kurs abhalten zu dürfen und meine Pferdewelt ist in heiler Ordnung. 🙂

Doch leider ist das keine Selbstverständlichkeit und so sehe ich auch vieles, was so gar nicht in meine Vorstellung von pferdegerechten Umgang, pferdegerechtes Reiten und pferdegerechte Haltung hineinpasst und ich muss es leider so krass sagen: Oftmals bin ich zutiefst schockiert!

Ja, ich habe Rollkur in übelster Ausführung im Fernsehen gesehen, schlimme Bilder in Zeitschriften oder im Internet und ich weiß, dass es in vielen Ställen ganz normal ist, dass Pferde 23 Stunden am Tag in einer Box ihr trübseliges Dasein als Sportgerät fristen. Aber so etwas „live“ im ganz normalen Reitstallalltag zu sehen, ist noch mal was ganz anderes als aus der Distanz in den Medien. Und es werden Erinnerungen in mir geweckt, an die ich eigentlich nicht erinnert werden möchte…

Wie gut ich das noch in Erinnerung habe…

Denn auch ich habe viele Stunden mit und auf Pferden hinter mir, auf die ich alles andere als stolz bin. Ja, auch ich habe nach Reitstunden Blasen an den Fingern gehabt, weil mein Pferd ja „ach so hart“ im Maul war und ich auf meinen Reitlehrer gehört habe, der mir die Anweisung gab, „gegenzuhalten“. Auch ich nutzte die Macht von Hilfszügeln  in der Überzeugung, dass der Pferdekopf ja nunmal irgendwie runtermuss, damit das Pferd „gesund“ läuft. Und ja, wenn das Pferd nicht so wollte wie ich, setzte es auch mal was mit der Gerte…

Kampf statt Tanz

Viele Einheiten waren alles andere als ein harmonischer Tanz mit dem Pferd. Es waren eher Kämpfe und es galt, als Sieger aus der Reitstunde herauszugehen. Dafür war der Einsatz von Waffen, oh Entschuldigung, ich meine natürlich das Verstärken der Hilfen 😉 ( wie z.B. ein pieksender Sporen, die strafende Gerte, ein fixierender Hilfszügel usw.) gerechtfertigt, denn ich verfolgte ja schließlich die gute Absicht, das Pferd in gesunder Haltung zu reiten. Das Pferd muss ja nunmal auf die Hinterhand gesetzt werden, egal, wie viel Kraft und Hilfeneinsatz dazu nötig ist, denn ansonsten schadet das Reiten dem Pferd. So war meine Überzeugung damals. Und reißt das Pferd vor Schmerz das Maul auf, gab es ja eng zu verschnallende Sperrriemen, die genau das verhinderten…

Und hat mich jemand gefragt ob ich Pferde liebe, so habe ich aus ehrlichem Herzen „Ja!“ gesagt.

Lieben wir unsere Pferde? Wirklich?

Ich bin überzeugt davon, dass die große Mehrheit aller Reiter und Pferdemenschen die Frage, ob sie ihr Pferd lieben, mit „Ja“ beantworten. Nur, wenn ich dann mit meinem heutigen Wissen und meiner jetzigen Überzeugung und Einstellung in viel zu vielen Ställen sehe, wie:

  • Reiter an den Mäulern ihrer Pferde riegeln,
  • mit oder ohne Einsatz von Hilfszügeln die Nasen ihrer Pferde auf die Brust ziehen,
  • versuchen, jeden Tritt des Pferdes über energisches Treiben (oder eher Treten?) herauszureiten,
  • Pferde mit der Gerte geschlagen werden, die ja „ach so widersetzlich“ sind,
  • Pferdeaugen, die unendlichen Kummer und Schmerz ausstrahlen
  • und wenn ich Kommentare höre, wie: „der blöder Bock will heute wieder nicht„,

bin ich zum Teil kaum noch in der Lage mich auf meinen Unterricht zu konzentrieren.

Ich gebe mir alle Mühe diese Bilder und Gefühle während meiner Arbeit nicht an mich heranzulassen. Aber sie wirken stark in mir nach und ich kann nicht verstehen, warum anscheinend so viele Pferdemenschen trotz des Wissens, das wir heute über Pferde haben, nicht damit beginnen, ihr Verhalten kritisch zu hinterfragen.

Warum sind Kraftreiterei, ein roher, gewaltgeprägter Umgang mit Pferden und die Haltung in Einzelzellen ohne Freigang in so vielen Ställen vollkommen normal?

Viele, für die Gewalt dem Pferd gegenüber normal ist und viele, die ihre Pferde nicht artgerecht halten, sagen von sich, dass sie Pferde lieben und dass Reiten ihr Hobby ist und dass Ihnen das Reiten und der Umgang mit ihrem Pferd Spaß macht. Und dann sieht man, wie die Gesichter rot vor Zorn und Anstrengung werden, hört immer wieder dieselben lieblosen Worte und sieht echte Misshandlungen an den doch angeblich so geliebten Lebewesen.

Ich verstehe diesen Widerspruch nicht und ich tue mich immer schwerer damit…

Ein Glück! Es geht auch anders

Wir alle machen Fehler und jeder kann auch mal auf falschen Wegen wandeln. Aber wir sollten eines immer tun: Unsere Handlungen kritisch hinterfragen. Wir sollten uns im Spiegel ehrlich in die Augen schauen und uns fragen, ob unsere Art zu reiten, ob unser Umgang mit dem Pferd und ob seine Haltung wirklich pferdegerecht sind. Und ob unser Pferd auch so viel „Spaß“ an unserem Hobby hat, wie wir…

Ich habe heute, wie auch früher, die Absicht, meine Pferde „gesund“ zu reiten. Ich habe Spaß an Dressurreiten und möchte meine Pferde sowohl am Boden, als auch unter dem Sattel sinnvoll gymnastizieren.

Aber ich bin heute nicht mehr bereit, meine Pferde einen hohen Preis für mein Vergnügen zahlen zu lassen. Für mich ist die Vorstellung,

  • dass meine Pferde darunter leiden würden, dass ich sie reite,
  • dass sie sich aus Angst und Schmerz verspannen würden, weil ich grob mit ihren Mäulern umgehe,
  • dass ich meine Pferd mit Lederriemen in eine Haltung fixieren müsste, die ihnen mit Sicherheit nach kurzer Zeit starke Schmerzen zufügen würde,

nicht mehr zu akzeptieren. Müsste es tatsächlich so sein, dann würde ich lieber auf „meinen Spaß“ und auf das Reiten verzichten.

Heute weiß ich aber zum Glück, dass man auch

  • ohne Hilfszügel,
  • ohne Kraft,
  • ohne mit dem Pferd kämpfen zu müssen
  • und ohne Strafe

zu dem Zielbild: ein Pferd losgelassen in gesunder Körperhaltung unter dem Reiter kommen kann. Und heute gehe ich noch weiter und sage: und zwar nur so! Denn jedes ehrlich „gut gehende“ Pferd darf den ersten und elementarsten Punkt der Ausbildungsskala nie verlieren: die Losgelassenheit!

Losgelassenheit bekomme ich nur bei der Abwesenheit von Schmerz und Zwang

Losgelassenheit ist nur möglich, wenn das Pferd keine Schmerzen leidet und nicht drangsaliert wird. Vieles von dem, was so häufig zu sehen ist, hat für mich mit echter Versammlung oder mit einem „auf der Hinterhand sein“ oder auch nur mit einem „gut Gehen“ nichts zu tun. Was ist statt dessen oft sehe, sind für mich arme, zusammengezogenene, bemitleidenswerte Pferde!

Es geht wunderbar ohne Kraft und körperlicher Überlegenheit

Weder Reiten noch der Umgang mit einem Pferd muss von Kraft und Gewalt geprägt sein. In einem Longenpraxiskurs, den ich vor kurzem gegeben habe, hat ein neunjähriges Mädchen mit einer vierjährigen Oldenburger Stute teilgenommen und hat allen Anwesenden eindrucksvoll gezeigt, dass es keinerlei Kraft und körperliche Überlegenheit braucht, um ein junges Pferd zu händeln und gymnastizierend wertvoll zu longieren. Es war einfach wunderschön, den beiden bei ihrer gemeinsamen Arbeit zuzusehen 🙂

Rahel Lea und Linette bei der Arbeit nach dem Longenkurs:

Ich weiß für mich eines mit absoluter Sicherheit

Sicher mache ich auch heute noch Fehler und ich habe immer noch viel zu lernen. Aber ich kann sagen, dass ich heute sehr vieles nicht mehr tue, was ich früher für „normal“ hielt und dass ich auch nicht mehr bereit dazu wäre, es zu tun. Müsste man, um ein Pferd „gut“ zum Laufen zu bekommen,

  • tatsächlich viele Kilos in der Hand haben,
  • jeden Tritt mit Kraft im Schenkel herausreiten,
  • dem Pferd beim Reiten Kummer und Schmerzen bereiten,
  • grob auf ein Pferd einwirken, damit das Pferd gesund läuft
  • und wäre Rohheiten gegenüber Pferden der Preis, den man eben für „erfolgreiche Pferdearbeit“ zahlen müsste,

dann weiß ich für mich eines mit absoluter Sicherheit: Ich würde es sein lassen! Ich würde mit Leichtigkeit auf das Hobby Reiten verzichten und mir schwören, nie wieder ein Pferd zu halten und zu besteigen!

Doch zum Glück weiß ich, dass es auch anders geht. Weder das Reiten noch der Umgang mit Pferden muss ein Krieg und Kraftakt sein. Oder anders gesagt: Sowohl das Reiten als auch der Umgang mit Pferden darf niemals ein Krieg und Kraftakt mit Pferden sein! Ist es so, läuft etwas gewaltig falsch.

26. April 2011 von Babette Teschen • Kategorie: Sonstiges 54 Kommentare »

 

54 Reaktionen zu “Wenn es so sein müsste, dann würde ich das Reiten und den Umgang mit Pferden lieber sein lassen…”

 

Von Maike • 26. April 2011

Liebe Babette,

du sprichst mir, wie meistens, aus der Seele!
Unbeschreiblich entsetzlich Gewaltreiterei wirklich live zu sehen. Ohnmacht, Trauer und Wut überwiegen und die entsetzliche Hilflosigkeit nichts aktiv dagegen tun zu können außer es halt anders vorzuleben. Aber was zählt schon so ein ambitionsloser Freizeitreiter wie ich bei erfolgreichen Turniercracks? Der Erfolg gibt ihnen ja vermeintlich Recht.

Das macht mutlos, aber umso schöner das es hier Gleichgesinnte gibt und dank eures großen Engagements werden es immer mehr! Hut ab!!!

Liebe Grüße
Maike

PS: So manchen ach so erfolgreichen Reiter würde ich gerne mal mit gebissloser Zäumung sehen. Wäre doch eine viel bessere Kontrolle für den Ausbildungsstand von Ross & Reiter, oder?

 

Von Silvia • 26. April 2011

Hallo Babette,

erst heute wurde ich wieder Zeuge von der Unwissenheit der Reiter…
Ich unterrichtete gerade meine 7jährige Reitschülerin auf meinem Pony. Da lief ein Pferd an uns vorbei, welches schon am Putzplatz mit Dreieckszügeln „in Form“ gebracht wurde. Das Mädchen fragte mich, ob das Pferd traurig sei. Ich fragte, wie sie darauf kommt. Ihre Antwort war: „Er kuckt so traurig.“
Das sagt doch eigentlich alles. Und ich frage mich, warum ein Kind das erkennt aber der Reiter darauf nicht. 🙁

Liebe Grüße,
Silvia

 

Von Birgit • 26. April 2011

Genau so ist es… 🙁
Warum auch immer. Und trotz (angeblich vorhandenem) besseren Wissen.
Selbstverständlich müssen wir alle Kompromisse machen, nicht jedem steht eine zu 100 % pferdegerechte Unterbringungsmöglichkeit zur Verfügung – zu oft bleibt nur die Wahl des geringsten Übels. Leider.

ABER – beim Umgang habe ich ganz allein die Wahl, zu 100 % pferdegerecht zu handeln (und oft genug werden auch mit bestem Vorsatz nur 90 oder 95 % erreicht – weil wir eben auch nur Menschen sind…). Und trotzdem wird diese Wahl leider immer noch viel zu selten getroffen. Hierfür bin ich selber verantwortlich, ich entscheide, warum und wie ich etwas mit meinem Partner Pferd unternehme. Da brauche ich keine Kompromisse schließen, ich bin von niemandem abhängig oder auf „good will“ von Dritten angewiesen.
Wie Du sagst – wenn Reiten bedeutet zu kämpfen, dann lasse ich es lieber. Es gibt genügend Sportarten, wo man kämpfen kann und sich der Gegner entsprechend wehren wird… wie viele Reiter würden wohl umdenken, müssten sie die Konter ihrer Pferde einstecken?

Du sollest zusehen, daß Du den Blog als Artikel veröffentlicht kriegst…. ich denke da an eine bestimmte Teilnehmerin des letzten Kurses :frech:
Der Blog müsste eigentlich in ALLEN gängigen Reitsportmagazinen veröffentlicht werden!

Weiter so und liebe Grüsse
Birgit

 

Von Sabine • 26. April 2011

Danke Babette!
Du sprichst mir aus der Seele – mehr muss man dazu nicht sagen.

 

Von Beate • 26. April 2011

Genau aus den von Dir genannten Gründen hatte ich meine verschiedenen Versuche, auf Schulpferden reiten zu lernen, alle abgebrochen.

Auch später – mit dann eigenem Pferd – hatte ich nie den Unterricht, den ich mir für mein Reiten und meinen Umgang mit dem Pferd vorgestellt hatte. Wenn ich versuchte zu erklären, dass meine Vorstellung die Kommunikation und ja, auch der Tanz, das Verwachsensein mit dem Pferd sei, habe ich nur Unverständnis geerntet.
Deshalb bin ich nie ein guter Reiter geworden, denn dafür hätte man doch auch mal Unterricht und den Blick von außen gebraucht und nicht nur Bücher, aber immerhin hatte keines meiner Pferde je Probleme mit dem Rücken und ihr Augenausdruck war nie resigniert.

 

Von Nicole • 26. April 2011

Hallo Babette,
zwei „Dumme“ – ein Gedanke. ;-] Das Thema ging mir auch schon ab und an durch den Kopf, wenn ich so manche Reiter sehe und beobachte.
Wenn wir von unseren Pferden Respekt, Vertrauen, Freundschaft, und Verständnis zur Mitarbeit erwarten sollten wir es ihnen ebenfalls entgegenbringen, da dies nur funktionieren kann, wenn es aus beiden Richtungen zusammenfließt.
Erst kürzlich hatte ich eine Eingebung und mir Gedanken gemacht, wie es sich für das Pferd eigentlich anfühlt, beim Arbeiten ständig auf einem Stück Metall herumzukauen und stellte es mir als nicht so besonders angenehm vor. Also habe ich beschlossen meine Trense zu Gebisslos umzubauen. Die erste Gelegenheit dazu bot sich kurz vor Ostern zu einem Spazierritt mit Begleitung. Also das erste mal ohne gebiss und quasi damit gleich ins Gelände. Navaro(4J.) war davon jedenfalls sehr angetan. Er belohnte mich mit einem wunderschönen Ritt. Er gab mir das absolute Gefühl, völlig sicher zu sein auf seinem Rücken. Soviel zu gegenseitigem Vertrauen. Einem Pferd, dem man erlaubt, seine eigene Persönlichkeit mit einzubringen, gibt uns freiwillig und gern das, was wir uns auf einem gemeinsamen Weg erhoffen.

LG Nicole

 

Von Jochen • 26. April 2011

Liebe Babette,

ich habe es nie ausprobiert, aber ich kann mir gut vorstellen, wie entgeistert ein Gardian in der Camargue reagieren würde, wollte man ihn auf einem „gebrochenen“ Pferd in eine Herde von 30 Kampfstieren schicken, aus der er einen von ihnen heraustreiben soll.
(Dazu muß man wissen, daß diese Stiere nach dem Kampf auf die Weide zurückgebracht werden, um eine Kampferfahrung reicher – genau das Phänomen, das in Spanien und im Baskenland durch Abstechen des Stieres vermieden wird…)
Ein Pferd, das seine natürliche Autorität eingebüßt hat, wäre da für den Reiter wohl lebensgefährlich, und der handelsübliche Gewaltreiter müßte um seine Beinschlagader fürchten – die Hörner dieser Kampfstiere befinden sich genau in der richtigen Höhe…

Respektvoller Umgang mit Pferden ist für alle ernsthaften Situationen schon aus Eigeninteresse unabdingbar – respektvoller Umgang von Anfang an, versteht sich, später wird es heikel.

Liebe Grüße aus der Provence, Jochen

 

Von Manuela • 27. April 2011

Guten Morgen Babette,

Du hast mal wieder den Nagel auf den Kopf getroffen!

Ich finde, Du solltest Kolumnen schreiben – gleich auf Seite 1.

Liebe Grüsse
Manuela

 

Von Dagi • 27. April 2011

Liebe Babette

Wie wahr! Ich frage mich auch immer wieder, wieso es noch so viele Gewaltreiter gibt bei den Beweisen, dass es auch anders geht! Ich ertrage es auch fast nicht mehr, wenn ich solche Sachen live miterlebe.

Liebe Grüsse
Dagi

 

Von Marie-Luise • 27. April 2011

Hallo Babette,
vielen Dank für den Bericht. Und wie schon gelesen, es werden zum Glück immer mehr, die neue gewaltfreie Wege gehen. Ein Glück für viele Pferde ist es, wenn die Reiter/-innen so Menschen wie Dir begegnen durften. Viele Grüße….. Marie-Luise

 

Von Ulli Hacker • 27. April 2011

Liebe Babette!
Ich danke dir für die lieben Worte. (Der liebe Gott hat mir sowohl die in dem Beitrag erwähnte sehr einfühlsame Tochter als auch die wundervolle Oldenburgerstute als große Bereicherung meines eigenen Lebens geschenkt.)
Ich drück dich! Lieben Gruß Ulli

 

Von monika Greiner • 27. April 2011

liebe Babette .
,Wahre Worte die Du Schreibst,ich habe das Glück in einem Stallzustehen wo es Schlaufzugelverbot gibt,wo alle ein ziel haben,ohne gewalt zu reiten viele Dinge zulernen,egal ob es nach Phillipe Karl ist oder nach Honza,u.S.w.ob es zirkuslektionen sind ich glaube das sich unsere Pferde Sau wohl Fühlen,selbst Gast pferde spuren bei uns die Harmonie,Liebe grüße Moni,Bandolino und Sunny

 

Von Patrizia • 28. April 2011

Liebe Babette,

ja, du sprichst auch mir aus der Seele…
Wie oft bin ich in der Behandlung eines Pferdes und neben mir laufen genau diese Dinge ab, die du beschrieben hast…

Es fällt mir schwer, das aus zu blenden und es tut mir in der Seele weh…

Aber es geht anders und Deine/Eure Arbeit und auch meine, wenn ich durch die Lande reise trägt dazu bei, die Welt für die Pferde tatsächlich zu verbessern…

Ich freue mich, dass es immer mehr Menschen auf dieser Welt gibt, die andere Wege gehen und dadurch die Augen der Pferde wieder leuchten lassen!

Danke für Eure Seite, die sehr viel dazu beiträgt!

Liebe Grüsse
Pat

 

Von Tanja • 28. April 2011

Ich habe auch das Glück, mein Pferd in einem Stall untergebracht zu haben, in dem „pferdegerechtes Reiten“ unterrichtet wird und der freundschaftliche Umgang mit dem Partner Pferd an der Tagesordnung ist. Alles andere wäre für mich nicht erträglich.

LG
Tanja

 

Von whispery • 29. April 2011

Hallo Babette,

ich unterschreibe jeden einzelnen Satz von deinem tiefgehenden Beitrag.
Ich glaube viele haben tatsächlich nicht das Wissen, dass es auch anders geht. Fast jeder hat das Reiten so erlernt wie du und ich…militärisch und herrisch.
Bei einigen fehlt dann aber leider das eigene Selbstbewusstsein auch mal über den Tellerrand zu schauen und mal anders zu sein als die anderen.
Die Art wie ich mit meinem Pferd arbeite, lässt mich oft gegen Windmühlen ankämpfen. Zum Glück habe ich einen Stall gefunden, die langsam sehen, dass es eben auch so funktioniert 😉

Viele Dank dafür!

P.S.: du warst eigentlich der Auslöser für mein Umdenken im Umgang mit dem Pferd!

 

Von Carola Schlanhof • 30. April 2011

Hi Babette,

wie gehst du mit Situationen um, wenn du in einem traditionellen Stall (Boxenhaltung, stundenweiser Auslauf, longieren üblicherweise mit irgendeiner Form Hilfszügel…) einen Kurs mit externen Teilnehmern (also nicht aus dem traditionellen Stall) abhältst und sie dich darauf ansprechen, was du dazu sagst (wie die Pferde dort gehalten, gearbeitet werden) und unidealerweise Stallinterne ebenfalls mithören (oder deine Antwort zugetragen kriegen), die, wie von dir beschrieben, wirklich und ehrlich ihre Pferde lieben und überzeugt sind, daß ihr Training nur (oder vorwiegend) dem Wohl des Pferdes dient?

Wie damit umgehen, daß an sich sehr nette Leute, bei denen du gewissermaßen zu Gast bist (ist ja schließlich deren Reitstall), ein Verhalten zeigen, das deinen Prinzipien widerspricht, speziell wenn du dort auch in Zukunft noch auftauchen willst?
(Sorry, dein Beitrag erschien gerade 2 Tage, nachdem ich mir diese Frage gestellt habe. Gute Lösung habe ich noch nicht gefunden…)

Viele Grüße

Carola

PS ich mag den Ausdruck „Pferde werden gearbeitet“ absolut nicht, weil ich MIT Pferden arbeite. Ist nur leider gebräuchlich und spiegelt auch gut die moderne aktive Bearbeitung des Pferdes durch den Reiter, um das Pferd in Form zu ziehen, wieder

 

Von Kerstin • 2. Mai 2011

Hi Babette, wenn es denn „nur“ das Reiten wäre… Auch habe ich gottlob, das Glück in einem Reitstall zu stehen, in dem unsere Jungs und Mädchen glücklich, zufrieden, ausgeglichen und SATT sind.
Unglaublich, welche Stories man von Neueinstellern hören muss. Bezeichnenderweiße kam gestern ein Baldneueinsteller zur Fütterungszeit zu uns und war ganz verwundert, dass noch fast alle Pferde oder Ponies ihr Heu nicht aufgemümmelt hatten. Die Pächterin war erst irritiert, weil Sie die Frage nicht verstand und antwortete dann perplex. „ Weil sie satt sind…?!“
Viele sogenannte Profi-Pferdeleute sparen am Futter und am Heu und wenn diese Leute dann noch die Einsteller „coachen“ – ein Teufelskreislauf.
Deine Website empfehle jedem, der etwas empfohlen haben möchte. Weiter so.

 

Von Birgit • 2. Mai 2011

Ich lese hier schon länger mit und freue mich über jeden Newsletter. Er regt halt zum Innehalten ein und ist immer eine schöne Erinnerung für meinen persönlichen Umgang mit unseren eigenen und den Pensionspferden.
Wir sind sehr bemüht auch unseren Pensionspferden ein artgerechtes Leben zu ermöglichen, wozu aber auch immer wieder ermüdende Gespräche mit so manchem Einsteller nötig sind. Nicht alle bleiben bei uns …, aber ich stelle immer wieder fest, dass die die sich darauf einlassen es sich irgendwann nicht mehr vorstellen können, ihr Pferd wieder in 23 Stunden Boxenhaltung zu stellen. Bei uns in der Nähe gibt es eine sehr schön angelegte große Reitanlage mit Wellenbahn, Galoppbahn um die Weiden, offener Halle zum Springen, großer Dressurhalle, Longierhalle, Führanlage etc. Alles da, aber noch nicht einmal Paddockboxen (laut Stallbetreiber werden diese nicht nachgefragt), die vorhandenen Wiesen wurden kaum genutzt (auch hier kein Bedarf), nur zwei Sandpaddocks, die stundenweise von einzelnen Pferden genutzt werden können. Wir waren dort an einem der ersten schönen sonnigen Tagen mal wieder spazieren. Bei den meisten Boxen waren die Außenfenster geschlossen. Mir hat es fast das Herz zerrissen, angesichts der Pferdegesichter, die da direkt hinter den Scheiben versuchten ein wenig von Sonne zu erhaschen. Mein Mann hat es dann sehr treffend formuliert – naja halt moderne Käfighaltung für Pferde, jedem Huhn geht es heute besser.
Das ist mir nicht mehr aus dem Sinn gegangen, wir haben unseren eigenen Hof daraufhin noch einmal auf Verbesserungsmöglichkeiten überprüft und natürlich auch gefunden, irgendetwas geht immer noch besser. Uns sind Grenzen gesetzt, da der Hof gepachtet ist, aber mit Ideen, engagierten Einstellern und viel gutem Wille geht immer noch was.
Als wir damit angefangenen haben, waren wir wirklich Exoten, heute holen sich viele bei uns Tipps, dass ist doch ein gutes Zeichen, dass sich etwas tut.
In diesem Sinne freue ich mich viele weitere Anregungen zum Innehalten.

 

Von ursula • 2. Mai 2011

Liebe Babette
ich bin begeistert von deinem Beitrag voller Liebe für das Pferd – voller Liebe für die Tiere allgemein und die Natur im besonderen.
Warum handeln Menschen oft so lieblos? Weil sie nicht achtsam sind. Sie reiten nicht mit jeder Zelle ihres Körpers sonst wären sie und ihr Pferd eine Einheit! Tiere haben eine Seele wie wir Menschen auch! Das einzige was sie von uns unterscheidet ist der Verstand und das Wort… die Frage bleibt: können wir Menschen stolz darauf sein, dass wir beides haben?
Wenn wir Verstand und Wort in Liebe anwenden – dann JA!
Liebe Babette wahrscheinlich bist du mehr Menschentrainerin denn Pferdetrainerin 😉
Bitte mach weiter!! solche Menschen wie dich braucht die neue Welt!
Liebevolle Grüsse
Ursula mit ihren Fellnasen

 

Von Julia • 2. Mai 2011

Der Beitrag erklärt genau das, was ich ständig beobachte und mir dabei denke.
Ich muss nur nach „nebenan“ gucken, dann sehe ich hochgezüchtete Sportpferde allen Alters, 23 Stunden in Boxenhaltung, die in einer Reitstunde unter großem Geschrei meist in der Reithalle geknebelt werden. Weiden gibt es nicht, nur eine kleines Paddock, was so gut wie nie genutzt wird, weil „die ja richtig gearbeitet werden“ und „sich sonst verletzen, weil sie so sehr loslaufen“- wen sie dann Gelegenheit haben, sich mal zu bewegen.
Daneben meine Pferde, die entspannt über ihre großen Weiden schlendern und mit Ruhe und Verständnis mitdenken dürfen.
Das Angebot, „mal auf einem richtigen Pferd zu reiten“, lehnte ich dankend ab, es reizt mich gar nicht, beim Verschnüren zu helfen. Meine Pferde sind reiterlich noch nicht weit ausgebildet, sie bekommen Zeit, erstmal Pferd zu werden nach der Rennbahn, aber ich freue mich jeden Tag, wenn ich sehe, wie wohl sie sich hier zu fühlen scheinen.
Leider sehe auch ich häufig solche Problemställe und hatte selber letztes Jahr meinen Hengst kurz in einem solchen Stall stehen, weil ich für einige Tage auf eine entsprechende Anlage angewiesen war. Ich begentete den dortigen Reitern mit völligem Unverständnis, und sie ebenso mir, wollten sie ihre Westernpferde bezwingen, indem Köpfe in allen erdenklichen Positionen festegbunden wurden und sporniert wurde und die Pferde unter Druck gesetzt wurden, während ich nur die Sorge hatte, dass mein Hengst sich in Boxenhaltung nicht genug bewegen konnte, weil es auch dort zwar eine Führmaschiene gab, aber keine Paddocks.
So fallen mir tausend Beispiele ein, auch von Reitschülern, denen ich versuche zu vermitteln, dass sie mit dem Pferd arbeiten müssen. Dann reiten verzurrte Pferde an uns vorbei und ich frage mich, wie das sein kann.
Vielen Dank also für diesen Beitrag, ich zweifelte schon an mir und dachte, ich würde in diesem Punkt übertrieben empfnden.

 

Von Sylvia • 2. Mai 2011

Liebe Babette!
Als ich vor 5 Jahren mit 43 wieder mit dem Reiten anfing, hatte ich eine tolle Lehrerin. Sie achtete beim Unterricht darauf, dass nicht nur die Reiter sondern auch die Pferde sich wohl fühlen und hat dies auch stets erklärt. So lernte ich auch zu merken, wann sich ein Pferd nicht wohl fühlt und das dies meistens an mir lag, weil ich vielleicht zu verkrampft war,mich nicht auf meine Hände oder meinen Sitz konzentrierte usw. Gleichzeitig lernte ich eine Frau kennen, die ihre Pferde nach Pat Parelli ausbildete und die Ergebnisse fand ich total interessant und so begann ich mich umzusehen, welche Impulse sämtliche Pferde- und Reitbereiche so vermitteln und so kam ich auch zu euch.
Nach 3 Jahren Reitunterricht habe ich nun seit einiger Zeit ein Pflegepferd. Er ist klassisch Dressur und Springen ausgebildet und ein nettes Pferd. Allerdings ist er es gewöhnt, dass man ihn ständig mit ganz eng anliegenden Beinen reitet, was ich von der Reitschule überhaupt nicht kannte. Außerdem ist das sooo anstrengend! Weil ich ihn nicht allein reite und die anderen Reiterinnen ihn eben im „Klammersitz“ reiten, haben Pferd und ich leider ab und zu ein weniger harmonisches Reiten. Aber wir „arbeiten“ dran. Weil ich genau weiß, dass die anderen Mitreiterinnen nichts von neuen Impulsen halten, mache ich ganz viel Bodenarbeit mit ihm und das hat uns sehr verbunden und wir konnten uns dabei richtig gut kennenlernen. Weil wir leider keinen wetterfesten Platz haben und auch keine Halle, ist bei schlechtem Wetter die Bodenarbeit oft eine gute Alternative.Inzwischen mache ich mir nicht mehr so viel daraus, wenn ich das Gefühl habe, dass die anderen meine Aktionen eher belächeln. Denn eines ist klar: Das beste Verhältnis zum Pferd habe ich! Das ist der Vorteil, wenn man über den Tellerrand schaut, sich für Neues interessiert, dies ausprobiert und immer beobachtet, wie es allen Beteiligten dabei geht. Mir persönlich macht das so viel Spaß und ich finde es super interessant. Da tun mir dann die Schönwetterreiterinnen mit ihrem Scheuklappendenken schon fast wieder leid. 🙂
Ich werde mich auf jeden Fall weiter umsehen und freue mich jeden Montag auf euren Newsletter.
Ganz liebe Grüße,
Sylvia

 

Von Claudia • 2. Mai 2011

Liebe Babette und alle,

das ist wieder mal etwas dass ich blind unterschreiben kann. Bin grad auf Stallsuche und war gestern ein bisschen unterwegs. Gute Laune habe ich mich bei schönstem Frühlingswetter mit einer Kollegin bei uns im Stall verabredet um von dort aus los zu gehen. Fahr ich also bei uns auf den Parkplatz direkt vor dem Reitplatz ist das erste was ich sehe 3 junge Mädels mit ihren Pferden am arbeiten ( in dem Fall Western geritten, spielt aber keine Rolle ). Da wurden die Pferde überstellt auf dem Zirkel galloppiert, die Köpfe herumgerissen wenn sie nicht gleich entsprechend reagiert hatten und an blanken Kandaren die Köpfe auf die Brust gezogen und gleichzeitig ordentlich die Beine dran und das alles – man wird es nicht glauben – bei bester Laune. Nach über einer guten Stunde waren die Mädels immer noch dran, mit den selben Pferden. Auf einem der Höfe die wir uns angeschaut haben ( wunderschöne gepflegte Anlage, leider kein Winterauslauf ) haben wir einer Reiterin im Viereck zugesehen… mit Schlaufis drin….
Und ich mache mir seit einiger Zeit eigentlich schon Vorwürfe, dass ich überhaupt ein Pferd halte weil ich einfach keinen einigermassen anständigen Stall finde wo die Tiere einigermassen artgerecht gehalten werden und wo man davon ausgehen kann, dass die die Leute, die mit den Pferden umgehen wenigstens etwas Sachverstand haben – von Tierliebe und Spass an der Arbeit will ich schon gar nicht reden.

Alles Liebe
Claudia

 

Von Claudia • 2. Mai 2011

P.S. noch was vergessen: Das Bild mit der Kleinen und der jungen Stute ist wunderschön!!!!

 

Von Steffi • 2. Mai 2011

Liebe Babette,
mir war beim Lesen fast ein bisschen feucht um die Augen. Nach viel zu langer Pause habe ich vor ein paar Jahren in einem Schulstall wieder angefangen und konnte die ersten Male vor Muskelschmerzen kaum laufen … Nein, wirklich Spaß hat das Reiten dort nicht gemacht.
Dann habe ich mir ein eigenes Pferd gekauft und bin zum Glück zur Erkenntnis gelangt, dass es tatsächlich völlig anders und viel viel schöner geht! Gerade haben wir aber den Stall gewechselt – aus vielen Gründen, aber ich werde ein Bild nie vergessen: Mein Pferd hatte in seiner Box ein (geschlossenes) Fenster nach draußen. Er stand mit dem Kopf zum Fenster und lugte sehnsüchtig hinaus, war kaum ansprechbar … dieser Blick ging mir so in die Knochen, daß wir jetzt in einem Offenstall sind. Er ist glücklich und ausgeglichen und freut sich sichtlich, wenn ich komme.
Dank der richtigen Leute und vor allem deiner Seite bin ich von der „herkömmlichen“ Reitmethode völlig weg und freu mich an Spiel- und Spaßmomenten mit meinem Pferd ebenso wie an reiterlichen Fortschritten.
Nochmal danke dafür!
Steffi

 

Von Ursula • 2. Mai 2011

Hallo und wie immer vielen Dank für diesen Artikel, der wirklich weiter verbreitet werden sollte. Gott sei Dank gibt es Menschen wie dich, die formulieren können, was andere vielleicht schon gedacht haben, es aber nicht so gut ausdrücken können oder sich auch nicht sicher sind, ob sie mit ihren Gedanken richtig liegen. Zu viele Reitstunden hat man hinter sich in der von dir beschriebenen Form, glaubt den Reitlehrern, „weil die es schließlich wissen müssen….“
Ich habe das große Glück, inzwischen eine Reitlehrerin gefunden zu haben, die zwar unglaublich teuer ist, aber genau auf der Linie arbeitet: Ohne Hilfszügel, pferdegerecht, Losgelassenheit und Takt vor allem anderen…..

Ich reite nun seit fast 40 Jahren und lerne immer noch dazu….. und wie anders heute als damals. Aber immer dachte ich, ich mache es richtig und habe die Pferde immer geliebt. Ich hoffe, sie verzeihen mir.

Nochmal dickes Lob und vielen Dank!
Ich habe eure Seite schon einigen Leuten weiterempfohlen…

Ursula

 

Von the resa • 2. Mai 2011

Liebe Babette,
dein artikel spricht mir gerade soo sehr aus dem herzen.
der offenstall meines pflegepferds grenzt direkt an einen nobelreitstall mit 100 pferden und koppeln für vlt 15pferde! und nutze ich deren gelände könnte ich weinen oder schreien ob der tatsache wie unglücklich die tiere da stehen.
aber du bist ein gutes bsp dafür wie man ohne erhobenen zeigefinger und vlt gerade deshalb noooch wirkungsvoller eindruck hinterlassen kann indem man sich auf den kreis der interessierten konzentriert und nach und nach dieser kreis größere wellen schlägt.
ich bin so froh dass es dich gibt!!

 

Von Sabine • 2. Mai 2011

Hallo! Ich habe diesen Schritt schon vor Jahren gemacht (auch aufgrund des Zeitmangels aufgrund von zwei kleinen Kinden) und von einem ad-libido-Offenstall (mit schlechtester Erfahrung, weil 3 Ponies binnen 6 Monaten krankhaft verfettet) seit 4 Jahren in einem Laufstall mit computerunterstützter Fütterung und Riesenweiden gewechselt und verstehe niemanden, der seinem Pferd oder Pony solch eine Haltung nicht gewähren möchte – meist sind es eh nur Gründe, die auf Bequemlichkeit des Reiters rühren. Klar haben die Pferde Schrammen und auch mal die eine oder andere Verletzung und sehen jetzt im Fellwechsel aus wie wandelnde Maulwürfhügel mit Fellrestdekor – aber sie sind happy und ausgeglichen, und – was das beste ist – enormes Hufwachstum aufgrund der vielen täglichen Kilometer, die sie leisten und sie sind so unglaublich geschickt darin, ihre Füße zu platzieren und sich eben nicht irgendwo anzuhauen oder zu streifen – SIE SPÜREN SICH NOCH!!

Es ist schwer, denk ich mir, an so einem Ort zu unterrichten – du hättest die Wahl: abreisen bei Geld zurück oder du schaffst es, diese wenigen Teilnehmerinnen von deiner Idee zu überzeugen und diese als Multiplikatoren wirken zu lassen – das wirkt meistens am besten!

Grüße und weiter so!
Sabine

 

Von Katrin • 2. Mai 2011

Hallihallo!
Babette, du sprichst mir – wie so vielen anderen hier – aus der Seele. Wie viele Jahre habe ich in einem „richtigen“ Reitstall verbracht; habe mich bemüht, dass die Schulpferde wenigstens einmal in der Woche auf eine Weide durften (sonst in Ständern angebunden!); wurde belächelt, wenn ich mit meinem Pflegepferd Bodenarbeit gemacht habe und gefragt: „Was hat er denn?“ Dass mein eigenes Pferd, wenn ich denn mal eins hätte, nie in so einem Stall stehen sollte, war mir schon ziemlich bald klar. Zum Glück ist es auch so gekommen… mein Nils lebt als Herdenchef in einem kleinen, privaten Offenstall mit „seinen“ 4 Stuten und macht auf mich einen sehr zufriedenen Eindruck. Und das Beste ist: die anderen beiden Pferdebesitzerinnen denken genauso wie ich, wenn es um Pferde geht!!! Das ist wirklich das Schönste – ich muss nicht mehr mit ansehen, wie Pferde geradezu gequält werden… (als ich in meinem früheren Stall mal gewagt habe mich einzumischen, wurde ich gleich anschließend von den Eltern des „talentierten“ Mädchens angesprochen, was mich das denn angehe und dass ich mich ja wohl nicht einzumischen hätte…und wenn das nochmal vorkommen würde…). Nein, das ist zum Glück vorbei!
Jetzt freue ich mich gerade riesig aufs kommende Wochenende, denn da sind wir – alle drei Besis – beim Longen(aufbau)kurs auf Gut Hohenschwärz!!!
Zum Schluss auch noch ein riesengroßes Lob für eure Seite „Wege zum Pferd“, Babette und Tania. Ich glaube, dass ihr durch sie sehr viel bewegt – für viele Pferde und ihre Menschen! Vielen Dank!!!
Liebe Grüße von
Katrin und ihrem Nils

 

Von Birgit • 2. Mai 2011

Hallo Babette,
ich bin wieder mal tief beeindruckt über so viele positive Worte zum Umgang mit dem Pferd. Man geriet in der Arbeitswelt heute häufig unter hohen Leistungsdruck, so dass es für mich nicht immer so einfach ist, mich entspannt, geduldig und wohldosiert meinem Reitpferd zuzuwenden und stoße dabei immer wieder an meine eigenen Schwächen. Zudem erfordert es, in unserer wie ich finde zunehmend extrovertierteren Welt, die „eigene Losgelassenheit“ in Abwesenheit von Leistung und Ehrgeiz.
Da finde es sehr bereichernd auf Ihrer Webseite an Ihren Erkenntnissen, Erfahrungen und Eindrücken teilhaben zu dürfen.
Viele Grüße …
Birgit

 

Von Nina • 3. Mai 2011

Hallo Babette,

ich finde deinen Artikel wie immer sehr gut gelungen und treffen. Aber in einer Sache muss ich dich leider berrichtigen, Losgelassenheit ist nicht der erste Punkt der Ausbildungsskala, sondern Takt. Ich hoffe du nimmst es mir nicht übel.
Liebe Grüße,
Nina

 

Von Lisa • 3. Mai 2011

Was für ein Beitrag…
Auch ich werde dadurch wieder schmerzlichst an meine Zeit im Reitverein erinnert…Schon immer habe ich Pferde geliebt und ging für mich kleines Mädchen ein Traum in Erfüllung als ich endlich Reitstunden nehmen durfte…Juhu…
Auch für mich was es normal dass Pferde in der Box stehen, man sieht es ja überall so, und auch in meinen vielen „Pferdebuch für Kinder“ wird das Pferd in seiner Box gezeigt, wo es eine Selbsttränke, viel frisches Stroh und eine Heuraufe hat und damit ja alles ,was es braucht… Dass es so aber in einer unnatürlichen Haltung nur Schlückchenweise trinken kann oder sich selber beim Fressen schier einen abbricht weil es mit der Nase nicht mehr bis ans Heu kommt, weil ja das blöde Metallgitter im Weg ist…An sowas habe ich nie gedacht. Und auch die Anweisungen des Reitlehrers waren logisch. Die fortgeschrittenen Reitschüler oder auch diejenigen die schon ein eigenes Pferd hatten, wow, die konnten alle so „schön“ reiten, die Pferde sahen richtig edel aus, mit ihren aufgerollten Hälsen…Alle glänzend herausgeputzt natürlich…
So wollte ich natürlich auch mal aussehen und auf turnieren glänzen, deswegen habe ich brav alles gemacht was der Reitlehrer gesagt hat und mich arg darum bemüht, es ihm auch Recht zu machen und ihm ein Lob abzuringen…Ich hab alles wissbegierig in mich aufgesogen, und das genau war mein Fehler, denn jetzt sitzt das Gelernte halt richtig tief…
Als ich dann beim Vorstellungsgespräch für mein FSJ die Therapiepferde in ihrem schönen Offenstall gesehen habe, wie sie zufrieden ihr Heu vom Boden zupfeln und neugierig herkommen wenn man am Zaun steht…Wow…Die Schulpferde musste man selbst in ihrer engen Box „einfangen“, hier kamen die Pferde von selbst. Für mich war dann schlagartig klar, dass in meinem Reitstall irgendwas verkehrt war. Ich schob es auf die ungünstige Lage des Stalls ( am Stadtrand, direkt am Wald) da war ja gar kein Platz für einen schönen Offenstall oder große Koppeln… Aber das Bild vom Offenstall ging mir nicht mehr aus dem Kopf… Und auch als ich dann so ein Therapiepferd geritten bin, mit Westernsattel ( Aua^^) und nur mit Knotenhalfter…Für mich war es undenkbar, ohne Gebiss zu reiten, und ich hatte total Schiss dass ich das Pferd nicht halten kann. Aber wie wunderbar es geklappt hat, wie ich ohne Sporen und „Schenkelklopf“ flott vorwärts kam…Da war es dann für mich vorbei. Ich hab in meinem Reitstall gekündigt, schmerztlichst mein liebstes Schulpferd vermisst und es in dem Wissen zurückgelassen, dass ich zwar jetzt den richtigen Umgang mit Pferden lernen kann, aber mein armes Pferd nach wie vor von all den kleinen unwissenden Kindern missbraucht wird…Und dass ich nichts dagegen tun kann. Wie gern hätte ich sie einfach gekauft und mitgenommen, aber meine Eltern waren vernünftig genug, mich davon abzuhalten. Unter Protest musste ich das hinnehmen, meine 50 Euro Taschengeld hätten ja niemals gereicht. Aber ich spiele nach wie vor mit dem Gedanken, die Stute irgendwann doch noch zu erlösen, vielleicht weil ich ein schlechtes Gewissen ihr gegenüber habe, weil ich sie jahrelang so gequält habe.
Ich versuche jetzt seit 4 Jahren, mir die schlechte Reiterei abzugewöhnen, und es wirklich schwerer als man denkt, weil eben viele Reaktionen schon so drin sind, dass man sie einfach tut und dann hinterher wieder bereut. Vor allem ,wenn dann meine Reitbeteiligung nicht mitmacht und ich wütend werde… Ich darf mich wahrscheinlich freuen, dass es mir mittlerweile nur noch sehr selten passiert, dass ich an den Zügeln reiße oder mal die Fersen reinhaue… Leider klppt es bis jetzt nur zu 90%, aber wie du schon richtig gesagt hast, wir sind auch nur Menschen, und für mich zählt der Wille, sich zu ändern und das Reiten nochmal von vorn zu lernen, diesmal aber richtig.
Auf Sporen und Gerte verzichte ich seitdem auch gerne, die verstauben irgendwo im Schrank, ich weiß nichtmal mehr wo ich die hingeschmissen habe… Und die Tatsache, dass meine Reitbetiligung über keine Hilfszügel verfügt, erleichtert es mir ungemein, sie ohne zu reiten, ich habe ja keine andere Wahl 😀 Und auch wenn sie nur schwerlich ihren Kopf runternimmt und viele im Stall kopfschüttelnd zuschauen, weil sie die Nase nach vorn streckt und nicht auf der Brust hat. Mittlerweile bin ich „Frau genug“, mich davon nicht beirren zu lassen. Ich reite so wie ich es will und ich weiß für mich, dass ich alles richtig mache und vermutlich 100 mal besser reite als die anderen Mädchen zusammen 😀 Und auch bei meinem Pferd macht sich das andere Reiten bemerkbar, gestern ist sie das erste Mal wirklich vorwärts/abwärts gelaufen, wenn auch nur für ein paar Schritte… Aber ich bin mächtig stolz auf mich und fühle mich in meinem Tun bestätigt.
Dein Beitrag hat mich wie schon gesagt wieder na meine Jugend erinnert und ich hocke jetzt heulend vorm PC. Aber ich denke ,es ist gut, sich ab und zu daran zu erinnern, weil man sich dann viel mehr darüber freuen kann, dass man es jetzt besser macht und den Mut hatte, einen nderen Weg zu gehen. Für mich war es damals wirklich schwer, das Reiten aufzugeben, wenn auch nur für kurze Zeit, bis ich eben einen anderen Stall und dort meine Reitbeteiligung gefunden hatte. Die Zeit in der ich nicht reiten konnte war der reinste Horror, aber ich bin im Nachhinein froh dass ich diesen Schritt getan habe, auch wenn mich alle im alten Stall überreden wollten, zu bleiben…

Meine freundin aus diesem Stall ist mittlerweile auch auf den Trichter gekommen, dass was falsch läuft und reitet ihr Pferd jetzt auch anders. Ich bin echt schockiert, dass sie, früher von allen gemocht und für ihre Reiterei gelobt, seit sie eben „anders“ reitet, einfach ignoriert ird. Niemand redet mehr mit ihr, man tuschelt und lacht, wenn sie in der Halle ist, und sie sucht verzweifelt einen neuen Stall und findet keinen… Ich finde es sehr schade, dass in diesem Stall alle so alteingesessen sind und die „Gehirnwäsche“, ich finde kein passenderes Wort, so tief sitzt, dass sie immer noch das viel zu enge, verspannte, Pferd, das Maul weit aufgerissen, die Augen fast panisch, wo die Reiterin bei jedem Takt nen halben Meter ausholt und die Sporen reinrammt und gleichzeitig an den Zügel rumreißt, immer noch schöner finden, als das Pferd meiner Freundin, das zufrieden grummelnd am langen Zügel und mit natürlichem Schwung dahintrabt, die Reiterin ist ebenso zufrieden, man sieht keine hilfen, wie es eigentlich sien sollte…
Es ist wirklich krass dass man selbst wenn man beide gleichzeitig auf dem Platz sieht, immer noch nicht erkennt, was falsch und was richtig ist und meine Freundin jetzt ausgelacht und fertig gemacht wird, weil sie ihr Pferd nicht misshandelt 🙁
Ich hoffe wirklich dass auch dieser Stall irgendwann mal umdenkt. Ich und meine Freundin haben immerhin den Anfang gemacht, und vielleicht folgt uns der eine oder andere und irgendwann noch…
Danke für den Beitrag =) Auch wenn es einem mal wieder schmerzlichst vor augen führt, was man alles falsch gemacht hat…Dinge, die man am Liebsten vergessen würde…
LG Lisa

 

Von Bea. • 3. Mai 2011

Hallo Babette,
traumhaft, wie Du das ausdrücken kannst, gefühlvoll und konkret, was heute schon viele Menschen im Umgang mit Pferden genauso leben und jeden Tag neu an sich arbeiten. Unsere Pferde haben es alle ausnahmslos verdient, dass wir uns um sie bemühen und uns in ihr Wesen immer besser einfühlen können.
Es ist nicht immer leicht, denn oft genug besteht der Menschen-Alltag aus Kleinkrieg und Ellenbogen-Gehabe. Machtspielchen und Mobbing jeder Art gehören genauso dazu. Leider wohl auch in so manchen Stall dann, wenn es eigentlich um Erholung und Auftanken für den nächsten Arbeitstag geht.
Solange der Umgang unter Meschen vielerorten so rein rationell gesteuert abläuft, oft ohne Lob und Anerkennung, (was uns schließlich genauso aufbaut und anspornt wie unsere Pferde!!!) und „normal“ ist und „wer schwächelt hat schon verloren“ schon im Kindergarten erfahren wird – solange wird es auch schwer sein, dass Menschen Tieren Respekt und Achtung entgegenbringen.
Mensch sein braucht einfach auch unser Herz und Gefühl, leben können wir das doch jeden Tag neu.
Das Bewusstsein dafür haben wir ja alle dafür. Mir hilft es immer wieder gut, wenn ich innehalte und Achtsamkeit darauf verwende, fühlt es sich gut an heute, so wie es gerade ist, mit dem was ich tue?
Und ich bin sicher, dass mein Pony das auch aufnimmt, wenn ich mich in den Situationen mit ihm gut fühle und dass es sich dann auch entspannter mit mir bewegen kann.
Alles was ich für mein Pony tue, tue ich schließlich auch für mich, denn ich genieße es, harmonische Situationen mit meinem Pony zu haben.
Also lohnt es sich doppelt. Und es verdoppelt sich mit jeder solchen neuen Situation weiter, sicher.
Schade ist, dass Menschen, die einen harmonischen Umgang mit ihrem Pferd leben wollen, solche Ställe schnell wieder verlassen, die eine ungute Atmosphäre haben, um es mal so auszudrücken. Schade vor allem für die zurückbleibenden Pferde der Menschen, die über den respektvollen Umgang anderer Menschen mit ihren Pferden zu lästern haben. So vergeht wieder die Chance, dass „der stete Tropfen den Stein höhlt“, weil sie unter sich bleiben müssen.
Respekt fürs Pferd und Toleranz für anders handelnde Menschen haben wohl eng miteinander zu tun.
Liebe Grüße

 

Von Anne • 4. Mai 2011

Ich kann Ihnen in allen Punkten zustimmen!

 

Von Baumann Theres • 8. Mai 2011

Liebe Babette

Während ich Deinen Beitrag lese kommen mir die Tränen… wie viel Leid und Schmerz die Pferde ausahlten müssen. Mir wird es jedesmal Schlecht, wenn ich so etwas sehe, ich halte das nicht aus!
Umso schöner und befreiender ist es, zu wissen, dass ein Umdenken statt findet und es auch viele zufriedene und glückliche Pferde (und Reiter) gibt!
Danke, dass Du mit Deiner Arbeit hilfst einen solch schönen Weg zusammen mit dem Pferd zu gehen.
Theres

 

Von Yvi Bzdega • 12. Mai 2011

Hey…

Ich mache es kurz und natürlich schmerzlos.
Toller Beitrag, der echt mal zum Nachdenken bzw auch Umdenken anregt und viele Beobachtungen einfach nur bestätigt.
Nur leider traut sich kein Mensch, etwas zu sagen, weil es ja „normal“ ist, mit einem Pferd so umzugehen.
Einfach unglaublich.

Ich hatte selbst ein schreckliches Erlebnis in meinem damaligen Verein, wo ich dann meine Tasche gepackt habe und einfach gegangen bin (wobei ich die Pferde am liebsten mitgenommen hätte). Ich hatte Springtraining – alles lief gut und auf einmal blieb das Pferd vor dem Sprung stehen und ich mache nen Satz alleine darüber. Nix passiert – alles gut, also, Ursache versuchen zu analysieren und wieder drauf. Das Pferd wurde vom Trainer „eingefangen“, obwohl er bis der Trainer kam ruhig und gelassen vorm Sprung stand, und weil ich ja gefallen bin, musste das Pferd nun die Gerten-Schläge auf Hintern und Kopf über sich ergehen lassen. Ich war jung und habe nur noch rumgebrüllt, habe geheult und bin rausgerannt.
2 Jahre hatte ich eine Reit-Pause (damals war ich 12, als das passierte).
Sporen und Hilfszügel sind auch nicht unbekannt für mich, auch nach dem Erlebnis nicht. Aber ich kann an einer Hand abzählen, wie oft diese negativ für das Pferd genutzt wurden.

Aber ich durfte letztens erst auf einem Turnier beobachten, was noch Sache is. Einfach nur grausam. An sich halte ich nicht viel von Turnieren, weil die meisten Pferde eh nur lebedige Sportgeräte sind. Aber ich war neugierig, ob sich mal etwas getan hat. Leider Fehlanzeige. Es war mal im Gespräch, einen Abreiteplatzrichter einzuführen. Davon war auch nichts zu sehen – denn wäre er da gewesen, hätten 2/3 der Teilnehmer und Möchte-Gern-Pferdeliebhaber vor ihrem „Auftritt“ nach Hause fahren können.
Kurzer Überblick:
Mittagshitze (ich meine um die 28 Grad in der prallen Sonne), Ausbinder und Hilfszügel und sogar Stoßzügel (beim Springen) „schön“ kurz verschnürt, Riegeln, schlagen, 1 1/5 Stunden vor der Prüfung das Pferd „warmreiten“ (es war klatschnass und wäre fast umgefallen) und noch vieles mehr.

Soviel dann zu „kurz“. 😉
Was ich sagen wollte – WEITER SO, Ich muss auch mal den LK besuchen (mein Ponyli is da irgendwie etwas komisch).

LG Yvi

 

Von nicole • 15. Mai 2011

Hy Babette
vielleicht geht es nur so, dass man an solchen Orten zeigt, wie es sein kann! Ein Vorbild sein und hoffen, dass wenigstens ein paar Neugierige es einmal auf diesem Weg versuchen…..

 

Von Georgi • 19. Juni 2011

Hallo Babette,

Du schreibst immer so schön 🙂

Ich kann von Glück sagen, daß ich in meiner 25 jährigen Reitlaufbahn (mit Pausen natürlich) keinerlei negative Erfahrungen gemacht habe.Keiner der Besitzer meiner Reitbeteiligungen ist schlecht oder ungerecht mit seinem Pferd umgegangen.
In dem Stall, in dem ich seit 2 Jahren mit meinem Peter bin, gibt es soetwas zum Glück auch überhaupt nicht.
Dann würde unser Stallbesi aber auch im 6-Eck springen.
Deshalb macht er auch keine werbung, sondern sieht es so „die passenden Leute kommen schon“. Keine Lust auf einen Stall, in dem Gezicke und ungerechter Umgang mit dem Pferd erlaubt ist.

Ich habe anscheinend wirklich Glück gehabt.

Ab und zu gucke ich beim Tunier im Ort zu, da komme ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus .

Zum Glück gibts auch viele andere Leute 🙂 Wie uns 🙂

 

Von sabine • 20. Juni 2011

DANKE für diesen beitrag! wie so viele hab ich viele jahre lang viel falsches gelernt. wie so viele hab ich meinem ersten pferd aus unwissenheit dinge angetan, für die mir noch heute und in alle zeiten die schamröte ins gesicht steigt. ich bin ihm unendlich dankbar für seine geduld trotz allem, und dafür, dass er mich sanft zum nachdenken, nachlesen, und neu-lernen brachte. auch heute merke ich immer wieder mal entsetzt, wie tief die fehler in mir drinstecken. das einzige, was ich mir zu gute halten kann ist: ich bemühe mich zu lernen, ich bemühe mich um geduld mit mir selbst und dem jeweiligen pferd.

jetzt gerade verabschiede ich mich von einem RB-pferd, das trotz ewigem bitten und diskutieren 22 stunden in boxenhaft steht. das pferd tut mir unendlich leid, und durch meinen abschied wird auch nichts besser, leider – ich kann nur hoffen, dass immer weniger (mit)reiterInnen so eine haltung tolerieren. immerhin weiß der ganze stall, warum ich gehe. und wenn es nur bei einem einzigen reiter zweifel und fragen weckt, dann will ich’s zufrieden sein.

ich verlange nicht, dass es für ein pferd das reinste vergnügen ist, von mir geritten zu werden. das wäre für mich totalitarismus: die unterdrückten sollen ihre unterdrücker auch noch lieben (oder: die arbeiter sollen aus purer liebe zur firma bestleistungen erzielen) – nein danke. ich verlange nur, dass das pferd die arbeit tut, die ich bei guter haltung auch von ihm fordern kann. das hat überhaupt nichts mit den genannten „harten“ methoden und grausamen hilfsmitteln zu tun – ich hoffe, der unterschied ist verständlich. das pferd hat von sich aus kein bedürfnis nach gymnastik, lektionen und hufschlagfiguren und und und. so wie ein arbeiter keine intrinsische motivation zu höherer produktivität und qualität haben muss. trotzdem kann man diese ziele mit guter führung und extrinsischer motivation (sprich: lohn bzw. lob und karotte ;-)) auch erreichen. wenn das pferd dann auch wirklich gern und willig mitmacht und das reiten zum harmonischen vergnügen wird, ist das ein besonderes geschenk an den reiter. seltsamerweise sind pferde so – und das setzt mich immer wieder in erstaunen.

 

Von Anna • 23. Dezember 2012

Ich bin von diesem Artikel sehr berührt und weiß nicht, was ich tun soll. Ich bin 14 Jahre und reite in einer Reitschule mit Ausbindern, aber die Pferde stehen tagsüber auf Weiden und in Offenställen. Am liebsten hätte ich ein eigenes Pferd, das ich mit Liebe und Geduld erziehe, aber das geht leider nicht und ich hätte Angst nicht allein zurecht zukommen. Ich probiere schon mein Lieblingspferd so sanft und mit so langen Ausbildern wie möglich zu reiten und mache auch Bodenarbeit und Übungen mit ihm, aber ohne Reitlehrer/in die einem hilft und lehrt, ist das so schwer, weil ich kann ihn auch nicht so reiten, wie ich will. Wenn es nicht so klappt und mir nur gesagt wird ich soll mich durchsetzen, verzweifel ich und mache es nur noch schlimmer. Ich weiß, dass ich vieles falsch mache und dort nicht alles korrekt ist, aber ich will und versuche das zu ändern. Wenn ich gut genug reite, darf ich ihn dann auch ohne Ausbinder und lockerer reiten. Ich weiß nicht, soll ich aufhören? Ich bin so zerissen zwischen ich tue dem Pferd weh und irgendwann mit Halsring, ohne Ausbinder und Sattel oder ohne alles zu reiten, was schon manche in der Reitschule machen… Ich denke ich werde viel in diesem Blog lesen um ihn dann besser zu reiten und wir irgendwann ein richtiges Team sind.

 

Von Maria • 26. August 2013

Hallo,
Das ist alles schon traurig, wie viel Machtkampf statt Tanz in der Reiterwelt stattfindet!
Aber ich muss gestehen, es macht mich auch ein wenig traurig, wenn so “ Rundumschläge “
verteilt werden.
Ich sehe das so wie Sabine oben.
Und finde es schade, wenn so eine 14jährige Anna entmutigt wird – Anna, durchsetzten ist sicher richtig! Es ist ein langer Weg, reiten zu lernen, und konsequent zu sein ohne hart zu werden, ist auch eine Kunst!
Aber wie Babette ja sagt : niemand ist perfekt; laßt uns aber danach streben!
Wobei wir aber nicht nur mit den Pferden, sondern vor allem mit uns selber viel Geduld brauchen!
Mit etwas Kompromiss wäre sicher so manchem Pferd schon viel geholfen!
Ich kenne Ställe mit s- Pferden, wo die Tiere wenigstens stundenweise in abgetrennten Koppeln nebeneinander raus kommen.
Und wo der siegreichen Reiterin nicht mal bewußt ist, warum sie so oft gewinnt – und ich denke, dass man das auf dem Abreiteplatz sieht : weil es tatsächlich ein Unterschied ist, ob jemand wie sie mit der Gerte die Hilfen unterstützt , was der Losgelassenheit eben keinen Abbruch tut oder aber auf dem Pferd herumprügelt.

Ich selber kann ohne Gerte gar nicht reiten, weil ich als Späteinsteigerin ( noch?) nicht gut sitze. Sollte aktiver Tierschutz denn deshalb etwas tatsächlich damit beginnen, dass ich das Reiten lasse???
Woher soll mein Pferd wissen, ob mein Schenkel aus Versehen wackelt oder ob ich angaloppieren möchte? Ein unterstützender Klapps mit der Gerte dient da der Kommunikation.
In meiner “ herkömmlichen “ Reitschule rief kürzlich der Lehrer :
“ na also: Pferd zufrieden, dann ist auch der Reitlehrer zufrieden, dann ist ja alles gut!“

Weder die Ausbildungsskala noch die Werke alter Meister ( die ja vom Militär kamen) fordern zur Gewalt auf – wenn man sich nur mehr darauf besinnen würde, wäre schon so manchem Pferd viel geholfen. Beim Militär mussten Ross und Reiter, beide Jung und unerfahren, möglichst schnell miteinander “ funtionieren“ , und das hätte mit Gewalt niemals gelingen können!

Also macht weiter so, mit eurer pferdefreundlichen Reitweise, aber bitte, unterstützt jeden kleinen guten Ansatz in eurer Umgebung! Denn dadurch ist sicher mehr geholfen, als das Kind mit dem Bade auszuschütten …

 

Von Christina • 26. August 2013

Hallo,
mal wieder sehr wahre Worte. Das ist der Grund, warum ich meine Pferde mit viel Arbeit in Eigenregie im Offenstall halte: Ich muss mir Dinge, die ich nicht sehen möchte auch nicht ansehen. Das lässt sich in vielen Reitställen leider nicht vermeiden.
Hier noch ein schönes Beispiel dafür, dass Kinder offenbar ein noch ganz natürliches Verhältnis zum Tier haben:
Mein direkter Nachbar ist ein Pensionsstall mit Reithalle. Mein damals zweijähriger Sohn wollte in der Reithalle zusehen, so dass ich ihn über die Bande hob. In der Halle befand sich ein Pferd, das mit Schlaufzügeln ziemlich drangsaliert wurde.
Mir war sofort nach Weggehen. Mein Sohn sagte nur:“Mama, Nini Aua?“ (Nini war sein Wort für Pferd, da eines unserer Pferde von ihm so genannt wurde). Ich wusste nicht was ich sagen sollte und werde diesen Moment nie vergessen. Dieser Kommentar bedarf keines Kommentars.

Christina

 

Von Gabriela • 27. August 2013

…zum heulen war mir beim lesen denn auch ich weiss wieviele pferde auch heute noch im wahrsten sinne des wortes misshandelt werden! Nicht nur beim reiten..auch in der haltung!! Wie gescheit, wie rücksichtsvoll, wie tolerant und feinfühlig gehn pferde trotz alle dem mit menschen um! Da haben wir ja schön glück denn wären pferde ( und tiere im allgemeinen) nicht so sehr tolerant…..gäbs bald sehr viel weniger menschen auf dieser erde…….

 

Von Lisa • 27. August 2013

Hallo! Bisher stiller Mitleser, muss ich jetzt auch mal meine Gedanken kundtun, da mir dieses Thema auch sehr am Herzen liegt. Im Prinzip kann ich fast jedem Post hier zustimmen, es gibt leider (noch) viel zu viele, die glauben, dass das Pferd funktionieren muss und man ihm zeigen muss „wo es langgeht“. Allerdings habe ich schon das Gefühl, dass es langsam ein Umdenken gibt, gerade was die Haltungsbedingungen betrifft. Bei uns in der Nähe werden immer mehr Offenställe, Aktivställe usw. gebaut bzw. umgebaut. Und auch im Umgang mit dem Pferd gibt es jetzt auch andere „Angebote“ wie den klassischen Reitlehrer früher, z.B. Parelli oder eben den Longenkurs. Als ich reiten lernte vor ca. 20 Jahren gabs den schreienden Reitlehrer in der Mitte der Bahn, das weinende Kind am Pferd und die Gerte und Sporen fürs Pferd, wenns mal nicht so wollte. Bodenarbeit? Spiele mit dem Pferd? Richtig longieren? Nix gabs davon bzw. wenn jemand so was machte, belächelte man denjenigen als „Alternativen Spinner“. Ich hab das Gefühl, dass sich da in den letzten Jahren viel getan hat (auch wenn das natürlich immer noch nicht heißt, dass sich das nicht noch weiter entwickeln kann). Und ja, trotz dieser meiner Meinung nach positiven Entwicklung höre ich doch manchmal, dass die Offenstallhaltung in der Herde für mein Dressurpferd nix wäre. Klar, gibts manchmal die eine oder andere Schramme. Aber ich bin glücklich, wenn ich sehe wie es über die Koppel stromert und mit seinen Kollegen spielt.
Grüße,L.

 

Von Chris • 1. September 2013

Hallo, der Artikel hat mich sehr berührt. Ich dachte schon ich sei alleine auf weiter Flur mit meiner Einstellung. Ich habe eine Ausbildung im Pferdesport sowie mehrere Trainerscheine. Egal ob Dressur, Springen, Western, Voltigieren, ich könnte noch einiges aufzählen. Man sieht immer die gleichen Bilder. Ich bin seit 40 Jahren im Pferdesport und seit 30 Jahren lehre ich. Ich bin meinen Prinzipien immer treu geblieben und hatte einen sehr guten Lehrmeister, der alten Militärschule. Mir geht jedesmal das Herz auf, wenn ich einen Reitschüler habe, der/die meine Ansichten umsetzen kann, oder ich solche Artikel lese und weis, es gibt immer Jemand, der gegen die brutale Art der „Sportgeräte bearbeiten“ angeht. Mit Jedem Menschen, den wir überzeugen können, dass es weitaus schöner ist, einen treuen Kameraden zu haben, als ein funktionierendes Sportgerät, sind wir einen Schritt weiter und haben eine Pferdeseele (und eine Menschenseele) gerettet. Und an alle Turnierreiter, ich kann bezeugen, dass ein Voltigierpferd volle Leistung bringen kann, wenn es mit seinen Kumpels auf der Weide steht und auch mal schöne Geländestrecken sieht. Ein Westernpferd das sauer war kann plötzlich wieder „Stoppen“ und „Spinnen“ Die Kandarre ist eigentlich nur zum Schein drin, weil die Püfung es verlangt. Da das Pferd aber ansonsten Gebisslos geritten wird, braucht man sie nicht. Dressurpferde sind nicht mehr schreckhaft, wenn sie auf einer Weide mit ihren Freunden stehen und auch Sprigpferde sind viel entspannter wenn sie am langen Zügel im Schritt durch den Wald marschieren. u.s.w.
es freut mich, dass langsam ein Umdenken stattfindet.
LG C.

 

Von Chris • 1. September 2013

natürlich meinte ich *Springpferde*
LG

 

Von Mirja Kasper • 7. September 2013

ich habe mit meiner Trainerin und vielen das ich mir selbere erarbeite vom LK und euren tollen Beiträgen bei meinem Pferd Dori und mir eine unglaubliche Veränderung erlebt, meine Trainerin verschreibt sich keiner bestimmten Reitweise oder Handhabung, sie mischt alle ihre Erfahrungen und versucht es in individuell auf uns abzustimmen, je nach Tagesform sogar von Pferd un mir, werden wir gefragt welche Reitweise wir machen gibts als Antwort, keine bestimmte, ein Mix aus alle, allgemein bezeichnen wir es jedoch als eine „leichte Reitweise.“ D.h., kein verkrampftes sitzen auf dem Pferd mit exakter Linie vom Reiter, sondern man darf auch mal die Ferse und den Fuß fallen lassen. locker und enspannt, easy…nur impulsartiges Treiben, keine ständige Schenkelhilfe, die Zügelführung wird verglichen mit heißen Kaffee in beiden Händen traged, minimale Anlehnung, feinste Hilfen. Der Weg dahin war mir von Anfang an nicht gleich ganz vertraut, lehnte ich doch immer Sporen ab, doch ich vertraute meiner Trainerin nachdem sie mir alles genau erklärte. Stumpfe kurze Sporen schnallte sie sich ganz tief an die Ferse und setzte sich nur gezielt ein und nur soviel das mein Pferd Dori merkte da is ein Schenkel, ich lehnte die Sporen für mich ab, verkrampfte mich zu sehr aus Angst meinem Pferd damit versehentl. weh zu tun oder falsche Signale zu setzen. Von Anfang an war klar das is nur kurzzeitig zur Korrektur, nach 4-5 Einsätzen ( sie wurden nicht generell benutzt, nur bei Bedarf kurzfristig angeschnallt) wars nie mehr nötig. Gerte benutzen wir heute noch anfangs, jedoch können wir sie so gut wie immer nach wenigen Min, komplett weglegen, sogar im Gelände hatte ich sie nimmer dabei, ich find es einfach schöner wenn man die Hände frei hat und mein Ziel ist es ganz ohne alles zu können :-).
Jetzt der Hammer: Dori kam mir immer arg maulig mit Gebiss vor, es wurden einige Gebisse ausprobiert, von einfach bis doppelt gebrochener Wassertrense bis Ledergebiss und paar mehr, Zwei Wolfszähne wurden im Frühjahr gezogen wo das Gebiss genau drauf lag, um einiges besser lief es dann mit doppelt gebrochener Wassertrense, aber mir war noch nicht ganz wohl dabei. Sperrriemen und Reithalfter waren eins nach dem andern abmontiert..und ich fragte mich immer öfters wie er wohl gebißlos laufen würde….letztens dann bekamen wir mal einen LG-Zaum geliehen, und nach dem ersten Ritt hab ich ihn mir gleich bestellt. Seither ( wenige male erst benutzt) läuft Dori traumhaft schön, wirkt sehr zufrienden und so kauen und lecken habe ich ihn zuvor nie gesehen!!! Unglaublich!!! Letztens hatte ich das Gefühl ich sitze zu 95% auf den best ausgebildesten Pferd, vor allem prägnant war das ich Lektionen die vorher nie so recht klappten, wie Schenkelweichen und Hinterhandswendung, jetzt fast zum Vergleich zu vorher spielend hinbekomme.
Es lohnt sich wirklich immer mal wieder was neues auszuprobieren, offen zu sein für neue Wege.
Meine TRainerin entdeckte mich als ich damals unglücklich und unzufrieden mit meinem Pferd nicht weiterkam, ein sich einrollendes auf der Vorderhand stolperndes Pferd mit kaum Muskulatur- jetzt ein halbes Jahr später hat er schon tolle Muskeln aufgebaut, aktive HH und Galopp am völlig hingegebenen Zügel kein Problem mehr mit einem sich tragenden Pferd, früher gab es da dramatische Stürze…mit Pferd und vom Pferd…
wäre ich nicht offen gewesen für ihre „Kritik“ anfangs wären wie nie und nimmer da wo wir heute sind, und noch sind wir auf einen Weg der kein Ende hat, sie entdeckte unsere Schwachpunkte und sprach mich drauf an, ein völlig fremder Mensch, ich schluckte anfangs, ließ mich aber drauf ein und bin einfach nur unglaublich dankbar und glücklich dafür.
Unsere Beziehung ( zu Dori) hat sich sehr verbessert, er war oft rüpelhaft, hat gezwickt, unausstehlich, manchmal verging mir gar die Lust mit ihm zu arbeiten, jetzt da die Kommunikation eher stimmt ist alles viel feiner und für beide Seiten zufriedenstellender.
Letztens ritt ich mal wieder ein typisch klassisch englisch ausgebildetes Pferd und spürte wieder mal das dieser Weg nicht der meine ist…schön das immer mehr Pferdemenschen umdenken,..und toll das es euch gibt Babette und Tanja, weiter so :-)! Sorry für den Roman <<

 

Von Mirja Kasper • 7. September 2013

um noch hinzuzufügen: es ist ein Traum wenn man sein Pferd reiten kann ohne jeden Kampf und schon fast mit Telepathie ( wobei ich weiß es wird tagesformabhängig nicht immer gleich harmonisch bleiben), dennoch sind diese Momente so unendlich kostbar

 

Von Kathrin Lübke • 24. September 2013

Meine letzte „Auftraggeberin“ hat mir ihr Pferd übergeben mit den Worten: Der disskutiert immer so, das möchte ich aber nicht, der soll gleich den Kopp runtermachen. Bring ihm das bei! Das Pferd wurde direkt nach dem Aufsteigen mit total kurzen Zügeln geritten/bezwungen. Interessant finde ich die Tatsache, dass die Komentare zu 99% von Frauen abgegeben wurden und nur ein Mann war dabei. Heißt das nur die weiblichen Reiter denken nach? Oder gehen sowenig Männer ins Internet? Oder sind es hauptsächlich Männer, die ihre Pferde als Sportgeräte halten und Macht ausüben müssen? Zu guter letzt möchte ich noch einen Punkt ansprechen, der noch gar nicht angesprochen wurde. Inwiefern leiden eigentlich Pferde, die von zu schweren Reitern geritten werden? Ich sehe das häufig in der Westernszene, dass große Männer mit massigem Bierbauch, die sich kaum bewegen können, auf zierlichen Pferden sitzen. Oder Frauen mit zuviel Gewicht erfüllen sich einen Kindheitstraum und kaufen sich ein Kaltblut, um es zu reiten, wobei ein Kaltblut kein Gewichtsträger ist, sondern ein Zugpferd. Sollte man sich da nicht auch mal Gedanken zu machen? Das ist für mich manchmal tierschutzrelevanter als so mancher falsch genutzter „Hilfszügel“!

 

Von Christima • 26. September 2013

Danke für die Arbeit und Erkenntnis… LG v Christina

 

Von Teresa Matousek • 8. Oktober 2013

sehr schön und treffend geschrieben, ich hoffe, viele Menschen nehmen sich diesen Text zu Herzen

 

Von Nadine Schaefer • 27. Oktober 2013

Ja ja…das lässt sich theoretisch alles sehr schön sagen. Wenn ich einen blüter oder ähnliches hätte würde ich bestimmt auch so reden. Hat man aber ein Pferd das nicht nach einem bestimmten schema läuft dann sieht die welt schon ganz anders aus.
Ich jabe ein Pferd/Pony das wirklich so faul ist das er keinen einzigen schritt von alleine macht.
Ich habe ihn von kopf bis fuss vom tierarzt checken lassen und es gibt kein befund. Er ist kerngesund.
Selbstverständlich habe ich es auch mit abwechslung probiert…bodenarbeit, ausreiten, longieren, zirkuslektionen usw. doch nichts motiviert ihn.
Man kann ihn schlicht und einfach nur mit kraft reiten. Ansonsten würde es nicht klappen. So zemlich jeder der vorher gross am schnacken war ist an meinem kleinen verzweifelt.
Daher finde ich es immer sehr blöde eine methode für alle pferde zu bestimmen.
Ohne kraft und gerte würde meiner nicht laufen.
Und da er laufen muss und im training sein muss (da er schnell an übergewicht leidet) bleibt mir da keine andere wahl.

Es gibt halt solche und solche…

 

Von Maria • 28. Oktober 2013

Hallo Nadine, du solltest dich nicht entmutigen lassen – dass man warum auch immer, nicht immer alles so ideal hinkriegt, finde ich persönlich nicht schlimm. Ich habe kein eigenes Pferd, kann das alles hier gar nicht machen. Aber ich finde allein die Anregungen hier immer wieder klasse, dass man sensibel bleibt und wenigstens so ruhig und freundlich ist, wie es eben möglich ist.
Ob die Methoden hier für jedes Pferd und jeden Reiter anwendbar sind, kann ich nicht beurteilen. Aber wenn die Einstellung in eine pferdefreundlicher Richtung geht, finde ich das schon sehr viel Wert.
Ich kenne Mädels( keine Männer!) die ihr Pferd zum Bremsen mit dem Kopf an die Bande rammen. Da wäre schon viel geholfen, wenn die mal so weit umdenken würden, dass sie Gerte und Trense bestimmungsgemäß benutzen!
Ist schon ein Unterschied, ob man mal die Gerte benutzt, um einen Faulpelz zu seinem Glück zu zwingen, oder herrschsüchtig und unbeherrscht agiert.
Klein Schritte in die richtige Richtung sind doch besser als nichts. Meine Meinung.

 

Von Rici • 28. Oktober 2013

Nadine, kein Pferd muss mit Kraft geritten werden. Wenn dein Pferd körperlich vollkommen gesund ist, dann liegt es denke ich daran, dass ihm die Arbeit keinen Spaß macht, vielleicht drückt ihm auch irgendwas, Sattel, Trense, Stirnriemen oder sonstiges.
Ich kenne das, meine Stute ist auch nicht gerade lauffreudig, trotz Warmblut, und ich möchte sie auch im Training halten, aber habe mich jetzt bewusst dazu entschlossen, sie erstmal nicht zu reiten, denn dort wird sie unzufrieden, weil ICH unzufrieden bin, weil sie eben nicht so fleißig läuft, dennoch reite ich sie nicht mit Kraft, denn so ändere ich nichts an dem Problem.
Die Pferde kann man auch ohne reiten im Training halten, ich habe mich bewusst dazu entschlossen, den kompletten Druck den ich mir selber mache beim reiten abzustellen.
Solange bis meine Stute von sich aus bei der Arbeit fleißiger läuft und so baue ich das kleinschrittig auf, dass wir den Fleiß und Spaß auch beim reiten nicht verlieren.
Wenn man es wirklich möchte, dann muss kein Pferd mit Kraft geritten werden!

 

Von Niki • 1. Februar 2014

Hallo Babette,
„Wenn es so sein müsste, dann würde ich das Reiten und den Umgang mit Pferden lieber sein lassen…“ Genau diese Konsequenz habe ich für mich gezogen. Denn nach meiner herkömmlichen Reitausbildung habe ich für mich nach einem sanften und pferdegerechten Weg des Umgangs und des Reitens gesucht. Ich besitze kein eigenes Pferd und habe daher immer nur Schulpferde oder Reitbeteiligungen zum reiten gehabt. Und leider ist man da als Pferdemensch mit alternativen Ansichten auf Gedeih und Verderb auf die Stall- und Pferdebesitzer angewiesen. Nicht ein einziges Mal ist es vorgekommen, dass meine Meinung auch nur gehört wurde. Wenn die Pferde bei mir besser gingen, sich locker und vertrauensvoll zeigten, wurde das schon mal beäugt und auch gelobt, aber im gleichen Atemzug wurde gesagt, ich müsse sie mehr ran nehmen, jetzt wo sie so locker sind können die ja umso besser zusammengerollt werden.-Kein Verständnis für die Dinge dahinter! Das konnte ich nicht ertragen und habe schweren Herzens aufgehört. Ich pausiere jetzt schon seit zwei Jahren und bin der Meinung, das erst, wenn ich die Zeit und das Geld und die artgerechte Unterbringung für ein Pferd aufweisen kann ich mich wieder meiner Passion widmen können werde. Menschen können sich ändern und eure Einstellung gibt mir wieder Hoffnung, irgendwann den Traum leben zu können, den ich träume, seit ich als Kind das erste Mal über eine Pferdenase gestreichelt habe. Vielen Dank für eure tolle Arbeit!

 

 

Einen Kommentar schreiben

 

Die folgenden Tags sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

  • Herzlich Willkommen im Blog von „Wege zum Pferd“

    Hier finden Sie unser Blog und können ganz in Ruhe stöbern. Oder Sie suchen gezielt in einer der Themen-Kategorien hier weiter unten im Seitenbalken. Alternativ können Sie auch in dem Suchfeld ein Stichwort eingeben.

    Alles zum Thema Longieren finden Sie hier und unsere Beiträge zum Clickertraining hier. Eine Übersicht über unsere Kurse, E-Books und Bücher finden Sie hier.

    Und wer sind wir? Wir sind Babette Teschen und Tania Konnerth, Betreiberinnen dieser Seite seit 2008 – einen Artikel zu unserem 10-jährigen Bestehen gibt es hier. Wir teilen in diesem Blog unsere persönlichen Erfahrungen und unser Wissen mit Ihnen und Euch und freuen uns auf Kommentare und Rückmeldungen.

    Und hier geht es zu unserem Buch bei Kosmos:

  • Praktische Hilfe gesucht?

    Wir bieten Ihnen auch persönliche Unterstützung für Sie und IhrPferd – Bitte hier klicken.

  • Kategorien

  • Neueste Beiträge

  • Neueste Kommentare

  • Archive

  • Diese Seite verwendet Cookies. Personenbezogene Daten werden zum Beispiel bei den Kommentaren gespeichert. Mehr erfahren

    Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

    Schließen