Aramis und das Rückwärtsgehen

Mit der Lektion „Rückwärtsgehen“ ist das so eine Sache für Aramis. Bis jetzt ist so ziemlich jeder, der meinen Großen sieht, davon überzeugt, dass es für ihn gut wäre, ihn immer wieder rückwärtstreten zu lassen, um seine Hinterhand zu aktivieren – jeder, außer Aramis. Der findet das Rückwärtsgehen nämlich ziemlich blöd. Und weil er es blöd findet, habe ich auch begonnen, es blöd zu finden. Naja, und was passiert, wenn man etwas von seinem Pferd will, wovon man selbst nicht ganz überzeugt ist, wisst Ihr sicher alle.

In den letzten Wochen ist nun etwas Spannendes passiert: Wir hatten von unserer Osteopathin geraten bekommen, im Gelände rückwärts bergauf zu üben. Ihrer Meinung nach gibt es kaum eine bessere Übung. Ich habe freundlich gelächelt und bei mir gedacht „Klar, die Übung ist sicher gut, aber Aramis will ja nicht mal auf ebener Fläche rückwärts, da wird das bergauf sicher gar nichts.“

Aber, ich habe die Herausforderung angenommen und habe es probiert. Für jedes kleine Rückwärts gab es Lob und Kekse – und, man soll es nicht glauben: inzwischen geht der Große bergauf rückwärts. Nicht besonders schnell und die Begeisterung hält sich in Grenzen, aber es gibt Kekse und da ist dann schon mal der eine oder andere Schritt drin.

Die Übung ist tatsächlich genial, denn so deutlich kommt der Rücken bei keiner anderen hoch! Der Unterschied ist sofort zu spüren. Ich bin begeistert. Und als netter Nebeneffekt geht er inzwischen schon fast freiwillig und sehr flüssig auf ebener Erde rückwärts. Also: ein Erfolg auf ganzer Linie.

Probiert es doch auch einmal aus. Aber bitte beachten: rückwärts bergauf ist schon ziiieeemlich anstrengend, also bitte wirklich nur wenige Schritte verlangen und ganz viel loben!

16. September 2010 von Tania Konnerth • Kategorie: Gesundheit 9 Kommentare »

 

9 Reaktionen zu “Aramis und das Rückwärtsgehen”

 

Von Milka • 16. September 2010

Huhu,
genau das habe ich mit Milka auch hinter mir!
Für ein kleines Turnier bei uns am Hof, wo ich den geführten Trail mitmachen wollte, mussten wir lernen, gut rückwärts und auch seitwärts über Stangen zu gehen! Das ging nie gut.
Und mir ging es wie dir, wenn man selber nicht davon ausgeht, dass es klappt, gehts auch nicht 😉 Also habe ich das nie mit viel Elan geübt.
Nur für dieses Turnier wollte ich das echt gern für uns schaffen, da haben wir uns mal mit viel guter Laune, Lob und Leckerlies dran gemacht und siehe da – jetzt geht Madame beim leichtesten Halfterzupf Meterweit nach hinten 🙂
Und bergauf werden wir das ab Morgen auch üben! Danke! 🙂

Lg Meike

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Gerne – und viel Erfolg,
Tania

 

Von Milka • 18. September 2010

Ohje – nur eine kleine Rückmeldung.
Also Milka hat das toll gemacht, aber ist sich total auf den Schweif getreten, weil der ja nun auflag bei der Steigung vom Hang. Leider ist ein Büschelchen Haare rausgekommen =/ Hätte mir in den Hintern beißen können!!

Also an alle Nachfolgenden: Bitte vorher einen Knoten in den Schweif machen oder ihn anders hochbinden.. Das muss echt weh getan haben!

Als ich ihn dann hoch gemacht hatte, ging es allerdings sehr gut, habe auch immer nur ein paar Schritte gefordert..
Meike

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Ups, das ist ja unschön. Bin ich noch gar nicht drauf gekommen, dass das passieren kann… – danke für den Hinweis und für die Warnung!
Tania

 

Von Claudia • 20. September 2010

Hallo alle,

meiner geht auch nicht gerne rückwärts. Dabei bricht er auch mit der Hinterhand nach innen weg und sucht nach allen Tricks, dass er nicht muss. Ich mache das öfter auch vom Boden an Hand. Und das mit dem Rücken stimmt! Und man bekommt beim Antreten richtig grosse Schritte unter den Schwerpunkt. Das mit den Keksen müsste bei mir aber auch klappen! Für Kekse macht er alles! Hab sie ihm bisher erst nach Abschluss einer Übung gegeben weil er angefangen hat, irgendwann einfach mal stehen zu bleiben und sich zu mir umzudrehen. Kesk? Ah nicht.. ok.. jetzt? … im Gelände macht er das besonders oft…. Schliengel…

Weiterüben..

Liebe Grüsse Claudia

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Ich habe es so gemacht, dass ich zu Beginn schon allein die Gewichtsverlagerung mit einem Keks belohnt habe, dann einen Schritt, dann schon mehrere Schritte. Das klappte prima 😀
Tania

 

Von Karin • 20. September 2010

Rückwärts ist eigentlich kein Problem, wenn man es den Pferden auf folgende Weise erklärt:
Zuerst vom Boden aus, am besten mit Knotenhalfter leichten Druck nach hinten, nicht ziehen und sobald das Pferd ein Bein nach hinten setzt sofort nachlassen. Und dann immer weiter so.
Wenn es von Boden aus funktioniert im Sattel das Gleiche. Druck aufbauen nicht ziehen, eventuell ein bisschen mit den Beinen treiben und sobald das Pferd den Schritt rückwärts macht ( am Anfang kann es auch nur das Gewicht nach hinten verlagern) sofort deutlich nachlassen. Solange das Pferd Ausweichbewegungen nach links oder rechts macht, die Zügel halten. Am Anfang nur ein Schritt und sofort nachlassen. Zügel wieder aufnehmen und nach dem nächsten Schritt nachlassen.Usw….
Ich gebe überhaupt keine Leckerli und sogar mein sehr eigensinniges Huzulenpony geht nach dieser Methode gut rückwärts. Am Beginn war überhaupt kein Schritt rückwärts möglich und jetzt geht sie sehr gut mit ganz wenig Druck.

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Herzlichen Dank, Karin,
Tania

 

Von Edmund Kolowicz • 25. September 2010

Halo Babette und Tania,
erstmal recht herzlichen Dank für die vielen schönen Artikel dir ihr veröffentlicht. Habe sie alle gelesen ….
bis auf „Dualgassen selber gemacht“. Beim anklicken auf“den ganzen Beitrag lesen, kommt die Fehlermeldung 404 Artikel nicht gefunden. Könnt ihr mir einen Tipp geben wie ich dennoch daran komme?

Liebe Grüße
Edmund Kolowicz

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Herzlichen Dank für die tolle Rückmeldung – wir freuen uns.

Der Link im Newsletter war leider fehlerhaft – aber hier auf der Seite ist der Artikel korrekt zu lesen. Bitte einfach hier klicken.
Tania

 

Von Dagmar • 8. April 2013

Hallo ihr lieben,
ich bin etwas unschlüssig beim Thema ‚Rückwärtsgang‘.
Ich weiß um den gymnastizierenden Effekt und mein Süßer geht tagesformabhängig auf Stimme/Körperhaltung ganz brav rückwärts. Bei der Bodenarbeit. Wenn wir Unstimmigkeiten haben braucht es schonmal etwas Nachdruck und vom Sattel aus versteht er den Sinn der Sache nicht…
Aber worüber ich eigentlich grübele ist, daß das Rückwärtsschicken ja auch als „Strafe/Korrektur-Maßnahme“ eingesetzt wird, bzw. werden soll.
Und dann als Gymnastik-Einlage… ich bin da ja schon verwirrt, wie soll es meinem Pferd gehen???
Wie und wo liegt der Unterschied und wie erkläre ich das dem Pferd. Nicht, daß er nicht spürt was ich ausstrahle, aber trotzdem möchte ich keine falschen Zeichen setzen.

Liebe Grüße von einer etwas irritieren Dagmar.

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Hallo Dagmar,

ich persönlich halte gar nichts vom Rückwärtsrichten als Strafmaßnahme. Ein Pferd, das einen bedrängt, freundlich zu bitten, einen Schritt rückwärts zu machen, ist für mich etwas, das zum guten Umgang gehört und jedes Pferd versteht das, wenn man es ihm erklärt. Aber das strafende Rückwärtsrichten halte ich für brutal und unangemessen. Und ja, auch ich sehe es so, dass man sich damit das Rückwärts als wertvolle Gymnastizierung kaputt macht.

Herzlich,
Tania

 

Von Dagmar • 9. April 2013

Liebe Tania,

wer denkt sich denn dann bloß so etwas aus???
Und welchen Zweck soll diese „Erziehungs-Maßnahme“ haben.
Ich bin im Geiste nochmal einige Situationen durchgegangen und es ist ganz klar, wenn ich mit meinem Dicken ruhig und mit, wie man so schön sagt: „Liebevoller Konsequenz“ arbeite, macht er engagiert mit. Und wenn ich doof bin, läßt er mich am langen Arm verhungern;-)!
Also er weiß warum Rückwärts nur als Gymnastik taugt…:-).

Liebe Grüße, Dagmar.

__________________

Schlaues Pferd 😉 – leider aber ist das Beschriebene gängige Praxis …

Herzlich,
Tania

 

Von Angela Binder • 6. April 2018

Hallo zusammen, danke für den Hinweis mit dem bergauf, habe ich auch schon mehrfach gehört aber nie umgesetzt, weil meiner so kaputt empfindliche Vorderfüße hat.
Nun habe ich eine Frage. Er geht gut und gerne auf der Ebene rückwärts. Allerdings knickt er zwar ein bisschen die Hinterhand ein aber der Rücken wölbt sich nicht auf! Er schafft es also mit Senkrücken rückwärts zu gehen… dazu muss man wissen, dass der Rücken absolut auch wilbe fähig ist und unglaublich agil. Er tut es nur einfach nicht….
Beim Antraben hingegen, was er wegen der Vorderfüße nicht oft soll, kommt der Rücken schön hoch. Ich bin also auf der Suche nach einer Übung, mit der ich den Rücken beim Laufen mit Ziel dauerhaft anheben kann ohne traben oder galoppieren zu müssen…
Habt ihr eine Idee für mich?
LG Angela

 

Von denise • 23. November 2018

Hallo Angela! Sag hast es schon mal mit equikinetik probiert? Das geht auch im schritr. Ich mache dieses training mit meinem 15 jährigen ehemaligen springpferd seit 4 monaten konsequent nach plan.
Ergebniss: mein pferd das vor 8 monaten noch als ziemlich wahrscheinlich nie wieder reitbar galt (meinung eines pferdetierarztes mit sehr viel erfahrung, Dr heinz martin) ist im rücken locker wie nie zuvor. Er geht taktrein und geradegerichtet.Durch die gleichmäsige beanspruchung der hohlen und der steifen seite. Aber lies selbst,über equikinetik kann man ganz viel googeln und you tuben.

Zwischendurch gehen wir auch einfach mal an der hand spazieren und zum aufwärmen vor dem equitraining machen wir ca 10 min seitengänge vom boden aus.mein pferd steht übrigens seit 5monaten in einem aktivstall.

Jedenfalls als kleine abwechslung hab ich auch das rückwärtsrichten bergauf vom boden ausprobiert deswegen bin ich auf dieser seite gelandet. Find ich auch ziemlich cool und ist sicher sehr effektiv zur stärkung der hinterhand.

Wünsche dir und deinem pferdchen einen starken rücken und durchhaltevermögen 😉
Lg denise
Ps: falls du das durchziehst würd mich das ergbniss interessieren. Und noch zur info die cavallo hat das programm auch über 3monate getesten.

 

 

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