Babettes Praxis-Blog : Kategorie ‘Aus dem Reitunterricht‘

Hier berichtet Babette Teschen von ihrer täglichen Arbeit als Reitlehrerin und Ausbilderin und bringt Tipps und Anregungen direkt aus der Praxis mit. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.

Mit dieser Übung bleibt beim Reiten der Absatz tief

Kämpfen Sie beim Reiten auch immer wieder mit hochgezogenen Absätzen? Wenn ja, kann es dafür unterschiedliche Gründe geben:

  • Sie haben Ihre Steigbügel zu lang eingestellt.
  • Sie klammern mit den Beinen.
  • Sie leiden unter einer verkürzten Wadenmuskulatur.
  • Sie tragen in Ihrem Leben außerhalb des Pferdestalles zu oft High Heels.

Je nach Ursache, ist die Lösung für Ihr Problem unterschiedlich:

  • Verkürzen Sie Ihre Steigbügel.
  • Lassen Sie die Beine locker und lang unter Ihnen hängen.
  • Dehnen Sie Ihre Wadenmuskulatur.
  • Wählen Sie öfter die Gesundheitstreter ohne Absatz ;-)

Und falls in Ihrem Fall die verkürzte Wadenmuskulatur der Auslöser für Ihre hochgezogenen Absätze beim Reiten sind, habe ich im Folgenden noch eine gute Übung für Sie.
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12. Juli 2011 von Babette Teschen • Kategorie: Aus dem Reitunterricht 10 Kommentare »

Die Gewichtshilfe- ja wohin gebe ich sie denn nun korrekterweise?

Wenn man sich durch verschiedene Reitlehren liest, findet man unterschiedliche Erklärungen zum Thema Gewichtshilfen. In der englischen Reitweise soll das Gewicht nach innen gehen, also in die Bewegungsrichtung in die ich reiten/abwenden möchte. In anderen Reitweisen wird sich gegen die Bewegungsrichtung gesetzt, hier soll das Pferd dem Gewicht weichen.

Was ist nun also „richtig“?

Für mich ist es logisch und es entspricht auch meinen Erfahrungen die ich beim Einreiten von Jungpferden gemacht habe, dass ein Pferd unter mir versucht, mit mir in ein gemeinsames Gleichgewicht zu kommen.

Dazu ein Selbstversuch

Setzen Sie sich ein Kind auf die Schulter und gehen Sie geradeaus. Was machen Sie, wenn das Kind sich einseitig nach rechts belastet? Ich persönlich würde dann auch nach rechts gehen, um uns wieder in ein gemeinsames Gleichgewicht zu bekommen und nicht auf die Nase zu fallen.

Deswegen halte ich es im Prinzip so, wie es die englische Reitweise lehrt: Ich setze meine Gewichtshilfe dorthin, wo ich hin will. Möchte ich also eine Volte nach rechts reiten, gebe ich die Gewichtshilfe nach rechts.

Nun kommt bei mir allerdings ein großes ABER:

Wir haben es ja beim Pferd (neben anderen Punkten die uns so das Reiterleben erschweren ;-) ) noch mit den großen Themen Händigkeit und natürlicher Schiefe zu tun. Und diese beiden Punkte muss ich bei der Gabe einer sinnvollen Gewichtshilfe berücksichtigen. Dass ich die Gewichtshilfe stur nach Lehre gebe, klappt bei einem Pferd was noch nicht 100% ausbalanciert ist, nämlich nicht wirklich gut.
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17. August 2010 von Babette Teschen • Kategorie: Aus dem Reitunterricht 8 Kommentare »

Annehmen – Nachgeben oder vielleicht besser: Nachgeben- Annehmen?

In einem Punkt sind sich fast alle Pferdelehren einig: Hilfen (Zügelhilfe, Schenkeldruck, Einwirkung an der Longe/am Strick) sollen immer impulsartig gegeben werden. Die Anweisung des Reitlehrers lautet dann: „Annehmen und Nachgeben“.

Ich finde das absolut richtig, denn es ist wirklich immer wieder gut zu sehen, wie viel besser die Pferde auf eine Hilfe reagieren, wenn wir nach diesem Grundsatz arbeiten.

Pferde reagieren (soweit nicht anders gelernt) auf Druck mit Gegendruck, auf Zug mit Gegenzug. Das Problem dabei ist: Wir Menschen leider oft genug auch ;-) . Und so passiert immer wieder Folgendes:

  • Das Pferd legt sich auf den Zügel und der Reiter zieht dagegen an.
  • Das Pferd packt sich an der Longe auf den Kappzaum und der Mensch versucht, das Pferd mit Kraft und Zug auf dem Kreis zu halten.
  • Das Pferd reagiert nicht auf den Schenkel und der Reiter drückt und presst immer mehr.

Wenn ich nun also sehe, dass ein Pferd unter dem Sattel/an oder an der Hand/Longe fest wird, so weise ich meine Schüler an, in eine weiche, nachgebende Hilfengebung zu gehen um das Pferd aus seinem festen Muster zu holen. Das klappt auch in der Regel sehr gut. Allerdings passiert es dann recht oft, dass der Mensch erst seine Hilfengebung verstärkt (das Annehmen), bevor er nachgibt.

Aus diesem Grund bin ich nun immer mehr dazu übergegangen, die Anweisung umzudrehen und erst den Menschen zum Nachgeben zu bringen, um dann in eine weiche Hilfe zu gehen. Ich finde, das klappt noch besser als das übliche “Annehmen-Nachgeben”!

Wichtig: “Nachgeben” heißt im übrigen nicht zwangsläufig, dass Sie die Zügel komplett wegschmeißen, die Hand mit der Longe einen Meter vor geben oder den Schenkel vom Pferd entfernen müssen. Nachgeben ist oftmals nicht mehr als ein „Spannung rausnehmen“.

Probieren Sie doch mal aus, wie Ihr Pferd reagiert, wenn Sie mit diesem „Nachgeben“ spielen. Wie reagiert Ihr Pferd auf ein deutliches Nachgeben? Wie viel „Nachgeben“ braucht Ihr Pferd, um selber nachgeben zu können? Versuchen Sie erst bei sich Ihre Reflexe von „drücken“, „ziehen“ und „festhalten“ aufzulösen und beobachten Sie, wie Ihr Pferd darauf reagiert. Vielleicht werden Sie dann erstaunt feststellen, dass Ihr Pferd viel weniger zieht und drückt. Woran das dann wohl liegt? ;-)

10. August 2010 von Babette Teschen • Kategorie: Aus dem Reitunterricht 10 Kommentare »

Der sanfte Blick

Wenn Sie Ihre Umgebung betrachten, können Sie das auf unterschiedliche Arten tun:

  • mit einem harten, fixierenden Blick
  • oder mit einem weichen, umfassenden Blick.

Der harte, fixierende Blick

Sie können etwas mit „harten“ Augen fixieren. Wenn Sie das machen, schauen Sie ein Ziel, einen Gegenstand konkret an. Achten Sie einmal drauf: Dieser „harte Blick“ führt dazu, dass Sie nur flach und oberflächlich atmen, vielleicht sogar die Atmung anhalten, und leicht Ihren Schwerpunkt und Ihre Balance verlieren.

Der sanfte, weite Blick

Ganz anders ist es, wenn Sie mit einem sanften, weichen Blick in die Welt schauen.

Diese Blickqualität lässt sich am besten mit folgendem Bild beschreiben: Stellen Sie sich vor, Sie stehen auf einem Berg und schauen über das Land vor sich. Nehmen Sie alles wahr, was vor Ihnen liegt. Fixieren Sie keinen Punkt, sondern lassen Sie die weite Welt auf sich wirken. Lassen Sie die Atmung ohne Anstrengung kommen und gehen.

Und nun kommt das Spannende: Mit welchem “Blick”  Sie Ihre Umwelt beim Reiten betrachten, hat Auswirkungen auf die Qualität, sowohl was die „Technik“ des Reitens angeht, aber noch mehr was die Fähigkeit angeht, Ihr Gefühl für die Hilfengebung und den Kontakt zum Pferd zu entwickeln.
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3. August 2010 von Babette Teschen • Kategorie: Aus dem Reitunterricht 5 Kommentare »

Tölt ist nicht gleich Tölt!

Früher zählte ich mich zu den so genannten „Gangpferdereitern“. Ich besitze einen Peruanischen Paso Namens Mariscal, meine Tochter hat ebenfalls einen Peruanischen Paso und einige meiner Schüler/innen und Einsteller/innen haben Gangpferde. Bei mir auf dem Hof unterrichtete einige Monate lang sehr intensiv ein Reitlehrer und Pferdeausbilder, der in der Gangpferdeszene zu Hause ist und von dem ich viel gelernt habe. Von daher kenne ich mich recht gut mit Gangpferden und mit der „Gangproblematik“ aus.

Als ich meinen Mariscal bekam, war er angeritten. Recht schnell ging es mir in der Ausbildung um das Thema „Verbesserung des Tölts“. Ich nahm viel Unterricht und so ging es mit und ohne Anleitung Runde um Runde um die Ovalbahn, in dem Bestreben Takt, Haltung und Tempo des Tölts zu verbessern. Ja, wir machten Fortschritte, aber so richtig gut war es nicht. Mariscal lief nicht „rund“. Er drückte den Rücken weg und den Unterhals heraus. Mein Wissenstand bis dahin war: Das ist halt so im Tölt…

Dann besuchte ich als Zuschauerin einen „Dressurkurs für Gangpferde“ bei Horst Becker. Dort sah ich Islandpferde, die im Tölt über einen aufgewölbten Rücken gingen! Die Pferde trabten Traversalen, sprangen einen wunderschönen Bergaufgalopp und tölteten gleich darauf in einer Manier, wie ich sie davor noch nie gesehen habe. Da drückte sich kein Unterhals heraus und kein Rücken weg. Ich war sehr beeindruckt und ich wusste: Da will ich mit Mariscal auch hinkommen und so meldete mich bald darauf auf einen Kurs bei Horst an.

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22. Juni 2010 von Babette Teschen • Kategorie: Aus dem Reitunterricht 20 Kommentare »

Die Beizäumung

In meinem Blogbeitrag Das Stellen verwendete ich den Begriff „Beizäumung“, den ich heute genauer beschreiben möchte.

Die FN beschreibt die Entwicklung der Beizäumung so: „Wenn das am Zügel gehende Pferd mit seinen Hinterfüßen vermehrt an den Schwerpunkt herantritt, führt die deutlich werdende Genickbiegung zur Beizäumung.“

Unter der Beizäumung wird also das „Runden des Halses“ und das „Herannehmen der Nase“ durch Beugung des Genickes verstanden. Hier ein Foto eines korrekt beigezäumten Pferdes:

bz1.jpg

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7. April 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Aus dem Reitunterricht 4 Kommentare »

Und noch eine Übung für eine mitschwingende Mittelpositur beim Aussitzen

Auch für diese Übung lassen Sie sich bitte wieder an die Longe nehmen. Die Steigbügel schnallen Sie ein bis zwei Löcher kürzer als normal. Nachdem Sie sich wieder schön aufgewärmt und gelockert haben, soll Ihr Pferd in einem ruhigen Tempo traben.

Gehen Sie nun in einen leichten Entlastungssitz, den Oberkörper etwas vorgeneigt. Passen Sie dabei bitte auf, dass Sie mit dem Po nicht zu hoch kommen. Das Schambein behält leichten Kontakt zum Sattel.

Versuchen Sie, Ihren Körper in dieser Haltung ins Mitschwingen zu bringen und spüren Sie bewusst in Ihren Körper:

  • Lassen Ihre Fußgelenke die Bewegungen durch, d.h., merken Sie, dass Ihre Ferse bei jedem Trabtritt runterfedert?
  • Lassen Ihre Kniegelenke die Bewegung ebenfalls durch, d.h., öffnet und schließt sich Ihr Knie jeden Tritt ein wenig?
  • Versuchen Sie Ihren Muskeln am Oberschenkel, Gesäß und Bauch ganz locker zu lassen. Alles darf „wackeln“ – tut es das?
  • Achten Sie darauf ruhig und gleichmäßig zu atmen.
  • Lassen Sie die Schultern bewusst locker.
  • Schauen Sie mit weichen, freien Blick nach vorne.

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5. Februar 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Aus dem Reitunterricht 6 Kommentare »

Rhythmisches Leichttraben – noch eine Übung, um zu einem besseren Aussitzen zu kommen

Lassen Sie Ihr Pferd in ruhigem Tempo ganze Bahn traben. Nun tun Sie so, als wenn Sie ständig den Fuß zum Leichttraben wechseln wollten, d.h., spielen Sie mit dem Rhythmus, in dem Sie zweimal zum Leichttraben aufstehen und einen Tritt sitzenbleiben, um dann wieder zwei Mal aufzustehen usw.

Wenn Sie diesen Rhythmus ganz sicher in sich tragen (d.h., Sie können ihn auch beibehalten, während Sie Bahnfiguren traben), wählen Sie einen neuen Rhythmus zwischen Leichtraben und Aussitzen: Sie können jetzt z.B. dreimal aufstehen zum Leichttraben und dann zwei Tritte lang sitzenbleiben.

Nehmen Sie auf diese Weise nach und nach immer mehr Tritte, die Sie aussitzen, dazu. Solange Sie locker im Aussitzen mitschwingen können, werden die Anzahl der Tritte die Sie aussitzen immer mehr. Spüren Sie allerdings, dass Sie sich verspannen, gehen Sie wieder mit der Anzahl der Tritte im Aussitzen zurück.

Extra-Tipp: Das Wechseln der Aufsteh-Rhythmen im Leichttraben können Sie auch sehr gut auf längeren Trabstrecken im Gelände üben.

27. Januar 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Aus dem Reitunterricht 2 Kommentare »

Eine Sitzübung zum besseren Mitschwingen in der Mittelpositur beim Aussitzen im Trab

Um beim Aussitzen gut die Pferdebewegung mitschwingen zu können und somit ein Reinfallen in den Pferderücken zu vermeiden, muss unsere Mittelpositur die Bewegungen des Pferderückens zulassen.

Bevor Sie mit Sitzübungen in Trab beginnen, sollten Sie sich ausreichend Zeit nehmen, Ihren Körper zu lösen. Besonders wichtig sind dafür die Übungen für ein mitschwingendes Becken Das mitschwingende Reiterbecken oder Die liegende Acht.

Für die folgende Übung brauchen Sie einen Helfer der Sie an die Longe nimmt, da Sie sich nun auf Ihre Hände setzen. Legen Sie Ihre Hände mit den Handflächen nach oben unter Ihre Sitzbeinhöcker, die rechte Hand unter den rechten und die linke Hand unter den linken Sitzbeinhöcker. Spüren Sie im Schritt, wie wechselseitig Ihre Hände unter Ihnen angehoben werden und Ihr Gewicht leicht von rechts nach links verlagert wird.
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20. Januar 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Aus dem Reitunterricht 9 Kommentare »

Tipps für alle, die Probleme damit haben, sauber durch die Ecke zu reiten

Haben Sie auch Schwierigkeiten, die Ecken der Reitbahn korrekt auszureiten? Versucht Ihr Pferd immer wieder, die Ecken abzukürzen?

Dann hilft Ihnen vielleicht dieses Bild weiter:

Stellen Sie sich vor jeder Ecke vor, Sie möchten einfach noch 5m länger geradeaus reiten. Stellen Sie sich vor, Sie wollen hinter der Bande/dem Zaun herum reiten. Oftmals hilft allein dieses Bild schon sehr dabei, tiefer in die Ecken zu kommen, denn nicht selten provozieren wir selbst, dass das Pferd die Ecke abkürzt, weil wir gedanklich zu früh abbiegen.

Und hier noch einige weitere Tipps, die Sie sauber durch die Ecke bringen können:

  • Stellen Sie Pylonen oder andere Hindernisse, innen vom Hufschlag in die Ecken. Diese geben sowohl Ihnen als auch Ihrem Pferd eine gute optische Orientierung.
  • Auch ein Antippen der Gerte an der inneren Schulter des Pferdes ist eine gute, zusätzliche Hilfe, denn damit wird das Pferd daran erinnert, nicht auf seine innere Schulter zu fallen (wodurch es dann die Ecke abkürzt).
  • Das Anheben der inneren Hand kann ebenfalls ein „Hineinfallen“ des Pferdes mit seiner inneren Schulter verhindern.

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4. Dezember 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Aus dem Reitunterricht 2 Kommentare »